Ausgabe 
16.6.1902 Zweites Blatt
 
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ntungen. Es komme alles darauf an, daß sich der Protestan­tismus dieser großen Stunde gewachsen zeige. Dazu solle der Evang. Bund mithelfen. Endlich überbrachte Herr Pfarrer Hepding aus Großen-Lindcn eine Gabe von 300 Mart 90 Pfg., die von den Landgemeinden des Dekanates für die österreichische Gemeinde Judenburg, an der der aus Hessen gesandte und unterhaltene Vikar Göttert wirkt. Die Zeit war schon ziemlich vorgerückt, als die beiden Hauptredner des Abends, Herr Professor D Krüger und Herr Pfarrer Dr. Diehl aus Hirschhorn zum Wort kamen. Ersterer schilderteRömische Eindrücke", wie er sie jetzt bei einem mehrivöchentlichen Aufenthalt in Rom ge­wonnen hatte. Er ging dabei weniger aus die gewaltige Geschichte der Vergangenheit ein, als auf die lebendige Gegenwart, die von der Vergangenheit keineswegs erdrückt werde, und die sich in den beiden ragenden Stellen: dem Quirinal und dem Vatikan verkörpert, ein. Das vom Qui- rinal beherrschte junge Italien mache durchaus den Eindruck, daß es trotz aller Schwierigkeiten in mächtigem Aufblühen begriffen sei, und auf den jungen König setze mau große Hoffnungen. In echt protestantischem Gerechtigkeitssinne würdigte sodann der Vortragende die Bedeutung der Per­sönlichkeit des Papstes Leo XIIL und seiner Politik. Das Papsttum habe in chm, trotz des Verlustes der weltlichen Macht, oder vielleicht gerade mit infolge derselben, wie einsichtige Katholiken immer mehr zu verstehen begännen, eine geistige Höhe und Bedeutung erreicht, wie kaum zu einer anderen Zeit. Sich davor fürchten haben aber lveder das deutsche Reich noch wir Protestanten Ursache. Trotz aller imposanten Machkenfa.ktu.ng kranke der Katholi­zismus an dem inneren geistigen Zwiespalt, der in dem Syllabus des Papstes Pius IX. seinen Ausdruck finde, in der Verdammung der modernen Kultur und aller derer, die eine Versöhnung der Kirche und dieser Kultur erstreben. Es war äußerst wirkungsvoll, daß dieser Schilderung des päpstlichen .Vülkerhirtcn die ergreifende Arie aus dem Messias folgte, in der der wahre Hirte, Jefus, gepriesen wird:Er weidet seine Heerde", und die vor: Frau Professor Rahn sehr schön vorgetragen wurde. Den überaus fesseln­den Abschluß machten die von Herrn Pfarrer Diehl ge­gebenen Mitteilungen über die alten Beziehungen, die schon im 16. und 17. Jahrhundert zwischen den Evangelischen Hessens und Oesterreichs bestanden. Der durch seine ersolg- reichen Studien über hessische Kirchen- und Schulgeschichte bekannte Redner bot eine ganz überraschende Fülle von höchst interessanten, bisher meist urrbekcuinten Thatsachen. Ein früherer Gießener Pfarrer, damals Superintendent in Echzell, Georg Nigrinus, hat durch seine Schriften, be­sonders durch das 1582 erschienene Buch:Papistische In­quisition, Historia uub Auskunft von der Römischen Kirche, besonders vom papistischen Wesen" den tief gesunkenen Mut der schwer bedrängten österreichischen Protestanten wieder belebt, ^ie Agende der niederösterreichischen Kirche vom Jahre 1571 ist von unserer hessischen Agende vom Jahre 1566 stark, bis aufs Wort, und gerade in solchen Dingen, die hessische Eigentümlichkeit sind, wie z. B. die Konfirmation, beeinflußt. Das erklärt sich aus sehr lebendigen persön­lichen Beziehungen. Aus Hessen wurden schpn frühe die besten geistlichen Kräfte zur Unterstützung der evangelischen Bewegung nach Oesterreich geschickt. Bon 1610 bis 1626 sind die Führer dieser Bewegung in Diähren zwei Hessen: M. Johann Strrmps aus Alsfeld, vorher Professor der griechischen Sprache in Gießen, mib auf Veranlassung des Landgrafen selbst nach Znaim geschickt, und M. Joachim Seeger, der unter großer Beteiligung der Bevölkerung in der Stadtckirche dahier dazu geweiht wurde . Auch ein Jeremias Homberger hat seinen Namen durch sein ent­schiedenes »und opfermutiges Auftreten tief in die Herzen der dortigen Evangelischen eingegraben. Andererseits stu- dierten die österreichischen Theologen gerne in Marburg, und in den Zeiten der Verfolgung fanden die vertriebenen österreichischen Prediger vor allem in Hessen willige Auf­nahme. Gerade diesen sind wir Hessen besonderen Dank schuldig. Denn diese in schiweren Leiden geprüften und bewährten Männer brachten in den Bedrängnissen des 30- jährigen Krieges nach Hessen eine neue geistige Kraft. Sie wirkten mit besonderem Segen gerade in den von der Pest heimgesuchten Orten. So findet man in Darmstadt im Jahre 1637, in dessen erstem Vierteljahre dort 1000 Menschen an der Pest starben, nur solche Exulanten als Pfarrer. Ihnen ist die merkwürdige Th als ach e zu verdanken, daß das geistliche Leben gerade ui diesen Pestgegenden am besten durchhielt. Das dürfen wir diesen Oefterreichern nich>t ver­gessen, und darum hcchen wir Hessen ganz besonderen Grund, an der jetzigen evangelischen Bewegung in Hessen regsten Anteil zu nehmen, und dafür auch Opfer zu bringen.

