Ausgabe 
17.7.1902 Erstes Blatt
 
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geteilt wwLe, verbot et, Len Merrb unter Stefan* Ncmrerr ob^u^olten mid irgend etwas zur VerLreitmrg der ^Sttw- plicissinrus^'-Jüeeu zu thun. Die Vorträge aus demSim- plicissinrus" wollte er zutasseu, aber nur unter der Beding­ung, daß er die betreffendeu Stucke vorlher selbst auf ihren sittlichen Gehalt geprüft hätte. Die Vereinigung glaubte hiernach nicht mehrverechtiatFnsein, den NamenFreie Vereinigung für Kunst und Litteratur" zu führen Sie löste sich deshalb am 9. Juli unter Zustimmung älter Mitglieder aus."

* Gefälscht e Steinz eitfund e. Aus Baden wird berichtet: Der Drechsler Joseph Wuhak, der die prähistori­schen Beinschnitzereien aus dem Halserriegel bei Baden ge­funden haben wollte, hat nunmehr gestanden, daß er die Veinschnitzereien selbst angefertigt hat. ________________

Universitäts-Nachrichten.

Das sechzigjährige Doktor- In biläum feierte cm Mittwoch Eduard Henoch, der Altmeister der Kinderheil­kunde in Deutschland, der länger als ein halbes Jahrhundert als Forscher, Lehrer und Arzt in Berlin eine segensreiche Thätigkeit ausübte, ehe er vor etwa neun Jahren in den Ruhestand trat. Pros. Henoch lebt seit einigen Jahren in Dresden.

Die bayerische Kammer überwies am Mittwoch die Peti­tion Würzburgs zur Vorbereitung der Errichtung einer technischen Hochschule, um die auch Augsburg petitioniert hatte, der Regierung urr Würdigung für den Fall der späteren Wiederaufnahme des Projekts.

Eingesandt.

<Für Form und Jnbalt aller unter dieser Rubrik stehenden Mttikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Aus dem Rmrdschreiben eines Hallenser Vereins an die dor- jtigen Beamten sei es gestattet, einiges mitzuteilen, was auch für unsere Stadt in mancher Hinsicht passen wird. Der Verein wendet sich an den dortigere Beamten-Eonsumverein, indem er dessen jüngsten Geschästsbericht näher beleuchtet. Hierin heißt es:Daß der Verein sich seit 1894/95 bis 1900/01 von 1221 auf 3555 Mit­glieder vergrößert habe, daß der Umsatz der Verkaufsstellen in dem­selben Zeitraum von 286 000 auf 950 000 Mk. gestiegen fei, daß anstatt einer Verkaufsstelle, wie vor 1895, jetzt vier Verkaussstellen im Betrieb seien und jetzt schon die Notwendigkett vorliege, eine fünfte zu eröffnen, daß der Vorstand und der Aufsichtsrat den Auf­trag erhalten hatten, eine Bäckerei zu miethen, sowie eine Kaffee­rösterei einzurichten, und daß der gewaltige und ständig steigende Umfang des Geschäfts endlich die Errichtung eines Hauptlagers notwendig mache, wofür am besten ein eigenes Grundstück zu er­werben sei." Tas hat einen Schrei der Entrüstung in allen kauf­männischen Kreisen heroorgerufen und überall hört man die Frage erörtern, ob denn Niemand da sei, der die Beamten auf das Un­billige chrer Handlungsweise aufmerksam mache. Dergleichen Tis- kuffionen sind aber leichter anzuregen, als in praktische Maßnahmen umzusetzen. Tie direkt gefährdeten Kaufleute scheuen sich, offen auf- autreten und den erlittenen Verlust zu bekennen, weil sie für ihren Kredit fürchten, die indirekt in Mitleidenschaft gezogenen meinen, daß die am meisten exponiert stehenden die Pflicht hätten, ihre Stimmen zu erheben und so wartet Einer auf den Andern. Es mag dies Zaudern manchem Beamten, der mit festen Einnahmen au rechnen gewöhnt ist, als Lässigkeit und Gleichgiltigkeit erscheinen, der bald wieder die gewohnte Zufriedenheit Nachfolgen werde. Dem

