PrLparandenschule, die sich einer Schülerzahl von 40 Zöglingen erfreut, Ostern um eine zweite Klaffe erweitert werden.
Vermischtes.
»Lörrach, 14. Jan. In der Untersuchungssache gegen Ine Giftmischerin Frau Elz hat sich der Verdacht dahin erweitert, daß sie auch ihre am 22. April 1896 verstorbene 16jährige Tochter Emma durch Gift ermordet habe. Der Leichnam dieser Tochter wurde gestern ausgegrabcn und zur Untersuchung nach Freiburg verbracht. In den Leichenteilen des früher ausgegrabenen Leichnams des ersten Mannes der Elz sollen Arsenikspuren gefunden worden sein.
• gm Tode gefolgt. Die Braut des im Duell gefallenen Leutnants Blaskowitz soll in Libau (Rußland), plötzlich gestorben sein.
• Zwangsversteigerung einer Schule. Daß allen Ernstes eine öffentliche Volksschule von Rechtswegen mit Zwangsversteigerung bedroht werden kann, hat sich, nach dem „Hann, ftour." in Kolrnansfeld bei Schönsee (Westpreußen) ereignet. Der Bauunternehmer erstritt, als die Schulgemeinde sich weigerte, zum zweiteninalc einen verloren gegangenen Betrag von 3000 Mk. der Schulbaukosten gutwillig aufzubringen, ein verurteilendes Erkenntnis und ließ feine Forderung nebst den erheblichen Kosten auf das dortige Schulgrundstück eintragen und stellte den Antrag auf Zwangsversteigerung des Schulhauses.
• Ein Fräulein zu verkaufen. In dem Inseratenteil des „Vorarlberger Volksbl." liest man:
Ein Fräulein
sucht Stelle in ein Komptoir, läßt sich auch zum Verkaufen verwenden. Offerte an die Adm. ds. Bl.
Kunst und Wissenschaft.
— In Bad-Driburg beabsichtigt man dem Dichter Fr. Wilh. Weber ein Denkmal zu errichten. Eine halbe Stunde von Driburg, in Alhausen, bat tue Wiege des Dichters gestanden. Um insbesondere den menschenfreundlichen Arzt zu ehren, soll zugleich eine milde Stiftung gegründet werden, die den Namen „Weberstiftung" trägt, nämlich Freibetten für arme Kranke im Krankenhause zu Driburg, Eine Gedenktafel wird im Kranken- hause angebracht werden nut dem Bilde des Arztes. Der Kaiser- Hat dem Komütee einen ansehnlichen Beitrag übermittelt.
Die Denkmäler in der Berliner Siegesallee giebt in einer großen Publikation die Reichsdruckerei heraus. Die Hofkunsthandlung Amsler u. Rut- hardt hat den geschäftlichen Betrieb übernommen. Das Werk umfaßt 36 Tafeln Autotypie nach photographischer Aufnahme. ______________________________________
Unioersttäts-Nachrichten.
Die Assistentin der fcabifdjen Fabrikinspektion, Fräulein Elisabeth von Richthofen wurde in politischer Oeko- nomie als Hauptfach von der philosophischen Fakultät in Heidelberg mit dem Prädikat summa cum laude, zum Doktor promoviert. Ihre Dissertation ist betitelt: „lieber die historischen Wandlungen in der Stellung der autoritären Parteien zur Arbeiter- schutz-Gesetzgebung und die Motive dieser Wandlungen". Frl. v. Richthosen will in ihrer Jnauguralabhaudlung die Stellungnahme der Konservativen und des Zentrums zur sozialen Gesetzgebung des Deutschen Reiches kennzeichnen und vor allem die zuletzt ausschlaggebenden Motive ihrer Politik klarlegen.
Schiffsnachrichten.
„Red Star Linie" Antwerpen.
Der Postdampfer „Southwark" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramni am 14. Januar wohlbehalten in New-York angefommen.
Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Frankfurt a. M., 15. Jan. Die hiesige Möbelfabrik Franz Anton Hartmann (Theodor Schmid Nachf.) hat ihre Zahlungen eingestellt und bietet ihren Gläubigern 45 Prozent der Forderungen. Die Passiven belaufen sich auL 106 219 Mk. — Der Uebernahmekurs der neuen 81/, prozentigen Frankfurt er Stadtanleihe ist 97.50.
ko. Höchst a. M., 15. Jan. Die Nachricht, die Farbwerke Meister, Lucius u. Brüning hätten ein neues Verfahren zur Herstellung künstlichen Indigos erworben, das sich billiger als die bisherigen stelle, bestätigt sich nicht.
öerlitt, 15. Jan. Die heute von der Preußischen Een- tral-Bodenkredit-Akt.- Ges. zur Subskription aufgelegten Mk. 16 Mill. 4 proz. Central-Obligationen der Anleihe von 1901 sind vielfach überzeichnet' worden, sodaß auf die Zeichnungen nur ganz geringe Zuteilungen erfolgen können.
CottbuS, 15. Jan. Der Vorsitzende des Niederlausitzer Braunkohlen-Vereins teilt mit: In der heutigen Versammlung der Niederlausitzer Brikett-Jndustrie wurde nach eingehender Beratung über die Frage eines Zusammenschlusses der betreffenden Werke einstimmig beschlossen, eine Produktionsund Preiskonvention zu bilden. Eine aus 9 Mitgliedern bestehende Kommission wurde gewählt, welche die Ausftihrung dieses Beschlusses unverzüglich in die Wege leiten soll.
Köln, 15. Jan. „Wie die „Köln. Ztg." meldet, ist in der gestrigen.L-itzung der Rheinisch-Westfälischen Bandeisenwalzwerke beschlossen worden, die Preise für Flußbandeisen um 5 Mk. für 1000 Kilogramm zu erhöben.
— Die Schuckcrtgescllschaft dementiert die Nachricht eines Börsenblattes, wonach sie ihre Aktien der österr. Schuckertwerke verkaufen wolle. Die Gesellschaft hat in Gemeinschaft mit den Bamburgischen Elektrizitätswerken der Stadt Hamburg ein neues orortsbahnprojekt eingereicht.
MonS, 15. Jan. Aus bester Quelle wird mitgeteilt, daß die Generalleitung des hiesigen Kohlenbeckens die Herabsetzung ~.er Kohlenpreise beschloßen habe. .Tie Veranlassung zu tr Maßnahme find die jüngsten Preisermäßigungen m Noro- srankretch und die energische Forderung der belgischen Eisenwerke. re “ Dao System der italieuifchcu Reise-Passepartout, das L .Bufahrtsüme nach Italien bisher nur den Weg über die Gott- hardtbahn gestattete, hat seit Beginn der Reisesaison nach Italien etne wesentliche Vervollständigung erfahren, indem nunmehr als Zufahrts- wte Rückkehr-Linien a l l e Alpeilbahnen, also Semmering, ®re,nn*r'r- Gcmk)ardt, Mout-Cenis, benutzt werden können. Die Relse-Passepartout für die italienischen Mittelmeerbahnen und die AdrtaNca-Bahn sind bekanntlich zusammengestellte Anweisungen für Eisenbahn-, Dampfschiff-, Bergbahn-, Wagenfahrten, für Wohnung und Verpfleguna in ca. 100 verschiedenen Hotels, sowie m den größeren etabten Italiens sür Führungen zur Besichtigung der Sehenswürdigkeiten Die ausführlichen Tarife dieser Paffe- partout liegen an den Billetschaltern der Schweizerischen Bundes- bahnen der Großh. Badischen L-taatsbahn und der Reichsbahnen m Elsaß-Lothringen zur Eiiisicht auf ober können auf Verlangen per Postkarte kostenfrei von ber Zentral-Auskunstsstelle für den internationalen Verkehr in Basel (Schweiz) bezogen werben
Gcrichtssaal.