Mit einem Dankeswort des Vorsitzenden des Hauptvorp- standes, Herrn Pfarrer Lic. Waitz, und dem weihevollen Schlußchor:Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ" (im Bach? scheu Satz) schloß zu später Stunde der so reichhaltige Wend, von dem, wie wir hoffen, dauernde Anregung ausgehen wird. ga.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 16. Juni 1902.

* Personalien. Dem Bürgermeister Joh. Wörner II. zu Bad Nauheim ist die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Herzog von Anhalt verliehenen Ritterkreuzes 2. Klasse des Hausordens Albrechts des Bären und deni Geh. Kommerzienrat Frhrn. Cornelius Heyl zu Herrnsheim in Worms die Erlaubnis zur Annahme und zunr Tragen des ihm von dem König von Württenibcrg ver­liehenen Komturkreuzes 1. Klasse des Friedrichsordens er­teilt worden. Der Gerichtsassessor Paul Krämer in Worms ist zur Rechtsanwaltschaft an der Kammer für Handels­sachen in Worms und dem Amtsgericht Worms und der Rechtsanwalt Dr. Richard Schreiber in Oppenheim, nach­dem er die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft am Amtsgericht Oppenheim aufgegcben hatte, zur Rechtsanwaltschaft am Land­gericht der Provinz Rheinhessen zugelassen worden. Dem Geonietergehilfen Heinrich S ch ü tz aus Schotten ist das Patent als Geometer 1. Klasse für den Kreis Darmstadt erteilt worden. Dem Bürgermeister Ockel in Kohden ist anläß­lich seines Rücktritts vom Amte dasEhrenzeichen für Ver­dienste" überreicht worden.

* * Ans dem Justizamt. Durch Entschließung deö Ministe­riums der Justiz wurden beauftragt: mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Gießen der Gerichtsassessor Dr. Möbius aus Gießen, bei dem Amtsgericht Alzey der Gerichtsassessor Gauf aus Eppels­heim, bei dem Amtsgericht Worms der Gerichtsassessor Dr. St ir ft ein aus Mainz; mit Wahrnehmung der Dienst- verrichtungen eines Amtsanwalts in Bensheim der Gerichts-

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Tie Architektur lehnt sich bei freier Behand­lung der.Einzelformen an die heimischen Bau­formen des 16. Jahrhunderts an.