aber ist nicht so, denn bte planmäßige Entziehung der Kundschaft wirkt viel zu einschneidend, als daß die Gefühle der Erbitterung bei den Betroffenen nur vorübergehend sein könnten, zumal da der Ruin vieler Existenzen bei fortschreitendem Zunehmen des Konsum­wesens nicht abzuwenden ift Der obgenannte Hallenser Verein bat es deshalb für seine Pflicht gehalten, den dortigen Beamten Die ernste Frage vorzulegen, ob Der materielle Nutzen, den jeder Einzelne von seiner Konsummttgliedschast hat, sich rechtfertigen lasse gegenüber den verheerenden Wirkungen, die der Verein durch feine Größe und die kapitalistische Art seines Betriebs unter einem bedeutenden Teil des Mittelstandes in Halle ausübt. Es wird Niemand ein Vorwurf daraus gemacht, der die ihm gebotene Mög­lichkeit benutzt, sich durch Anschluß an den Verein faktische oder vermeintliche Vorteile auf legale Art zu verschaffen, weil das Ge­setz es zuläßt, auch wird zugegeben, daß früher bei niedrigeren Ge­hältern und höheren Lebensmittelpreifen der aus dem Zusammen­schluß gewonnene Vortell als wohlberechtigt gelten konnte. Anders aber sei es in Preußen jetzt. Die Beamtengehälter seien erheblich auf gebessert, für alle erhöhen sich die Bezüge mit zunehmendem Alter, sodaß die Meisten auskömmlich gestellt und auch für außer­ordentliche Schwierigkeiten noch staatliche Unterstützuugskosten in den verschiedensten Formen vorhanden sind, und auch nur die Hälfte des Gehaltes bei der Kommunalsteuer in Frage kommt. Die Konsumvereine sind immer nur als Aushülfs- oder Abwehrstätten anzusehen, wenn gewisse Artikel gamicht oder nur schlecht oder nur zu wucherischen Preisen zu haben sind. In Halle liegt aber hierfür absolut keine Veranlassung vor. Eine zahlreiche Konkurrenz sichert dort an­gemessene Preise. Es kommt für die Konsumverelnsmitglieder als Triebfeder hauptsächlich der Unternehmergewinn in Betracht. Das wirkt natürlich für biejenigen, denen der Gewinn entzogen wird, verletzend. Es verstößt gegen den fundamentalen Grundsatz:Leben und Lebenlassen" und kann nur zur Erschütterung des sozialen Friedens führen. Viele freilich, denen an der Erhaltung des Mittel­standes nichts gelegen ist, sind für solche Gründe nicht xugängig. Ein Anderes ist es bei Männern von offenem Sinn für Recht und Billigkeit. Nicht ohne Bedenken nehmen diese die ihnen vor Weih­nachten zufließende Dividende in Empfang, indem sie sich fragen, ob es nicht auch andere Mittel und Wege gäbe, eine gleiche Er­sparnis im Laufe des Jahres zurückzulegen. Die Charakterfestig­keit der deutfchen Beamten und ihrer Frauen hat schon andere Schwierigkeiten überwunnden, und wir haben das Vertrauen, daß sie auch hier ihre Hilfe nicht versagen werden. Sie sorgen zum nicht geringen Teil auch für ihre Kinder, wenn sie durch Ab­wendung von den Konsumvereinen die Geschäftsleitte unterstützen, denn Beamte können sie doch nicht alle werden, und es werden sich weniger Angehörige des Kaufmannsstandes der Beamtenlauf­bahn widmen uni) dadurch die Konkurrenz in der Karriere ver­größern, wenn die Geschäfte einträglich bleiben. Wie viel Söhne und Töchter von Gewerbtreibenden.sinden wir nicht jetzt schon in Be­amtenstellungen l Deren Zahl muß weiter wachsen, wenn sie vom elterlichen Herd verdrängt werden. Wohin soll es führen, wenn von feiten der Beamten, denen aus allgemeinen Mitteln ein zwar nicht immer glänzendes, aber doch sorgenfreies Dasein verbürgt wird, durch Eröffnung von Geschäftsbetrieben den eigentlichen Ge- roerbtreibenben eine ruinöse Konkurrenz gemacht wirb? Kein Be­amter läßt sich gern in seine Funktionen hineinreben. Weshalb greifen so viele Beamte in bie Geschäfte ihrer Mitbürger ein, bereu Ehre unb Nahrung boch von denselben abhängt, und für die, im Falle sie alt werden, keine Pension in Aussicht steht!

