Turnerschaft Gießen" von einem Sertan gen der hiesigen Arbeiterschaft gesprochen, einen eigenen unpolitischen Turnverein zu gründen, und angedeutet, daß ein solch unpolitischer Verein, der ausschließlich den Zweck habe, feine Mitglieder geistig und körperlich zu stählen, nunmehr in der sog. „Freien Turnerschaft Gießen" gegründet worden sei. Da durch diesen Artikel von den z. Z. hier bestehenden beiden Turnvereinen indirekt behauptet wird, daß sie politische Bestrebungen verfolgten, so sei zur Aufklärung folgendes erwidert:
Die beiden hiesigen Turnvereine, der Turnverein von 1846 und der Männerturnverein von 1885, welche die ,-Gießener Turner schass bilden, gehören der „Deutschen Turnerschaft" an, die in § 2 ihres Grundgesetzes die Hebung des Turnwesens als Mittel zur körver- lichen und sittlichen Kräftigung als alleinigen Zweck iyres Bestehens bezeichnet. Ebenso vft allen der „Deutschen Turnerschaft" angehörenden Vereinen jede politische und konfessionelle Bestrebung statutarisch untersagt. Außerdem iQ nach den Satzungen der beiden hiesigen Turnvereine einem jeden o h n e Un t er- schied des Berufes und des politischen Partei standpunktes der Eintritt in dieselben möglich, sofern er sich eines unbescholtenen Rufes erfreut, wie auch thatsächlrch bei diesen Vereinen zahlreiche Angehörige des Arbeiterstandes Mitglieder sind. Aus alledem geht hervor, und sei dies hiermit ausdrücklich seftgestellt, daß die Bestrebungen, welche die ncugegründete „Freie Turnerschaft Gießen" zu verfolgen vorgiebt, von der Deutschen Turnerschaft und speziell von den beiden hiesigen Turnvereinen von jeher gepflegt und gefördert wurden.
Tie Redaktion des „Gieß. Anz." hat dazu zu bemerken, daß ihr die oben erwähnte Mitteilung der „Freien Turnerschaft Gießen" durchaus harmlos und bar aller Hintergedanken schien, sie hat sich indes nachträglich von dem Gegenteil überzeugt und bedauert, jene Zuschrift in Nr. 264 nicht von allen Spitzen befreit yi haben.
** Die Großh. Hessische Sterbekasse für Unteroffiziere. Tas Großh. Ministerium des Innern bringt zur allgemeinen Kenntnis, daß mit Allerhöchster Genehmigung Sr. Königl. Hoheit des Grvßherzogs vom 11. Januar 1903 ab das aus der Sterbekasse für Unteroffiziere zu zahlende Sterbegeld bei dem Ableben eines Mitgliedes statt hundert Mark hundertundfünfzig Mart und bei dem Ableben der Ehefrau eines Mitgliedes statt fünfzig Mark fünsundsiebzig Mark beträgt.
Butzbach, 14. Nov. Ter hiesige Landtagsabg. Joutz richtet an die Wähler des 3. Lberhessischen Wahlbezirkes -ine Erklärung, der wir folgendes entnehmen:
War meine Wiederwahl auch keine einstimmige, mußte ich, trotz meiner Bemühungen in den vergangenen sechs Jahren, das Wohl des Sauern ft anbed in Wort und That zu fördern, gerade von Wahlvertretern dieses Standes eine Gegnerschaft erfahren, so 6in ich doch der Ueber- zeugung, daß die überwiegende Majorität meine Bemühung für sie anerkannt, und nur das indirekte Wahlsystem es möglich mache, daß herrsch- und gewinnsüchtige Agitationen ihr Unwesen treiben konnten und damit diese Anertennung abzuschwächen vermochten. Ich werde unentwegt, soweit es in meinen Kräften steht, auch zukünftig mich bemühen, die allgemeinen Interessen meiner Wähler zu fördern und geiviß bei der großen Zahl der Landwirte im 3. Bezirk, wenn auch ni ch t alle, vielleicht nebelhaften
Forderungen des Bauernbundes, aber wie seither die berechtigten Forderungen des Bauernstandes nach bestem Wissen und Gewi ss en im Landtage zu vertreten suchen; zugleich aber auch Sej'trcbungen, die darauf ausgehen, in gewinnsüchtiger Absicht die einzelnen Erwerbsstände untereinander zu verhetzen, in Wort und Schrift ent* gegentreten. Es kann nur dem Ganzen nützen, wenn der Landwirt dem Handwerker, Geschäftsmann und Arbeiter und diese wieder den Landwirten ihren Lebensunterhalt gönnen und zu heben suchen. 3hir gewissenlose und gewinnsüchtige Agitatoren versuchen es seit Jahren, einen Keil zu treiben gegen die Gemeinsamkeit der Interessen dieser Erwerbsslände in unserem Bezirk und in wohlberechnender Absicht die Meinung zu verbreiten, als ob Gegensätze beständen, als ob der Eine sich über den Andern zu erheben suche.
