aus das Bureau des Chefs der Polizei in der Fremden- Niederlassung und forderte ihn auf, den Manu Dang, der nahe der katholischen Mission wohnen soll, zu verhaften. Niemand, der der Beschreibung oder dem Namen entsprach, konnte dort gefunden werden. Die Aufregung der Bevölkerung, die dem Magistrat in Hellen Haufen nachfolgte, war nun aufs H öch ste gestiegen. Bei seiner Rückkehr in sein Damen forderte die Menge die sofortige Bestrafung der Gefangenen, „da sonftdie Katholiken sie in Schutz nehmen würden." Der Magistrat sandte ein Telegramm an seine vorgesetzte Behörde und erhielt die Antwort, die Gefangenen zu enthaupten. Um 5 Uhr wurden dementsprechend im Beigem einer großen Menge zwei der drei Gefangenen ent- ha nptet. Diese rasche Ausübung einer strengen Justiz hatte den gewünschten Erfolg. Die Menge löste sich ordentlich und ruhig aus, obwohl auch heute noch allgemeine Erregung herrscht. Ob wir es hier mit dem systematisch angelegten Plan einer fremdenfeindlichen Bewegung zu thun haben, laßt sich nicht so leicht sagen. Thatsache ist es leider, daß die B e v ö l k e run g den Ein dru ck g e w o n n e n hat, daß die Mission an der Sache nicht nur beteiligt, sondern sogar schuld sei, da sie als Käuferin der Augen genannt wird. Wenn man bedenkt, daß fast alle gegen Fremde und besonders gegen Missionen gerichteten Angriffe auf solche Gerüchte zurückzuführen sind, und daß gerade der angebliche Gebrauch von Augen von chinesischen Kindern in fremden Medizinen ein altes Mittel zur Aufreizung der Massen ist ,so darf man die Bedeutung der Sache nicht unterschätzen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 15. Mai 1902.
- Versetzung. Der Groß Herzog hat den Revisionskontrolleur bei dem Hauptsteueramt Offendach Schenkelberg in gleicher Diensteigenschaft an das Hauptsteueramt WormZ versetzt.
• • Auszeichnung. Der Großherzog hat dem Vorstand des Katasteramts Regierungs-Rat Lauer zu Darmstadt den Charakter als „Geheimer Finanzrat" verliehen.
* * Bestätigung. Der Großherzog hat der am 24. April durch die Stadtverordnetenversammlung zu Bingen erfolgten Wiederwahl des seitherigen 2. Bürgermeisterei-Beigeordneten der Kreisstadt Bingen Schurgens die Bestätigung erteilt.
• * Ernennungen. Der Großherzog hat den von dem Fürsten Franz Josef zu Ysenburg und Büdingen in Birstein präsentierten Dr. Schlottmann zum Oberlehrer an dem Gymnasium und an der Ober-Realschule zu Offenbach mit Wirkung vom 1. Mai, den Pfarrer Kellner zu Dieburg zum Oberlehrer an dem Gymnasium und der Oberrealschule zu Offenbach, unter Verleihung des Charakters als „Professor", mit Wirkung vom 1. Mai, den Gardeunteroffizier Becker in Darmstadt zum Pedellen an dem Realgymnasium daselbst mit Wirkung vom 1. April an, den Fußgendarmen Schröbel zu Schotten zum Kreisdiener bei dem Kreisamt
Gießen mit Wirkung vom 16. Mai, den 2. Direktor der Hauptstaatskaffe Dexheimer zum Mitglied und Rat der Oberrechnungskammer, den ständigen Hilfsarbeiter bei dem Ministerium der Finanzen Oberfinanzassessor Schäfer zum 2. Direktor der Hauptstaatskasse, den Gerichtsassessor Kuhl aus Darmstadt zum Ministerialsekretär bei dem Mmisterium der Finanzen und den Assistenten bei der Bezirkskasse Offenbach Bezirkskassier Göbel zu Offenbach mit Wirkung vom 1. Juni ab zum Ministerialreoisor und Beamten bei dem Forst-Vermessungs- und Taxations-Bureau ernannt.
