Ausgabe 
15.11.1902 Erstes Blatt
 
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Nr. 269 Erstes Blatt.

152. Jahrgang

Samstag 15. November l»O2

Grl-etnt täglich autzei Sonnlagi.

DrmGietzeneiAnzeiger werden Im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Kamillen- blätter viermal tn der Woche beigelegt.

RotattondDrucf u. Ver­lag bet Brüh loschen Unwerl.-Buch- u.Slein- bruderet (Pietsch (itben) ssttdalnon, Expedition und Druckerei:

Gchatstrahe 7.

Kldresie füx Depeschenr Anzeiger Gtetzen.

FerniprechanIchlußNr 5L

Gießener Anzeiger

'"T General-Anzeiger 99 '**

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

veza gSpret», monatlich 76'131, otertel* täbrhd) Ml. 2.20, durch Abhole- u. Hrvelgstellei, monatlich 6o Pf.- durch die Post All. 2. Dtertek fährt. ausschl Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnurnrner big vormittag- 10 Uhr. Zeitenpreis total 12Ps^ auSrvärtS 20 Psg.

Verant rvoTlltchi für den poltl u. allgem, leil P. Witiko: füi .Stadt und Üanb* und (Send)t6|aale Lari Plato, für den An­zeigenteil h»anS Beck.

Gießen, 4. November 1902.

Betr.: Unfallversicherung der in der Tabakindustrie beschäf­tigten Arbeiter.

Das Grohherzogliche Kreisamt Gietzen an Grotzh. Polizeiamt Gießen und die Großh. Bürger­meistereien der Landgemeinden des Preises.

Wir sehen bis zum 1. Dezember Ihrem Berichte darüber entgegen, 1.) welche Betriebe Hausgewerbetreibender der C-igarren- und Tabakindustrie in Ihrer Ge­meinde vorhanden sind; 2.) welche von diesen fremde, nicht zur Familie gehörige Arbeiter innerhalb oder außerhalb ihrer Betriebe beschäftigen, und 3.) ob die Gewerbetreibenden der gedachten Art der Tabakberufsgenossenschaft als Mitglieder angchören oder nicht. Unter Hausgewerbetreibenden sind solche Personen zu verstehen, die in ihrer Wohnung auf eigene Rechnung die Herstellung von Zigarren, Rauch- oder Schnupftabak vornehmen.

Weiter wollen Sie berichten, wieviel Heimarbeiterder Cigarren Industrie in Ihrer Gemeinde vorhanden sind, d. h. Personen, die nach Bedarf Tabak aus der Fabrik holen, daheim zu Cigarren verarbeiten und letztere wieder an die Fabrik abliefern, sowie ob diese Heimarbeiter seitens der Fa­briken bei der Tabakberufsgenoffenschaft zur Versicherung an­gemeldet sind.

I. B.: Tr. Wagner.

Bekanntmachung.

Wir bringen zur öffentlichen HemuniS, daß Herr Karl Vogt IV. heute als Ortsgerichts-Vorsteher und Standes- beainter für die Stadt Lich von uns verpflichtet worden ist.

Lich, den 13. November 1902.

Großh. Amtsgericht.

^rluiHiiiiiiiiüjiiiiß.

Betr.: Die Ausführung der Verordnung, das Gewerbe der Gesindevermieter und Stellenoermittler betr.

Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß die von der Gesindeoermieterin Pitzer beanspruchte Gebühr beträgt:

1. für Vermittelung eines Dienstboten an eine

Herrschaft in Gießen ....... Mk. 5. 2. für Vermittelung eines Dienstboten an eine

Herrschaft nach auswärts ...... Mk. 5. wovon der Dienstbote jeweils Mk. 2. zu entrichten hat.

Gießen, 15. November 1902. )roßherzogna>ee poiizciamt Gießen.

Hechler._____________________

Krlranntmachung.

