Ausgabe 
15.7.1902 Zweites Blatt
 
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geschätzt.

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-Anl.

4/,% äussere Argentiner

3Va% 3% 3V,% 8%

102.20

92.85

102.50

92.50

100.20

99.30

103.45

103.20 47.35 29L0 27L0

114.00

43.40

4°/o Italien. Rente 4/,56 Portugiesen 8°/e Portugiesen. .

156 C. Türken . Türkenlose . . .

4% Griech. Monopo

13,32 gegen 13,02, der des Hafers auf 11,18 der Geräte auf 12,29 gegen T "" "

Hauptpostamt wohnenden Publikum noch Gelegenheit zur Auflieferung eiliger Briefe nach der letzten allgemeinen Brief­rastenleerung zu bieten, ohne daß die Absender sich zum Bahnhof zu begeben haben, wird jetzt, wie uns das Kaiserl. Postamt mitteilt, der Briefkasten am Postamt 2 in der Schul­straße um liy8 Uhr abends noch einmal geleert.

Frankfurt a. 9JL, 14. Juli. Der Schutzmann Hartl vom 9. Polizeirevier in der Eichwaldstraße nahm gestern auf der oberen Bergerstraße eine Arretierung vor und bemühte sich mit der Fortbringung des Festgenommen. Plötzlich kam von hinten ein Unbeteiligter und versetzte dem Schutzmann einen Messerstich in den Rücken. Der Stich ist etwa ungefähr 10 cm tief unterhalb des rechten Schulterblattes eingedrungen. Der Gestochene hatte noch die Kraft, den Säbel aus der Scheide zu ziehen und den Messer­helden durch einen wuchtigen Hieb über den Kopf kampfun­fähig zu machen. Der Schutzmann ist schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Die Samariterwache aus der Fried­berger Landstraße brachte ihn nach seiner Wohnung, den Mesierstecher, der bewußtlos war, nach dem Bürgerhospital. Dort fand heute eine Vernehmung des Attentäters durch Kriminalkommissar Kuno statt. Er hat durch den Säbelhieb einen Schädelbruch erlitten. Er ist ein Fahrbursche und soll Philippi heißen.

Neustadt a. d. H., 14. Juli. Gestern hat hier das 19. Verbandsschießen des Badischen Landesschützen­vereins, des Pfälzischen und des Mittelrheinischen -Schützenbundes begonnen. Schon am 12. Juli fand abends ein Festbankett statt. An dem großartigen Festzug gestern früh beteiligten sich etwa 100 Vereine. Beim Kon - kurrenzschießen wurden folgende Becher herausgeschossen: Standscheiben: 1. F. Bartels (Wiesbaden), 2. Aug. Kilbinger (Gießen), 3. Ph. Witzel (Bockenheim), 4. Georg Roth (Frankfurt), 5. Friedrich Müller (Heidelberg), 6. Hans Dietrich (Landau), 7. Karl Dotter (Mannheim), 8. F. Har­bach (Offenbach), 9. Franz Diehl (Mainz), 10. Ph. Winkler (Kreuznach). Feld scheibe: 1. Otto Selig (Wiesbaden), 2. Karl Bock (Frankfurt), 3. W. Hock (Offenbach), 4. A. Weigand (Worms), 5. Karl Gauß (Mainz), 6. Franz Brurein (Mann­heim), 7. I. Maier (Ludwigshafen), 8. Jakob Hofmann (Heidelberg), 9. Wilhelm Friedrich (Neustadt), 10. H. Platt (Bockenheim).

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Machbarstaaten. In Frankfurt a. M. kamen am 12. und 13. Juli 3 Fälle von Hitzschlag vor. Auf einem Hofe in Vilbel warf ein Hahn ein spielendes 2jähriges Kind um und pickte ihm mit dem Schnabel in die Augen. Das eine Auge lief aus. In Heppenheim spielte ein zweijähriges Kind mit Streichhölzern. Diese entzündeten sich, und die Kleider des Kindes fingen Feuer. Das Kind starb an den erlittenen Verletzungen. Um dem Ueberhandnehmen der Hamster zu steuern, beschloß der Gemeinderat in Erlenheim, für jeden erlegten Hamster 20 Pfg. Fauggeld zu bezahlen.

