Ausgabe 
17.7.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 165

Erscheint tSgttch außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siegener Zamilien- blätler viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag bu. Brüh lösche- Untoerl. Buch-u.Stei. btudervt (Pietsch Erben) heOofnL,. ©rpebitiou utu Druckerei:

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Anzeiger Gießen.

Kernsprechanschluß Nr.bl.

Zweites Blatt. 152. Jahrgang

Donnerstag 17. Juli 1903

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger w **

Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen

Bezugspreis, monatlich 7bPf., viertel jährlich Mk. 2.20; butdj Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePostMk.2. viertel jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenprets: lokal 12 Pf* auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; für »Stadt und Land' und »Gerichtssaal*: Curt Plato; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

B

Die heutige Kummer umfaßt 8 Seite«.

Nähtische Tagesschau.

Der preußische Landwirtschaftsmiuister von Podbielski hielt, wie demB. T." nachträglich berichtet wird, auf seiner Reise zur Besichtigung der Moor-Kulturen und des klein­bäuerlichen Besitzes bei dem ihm zu Ehren veranstalteten Festessen in Stolp am 24. Juni eine Rede, in der er erklärte, er habe die Moor-KÄturen noch sehr im arigen gesunden. Es seien noch Millionen vergraben. Etwas sei schon geschehen, aber noch lange nicht genug, um alles nutzbar zu machen. Die Landstraßen seien vielfach verwahr­lost und befänden sich in traurigem Zustande. So lange Sie, sagte der Minister, zu den Landwirten, am alten Zovfe festhalten, können Sie nicht verlangen, daß Sie vorwärts kommen. Sie sollen nicht immer nach dem Staate schreien. Die anderthalb Mark Zoll über die Regie­rungs-Vorlage hinaus, und die Differenzie­rung des Spiritus werden Ihnen wahrlich nichts nutzen. Arbeiten Sie zunächst an der Ausbesserung aller Wege und halten Sie nicht an dem alten Zopfe fest. Hüten Sie sich in die Fuhstapfen der Sozialdemokratie zu treten. Halten Sie treu zu Kaiser und Reich wie Ihre Vorfahren es gechan, und wenn Sie glauben, daß die Re­gierung Ihnen nicht alles nach Wunsch macht, bilden Sie sichnicht ein,b aßd ieRegierungauchnur einen Pfifferling nachgiebt." Die anfängliche Begeiste­rung für den Minister machte, so fügt dasB. T." hinzu, im Verlaufe der Rede allmählich einer kühleren Stimmung Platz und man konnte die Aeußerung hören: Dasistkein Mi nister für uns.

Herr v. Podbielski hat leider mit seltener Auf­richtigkeit seine Meinung geäußert, und das sogar auf einem Fe st ess en, wo man sonst anderes zu vernehmen pflegt. Die Aeußerung, die Landwirte sollten sich nicht einbilden, daß die Regierung auch nur einen Pfifferling nachgiebt, bezog sich offenbar auf die Zolltarif-Wünsche. Die gleiche Überzeugung soll Herr v. Podbielski privatim schon öfter zu erkennen gegeben haben, zum Teil in noch drastischerer Form. Der Minister scheint sich hier an einen größeren Kreis haben wenden zu wollen. Vorläufig aber wird man diesmal abzuwarten haben, ob dieser Bericht des ge­nannten freisinnigen Blattes authentisch ist. Zunächst hat setzt dieDtsch. Tagesztg." das Wort.

Die großen und die kleinen Brenner.

