Dienstag 15. April LSOS
152. Jahrgang
Erstes Blatt.
Nr. 87
Hrfchetut tSgllch außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger Verden tm Wechsel mit dem Keffischen Landwitt die Stehener Zamilien- dlätler viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schea Univers.-Buch u.6tein- drmckerei (Pietsch Erbend Redaktion, Expedition und Druckerei:
Lchulstratze 7.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.
KcrusprkchanschlußNr.bl.
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GletzenerAnzeiger«
General-Anzeiger v '**7
v ** für den poltt. il aUgcm.i
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW
V " geigenteil: Hans Beck.
Steckbrief.
Der unten näher bezeichnete Musketier Georg Wilhelm Schaub vom Bezirks-Kommando! Darmstadt hat sich ohne Urlaub entfernt.
Sämtliche Militär- und Civilbehörden werden dienst- rrgebenst ersucht, aus denselben ein wachsames Auge zu haben, ihn im Ergreisungsfalle zu arretieren und an die nächste Militärbehörde zum Weitertransport hierher abzuliefern.
DarmKadt, 13. April 1902.
Großh. Bezirks-Kommando I Darmstadt.
v. Ra oen,
Major z. D. und Bezirks-Kommandeur.
Beschreibung. Alter: 19 Jahre. Statur: untersetzt. Augen: braun. Mund: gewöhnlich. Gesicht: normal. Sprache: deutsch. Größe: 1,61 Mir. Haare: dunkelblond. Nase: gewöhnlich. Bart: —. Gesichtsfarbe: blaß.
Kleidung: Dienstanzug. Rock besetzt mit rotem Kragen, weißen Achselklappen ohne Nummer und weißen Aufschlägen an den Aermeln. Eigene Mütze, sowie Koppel und Zugstiefel. Eventl. Zivilanzug nicht ausgeschlossen.
Bekanntmachung.
Die bei einem Pferde des Bäckermeisters Ludwig Weber dahier im Dezember v. Js. festgestellte Räude ist erloschen.
Gießen, am 14. April 1902.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Hechler.
Keine Harisresorrn?
In seinem Widerstreben, dem immer dringender werdenden Begehren na^ch einer Reform der Eisenbahn- Tarife zu willfahren, ist dem preußischen Eisenbahnminister v. Thielen kürzlich eine ihm sicher hochwillkommene Kräf- ttgung durch das sächsische Finanzministerium zu teil geworden. Aus dem Umwege über Ludwigshafen erfährt man durch die dort erscheinende „Pfalz. Rundsch." den Inhalt eines Schreibens, das von Dresden aus an die Regierungen Preußens, Bayerns, Württembergs, Badens, Oldenburgs Mecklenburgs ergangen ist und das mit der größten Deutlichkeit erkennen läK,iu wie hohem Maße immer noch der rein fiskalische Standpunkt bei der preuß. Berwaltung der Vcrtehrsangelegenheiten ausschlaggebend ist. Das Schreiben ist vom, IX März datiert und führt u. a. aus:
„Das in den letzten Jahren bei allen deutschen Eisenbahnen eingetretene und andauernde Anschwellen der Selbstkosten des Eisenbahnbetriebes und der vornehmlich hierdurch bedingte Rückgang der Eisenbahnüberschüsse, der vielfach die Einzelredierung zwingt, die Ausfälle des Eisenbahnbetriebes durch vermehrte Steuern zu decken, läßt es doch äußerst fraglich erscheinen, ob die in
einem Teil der Tagespresse vertretene und zumal im Schoß der Tarifkommission tief eingewurzelte Anschauung, daß eine irgend eingreifende Abänderung der Eisenbahntarife sich nur in der Richtung der Herabsetzung der Tarife bewegen könne und dürfe, grundsätzlich noch als richtig anerkannt werden kann. Vielmehr gewinnt jetzt in den Kreisen der Bevölkerung die Ueberzeugung mehr und mehr an Boden, daß es weiterhin nicht gerechtfertigt ist, die Vorteile des Eisenbahnbetriebs den Interessenten gegen eine nicht allenthalben als genügend anzusehende Gegenleistung zu teil werden zu lassen, und daß sonach eher aus Frachterhöhungen als auf Frachtermäßigungen zu kommen ist. Gestützt wird diese Ueberzeugung noch einmal durch die bekannte That- sache, daß Tarifermäßigungen einem größeren Kreise von Interessenten infolge Verschiebung der Äbsatzverhältnisse sehr häufig auch empfindliche — wenn schon von den Betroffenen nicht immer von vornherein erkannte — Nachteile bringen, und sodann dadurch, daß allgemeine Detari- fierungen, weil auch dem Auslande zu gute kommend, bis zu einem gewissen Grade den jetzt für große Produktionsgruppen als nötig anerkannten Zollschutz illusorisch zu machet! geeignet sind.
