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16.10.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 243

vfftetwi «Sgttch außer Sonntag-.

Pem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit *>em Kesfifcheu Landwirt die Gießener Familien' Wärter viermal in der Woche beigelegt.

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Zweites Blatt.

152. Jahrgang

Donnerstag 16. Oktober 1902

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

vezng-pr-t», monatlich 7b Pf^ viertel« jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch die Post Alk. 2. viertel- jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal ISPf, auSwärtS 80 Pfg.

Verantwortlich» für den polit e. aQgenv Stell: P. Witiko: für ,Stadt und fianb und Gerichtösaal^: Lari Plato; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

KeKanntmachung.

Betr.: Rotsaufseuche.

ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß bei je einem Schweine des A. Fülberth und des Heinrich Karl Schneider zu Utphe Rotlaufseuche festgestellt und in beiden Fällen Gehöftsperre angeordnet worden ist.

Gießen, den 16. Oktober 1902.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Breidert.

Bekanntmachung.

Betr.: Wie oben.

ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß bei einem Schwein des Joh. Martin SameS zu Holzheim Rotlaufseuche sestgestellt und Gehöftsperre angeordnet wor­den ist.

Gießen, den 16. Oktober 1902.

Großherzogliches Kreisamt Gießen- Dr. Breidert.

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Am Aoraöeud der Ereignisse.

Aus Berlin, 15. Oktober, wird uns geschrieben:

Der Satz von der Gleichzeitigkeit bedeutender Ereignisse kommt wieder einmal zu Ehren. Die letzten Tage der Woche bringen der Reichshauptstadt das Zusammentreffen des Empfanges der Burengenerale und des Beginnes der «großen Zolltarifdebatten im Reichstag, zwei Ereignisse, von denen jedes für sich hinreichend gewesen wäre, «das öffentliche Interesse aufs äußerste zu bean­spruchen. Die in den späten Mendstunden erscheinenden Parlamentsausgaben der Berliner Blätter werden gerade zeitig -genug im Straßenverkauf und in den Restaurants ausliegcn, grm den aus der Buren-Versammlung Kommenden zugänglich «zu sein und deren lebhaft angeregtes Empfinden nach einer anderen Richtung fortschwingen zu machen. Um­gekehrt werden diejenigen, die auf der Reichstagstribüne den Zolldebatten beigewobnt haben, darauf brennen, Authen­tisches über den Verlauf der Burenversammlung zu er­fahren, sofern sie nicht Einlaßkarten zu beidenSensa­tionen" in ihren Besitz gebracht haben, was einige Schwie­rigkeiten macht. Hier uno da giebt man der Hoffnung Aus­druck, daß die Burengenerale sich entschließen möchten, dem Hause des deutschen Volkes, dem Reichstagsgebäude, einen wenn auch kurzen Besuch abzustatten. Wo Cecil Rhodes weilte, dahin, so meint man, gehören die Burenvertreter erst recht. Sollten die Generale in der That den Reichs­tagsbesuch in ihr Programm aufnehmen, dann würde die Zolldebatte zeitweilig eine einzigartige Folie erhalten, und mit der Möglichkeit einer spontanen Kundgebung der versammelten Volksvertretung gerechnet werden können.

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Ein anderer Berliner Mitarbeiter schreibt uns unterm 15. Oktober:

Die Reise der Burengenerale steht unter keinem glück­lichen Stern. Der Enthusiasmus der Bevölkerung ist groß, unverhältnismäßig gering die Opferwilligkeit. In Brüssel wie in Paris fließen die Spenden spärlich. Rach einer Pariser Meldung sind in alle Häuser Aufrufe mit den faksimilierten Unterschriften der Generale versandt worden. Daß in Berlin das Ergebnis der Sammlung besser sein wird, läßt sich kaum mit Sicherheit annehmen. Diejenigen vermögenden Personen, die sonst zu Wohlfahrtszwecken usw. erhebliche Summen zeichnen, halten sich wahrscheinlich großenteils zurück, nachdem die Regierung zu dem Ent­schluß gelangt ist, von dem Besuch der Generale ke i n e N o t i z zu nehmen. Tie Masse der Versammlungs- besucker und Bewunderer der Duren entrichtet ihren Zoll in Rührung und Begeisterung. Aufrichtig gesprochen, hat es den Burensührern einigermaßen geschadet, daß sie keine klare, prompte Antwort auf die Frage gaben, aus welchen Gründen die Audienz beim Kaiser sich zerschlug. Man versteht nicht, warum nicht mit schlichten Worten alsbald das Erforderliche gesagt worden ist. Die halben Andeutungen in Unterredungen, die Erklärungen durch Mittelspersonen machen einigermaßen den Eindruck des Ausweichens. Es scheint doch, daß die rauhen Krieger gar zu viel Wert auf die Form der Einladung zur Audienz gelegt haben, gar zu sicher gehen wollten, daß sie em­pfangen würden. Es scheint den Burenführern an Freun­den zu fehlen, die sie offenherzig über irrige Meinungen aufklären.

