Ausgabe 
15.10.1902 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Gerichtssaal.

Telephonischer Kursbericht«

Uhr,

8

n n.

121.80

43.90

3% Oberhessen . . . 4% Oesterr. Goldrente . . 4l/2% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4°L Italien. Rente . . . 4'J1% Portugiesen . . . 3°/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . .

Türkenlose......

4% Griech. Monopol.-Anl. 4/2% äussere Argentiner

371%

3'/o 37,% 3°/o 872%

ht Relbehausen bei Homtery -erieten sich die Burschen von -iemSheld und Holzhausen aus alter Feindschaft in die Haare. sS kam zu einer Schlägerei, die schließlich in eine sogenannte t) srfschlacht ausartete. DaS Resultat war, daß zahlreiche d deiligte mehr oder weniger Verletzungen erhielten, und ;net von ihnen, der 22 Jahre alte Landwirt Koch auS UemSheld an den Folgen einer schweren Kopfverletzung starb. Icrei der Angeklagten wurden zu je acht, einer zu drei, mei zu zwei und einer zu einem Monat Gefängnis Mrrurteüt Drei erzielten Freisprechung.

Eppstein, 15. Ott Gestern wurden bte Bewohner i»fere8 Fleckens durch Feuerruf in Schrecken versetzt. Der osnachbatte Luftkurort Hof Häusel stand in Flammen. DaS ; g-mer, das durch eine Dampf-Dreschmaschine entstanden sein voll, griff mit rasender Schnelligkeit um sich, verbreitete sich i Ater die weitausgedehnten, mit Futter- und Getreidevorräten cerich gefüllten Oekonomiegebäude und äscherte dieselben bis iu.f die Grundmauern ein. Nur mit Mühe konnte das 1 Htcoßvieh gerettet werden, während das Kleinvieh samt und o.aderS in den Flammen umkam. Das Wohnhaus konnte g«rettet werden. Der Besitzer deS Hofes ist nur gering ver- ; sichert und erleidet einen Schaden von vielen Tausend Mark.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den '-Nachbarstaaten. Am Sonntag, den 19. Oktober, wird im Wiesbaden ein Katholikentag abgehalten. Die Versammlung findet nachmittags 3.30 Uhr in dem großen Z.irkusgebäude an der Nikolasfiraße statt.

3u/o Mexikaner . . 4%% Chinesen . , Electric, ti ob ackert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gotthardbabn . . . Laurahütte .... Bochum.....

Harpener ....

Tendenz: raati

Das Wohlbefinden der Kinder ist die größte Sorge der Ellern. Um den Kleinen die Gesundheit zu erhalten, ist vor allem die richtige Ernährung erforderlich; dabei sollten sie den Genuß scharf gewürzter Speisen alkoholischer Getränke und des aufregen­den Bohnenkaffees vermeiden. Für den Kaffee ist seit Jahren schon ein beliebtes, vorzügliches Ersatzmittel vorhanden, das in hohem Grade Geruch und Geschmack des Bohnenkaffees besitzt, nämlichjr Kathreiners Malzkaffee. Während die Erwachsenen diesen Malz­kaffee häufig nur als Zusatz gebrauchen, empfiehlt es sich für Kin­der, ihn rein zu verwenden, allein mit Milch, was ein ganz vor­zügliches Getränt für unsere Lieblinge abgibt.

Reichsanleihe do.

Konsole . do. . .

Hessen

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Im Konfirmandenhaus, Kirchstraße 9.

Donnerstag, den 16. Oktober, abends

Bibel st unde im unteren Saal. (Mackus 1, 1 u. f.) Pfarrer Scheunema

l»02.

. 26.60

. 92.90 . 81.80

215*00 . 187.60 . 135.50 . 143.20 . 155.80 . 152.70 . 19.00 . 179.20 . 200.00 . 174.70 . 168.50

Vermischtes.

Unfall in den Bergen. Nach einem Bozener Tele­gramm stürzte Hasler Sepp aus Ulten in Folge Fehltritts i», fiel in den Falschauener Wildbach und ertrank.

Kricskasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben uuberückfichtigt.)