8u/o Mexikaner . . 4*/a% Chinesen . , Electric. Sohuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Gestern Staats bahn . Lombarden , . , Gotthardbahn . . . Lauraliütte . . . . Bochum ..... Harpener ....

Tendenz: fest

. 264K> . 9L15 . 10010 . 108.50' . 215.10 . 185.10 . 137.00: . 145.30- . 157.30 . 150.30 . 17.90 . 168.80 . 200.50 . 192.50 . 169.70

3l/e°/o Hessen 3V»% Oberhessen . .

456 Gestern Goldretne .

Familien Nachrichten.

Ludwig Rosenthal zu Gießen mit Bella Rosenthal, geb. Heil- brunn, zu Hofgeismar, Vermählte.

Bekanntmachung,

Betr.: Die Besetzung einer Schutzrnannsslelle.

Bei unterzeichneter Behörde ist eine weitere Schutzmanns­stelle mit einem Anfangsgehalt von Mk. 1320., steigend jährlich um Mk. 30. bis zum Höchstgehalt von NU. 1800., am 1. Oktober l. Js. zu besetzen.

Geeignete Bewerber wollen sich unter Vorlage selbstge­schriebener Gesuche, denen die Militärpapiere, sowie Führungs­zeugnisse anzuschließen sind, bis spätestens 20. August l. Js. melden und vormittags zwischen 10 und 12 Uhr vorstellen.

Gießen, 15. Juli 1902.

Großherrogliches Polizeiamt Gießen.

Hechler./

4x/256 Gestern Silberrente 101.80

456 Ungar. Goldrente . . 102.40

Reiohsanleihe do.

Konsole . do. . .

Vermischtes.

Berlin, 14. Juli. Infolge einer Unachtsamkeit bei der Behandlung einer schadhaften Gasleitung, erfolgte im Bad Alexanderplatz" eine Gasexplosion, wodurch zwei Personen schwer verletzt wurden.

* Friedrichroda, 14. Juli. Stadtrat Kauffmann erlitt vor 4 Tagen einen Schl aganfall, wodurch die linke Seite leicht gelähmt wurde. Der Patient befindet sich aber bereits wieder auf dem Wege der Besserung»

* Neuwied, 14. Juli. Der ehemalige General­direktor der Fabrik feuerfester und säurefester Produkte in Vallendar, Boeing, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft wieder verhaftet.

* Brüssel, 14. Juli. JnKchorde wurde heute morgen eine Dame, die sich in Begleitung eines Herrn befand, von der Gattin desselben durch zwei Revolverschüsse getötet. Die Mörderin wurde verhaftet.

* Innsbruck, 14.Juli. Der Tourist Tiefenthaler aus Kematen ist im Saltorianer Gebirge abgestürzt und blieb sofort tot.

Hanschke 1500 Mark event noch 100 Tage Gefängnis. Ferner be­antragte der Staatsanwall für Otto Sanden und Hanschke je ein Jahr mid 2 Monate, bei Eduard Schmidt und Warsinski je ein Jahr und 4 Monate Untersuchungshaft anzurechnen und gab an­heim auch bei den übrigen Angeklagten einen Teil der Unter- uchungshaft in Anrechnung zu bringen.

Neueste Wewuugen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 15. Juli. Die gestrige Pückler-Ver- sammlung mußte polizeilich abgesperrt werden da der Andrang so kolossal war, daß such dre Menge auf der Straße vor dem Lokale staute. An der Kasse entstanden jo tumultarische Szene n, daß Schutzleute ern- schreiten mußten, weil nur Leute gegen ein Entree hon 20 Pfennig eingelassen wurden. Selbst Zeitungs-Be^ richterstatter mußten an der Kaf.se umkehren, weck diesen der Eintritt verweigert wurde. Dre Ver­sammlung verlief ohne jeden Zwischenfall. ..

London, 15. Juli. Aus der Ankündigung des Rück­tritts des Schatzkanzlers Hicks Beach schlreßt man, daß Hicks Beach zwar aus dem Minister rum scheiden, die Regierungspolckik jedoch als unabhängiges Mckglred weiter im Unterhause stützen wird. Andererseits wird darin ein Beweis erblickt, daß die Absicht besteht, Bal­four zum Peer zu erhöhen und ins Oberhaus zu

Telephonischer Kursbericht«

.Frankfurt a. JBL, 15. Juli 1902.