** Französische Vorträge und Rezitationen. Mehreren Aufforderungen nachkommend, hat sich Lector Goetschy entschlossen, auch im Laufe dieses Semesters einen Zyklus von 6 französischen Vorträgen und Rezitationen abzuhalten. Dieselben werden Donnerstags von 6—7 Uhr in der großen Aulader Universität stattfinden und schon Ende ds. Mts. ihren Anfang nehmen. Für die 3 Vorträge sind folgende Themata in Aussicht gestellt: a. Alfred de Muffet; b. Victor Hugo et la legende napolSonienne; L’Humour d’Alphonse Daudet. Die Rezitationen werden u. a. bieten: A. de Müsset — A quoi revent les jeunes fi 11 es (Lustspiel); — E. Legouve — Zezaiement et grasseyement; — A. Theuriet — Le eure de Vireloup; — E. Rostand — Compliment ä l’Im- peratrice de Kussie (21 September 1901). Dieses letzte Stück werden wir demnächst teilweise bekannt geben. — Außerdem gedenkt Lector Goetschy zwei Einakter vorzulesen, die von Madame Charlotte Wiehe und ihrer Pariser Truppe nächsten Winter bei einer französischen Vorstellung Hierselbst gespielt werden sollen. Wegen alles Weiteren verweisen wir auf die bald in unserem Blatt erfolgenden Anzeigen.
** Vorsicht beim Abrüsten. Beim Niederlegen eines Gerüstes, das dem Weißbindermeister B. in Darmstadt beim Anstreichen eines Hauses gedient hatte, wurde die vorletzte, 10 Mtr. lange Stange nach dem Losbinden nicht sofort niedergelegt, sondern schräg gegen den Balkon des Hauses gelehnt, während B. und seine Leute inzwischen die letzte Stange niederlegten. Durch irgend einen nicht sicher festzustellenden Umstand, vielleicht infolge Anstoßens spielender Kinder, kam die angelehnte Stange ins Rutschen und traf ein vorübergehendes 24jährigcs Mädchen gerade aüf den Kopf, sodaß sie ohnmächtig zusammenbrach und nach siebenwächiger Behandlung im Krankenhaus längere Zeit an Doppelsehen und Kopfschmerzen litt, vielleicht auch dauernd etwas arbeitsbeschränkt bleibt. B., der übrigens beim StuttgarterVersicherungs- verein gegen Haftpflicht versichert ist, wurde infolge des Unfalls zu einer Geldstrafe, und außerdem, auf eine Entschädigungsklage der Verletzten, zu einer Schadenzählung von 2500 Mk. verurteilt, wozu noch an 1300 Mk. Kosten kommen. Der Vorfall enthält für alle Baühandwerker die ernste Mahnung, beim Niederlegen von Gerüsten, zumal an belebten Straßen, die größte Vorsicht walten zu lassen.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
ElettrizitätS'-A.-G. vorm. Schnckert u. Cie. Neuesten Meldungen zufolge sei die Gesellschaft nun doch in der Lage, eine Dividende von 4 Prozent zu zahlen. Alan werde jedoch davon abseben und den Gewinn zur weiteren Stärkung der Reserve vev- wenden.
