Ausgabe 
15.8.1902 Erstes Blatt
 
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Johannesburg vom einigen Monaten gc-

hat 30000 Lstr., die

15000 Lstr., Natal

sich ins Einvernehmen gesetzt. Kanada Kapkolonie 20 000 Lstr., Neuseeland 10000 Lstr. beizusteuern versprochen.

Reuters Bureau meldet aus 13. August: Es verlautet, das vor

Sidney, 14. Aug. Beide Kammern von Neusüd wales nahmen die Vorlage betreffend das Wahlrech der Frauen an.

olgcnder Nachricht der Revue du cercle militaire. Darnach ist das Gehalt sämtlicher Leutnants und der ihnen Gleichgestellten, welche mindestens neun Jahre als Offizier gedient haben, durch einen Erlah des Präsidenten der Repu- blick vom 2. Juli d. I., ohne Rücksicht darauf, ob sie der dem Dienstalter nach oberen oder unteren Hälfte der Offiziere ihres Grades angehören, auf jährlich 2988, monatlich 249 Franken festgesetzt worden. Die Bestimmung hat rückwirkende Kraft bis zum 1. April d. I. erhalten. Das Jahres­gehalt eines preußischen Infanterie-Leutnants beträgt 900 Mk., erst als Oberleutnant, also nach durch- chnittlicher Dienstzeit von 12 Jahren, erhält er 1500 Mk., also noch lange nicht so viel, als ein französischer Leutnant nach 9 Jahren. Bei der Garde, der Kavallerie und den cchnischen Waffen sind allerdings die Gehälter auch bei uns etwas besser, aber nicht wesentlich. Sie betragen für einen Leutnant der Fußartillerie, Eisenbahntruppen, Telegraphen­bataillone ic. 1188 Mk., beim 1. Garderegiment zu Fuß, Kavallerie, Artillerie und dem Train 1008 Mk. Das Ge­halt der Oberleutnants beträgt in Preußen gleichmäßig bei allen Waffengattungen 1500 Mk.

bildete Coron ation Syndikate, an dem viele führende Persönlichkeiten des Rand beteiligt sind, sicherte sich die Minenrechte über ein Gebiet von 35 englischen Meilen. Der erworbene Anspruch betreffe die Ausdehnung des Wikvaters Rand und des Main Reef und eine Reihe von Traversen im ganzen Gebiet. Hauptsächlicher Gründer sei Karl Hanau, Vertreter der Finna Barnato Brothers. E§ wird behauptet, daß an verschiedenen Punkten Schächte an­gelegt sind und der Reef stets beffer werdend befunden ist. Die Gründer erklären, durch die Entdeckung werde ein Goldfeld erschlossen, daS an Größe dem bis­herigen Witwaters Rand gleichkomme.

Budapest, 14. Aug. In seiner gestrigen Rede bei der Lenau-Feier in Csastad sagte der Staatssekretär Gulner: Die segnende Hand Hungarias breitet sich über alle Bürger des Landes ohne Unterschied der Zunge aus; aber eins fordert sie als Gegenleistung: In Bezug auf den Patriotismus müssen wir alle gleich sein, ob nun jemand die Landessprache spricht oder ihm eine fremde Zunge geläufiger ist. Hungarias segnender Arm hat aber auch stählerne Muskeln, zerschmetternde Kraft, wenn sich solche Individuen nnden, die unter den Ungarn verschiedener Zunge Zwietracht säen, oder gar Keime der Untreue gegen das Vaterland auS-

Heer und Flotte.

Welche Höhe das französische Heeresbudget m Vergleich zum deutschen erreicht hat, erhellt aus

Kolonialpost.