Tas Kellergeschoß enthält außer den Vorrats­räumen für die Wohnungen eine gemeinsame Waschküche, den Raum für die Zentralheizung, ein Depotgewölbe und das Archiv.

Jin Erdgeschoß sind enthalten ein Vorplatz als Warteraum für das Publikum, cm großes Geschäftszimmer, je ein Zimmer für Direktor (zugleich Sitzungszimmer^für Vorstand und Auf- sichtSrat) und Rechner, Raum zur Unterbringung der Tageskasse, Telephon- und "Allenraum, so- ivie eine Vorrichtung zur feuersicheren Auf- beivahrung der Geschäftsbücher re. Endlich finden sich in dem Erdgeschoß noch Abort­anlagen und ein Zimmer für den Diener, dessen Lage die Ueberwachung des Haupteingangs ermöglicht.

Alle Geschäftsräume einschließlich der Ge­wölbe und des Archivs, sowie die Wohnungen in den Obergeschossen werden durch eine Nieder­druckdampfheizung erwärmt. Das ganze Haus hat elektrische Lichtanlage, die Geschäftsräume außerdem Gaseinrichtung zur Benutzung im Notfälle. Sämtliche Geschäftsräiune haben eine zeitgemäße Ausstattung erfahren.

Das neue Geschäftshaus der Spar- und Leihkaffe Gießen.

Nebenstehend bringen wir unfern Lesern eine Frontansicht des neuen Geschäftshauses der hie-

assessor Dr. Bittet aus Darmstadt, in Offenbach der Ge- richtsaffessor Hager aus Offenbach, in Groß-Umstadt der Gerichtsassessor Welter aus Darmstadt, in Gießen der Gerichtsassessor Dr. Wahl aus Frischborn, in Alzey der Ge­richtsassessor Braun aus Reinheim, in Bingen der Gerichts­assessor Nostadt aus Bensheim.

* * Eine Zusammenkunft der Marburger und hiesigen Juristen fand am Samstag hier statt. Die Herren unternahinen einen Ausflug nach dem Philosophenwald.

* * Das Regierungsblatt Nr. 33, ausgegeben am 12 Juni, enthält: Bekanntmachung, die Anlage einer Schmalspurbahn in der Gemarkung Ehringshausen betr. Vom 31. Mai 1902.

* * Kammer-Verhandlungen. Nach dem gegenwärtigen Stand der Arbeiten erscheint es unmöglich, daß beide Kam­mern mit Ende dieser Woche das ihnen vorliegende Material erledigen können. Es verlautet daher, daß der Schltlß des Landtags erst nach der Rückkehr des Großherzogs er­folgen solle.

* * Aus der Gesellschaft. Regierungsbauführer Hans Laspeyres, ein Sohn des Geheimen Hofrats Professors Dr. Etienne Laspeyres, des bekannten früheren Statistikers und National-Oekonomen unserer Universität, hat sich mit Fräu­lein Wilhelmine Hoenig, der Tochter des als Autorität anerkannten unlängst verstorbenen Militär-Schriftstellers Hauptmann a. D. Fritz Hoenig und seiner Gemahlin Marie, geb. Haoelaar, verlobt.

