Nr. 39
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A<rnsprrchansck>luß Nr. 51.
Erstes Blatt
15». Jahrgang
Samstag 15. Februar 1902
SietzenerAnzeiger
** General-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen
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Kelrannlmachung.
Vetr.: Rotlauf der Schweine.
Unter dem Schweinebestand des Bäckers Euler, Lud- wigSplatz dahier, ist die Rotlaufseuche auSgebrochen.
Gehöftsperre ist verhängt.
Gießen, 15. Februar 1902.
Großherzogliches Polizei amt Gießen. Hechler.
Kießener Kiudententum in der IslüözeiL der Zluiversttät (17. Jahrhundert).
Schluß.
Ter Student nahm oft bei den Bürgern mit einem oder mehreren Studenten zusammen Wohnung, wobei er das Bettzeug stellen mußte- War er aus Oberhessen und nicht vermögend, so war es üblich, daß er sich die Lebensmittel von Hause schicken ließ- Ihre Zubereitung geschah abwechselnd durch einen der Genossen. Ta die Besoldung der Professoren zu gering war, als daß sie ohne Nebenverdienst hatten bestehen können, bildete sich der Brauch heraus, daß sie Kostgänger annahmen. Tiefe Sitte verfehlte einerseits auf die Studenten ihren Einfluß nicht; aber andererseits wurde sie von den Professoren zu sehr ausgebeutet- Auch einen Studenten gab cs 1618, der nicht weniger als 23 Tischgenossen hatte. Do wurde denn schließlich eine Visitationskommission eingesetzt, die die Tische usw- ab- zufchätzen hatte. Auch der Vorwurf wurde den Professoren gemacht, daß sie die Freiheit der Weinsteuer mißbrauchten, indem sie einen Ausschau! mib Verkauf über die Straße eröffneten. Zu Bezug auf Essen und Trinken lebten die Gießener Studenten nicht schlecht, so daß die Behörden sogar gegen die Prasserei einschreitcn mußten. 1619 stellte es sich heraus, daß 6—8 Gange auf den Tisch kamen- — Besonders wurde in Bürgerkreisen der Student als Einnahmequelle betrachtet- Tarin liegt der Hauptgrund, daß sich kein verträgliches Verhältnis zwischen Bürgern und Studenten herausbildete. Das Pumpen war an der Tagesordnung. Schließlich hätte, sich der Student schon mit den hohen Preisen abgefundcn, wenn die Getränte trinkbarer gewesen wären- Schon 1608 beschwerte sich die Studentenschaft in einem langen Schreiben bei dem Landesherrn darüber, daß man ihnen Wein zum Trinken gebe, der kaum nach Wein rieche. 1609 wurde darauf hingewiesen, daß das Wasser zum Bierbrauen aus der Lahn unterhalb der Stelle geschöpft werde, wo man Wäsche wasche. 1618 wurde eine Petition an die Regierung gerichtet, die in den schärfsten Ausdrücken sich über den schlechten Zustand der Getränk beschwert. Doch wurden trotz dieser ungünstigen Getränkeverhältnisse immer noch viele Klagen über Ausschreitungen betrunkener Studenten laut. Abgesehen von den hohen Preisen und den schlechten Getränken beschwerten sich die Studenten auch über den mangelhaften Zustand der Straßen und die darin herrschenden unangenehmen Gerüche-
Tas alles sind Gründe, weshalb stets ein Gegen- satz Wischen Studenten und Bürgern herrschte- Doch dürfen auch die berechtigten Beschwerden der Bürgerschaft
nicht außer Acht gelassen werden- Das Zusammenströmen I so vieler lebenslustiger Leute, ihre privilegierte Stellung bewirkte, daß es schwer war, sie in Schranken zu halten und von tollen Streick)en abzuhalten. Eine ^rafbestimm- ung trifft die Neigung der Studenten, sich bei Hoch- werten und Tanzfestlichkeiten der Bürger einzudrängen und ungebeten zu beteiligen. So kam es bei einer Hochzeit der Tochter des Prof- Winckelmann zu einer Prügelei. Die Neigung der Studenten zum weiblichen Geschlecht führte häufig zu Liebesverhältnissen mit Töchtern von Bürgern. Ferner plünderten die Studenten mit Vorliebe fremde Gärten- Auch das Fischen betrieben ie gern; und daß es sich hierbei um bloße Zerstörungs ucht handelt, geht aus einer Bestimmung hervor, durch )ie den Studenten das Fischen mit vergifteten Ködern ver boten wird- Die Hauptmasse der Beschwerden aber richtet sich gegen Delikte, die bei Tage und noch mehr bei Nacht in den Straßen begangen wurden, Hausfriedensbruch, Widerstand gegen die bewaffnete Obrigkeit usw- Der Student war, wie schon gesagt, mit Degen und Schußwaffen versehen. Nachts kamen dazu noch Jagdspieße und lange Stangen- Hatte er lange gezecht, so pflegte er mit ungeheurem Gebrüll durch die Straßen zu rennen, sein Gewehr abzuschießen und anderen Unfug anzustellen, zerbrach Zäune ihm unsympathischer Personen, schlug die Fenster ein, was 1609 auch dem Rektor passierte, usw Auch Hausthüren wurden mit Holzpangen eingerannt, besonders bei Weinwirten, die abends nach 10 Uhr keinen Wein mehr geben wollten- Einige Tage Karzer waren die höchste Buße dafür.