Aus Berlin, 16. Juli, wird uns geschrieben:

Die Jnteresseuverschiedenhett zwischen dem Großgrund­besitzer und dem kleinen Landwirt, die in der Getreioezoll- frage zum Ausdruck kommt, indem der kleine Landwirt nichts an den hohen Getreidezöllen hat, weil er Getreide noch zukaufen muß, diese auf agrarischen Bundestagen sorg­sam verhüllte Differenz zeigt sich auch wieder bei dem Plan zur Einschränkung der Spiritusproduk­tion. Die kleinen Brenner haben gar bald denPferdefuß" bemerkt, der dabei herausblickt. Eine Einschränkung der Spirituserzeugung zum tzochbringen des durch Ueberproduk- tion gesunkenen Spirituspreises würde hauptsächliche zum Vorteil der großen, bemittelten Brenner sein. Diese haben, wie in der agrarischenDeutschen Tagesztg." jemand aus der Schule plaudert,mehr gebrannt, um bei der künftigen Konzentrierung ein höheres Kontingent zu erlangen." Na­türlich half die Mehrproduktion den Preis herabdrücken. Zur Belohnung, meint der Kritiker des Planes satirisch, sollen also jene Herren ihren über Bedarf gebrannten Spiritus noch höher bezahlt erhalten. Ein anderer Ein­sender setzt auseinander, daß durch die gleichmäßige Pro- oukttonseinschränkung von 18 Prozent gerade diejenigen am meisten betroffen würden, die an der Krisis (der Ueber- produktion) unschuldig sind. Diese Stimmen des Miß­vergnügens kennzeichnen die Auffassung über das so über­raschend auf getauchte Projekt. Die kleinen Brennerei-Be- besitzer müßten in der That, um Miquels klassisches Wort zu gebrauchen,Esel" sein, wenn sie einer Vereinbarung zustimmten, die den Nutzen den großen Brennereien ge­währt. _______

Ausländische Anleihen.

Man schreibt uns aus Berlin, 16. Juli:

Die Neigung des Publikums, fest verzinsliche Werte zu erwerben und die Dividendenpapiere zu veräußern, macht sich fast mit jedem Tage mehr bemerklich. Es wird zwar immer auch heute wieder angekündigt, daß eine Be­lebung in der Eisenindustrie, die mit der Kohlenindustrie nun einmaltonangebend" für den Markt ist, sich vollziehe; aber es fehlt einstweilen noch das rechte Zutrauen zu diesen Botschaften. Und solange die Eisenmdustrre nicht floriert, kehren auch für die Kohlenindustrie nicht die guten Zeiten wieder. Außerordentlich gesteigert hat sich die Nachfrage nach ausländischen Anleihen. Selbst nach Anleihen zweiten und dritten Ranges mit entsprechend verminderter Sicherheit. Bei mehreren dieser Anleihen smd bie tm Lause der letzten Monate erfolgten Kurserhöhungen ziemlich be­trächtlich. Daß die ausländischen Anleihen vor den ein­heimischen bevorzugt werden, erklärt sich einfach daraus, daß der kleine Kapitalist, verwöhnt durch die hohen Erträge, die ihm früher Eisen-, Kohlen-, Elektrizitäts-Werte rc. ein­brachten, mehr wie allenfalls vier Prozent von seinem Gelde haben will. Es scheint, daß auswärtige, geldbedürftige Staaten diese Neigung aufmerksam verfolgen und den Zeit­punkt für günstig halten, Emissionsprojekte zu verwirklichen, die in den Jahren der industriellen Hochkonjunktur nicht

cm den Mann gebracht werden konnten. Noch manche neue auswärtige Anleihe dürfte darnach zu erwarten sein«

Schwierigkeiten in Südafrika.