Politische Tagesschau.

Zm Reichstag.

Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 15. Oktober:

Derselbe Faden und nicht einmal eine andere Nummer. Tas ließ sich ziemlich bald in der heutigen ReichGtags- sitzung erkennen, wo die Beratung der sozialdemokrajt. Interpellation über Maßregeln gegen die Arbeits­losigkeit fortgesetzt wurde. Neues zur Sache wurde nicht bemerkt und konnte nach den ausführlichen Debatten, die ohne jeden praktischen Erfolg geblieben sind, nicht gesagt werden, Nur, .daß diesmal von den Rednern häufig auf den Zolltarif Bezug genommen wurde. Aus einer Aeuße- rung des Tr. Bachem ging hervor, daß das Zentrum das Scheitern des Tarifs auch um deswegen bedauern würde, weil ein Sinken der Industrie-Löhne dann zu be­fürchten wäre. Abg. Molkenbuh.r (Soz.) meinte mw-

gekehrt, der Tarif werde die Arbeitslosigkeit in sehr er­heblichem Maße vermehren. Außerhalb des schwach be­suchten Hauses wurden natürlich fast allenthalben die Aus­sichten der Zollvvrlage erörtert. Tie Spannung ist aufs höchste gestiegen, wie die Regierung in diesem Kampf ope­rieren werde, ob Graf Bülow mit einer größeren Rede die Debatte eröffne und ob diese Rede gleich völlige Klarheit schaffen werde über dasBis hierher und nicht roeiter" der Regierung. Andere Auffassungen gingen dahin, die Regierung werde zunächst die Stellungnahme der Partei­führer zu den landwirtschaftlichen Hauptzöllen abwarten und dann erst das Resümee ziehen. Wie dem immer sei, hoch­bedeutsame Verhandlungen sind in Aussicht. Tie Karten zu den für das Publikum bestimmten Tribünen sollen völlig vergriffen sein. Tas hindert nicht, daß von manchem, der auch nur über die allerloseste Beziehung zu einem Abge­ordneten verfügt, ein letzter eifriger Versuch unternommen wird, einen Platz zu erlangen. Tie naive Auffassung ist schlechterdings nicht aus der Welt zu schaffen, daß die Parlamentarier die Macht besäßen, schaulustige Bekannte in jeglicher gewünschten Zahlunterzubringen". Ta giebt es sehr siegesgewisse, zeitweilig in Berlin sich aufhaltende Fremdlinge, dieeinfach ihre Karte hineinschicken." Es erweckt nicht geringe Schadenfreude bei anderen nicht mit so viel Würde Auftretenden, wenn der Tiener aus dem Sitzungssaal zurückkehrt und den dürren Bescheid überbringt, Herr X. lasse außerordentlich bedauern. Unwillen und (£nt- täuschung malen sich in den Zügen des ALgewiesenen. Bei einer Neuwahl darf der Herr Abgeordnete auf dte Stimme dieses bisher getreuen Wählers nicht rechnen.

Ta8 englische Parlament

tritt jetzt nach drei Jahren zum erstenmale wieder zu­sammen, ohne daß Kriegswolken das Land beschatten. Tie Regierung kann also dieser Tagung erhebliche leichteren Herzens entgegensehen, als den früheren seit dem Winter 1899/1900. Die innere Politik steht wieder im Vorder­grund des Interesses, und wie eine Erinnerung an Glad- stonesche Zeiten, in denen Alt-England noch nichts von Imperialismus wußte, mutet an, daß die Schulvorlage als der politisch bedeutungsvollste Gesetzentwurf der jetzt beginnenden Parlamentssession sich darstellt. Freilich mit dem Unterschied, daß der vorn Ministerium Balfour ver­tretene Entwurf durchaus andere Tendenzen verfolgt, als der Gladstonesche. Der letztere wollte von einer Leitung oder auch nur Beeinflussung der Volksschule durch die Geistlich­keit nichts wissen, während der Entwurf des Ministeriums Balfour den Vertretern der Kirche nicht unbeträchtliche Befugnisse im Rahmen der Schulverwaltung einräumt. Mr. Chamberlain, der den Balfourschen Entwurf mitunter- zeichnet Hat, galt bisher als Anhänger der reinen Staats- schule. jDoch er kannauch anders", wie sich jetzt zeigt, und er empfindet über den Umschwung in seinen An­schauungen offenbar wenig Bedenken, da er ja unlängst trotz ib:er klerikalen Tendenzen der Schulvorlage, für die er nicht verantwortlich zu sein wünscht, für den Fall der Ablehnung den Rücktritt des Kabinetts, also auch seinen eigenen, in Aussicht stellte. Der Kabinettschef, Lord Bal­four, Hat sich in dieser Sache noch nicht geäußert. Mr. Chamberlain scheint also auch in innerpolitischen Angelegen­heiten das Wort führen zu wollen.