Fusion von Zementfabrikeu. Am 30. April er. rst em Vertrag zwischen den maßgebenden Persönlichkeiten der Lehrter Germania-Werke und einer größeren Westfälischen Zementsabrik abgeschlossen worden, welcher für die gesamte Zementindustrie von größter Bedeutung ist. Es tritt nämlich eine Fusion der Westfälischen Fabrik, welche eine jährliche Produktion von 600000 Faß hat, mit den Lehrter Werken (Jahresproduktion 1700000 Faß) etn. Die von Lehrte aus dirigierte Produktion beträgt sodann 2300000 Faß, gleich etwa den fünften Teil der gesamten deutschen Produktion. In den beteiligten Kreisen hofft man, daß das neu entstehende Unternehmen geeignet sein wird, den Kern für weitere Angliederungen zu bilden, welche wünschenswert sind, um der deutschen Zenmentindustrie als Ganzem die erforderliche Festigkeit zu geben und sie zum Ueberstehen etwaiger Krisen zu befähigen, zumal jetzt bei der erfolgten Fusion hervorragende Finanzkräfte — S. Bleichröder Beraisch-Märklsche Bank (dadurch indirekt Deutsche Bank) und eine Breslauer Bankfirma — beteiligt sind. Es steht nur iwch die Genehmigung der beiderseitigen Generalversammlungen aus, welche innerhalb der nächsten drei Wochen zu erwarten ist.
Märkte.
Limburg a. d. L., 14. Mai. Fruchtmarkt. Durch» schnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 14.80 Mk., Weißer Weizen 14.70 Mk., Korn 10.81 Aik., Gerste 9.38 Mk., Hafer 8.40 2Jtt, Erbsen 0.00 Alk., Kartoffeln 0.00 Mk.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Mai
wchste Temperatur am 13./14. Mai
iedrigfte
13./14,
■5
ex
Wetter
743,2
744,2
744,3
10,4
4,3
1,9
14.
14.
15.
4,5
5,2
5,0
47
84
95
+ 10,50 c.
4- 0,8" 6.
sw. w. SW.
5 s
2»
Sonnenschein KlarerHimmel Beü.
c s
5 CD
2“
9es ?rr
c «
Hamen-Handschuhe Preislagen A Waag, weg 60,
-r c sr
«5 IC
r-
«ft
«R CD C
•u
<v >
C
c. 'S"
70
CD C
&
S o A
oft rr
—
6D 4Ä
rr d
c
US CD
C yO
CD
C
P- C- C
C c
CD C
Tr o N
-
- o
oft CD c ■S
e o
SS
SS :o
e_>
■E C
c -rr S
* . ? »
«ft «ft
o o
a
d"
■-w 'O
«ft -r o -Q
.5 rr
l-> CD ... = —
t-> -rr cd o
L t» <7
A 5-
g 00 &
•E «ft s cd c
-Ö ua
.5
— C
2 c
00®
I
XD -g- rr % ;-> rr
<X> o
c
VD -
«ft I «ft ’cj &
? CD -c E iE ■ - c
c <u '<-»
C o
«ft £ E" o o P
CQ
rr ft» c CQ£
o —
eO C
»iS e
2 g
— rr
-i*t. c o
2 SS
'S
r-Ä
5 L
JO
O A ® CD 5 -O
9 L ® S — in
St o 2
S ö 2 « § 'S* ’S- .
c
-8 g
-JS o •
•-ft lS «ft
O • —
EP® -- o cd «ft c
o 1c o
4-1® T-l
uO
c rr E C -£5D
§ s HJ "CD_CD -2
S-2 55 C
» r-r .
-=
o® *> - e •H" G s "
ZKssK ** SS .r e .2 • E
j- S — JS' S
Ü L r- SS * c* O .2 • K .5 o
'S S" SS Ä S
CDäJ ' o CD
L) an > -rr cd
o ä
-G g .
rr q rr '
E £ 2 I 3? e.:
5-. q ■— t—< CD _ '
, r> C-*
— ft> o ej c. u u
So <3> :
5= £CQ
■ c1
«
c
tt
ä ä L •o ft» Q
8L
w ^«ft arr
« « 5
= E rr. o
** t
c o z;
u ö s -
O
gx . a ss»
» Si.
CO — £ .E Q
5 w
>0 3^1» vC- ä ? S. XI
CDg
05 » c «ft c -c — CDr~ CO*» C Q C tc. s
rr 2 c **■ - , C CD C
CD o
c ä ig o >g''E Ä.
— er c --
C o •S'
2 g *~
‘-C >
___ r~> - G 5