In der Entscheidung über die Verfassungs-Aussetzung in der Kap-Kolonie ist Lord Milner, der die Suspension empfohlen hatte, unterlegen. Chamberlain erklärte sehr entschieden, von einem solchen Mittel nichts wissen zu wollen. Die Frage, ob Lord Milner, nach dieser scharfen Zurück­weisung seines Rates seine Entlassung anbieten werde, tauchte bei dieser Gelegenheit auf und sie scheint jetzt der Lösung nahe zu sein. Zwar behauptet der LondonerStan­dard", der Rücktritt Milners von seinem Posten als Gou­verneur der südafrikanischen Kolonien stehe nicht un­mittelbar in Aussicht; er warnt auch davor, die alar­mierenden Nachrichten aus Südafrika ernst zu nehmen, den Buren sei derzeit die Arbeit viel wichtiger als die Polittk, Reibereien zwischen Burghers und den Natwnal- Scouts seien unvermeidlich aber ohne jede Einzel-Bedeu­tung. Aber er scheint doch nur zu bestätigen, daß Milner geht. Möglicherweise ist von London einsanfter Druck" auf ihn äusgeübt worden, um ihn zu diesem Entschluß zu bringen. Milner ist, im Gegensatz zu Lord Kitchener, außerordentlich unpopulär in der Burenbevölkerung. Die gestern von uns wiedergegebenen Nachrichten von wachsen- >er Unzufriedenheit unter den Buren, von Feindseligkeiten zwischen denjenigen Buren, die allzurasch mit dem ehe­maligen Gegner Freundschaft geschlossen haben, und den Unversöhnlichen", können nicht leicht genommen werden. Es erweist sich daß die triumphierenden englischen Be­richte über dieZufriedenheit" der Buren mit dem Frie­densvertrag mindestens stark opttmistisch gefärbt waren. Mit dem Verzicht auf die Nationalität hat es noch, gute Wege. Die schwerste Ausgabe beginnt erst für England: die Unterlegenen moralisch zu erobern. Mit Gewalt wird gegenüber diesen harten Köpfen nichts auszurichten sein, Entgegenkommen aber sicherlich gewürdigt werden. Und wenn zunächst Lord MUner abberufen würde, unter Er­nennung eines Nachfolgers von miloer und wohlwollender Gesinnung, so dürfte dies wesentlich zur Beruhigung der Gemüter beitragen.

Mehrere Londoner Blätter berichten, daß die Rückkehr Kitcheners Anlaß zu einer Untersuchung des Kriegsamtes über den südafrikanischen Feldzug geben wird. Im Par­lament werden demnächst mehrere Interpellationen über die Vorkommnisse während des Krieges eingebracht werden.

Im Unterhaus teilte am Mittwoch in einer schriftlichen Antwort auf eine Anfrage Kriegsminister Brodrick mit, daß den kriegsgefangenen Buren, die den Treueid zu leisten bereit, und im Besitze von Mitteln zu ihrem Lebensunter­halt sind, die Rückkehr nad): Südafrika auf ihre Kosten gestattet werde, vorausgesetzt, daß der Oberkommissar Milner und der befehlsüyrende Offizier der Lager, in denen sie gefangen gehalten werden, damit einverstan­den sind. Die Gefangenen könnten sich auch anderswohin begeben, verwirken bann aber jeben Anspruch auf Heim- beförberung auf Regiernngskosten. Wenn sie sich ohne Ableistung bes Treueids fortbegeben, ist ihnen die Rück­kehr nach Südafrika nicht gestattet.

Sir Arthur Lawley ist am Mittwoch zum Vize- Gouverneur von Transvaal ernannt worden.

Deutsches Deich.

Berlin, 16. Juli. Der Kaiser begab sich heute mit den Herren der Umgebung zu Wagen nach Stal- beim, wo das Frühstück eingenommen wurde, und kehrte gegen 5 Uhr auf dieHohenzollem" zurück, die heute vor Gudwangen eingetroffen ist. Hier bleibt dieHohen- zollern" bis morgen, Donnerstag, früh, um dann nach Molde weiter zu gehen. Das Wetter klärte sich auf. An Bord ist alles wohl.

--Die Prinzessinnen Heinrich und Fried­rich Karl von Hessen machten gestern einen Ausflug von Hemmelmark nach Kiel, nahmen das Diner im Kai­serlichen Yachtklub ein, und besichtigten dann das Kruppsche HotelSeebadeanstalt".

