Erstes Blatt.
153. Jahrgang
Dienstag 15. Juli 1902
E
Feuilleton.
Gemälde-Ausstellung in Worms. Man schreibt uns: Die Vorbereitungen zu dieser sehr aparten und viel versprechenden Gemäldeausstellung sind in vollem Gange Die Namen der an der Spitze des Ehrenausschusses stehenden Freiherr und Freifrau Leyl zu Herrnsheim bürgen im voraus für das Gelingen eines Unternehmens, das insofern auch in einen günstigen Zeitpunkt fallt, als von den vielen Tausenden, ine in diesen Sommertagen nach Düsseldorf pilgern, doch! gar Manche, namentlich die Kunstfreunde im engeren Sinne, die Gelegenheit ergreifen dürften, der alten Nibelungenstadt einen Besuch zu widmen. Das Charattertstische dieser Wormser Bilderausstellung besteht darin, daß sie quantitativ leine zu großen Dimensionen annehmen wird und gerade in diesem Umstande für eine ganze Reihe erster Künstler, welche sich, mehr und mehr von den geistigen Massenabfütterungen zurückziehen, der Antrieb gegeben war, der an sie ergangenen Aufforderung bereitwilligst Folge zu leisten. Es werden demnach mit interessanten Arbeiten vertreten fern: Trubner, Leistt- kow, Uhde, Bracht, Kaulbach Leibl, Thoma, Klinger, Stürk u. v. a. Im ganzen stellt sich die Zahl der eingegangenen Vollbilder, Aquarelle, Pastelle, Radierungen, Skulpturen rc. etwa aus 40(1 Dazu kommen alsdann noch über hundert Stück solcher Werke, die der Aufstellung ou3| Privatbesitz,
bahnsch merzen, wie die Verbilligung des Verkehrs durch Reform der Personentarife, Einführung der Sonntags- karten und der Schülerkarten in ihrem früheren Umfange, sowie Gewährung einer Fahrpreisermäßigung zum Zwecke der Arbeitsvermittelung werden wohl vorerst ungefüllt bleiben. Seine Fürsorge für die Irren bethatigte das Haus durch Gewährung der Mittel für den Bau zweier neuer Ir r e n an sta It en. Bedauerlich erscheint die Ablehnung des von der Zweiten Kammer genehmigten Landwirt- schaftslammergesetzes durch die Erste Kammer. Hoffentlich ist der Tag nicht mehr allzu fern, an dem auch die Landwirtschaft eine Berufsorganisation erhält, wie sie andere Stände in den Handelskammern, den Handwerkskammern rc. bereits besitzen. Diese Aufgabe zu lösen wird eine der dankenswertesten Aufgaben des kommenden Landtages sein.
1901 und im Kreise einer bürgerlichen Familie. Dies drei- aktige Passionsspiel ist ein Meisterwerk subtiler Stimmungskunst. Für die Sünde des Vaters, der Mündelgelder unterschlagen hat, muß die Familie Heyst bluten und büßen. Der Sohn Elis, Lehrer, eine selbstquälerische Natur, leidet am schwersten unter diesem Drucke, dieser in tausend Gestellungen wiederkehrenden Seelenpein. Die Mutter stellt den Vater als unschuldig Verfolgten hin. Eleonore, das Töchterchen, ist von Trübsinn befallen worden; aus einer Heilanstalt rückkehrend, bringt sie eine entwendete Osterlilie mit, die nun als bedeutsames Symbol des Seelenfriedens aus dem Tische steht. Schließlich erscheint im Hintergründe der Hauptgläubige, Lindqvist. Das ist die Situation, die un£ der erste Akt (Gründonnerstag) entrollt. Der zweite atmet die Stimmung des Karfreitagszaubers, die jedoch Elis nicht hindert, den Prozeß seines Vaters nach einem Formfehler durchzusehen und auf ein unbedachtes Wort seiner Braut hin, an deren Treue er plötzlich zweifelt, sich von ihr zu trennen. Der dritte Auszug (Ofterabend) bringt uns und der gequälten Familie Heyst eine versöhnliche Lösung. — Aber was vermag hier eine bloße Inhaltsangabe? Die Kunst, mit der Strindberg den Einfluß der Charwochen- und Osterstimmung auf die Gemüter seiner Per;onen schildert, sie ist das eigentlich Bewunderungswürdige an dieser Dichtung, die in mehr als einer Hinsicht die Familienbnrmen Ibsens an Feinheit des poetischen und seelenmalerischen Gehaltes weitaus übertrifft.