AuS Kamerun sind nun endlich Nachrichten vom Oberstleutnant Pavel eingetroffen. Diese tragen daS Datum vom 9. Juni und lasten die bestimmte Annahme zu, daß Pavel jetzt bereits die Küste erreicht hat. Seit 6 Mo­naten war jedwede Nachricht ausgeblieben. Man konnte sich das nur so erklären, daß infolge des Vorrückens der englischen Schutztruppe bis zum Tschadsee Unruhen bis in unsere Sphäre hinein entstanden waren. Ein vom Bureau Reuter" veröffentlichter Bericht bestätigt gewißer- maßen diese Vermiltung. Die Brilen machen sowohl ben Deutschen wie den Franzosen allerhand Vorwürfe. Die Deutschen sollen es zugclasten haben, daß der Sultan von Bornu, der in Dikoa sitzt, Einfälle m das britische Gebiet mache. Tie Franzosen sollen von dem Sultan 50 000 Toll, verlangt und im Lande Steuern eingctrrebcn haben. Der Reutersche Bericht meldet bestimmt, daß an der britisch­deutschen Grenze beträchtliche Wirren entstanden sind. Diese sind offenbar nur durch das gewaltsame Vorgehen der Engländer heroorgerufen worden. Diese wollen durchaus den Sultan von Bornu auf ihrem Gebiet haben; sie forderten den Sultan Gerbai, der 1900 mit den Franzosen nach Dikoa gekommen war, auf, zu ihnen zu kommen. Als er diesem Verlangen nicht nachlam, setzten sie einen anderen Sultan ein und wiesen ihm einen unbekannten Ort, südlich von Kuka, als Residenz an. Man wollte den Sultan Gerbai mit Gewalt holen, die Franzosen hätten sich aber dem widersetzt, da die französischen Truppen schon feit nahezu einem Jahre die deutsche Sphäre wieder verkästen haben, müßte dieser Versuch schon lange her sein. Lme deutsche Truppe liegt wohl etwa seit März in Dikoa. Wie wenig zuverlästig der Reutersche Bericht ist, ergiebt sich nicht nur aus den vielfach unrichtigen Namen, sondern auch daraus, daß er alte Ereignisse mit den neuen verquickt. Fadl-Allah vurde schon vor anderthalb Jahren bei Gudjiba vernichtet, als die Deutschen dort noch garnicht erschienen waren. Reuter pricht von einem deutschen Residenten, der garnicht vorhan- den ist. Der angebliche Einfall des Sultans von Bornu von Dikoa aus in das britische Gebiet wird sich wohl darauf be­ziehen, daß der damalige Sultan von Bornu, Omar Scinda nach Westen mit seinen zusammengerafften Leuten abrückte, um Fadl-Allah zu bekämpfen, der sich in Gudjiba von neuem rüstete. Er wurde aber zurückgeschlagen und nur das Ein­greifen der Franzosen rettete ihn. Um jene Zeit waren weder britische noch deutsche Truppen in jenen Landstrichen. Auf die deutschen Berichte von dort kann man jetzt um so ge­kannter sein.

Von den südameriklmischen Kriegen.

Tie Revolution aus Haiti und die Unruhen, die in der letzten Zeit auch die aubcre Neger-Republik St. Dom in g o heimsuchten, haben die Frage der Annexion derJnselHaitidurchdieVereinigtenStaaten neuerdings wieder in den Vordergrund der öffentlichen Er­örterung gerückt, ohne daß jedoch von der Washigtoner Re­gierung Schritte in dieser Hinsicht gethan wurden. In maßgebenden mUitärischen Kreisen ist man der Ansicht, daß der nächste Krieg, an dem die Vereinigten Staaten be­teiligt sein werden, sich an der karaibischen See abspielen wird. Der Besitz der Insel Haiti wird in diesem Falle den Bereinigten Staaten in ihren maritimen Operationen einen Stützpunkt von unschätzbarem Werte sichern, der infolge seiner nahen Lage am Panama-Kanal noch wertvoller sein wird als selbst Portorieo oder Tänischf-Westindien.

Vom venezolanischen Bürgerkriege meldet heute eine Depesche des amerikanischen Gesandten in Ca­racas: Tie Lage in Caracas ist sehr kritisch, Tie Plün­derung von Barcelona dauert fort; viel wertvolles Eigentum wird zerstört. Tas amerikanische Kriegs­schiffCincinnati" ist in Barcelona eingetroffen. Der Befehlshaber des vor Barcelona eingetroffenen amerika­nische:: KriegsschiffesCincinnati" meidet: Die Aufständi­schen haben in Barcelona alle Mitglieder der Civil- und! Militärbehörden gefangen gesetzt. 2J Geschäftshäuser, zu­meist Ausländern gehörig, unb 15 Wohnhäuser wurden ge­plündert. Eine Privatmeldung endlich besagt: Die venezolanische Regierung beschlagnahmte drei amerikanische Dampfer.

Ausland.

London, 14. Aug. Der König ist von London ab­gereist, um sich nach Cowes zu begeben.

Die Kolonialkonferenz hat vereinbart, daß die Kolonien folgende Jahresbeiträge für die Marine leisten: Australien 200 000 Lstr., die Kapkolonie 50 000 Lstr., Neuseeland 40000 Lstr., Natal 35 000 Lstr. Mit Kanada wird ein besonderes Abkommen getroffen. Ferner haben die Kolonien über eine gemeinsame Beisteuer zu einem Natio- nald enkmal für die Königin Viktoria in London

Forderung der Frauenbewegung oder einen Teil davon ein- 'treuen wollen. Tro politische und nationale Einheit dieses zutretsu. 91nch bai Landtagswahlen., scheu jOandeS darf nie und mmMenuehr beruh« »«den.