Freiherr von Wangenheim, der Vorsitzende des Bundes der Landwirte, soll nach demN. Pomm. Tageblatt" beabsichtigen, bei der nächsten Wahl ein Man­dat nicht wieder anzunehmen, wohl aber seine Stellung als Vorsitzender des Bundes der Landwirte bei­zubehalten. Die Ausübung seiner parlamentarischen Thä- tiakeit soll nachteilige Folgen für sein Gut gehabt haben.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Nachdem die eng­lische Regierung bie Abreise ber in Kriegsge­fangenschaft befinblichen Deutschen ans ben Ge­fangenenlagern genehmigt unb bas deutsche Buren- hilfsbureau für ben Transport ber mittellosen Gefangenen 60 000 Mark bereit gestellt hat, finb vom Auswärtigen Amt Vereinbarungen mit ben beutfchen Rhedereien getroffen, um eine möglichst balbige unb billige Beförderung zu be­wirken Von ben auf Ceylon internierten 110 Deutschen finb 7 Offiziere unb 48 Mann bereits am 8. Juli mit dem DampferOldenburg" von Colombo abgefahren. Der Damp er trifft in Bremerhaven fahrplanmäßig am 8 Aug. ein. 8 Mann traten am 9. Juli mit dem Dampf erSultan von Colombo die Fahri nach Ostafrika an Der Rest ber Gefangenen wirb voraussichtlich am 1 August mit dem DampferGera", der am 19. September in Bremer­haven eintreffen soll, von Colombo fortbeforbert. Von ben beutfchen Gefangenen auf ben Bermudamseln fuhren 13 mit bem DampferRoland" am 11. Juli nach Europa ab. Der Dampfer wird am 24. Juli in Bremerhaven er­wartet Die Beförderung ber Gefangenen auf St. Helena kann voraussichtlich in ber ersten Hälfte bes August mit

dem DampferHerzog" ber Deutschen Ostafrikalinie erfol­gen. Für bie Heimschaffung ber Gefangenen in Jnbieu ist gleichfalls die Vermittelung der Deutschen Ostafrikalinie in Aussicht genommen worden, dabei Dürfte ein Umweg über Deutsch-Ästasrika in Frage kommen. Soweit die Ge- angenen mittellos finb, erhalten sie auf ber Heimfahrt neben freier Verpflegung ein tägliches Zehrgelb, unb bei etwaiger Ausschiffung in fremden Häfen, im Bedürfnis- alle, weitere Gelbunterstützung.

Nachdem erst vor einigen Tagen gemeldet wurde, ; eine Gesamtorganisation des deutschen Judentums ge­rinnt sei, schreibt jetzt dasBerl. Tgbl.", daß ein Ausschuß oeben einen Verein für jüdische Statistik mit ber Zentrale in Berlin gegrünbet hat.

Wie berReichsanz." melbet, ist bie polnische ZeitschriftPrzeglad Wszechpolski" auf bie Tauer von zwei Jahren für Deutschland verboten worden.

DerTägl. Rnndsch." zufolge meldet ein Bericht­erstatter, bei den letzten Kontrollversammlungen und Gestellungen zur Ableistung einer Reserve- unb Laud- wehr-Uebung fei von verschiebenen Personen beim Namens­aufruf statt bes üblichen£ier" bie polnische Wort- bezeichnungZ b e" gebraucht worden. Die Uebelthäter seien wegen Vergehens gegen ben militärischen Anstanb mit Arreststrafen bis zu 10 Tagen Haft bebacht worden.

Kiel, 16. Juli. Das amerikanische Geschwa­der, das gegenroartig in Christiania liegt, wird nach einem Besuche Stockholms und Petersburgs längere Zeit Aufent­halt in Kiel nehmen und zwar nach Beendigung der Flotten­übungen. Die Reise hierher ist als eine Courtoisie dem Prinzen Heinrich gegenüber aufzufassen.