Nr. 163
tägrtch außer Sonntags.
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VernsprechanschlußNr.51.
scheidung der Privathypotheken für Nicht-Meliorationszwecke. Mit dem Gesetz über die Wohnungsfürsorge für Minderbemittelte ist das Großherzogtum auf diesem Gebiete sozialpolitischer Thätigkeit als erster Staat auf den Plan getreten in der richtigen Erkenntnis, daß von der Gestaltung der Wohnungsverhältnisse das leibliche und sittliche Wohl der Bevölkerung wesentlich abhängt, und durch die Beschaffung gesunder und preiswerter Kleinwohnungen auch die wirtschaftliche Lage der minderbemittelten Klassen in einem Maße gehoben wird, wie dies auf keinem anderen Wege zu erreichen ist. Sowohl im Interesse des Staates als auch int allgemeinen Verkehrsinteresse kann die Beseitigung der Verwaltungsorganisation der Main-Neckarbahn nur begrüßt werden. Die Rechtsverhältnisse unserer Sparkassen regelt das neue Sparkassenge s e tz, das die Voraussetzungen giebt, aus Grund derer eine Sparkasse als eine öffentliche im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches betrachtet werden kann. Dabei hat man die Selbstverwaltung der Sparkassen, soweit als immer thunlich, zu erhalten gesucht aus der Erwägung heraus, daß das Blühen und Gedeihen dieser Kassen nur aus der Grundlage der Selbstverwaltung und der Dezentralisation möglich ist. Mit dem Denkmalschutz ist die hessische Regierung in der Pslege der noch vorhandenen Kunstdenkmäler bahnbrechend vorgegangen und hat hierfür volles Verständnis bei unseren Land ständen gefunden. Die unmittelbare Folge des Gesetzes, das die Kunst- und Ge- schichtsdenlmäler int öffentlichen Interesse unter st aal lick) en Schutz stellt, wird die begründete Hoffnung sein, daß das Publikum als solches sich mehr für die Kunst interessieren wird, als dies gegenwärtig der Fall ist, und es wtrd in Zukunft nicht mehr so leicht möglich sein wie seither, ein Kun std en km al kurzerhand verschwinden zu lassen oder es durch thörichte Umbauten oder Restaurierungen künstlerisch zu ruinieren. Das neue Handelskammergesetz faßt die Gesamtinteressen von Handel und Industrie des ganzen Landes in den Handelskammern zusammen unter Erwecke- rung der Rechten und Pflichten derselben und löst fomit eine der hervorragendsten Aufgaben des Staates, die im Interesse der erwerbstätigen Gruppen geschaffene Organisationen den stetig wachsenden Bedürfnissen entsprechend weiter auszubauen. Auf dem Gebiete der Steuergesetzgebung i)t das neue Gemeinde ft euergesetz zu erwähnen, das einen provisorischen Charakter trägt, da die endgültige Regelung des Gemeindesteuerwesens erst dann unternommen werden kann, wenn die nötigen Erfahrungen über die Wirkungen der mit dem 1. April 1901 ins Leben getretenen Staatssteuerreform oorliegen. Durch das Wandergewerbesteuergesetz wurde die Besteuerung des Gewerbebetriebes im Umherziehen durch ein besonderes Gesetz geregelt, da dessen steuerliche