Een, ihre Schritte waren aber ergebnislos gewesen infolge des Widerstandes der Eigentümer der Schulräume unb eines Teiles der Bevölkerung. Aus den amtlichen Berichten und aus Privatmitteilungen gehe hervor, daß die Wider­stand sbew egiung, die man zuerst als brthotsich hin- aestellt hatte, ganz unzweideutig royalistisch sei. Diese Bewegung habe heftige llnruhen zur Folge gehabt, die unter das Strafgesetz fallen und gerichtliche Verfol­gung nach sich ziehen würden. In diesem Sinne^ seien dem Generalstaatsanwalt Weisungen von feiten des Justiz- Ministers zugegangen.

Tie oppositionellen Blatter in Paris beeilen sich, zu erklären, die Behauptung der Regierung, daß die Bewegung royalistisch sei, stellte lediglich einen Versuch dar, die öffent­liche Meinung über die eigentlichen Gründe der Bewegung zu täuschen und sich aus der durch allzu scharfe Maß­nahmen verursachten schlimmen Lage zu befreien. Die gegen einzelne Persönlichkeiten etwa angestrengten gerichtlichen Verfolgungen würden jedoch in keinem Falle eine Lösung der Schulfrage bedeuten können.

TerJntransigeant" versichert, Präsident Loubet habe sich bei Rouvier darüber informiert, ob er im Falle einer Minist e r kr ise bereit wäre, den Vorsitz des neuen Kabinetts zu übernehmen. Rouvier habe dies mit dem Hinweise daraus abgelehnt, daß es bei dem Ernst der Lage unmöglich sei, die jetzige Politik weiter- zu führ en. Ter Fincmzrninister soll jedoch, seine Mit­wirkung in Aussicht gestellt haben.

Nachdem die an die kongregauistischen Schulen mehrerer Gemeinden in der Gegend von Chamoöry gelegten Siegel bereits einmal vernichtet und wieder ersetzt worden waren, hat die Gräfin Costa de Beauregard sie das zweite Mal in Laravoire zerbrochen, lieber den Vorgang wurde ein Pro­tokoll aufgenommen. Ter Gemeinderat von Chambery hat einstimmig bei zwei Stimmenthaltungen eine Glückwunschf­adresse an die Regierung gerichtet. In Ploudauiel bei Lesueven sperrten die Landleute die zu der Schwule der Nonnen führenden Wege mit Stacheldraht ab und legten vor der Thüre des Gebäudes einen tiefen Graben an, den sie mit Wasser füllten. Ter Präfekt hat daraufhin dort und in anderen Orten seines Departements Finiftöre das Gesetz über Zusammenrottungen anschlagen lassen.

Wahlen rrsw. sollen die Mitglieder Gelegenheit nehmen, dem politischen Einfluß der Frau Boden zu gewinnen. (Da haben wir ja angeregte politisch De­batten am Familientische zu erwarten, unb eifrige Kandi­daten müssen sich schon die Mühe geben, festzustellen, welcher Teil in jeder Ehe das Zepter schavingt und für bte Abgabe der Wahlstimmen ausschlaggebend ist.) . . .

Eine Konferenz der sozialistischen Frauen Deutschlands soll am 13. September, also am Vorabend des sozialdemokratischen Parteitags, abgehalten werden. Auf der Tagesordnung steht die Frage: Wre bilden wir Agitatorinnen heran? Ferner der gesetzliche Schutz der Frauen-, Kinder- und Heimarbeit und die politische Gleichberechtigung des weib- lichen Geschlechts, insbesondere auf dem Gebiete des Vereins- und Versammlungsrechts. Wie winzig diese ganze Fraueribewegung ist, illustriert wohl am besten die -that- sache, daß die Vertrauensperson derGenossinnen Deutsch­lands" eine Gesamteinnahme von 1009 Mk. zu verzeichnen hat. 9üif allen sozialdemokratischen Gewerkschafts-Konfe­renzen in diesem Sommer sind Klagen darüber erhoben worden, daß es nicht möglich sei,' das weibliche Element auch nur in nennenswertem Umfange in die Organisation hineinzubringen unb festzuhalten. Ter Tanzboden wäre der schlimmste Feind der Agitation unter den Frauen. In der That heute giebt es trotz mehr rote zwanzigjähriger Agitation unter den Frauen und trotz Hunderttausender gewerblicher weiblicher Arbeiter nicht eine einzige nennenswerte weibliche sozialdemokratische Organi- ation. Nicht ein einziger der vielen bekannten männlichen Agitatoren hat eine Frau, die sich um die Frauenbewegung geflimmert hat oder in den Mitgliederlisten dieser oder jener weiblichen Organisation steht. Frau v. Vo Ilmar rc. wird sicherlich nur ein, stilles Lächeln über ihre agitato­rischen Mitschwesteru haben.