In der Zeit vom 8. bis 15. November 1902 wurden m hiesiger Stadt

gefunden: 1 Zwicker, 2 Pferdeteppiche und 1 Päckchen Kordel;

verloren: 1 goldene Brosche, 1 silberne Uhrkette, 1 silb. Brosche, 1 Portemonnaie mit Inhalt und 1 seidenes Herrenhalstuch.

Entlaufen ist: 1 Foxterrier und 1 schwarzer Mopshund.

Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.

Gießen, den 15. November 1902.

Hroßherzognu-ei? ,.0Li.;ciami Gießen.

Hechler.

Jit (Eröffnung brt lHaJdj.ntnb^nfiijult zu Offiudch a. iU.

Tie weit über die Grenzen unseres Landes hinaus aufs beste bekannten Technischen Lehranstalten zu Offenbach a. M. (unter Staatsausficht), welche aus ihrer Bauschule uno ihrer kunstgewerblichen und mafchinentcllMschen Abteilung eine Menge tüchtiger Leute, die es zu sehr angesehenen Stell­ungen gebracht haben, hervorgehen sahen, haben nun eine umfangreiche Erweiterung erfahren, indem mit dem 1. April kommenden Jahres eine Maschinenbauschule ins Leben trUt2Bar ja auch seither den begüterten Kreisen Gelegen­heit geboten, ihre Sohne durch den Besuch der Technsia)en Hochschule in Darmstadt zu Maschinen-Jngenieuren auszu- bilden so sah sich doch der Mittelstand gezwungen, wollte er seine Söhne nur Techniker oder Werkmeister werden lassen, diese wett weg zu geben. Es ist deshalb um so erfreulicher z.u begrüßen, daß gerade m das a^

Fabrikstadt einen .ehr guten Namen hat, und das nn Mittel, punkt Hessens liegt, eine derartige (schule entsteht. Tüch­tige Lehrkräfte und entsprechende Hiljsmtttel bieten auger- dem Gewähr, daß dem Schüler eine gediegene und um­fassende Bildung für den Technikerberus zu ^eil wird. Da das Schulgeld im Verhältnis zu dem anderer An,talten als sehr mäßig zu bezeichnen ist, da außerdem in O^enbach der Preis für Kost und Wohnung (ich auch nicht hoch |ielL, so kann allen der Besuch dieser s2ln|taU aufs wärmste em­pfohlen werden. , .

Wir glauben «d.aher diesem Unternehmen eine .ehr günstige Entwicklung prophezeien zu dürfen.

Im Kampf um IüdafciKa.

Gießen, 15. Nov.

Heute früh wurde uns durch Pisliilboten der erste Band des ' I. Lehma n ns V i ! 1 » h*

erscheinenden Werkes, das gleichzeitig in allen Kultur­sprachen zur Ausgabe gelangt, ,Lm Kampfe um Süd- afrik a", auf den Redaltionstisch gelegt. Dieser erste Band, in gediegener Ausstattung schon der Umschlag mit dem Porträt Krügers und der gefälligen Lorbeer- oerzierung lockt mächtig an enthält die Lebenserinne- eungen des Expräsidenten von Transvaal, von chm selbst erzählt, nach Aufzeichnungen seines Privatsekretärs Bredell ano seines früheren Umerstaatssekretärs Piet Grobler, her- ^usgegeben von A. Schowalter. Den schönsten Sck)muck erhält der stattliche Band durch das von einer vornehmen nunstanstalt mei^erhaft ausgcführte Bildnis Krügers.

Inzwischen sind dieM. N. Nachr." in der Lage, aus dem demnächst erscheinenden dritten Bande dieses die Welt interessierenden Werkes einiges von ben Aufzeich­nungen des Feldpredigers I. D- Kestell mitzuteilen. Wtt geben daraus folgendes wieder:

Am 13. Oktober 1899 zogen die Oranjeburen hoff­nungsvoll unter ihrem Hauptkommandanten Martinas Prinsloo von den Drakensbergen herunter nach 9iatal, aber es macht von Haus aus keinen Erfolg versprechenden Eindruck, daß der treffliche Vorschlag des Hauptkomman- oanten, die Eisenbahnbrücke über den Tugela fudlich von Ladysmith durch ein paar Kommandos so schnell wie möglich zerstören zu lassen, in einem großen Kriegsrat erörtert wird und darüber nicht zur Ausführung gelangt. Vor Ladysmith kam Kestell gerade zu dem Gefecht von Nicholsonsneck am 30. Oktober zurecht; hier zeichnete sich der später so berühmt gewordene Christian De w e t zuerst aus, er war es, der als stelwertretender Kommandant die entscheidende Posttion erstürmte, und 800 Engländer ge­fangen nahm. Den Grund, weshalb man Lndyfinilh nicht sofort angriff, findet K. in dem völlig ungeordneten Zu­stande, in den die Kommandos durch die ersten Mrsche und Gefechte geraten waren, und die Erinnerung an den ersten Nachtmarsch, dem er beiwohnte, läßt ihn ausrufen: Es ist beinahe unglaublich, daß der tüchtige, gehorsame Bürger von 1902 derselbe Mann ist wie der fast zuchtlose des Jahres 1899."

Hiermit ist eine der Hauptursachen bezeichnet, warum die Geschichte des Burenfeldzuges in Natal trotz der ab­geschlagenen drei Angriffe am Tugelo eine Geschichte ver­säumter Gelegenheiten ist. Es ist die Schwäche aller Volks­aufgebote, selbst wenn der Einzelne die ausgezeichneten kriegerischen Anlagen der Buren besitzt. Ein schlagendes Beispiel, aus den vielen, die sich oei Kestell finden, sei herausgegriffcn. Ein Plateau (Platrand, Wagonhttl oder Caesarslamp) beherrschte Ladysmith und das gesamte eng­lische Lager so völlig, daß seine Einnahme unmittelbar zum Falle vonLadysmith geführt hätte. Vom ersten Tage der Zernierung an erzählt Kestell

hatte man sich gesagt, daß diese Stellung genommen werden müsse. Eine Woche darauf hatte Kommandant de Villiers einen Sturm vorbereitet, war aber von Joubert in letzter Stunde zurückberufen worden. Von dieser Zeit ab hieß es fortwährend: Der Rand muß genommen wer­den! und am Ende beschloß der vereinigte Kriegsrat von Transvaal und Oranje-Freistaat, daß in der Nacht vorn 29. zum 30. November 900 Mann ihn erstürmen sollten. Um 2 Uhr früh sollte aufgebrochen werden. Es kam aber anders. Um 10 Uhr abends tarnen einige Transvaaler Offiziere in das Zelt des Kommandanten de Villiers und wiesen darauf hin, daß für die Anstürmenden keinerlei Schutz vorhanden sei, daß die Gräben am Fuße des Hügels für uns eigentlich ein bedeutendes Hindernis sein würden, wenn wir zum Rückzüge gelungen werden sollten. Ein Offizier nach dem anderen fand sich hier ein, bis ihrer 15 zusammen waren, und alle waren dagegen, den Rand zu stürmen. Um 1 Uhr hatte man sich gegenseitig überzeugt, daß der Platrand nicht eingenommen werden könne: man nahm gemeinschaftlich die Verantwortung auf sich, den Befehl des Kriegsrates nicht auszu führen, und anstatt um 2 Uhr Platrand zu erstürmen, lag ein jeder im Bett in tiefem Schlafe. Der böse Tag war auf­geschoben . . . Hauptkommandant Prinsloo erklärte später, der Rand könne und müsse genommen werden, er könne es mit 100 Mann fertig bringen. Kein Tag verging, an dem man nicht bedauern hörte, daß der Platrand nicht da­mals als man es vorgehabt, genommen worden sei; dar­auf folgte immer der Nachsatz, man müsse das Ver­säumte nachholen."