Menn demgegenüber die Mehrheit der ständigen Tarifkommission — anscheinend auch unter dem Einfluß der beigeordneten Vertehrsinteressenten — unter Außerachtlassung der veränderten Sachlage, noch immer an dem Schlagworte von der „sinkenden Tendenz der Tarife" festhaltend, fort und fort aus Tarifherabsetzungcn hindrängt, so wird dabei insbesondere auch übersehen, oaß nicht nur, wie angedeutet, der Wert der Transportleistungen wegen der Zunahme der Betriebskosten gestiegen ist, sondern auch, daß infolge des andauernden Sinkens des Geldwertes eine fortgesetzte Frachtermäßigung allein schon dann vorliegt, toetui die Frachten ziffernmäßig unverändert bleiben. Gewiß wird der größte Teil des starken Rückganges des Frachtertrags pro Tonnenkilometer, der sich von 1895 bis 1900 in Preußen auf 0.25 Pfg., in Sachsen aus 0.22 Pfg. gestellt hat, auf die in diesem Zeiträume bewilligten Ausnahmetarifierungen zurückzuführen sein, ein bedeutender Einfluß wird aber doch auch dem durch die Haltung der Tarifkommission verursachten anhaltenden Abbröckeln der Tarife zugeschrieben weichen müssen.
Die Meinung des unterzeichneten Finanzministeriums geht selbstverständlich nicht dahin, daß künftig der finanzielle Standpunkt der Eisenbahnverwaltungen ausschließlich in den Vordergrund zu stellen, und daß etwa von jeder TariserMäßigung abzusehen wäre. Wo ein dringendes wirtschaftliches Bedürfnis nachgewiesen ist, ohne daß gleichzeitig erhebliche Schädigungen berechtigter Interessen zu befürchten sind oder wenn mit Sicherheit auf entsprechende durch Mehrkosten des Betriebes nicht ausgewogene Vermehrung des Verkehrs gerechnet werden kann, wird die sächsische Regierung auch künftig etwaigen Ermäßigungen gerne zustimmen. Es wird aber doch nach
diesseitiger Meinung künftig mehr als bisher der finanzielle Standpunkt der Eisenbahnver- waltungen berücksichtigt und bei jedem Detari- fierungsantrage auf das eingehendste geprüft toerben müssen, ob die vorbezeichneten Voraussetzungen thatfäch-^ lich vorhanden sind.
Jedenfalls wird von Tarifierungen lediglich aus formalen, tariftechnischcn Gründen, wie sie thatsächlich ziemlich häufig vorgckommen sind, künftig nach Atöglichkeit abgesehen werden, und es möchte mir der gegenwärtig durch nichts gerechtfertigten Praxis gebrochen werden, daß in Zweiselssällen — z. B. wenn zwei verschieden tarifierende Artikel vom Bahnpersonal nicht wohl schieden werden tönnen und in eine Klasse eingereiht werden müssen — die Entscheidung grundsätzlich stets in der Richtung der Tarif-Ermäßigung getroffen wird.