Insterburg, 16. Jan. Wie von zuverlässiger Seite berichtet wird, ist die Danziger Nachricht, daß der nächste Verhandlungs- Terniin in dem Krosigk-Prozeß auf Mitte Februar festgesetzt werde, unrichtig. Tas sit wegen ber Kurze ber Zett tmmöglich. .
Haneburg, 16. Jan. Tas Landgericht wies kostenpflichtig die Klage der Werftarbeiter gegen die Firma Blohm u. Botz sowie der Äamburg-Amerika-Linie wegen angeblicher unberechtigter Aussperrung bei dem Ausstande ber Werftarbeiter nn Jahre 1900 a b. Tie Kläger beabsichtigen die Berufung beim Oberland esgericht.
Frankfurt a- M., 15. Jan. Die Polizei und die Mil d). Ein Milchhändler hatte einen Strafzettel bekommen, weil die Mua-, die er seinen Kunden lieferte, nicht vollständig abgerahmt war. Tie Polizeiverordnung über da^ Feildietcn der Milch kennt iiämtid) nur, entweder Vollmilch oder abgerahmte Milch. Wer Milch verkauft, die nur teilweise abgerahmt ist, macht fid) nach Ansicht der Polizei strafbar, auch wenn er diese Milch als abgerahmte Mild) verlaust, also seinen Kunden etwas Besseres liefert, als wozu er verpflichtet ist. Der Milchhändler ries rid)teilid)e Entscheidung an, und wurde vom Schöffengericht freigesprochen. Aber nun legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein, und so kam die Sache vor das Landgericht. Dieses erkannte, gestützt auf ein ausführliches Gutachten des Ehemilers Dr. Fritzmann auf Verw erfung der Berufung. Das Gericht ist der Ansicht, daß die Polizeiverordnung etwas Unmögliches vor- schreibt. daß es nicht möglich ist, innerhalb der Polizeiverordnung eine den Vorschriften entsprechende Milch herzustellen. Deshalb hat das Gericht angenommen, daß diese Bestimmung der Poli^iverorduung zu Unrecht besteht, und das freisprechende Urteil bestätigt. Bei der grundsätzlichen Bedeutung dieser Frage will aber nunmehr die Staatsanwaltschaft die Entscheidung des Oberlandesgerichts anrufen.
Hanau, 15. Jan. Die von ber Verteibigung angeregte Revision gegen bas T o b e § u r t e i t, bas bas hiesige Schwurgericht im verflossenen Herbst gegen den Ziegeleiarbeiter Johannes Gläser vom Hof Steeg bei ©d)(üd)tcrn wegen Mordes fällte, ist gestern vom Reichsgericht verworfen worden.
Mannheim, 15. Jan. Tas Liebesdrama, beffen Schauplatz in der Nacht vom 6. zum 7. Mai v. Js. das Restaurant „Zum Rodenstein" in E L 8 war, hatte heute sein Nachspiel vordem Schwurgericht. Ter Friseurgehilfe Martin Lösch aus Lampertheim hatte fid) am Abend des 6. Mai v. I. in das Schlafzimmer Der Kellnerinnen eingeschlichen, um vor den Augen seiner ungetreuen Geliebten, der Kellnerin Philipp ine Jung, sich den Tod zu geben. Er trank Salzsäure und schnitt sich mit einem Rasiermesser in den Hals. Erst bann warf er sich auf bas Mäbchen unb brachte ihr einen furchtbaren Schnitt am Hals bei, ber bis auf bie Wirbelsäule brang. Das Mäbchen war sofort tot Lösch würbe ins Krankenhaus übergeführt, wo er infolge der Nachwirkungen der Säure mehrere Operationen zu Überstehen hatte und sechs Monate lang künstlich ernährt werden mußte. Er wurde hetlte aus dem Krankenhaus auf die Anklagebank gebracht Der medizinisck)e Sachverständige konstatierte eine völlige Genesung. Das Urteil lautete unter Annahme mildernder Umstände auf drei Jahre Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte nur 2 Jahre beantragt
Gingesandt.
