Ausgabe 
16.7.1902 Erstes Blatt
 
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JStoefeen^ tfefe Fehler hat Beseler ans Mwm Hafertzrrterr xstückuch hercmsge^ichtet

Der PftffeLbocher Hafer von Kirsche ist durchaus cm- bauwürdig, während der darauf folgende weiße Fahneu- hafer, der Pcttttck-SHirreff-.tzafer, der schwarze Fahnenhafer MM als anbauwürdig gellen können.

MS 10. Sorte folgt der schwedische Ligowohafer, welcher bn der Provinz OLerhessen schon Verbrellung gefunden hat und schwere, kurze Körner zeigt. Darnll ist diese Hafersorte eine gute Handelsware, für die Vorzugspreise erzielt wer­den können, aber wahrscheinlich in Bezug auf Massenertrag dem Beseler Nr. 1 nicht gleichkonnnt. Nachträglich sei er­wähnt. daß Beseler Nr. 2 und 3 int Handel noch nicht zu hoben sind. Die 1L Sorte ist ein schwedischer Gelb- haser, die 12. ein Hundsrücker Gelbhafer, die 13. ein Land- hafer, fixer ausgearteter Probfterer Hafer zu sein scheint. Heber die drei letzten Sorten läßt sich nur sagen, daß ihr Stand gut ist- daß die Pflanzen aber ungleich in der Ent­wickelung sind und jedenfalls ungeeignet zum Anbau, wenn -rwm etwas Besonderes leisten wttl.

' Ueberraschend war jedem Beschauer die Wirkung der Hülssdünger. Durchweg zeichnete sich die Volldüngung aus. Der Stand dieser Fruchte war ausgezeichnet. Besonders die anspruchsvolleren Gerste- und Hasersorten zeigten sich Mr dankbar für die Volldüngung. Stickstoff, Phosphor- |änxe und Kall zeigten sich aber sehr stark ver- schMipst, wo man ihnen gar nichts geboten hatte. Me SückstoffLüngung mit nur Kainit nahmen .Hafer und Gerste weniger übel als die Düngung mit Stichstoff und nur Phosphorsäure. Diese Begehrlich toll nach Kainit hängt wohl jedenfalls mll den Bodenverhältnissen zusammen. Die fehbnäxe Salpetergabe machte sich wieder besonders be­merkbar bei den anspruchsvolleren Gerste- und Hasersorten, die viel leisten, aber auch danach gefüttert Jein wollen Die stärkere Düngergabe rentiert sich aber gerade bei diesen eraiÄgsten Sorten glänzend, wie die starke Futtergabe M einer guten Milchkuh. Das Ueberfüttern ist natürlich! bei Pflanze und Tier vom Hebel und rächt sich in irgend einer Weise.

Herr Professor Albert will sein ausgezeichnetes Saat­gut nach der Ernte den Landwirten zur Vermehrung über- ueferu. Wenn diese unter einer gewissen Kontrolle, von gewissMhafteu Landwirten und aus geeignet vorberelleten Ackerflächen geschieht, kann von dieser Stelle aus das beste .Saatgut innerhalb zwei Jahren so stark vermehrt werden, daß alle Gemarkungen der" Provinz in gewissem Maße damll versehen werden können.' Man kann erwarten, daß es nicht bei Projetten bleibt und daß die Versuchsfelder der Universität nicht allein der Wissenschaft, sondern auch der Maxis unmittelbar dienen werden.

Aus Stadt und Saud.