Endlich beschloß der vereinigte Kriegsrat wiederum, in der Nacht zum 6. Januar den Angriff wirklich zu machen. 4000 Mann waren dazu aufgeboten; den eigent­lichen Sturmkolonnen sollten unmittelbar nach dem Angriff von allen Seiten Verstärkungen zu Hilfe kommen. Kestell war bei den Sturmkolonnen anwesend, sie gelangten um i/24 Uhr morgens mit einem Verlust von nur zwei Mann unmittelbar an die englischen Schanzen auf der Höhe und überwältigten die Besatzung nach kurzem Kampf, so daß die Höhe im Besitz der Buren war, die nun von ben Engländern unter Feuer genommen wurde. Aber als es völlig Tag wurde, gewahrte man, daß nur gegen 200 Oranjeburen und vielleicht ebensoviel Transvaaler die Besatzung der entscheidenden Posttion bildeten, der Rest der 4000 war in gedeckten Reservestellungen zurückgeblieben und rührte sich nicht.Schändlich und frevelhaft hatten sie ihre Brüder im S ticy g elassen", urteilt Kestell. Trotzdem wurde die Höhe den ganzen Tag gegen das konzentrische Feuer und mehrere englische Angriffe gehalten, aber da die Verluste sich häuften, und keine Unterstützung kam, nach Einbruch der Dunkelheit wieder ge­räumt. Tie Lranjer verloren dabei 22 Tote und 3d Ver­wundete; natürlich gehörten sie zu den Tapfersten. Für eines der schweren C.,chütze, bas |id> lvttk,ain am Gefecht b.. en in

Durch solche clenbe Mißwirtschaft würbe man unwillkür­lich verbittert." Das ist bie lehrreiche Geschichte von Platrand.

Von den Gefechten gegen die Buller'sche Entsatzarmee hat Kestell Co len so unb Spionskop angesehen. Seine Wahrnehmungen sind von großem Interesse: Bei Colenso griffen die Engländerin absoluter Unkenntnis der Stell­ungen der Verteidiger" an. Schon am Tage vor der! Schlacht waren die Buren über die englischen Absichten nicht im Zweifel. Hier zeichnete sich der spätere Ober- fommanbant L. Botha in rühmlichster Weise aus, so baß ber französische Oberst Villebois über ihn urteilte:Er ist ein geborener General". Der ganze Verlust ber 3000 Buren, bie ben englischen Angriff abschlugen, betrug sieben Tote und 20 Verwundete. Auch die Absicht Bullers, am Spionskop durchzubrechen, war schon fast eine Woche vor Beginn des Angriffs erkennbar, die Gefechte selbst währten acht Tage. Wieder war es Botha, der auch hier das Beste that. Am vorletzten Tage gelangten die Engländer in den Besitz des Spionskops, räumten ihn aber in der Nacht wieder. Der Verlust der Oranjeburen belief sich auf 55 Tote, 70 Verwundete.

Im Februar gestattete General White den belagernden Buren, mit Urlaub nach Ladvsmith zu kommen,um ihre Freunde zu sehen"; zu Ende des Monats gelang der erneute Entsatzversuch Bullers. In Abwesenheit Bothas hatten die Buren die entscheidenden Hlangwanehöhen un­besetzt gelassen, die Engländer postierten dort ihre schwere Artillerie, womit die Sache entschieden war. In größter Eile und Unordnung zogen die Oranjeburen nun nach den Pässen der Drakensberge zurück, und die nun eintreffen­den Nachrichten von ber Kapitulation Cronjes unb ber Ein­nahme von Bloemfontein bewirkten eine allgemeine Nie- bergeschlagenheit unb Entmutigung, von der bie Frauen inbeffen eine rühmliche Ausnahme gemacht haben.