Landwirtschaft.

T>er genossenschaftliche Getreideabsatz in Deutschland. Nach einer Zusammenstellung der Deutschen Kornhauskommission betragt der genossenschaftliche Getreideverkauf im Jahre 1901 etwa 7 Mill. Ztr. im Wert von 55 Mill. Mk. Eine genaue Feststellung der Größe des genossenschaftlichen Getreideabsatzes, so heißt es in den Mitteilungen, ist nicht durchführbar, da für die vielen Hunderte von genossenschaftlichen und sonstigen landwirtschaftlichen Organi- ationen, welche sich mit dem gemeinsamen Getreideabsatz befassen, keine vollständige Ermittelung diesbezüglicher Angaben möglich ist. An dem Getreideabsatz im verflossenen Jahre 1901 sind folgende Genossenschaften beteiligt: 1. Haupt--Ein- und Verkaufs-Genossen- chast Dortmund 201 000 Ztr. 2. Westfälische Zentralgenossenschaft Münster 30 000 Ztr. 3. Genossenschaften in Preußen, welche aus dem Kornhausfonos unterstützt würben, 2 250 000 Ztr. 4. Zentral - bezugsgenossenschaften des Allgem. Verbandes (Darmstadt) 300000 Ztr. 5. Genossenschaften des Neuwieder Verbandes 1 400 000 Ztr. 6. Bayerische Genossenschaften 580 000 Ztr. 7. Bayerische Darlehnskassen im Allgem. Verbände 370 000 Ztr. 8. Fichtelgebirgsverkaussgenossenfchast in Ansbach 100 000 Ztr. 9. Getreideverkaussgenossenschaften im Königreich Sachsen 200 000 Zentner. 10. Getreideverkaufsgenossenschaften im Königreich Württem­berg 38 000 Ztr. 11. Hauptgenossenschaft zu Berlin 194 000 Ztr. Wenn man erwägt, daß die deutschen Landwirte jährlich etwa 910 Mill. Tonnen zum Verkauf bringen, so ist der genossenschaft­liche Verkauf noch gering. Der Kornhausfonds in Preußen ist, wie aus dem Nachweis über den Verbrauch hervorgeht, fast vollständig für den Bau von Kornhäujern aufgebraucht. Am Ende des Jahres 1901 waren noch etwa 800 000 Mk. vorhanden; mit 4 Genossen­schaften wurden damals noch Unterhandlungen gepflogen.

Budapest, 14. Juli. Nach dem amtlichen Saaten st and s- bericht vom 10. Juli wird der Ertrag des Weizens auf 41,95 Mill. Mtr^Zentner gegen 40,80 am 30. Juni, der des Roggens auf ' ----* fers auf 11,18 gegen 10,73 und der

12 Mick Mtr.-Zentner am 30. Juni

Eisenbahn-Zeitung.

Bilbel, 14. Juli. Die Linienführung der Nebenbahn VilbelHöchst a. d. Nidda Stockheim ist laut der an 'i>er Linie belegenen Gemeinden zugegangenen offiziellen Mitteilung nunmehr endgiltig festgelegt, sodaß wohl demnächst jur Bauaus­führung der genannten Nebenbahn, die für unser südöstliches Ober» Hessen von großer Bedeutung ist, geschritten werden wird.

Gerichtssaal.

Berlin, 14. Juli. Im Prozeß Sanden beantragte der Staatsanwalr gegen Eduard Sanden 6 Jahre Gefängnis und Ver­lauft der bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre, gegen Heinrich Schmidt 2 Jahre Gefängnis, gegen Puchmüller 4 Jahre Gefängnis, gegen Eduard Schmidt 2 Jahre Gefängnis, gegen Warsinski ein Jahr 9 Monate Gefängnis, gegen Otto Sanden 4 Jahre Gefängnis und gegen Hänschke 1 Jahr 3 Atonale. Außerdem beantragte der Staatsanwalt folgende Geldstrafen: Gegen Eduard Sanden 15000 Mark event. noch em Jahr Gefängnis, gegen Heinrich Schmidt 3000 Mark event. 200 Tage Gefängnis, gegen Puchmüller 5000 Mk. event. für 15 Mark je einen Tag, gegen Eduard Schmidt und Warsinski je 3000 Mark event. 200 Tage Gefängnis, gegen Otto Sanden 10000 Mark event. noch ein Jahr Gefängnis uno gegen

Krieskasten der Redaktion.