Nid da, 14. Juli. Bei dem Umbau der Kirchein «l-of eld wurde am 9. d. M. eine wenige Centimeter unter dem Chorfußboden liegmtde Gruft vorsichtig ge­öffnet. Die Gamft hatte eine Liefe von nur 80 Centimeter, eine Breite von 7080 Centimeter und eine Länge von 125 Centimeter. Die Wände des Grabes und der Fußboden waren mit roten Tbonplatten bekleidet, von denen die Fuß­bodenplatten und die oberste Wtelluug der Wandplatten mit reichem Muster versehen sind. Diese haben eine Aehn- llchckeit mll denjenigen Platten, wie sie bei dem Umbau der Stadtkirche in Friedberg mehrfach gesunden wurden. Auch hier ergänzen sich je vier Platten zu einem Muster. Da dn Epitaphium der Familie von Brambach in der .Kirche noch vorhanden ist, so ist die Zusammengehörigkeit desselben mll der Gruft wahrscheinlich und man kann mll jSicherhell anuehmen, daß die Gruft die Ueberreste der im Jahre 1692 verstorbenen ,Mrna Elisabethe Johannia Juliana von Brambach und der Wohlgeborenen Fr.Elisab. Rebecca von Brambach- geborene von Geismar", enthält. Die Schrift auf dem Epitaphium sagt, daß das Kind 2 Jahre und 3 Monate all geworden ist.

Mainz, 14. Juli. Von Herrn A. Steinert, der mll großer Majorität zum Direktor unseres Stadt- Iheaters gjewähll worden ist, wurde dieser Tage ver­kündet, er fei Protestant; sein Hauptkonkurrent um diesen Posten, der einige Wochen hier wellte, hat, wo es ihm 'empfehlenswert schien, seine Angehörigkeit zum Katholizis­mus betont. Ob das eine Glaubensbekenntnis mehr, das andere weniger zur Theaterlellung befähigt, wissen wir nicht, dbenso wenig dürfte bekannt sein, wie lange man einem dieser Bekenntnisse ängehört haben muß, um daraus für die Kunst profitieren zu tonnen. Ein früheres Mitglied der hiesigen Bühne, das sich die Gunst aller, Katholiken, Protestanten und Juden, sichern wollle, packte die Sache prakttsch an und betonte sich zum Islam. Dieser Anhänger Mohameds erklärte mit Vorliebe:Um Religionsstteitig- kelle' kmnmer' ich mich nix; ich bin e' Terck!"

Vermischtes.

Allenstein, 15. Juli. Gestern nachmittag fuhr aus dem hiesigen Rangier-Bahnhofe ein Zug von vierzig Achsen gegen einen Prellbock. Die Maschine wurde stark beschädigt. Ein Heizer erlitt einen Beinbruch, ein anderer wurde am Arm verletzt.

Glauchau, 15. Juli. Der Stadttat Winckler, Inhaber der Papierwarenhandlung Robert Winckler jr., hat sich gestern nachmittag in seinem Privatkomptott aus unbe­tonten Gründen erschossen. Sein Bruder, der früher Stadttat in Chemnitz war, hat sich vor 2 Jahren im Stadt­walde von Chemnitz erhängt.

Antwerpen, 15.Juli. Einem Diamanthändler AnS Rotterdam wurde an der belgisch-holländischen Grenze seine Handtasche gestohlen, die für über 100000 Franks Diamanten enthielt.

* Paris, 15. Juli. In einem Wagen L Kl. eines oou Paris nach Versailles fahrenden Eisenbahnzuges wurde heute vormittag gegen den Deutschen Dr. Orden st ein ein Mordversuch begangen. Ein anständig gekleideter junger Mann brachte chm mehrere Mesierstiche in den Leib bei. Dem Ueberfallenen gelang es, ein Notzeichen zu geben. Der Thäter wurde verhaftet, weigert sich aber, seinen Namen an­zugeben. Dr. Ordenstein ist in der hiesigen deutschen Kolonie ein sehr angesehener Arzt, aus Worms gebürtig. Sein Zustand war heute abend noch sehr ernst. Die Aerzte des Hospitals Beaujon, wohin der Verwundete gebracht wurde, sind der Ansicht, daß es gefährlich sein würde, heute noch zu einer Operation zu schreiten, und verschoben die Entscheidung auf morgen. Der Thäter wurde heute nachmittag in das Polizeidepot gebracht; er weigert sich fortgesetzt, seine Per­sonalien anzugeben.

Wellllrrgbou (Neuseeland), 15. Juli. Hier fanden sVerg, Kertenhansen nach Fritzlar. Dort Nachtquartier, furcht b a re Explosionen des Geysers Waimangu bei 19. Juli, Abfahrt 5 Uhr morgens, bis nach Kassel, wosMst Rotorua statt. Die Wassersäule erreichtt eine Höhe von 800 to Ankunft um 7t/2 llhr vormittags erfolgen muß

bis 900 Fuß.