Präsident Steijn sandte dann den größeren Teil seiner Kommandos gegen das englische Heer unter Lord Roberts, eine starke Macht (0000 bis 8000 Mann) unter Prinsloo sollte an den Pässen der Drakens- und Roode- berge bei Nauwpoort und Fouriesburg stehen bleiben. Bei diesem Teil der Oranjeburen trat nun eine längere Ruhepause ein, während bie Engländer sich mehr unb mehr im Lande ausbreiteten. Im letzten Drittel des Monats Juli rückten sie von Westen unb Norden aus gegen die Stellungen dieses Burenkorps vor, wobei es zu einigen sehr schwacy geführten Gefechten kam. Kestell sagt:Die Meisten hatten nicht mehr die Absicht, zu kämpfen, alles war demoralisiert." In einem Kriegsrat ber Offiziere würbe Prinsloo zum Hauptkommandanten gewählt, unb mit 17 gegen 13 Stimmen beschlossen, zu kapitulieren, ein Entschluß, ber später wieber zurückgenommen würbe. Am 29. ergab sich indessen Prinsloo wirklich ohne nennens­werten Widerstand mit 4000 Mann den Engländern, wäh­rend die Mehrzahl der Uebrigen nach Hause ging. Tn die Wahl Prinsloos keine definitive gewesen war, so ritt der inzwischen rechtmäßig erwählte Hauptkommanbant Roux zu ben Englänbern,um gegen bie Kapitulation äu pro­testieren", wurde von ihnen aber natürlich nun ebenfalls festgehalten.

Damit war ber Wiberstand im östlichen Oranjestaat vorläufig zu Ende. In Verbinbung mit ber Unterwerfung einer großen Zahl Transvaaler nach ber Einnahme von Pretoria und den Folgen der Gefechte bei Macyadodorp konnte dieser klägliche Ausgang wohl die Ansicht bei Lord Roberts hervorbringen, daß der eigentliche Krieg beendet sei.

Nicht bei allen war indessen der Wille, ihre Unab­hängigkeit zu behaupten, gebrochen. Anfang Augu»sh sam­melte sich eine kleine Schar entschlossener Mnner nördlüch Harrismith um die Generale Villiers und Fourie, um sich nordwärts zu ihrer Negierung und ihrem Hauptkomman- banten Tew et zu begeben. Ein Abaesanbter Steijns traf ein unb unterstützte sie in ihrem Vorhaben. Von Orga­nisation war keine Rebe,es gab Generale ohne Komman- banten unb Kommandanten ohne Mannschaften". In Nacht­märschen zog man weiter; als man aber am Vechtkop bei Heilbron (dem Gefechtsfelde Eelliers gegen Moselikatse 1837) auf Engländer stieß und hörte, daß der Präsident nacy Transvaal ausgewichen sei, kehrte man wieder um, eigent­lich mit der einzigen Absicht, den Engländern auszuweichen. Langsam, mit einem großen Troß von Wagen bewegte sich der Zug, der mit der Zeit bis auf 2000 Mann anschwoll, südwärts. Nach einigen Zusammenstößen mit kleineren eng­lischen Abteilungen gelang es, die englische Garnison von Ladybrand aus dem Dorfe zu vertreiben unb sich hier frisch mit Proviant zu versehen. Hier traf nun ein Befehl Tewets bei ber Kolonne ein, sie solle nordwärts nach der Gegend von Kroonstab marschieren und ihre Anstrengungen hauptsächlich auf die Zerstörung der feindlichen Verbin­dungen längs der Eisenbahn richten. Alle Wagen sollten zurückgelais.n werden, eine Bestimmung, die große Unzu­friedenheit erregte und daher einfach nicht befolgt wurde. Unter Schwierigkeiten wurde der befohlene Marsa) indessen ausgeführt; am 22. September erreichte man wiederum den ^chtkop bei Heilbron, unb am folgenben Tage erschien Tewet im Lager unb übernahm das Kommando.

Eine neue Periode hebt mit diesem Zeitpunkt an; Zucht, Ordnung und eine auf bestimmte Ziele gerichtete, ent­schlossene Kriegführung lassen die Hand des seiner schwie- rigen Aufgabe gewachsenen Führers erkennen.

Aus tzlaitt uni) £uuD.

Eießen, 15. November 1902.

**VondemAusschußberGießenerTurner- schäft" geht uns folgendes Schreiben zu:

In N'r. l A l.s . . k irb unterFreie