W. M. Alle Achlung vor Ihrem regen Familiensinn, aber nur um der schönen Augen Ihres werten Herrn Schwagers willen können mir Ihre naive Bitte, für sein Schivetneschlachteii im redaktionellen Teil platte Reklame zu machen, doch nicht erfüllen. Ohne befiendelikater Hausmacherwurst, von deren Güte Sie

Jb'runkiurt u. JB., 15. Oktober

. 102.00 . 92.25 . 101.90 . 92.15 . 100.20 . 99.60 . 103.10

101.10 . 101.65 . 103.30 . 50.40 . 31.80

Universitäts-Nachrichten.

Stuttgart, 14. Oft Gestern ist der frühere Direktor der kgl. Handbibliothek Dr. Otto o. K 1 u m p p un Alter von 83 Jahren g e ft o r b e n. Als Erzieher der Prinzen von Hohenlohe-Langen­burg hatte Dr. Klumpp Beziehungen zu mehreren europäischen Höfen gewonnen. Am preußischen Hose war er wohlgelitten, sodaß er, als Preußen infolge der Streitigkeiten über eine neue deutsche Verfassung im Jahre 1850 die diplomatischen Beziehungen mit Württemberg abbrach, die Fäden zwischen Berlin und Stuttgart wieder anknnpste.

Arbeiterbewegung.

Bochum, 14. Okt. Der Vocktand des deutschen Bergarbeiter- Verbandes erläßt einen Aufruf an die Bergleute zur Unterst ütz- u n g der streikenden französische n^Eradew

P bhb w

"d aon e"k» $ tier, T »n i Z Ni-

Schiffsnachrichteu.

Norddeutscher Lloyd.

In Gießen veckreten durch Earl L o o S, Kirchenplatz.

Bremen, 13. Oktober. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Dampfer .Chemnitz", KapÜan I. Jantzen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 11. Oktober 8 Uhr morgens wohlbehalten in Galoeston angekommen.