Heranziehung seither nur in rein mechanischer Weise ohne jegliche Rücksichtnahme auf die größere ober geringere Einträglichkeit des Gewerbebetriebes erfolgen konnte. Das neue Gesetz über das Besteuerungsrecht der Kirchen- und Religions- g e m e i n s ch a s t e n löst die settherige Verbindung der kirchlichen Umlagen mit den Kommunalsteuern und verbindet die konfessionellen Steuern ausschließlich mit den staatlichen Personalsteuern. Die Gefahren einer künftigen rückläufigen Bewegung in unserem Lotterieunternehmen hat man zu toupieren versucht durch den Lotterievertrag mit Oldenburg und den Thurinaisch-Anhal- tischen Staaten, wodurch dieser Teil der Staatseinnahmen, wie er durch die Lotterie dem Staate zufließt, zu einer gewissen Stabilität gebracht und vor einzelnen Störungen und Rückschlägen möglichst gesichert wird. Durch den Uebergang zu einjährigen Budgets wurden die Schwierigkeiten beseitigt, die sich aus der früheren dreijährigen Budgetperiode ergaben und eine leichtere Veranschlagung der Einnahmen und Ausgaben des Staates und deren Bilanzierung erreicht. Besonders schwierig gestattete sich diesmal die Bilanzierung des Budgets für das lausende Rechnungsjahr, die nur ermöglicht werden konnte durch größte Sparsamkett und Abstriche, an denen es die Kammer nicht fehlen ließ und durch eine kleine Erhöhung der Vermögenssteuer, zu der das Haus nach langen, schwierigen Kämpfen seine Zustimmung gab. Die in den Verhandlungen der Zweiten Kammer geäußerten Gis en-
zugehen, und unter welchen sich zumeist Werke alter Meister, Italiener und Niederländer befinden. Biele dieser Sachen werden überdies in Worms zum allerersten Male zur Ausstellung gelangen.
Daß Major Freiherr v. Heyl in Darmstadt einige sehr wertvolle Böcklins aus seiner reichhaltigen Sammlung bev= steuert, sei noch besonders hervorgehoben.
Die für die Ausstellung gewählten Kasinoraume zeichnen sich durch günstige Lichtverhältnisse aus, sodaß man beim Placieren der Kunstschätze die in den letzten Jahren bestens erprobten Hängeprinzipien in Anwendung bringen tanu. Am 20. August soll die Eröffnung der Ausstellung stattfinden. Der Eintrittspreis ist der übliche von 1 Mk. Famllienkarten werden billiger abgegeben. M.
Oster n", ein Passionsspiel in drei Allen von A u g u st S t r i n d b e r g. E. Piersons Verlag, Dresden. Preis 2 Mk. Dieses PassionSspiel" des berühmten Schweden, das wir nach der Premiere im Frankfurter Schauspielhcmse in den Ostertagen des vor. Jahres (in unserer Nr. 64 vom 16. März 1901) ausführlich besprachen, ist nicht etwa ein Mysterium im altchristlichen Sinne ober ein symbolistisches Drama in Riaeterlinks spintisierender Manier. Es ist em moberneö Drama, und dennoch ist es mystisch und recht- fertigt seinen Nebentitel durch die Intimität unb Tiefe ber menschlichen Passion, bie sich ba vor Miseren Augen in einer Glasveranda ab spielt, in einer modernen Stadt, im Jahre
Der 31. hesstsche Landtag.