Der Fall Stieteocron in Italien.

Gottlob, es giebt noch Richter in Leipzig! Während vieler Jahre hat kein Ereignis so böses Blut wider Deutsch­land in Italien gemacht als der Fall Stietencron. In lieber» schreitung des Notwehrrechts hat bekanntlich vor Jahres­frist der im Elsaß begüterte Rittmeister a. D. Baron von Stietencron einen italienischen Arbeiter erschossen. Dieser, ein nüchterner, fleißiger und stiller Mensch Namens Fazzi aus dem Parmesansichen, war die einzige Stütze seiner Mutter, einer kränklichen Witwe, und deren Vaters, eines 80jährigen Veteranen der Befreiungskriege. Baron St-, der als Millionär gilt, hielt es für gut, den armen Hinter­bliebenen des Getöteten den Fortbezug von 30 Lire im Monat, die sie von ihrem braven Sohn pünktlich zuge­sandt erhalten hatten, zu verweigern. Tas Landgericht Zabern jedoch erkannte auf Zahlung einer Monatsrente von 10 Mk. au die hilfsbedürftigen Hinterbliebenen Fazzis. Das hieß gewiß eine bescheidene Entschädigung für den Verlust des einzigen Sohnes! Der Baron aber erftritt vom Oberlandesgericht Colmar ein obsiegendes Urteil, das ihn von jeglicher Haftung befreite und einen wahren Sturm der Entrüstung in ganz Italien entfesselte. Wer in jener Zeit denSecolo von Mailand" las, erfuhr tagtäglich zu seiner nicht geringen Verwunderung, daß das Deutsche Reich, worin 70 000 Italiener ihr reichliches Brot finden, nichts anderes sei als ein großes Zuchthaus, wo von reichen Leuten zum Spaß allwöchentlich einige Italiener ab­geschossen werden. Gottlob, daß der sechste Zivilsenat des Reichsgericht- das Urteil von Colmar endlich aufgehoben und den Fall zu erneuter Prüfung an den zweiten Senat des elsässischen Oberlandesgerichts zurückoerwiesen hat. Ein gerechtes und humanes Urteil, welches dieses unglückliche Vorkommnis zu leidlichem Austrag bringt, wird bei der verbündeten Nation einen nachhaltigeren Eindruck hinter­lassen, als dies zehn geschenkte Tichterstatuen vermögen.

Deutsches Keich.

Berlin, 15. Oft. Die Rückkehr des Kaisers in das Neue Palais bei Potsdam wird am morgigen Donnerstag Abend erfolgen.

Nach einer parlamentarischen Korrespondenz hat sich das Befinden des Abg. Dr. v. Levetzow im Laufe des gestrigen Tages wieder erheblich verschlimmert.

Wie verlautet, wird ReichstagSabg. Dr. Barth bei der nächsten Wahlperiode im Wahlkreise Danzig kan- didiren, da der Abg. Rickert auf sein Mandat zu ver­zichten gedenkt.

Nach einca Meldung aus Danzig wird Oberbllrger- meister Dr. Delbrück das Oberpräsidium der Provinz West­preußen am 1. November übernehmen.

Sämtliche größere Städte Sachsens beschlossen, ge­meinsam eine Petition an die Staatsregierung zu richten behufs Hinwirkung auf die Einfuhr lebenden VieheS aus dem Auslande.

Da die amtlichen Erhebungen über die Fleischnot noch nicht beendet sind, wird der Reichstag die zweite Lesung der Zolltarif-Vorlage morgen beginnen.

Nach einer Meldung aus Essen a. d. R. fordert die Leitung des alten sozialistischen Bergarbeiter-Ver­bandes die gesamten deutschen Bergleute auf, während der jetzigen ausländischen Streiks keine Ueberschichten zu verfahren.

Zum Vorsitzenden der polnischen Reichstags­fraktion soll an Stelle des Fürsten Anton Radziwill ein radikal gesinnter Abgeordneter gewählt werden. Der demo­kratische Teil der Fraktion verübelt dem Fürsten seine Teil­nahme an den Posener Kaisertagen.