In der General-Konferenz oder in der nachfolgenden schriftlichen Abstimmung gegen durchberatene und mit vielleicht großer Mehrheit angenommene Beschlüsse anzu- kämpfen, ist erfahrungsgemäß meist vergeblich. Es werden vielmehr nennenswerte Erfolge in der gewünschten Richtung nur zu erzielen sein, wenn die Vertreter be$ Eisenbaynverwaltungen — und zwar möglichst die aller Kommissionsmitglieder — Anweisung erhalten, von vornherein und schon bei den Vorberatungen, der veränderten wirtschastlichen Lage der Eisenbahnverwaltungen mehr als] bisher Rechnung zu tragen und Detarifierungen nur ausnahmsweise und nur unter obigen Voraussetzungen zu, empfehlen."
Tas Schreiben, durch welches der Geist der Reform-, feindschast, der im preußischen Verkehrsministerium herrscht,, nicht unwesentlich gestärkt werden dürfte, lehrt, daß man für absehbare Zeiten auf eine Tarifreform, die doch nur/ in einer Herabsetzung der Tarife bestehen kann, nicht zu rechnen hat. In parlamentarischen Lkreisen wird man hoffentlich Veranlassung nehmen, auf diesen Versuch des sächsischen Finanzmiuisters, die Eisenbahn-Verwaltungen der nicht von Preußen abhängigen Bundesstaaten gegen alle Reformen scharf zu machen, zurückzukommen, denn es will uns als ein Unding erscheinen, daß der Verkehr des ganzen Reiches im Interesse der arg im Zurückgehen begriffenen] sächsischen Finanzen zur Stagnation gebracht werden soll., Tas sächsische Eisenbahnwesen wird dadurch doch nicht vor dem engeren Anschluß an das preußische bewahrt bleiben, man sollte also lieber thun, was über kurz oder lang doch, eintreten muß und'nicht versuchen, dort zu bremsen, wo ein Vorwärtsbewegen durch die Zeitverhältnisfe dringend geboten erscheint.
Aus Stadt und Sand.
Gießen, 15. April 1902.
** Parlamentarisches. Die Pulver-Expl o* sion in Bingen wird, wie bereits kurz mitgeteilt, auch den hessischen Landtag bei dem demnächstigen Wieder-
ßin Jösenltzeater in Kietzen.
Rosmersholm.
Auf dem norwegischen Herrensitze Rosmersholm lebt der verwitwete frühere Pfarrer Rosmer, ein schwermütiger, in sich gekehrter, stiller Mann, ein Sohn der alten Zeit, grübelnd und verträumt, dessen Mund nie lacht. Nach seinem Abfall von dem Glauben seiner Väter trägt er doch noch als klaren leuchtenden Grundsatz die fast kindliche Treuherzigkeit und Seelenreinheit eines herzenseinfältigen Christen in seiner weichen Seele, die der Einwirkung der starken, herrisch waltenden Natur Rebekka Wests nachgiebt. Rebekka ist die Vertreterin des starren Individualismus. Sie hat schon bei Lebzeiten seiner Frau dem Haushalt vorgestanden. Ihre Vergangenheit ist dunkel, und wenn ein Lichtstrahl in die Finsternis fällt,beleuchtet er einen brodelnden, unheildräuenden sittlichen Sumpf. Sie hat Beate, des Pfarrers leicht erregbare Frau, unter der Maske der Freunoschast in einen frühen gewaltsamen Tod getrieben, um an ihre Stelle treten zu können. Heißes sinnliches Begehren nach dem fein organisierten „milchherzigen Mann", um mit Shakespeare zu reden, führte dieses üble Weib zu der grausen That, und nun suggeriert sie dem Schwächling, er sei der rechte Mann, um frei von allem Traditionenkram eine Gemeinde von „Adelsmenschen" zu erziehen. Rosmers Schwager, Rektor Kroll, ist aus anderem Holz geschnitzt. Er hält das