E.Ch. Akademischer Gesangverein. Die am Mittwoch­nachmittag stattfindende Aufführung der Mieea aolemnis von Beethoven wird in der Stadtkirche eine große Zu­hörermenge vereinen. Wir halten es daher im Interesse der Besucher für angemessen, heute eine erläuternde Uebersicht über die Platzverteilung zu bringen, die das Aufftnden der Plätze erleichtern soll. Die Sperrsitze sind auf 4 Räume verteilt: 1) Um den Altar gruppiert (weiße Karten) Nr. 1126, 2) Erste Reihen des Schiffes (ebenfalls weiße Karten) Nr. 127249, 3) Rechte Emporbühne (von der Orgel aus) (orange Karten) Nr. 304385, 4) Linke Empor bühne (von der Orgel aus) (rosa Karten) Nr. 250 bis 303. Die Eingänge sind: Zu 1) und 2): Hauptportal (Kirchenplatz) direkter Eintritt in den Kirchenraum, zu 3): eben­falls Hauptportal, Aufgang die Treppe links im Vorraum, zu 4): Seitenportal am Turm (Kirchstraße). Plakate mit Hinweisen hängen an den Eingängen, außerdem sind genau informierte Diener anwesend, die auch dem Weltvergessensten das Auffinden seines Platzes sichern. Außer diesen Sperr­sitzen sind auch reichlichst unnummerirte Plätze vor­handen, von denen man ebenso gut hören wie sehen kann. Alle diese Plätze befinden sich ausnahmslos im Schiff der Kirche. Bei der Hauptprobe am Dienstag sind alle Plätze unnummeriert, an diesem Tage gelten nur die nummer­losen grünen Karten. Zum Schluß möchten wir noch hinzufügen, daß heute noch ausreichender Vorrat an Bitleten vorhanden ist; am Mittwoch aber, dem Ehrentage des Akademischen Gesangvereins, hoffen wir fein unbenutztes Plätzchen mehr vorzufinden.

Die Eröffnung des neuen Hanfes der Spar- und Leihkasse für Gießen wird morgen stattfinden. Eine offizielle Feier ist nicht vorgesehen. Der Rendant der Kaffe, Hermann Doering, hat diesem neuen Abschnitt in der Entwicklung der Kasse Rechnung getragen durch Herausgabe einerGe­schichte der Spar- und Leihkasse Gießen". Das 91 Seiten starke Heft bringt neben einem geschäftlichen Rück­blick und einer Darstellung der Entwicklung der Kasse Tabellen über Einlagen usw., ferner in einem Anhang die Satzungen der Kasse, die Geschäftsordnung u. a. m. Wir werden auf diese Abhandlung noch zurückkommen.

** Gewerbliche Anlagen in Hesien. Nach der jüngsten Zählung bestehen in Hessen 4816 gewerbliche Anlagen, in welchen insgesamt 83 430 Arbeiter, darunter 62 946 er­wachsene männliche Arbeiter, sich besinden. Obwohl die Zahl der gewerblichen Anlagen sich gegen das Vorjahr vermehrt hat, ist doch ein Rückgang aon einigen tausend Arbeitern gegen das Vorjahr zu verzeichnen.

§ Münster (bei Butzbach), 16. Juni. Gestern und heute fand das von unserem GesangvereinEintracht" veranstaltete 7. Sängerfest des Hausberg-Wetterauer Sängerbundes statt. 9(m Sonntag Nachmittag bewegte sich ein großer Festzug, gebildet aus Ehrenreitern, Schuljugend, Festjungftauen, 17 Vereinen, Gemeindevertretung ?c., unter Musik durch die reichgeschmückten Ortsstraßen nach dem schönen Festplatze im

idyllischen Jselthälchen. Hier wurde zunächst das erhebende ChorliedBrüder reicht die Hand zum Bunde" vorgetragen, woran sich die Begrüßungs- und Festrede reihte. Darauf wurden in harmonischer Abwechselung Konzert- und Gesangs- piöeen oorgetragen. Heute wurde eine lokale Nachfeier ver­anstaltet, die ein Umzug durch das Dorf einleitete.

Butzbach, 15. Juni. Heute veranstaltete derHistorische Verein für das Großherzogtum Hessen" einen Ausflug nach Butzbach. Die Herren trafen vormittags hier ein und besich­tigten unter Führung des Ministerialrats Sold an die Aus­grabungen auf dem Schrenzer.