Derartigen Vorkommnissen suchte man durch Einführung einer Nachtwache zu steuern- Mit dieser lagen die Studenten stets im Kriege, so daß deren Lage wenig beneidenswert war- Ihr Verhältnis zu den Studenten wird am besten dadurch gekennzeichnet, daß sie durch Universitätsstatut vor bewaffneten Angriffen seitens der Studenten geschützt werden mußten- Die Professoren nahmen völlig Partei für die Studenten, sogar dem Landesherrn gegenüber, um einem Abzug der Studenten vorzubeugen. So trugen diese den Sieg davon. Die Wache wurde a b g e s ch a s f t.
Dagegen dem Festungshauptmann gegenüber drangen die Studenten nicht immer durch, was folgender Vorfall lehrt. Im Dezember 1616 war ein Student im Duell gefallen. Der FestungsHauptmann traf nun alle Vorsichtsmaßregeln, um ein Enttommen des Thäters unmöglich zu machen. Das erschien den Studenten rücksichtslos und beleidigend, und sie begannen, nachts zu demonstrieren. Und als der Kanzler in dieser Zeit starb, weigerten sie sich, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Andererseits! suchte der Festungshauptmann die übliche Fastnachtskomödie der Studenten zu hindern, weil er arg darin mitgenommen zu werden fürchtete. Trotzdem wurde diese aufgeführt. Die Folge war die Wiederher st ellung der Nachtwache, die jetzt in die gemeinsame Pflicht des Hauptmanns und des Rektors genommen wurde. Aber auch diesmal that sie nicht gut. Ein Student wurde bei einer Raufer er von der Wache erschlagen. Diese wurde dafür ins Gefängnis geworfen. Nach ihrer Freilassung aber durfte sie sich vor den Studenten nicht mehr sehen lassen und konnte sich häufig nur durch eilige Flucht retten.
Die Beziehungen- der Studenten zu einander waren sehr verschieden von heute. Ein förmlicher Zusammenschluß zu Verbindungen, Landsmannschaften, von denen aus anderen Universitäten schon Nachrichten vorliegen, ist für Gießen nicht nachweisbar. Allerdings ist ein Edikt vorhanden, das der Rektor 1608 gegen die von anderen Universitäten übertragenen factiones erließ. Dagegen ist in den Tischgen ossenschaften eine 21rt korporativen Geistes zu finden; denn es wurde aani regelrecht dafür gekeilt. Ein ©direiben aus dem Jahre 1624 zeigt sogar, daß den Tischgenossen aewisie chrenrechtliche Befugnisse zustanden. Daß zwischen oen Studenten Raufereien nichts Seltenes waren, ist selbstverständlich. Kaum ein Jahr verging, in dem nicht ein Student auf offerier Straße von einem Kommilitonen erstochen oder niedergeschossen worden wäre. Die Veranlassung war oft äußerst genug, eine Neckerei oder ein unbedachtes Wort beim Trünke.
Für Trinkgebräuche giebt es nur geringe Andeutungen in den Gießener Akten. Gelegenheit zum Trünke gab es genug. Kam ein Neuling zum Tisch, so mußte er einen Trunk geben.
Ter Abschied wurde durch einen Abschieds- schmaus mit ausgiebigem Tnmk gefeiert- Ta die Pe- velle häufig mitzechten, war an ein Einschreiten nicht zu denken. Fastnacht wurde auch nicht trocken gefeiert. Mehrfach im Jahre boten offizielle Festlichkeiten, die Pronlotionen Anlaß zu einem guten Trunk. Mit seltener Einmütigkeit scheinen Professoren wie Studenten daran festgehalten zu haben. Auch das weibliche Geschlecht war bei diesen Festessen, die mit einem Tanz schlossen, stark vertreten. Natürlich mußte der Neugraduierte die ganze Zeche bezahlen. .