Gerichlssaal.
ÄoRet, 13. Nov. Ter 55jährige Maurer Johannes Maurer dahier, der am 12. Nia, d. I. feine tfiau durch vier Messerstiche getütet hatte, um sich in den Besitz ihrer Erfparnisse in Höhe von 2000 Ml. zu setzen, wurde vom Schwurgericht wegen vorsätzlichen Totschlags zu 1 0 I a h r e n Zuchthaus verurteilt. Tie Frage aus Mord wurde von den Geschworenen verneint, weil Maurer nach dem Sachverständigen-Gutachten Alkoholiker ist und infolge dessen an Nervenüberreizung leidet. Seine freie Willensbestimmuug ist dc-.chaib nicht ausgcichloiien.
Meteorologrscr-c Beobachtungen
der Station Gießen.
November
Barometer auf 0° reduziert
t
-e-cnipcruuu der Lust
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
14.
2“
756,1
+ 6,2
6,4
90
SW.
1
Bed Himmel
14.
9
756,7
+ 5,6
6,5
96
sw.
1
15.
7*4
756,6
+ 1,5
4,5
89
NE.
2
HellerjHimmel
Höchste Temperatur am 13.—14. November 7,5 °C.
Niedrigste , „ 13.—14. „ 4,2" C.
Auszug sus den Atautcksagrtsrktzchrnl der Aled! Gietzru.
Aufgebote.
November. 7. Johannes ytarl Emil Köhler, Graveur dahier, mit Johanna Garschagen in Elberfeld. 10. August Arthur Riemann, Hilfshoboist dahier, mit Emma Böhler iii Wteseck. 11. Heinrich Tieg, Knecht dahier, mit Katharine Stock in Alsfeld. l l. Jiaak Rosenthal, Kaufmann dahier, mit Rosa Sophie, genannt Ida Bärmann hierselbst. 11. Franz Lover Wiedemann, Schreiner dahier, mit Anna Elisabethe Gilbert in Lich. 11. Johann Siller, Küfer dahier, mit Alma Schilling in Coburg.
Eheschließungen.
November. 8. Christian Emil Büttner, Schlosser dahier, mit Marie Karoline Hillgärtner hierselbst. 12. Friedrich Ludwig Karl Moser, Kaufmann dahier, mit Karoline Ernstine Christine Fink hierselbst. 13. Karl Emil Zinßer, Spartassediener dahier, mit Emilie Alker hierselbst.
Geborene.
November. 2. Dem Fabrikarbeiter Wilhelm Uhde eine Tochter. 3. Tem Weißbinder Karl Käs eine Tochter, Frieda. 3. Dem Eifendreher Robert Windisch ein Sohn. 3. Dem Btze° feldwebel Conrad Birkenfeld ein Sohn, Heinrich Wilhelm Paul
Conrad. 5. Dem Dizefeldwebel Karl Heinrich Jockel em Sohn. 5. Tem Kaufmann Ernst 'Dlüder IL eine Tochter. 5. Dem Kaufmann Friedrich Laih eine Tochter, Johanna Friederike. 5. Tem Friseur Hermann Schenck em Sohn. 6. Dem Schneidermeister Johannes Eckert eine Tochter. 6. 2em Kaufmann August Leithäufer em Sohn, Karl August. 6. Tem Taglöhner Ludwig Pfeifer em Sohn, Valentin Ludwig Conrad Heinrich. 7. Dem Metzger August Keßler eine Tochter. 8. Tem Feldwebel Karl Tambmann eine Tochter. 8. Tem Bergmann Heinrich Müller eine Tochter, Karoline. 9. Tem Treher Josephat Staubach eine Tochter, Alarm Josephine. 9. Tem Schriftsetzer Wilhelm rtenz eine Tochter, Lina Karoline Luise. 9. Tem Flaschenbierhandler Heinrich Merz ein Sohn.