(Anonyme Anfrage« bleiben unberücksichtigt.)

P. Der am 7. d. M. verstorbene Prooinzialdirektor Geheim- v. Bechtold gehörte dem Heidelberger Corps Rhenania an.

Dr. M. Herr Pfarrer Dr. Grein stand bereits im Fe­

bruar 1901 in Verhandlung wegen Uebernahme einer erledigten Darmstädter Pfarrstelle. Damals aber gelang es, ihn seiner hiesigen Gemeinde zu erhalten, was die zahlreichen Freunde, die Pfarrer Grein in den weitesten Kreisen unserer Stadt hat, sowie feine Ge­meinde damals mit Freuden begrüßten.

K. R. Prof. Dr. Preuße (früher Kreistierarzt in Wittlich (Reg.°Bez» Triers, wurde im Januar 1901 hierher berufen.

berufen, tmt Chamberlrnin durch Dnfrücken tit W Position als Unterhausführer für ben entgangenen leit enden Ministerposten zu entschädigen, da man annehmen darf, daß nur der Widerwille gegen die Unter­ordnung unter Chamberlain den Schatzkauzler Hicks Beach zu seinem Rücktrckt veranlaßt Haden kann. M verlautet, er werde erst während der bevorstehenden Herbft- ession sein Amt thatsächlich niederlegen. Ms mutmaßliche? Nachfolger werden bisher genannt: Chamberlains Sohu. Austen, George Hamilton und Mr. Hanbury. In R.egro- rungstreisen ist die Ansicht verdrecket, daß man an leiten* der Stelle an Neuwahlen zum Parlament denke, weck' mit dem Friedensschluß die letzte Wahl-Parole erfüllt sei. Doch glaubt die überwiegende MehtMck vorläufig nicht! an eine Parlaments-Auflösung.

London, 15. Juli.Daily Maik" teilt amtlich mit^ daß die Krönung nunmehr endgültig am 9. Auguststatb,: inden werde. Wie die Blatter zu berichten wissen, be* giebt sich Lord Kitchener demnächst zur Besichtigung der Nitbewässerung nach Aegypten und wird auch Khar­tum besuchen und sich dann nach Indien einschiffeu, um. den Oberbefehl über die indischen Truppen zu übernehmen.

London, 15. Juli. Balfour wurde gestern tom König empfangen und zum Lor d-Ge heirn-SiegeL-! bewahrer ernannt. Da der Rücktritt des Premiers Ministers nominell das Erlöschen der bisherigen^ R e g i e r u n g in sich schließt, eracfjtet Balfour es für nötig, sämtliche Kabinettsmitglieder in ihre Stellungen aufs Neue einzusetzen bezw. darin zu bestätigen Eine Neubesetzung) oder Bertauschung einiger Ministerposten vor dem Zu­sammen trckt der Herbsttagung des Parlaments gilt al§r wahrscheinlich, doch erwartet man nicht, daß noch irgenb eine bedeutungsvolle Veränderung im Kabinet vor sich gehen werde.

London, 15. Juli. Amtlich wird bekannt gegeben- Der König verlieh Lord Salisbury, den er am 1L JUL in Audienz empfing, das Großkrenz des Royal WiL* toriaordens in Brillanten

lVeuedig, 15. Juli. In der gestrigen Sitzung deH Stadtrates verlas der Bürgermeister Teleguamme der SSrt nigin Margherita und des deutschen Reichskanzlers Grafen' Bülow, in denen diese chr Mitgefühl ausdrücken. Währen« das gaumen Tages strömte die Bevölkerung nach dem Markus^ platz. Die Truppen sperrten die cknglücksstätte ab. Infolge- einer Beschädigung der Gasleitung war der Markusploch nscht beleuchtet. Er bot in dem Düster einen überaus traurigen Anblick Der Stadtrat bewilligte gestern abenb den ersten Kredit von 500000 Lire für den Wieders aufbau des Glockenturmsund der Loggia be$ San Sovino. Die Sparkasse eröffnete eine öffentliche Subskription für den gleichen Zweck und zeichnete dafür; 10Ö 000 Lire.