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Gießen, 16. Januar 1902.
Gewiß begrüßt es jeder Einwohner Gießens mit Freude, daß die städtische Verwaltung so reichliche Mlttel bewilligt zur Verschönerung der hiesigen Anlagen. Besonders angenehm wurde es empfunden, daß bie Anpflanzung von Alleen einen willkommenen Schutz gegen bie Sonne versprechen. Schon lange rief bie Behandlung ber Bäume gegründete Ausstellungen hervor, aber die Art und Weise, wie nunmehr bie kaum schattenspenbenden Linben in ber Ostanlage mißhandelt werden, dürfte ein Eingreifen der Stadtverwaltung dringend hoffen lassen. Dieses wäre umsomehr am Platze, als die vielfach unnötige Entfernung, zumal starker Aeste derartig geschieht, daß ein Verheilen ber Wunden wohl ausgeschlossen ist, diese vielmehr einfaulen müssen, wie die älteren Bäume in den Anlagen bezeugen, deren vorzeitiges Eingeben sicher zu erwarten steht Einer für Viele.
Unter Bezugnahme auf bie Bekanntmachung ber Großherzogt Bürgermeisterei, betreffend, Krankenversicherung ber Hanblungs- gehilfen unb -Lehrlinge beiberlei Geschlechts, werden die Interessenten hiermit gebeten, mit der Anmeldung zu warten, da seitens der Großh. Handelskammer ber Antrag gestellt ist, bie ©rünbung einer besondreren Kaffe zu gestatten. -t.
Familien Nachrichten.
Gestorbene. Otto Hörr, Großh. Finanzrat in P. in Darmstadt.
^Literarische Neuerscheinungen.
(Besprechung vorbehalten.)
Kühler, Privatdozent, Lic., Dr. W. (Gießen), Reformation unb Ketzerprozeß. (V, 48 S.) Tübingen, I. E. B. Mohr. 1 Mk.
Schleinitz, O. v., Burne-Jones. (158 S. mit 113 Abbildungen nach Gemälden unb Zeichnungen. Bielefeld, Belhagen u. Klafing. 4 Mk.
Schiller, Geh. Oberschulrat Prof. Dr. Herm., Aufsätze über bie Schulreform 1900 unb 1901. 2. Heft. Die äußere Schulorganisation. (56 S.) Wiesbaden, Otto Nemnich. 1.20.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Höchste Temperatur am 14. Jan. bis 15. Jan. + 1,6® C.
Niebrigste „ „ 14. „ „ 15. „ — 5,2° C.
Januar
Barometer auf 0° reduziert
nperatur :r Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstäcke
Wetter
15.
226
766,0
+
0,7
4,8
98
W.
2
Bed. Himmel
15.
9M
763,7
+
0,4
3,8
68
w.
4
16.
7“
757,7
+
3,0
5,1
90
BW.
4
• ■
Humoristisches.
Der Schnttttspettor in der Lüneburger Haide. In einem Dorfe in ber Lüneburger Haide erschien vor einigen Tagen ber Scbulinspektor, hörte eine zeitlang ben Fragen unb Antworten zu, nahm sodann ein Stück Kreide, stellte sich an bie Tafel, und fragte einen kleinen flachshaarigen Burschen, ob er ihm wohl eine zweistellige Zahl nennen könne. Der Junge nannte die Zahl 86, und ber odjulmfpcftor schrieb, die Zahl umstellend, 68 an die Tafel. „So, nun nenne mir noch einmal eine zweistellige Zähl." Prompt antwortete ber Junge 37, und ber S ^ulinspcttor fdjrtet) 76.
