Ausgabe 
16.6.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 138

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem »elfischen Landwirt die Gießener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

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Zweites Blatt. 153. Jahrgang Montag IS.Jnni LVES

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GletzenerAMgers

General-Anzeiger w Verantwortlich:

v für den polit. u. atigern,

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WM

T' zeigenteil: Hans Beck.

Die yeutige Kummer umfaßt 10 Seiten.

Bekanntmachung.

Auf Grund des § 42 der Verordnung vom 18. Januar 1900, die Anlegung des Grundbuchs und die Ausführung der Grundbuchordnung betr hat das Großh. Ministerium bestimmt, daß das Grundbuch und Berggrundbuch für die Gemarkung Rödgen vom 10. Juli 1902 an als angelegt an­zusehen ist. Die Vorschriften darüber, was seitens der Be­teiligten noch bis zu gegebenem Zeitpunkte zu geschehen hat, können auf der Amtsstube des Großh. Ortsgerichtsvorstehers zu Rödgen und aus dem Anschlag an der dortigen Ortstafel ersehen werden.

Von der Anlegung des Grundbuchs sind folgende Grund­stücke ausgeschlossen: l/1686/10, 1/465, 1/466, 1/467.

Gießen, den 12. Juni 1902.

Großh. Amtsgericht.

Deutsches Reich.

Berlin, 15. Juni. Der Kaiser fuhr gestern abend beim Reichskanzler Gras Bülow vor und inserierte mit ihm eine halbe Stunde. Am heutigen Todestage des Kaisers Friedrich erscbienen gegen Mittag der Kaiser, die Kaiserin und Prinz Eitel-Friedrich im Mausoleum und legten einen Lorbeerkranz mit weißen Nelken und Orchideen am Sarkophage nieder. Ter Kaiser und die Kaiserin sind heute abend nach Nürnberg abgereist. In der Begleitung der Majestäten befinden sich: Reichskanzler Graf Bülow, die Palastdame Gräfin Keller, die Hofdame Frl. v. Gers- dorsf, Oberhofmeister Graf Mirbach, Kammerherr Graf Muelinen, Oberhofmarschall Graf zu Eulenburg, der Chef des Civilkabinetts, v. Lucanus, der Chef des Militärkabinetts v. Hülsen-Häseler, Generaladjutant v. Plessen, Generalmajor v. Löwenfeld, Flügeladjutant Hauptmann v. Friedeburg und Leibarzt Dr. v. Jlberg.

Fräulein Sophien. Passavant wurde vom Re­gierungsverweser von Sachsen-Coburg und Gotha zur Hof­dame der GroßherzoginVi k to ri a M e l i ta vo n Hessen ernannt. Tie Großherzogin gedenkt sich Ende des. Monats nach Langenschwalbach im Taunus zu begeben.

Generalfeldmarschall Gras Waldersee wird sich, einer Einladung des Königs Eduard folgend, zur Krönungs- feier nach London begeben. In seiner Begleitung wird sich sein Neffe, Major Graf Waldersee, befinden, der als Generalstabsosfizier dem Stabe des Generalfeldmarschalls zugeteilt ist.

Für den durch den plötzlichen Tod Dr. Küglers frei gewordenen Posten des Oberverwaltungsgerichts-Präsi­denten soll in erster Linie der Direktor des Ministeriums des Innern, Wirk. Geh. Reg.-Rat Peters, in Betracht kommen, der früher als Senatspräsident bei diesem Gericht thätig wär. Neben chm wird auch Senatspräsident von Meyer en, der dem Oberverwaltungsgericht bereits seit vielen Jahren angehört, und den Präsidenten in Behinde- rungsfällen zu vertreten pflegte, a$ Nachfolger Dr. Küglers genannt.