* Abgestürzt. Aus Berchtesgaden wttd mitge- teÜt, daß der 31jährige Buchhalter Ignatz Geiger aus Gartenau beim Versuche, vom Unterkunstshaus am Öfter» reichischen Hochthron über das Geiereck zum bayerischen Hoch­thron hinüberzugehen, vom Wege abgeraten und in der Nähe der Schellenberger Eislöcher in die Tiefe gestürzt ist. Er hat aller Wahrscheinlichkeit nach sofott den Tod gefunden. Sowohl von österreichischer als auch von bayerischer Seite find Expedllionen unterwegs, um den Verunglückten zu suchen.

* Eine Rabenmutter. Ein entsetzliches Weib ist die Arbellerftau Kutza aus All-Zabrze in Schlesien. Schon oft hat man sie total bettunken an getroffen. Am Samstag erfolgte ihre Verhaftmrg, als sie mit einem ca. 2 Monate allen Kinde durch die Straßen von Zabrze taumelte. Das Kind, das einen jämmerlichen Anblick bot, wurde einer Frau zur Pflege übergeben; dasselbe starb aber nach un­gefähr einer halben Stunde. Der Arzt stellte fest, daß das arme Würmchen einen qualvollen Hungertod er­litten hatte.

* Vermietete Babies. In einer Stadt des west­lichen Amerikas hat sich kürzliche eine Agentur gebildet, deren Zweck es ist, kinderlose Eltern ans Stunden, Tage oder Wochen mit schönen Babyexemplar en zu versehen. Es kommt häufig vor, daß eine wohlhabende Frau nicht die Verantwortung zu übernehmen wagt, die mit dem Adop­tieren eines Kindes verknüpft ist, daß sie aber trotzdem sich gfern kindlicher Gesellschaft erfreuen möchte; diesem Bedürfnis soll die betteffende Agentur entsprechen. Die Mütter der vermieteten Babies gehören größtenteils den arbeitenden Klassen an und sind froh, ihr kärgliches Ein­kommen durch, die von der Agentur gezahllen Honorare ausbessern zu können. Die Agentur bürgt dafür, daß alle erdenkliche Sorgfalt den ihr übergebenen Kindern zuteil wird und sichert den Eltern schriftlich eine hohe Summe zu, falls das Kleine während seiner Abwesenheit vom eller- lichen Hause irgend welchen Schaden nehmen sollte. 9Jian wird gewiß die Mütter, die ihre Kinder auf diese Weise vermieten, für sehr gefühllos halten. Indessen wird man den armen Frauen doch mildernde Umstände zubilligen müssen. Thatsächflich ist aber das Kind, während es sich in den Händen der Gesellschaft oder chrer Kunden befindet, weit weniger Gefahren ausgesetzt, als zu Hause, wo Not und Armut wohnen und die Beaufsichtigung eine ganz un­genügende ist. Gegenwärttg zählt Die Gesellschaft in ihren Büchern 200 Babies im Alter von sechs Monaten bis zu zwei Jahren. Sie stehen in dem Rufe, die gesundesten und schönsten unter den kindlichen Bürgern Amerikas zu sein, und man sagt, daß chnen der häufige Wechsel der Ver­hältnisse und der Umgebung durchaus nicht schade. Es scheint, daß die Abwechslung den Kindern gut bekomme und sehr gefalle. Obgleich, das Unttmehmen nckch den humansten Grundsätzen gekettet wttd, so ist es doch natürlich ein geschäftlicher Betrieb und zwar ein recht gewinnbringen­der. Die von den Kunden bezahlte Gebühr beträgt für das Kind 11/4 Dollar täglich Wttd jedoch ein Kind für eine ganze Woche' gewünscht, so tritt eine Ermäßigung ein und eine wettere Ermäßigung für einen ganzen Monat. Kein Kunde darf das Kind länger äls einen Monat behalten, da man es nichr zu lange von der Mutter trennen will. Die Agentur hat bisher so erfolgreich gearbeitet, daß wahrscheinlich auch an anderen Orten ähnliche Anstalten eröffnet werden dürften. (Hoffentlich beschränkt diese gewiß segensreich wir­kende Babies-Agentur ihre Thätigkeit nicht bloß auf die jetzige, heiße Jahreszeit)

Sport.