So der Hallenser Verein. So weil wie in Halle ist es bei uns in Gießen noch nicht gekommen. Namentlich denken hier die Herren Lehrer, Geistliche, Professoren und Richter nicht daran, Konsumvereine zu gründen. Man ist im allgemeinen mit den Leistungen seiner Geschäftsleute zufrieden, denen man auch das höhere Steuerzahlen gerne -überläßt, eingedenk dessen, daß man da­durch selbst um so weniger zu bezahlen braucht.Jedem das Seine"

war setther hier hn allgemeinen die Loftmg, und wird sie hoffend lich auch in Zukunft noch immer mehr werden.

Schisssnachrichten.

Red Star Linie" Antwerpen.

Der PoftdampferDaderland" derRed Star ßinie* tn Antwerpen ist laut Telegramm am 14. Juli wohlbehalten i» New-Pork angekommen.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

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Aus dem Grschästsleben.

Castau's Panoptikum, die jüngste zugkräftigste Frank-, furter Sehenswürdigkett, finbet gegenwärtig ben lebhaftestem 3u=»j spruch bes Frembenpublikums unb ber Schüler, welche sich ben golbenen Ferienzeit erfreuen. In bem Bestreben, dem Publikum.' in jeder Beziehung entgegen zu kommen, führte Die Direktion bie unentgeltliche Aufnahme eines Kinbes an einigen Tagen der Woche ein. Da sich diese Einrichtung ausgezeichnet bewährte und all­gemeinen Beifall fand, wurde beschlossen, während der Ferienzeit: ben Mittwoch, Donnerstag und Freitag für die Jugend freijugeben' und hat jeder Erwachsene das Recht, an diesen Lägen ein Kind uu-i entgeltlich einzuführen. Dem jugendlichen Publikum dursten be-j sonders die reizenden Kindergruppen und Märchen- sowie humo-j ristischen Szenen große Freude bereiten. Erwachsene finden vev-s schiedene interessante und neue Figuren.

Der Feind des Guten der Seifenfabrikation wird! heute gewiß viel geleistet, aber daß auch hierin noch FortschrttteMi machen sind, beweist Bacheberle's Hygienische Priskalin-Seife", bee! sich ihrer vorzüglichen Eigenschaften wegen in ganz kurzer Zett ein- zufiihren verstanden. Mild, zart und erfrischend, ist die Priskalin» seife ohne jede Schärfe, besitzt einen außerordentlich hohen Fett­gehalt und ist dabei sehr ausgiebig. Als Damen- und Kinder- Loiletteseife ist sie unübertroffen und von hervorragenden ärztlichen Autoritäten und Vesuchsanftalten aufs glänzendste begutachtet.. Trotzdem ist die Priskalinseife nicht cheurer als andere gute ©eifett' auch, denn zum Preise von 50 Pfg. pro Stück ist sie in allen Lstw- theken, Drogerien und befferen Coiffeurgeschäften erhälttich.

Bacheberle's Krystall-Priskalin-Rasier-Seife" ist eine ideale Seife für Herren, die sich selbst zu rasieren pflegen und ein würdiges Gegenstück zur PriLLalin-Tollettejeise. 5049

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