Außer dem General Budde werden als N a ch f o l g e r Thielens jetzt auch der Direktor der deutschen Munitton- und Waffenfabriken Ludwig Löwe genannt. Bon Fach­männern im engeren Sinne werden Ministerialdirektor M ö l l h a u s e n, welcher im Ministerium der öffentlichen Arbeiten der Verkehrsabteilung vorsteht, der Präsident der Eisenbahndirektion zu Frankfurt a. M. Thomö und der vortragende Rat im Arbeitsministerium Alfred von der Leyen, bekannt durch seine eisenbahntechnische Vorlesung an der Berliner Universität, genannt.

Gegen den Grafen Pückler-Klein-Tschirne ist wegen seiner jüngsten Rede, die er auch in Glogau als Flugblatt hat verteilen lassen, von Mitgliedern der jüdi­schen Gemeinde in Glogau Strafantrag wegen Be­leidigung und Verleumdung gestellt worden. Gras Pückler hat bekanntlich behauptet, daß Glogauer Juden einen Gast­wirt in der Schweiz angestiftet hätten, ihm Gift zu reichen.

DerReichsanz." veröffentlicht das Gesetz, betr. die Fürsorge für Beamte infolge von Betriebs­unfällen, vom 2. Juni 1902.

Das preuß. Abgeordnetenhaus nahm am Samstag in dritter Lesung den Gesetzentwurf zur Ausführ­ung des § 7. Absatz 2 des Reichsgesetzes betreffend die Un- fallsürsorge für Gefangene mit einer vom Abg. v. Negelein beantragten redaktionellen Abänderung an und erledigte Petitionen.

Der sozialdemokr. Abg. Heine hat sich gegenüber seinen Wählern in öffentlicher Volksversammlung für die Beteiligung an den nächsten preußischen Lan d tags - wählen, möge es gehen wie es wolle, ausgesprochen.

Aus Peking wird gemeldet: Tie Vertreter der elf Signatarmächte des Schlußprotokolls unterzeich­neten in der heutigen Sitzung ein Protokoll, durch das sie sich namens chrer Regierungen mit der ent^ilHgen Ver­teilung der chiuesisHeu Kriegsentichädigung auf der Basis der Liste fünf einverstanden erklären .

Hamburg, 15. Juni. Die vom Kaiser dem deut­schen Marineverein von 1877 geschenkte Fahne wurde heute in der Michaeliökirche in Gegenwart mehrerer Sena­toren, vieler -Offiziere und einer großen Anzahl militäri­scher Vereine geweiht. Nach der kirchlrchien Feier wurde am Kriegerdenkmal ein Kranz niedergelegt. Konzert, Ball und Feuerwerk bildeten den Abschluß deS Festes.

Köln, 14. Juni. In einer Besprechung über den bevor- steKenden natioLallibera^kN Delegiertentag

bringt dieKöln. Ztg." einen Artikel, in dem sie sagt: Dieser Parteitag und die eifrige Thätigkeit der national­liberalen Partei ist doppelt nötig, seit die konservative Partei unter unfähigen, persönlich verbitterten und kurzsichtigen Führern immer mehr zu leiden­schaftlicher und unsruchtbarerOpposition aus­artet und in den Bann der Agitation des Bundes der Landwirte hinabsinkt. Die parlamentarische Entwick­lung der letzten Jahre hat zur Genüge bewiesen, wie sehr der Einfluß dieses Bundes überschätzt worden ist. Der Bund wächst sich immer mehr zu einer Gefahr für die beredt tigten Interessen der deutschen Landwirtschaft aus.

Cronberg, 15. Juni. Ter König von Däne­mark stattete heute nachmittag dem Prinzen und der Prin­zessin Friedrich Karl von Hessen auf Schloß Fried- richshof einen Besuchs ab und nahm an der Mittagstafel teil.

Stuttgart, 14. Juni. Im Landtage wurde eine Interpellation der sozialdemokr. Fraktion eingebracht, tn welcher angefragt wird, ob die Staatsregierung im Bundes­rate auf strafrechtlichen Schutz des Koalitions­rechtes hinwirken wolle.