Wien, 15. Juli. Der Lecker der Laibacher Erdbeben-, warte Professor Belar ist folgender Ansicht über den Ein­sturz des Glockenturmes in Venedig. Der Zu­sammensturz war feit Jahrhunderten vorbereitet durch die Beschasfenheck des Untergrundes, die Einwirkung der Zeck und dre häufigen Erd- und Seebeben. Nicht ausgeschlossen! ist, daß das jüngste Erdbeben bei Saloniki, das etn^ volle Stunde hindurch den Campanile erschüttert haben mn&. das Zerstörungswerk vollendete Zu Ostern bereits beob­achtete Prof. Belar eine starLe Neigung des TurntaH gegen die Stadt zu.

Wien, 15. Juli. DieArck-Zta." veröffentlicht ernt ihr aus Rußland zugegangenes geheimes Rund schreiben­des Rektors desMowgoroder geistlichen Seminars, ar weL-i chem auf die in den geistlichen Seminaren w sich greifende revolutionäre Bewegung anfimfE» fam gemacht und die Eltern der Zöglinge aufgefordert wer-, den, alle notwendigen Maßregeln gegen diese Bewegung zu ergreifen.

St.Moritz, 15.Juli. Der Kaufmann SchmoNer anZs, Berlin ist beim Edelweißsuchen abgestürzt und hat sW schwere Verletzungen zugezogen.

Lemberg ,15. Juli. Polenb lütter berichten aus Ri gam Zahlreiche UnglluMalle, die durch das rasche Fahren den elektrischen Straßenbahn in letzter Zeck verur­sacht wurden, hat die Bevölkerung von Riga in große Aus-' regung versetzt. Die der Straßenbahn auferlegten Strafen», brachten keine Abhilfe. verging kein Tag ohne Unfall.. Als vorgestern wieder ein achtjähriges Mädchen über­fahren und getötet wurde, stürzte sich die Bevöl­kerung auf alle Straßenbahnwagen, zertrüm­merten Fenster und Wagen-Einrichtungen, zerschnckten die Leckungsdrähte, prügelte Motorführer und Kondukteure, so-- daß die Polizei einfchrecken mußte/um Ordnung zu schaff^

Krakau, 15. Juli. Die Polizei gestattete den anAi Anlaß der hiesigen Grünwald-Feier geplantenr Straßenumzug'unter der Bedingung, daß keine pren^ ßischfeindliche Demonstration oder Reden statts-i finden. Dagegen wurde die sozialistische Separat-Feier ver­boten. Die anläßlich der Feier in Lemberg gesammelten! Gelder, die einen hohen Betrag erreicht haben, sollen §nm Ankauf der Aktien der polnischen Bank ixv. Posen, die der preußischen Ansied elnngs^ bank entgegenwirken soll, verwendet werden.

Sport.

-Büdingen, 13. Juli. Ihr sechstes Gauturnfest eierten vom 12. bis 14. Juli hier die Turner des Kinzig- aaues. Das Fest selbst bewegte sich im Rahmen der üblichen Veranstaltungen. Außerordentllch viele Teilnehmer hatten sich ein­gefunden, und der Festplatz, der alle möglichen Vergnügungen bot, war bis in die späte Nacht belebt Es herrschte ein gemütliches Treiben, das auch noch anhielt, als sich der große Schwarm ver­laufen, d. h. das Dampfroß die Auswärtigen in ihre Heimat ent- führt hatte.

Handel und Uerkehr. Uolkswütschaft.

Die neue Berichtswoche hat einen kleinen Umsch wung in der Tendenz mit sich gebracht Bessere Berichte von Oesterreich, die in Aussicht stehende glänzende Ernte wckkten auf bte Kurse. Auch London sandte auf Befierung nn Befinden König Eduards höhere Kurse. Oesterreichische Kredit fest. Deutsche Bank, Diskonto Kommandit und Dresdner einige Bruchtelle höher. Hüttenaktien allgemein fester. Bergwerksaktien unverändert. Deutsche Fonds auf die Geldflüssigkell immer noch steigend. Von Ausländern waren Portugiesen, Serben und besonders Türken fest

Kohlen. Im Juni mußten über 25 Prozent der Koks­kohlen, Erzeugung der Syndikatszechen, als Femkohlen zu neuem um 2 Mark per Tonne nredrigeren Preise ins Ausland abgesetzt werden.

