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Frankfurt cl M., 17. Ium. Heute morgen überfuhr der, von Homburg kommende Personenzug bei Rödelheim das Gefährt des Bauunternehmers Coccenheim. Der Wagen wurde zertrümmert, der Jn- sasie sehr schwer verletzt. Das Pferd mußte getötet werden.
Bonn a. Rh., 17. Juni. Das Kaiserpaar traf heute morgen, aus Nürnberg kommend, auf dem hiesigen Bahnhof ein. Zur Begrüßung waren erschienen der Kronprinz, mit dem Borusienstürmer angethan, Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe nebst Gemahlin, das gesamte Borussen- korps, der Oberbürgermeister u. a. Die Kriegervereine von Bonn und Umgebung bildeten Spalier. Das Kaiserpaar begab sich zum Palais Schaumburg. Die Stadt ist festlich geschmückt. Um 12 Uhr fand Parade vor dem Kaiser statt.
Sibyllen ort, 17. Juni. Das heute morgen 7 Uhr ausgegebene Bulletin über das Befinden des Königs von Sachsen lautet: Nach einer verhältnismäßig ruhigen Nacht frühstückte der König mit geringem Appetit. Herzschwäche ist bisher nicht aufgetreten. Die Zahl der Pulsschwäche ist schwankend. ___
London, 16. Juni. Unterhaus. Im Fortgang der Beratung der Finanzbill erklärte Schatzkanzler Hicks-Beach, daß er, wenn es anginge, einen Unterschied zwischen Mais und anderen Arten von Getreide zu machen, den Zoll auf den ersteren herabsetzen werde. Sodann wurden Beschlußanträge angenommen, wonach der Zoll auf eingeführte Spirituosen von morgen an um einen Penny erhöht und ferner der Zoll auf feste Glukose auf drei Schillinge drei Pence, auf flüssige Glukose auf zwei Schillinge sechs Pence erhöht werden solle. Hicks-Beach führte aus, diese Erhöhungen seien nötig infolge der durch den Kornzol erhöhten Produktionskosten für die englischen Fabrikanten im Vergleich mit den Kosten der auswärtigen Fabrikanten.
Haag, 17. Juni. Das französische Staatsrats-Mitglied Louis Her bette hatte gestern eine Unterredung mit Krüger. Herbette hat die sianzösischen Künstler, welche in Scheoeningen ausstellen, dazu veranlaßt, den Ertrag der Ausstellung den Wittwen und Waisen der im Kriege gefallenen Buren zu überweisen.
Barcelona, 17. Juni. In Saragona fand vorgestern ein skandalöser Zwischenfall während eines Stier-
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Gießen, am 17. Juni 1902.
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die geheime Wahl sprechen wnne. Durch Dte btcettm Wahlen würden die Wähler zu selbständigen und politisch reifen Menschen erzogen. Erfülle die Vorlage auch nicht alle Wünsche, so sei sie doch die relativ beste. Abg. Dieh l hält die Abschaffung dieses veralteten Systems für einen großen Vorteil, man solle durch strebsame Arbeit diesen Entwurf bald Gesetz werden lassen. Abg. Dr. Schmitt wendet sich gegen einen Leitartikel der Wormser Zeitung, daß die Erste Kammer nicht die wahren Volksinteressen^ vertrete, und daß die Vorlage nur in konfessionellem Sinne gebracht worden sei. Abg. Dr. David wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Brentano, der chm Verherrlichung der Revolution vorgeworfen habe. Abg. Bähr ist mit seiner Partei gegen die Vermehrung der städtische Vertreter. Minister Rothe erläutert nochmals den Standpunkt der Regierung, die aus Grund jahrelanger Beobachtungen zu einer Vermehrung der städtischen Vertreter gekommen sei. Gießen fei anscheinend die einzige Stadt, die nach dem Entwurf einen besonderen Vortell habe.
Abg. Weidner wendet sich in heftigen Ausführungen gegen die städtischen Vertreter der ländlichen Wahlkreise, welche diese nickst in genügender Weife vertreten. Abg. Köhler-Langsdorf ist ein Freund der Vorlage, trete aber für eine Vermehrung der städtischen Vertreter niete ein. Nachdem noch einige Redner gesprochen hatten, wird der Art. 4 des Gesetzentwurfes, daß die Zweite Kammer aus diretten Wahlen mit geheimer Abstimmung hervorgehen soll, mit 40 gegen 5 Stimmen angenommen.
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gefechteS statt. Eine Anzahl Matrosen eines Kanonenbootes wollten sich an dem Stiergefecht selbst beteiligen. Sie begaben sich in die Arena, bemächtigten sich des Stieres und töteten ihn. Die Polizei verhaftete, nachdem Gendarmene- Verstärkung eingetroffen war, sämtliche Matrosen.
Triest, 17. Juni. Em in der hiesigen Schiffswerft beschäftigter Zeichner wurde unter dem, Verdacht verhaftet, Pläne der für Rechnung der hiesigen Marine- Verwaltung erbauten Kriegsschiffe an eine fremde Macht verkauft zu haben.
Belgrad, 17. Juni. Wie m gewöhnlich gut informierten Kreisen versichert wird, erhielt König Alexander aus Petersburg die Verständigung, daß er im Spätherbst vom Zaren empfang en werden würde, jedoch allein und nicht in Begleitung der Königin Draga.
Konstantinopel, 17. Juni. Die Furcht vor Attentaten hat zu einem Zwischenfall bei dem Selamlik geführt. Einer Anzahl russischer Touristen, darunter verschiedenen sehr ftagwürdig gekleideten Studenten, wurde der Zulaß selbst außerhalb des Truppenkordons angeblich wegen ihrer Kleidung untersagt. In Wahrheit vermutete man Anarchisten unter ihnen und beschönigte das Verbot damit, daß man sagte, für die Sicherheit des Inkognitos des der Feierlichkeit beiwohnenden Großfürsten Constantin Michaelo- witsch sorgen zu müssen.
New york, 17. Juni. Nach einem Telegramm aus Willemstad griffen die venezolanischen Aufständigen am 7. Ium La Guafta an. Die Regierungstruppen bombadierten die Vorstadt Maiquetia von den Küstenforts aus und von dem Kriegsschiff „Miranda". Einige Frauen wurden getötet. Die Aufständischen, welche 400 Mann zählten, wurden schließlich zurückgeworfen, zerstörten aber die Brücke der nach Caracas führenden Bahnlinie und zerschnitten das französische Kabel und die Telegraphendrähte. In Caracas herrscht aus Furcht vor der Belagerung die größte Auftegung. Die Lage in Venezuela war bei Abgang der Depesche höchst kritisch. __________
Darmstadt, 17. Juni. Die Z w eite Kamm er setzte heute hie Beratung der Wahlrechtsvorlage fort. Abg. Dr. Gutfleisch wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Jöckel und ist erstaunt, daß ein Abgeordneter gegen
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