M. Gießen, 14. Okt. (Strafkammer.) Den Vor­sitz führte Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, die Anklage- ie-hörde vertrat Staats,anwalt Reuß. Ter Bahnarbeiter ^«Hannes Becker aus Wieseck ist der Unterschlagung be» I schuldigt. Am 5. Juli b. I., abends 7.35 Uhr, stteg ein R äsender aus dem Zuge Frankfurt-Gießen hier aus, der iuö Vergeßlichkeit eine Fahrradlaterne, die er mit sich $ jiahrte, im Coupä liegen ließ. Als er an das Coups zurück- itun, teilten ihm einige Mitreisende mit, daß die Laterne :i nent vorübergehenden Bahn bedien steten übergeben wvr- ben sei. Der dienstthuende Schutzmann am Bahndof, an bot sich der Reisende wandte, machte denselben sogleich, bacmif aufmerksam, daß der Bahnarbeiter Becker soeben mit einer Rad-Laterne in der Hand an chm vorüberae- jangen sei. Becker, den der Schutzmann zur Rede stellte, leugnete, eine Laterne getragen zu haben. Ter Schutz- rnrnnn blieb bei seiner Behauptung, daß der AriZellagite an ih m mit einer auffällig großen Acetylenlaterne eine solche war dem Reisenden abhanden gekommen Vorbei- gegangen sei und bestritt die Möglichkeit, sich in der Person jeirrt zu haben^ da er den Angeklagten seit Jahren kenne und - zur fraglichen Zelt noch sehr hell gervesen sei. Auf Grund bi eser bestimmten Aussage hatte das Schöffengericht Gießen teu Angeklagten zu einer zehntägigen Gefängnisstrafe wegen Unterschlagung verurteilt. Die von dem Verurteilten gegen lies Erkenntnis eingelegte Berufung wird heute kostenfällig 115 unbegründet verworfen. Unter Ausschluß der l-eesfentlichkeit wird gegen den Georg Erk und seine Tochter Ina, beide von Nidda, wegen Verbrechens im Sinne des ; 173 Str. G. B. verhandelt und "Georg Erk zu 3 fahren Zmichthaus, Lttia Erk zu 6 Monaten Gefängnis geurteilt Tem Angeklagten Georg Erk werden außerdem nif die Tauer von fünf Jahren die bürgerlichen Ehrenrechte Äerkamit. Der Taglöhner Friedrich Flick zu Großen- ßunben ist unter Einbeziehung einer früher erkannten otirase vom Schöffengericht Gießen wegen Sachfbeschch« ä-gung zu einer GesamtgefängniAstvafe von 5 Wochen ver­teilt worden. Ter Angeklagte hat Den Eigentümern des ycmises, in dem er zur Miete wohnt, aus Zorn über die Endigung zwei Scheiben zertrümmert und einen Fenster- co«chang zerrissen und dadurch einen Schaden in Höhe von it«>a 2 Mk. verursacht. Die von dem Angeklagten gegen ä»ks Urteil eingelegte Berufung wird als unbegründet : lo'stenfällig verworfen. Ter Fuhrknecht Josef Schnel­lt be:t von Gieselborg ist angeklagt, fahrlässigerweise denTrons- poort aus einer Eisenbahn der Dieb er th alb ahn dadurch ;e?>ährdet zu haben, daß er es unterlassen habe, sein scheu zewordenes Pferd zum Stehen zu bringen, sodaß der Wagen jim dem Zuge erfaßt worden und das Pferd zu Fall ge- lo-nmen sei. Tie Beweisaufnahme ergab, daß den Ange­legten kein Verschulden trifft, weshalb er von Strafe und lasten frergesprochen wird. Die Staatsanwaltschaft, )ü selbst Freisprechung beantragte, wies auf die zahlreichen ZMscunmenstöße von Fuhrwerken mit der Bieberthatbahn fim, gedauerte, daß vielfach mangels einer ^Verordnung Ler das Verhalten der Fuhrleute an den gefährdeten wellen ein gerichtliches Einschreiten aussichtslos sei und i^ontc die VLotwendigkeit, daß endlich einmal int Wege bett Verordnung den Fuhrleuten bestimmte Borsichtsmaß- ic geln zur Pflicht gemacht werden, damit diese unerquick- ichen Verhältnisse ein Ende nähmen. Der Schreiner jeinrtd) Peter Theis von Steinperf, ein wegen Eigentums- peckkte vielfach, u. a. mit langjähriger Zuchthausstrafe vor- ittstrafter Mensch, ist des schweren Diebstahls in mehreren Men beschuldigt. Im ersten Fall war der Angeklagte Min Schein bei einem Schreinermeister in Mannheim in l'imst getreten, hat auch etwa eine Woche gearbeitet, sich tat) dieser Zeit jedoch unter dem Vorwand, seine 23er- v,cndten besuchen zu wollen, unter Mitnahme von allerlei lllädungsstücken und einem Diamanten im Gesamtwert von WMk. entfernt, um nicht mehr zurückzukehren. Ein anderes Mil hat der Angeklagte in Dorf-Gill bei einem Schreiner- r tifter angeblich Arbeit suchen wollen; er traf den Meister ti-ht zu tz»ause, sondern nur dessen Frau. Unter der Maske : )tt» Biedermanns wußte er sich schnell in das Vertrauen bi'4er Frau einzuschleichen, die ihn, wie sie in der heutigen hauptverhandlung bekundete, aus Freude, einen so braven ^mschen gesunden zu haben, zu einer Tasse Kaffee einlud. T> ährend dann die Frau ihren häuslichen Geschäften nach- ' und den Angeklagten öfters im Zimmer allein ließ, luroenbete derselbe mittels falschen Schlüssels aus einem iansolschränkchen einen Geldbetrag von Äwa 44 Mk. Mießlich wird dem Angeklagten ein, gleichfalls mittels Aschen Schlüssels ausgeführter Diebstahl von 300 Mk. zur 3a-[t gelegt. Ter Angeklagte war Ostern 1901 nach Holz- ievm gekommen, wo es ihm unter falschem Namen geglückt Dar, sich als Schreiner eine Stelle zu verschaffen und sich :ajj) das Vertrauen der Familie seines Meisters zu erringen, odaß er sich sogar mit der Schwester [einer Meisterin der-

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 15. Okt. Die Interpellation, welche die beiden freisinnigen Fraktionen zur Fleisch­teuerung eingebracht haben, lautet folgendermaßen: Welche Maßnahmen gedenkt der Herr Reichskanzler bezw. bie verbündeten Regierungen angesichts der herrschenden Fleischteuerung zu treffen, insbesondere in Bezug auf die Grmzsperre und die schleunige Aufhebung oder Herab­setzung der Futtermittel-Zölle.

Leipzig, 15. Okt. Tie ,Leipz. Volksztg." macht be­kannt, daß Rosa Luxemburg aus der Redaktion des> Blattes ausgeschieden sei und ihre Thätigkeit für dasselhe eingestellt habe.