Nufer Darmstädter politischer Mitarbeite schreibt «n§:
Unseren zu Muttern eilenden Landboten hat der Präsident in seinen Schlußworten die besten Wünsche für ihr ferneres Wohlergehen mit auf den Weg gegeben unb mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf unser schönes Hessenland bie letzte Sitzung geschlossen. Selbst einige „Unenttoegte" stimmten aus voller Brust in bas Hoch ein, sicher ohne sich momentan bewußt zu sein, baß darin auch die bösen Städte eingeschlossen waren, die das Land bei jeder möglichen iund unmöglichen Gelegenheit schädigen. Die Sozialdemokraten, aus Furcht, das Hoch könne sich in anderer Richtung bewegen, hatten sich vorher „inter- nattonal" empfohlen. Ob bie ausgesprochene Hoffnung bes Präsibenten, bie seitherigen Volksvertreter bei Eröffnung des kommenden Landtags alle vollzählig in dem Stänbe- hause wiederzusehen, in Erfüllung gehen wird, darüber wird in letzter Instanz das hessische Volk zu entscheiden haben. Jedenfalls haben bie Verhanblungen ber letzten Wochen so bebenkliche, grelle Streiflichter auf bas Niveau unserer hessischen Volksverttetung geworfen, baß die Frage angezeigt erscheint, ob bie Gesamtinteressen bes hessischen Volkes in ber seitherigen Zusammensetzung ber zweiten Stäubekammer entsprechenb gewahrt finb. Hatten schon die Debatten über bie Main-Neckar-Bahn-Vorlage in bieser Beziehung viel Unersreuliches gezelligt, so hat sich bei ber Wahlvorlage bie Zweite Kammer mit ihrem Schilbbürger- stückchen, sich selbst aus ber Vorlage zu streichen,, für alle Zeiten ber Lächerlichkeit preisgegeben. Daran änbert auch bie Thatsache nichts- baß auf außerorbentlich gekünstelte Weise bas reooeierte Dasein notdürftig in die .Vorlage wieder hineingeflickt worden ist. Eine derartige lächerliche Komödie, die ein oberhessischer Abgeordneter nicht ohne Unrecht mit „Carnevalssitzungen" verglich hätte unserem Lande erspart bleiben müssen; jedenfalls haben die Verhandlungen über die Wahlvorlage nicht zur Hebung des Ansehens unseres Hessenlandes und seiner Volksverttetung beigetragen. Km^ vor Thorschluß noch glaubte die Zwecke Kämmer auf den errungenen „Lorbeern" nicht ausruhen zu sollen und fügte ihrem ,Mihmeskranze" noch ein neues Blatt hinzu: Aus kindischem Trotz, daß ihr von der Ersten Kammer ihr Zuckerplätzchen, das birefte Wahlrecht, für bies- mal noch vorenthalteu ist, stellt sich die Zweite Kammer in den Schmollwinkel unb lehnt bie regierungssecks ber veränderten Steuergesetzgebung in burchaus loyaler Weise angepaßten Wahlvorschriften hinsichtlich der Voraussetzungen zur Wahlmännerwahl ab unb beseitigt mit diesem Schwabenstreich die Grundlagen, auf denen die Neuwahl sich vollziehen soll. In Berücksichtigung dieser Thatsachen wird es auf alle Fälle für unser hessisches Volk nicht von Nachteil sein, wenn b ei o er kommenden Landtags- Wahl eine frische Brise die Spreu von dem Weizen fegt
Aber abge>ehen von diesen Unerfreulichkecken wird man ohne weiteres zugeftehen müssen, daß unsere zweite Kammer während der verflossenen Session vielfach recht Tüchtiges geleistet und eine Reihe wichtiger Vorlagen zustande gebracht hat, bie unserem Laube zum Segen gereichen werben. Besonberen Dank schuldet das hessische Volk den verschiedenen Landtagsausschüssen, die in aufopferndster Weise in langwierigen Sitzungen bie einzelnen Vorlagen ber Spruchreife entgegengeführt haben. Das Regentschaftsgesetz füllte eine vorhanbene Lücke in ber Verfassung aus. Durch die neue hessische P fan b brie f b an k, bie seitens des Gläubigers unkündbare Darlehen mck Tilgungszwang gegen hypothekarische Sicherheit giebt, werben nicht nur einseckig den länblichen Grundbesitzern Vorteile gewährt, sonbern insbesonbere auch den kleinen städüschen Gewerbetreibenden, bie bes Krebits in nicht geringerem Maße bebürftig finb Mck ber Errichtung dieses volkswirtschaftlich höchst bebeutungsvollen Jnstckuts ist ein weiterer Schrckt zur Ent- schulbung bes Grundbesitzes unb Gewerbebetriebs gethan. Daneben hat man bie seither bestehenbe Landeskr ebit- kasse beibehalten unter Erweiterung ihrer Zwecke auf Unterstützung ber Wohnungsbestrebungen sowie unter Ans-
AmenLanermuen.