Prinzip der Strenggläubigkeit hoch. In der eigenen Familie mußte er aber den Schmerz erleben, daß die Jugend anderen, freieren Lehren folgt arls er, und vollends gerät er außer Fassung, als er erfährt, daß Rosmer, der letzte des alten konservativ-orthodoxen Geschlechts derer auf Rosmersholm, seine Pfarre niederlegte aus keinem anderen Grunde als aus dem des innerlichen Abfalls von der Kirche. Er sucht nach der Quelle dieses chm schier unbegreiflichen Wechsels und findet sie unschwer in Rebekka, von der er zudem glaubt vermuten zu müssen, daß sie in sträflichem Verhältnis mit Rosmer lebt. Es wird außerdem ein Brief bekannt, den die von der Welt für geisteskrank gehaltene Frau Rosmer wenige Tage bevor sie den Tod im Mühlbach suchte, geschrieben hat und der mitteilt, daß sie schleunig einer Anderen weichen müsse, ehe es für Rosmers Gtjre zu spät wird. Alle Versicherungen des Pastors von der Lauterkeit seines Verhältnisses zu Rebekka fruchten nichts — sogar in öffentlichen Blättern ersckseint eilte von der reaktionären Partei veranlaßte SLotiz, die, obwohl Beweise keineswegs vorliegen und nur haltlose Vermutungen bestehen, die An
gelegenheit in gemeiner Weise breit tritt. Ein Freigeist ist eben, so meint der Rektor Kroll, ein unsittlicher Mensch, zum wenigsten jeder Unsittlichkeit fähig. Um alles Gerede verstummen zu machen ,trägt Rosmer Rebekka feine Hand an, sie aber weist ihn zurück — und gesteht alles. Tie Pastorin hat sie ins Wasser gehetzt, um Rosmer, von allen Banden befreit, für eine große Sache, für die Sache der Freiheit und Aufklärung, zu gewinnen. Tie Sinnlichkeit war. längst in ihr erstorben, denn „die Lebensanschauung der Rosmers adelt, aber sie tötet das Glück"'. Das heißt wohl nichts anderes, als daß der, der nur für andere und für anderes als allein für sich selber fein Leben einsetzt, nicht zum absolut freien Ausleben der eigenen Persönlichkeit kommen kann vor all den Millionen Rücksichten, die er zu nehmen hat, vor all den Pflichten und Schranken, die Gesetz und Sitte errichtet haben. Sie, die Freund und Freundin so kalten Herzens besiegte, unterliegt der Rosmerschen Lebens- anschauung. Des Pfarrers reiner Wandel hat ihre böse Leidenschaft für ihn zu reiner Liebe verklärt. Sie hat im ruhigen Stillleben den inneren Frieden neben ihm gefunden. Wer sie erkennt auch, daß nur in Schuldlosigkeit Glück und Freude ist. Und zudem sieht sie, daß jetzt Rosmer an ihr zu zweifeln beginnt, daß er an die Umwandlung in ihr nicht aus innen heraus und ohne Bedenken glaubt. Ja nicht mehr an sich selber kann Rosmer glauben,.er verzweifelt am Leben und quält sich mit Vorwürfen über eigene Schuld am Tode feiner Frau. Alles um sich und in sich sieht er zerstört. sJhtr dann meint er seine Zweifel töten, den Glauben, an sich und Rebekka und die Welt, wieder- ftnden zu können, wenn Rebekka denselben Weg geht, auf oen sie feine unglückliche Frau gedrängt hat. Und sie findet sich bereit, den Tod im Wasser zu suchen. Und nun legt er die Hand! Ia«nf ihr Haupt und erklärt sie zu seinem rechtmäßigen Weibe. „Mann und Weib müssen zusammengehen". Morituri! Und sie betreten vereint den schmalen Steg — Arm in Arm. Ein Sprung in den Mühlbach — der Vorhang fällt