Stuttgart, 15. Ott. Gestern ist hier der Deut sch e Verein gegen den Mißbrauch geistiger Ge­tränke zusammengetreten. Ten Begrüßungsabend, der eine Reihe von Ansprachen brachte, eröffnete Universitäts­prof. Grützner-Tübingen im Namen des württember- gischen Landes-Verbandes, in dem er im Interesse der Kraft und der Zukunft des deutschen Volkes zum Kampfe gegen den Alkoholismus ausforderte. Im Lause des Mends wies Fabrikinspektor Dr. Fuchs-Karlsruhe auf den un- verhältnismäßig hohen Prozentsatz (10 bis 20 Prozent) hin, der von dem Eintommen der Arbeiter dem Alkohol geopfert werde. Heute findet die öffentliche Mttglieder-Versammlung statt.

London, 14. Okt. Das nationalistische Mttglied des Unterhauses O'Donnell wurde auf Grund des Aus­nahme-Gesetzes wegen Einschüchterung und Aufreizung zur Verschwörung zu zw e i M on aten sch w er er Ar­beit verurteilt.

Paris, 15. Okt. Die Leiche des verunglückten Luft- schiffers v. Bradsky wird nach Zwickau in Sachsen über­führt und dort in der Familiengruft beigesetzt werden.

Cherbourg, 15. Okt- Hier verlautet, ein fremder Offi zier habe die Pläne der Festung auf- ge n o mm en.

St. Etienne, 15. Ott. Die Deputierten der beHdiie* denen Arbeiter-Syndikate lehnten den allgemeinen ÄüK^ stand aller Arbeiter-Gruppen mit großer Mehr­heit ab.

Grenoble, 15. Ott. Gestern hielten die Ber^eute eine Versammlung ab. Der Vorsitzende forderte die Ar­beiter aus, in den Ausstand zu treten. W wurden jedoch auch Stimmen dagegen laut. Infolgedessen wurde ein endgilttger Beschluß noch nicht gefaßt.

Budapest, 15. Ott. Blättermeldungen zufolge wurde der Vizenotar des Liptauer Komitats Graf LadiSlaus Matuska wegen Fälschung von Eiseuüahnfahr- karten verhaftet.

Budapest, 15. Okt. Die Delegierten der ungarischen Kohlenarbeiter beschlossen, daß, falls die 23ergwerks^ Gesellschaften die Lage der streikenden ausländischen Koh­lenarbeiter durch Kohlenlieferungen schwächten und für den Fall, daß die ungarischen Gesellschaften die Kohlen­preise erhöhten ohne gleichzeitig eine Lohnaufbesserung eintreten zu lassen, auch in'Ungarn den Generalstreik zu proklamieren.

Budapest, 15. Okt. Graf Esterhazy, der vor kurzem aus dem Jesuitenorden austrat, hat sich, in London mit der Marquise Teylard de Reynae verheiratet. Ter Gras äugerte^ er wolle Eurvpai Mr immer verlassen,

Belgrad, 15. Okt. Tie Absicht des KönigspaareS, gelegentlich des zweiten Jahrestages des Todes Milans nach Kloster Kruchodol zu reisen, güt hier im allgemeinen als Antwort auf den wieder von Petersburg hinaus- geschobenen Empfang des Königs'paares aw Zarenhofe wegen angeblicher Unpäßlichkeit der Zarin. Man hält allgemein ein Koalitionsrnrniste- rtum aus allen drei Parteien für wahrscheinlich.

Petersburg, 15. Ott. Tie Kommission für die Umgestaltung desReichsschulwese ns hielt unter dem Vorsitz des Unterrichtsministers ihre erste Sitzung ab. Große Genugtuung ruft in Professoren- und Studen­tenkreisen die Erklärung des Ministers hervor, daß das die Freiheiten der Professoren und Studenten ein- schränkende Statut vom Jahre 1884 für die heutigen Verhältnisse nicht mehr passe und durch ein liberales ersetzt werden müsse.

uns leibet durch keinMezenNonSexemplar" averzeuaen, zu na^ treten zu wollen, müssen wir doch sagen: sie rst uns höchst Wurstl M. Hof. Unsere gestrige Notiz, bett. Beleuchtuna der Fll.re und Treppen, nmß dahin richtiggestellt werden, datz selbstverständ­lich nicht, wie es gestern infolge Schreibfehlers hieß, nach dem Hastpflichtgeseh, sondern nach dem Bürgerllchen Gesetzbuch der Haus­besitzer für alle Unsälle rc., die Personen aus unbeleuchteten Treppen und Fluren zustoßen, haftbar gemacht wird.