S i b y l l e n o r t, 15. Juni. Das Bulletin von heute lautet: Tie Nacht verlief verhältnismäßig ruhig. Der König schlief ziemlich viel. Das Allgemeinbefinden zeigt jedoch keinen Fortschrittzum Bessern. Pmvat- nachrichten besagen: Tie Lage ist unverändert ungünstig. Herzleiden zeitigt in wachsendem Grade die bekannten Folge­erscheinungen. Auch kann die leiseste Veränderung in der Sage des Königs der Herzschwäche wegen eine kritische Wen­dung herbeisühren. Trotzdem ist die Stimmung noch keine hoffnungslose angesichts der ungewöhnlichen Konstitution des Kranken, und man rechnet sogar noch mit der Möglich^- keit einer Ueberführung nach Dresden.

Ausland.

Madrid, 15. Juni. Wie verlautet, sind augenblick- sich zwischen den Regierungen von London und Lissabon Unterhandlungen im Gange, welche bezwecken, für längere Zeit die portugiesische Kolonie von Mozambique an England zu verpachten. England bedürfe dieses Ge­bietes, um seine Oberhoheit über Transvaal, Oranjestaat und Rhodesia leichter durchzuführen.

Wien, 15. Juni. DieWiener Ztg." veröffentlicht die Verlobung der Erzherzogin Maria An- nuneiata mit Herzog Siegfried in Bayern.

Nach einer Belgrader Meldung hat die serbische Kriegsverwaltung entgegen den Bestimmungen des Berliner Vertrages die Festung von Belgrad wieder her­gestellt.

Budapest, 14. Juni. Tie Opposition im Abgeord­netenhaus verlangte heute unter heftigen Beschimpf­ungen und Rufen:Man muß ihn hinaus ohrfeigen!" die Maßregelung des serbischen Abg. Pavlovics, der serbische Schulkinder insultierte, weil sie ungarische Lieder sangen. Der Präsident erklärte, er werde den Abgeordneten zu einer öffentlichen Rechtfertigung auffordern.

Petersburg, 14. Juni. Wie derRegierungsbote" meldet, ist Fürst Ferdinand von Bulgarien zum Chef des 54. Minsker Infanterieregiments ernannt worden. Gerüchte von der bevorstehenden Verlobung des Fürsten von Bulgarien mit einer russischen Großfürstin werden offiziös dementiert.

Konstantinopel, 14. Juni. Der Vali von Tri­polis telegraphierte an den Sultan, er befürchte eine allgemeine Empörung der Bevölkerung und erbat Trup- penverstürkungen und Sendungen von Waffen und Munition.

Athen, 15. Juni. Es verlautet, Prinz Nikolaus von Griechenland werde sich demnächst mit der Groß­fürstin Helene Wladimirowka von. RuUand ver­loben.

New York, 15. Juni. DemNewyork Herald" wird aus Havana gemeldet, daß die wirtschaftliche Lage Cubas von Woche zu Woche ungünstiger werde. Cs seien tausende unbeschäftigter Pflanzer vorhanden, die weder über Kapital noch Kredit verfügten. Einheimische Blätter sprechen die Befürchtung aus, oaß es zu einer Hungers­not und zu Ruhestörungen kommen könne.

Heer und FLotte.