** Bad Nauheim, 15. Juni. Im hiesigen Bade weilen z. Z. die bekannte Schriftstellerin Frau E. Vely aus Ber­lin, ferner Dr. S. Feldmann aus Paris, dessen Pariser Briefe fich der größten Gunst des Publikums erfreuen. Für diese Woche sind folgende Unterhaltungen vorgesehen: Dienstag nachmittag und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends im Saale Zauberoorstellung des Hofkünstlers Meunier-Sölar aus Frankfurt a. M. Mittwoch Nachmittag und abends auf der Terrasse Konzert der Kur- kapelle. Abends Theatervorstellung:Der Zigeunerbaron". Donnerstag Nachmittag und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Tanz. Bei gutem Wetter Lampions­beleuchtung auf der Terrasse. Eintritt 50 Pfg., Kinder 25 Pfg. (Große Kurkarten, große Saisonkarten und Tageskarten frei.) Freitag Nachmittag und abends auf der Terrasse Kon­zert der Kurkapelle. Abends Wagner-Konzert. Abends 8 Uhr Theatervorstellung:Alt-Heidelberg". Samstag Nachmittag und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Vorträge des Recitators Conrad aus Ham­burg. Sonntag Konzert der Kapelle des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm aus Gießen. Mittwoch Theatervorstellung:Jad- wiga."

Beienheim, 15. Juni. Einen hohen Grad von sittlicher Verkommenheit haben zwei kleine Knaben gezeigt, die am letzten Freitag ein 2jähriges Mädchen am ganzen Körper mit Glasscherben zerschnitten und dann in einen Heuhaufen ver­steckt haben, wo es Vorübergehende später bewußtlos fanden. Die Thäter sind noch nicht ermittelt.

Lauterbach, 14. Juni. Eine Anzahl Studenten der Forst­wissenschaft aus Amerika und England, erstere in Beglettung des in Amerika in Vanderbild'schen Diensten stehenden Hess. Forstassessors Schenk von Darmstadt, letztere begleitet von ihrem Univerversitätsprofessor Schlicht, weilte seit Dienstag in unserer Stadt. Die Herren unternahmen gestern eine Exkursion in die umliegenden Waldungen und heute eine solche in die Großh. Oberförsterei Grebenhain.

fc . Frankfurt a. M., 15. Juni. Der Dichter Wilhelm Jordan feierte heute sein 60jähriges Doktorjubi- läum. Die philosophische Fakultät der Universität Königs­berg, wo vor 60 Jahren die Promotion erfolgte, sandte dem greisen Barden ein herzliches Glückwunschschreiben. Dr. Fritz Friedemann, der bekannte frühere Rechtsanwalt, tritt von morgen ab 4 Abende im Hypodromoarists auf. Er wird einen Vortrag vom Stapel lassen, den erEine Verteidigung" tituliert.

Fraulsurt a. 9)1., 15. Juni. Die Zarin hat auf Er­suchen des anglikanischen Bischofs Wilkmfon zugesagt, die Grundsteinlegung der hiesigen neuen englischen Kirche zu vollziehen. Hierzu wird in den Kreisen der angli- konischen Geistlichkeit versichert, daß die Zarin den Be- strebungeu für eine Vereinigung der englischen und der russisch- orthodoxen Kirche großes Interesse entgegenbringe.

Limburg a. L., 14. Juni. In dem heute vormittag hier eintreffenden Schnellzuge von Gießen wurde ein Reisender unwohl; die Bahnbediensteten brachten ihn in den Warte­saal 2. Klasse, wo er gleich daraus ft ar b. Anscheinend hat ein Herzschlag seinem Leben ein Ende gemacht. Aus den bei ihm vorgefundenen Papieren ergab sich, daß es ein evangelischer Pfarrer namens Pohl aus Amerika ist. Er ivar im Besitz eines Rundreisehestes von Hannover durch Deutschland. Die Leiche wurde ins hiesige Lcichenhaus verbracht.

* Meine Mtteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Altenburg bei Alsfeld ereignete sich vor einigen Tagen cm schrecklicher Unglücksfall. Ein Fuhrwerk überfuhr ein zweijähriges Kind. Die Räder gingen dem Kinde direkt über den Kopf, woraus der Tod sofort eintrat. Am 12. d. M. fand in Alsfeld eine Versammlung wegen Errichtung eines Pferde- und Fohlenmarktes in Verbindung mit dem