Am Mittwoch findet die Subskription auf 20 Millionen Mark (9 Millionen bereits fest begeben) 4proz. Teilschuldver- chrellrungen der Dentsch-Arlantischen Telegraphengesettfchaft tatt. Stück 20 000 k 1000 Mark. Rückzahlbar ab 1906. Ver- tärkte Tilgung und Gefamtkündiqung bis 1912 ausgeschlossen. Hin­sichtlich des Zmsen- und Amortisationsdienstes durch Verträge mit dem Reichspost amte sichergestellt

Rekonstrnttion der Treber-Konkursmasie. Bei dem schon erwähnten Rekonstruktionsplane handett es sich um die Bil­dung eines chemischen Syndllats, welches die Holzdestillations- fabrrken in Oesterreich unter einen Hut bringen will. Den: Syn­dikat gehören an: die Gold- und Silberscheideanstatt in Frankfurt a. 2JL, Hugo Blank, Bantlin, die Kreditanstatt und die Darmstädter Bank. Die Frankfurter Gesellschaft wird das Zentral­bureau für den Export unb deruschen Absatz der Syndllatsfabrllate in essigsaurer Kohle, Methylalkohol sein, während das Derkaufs- bureau für das Inland sich in Wien befinden wird. Der Vertrieb der Holzkohle wckd dagegen dem neu gegründeten Holzkohlenkartell überantwortet werden. Das Syndikat hat sämtliche Aktien der chemischere AktiengesellschaftUnion" und die Majorität der bos­nischen Holzverwertungsaktien erworben. Ferner verfügt es über die Bcmtlische Fabrik m Peraeseny (Ungarn) unb über die öster­reichischen Fabriken der Firma Hugo Blank. Die Bosnische Holz- verwertungs-Aktiengesellschast ist bereits saniertz dieUnion" muß es erst werden. Die anderen Tochtergesellschaften der Trebertrock- nung (dieKasza" und die galizische Holzdestillationsaktiengesell- schäft) von denen sich erstere im Konkurse befindet, aber deren Fabrllen noch teilweise betrieben werden, wird das Syndikat nicht erwerben. Vorläufig handelt es sich im Wesenttichen rmr um die einheittiche kommerzielle Leitung der Holzdestillationsindustrie in Oesterreich-Ungarn. An die finanzielle Zusammenschweißung zu einem Aktientrust wird wenigstens jetzt noch nicht gedacht.

Amversttäts-Nachrilytra.

Die am Sonntag in Olten versammelten Rektoren der Universitäten Zürich, Bern und Basel beschlossen, entsprechend der Anregung der deutschen Regierung, für die genannten Uni­versitäten die Zustimmung zur e i n h e r t l i ch e n R e g e l u n g der Doktorprüfungen für Deutschland und die Schweiz zu er- tellen. Dem Bundesrat soll eine Mittellung in diesem Sinn ge­macht werden.

Darmstadt, 15. Juli. (Drahtbericht des Gieß. Anz.) S. K. H. der Großherzog hat den o. Professor an der Technischen Hochschule Geh. Baurat P f a r r als R e k t o r der Hochschule für die Zeit vom 1. September d. I. bis 3L August n. I. bestätigt.

Die Berner Regierung ließ dem Univerfitätsprosessor Vetter eröffnen, er müsse sich bis nächsten Samstag endgiltig entscheiden, ob er auf seiner Demission beharre oder sie zurück- nehme. Man nimmt allgemein an, Vetter werde bleiben. Er wird über die ganze Angelegenheit eine Broschüre veröffenttichen.

Der Theologieprofeffor Wiegand in Erlangen hat einen Nuf nach M a v b u r g angenommen.

Kunst und Wisse»schüft.

Hofmusikdirektor Benjamin Bilse ist in Liegnitz, saft 86 Jahre alt, gestorben.