Tüten formte Nachdem er fast etn halbes Jahr in dieser Stellung gewesen war, benutzte er eines Tages die Ab- wesetthett mehrerer Hausbewohner, um aus einem ver- chlossenen Schränkchen einen Geldbetrag von 300 Mk. zu tehlen, mit welcher Summe er alsbald verschwand. Tas Gericht war der Ansicht, daß es sich hier um einen un­verbesserlichen Gewohnheitsverbrecher handle, den auf möglichst lange Zeit hinaus unschädlich zu machen geboten ei, und erkannte demgemäß gegen den Angeklagten auf eine Zuchthausstrafe von 8 Jahren, auf Aber­kennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Tauer von 10 Jahren und auf Zulässigkeit der Stellung unter Polizei aufsicht. Der Angeklagte erkannte das Urteil sofort an. In der Privatklagesache des W. PH. Siegfried gegen den Eb. Weimer und die PH. Erb Wwe., sämtlich von Attenbuseck, waren die Angeklagten vom Schöffengericht Gießen wegen Beleidigung deS Privatttägers zu je 3 Mk. Geldstrafe ver­urteilt worden. Die Beschuldigung stützt sich darauf, daß die Beklagten eine gewisse Frau Rabenau gefragt haben ollen, ob es richttg sei, daß sie dem Privatkläger bezw. einer Ehefrau Sachen (aus einem Nachlaß) geschenkt habe, die (der Privatkläger und feine Ehefrau) sollten nachts um 12 Uhr mit einem Korb voll Zeug aus dem Hause der Rabenau gekommen fein." Tas Berufungsgericht ver­mochte sich aus der Beweisaufnahme nicht davon zu über­zeugen, daß die Angeklagten mit diesen Schwätz er eien den Vorwurf einer strafbaren Handlung gegen den Privat­kläger hätten erheben wollen und fvrach, unter Aushebung des erstinstanzlichen Urteils beide Beklagten frei.

8d. Darmstadt, 14. Okt. Einen ganz gefährlichen Ein- und Ausbrecher, den vielfach vorbestraften Handelsmann Chr. Traugott P r ä ß 1 e r, 50 Jahre alt, aus Reichenbach, welcher während der Verbüßung einer fünfzehnjährigen Zuchthausstrafe aus dem Zuchthaus Untermaßfeld in Thuckngen tm September 1900 entwichen ist, hatte die heutige Strafkammer abzuurteilen. Im Oktober 1900 wurde bei einem Kaufmann in Dieburg einge­brochen und für ca. 400 Mk. Manufakturwaren entwendet. Man fahndete ein ganzes Jahr nach dem Thäter, bis man feststellen konnte, daß der berüchtigte Zuchthäusler Pr. in Aschaffenburg, Mainz, Guftavsburg, Kostheim und Kastel mit Manufakturwaren hausiere. In Aschaffenburg und Umgebung waren inzwischen eine ganze Anzahl weiterer Einbrüche erfolgt und daselbst auch der Thäter in der Person des P. festgenommen. Es wurden ca. 30 Zeugen aus Dieburg, Aschaffenburg, Gr.-Zimmern, Kostheim, Kastel, Krotzenburg, Rockstadt a. M, re. vernommeu und gesteht P. in cynischer frecher Weise ein. Der Gerichtshof dotiert ih»n weitere acht Jahre und drei Monate Zuchthaus, sodaß er wohl für die größte Zeit feines Lebens m Sicherheit Jein wird; auch werden ihm der Form halber die bürgerlichen Ehrenrechte auf weitere zehn Jahre aberkannt. .

Saarbrücken, 15. Oktober. Das hiesige Schwurgericht hat nachts 3 Uhr nach 18stündiaer Verhandlung das Urteil gegen den Bergmann Poth, der im Mai d. Js. im Bildstocker Walde den Forstaufseher Roth erstochen hatte, sowie gegen den Bergmann Schank gesprochen, der Poth nach dessen Verbrechen in seinem Hause ausgenommen, ihm neue Kleider gegeben und vor dem Untersuchungsrichter für Poth den Alibibeweis zu erhärten versucht hatte. Poth wurde wegen Totschlages zu vierzehn fahren Zuchthaus und wegen Wüderns zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Die Sttafe wurde in 14 Jahre und zwei Monate Zucht­haus zusammengezogen. Schank erhielt wegen Begünstigung vier Monate und wegen Wilderns drei Monate Gefängnis.