* Der 19. Bund estag des Deutschen Rad- fahrer-Bund es findet, wie wir bereits mitteilten, vom 18. bis 22. d. M. in Kassel statt. Von den vielen Anträgen, die zur Beratung vorliegen, dürfte der wichtigste derjenige des Bundesvorstandes sein, welcher dahingeht, den Vorstand zu ermächtigen, mit einer leistungsfähigen Versicherungs- Gesellschaft einen Vertrag auf Versicherung sämtlicher Bun- desmttglieder gegen Haftpflicht Dritten gegenüber bei Per­sonen- und Sachbeschädigungen abzuschlietzen. Geht dieser Anttag durch, dann würde damit für die Bundesmitglieder eine segensreiche Wohlfahrtseinrichtung geschaffen sein. Der Gau 18, Magdeburg, hat übrigens einen gleichen Antrag gestellt, jedoch will dieser die Versicherung gegen Haftpflicht auf solche Personen und Sachschäden beschränkt wissen, die seitens der Bundesmitglieder bei Ausübung des Radfahrens unter Ausschluß von Wett- und Preisfahrten jeder Art Dritten zugefügt werden sollten. Von großer Wichtigkeit ist ferner folgender Antrag des Gaues 20, Berlin:Die Fahrverbote und sonstigen Radverkehrs- einschränkungen im Deutschen Reich sind zu sam­meln. Aus Grund derselben sind unter Hinzuziehung an­derer Radfahrer- und Jnteressentenverbände die .Verhält­nisse einer eingehenden Kritik zu unterwerfen, und das ge­sammelte Material mit einer Petition, in welcher dringend um Abhilfe gebeten wird, an die zuständigen Reichs- und Staatsbehörden, sowie an die betreffenden parlamentarischen Körperschaften zu übersenden." Dies würde der erste Schritt zur Herbeiführung einer einheitlichen, reichsgesetzlichen Regelung des Fährverkehrs im ganzen Deutschen Reiche sein. Hierbei Eörmte auch darauf geachtet werden, daß etwaige Beschränkungen und Erschwerungen, die dem Auto­mobilsport behördlicherseits aus besonderen, im Wesen dieses Sportes liegenden Gründen auf erlegt werden, nicht auch auf das Radfahren ausgedehnt werden. Von allgemeinem In­teresse ist noch ein Anttag des Gaues 9, Frankfurt a. M. : Der Bundestag zu Kassel möge beschließen, daß der D. R.-B. in Gemeinschaft mit anderen Radfahrerverbänden und den Verttetungen verwandter Sportszweige den Eisenbahn­minister bittet, die Straßenübergänge über die Schienen­netze derartig Herstellen zu lassen, daß jegliche Art Fuhr­werk die Glerse ohne nennenswerte Erschütterung passieren kann; ferner die Barrieren an sämtlichen Sttaßenüberj-, gängen bei eintretender Dunkelheit mit hellleuchtenden Laternen versehen zu lassen, damtt Unglücksfälle, welche durch nicht beleuchtete Barrieren vorgekommen sind, in Zu­kunft vermieden werden." Für die Mitglieder des Gaues 9. ist eine gemeinschaftliche Fernfahrt unter Leitung des Gau- fahrwarts, Nikolaus Ober Hoffer, Frankfutt a. M., vor­gesehen. Ab fahrt von Frankfurt a. M. am 17. Juli, nachmittags 3 Uhr vom Hessendenkmal über Homburg, Fried­berg, Butzbach, Gießen. Hier Zusammentreffen mit den Fahrern des Gaues 4 (Rheinland) und gemütliches Zu­sammensein mit den Gießener Sportgenossen. Standquartter Hottl ^Viktoria". Am 18. Juli, 7 Uhr vormittags, Wetter­fahrt über Marburg, Schönstadt, Josbach^ Mlftrberg, JeK-