Eine sozialdemokratische Konferenz er­ledigte einen Antrag, der Parteitag möge beschließen, daß das offizielle Dkuzen unter denParteige- n offen eingeführt werde Und jeder Genosse ein deutlich sichtbares Erkennungszeichen trage, durch liebergang zur Tagesordnung.

Norderney, 14. Aug. Reichskanzler Graf Bülow ist, begleitet vorn Legationsrat o. Below-Schlatau aus Berlin hier eingetroffen.

München, 14. Aug. TieMünch Allg. Ztg " ver­zeichnet heute als bisheriges Ergebnis der Reichstags­wahl in Forchheim-Kulmbach: Faber (Natlib.) 2 43 8, Zöllner (Zentr.) 2261, Tein Hardt (Soz.) 1215, Weiln- böck (B. d. L.) 1358 und Wölfel (Bayr. Bauernbund) 146 Stimmen.

Kiel, 14. Aug. Admiral v. Köster beglückwünschte namens des Offizierkorps der Marinestation der Ostsee heute den Prinzen Heinrich auf dem Gute Hemmelmark zu seinem 40. Geburtstage.

Deutsches Deich.

Berlin, 14. uug. Mau meldA aus Altengrabow: Ter Kaiser hielt heute in Begleitung des Grafen von Turin auf dem Truppenübungsplatz große Kavallerie- Übungen ab. Der Kaiser, in der Uniform der Leibgarde­husaren, kommandierte selber und ließ verschiedene Ka­vallerie-Tivisionen eine Reihe von Angriffen aussühren, wobei noch Artillerie und Infanterie hinzugezogen wurde. Um 11 Uhr hielt der Kaiser Kritik ab und nahm dann einen zweimaligen Parademarsch sämtlicher Truppenteile, ein­schließlich der Leibgendarmerie, ab. Die berittenen Trup­pen gingen erst im Trab und dann im Galopp vorbei. Seine Majestät führte selber beide Male die Truppen dem Grafen von Turin vor. Um 11 Uhr 40 Min. kehrte der Kaiser mit den Staut) art en nach dem Barackenlager zurück. Heute abend reifte der Kaiser mittels Sonderzuges nach Düssel­dorf.

Zur Teilnahme an den Kaisertagen in Posen werden als Gäste des Kaisers dort erwartet: der Kron- prinz, Prinz Albrecht von Preußen, General-Feldmarschall Graf Waldersee, Prinz Leopold von Bayern mit zwei wei­teren bayerischen Prinzen, Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich, Lord Roberts, der englische Kriegsmirrister Brodricks und Generalleutnant Kelly-Kenny, der ita­lienische Kriegsminister sowie drei amerika­nische Generale.

Zu der Meldung der Londoner Truth, Kaiser Wil- helm habe König Ehuard eingeladen, chm nach dem Besuch von FredenSborg einen Besuch auf Wilhelmshöhe abzustatten. schreibt diePost", daß ihres Wissens der Aufent­halt des Kaisers auf Wilhelmshöhc für absehbare Zeit überhaupt nicht in Aussicht stehe.

DerPost" zufolge ist an hiesiger unterrichteter Stelle nichtsdavon bekannt, daß Deutschland dem venezola­nischen Insurgenten führ er Matos seine Absicht mitgeteilt habe, die Stadt Barcelona zu besetzen. Man weist es hier entschieden von der Hand, daß Deutschland sich herbeilasse, mit einem Führer der venezolanischen Insur­genten zu unterhandeln.

Dem Bundesrat ist von dem Königreich Sachsen ein Antrag zugegangen betreffend die Herstellung silberner Denkmünzen auS Anlaß des Todes des Königs Albert.

Ter Vorstand des Deutschen Vereins für Frauenstimmrecht hat ein Rundschreiben an seine Mit-

Kieder erlassen, in dem er diese darauf aufmerksam macht, daß die Neuwahlen zum deutschen R e i ch s r a g nahe bevorstehen. Der Vorstand fordert darin die Mit- alieder auf, sich mit dem bisherigen Abgeordneten in Ver­bindung zu setzen und ihn zu befragen, ob er wieder kandi­dieren und ob er sich bindend verpflichten wolle, für die

Mainzer Kaisertag.