„Weißt Du noch eine solche Zahl?" „Jawohl", antwortete grtnfenti ber kleine Bauernbengel, F44" und, indem ber Schulinspektor sich ber Tafel zuneigte, rief Fritze — so hieß ber flachshaarige Bursche „S o, Du olle Döskopp, nu schriew bat o k noch sals ch!"
Im Dusel. Stubent Süffel kommt endlich schwer geloben tu seiner Bube an. Er möchte sich noch 'mal in dem Spiegel sehen, Im Dusel erwischt er aber statt des Spiegels bie Haarbürstel „Teufel!' sagt er, als er bie Borsten sieht, „ich muß mich wohL rasieren lassen!®
* Im Dusel. Student (früh um 6 Uhr beim Sonnew, schein, als er das Schlüsselloch nicht findet, zu einem! Passanten): „Enrsd)uldigen Sic, haben Sie vielleicht du Zündhölzchen?" (Megg. Bl.s
Telephonischer Kursbericht.
Frankfurt a. M., 16. Januar.
100.20
Tendenz: fest.
4% Uriech. Monopo I-Anl. 41/,% äussere Argentiner
106.60
42.30
4% Uncar. Goldrente 4°/ Italien Rente . 4‘2% Portugiesen .
0/ Portugiesen . .
1% C. Türken . . Türkenlose ....
. 100.80 . 101.00 . 40.60 . 26.95 . 27.50
Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresd tt'-r Bank . . Ber iner Handelsges. O.sterr Staatobahn . Lombarden , . , üotthar 'bahn . . . Laura ütte . . . . Bochum . , , , . Harpener . . . .
378% 30/, 37,°/ 3% 3‘/2°/
. 203.20» . 185.36 . 129.95k . 133.90 . 144.20 . 140.20 . 20.50 . 169.40 . 194.50 . 181.70 . 164.76
Reichsanleihe do.
Konsole do. . .
Hessen
. 26.55
. 88.00
. 118.50
101.50 1 3 '/0 Mexikaner
90.30 47e / Chinesen
101.60 I Eh ctric. bei uckert
90.35 | Nordd. Lloyd . .
35o Hessen ..... —.— 4% 0' sterr. Go'drente . 102.65 4' z-6 Oes'err. Silber reute 100.65
Neueste Meldungen.
Originaldrahtmcldungen des Gießener Anzeigers.
Kiel, 16. Jan. Die Strafkammer verurteilte den Assistenz, arzt Dr. Jach wegen Zweikampfes mit Dr. Riesenthal, der im Mai v. I. in der Jungfernhaide bei Berlin stattfand» zu dreimonatlicher Festungshaft. Jach hatte damals einen Schuß in den Oberschenkel erha ten.
Schneidcmühl, 16. Jan. Die schwarzen Pocken find hier ausgcbrochen. Drei Personen sind erkrankt. Sie wurden in Isolier-Baracken des Krankenhauses untergebracht. Tie Krank« heit soll durch eine Familie aus Amerika eingeschleppt worden sein- —
London, 16. Jan. Hier ist man wieder einmal im Um klaren über den Aufenthalt Dewets. Tie einen be- haupten, er befinde sich nordöstlich von Lindley, andere sagen, er befinde sich im Bezitke von Reitz, wo er in dem Operationsbezirke thätig sei und die Truppen von Heilbronn und Botha bei sich habe. — Rach einer Meldung aus Wellington commeu« tiert die neuseeländische Prcffe die letzte Rede EhamberlaiuS über den Konflikt mit Deutschland, und erklärt, datz bereit- eine Boykottierung der deutschen Waren in der Kolonie erfolgt sei.