Potsdam, 15. Okt. Zur Feier der 50. Wiederkehr des Tages der Wiederaufrichtung der Ballei Branden­burg des Johanniterordens durch König Friedrich Wilhelm IV. legte heute Prinz Albrecht von Preußen, begleitet von einer Abordnung von 10 Johanniterrittern, auf dem Sarge des Königs einen Lorbeerkranz, in den das Johanniterkreuz aus weißen Immortellen eingeflochten war, nieder. Hofprediger Wendtlandt sprach an der Gruft ein kurzes Gebet und den Segen.

München, 15. Okt. Aus Aeußerungen deL Pfarrers Schowalter, der mit dem Sekretär der Buren-Gene­rale hier anwesend ist, geht hervor, daß die Generale und er aus den ganzen Verhandlungen wegen der Audienz beim Kaiser Wilhelm jetzt den bestimmten Eindruck erhalten haben, daß von englischer Seite die Audienz vereitelt und in letzter Stunde das Mißverständnis vor­geschoben worden ist. (??) Schowalter sagt: Kurz, der Haupt­punkt auf Seiten der Buren-Generale war der, daß sie der Ueberzeugung waren, keinerlei Gewißheit zu besitzen, ob sie empfangen würden.Wenn auch unser Herz noch so sehr brennt, den deutschen Kaiser zu sehen, uns sind die Hände gebunben", sagt Dewet. Ausdrücklich fügte er hinzu:Wir waren und sind jederzeit bereit, die vorschriftsmäßigen Schritte zu thun, um den Empfang zu ermöglichen, aber man muß uns dazu einen Weg geben.

Ausland.

Kopenhagen, 15. Okt- (Landsthing.) Beider heutigen ersten Beratung der Abtretung derdänisch- west indischen Inseln erklärte der Minister des Aeußern, Deuntzer, an verantwortlicher Stelle fei es jetzt klar, daß entweder die Inseln abgetreten ober die bis­her schon großen Mittel für die Erhaltung und Entwicklung der Inseln vergrößert werden müßten.

London, 15. Okt-Daily News" berichtet, daß der en g li sch e O b e r st, der gegen Mad Mullah einen Feld­zug unternommen hatte, von diesem zurückgeworfen worden sei und ihm alle Verbindungen abgeschnitten wor­den seien. Die gan%e Expedition sei durch Aufständische be­droht. Tas Kriegsdepartement stellte diese pessimistische Meldung in Abrede, währendDaily Mall" die Lage der Kolonnen Weil als gefährlich bezeichnet, well jeoe Proviantzufuhr unmöglich geworden sei.

Der Burengeneral Ben Viljoen und der Kom­mandant Ma lau wurden von einem Londoner Agenten für eine Vortragstour in London und der Provinz enga­giert. Der erste Vortrag findet morgen nachmittag statt-

Paris, 15. Okt- Nachdem der Abg. Berteax in der gestrigen Kammersitzung seinen Kollegen Berchonlad einen renegaten Sozialisten genannt hatte, fand ein Zeugen­austausch statt. Ein Duell wurde jedoch durch das Ein­schreiten des Kammerpräsidenten als unbegründet ver­hindert.

Rom, 15. Okt- Tas Ministerium der Posten und Telegraphen hat die Errichtung einer drahtlosen Te­legraphen-Verbindung zwischen Italien und Argentinien beschlossen. Die Worttaxe wird dann auch von 7 auf 1 Lire ermäßigt werden können.

Wien, 15. Okt. Wie von unterrichteter Seite gemeldet wird, werden sowohl, die österreichische als auch die unga­rische Regierung den beiden Parlamenten eine Vorlage über die Erhöhung der kaiserlichen Zivilliste um 2 Mill. Kronen unterbreiten.

In der altkatholischen Kirche Oesterreichs erfolgten in der Zeit Dom 1. Januar bis 30- Juni des Jahres 689 Beitritte. Tas ergiebt im Zusammenhall mit 330 Geburten, 197 Todesfällen und 99 Austritten während derselben Zeit einen Zuwachs von 723 Seelen.

Budapest, 15. Okt- Die Blättermeldung, daß Szell die Staatsanwälte angewiesen habe, gegen die pangermanische Agitation mit größter Strenge vorzugehen, wird offiziell als völlig unwahr bezeichnet. Szell habe keinerlei derartige Weisung gegeben.

Sofia, 15. Ctt Eine Extraausgabe derRiformi" meldet, zahlreiche Dörfer dicht an der bulgarischen Grenze seien von den Türken angezündet worden.