Man erinnert sich an des Königsberger Malprofessors Emil Neide bekanntes Sensationsgemälde von den beiden „Lebensmüden", das just zu Ende der achtziger Jahre, als das Stück in Berlin zum ersten Male, im Residenztheater, herauskam, dort ausgestellt war, und mit der ganzen lachenden jungen Well Berlins stellte auch ich] damals meine vergleichenden Betrachtungen über diese beiden armumschlungen in den Bellentob gehenden Paare an. Solche Tragödien tragen sich nicht selten zu. Erst dieser Tag: wurden bei Schwanheim in unmittelbarer Naye Frankfurts die mit Stricken zusammen^"'"'"denen Seidjen eines Paares aus
dem Main gezogen. Hier findet sich wohl fein Ibsen, der diesen Toten eine Nänie singt, und auch kein Kommentator des Falles. Ibsens geniales Drama ist in den letzten 12 Jahren vielfach ernst kommentiert worden, in der letzten Zeit am besten von Professor Litzmann in seinem gestern bereits erwähnten vortrefflichen Buche über „Ibsens Dramen", und von dem bekannten Bremenser Dramaturgen Professors Bulthaupt („Dramaturgie des Schauspiels" Bd. IV, Oldenburg, Schulze'sche Hosbuchhdlg.) Mir ist die Aehnlich- feit von Sudermanns neuestem Drama ,stLs! lebe das Leben" mit „Rosmersholm" gestern auf- gefallen . Beide, Ibsen wie Sudermann, stellen die Frage: Ist das Leben lebenswert'? Beide erwidern: Nicht für den, der den Glauben an sich und die Welt verloren hat. In. beiden Stücken liegt der freigewordene Wille im Kampfe mit der Lebens an schaumig des Milieus. Mag sich das Wollen auch noch so frei emporfchwingen, die Lebens^ anschauung sendet ihm die Vergangenheit nach und mit ihr die Schuld, sagt Ibsen, und Sudermann sagt es ihm nach. Wie mit Ketten heftet sich die Lebensanschauung der uns! Umgebenden an unfern Willen und zwingt uns in die Sphäre der der Tradition unterliegenden Allgemeinheit hinab. Das find die „weißen Pferde" des Gefchlechtes der Atosmer, die der Familientradition nach plötzlich und gespenstisch aus dem Dunkel hervorsausen, wenn dem Hause Unheil droht. Der Landsmann Neides liebt keine mystischen Allegorien, darum hat sein Drama nichts davon. Aber deutlich sehen wir, daß seine kranke Beate eine Tochter der kinderlosen kranken Beate Ibsens ist; beide machen ihrem Leben ein Ende, um den Mann ihres Herzens einem thatenreichen Leben zu. erhalten. Und die Beate Sudermanns hat zudem noch eine Anzahl von Eharakterzügen mit Ibsens Rebecca gemein; beide wollen dem Manne ihrer Wahl „zurückgeben was ex braucht, um das Leben zu leben." (Ich zitiere toörtt lich Ibsen!) Rosmer wieVölkerlingk kranken „an der Düsterheit ihrer Ehe". Dazu kommen noch allerhand kleine Aeußer- lichkeiten, -die die zweifellos bewußte Anlehnung Sudermanns an Ibsen klar ergeben: der Brief der Pastorin Beate Rosmer cm den oppositionellen Journalisten Mortensgard und der Brief der Gräfin Beate Kellinghausen> der dem Preßsozialisten Meixner in die Hände fällt; di« Schändlichkeiten einer feilen Presse hier wie dort — usw. usw. Wie sehr aber überragt der skandinavische Dichter bett ostpreußischen Poeten! Welcher Unterschied in der Charakterisierungskunst! Auch Sudermann hat in seinem Völker- lingk eine Art Rosmer charakterisieren wollen, ist aber sehr tief im Versuche stecken geblieben. Ibsen giebt in voller Schärfe eine Gest all, in deren ganzer schwächlicher Art die