lieber bie „amerikanische Gefahr" beginnt sich bereits eine Sitteratur anzusammeln. Die bebeutenbfte Erscheinung auf diesem Gebiete ist wohl das Buch des englischen Schriftstellers H. M. Stead über die Amerikanisierung der Welt. Hier wird mit einer Fülle von Belegen der wachsende Einfluß ber Vereinigten Staaten auf Jrlanb, Sübafrika, Westinbien, Neufunblanb unb Kanaba, ferner in Asien, Australien, Zentral- unb Südamerika nachgewiesen. Nicht ohne einen pikanten Beigeschmack ist dabei bie Rolle ber Amerikanerinnen. Durch sie vollzieht sich eine langsame Amerikanisierung der europäischen Diplomatie itznd im Anschluß daran des europäischen Adels überhaupt. „Wenige Menschen", so äußerte Lord Suff er in schon vor mehr als 20 Jahren zu Stead, „haben einen Begriff davon, bis zu welcher Ausdehnung die Diplomatie durch Heiraten amerikanisiert ist. Fast alle Attachees ber verschiedenen Gesandtschaften in Washington sind, noch ehe sich ihre Dienstzeit dem Ende zuneigt, in Banden von amerikanischen Schönheiten oder amerikanischen Erbinnen. Der Erfolg ist ber, baß bie Diplomatie, das einzig wckkliche internationale Gebiet, burck und durch amerikanisiert ist." Der deutsche Gesandte in London, Graf Hatzfeldt, war mit einer Ame-äkanerin verheiratet. Frhr. v. tfetteler, der deutsche Gesandte in Peking, hinterließ eine amerikanische Witwe. Von den Teilnehmern ber Haager Konferenz hatten zwei bekannte Vertreter europäischer Diptt>- matie, Baron b'Es to ur n eIles — lange Zeit Geschäftsträger in London — unb Baron be Bildt — schwedischer Gesandter in Rom — Amerikanerinnen zu Frauen. König Milan von Serbien schmiedete lange Zeit mit seiner Ehe- gespontin Natalie Pläne, den Thron der Obrenowcksch mck den Dollars einer amerikanischen Schwiegertochter zu befestigen. Vier, englische Staatsmänner sind mit Amerikanerinnen im ehelichen Joche vereint: Chamberlain, Sir Wckliam Harcourt, Mr. Bryce und Lord Ran- dolph Churchill. Zwei Herzöge von Marlborough hohen sich der amerckanischen Demokratie als Schwiegersöhne angeboten. Eine Amerikanerin, Miß Consuela Vander bilt, wird eines Tages bie Vizekönigin Irlands sein, eine Amerikanerin, Miß Leiter, mar noch vor kurzem gar Vizekaiserin von Jnbien. Stead führt noch eine lange Reihe französischer Adeliger an, bie ihre Wappen mck bemokratisch-metallischem Glanze vergol- beten, barunter den Grafen Casteliane, ber bekanntlich eine Erbin aus bem Hause bes Milliarbärs Jay Gould heimgeführt hat. Aber auch von beutschen Adeligen ist es bekannt, daß sie drüben immer noch ihr Glück machen. Ihre soldatische Erziehung unb stramme .Haltung sowie bie Abwesenheit irgenb eines gewerblichen Gepräges machen in amerikanischen Frauenherzen Furore. Schon mancher Sohn bes deutschen Abels hat brüben, nachdem er eine Zeck lang gerabe bas Leben gefristet, schließlich noch bie Millio- nenbraut errungen. Lehrreich finb in bieser Beziehung und ganz im Einklang mit Steads Buch bie Memoiren des Frhrn. v. Biedenfelb.
Es ist nicht ausgeschlossen, baß burch diese vorgeschobenen weiblichen Vorposten, die ben Pantoffel über europäische Abeisherren schwingen, auch schon ber Nimbus des amerikanischen dcamens erhöht, unb bie Furcht, diese
Gletzener Anzeiger«
" General-Anzeiger " ‘SS
v tot den pohL il allgem.
Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen LWZ v -Nr » zeigenteil: Hans Beck.