Köln, 16. Juli. Auf die Fertigstellung der Vorlage über die Errichtung von kaufmännischen Schiedsgerichten dringt, derKöln. Ztg." zufolge, das Reichsamt des Innern mit aller Entschiedenheit. Aller­dings finb, wie von gut unterrichteter Seite verlautet, bie Schwierigkeiten, bie namentlich in einigen preußischen Ressorts entgegenstehen, noch nicht vollstänbig behoben, und es läßt sich z. Zt. noch nicht besttmmt übersehen, wann bieS ber Fall fein wird.

Stuttgart, 16. Juli. Unter dem Vorsitz von Marx aus Frankfurt a. M. hält der Deutsche Fleischerver. band heute und morgen in der hiesigen Liederhalle feinen 25. Verbandstag ab. Der heutigen Eröffnungssitzung wohn­ten Vertteter ber württembergischen Regierung, ber könig­lichen Zentralstelle für Gewerbe und Handel, der Kreis-- regierung des Neckarkreises und der Stadtverwaltung, sowie mehrere Gäste aus Oesterreich-Ungarn, Holland und der Schweiz bei. Der Verbandstag sprach sich heute einsttmmig für die Aushebung des Verbots der Einfuhr von lebenbem Schlachtvieh und gegen bie von ber Zolltarifkommission be­schlossene Erhöhung ber .Biehzölle aus.

Ausland.

London, 16. Juli. Amtlicher Krankheit bericht. Der König überstand die Reise von London nach Cowes außerordentlich gut und litt in keiner Weise unter der Ueberführung. Er verbrachte eine gute Nacht. Das Allgemeinbefinden ist ausgezeichnet. Der König fühlte sich sehr wohl infolge der Veränderung der Lust und der Umgebung. Das Lager, auf dem der König ruhte, wurde gestern nachmittag zwei Stunden unter dem offenen Deck aufgestellt.

Die Genesung des Kolonialministers Chamber* la in wird durch häufige Schwächeanfälle ver­zögert, welche eine Folge des Blutverlustes sind. Der Puls schwankt. Die Aerzte haben dem Patienten volle Ruhe und Luftveränderung verordnet. Die baldige Rück- kehr des Kolonialministers zu den politischen Geschäften ist nicht zu erwarten.

Paris, 16. Juli/ Der deutsche Botschafter Fürst Radolin als Ehrenpräsident des deutschen Hilfs-Vereins und der bayerische Geschäftsträger Freiherr von der Tann als dessen Präsident sprachen den Verwaiidten des ermordeten Dr. Orben- ft e i n, der sich seit 25 Jahren in opferwilligster Weise als Arzt und Ehrenmitglied dieser Vereinigung betätigt hatte, die tiefste Teilnahme aus.

Echo de Paris" veröffentlicht ein Telegramm aus London, worin es heißt, Kaiser Wilhelm werde sich demnächst zur Stärkung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Drei- und Zweibund-Alächten nach Paris begeben. (???)

Konstantinopel, 16. Juli. Tie russische Bot­schaft überreichte der Pforte eine Note, in der sie im Namen russischer I.lnterthanen bie Zahlung von 932000 Pfund türk, verlangt, als Schadenersatz mit Zinsen für bie lange Verzögerung ber Bezahlung der Indemnität im Betrage von 250 000 Pfund, welche eben diese russischen Untertanen als Entschädigung für die im russisch-türkischen Kriege erlittenen Verluste zu verlangen haben.

Die gestern fällige vierte Rate in ber So r an* bo-Tubini-Angelegenheit ist nicht gezahlt worben.

Petersburg, 16. Juli. Der Zar ernannte ben Prinzen Louis Napoleon zum Kommanbeur ber kaukasischen Kavallerie-Di Vision.

Kronstadt, 16. Juli. Heute traf bie kaiserliche YachtAlexanbria" mit bem Kaiser unb bem Könige von Italien an Bord von Peterhof kommend hier ein. Auf ber Rhebe lag der italienische PanzerCarlo Alberto" vor Anker. DieAlexandria" hatte die Standarte des Kaisers und die italienische Königsstcmdarte gehißt.Carlo