Berlin,. 15. Juni. Wie wns telegraphisch ge­meldet wird, bringt derReichsanzeiger" folgende Mit­teilungen über die Verringerung bezw. Neugliederung der ost asiatischen Besatzungsbrigade. Auf­gelöst werden das dritte ostasiatische Infanterieregiment, der Stab und die bisherige zivette (leichte) Feldhaubitz-) Batterie der Feldartillerieabteilung, die Trainkompagnie, die Santtätshalbkompagnie und das Lazarettpersonal. An­gehörige dieser Truppenteile, die. sich über den Herbst 1902 hinaus verpflichtet haben, werden in die bestehen bleibenden Truppenteile versetzt, kommen «also nicht vorzeitig zur Ent­lassung. Diejenigen Mannschaften sämtlicher Truppenteile, deren Dienstzeit im Herbst a-b läuft, werden behufs dem- nächstiger Entlassung in die Heimat zurückbefördert, und zwar mit ReichspostdampferHamburg" ab Shanghai am 2L Juni, an Bremerhaven Ä August, die Mannschaften des zweiten Bataillons des dritten Infanterieregiments, die Eskadron Jäger zu Pferde >' prit Reic^postdampferPrinz Heinrich" ab Shanghai 5. Juli, an Bremerhaven 19. Aug., die Mannschaften des Stakes und ersten Bataillons des dritten Infanterieregiment^ des zweiten Bataillons des zweiten Infanterieregiment der Sanitätshalbkompagnie, des Lazarettpersonals urtt> der Feldlazarettemit Reichs­postdampferSachsen" af) Shanghai am 19. Julr, an Bremerhaven 2. Septeml^r, die Mannschaften des Stabes und des ersten Batacklv^ des ersten Infanterieregiments

und ein Drtttel des zweiten Bataillons des gleichen Regi­ments; mit ReichspostdampferKiautschou" ab Shanghai 2. August, an Bremerhaven 16. September, zwei Drittel letztgenannten Bataillons und die Mannschaften der Ge­birgsbatterie.

England und Transvaal.

Nach neuesten Meldungen aus Pretoria beträgt die Zahl der Buren, die sich ergeben Haden, jetzt 16 500, darunter« 835 Kaprebellen. Tie unter dem NamenNational Scouts" von den Generalen Vilonel und Celliers gebildete, etwa 6000 Mann starke Burentruppe wird am 17. Juni aufgelöst werden. Auch Delarey hat sich jetzt freiwillig mit 800 Mann bei Lichtenburg ergeben. Botha, Dewet und Delarey werden im nächsten Monat nach Europa ab- reifen. Louis Botha wird in etwa drei Wochen in Dresden eintreffen, um feine dort lebende Gattin und feine Kinder in die Heimat zurückzuführen. Auch Lukas Meyer dürfte zu gleicher Zeit in Europa eintreffen, um in Holland seine Gattin abzuholen. Nach London wird sich natürlich keiner von ihnen begeben.

Tie L. N. N. erfahren aus sicherster Quelle, daß die Benutzung des Kabels nach Südafrika dem Präsidenten Krüger immer noch nicht gestattet ist.

Wie aus Lissabon depeschiert wird, legte der ftan- zösische Gesandte dem Kolonialminister nahe, die seinerzeit in Laurenzo Marquez verhafteten französischen Kriegs- lontrebandisten in Freiheit zu setzen. Ter Minister lehnte jedoch die Intervention ab.

In London begann am Samstag in dem Bow Street* Gerichtshof die Verhandlung gegen Oberst L y Och wegen Hochverrats. Lynch ist britischer, in Australien geborener Unterthcm. Nachdem er als Journalist in Paris gelebt hatte, ging er 1900 nach Pretoria, wo er den Unterthanen- eid leistete, ein Feldtoruet-Attest zeichnete und die irische Brigade formierte, als deren Kommandeur er aktiv an den Operationen gegen General Buller in Natal teilnahm. Der Verteidiger erklärte. Lynch habe offen und ehrlich ge­handelt. Ein Telegraphenbeamter aus Johannesburg sagte aus, er fei im Herbst 1900 zu Lynchs irischer Sfrigabe( kommandiert worden und habe in Natal unter Lynch gegen die Engländer gefochten. Tie Verhandlung wurde vertagt.

<Landesversamwlung des Evangelischen Züurrdes.

Gie ße n, 16. Juni.