Gestorbene.
November. 9. Dietrich Christ, 83 Jahre alt, Privatier dahier. 10. Else Pieh, 17 Jahre alt, ohne Beruf dahier. 14. Katharine Helene Basier, 3 Jahre alt, Tochter des Fuhrmanns Conrad Balser 11. dahier. 14. Lina Reitz, geb. Lauber, 24 Jahre alt, Ehefrau des Bahnarbeiters Heinrich Reitz dahier.
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Bekamitmachung.
Bctr.: Handelskammerwahlen.
Auf Grund des Gesetzes vom 6. August 1902, die Handelskammern betreffend, haben an Stelle der seitherigen Mitglieder der unterzeichneten Handelskammer Neuwahlen stattzufinden.
Es scheiden aus:
Für den Wahlkreis Gießen - Stadt die Herren: Kommerzienrat F. C. B. Koch, Kommerzienrat S. Heichelheim, E. Balser, A. Katz, C. BZ. Rowack, (£. Röhr, H. Schirmer, E. Schmall, DZ. Zurbuch, sämtlich in Gießen.
Für den Wahlkreis Gießen-Land die Herren: L. Rinn in Heuchelheim und H. Steinecke in Lollar.
Für den Wahlkreis Lich-Hungen: Herr H. Jhring in Lich.
Für den Wahlkreis Grünberg: Herr L. Moll in Grünberg.
Wiederivahl ist zulässig.
Die Listen der Wahlberechtigten liegen 10 Tage lang, vom 17. bis incL 26. d. Mts. zur Einsicht offen und zwar diejenigen für Gießen-Stadt und Gießen-Land auf dem Bureau der Firma A. Heichelheim, Gießen, Südanlage 13, von 9—12 Uhr vormittags und von 3—6 Uhr nachmittags, die Liste für Lich-Hungen auf der Großherzogl. Bürgermeisterei Lich während der üblichen Gcschäftsstunden und die Liste für Grüuberg auf der Großh. Bürgermeisterei während der üblichen Geschäftsstundcn.
Einwendungen gegen den Inhalt der Listen sind innerhalb der erwähnten zehntägigen Frist bei der unterzeichneten Handelskammer schriftlich vorzubringen. Nach Ablauf der zehntägigen Frist wird die Handelskammer über die vorgebrachten Einwendungen entscheiden und die Listen der Wahlberechtigten nach Maßgabe dieser Enscheidung, soweit nötig, berichtigen laßen. Gegen diese Entscheidung ist innerhalb zweier Wochen Beschwerde an das Ministerium des Innern zulässig.
Nur diejenigen dürfen ihr Wahlrecht auSüben, welche in die festgestellten Listen ausgenommen sind.
Nach Feststellung der Wählerlisten wird die unterzeichnete Handelskammer den Tag und die für den Beginn und den Schluß der Wahl festgesetzte Stunde sowie das Wahllokal öffentlich bekannt geben.
Gießen, den 15. November 1902. 7963
Die Großherzoglichc Handelskammer.
Der Vorsitzende: Der Syndikus.
____________________Q ch.__Dr. Knipper.
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Kcssctbach für das Fahr 1903,04 liegt vom 20. d. Mts. an acht Tage lang auf hiesigem Bürgermeistercibureau zu jedermanns Einsicht offen.
Keffelbach, am 14. November 1902.
Großherzogliche Bürgermeisterei Kesftlboch.
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Der Voranschlag der Gemeinde Allendorf a. Lda. für daS Jahr 1903 04 liegt vom 14. November l. I. an acht Tage lang zur Einsicht der Jntereffenten auf hiesigem Bürgermeislereibureau offen.
Allendorf a. Lumda, den 14. November 1902.
Großherzogliche Bürgermeisterei Allendorf a. Lumda.
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