Brauuschweig. 14. Oktober. Landgerichtspräsident Dede­kind, der im März d. Js. die auf die Braunschweigische Thronfolge bezugnehmende Denkschrift des Staatsministermms in denBr. N. N.^ fritifierte, und dem Verfasser der Denkschrift oorgeworsen hatte, er spiele mit Dem Hochoerratsparagraphen, stand heute dieserhalb vor dem Disziplinarhos. Nach fünf­stündiger nichtöffentlicher Sitzung wurde die Verhandlung bis zum 4. November ausgesetzt. Wie die .Br. N. 91/ erfahren, soll die bisher nie veröffentlichte Korrespondenz des früheren preußischen Gesandten des Prinzen Psenburg mit dem damaligen braun­schweigischen Ministerium vom Jahre 1879 vorgelegt werden, in der die preußischen Forderungen wegen der Handhabung des Regentschaftsgesetzes entschieden zurückgewiesen worden seien.

e Leipzig, 14. Okt. Ter Ehrengerichtshof für Rechts­anwälte verwarf die Berufung der Oberstaatsanwaltschaft gegen das Urteil des Ehrengerichtshofes der Berliner Anwalt­kammer vom 22. März gegen den Justizrat Se11o. Durch das Urteil war Sello von Der Anklage, sich gegen die Pflichten des Anwaltstandes gelegentlich der Verteidigung August Sternbergs vergangen zu haben, freigesprochen.

Handel und Verkehr. Uolkswirlschast.

Deutsche Berlagsaustatt tu Stuttgart. Das 21. Be- ttiebsjahr ergiebt nach dem Geschäftsbericht, wie schon kurz mit- geteilt, nur einen Gewinn von 5756 Mk. (im Vorjahre 188 417 Mk.), in dem der letztjährige Vortrag von 50 782 Mk. eingeschlossen ist.

Die Atttouäre der bisherigen Aachener DiSkouto-Ge- sellschaft werden jetzt aufgefordert, ihre Aktien behufs Abstempelung auf die neue Firma, Rheinische Diskonto-Gesellschaft einzureichen.

Der KnrS der gestern zum erften Male notierten 3 7, p C t. Anleihe der Stadt Homburg v. d. H. stellte sich auf 99 bz. n. Gd.

Kunst und Wissenschaft.

Montreal, 14. Okt. Ein Versuch, mittelst drahtloser Telegraphie eine Verbindung mit einem fahrenden Eisenbahnzug herzustellen, gelang. Ter Zug fuhr 60 engt Meilen in der Stunde. Die Verbindung wurde auf eine Entfernung von 8 engl. Meilen eröffnet und während der ganzen Fahrt ohne Stockung aufrecht erhallen.

otl das lebt, Wn8ene Z bi' <

7«2®on.

Z r18 Sieben iiP? Solm8- on. "> fe»er ®(.

Ä* andere iu «eine her. wunfelS war er ten- Die Amts. 3n feinem Grabe- Eer, feine M 'chen Sinn. Alle dem herben, be- 'usitme und zwei itien. lt>cheFl°tt-n. üchpe Darmstadt ellungen einen staffgehabte erste neinde war von ung der deutschen >ern und Truppen« ie und Seefahrten n häufig zu lauter ch dann einstellte, -r kaiserlichen ffa d der Pckzch iet biograpW ger einen kqm nvereins.

onntag machte em chfanterimgiments dem er sch ober«

Wie inan jetzt her Vorstrafen er« ehen, wegen Un« , ic. Untersuchung oohl er Kasernen« en, doch auö du löege derÄesse- he abgehaÜenm serMtz.'v^. tyetL

** ZweigvM Aufftellung feintr m Vortritt gelassen, :erin des adelte in knappem e Bildung und die welcher Weise und als es sich bei dem t ein chr persönlch ahnen gingen, sch tion und gesund^ en deS Bockages, m gesunden habe« Mitnahme dafür ck«

26.0tob« der«!" ftttetS E Jm

«ät9bitu "b9w 5

zS.fi»;: .traten eu\ ^Genass^

R«rf 16» » o69'9eb'>* «st °°rg " @rai'

inein \ n *' ,,,

w

d-wL 6F