Gerichtssaal

s6. Darmstadt, 14. Juli. Kriegsgericht. Der 38 Jahr- alte Jos. Kapplin aus Regisheim u Els. war i. I. 1884 Lehrer in Altkirch. Obwohl er damals schon als Rekrut ausgehoben war, ging er wegen Differenzen mit seinem Rektor nach Frankreich, ließ sich zur Fremdenlegion anwerben, diente in Algier, Tonking rc. führte sich gut, kam wieder nach Frankreich, war zuletzt Feldwebel in Belfort. Auf Veranlassung seiner inzwischen 80 Jahre all ge­wordenen Mutter und in der Annahme, daß er wohl feine allzu» harte Strafe mehr zu gewärtigen habe, kehtte er nach Deutschland zurück und stellte sich den Behörden freiwillig, er wurde dem Jn» fanterie-Reaiment Nr. 116 zugeteilt und heute wegen Fahnenflucht zu sechs Monaten Gefängnis verurteitt und in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetzt. 14 Tage Untersuchnngshast werden chm angerechnet. Das Contumacial-Urteü vom Jahre 1885 wird aufgehoben. Zu dienen braucht er jetzt nicht mehr.

Aandel uni» Verkehr. Volkswirtschast.

Petrolenmquelleu in Westfalen- Wie aus Essen ge* schrieben wird, ist man bei Bohrungen, die der preußische Berg- siskus in dem GrubenfeldeFriedrich" bei Olfen vornehmen läßt, unvermutet bei einer Tiefe von 640 Meter auf eine Petrolemrr-- quelle gestoßen. Als man nämlich in einem Bohrloche diese Tieft erreicht hatte, entströmten plötzlich mit großem Geräusch dem Bohrloche Wasser rmd Gas (Kohlenwasserstoffe), die stark nach Petroleum rochen. An einer im Betriebe stehenden Lokomobile entzündeten sich die Gase, die Flamme erfaßte den aus Holz er­bauten Vorturm und äschette denselben ganz ein. Drei Arbeiter erlitten dabei ziemlich schwere Brandwunden. Nach fachmännischer Ansicht handeü es sich um eine Petroleumquelle in dem hier das Kohlengebirge in einer Mächtigkeit von 800 Meter bedeckenden Kreidemergel. Man beabsichtigt daher, einen neuen eisernen Bohr­turm zu errichten und das Bohrloch dis in das Steinkohlen­gebirge niederzubringen, um dadurch festzustellen, ob man- hier wirklich mit einer ausbeutungswürdigen Petroleumquelle zu thun hat.

Manrrhenner Tabatbericht. Verkauft wurden in 93lann* beim an einen Fabrikanten ca. 400 Zentner Neckarthäler Tabak zu Anfang bis Mitte 40 Matt, m Seckenheim von Produzenten an Fabrikanten ca. 2300 Zentner zu 28 Mark.

Worms, 13. Juli, lieber das Vermögen des hiesigen Herren» kleiderhändlers Ludwig Meyer ist das Konkursverfahren ein- geleitet worden; Rechtsanwalt Dr. Strauß wurde zum Konkurs­verwalter ernannt.

Darmstädter Bank und Attaliwerke Ronnenberg. DeL. Abschluß eines Vorschuffes von 2 Millionen Matt mit der Darm­städter Bank ist nunmehr zu Stande gekommen. 1500 000 Matt dieser Summe hat die Gesellschaft bereits verausgabt. Die roeiteren 500000 Matt dienen ihr noch zum Ausbau der Schächte. Die Darmstädter Bank hat sich außer der Verzinsung der Anleihe die Gewährung von Genußscheinen seitens der Gesellschaft aus- bedungen. Eine Generalvefiammlung wird darüber Beschluß zu fassen haben.