Bryburg, 16. Jan. (Reuter.) Eine Burenabteilung überschritt am 11. Januar die Eisenbahnlinie westlich von Bry- bürg und brach die Schienen in der Nähe von Maritzoni auf. Es soll zwischen den schottischen Schützen und dem unter Fouchs stehenden Kommando bei Moohok zu einem Gefechte gekommen sein. Ein Panzerzug kam am 12. ds. mit den Buren in Be« rührung. Er eröffnete mit Maximgeschützen das Feuer. Der Verkehr auf dieser Linie wurde w.eser aufgenommen
Pretoria, 15. Jan. In den Flüchtlingölageru von Krügcrsdorp, Potschefstroom und Klertsdorp wuiden kürzlich von General Andreas Cronje und dem Kommandanten VermaaS Versammlungen von Burghers abgehalten, in denen Beschlußan- träge angenommen wurden, die sich gegen die Fortsetzung des Kampfes Telareys und der anderen aussprachen. Ferner wurde eine Resolution angenommen betr. die Bildung einer neuen Abtei- lung von Natalschützen zum Dienst im Süden Transvaals. ES sind genug Namen unterschrieben worden, sodaß die neue Abteilung unverzüglich zu einer unabhängigen Operation w.rd ab- gehen können.
Berlin, 16. Jan. Aus Anlaß des Eisenbahnunglücks bei Altenbeken hat der Kaiser ange-> ordnet, daß der Salonwagen des Kronprinzen! niemals an das Ende des Zuges gelegt toiriki Bisher stand es den Direktionen frei, ihn an beliebigen Stelle z-u placieren.
Berlin, 16. Jan. Wie das „Kl. I." von zuverlässiger Seite erfährt, erhält Prinz Friedrich Leopold das 3. Armeekorps (Brandenburg), während dessen bisheriger Kommandeur v. Lignitz das 1. Korps erhält. Das Garde-Korps übernimmt v. Kessel, der frühere Kommandeur des 1. Garde-Regiments zu Fuß-
Mann heim, 16. Jan. In der chemischen Fabrik „Rhenania" zu Rheinau wurden zwei Tagelöhner aus Ketsch^ die damit bcsd)ästigt waren, Sulfat abzuladen, beim Ueber- schreiten des Fabrtrgeleises von einer Lokomotive erfaßt unix überfahren. Einer war sofort tot, der andere ist lebensgefährlich verletzt.
London, 16. Jan. „Daily Mail" sagt, wenn eine Ministerkrisis eintreten sollte, so geschehe dies nicht aus Anlaß des Krieges, sondern daher, daß die Re» gierung mit der Londoner Telephon-Gesellschaft einen Vertrag abgeschlossen hat. Die Regierung würde diese Frage wählen, um den Schein zu wahren, wenn eine Minister^ krisis wegen des Krieges eintreten würde.
London, 16. Jan. Anläßlich der heutigen Parlaments-Eröffnung heben gestern die üblichen traditionellen Diners vor der Parlamentseröffnung stattgefunden. Lord Salisbury hatte seine Kollegen der konservativen Partei bei sich versammelt, desgleichen Lord Balfour, während Sir Campbell Bannermann und der Herzog von Devonfhire ebenfalls ihre liberalen Freunde bewirteten. Entgegen dem bisherigen Gebrauch wurde diesmal der Text der Thronrede der Presse nicht im voraus mitgeteilt. — Aus Amsterdam wird berichtet: Der Vertreter von Chile ist von seiner Regierung ermächtigt worden, den Buren ein bedeutendes Gebiet in Chile anzubieten. Die Regierung übernimmt den Transport der Ansiedler und besorgt ihnen Vieh und will ihnen sogar Geld lechen.
Haag, 16. Jan. Der Buren-Delegierte Wolmaran stattete gestern in Utrecht dem Präsidenten Krüger einem Besuch ab. i '
Paris, 16. Jan. Das von nationalistischer Seite verbreitete Gerücht, der Botschafter in Konstantinopel Constans werde dentnäck)st von seinem Posten zurücktreten, um wieder eine Rolle in der inneren Politik $u spirten, wird vc 'ehreren DLättern als durchaus unbegründet be-eichnrt.^