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Mainz, 14. August.

In Anbetracht der bevorstehenden Truppenschau and heute, wie der M. Anz. schreibt, auf dem großen Sande eine Vorparad e statt, die der Kommandeur der 25. hessischen Division, Generalleutnant Frhr. von Gall, leitete. An dieser Vorparade nahmen teil die Jnfant.-Regtr. Nr. 87, 88, 80 (außer 3. Bataillon), die Flügelunteroffiziere >es Infanterie-Regiments Nr. 116, das Infanterie-Leib- regiment Großherzogin Nr. 117, die Flügelunteroffiziere des Infanterieregiments Nr. 118, die Un t er o f f izier s chule Biebrich, das Faßartillerie-Regiment Nr. 3, das Pionier- Bataillon Nr. 21, die Dragoner-Regimenter Nr. 23 unb 24 und die Feldartillerie-Regimenter 9h:. 27 und 63 mit sämt­lichen Musikkapellen und Spielleuten (auch die auswärtigen waren zur Stelle). Das Infanterieregiment 9h:. 116 von Gießen traf um 5.33 Uhr bezw. 6.22 Uhr hier ein. Es wird nach der Parade hier gespeist und begiebt sich am gleichen Tage nach Gießen zurück. Aus dem großen Sande wird von den Pionieren ein Kaiser zelt errichtet, was schließen läßt, daß fick der Kaiser per Wagen nach dem großen Sande begiebt und dort erst zu Pferde steigt. Morgen trifft vom Fnf.-Regt. 92r. 116 aus Gi e ße n ein Unteroffizier-Doppelposten ehr, der im Schlosse die Wache vor den Gemächern des Kaisers übernimmt Nach der Rückkehr ins Schloß am Samstag werden die Kriegervereine dem Kaiser eine feierliche Begrüßung be­reiten. In Begleitung des Kaisers befinden sich seine Schwester, die Prinzessin Friedrich Karl von Heften, und der Kronprinz von Griechenland. Der Groß Herzog von Hessen wird heute nachmittag um 3.15 Uhr von England aus in Darmstadt eintreffen. Wenn es seine Zeit erlaubt, wird er dann dem Kaiser bis an die Grenze von Hessen, nach Bingen, entgegenfahren, wo jedenfalls auf dem Dampfer des Kaisers die Begrüßung stattfindet Der Großherzog wird dann ebenfalls mit dem Dampfer nach Mainz fahren. Für die Laiserfahrt auf dem Rhein hat die Provinzialdirektion Rheinhessen folgende besonderen Vor- sichtsmaßregcln angeordnet: In der Zeit von 2 Uhr nach­mittags bis 11 Uhr abends ist an beiden Rheinufern von Mainz bis Bingen das Schießen in einer Entfernung biä 500 Meter landeinwärts, vom Ufer aus gerechnet, nur derart gestattet, daß die Mündungen der Kanonen und Böller vom Rhein abgewendet, landeinwärts gerinnet sein müssen. Auch darf von den Schiffen aus, beim Passieren des Kaiserschiffes auf eine Entfernung von 300 Meter vor und hinter dem Kaiserschiff überhaupt nicht, nur nach dem Lande zu ge* schossen werden. Flöße dürfen von 1 Uhr und zu Thal treibende Segelschifte von 5 Uhr nachmittags ab die Strom­strecke, die der Kaiser befährt, nicht befahren. Das Fahren mit Nachen ist von 7 Uhr ab, bis nach Passieren des Kaiser- schiff es verboten. Sonstigen Schiffen und Motorbooten ist das Befahren der Rheinstrecke von 6V2 Uhr nachmittags ab nur noch mit besonderer Erlaubnis gestattet. Die fcchrplan- mäßige Personen-Dampfschiffahrt kann während der Kaiser- fahrl vollsUindig aufrecht erhalten werden. Die Aus­schmückung der Stadt Mainz verspricht großartig zu werden. In der 9Jlitte des Zeughausplatzes erhebt sich eine Palmengruppe, aus der am Freitag abend Hunderte von (Äühlampen ihr Licht erstrahlen lassen werden. Eine große Anzahl von Bogenlampen erleuchten den Platz, dessen Hintergrund das mächtige Reichswappen von Lampions um­schlungen zeigt. Vom Palais bis zum Aliceplatz ergeben sich 300 Flaggenmasten, die, durch Tanneguirlanden mit einander verbunden, eine herrliche Via triump Halis bilden werden. Die Hauptsorgfalt wird auf die Beleucht ung, des Rheinufers am Freitag abend gelegt werden. Wuchtige Scheiter Haus en erheben sich am Hier und werden