Belgrad, 15. Juli. Anläßlich des bevorstehenden endgültiaen Abschlusses der neuen 5proz. Anleihe von 60 Millionen Fr. übernahm die Ottomanbank in Patts auch dft letzten 19 000 nicht emittierten Obligationen der 4proz. serbischen Rente auf feste Rech­nung. Mithin erscheinen sämtliche nicht emittierten Obligationen der sog. Konversions-Anleihe des Jahres 1895 be­geben bis auf ungefähr 2000 Obligationen, die in London ver­pfändet waren. Die neue Bosnische Anleihe wurde erstmalig zu 1007a Proz. gehandelt.

Eingesandt.

(Für Form und Jnbatt aller unter dieser Rubrik stehenden ArttkÄ übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Das diesjähttge Jugendfest soll, roie man hört, im Laufe nächsten Monats siaUftnden. lieber SeteUigung bezw. Nichtbeteiligung der höheren Mädch en schule sind in der kürzlichen Stadt- verordneten-Versammlung uno auch sonst noch Erörterungen ge­pflogen und harte Worte gegen Lehrer-Kollegium und den Direktor gefallen, die, von ruhigem Standpunkt aus betrachtet, bester unter­blieben wären. Führt doch derattiges Vorgehen meist zu gar keinem Resultat und es ist vor allem auch nicht geeignet, das Ansehen der> beteiligten Faktoren zu fördern. Unseres Dafürhaltens hätte ein anderer Weg der Verständigung angebahnt werden können. Ein­sender dieses ist der Aieinung, uno darin hat er viele Gleich­gesinnte, daß das Jugendfest in seiner jetzigen Gestalt nicht mehr so recht in die im Laufe der Jahre größer gewordenen Verhält­nisse Gießens hineinpaßt. Das mag eine Sache für sich sein! Zu­gegeben muß jedenfalls werden, daß es zweierlei Meinungen geben kann, die zu refpeftieren sind, und daß man die eine oder dft andere, bekämpfen kann, ohne dem Gegner unlautere Beweggründe unter­schieben. Sehr zu bedauern roar bei den Erörterungen be­sonders, daß zum Gegenstand häßllcher Angttffe die Person des Direktors gemacht wurde, eines Mannes und darin werden alle Eltern gern einstimmen der sein bestes einsetzt, um die Anstalt auf der Höhe zu hatten Den Ausführungen gegen­über, die das Verhalten der Schule taöelten, soll einmal öffentlich, ausgesprochen werden, daß es auch viele Eltem giebt, die es billigen und die sich freuen, wenn Lehrer und Lehrettnnen eher etwas zu ängsllich, als zu sorglos sind.

Ein Vater, der Kinder in die höhere Mädchenschule sendet.

Meteorologische Beobachtungen

der Statimr Gieße».

Juli

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

- Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstätte

Wetter

15.

2

746,7

28,8

11,7

40

WNW,

1

Sonnenschein

15.

9

745,7

23,2

14,8

70

NNE.

1

Bed. Himmel

16.

7«

746,3

194

14,5

87

NE.

2

bchste Temperatur am 15. bis 16. Juli 29J° C.

liedrigste 15. , 16. , 12,3° C.

Darmstädter Möbelfabrik (160 Zimm.-Einttcht.), Preisl. grat 3821

Großes Unheil, schreibt Dr. A. Eppeler, Detmold, in seinem hygienisch-wissenschaftlichen BucheHaushaltungskunde, ein Lehrbuch für Frauen und Mädchen" (Verlag Julius Zwißler, Wolfenbüttel), wurde schon oft mit Giften, wie Karbol- und Sublirnatlösung, angerichtet. Bester als alle diese giftigen Stoffe ist für den Privatgebrauch das Ehinosol, das ein gam vorzügliches Desinfektionsmittel es wirkt viel stärker als Karbolsäure und dabei ungiftig ist, so daß man es ohne Scheu dem Bade- oder Waschwasser beigeben und es zum Waschen des Kopfes, zum Aus­spülen des Alundes, zum Gurgeln, zur Nasenspülung usw. benützen kann Es ist als Desinfektionsmittel unersetzlich und sollte in feiner Familie fehlen, zumal es den weiteren Vorzug hat, sehr billig zu sein.

Leibniz Kindermehl Cohes-Taürih. 2