Die Reihe der festlichen Veranstaltungen wurde gestern eröffnet durch den Festgottesdienst in der Stadtkirche, zu dem sich eine zahlreiche Versammlung aus Stadt und Land zusammengefunden hatte. 9lad) der mit Chorgesängen des Kirchengesangvereins und Wechselgesängen reich ansgestat- teter Liturgie hielt Herr Pfarrer Dingeldey aus Darm­stadt, unser früherer Luüispfarrer, der hier aus lang- jähriger Wirksamkeit noch in bestem Andenken steht, die sehr eindringliche Festpredigt, in der er auf Grund von I Petr. 5,5 der Festgemeinde und dem Ev. Bund zurief:Haltet fest an der Demut" das ist die Quelle der Kraft, auch für den ©banget. Bund". Hieran schloß sich eine Versammlung des Hessischen Hauptvorstandes mit den Abgeordneten der Zweigvereine im kleinen Saale von Steins Garten, in der unter der Leitung des Vorsitzenden des Haupivorstandes,' Herrn Pfarrer Sic. Hans Waitz aus Darmstadt über interne Verhältnisse des Bundes beraten wurde. Unter anderem kamen die Preßverhältnisse im Großherzogtum Hessen zur Sprache, die Herr Pfarrer Bicke l h aup t-Groß-Umstadt eingehend würdigte und im ganzen als nicht ungünsttg schilderte. Dabei wurde u. a. vor Polemik mit den Zen­trumsblättern, von deren Tonart einige Proben gegeben wurden, gewarnt, und betont, daß es wichtiger sei, unsere Kräfte an positive Aufklärungsarbeit zu setzen. Zur Mit­arbeit daran wurde dringend aufgerufen und die Wege dazu erörtert.

Zu einer äußerst eindrucksvollen Kundgebung gestaltete sich die abendliche Festversarmnlung in Steins ©arten. Der große Saal konnte die Menge der aus allen Kreisen der evangelischen Bevölkerung von Gießen und der von aus­wärts erschienenen Gäste kaum fassen. Den rechten Ton schlug der Kirchiengesangverein mit dem prächtigen Zwingli- schen Reformationslied:Herr nun selbst den Wagen halt" an. Nach einem herzlichen Willkomm grüß, den der Vor­sitzende des Gießener Zweigvereins, Herr Landgerichtsrat Schmeckenbecher, den Versammelten und namentlich den Vertretern des ©Dang. Bundes und den auswärtigen Gästen bot, begann die Reihe der Begrüßungen. Der neue Superintendent von Oberhessen, Herr Oberkonsistorialrat Petersen aus Darmstadt, brachte die Grüße und Segens­wünsche des Großh. Oberkonsistoriums in einem An­schreiben der Behörde und mit warmen eigenen Worten zum Ausdruck. Herr Dekan Strack von Leihgestern be- willkonimnete die Versammlung im Namen der evangelischen Gemeinden des Dekanats, in denen sich eine rege Anteil­nahme, namentlich an der evangelischen Bewegung in Oesterreich kund giebt. Herr Pfarrer Schlosser begrüßte im Namen der evangelischen Kirchenvorstände und Ge­meinden Gießens, indem er die bisher geringe Teilnahme der Gießener Evangelischen am evangelischen Bund aus der geschichtlich gewordenen Eigenart der Gießener, die, obwohl gut protestantisch, doch konfessionellem Zwiespalr abhold seien, erklärte, und von der Tagung des ©oang. Bundes' zwar nicht eine Aenderung in dieser weitherzig duld­samen Stimmung, wohl aber eine heilsame Anregung zur Mitarbeit an den Aufgaben der evangelischen Kirche er­wartet. Herr Geh. Kirchenrat Professor D. Ka t t e n b u s ch der die evangelisch-theologische Fakultät vertrat, wies darauf hin, daß gegenwärtig eine große Stunde für den Protestan­tismus sei. Müberall erwachten protestantische Strp-