Schließlich ist noch ein Mißbrauch zu erwähnen, der Pennalismus. Er geht von dem auch heute noch vielfach herrschenden Gedanten aus, daß der junge Mensch, der die Schule verlassen hat, nicht sofort eine gleiche Stellung mit den Studenten einuebmeu darf. Diese Ansicht entwickelte sich allmählich au roher Mißhand- Handlung und Ausbeutung oes jungen Studenten. Ter Pennäler mußte ein Jcll)r lang minderen Rechts auf der Hochschule leben und sich zu allerlei Diensten, auf Wunsch auch zur Hergape seines Besitzes verstehen, bis er nach Ablauf eines Jahres zum vollen Studenten^ erklärt wurde. Es ist nicht richtig, das Jahr 1610 als Anfang dieses Pennalismus anzusehen. (Aerobe in Gießen ist uns ein darauf bezügliches Verhörprotokoll aus dem Jahre 1607 erhalten. Tie Verbote dieses Mißbrauches mehren sich von Jahr zu Jahr. Immerhin ist er in dieser Zeit nur im Anfang; seine eigentliche Entwickelung sand er durch den Krieg, bis er 1650 bei der Wiedereröffnung der Universität auf dem Höhepunkt stand. Um. zu zeigen, welche kindischen und zugleich brutalen Demütigungen der junge Student zu leiden hatte, teilte der Vortragende einige Sätze aus einem Schriftstück aus dem Jahre 1650 mit. Seit 1661 ist das öffentliche Pennalwesen in Gießen völlig verschwunden.
An den mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine kurze Besprechung, in der Geh. Schulrat Schaedel darauf hinwies, daß neben der Depositon eine andere dem Abiturientenexamen ähnliche Sitte be-
Gießener Stadtthenler.
Maria und Magdalena.
Schauspiel in 4 Akten von Paul Lindau.
Herr Karl Schneider hatte sich für seinen Ehrenabend ein Bühnenstück ausersehen, das vor einem Menschenalter den litterarischen Ruf Paul Lindaus begründen half. Lindau hatte in ^ben 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Pariser Schule durchgemacht, zu deren Früchten auch ein paar Moliöre-Bücher gehörten. Weit mehr aber als der große französische Komödiendichter zur Zeit Ludwigs XLV. hatten ihn die Dramatiker des zweiten Kaiserreichs, Dumas, Feuillet rc., angezogen. Der echten Kunst des Dichters des ,$artüf|eti stand Lindau der Kleine mit seinem hübschen Talent doch rote ein Zroerg gegenüber, die tonangebenden Männerchen seiner Zeit aber begriff er, die konnte er kopieren, ja vielleicht sogar selber erreichen. Als er dann nach Deutschland zurückkehrte, da begann er das alte, damals in den allerersten Kindheitstagen des jungen Deutschen Reiches nach tief wurzelnde und unangetastete Gefühl scheuer Ehrfurcht des nach halb traumumfangenen deutschen Michels vor dem Fremden, dem Ausländischen, sich zu Nutze zu machen. „Maria und Magdalena * roar sein erstes Drama, das er schrieb, ganz abhängig von der französischen Dramatikerschule jener Tage. Und er ist ja auch, trotz seiner neuesten Heber- setzerthätigkeit des alten Griechen ßuftan, ein Schüler der Franzosen geblieben bis auf den heutigen Tag.
Das von Herrn Schneider zu kurzem Einabendsleben erweckte Stück Lindaus besitzt die ganze Phrasenhastigkeit und Hohllönigkeit der Herren Dumas und Konsorten, und es liegt eme höchst kuriose Ironie barm, baß L. just bem Revolver- journalisten Dr. Jakob Gelz v. Gelzinnen überzeugungsvolle Brusttöne blasierten Unwillens über bie frivole Pikanterie bes ftanzöstschen Schauspiels leiht, ber nämliche Herr Dr. Paul Linbau, einstiger Theaterkritiker bes „Berl. Tagebl.", der sich in grauer Vorzeit in Berlin durch eine häßliche Geschichte unmöglich machte. Uebrigens ist mir einmal vor Jahren m einem internationalen deutschen Badeort ein Mensch begegnet,
der, nach dem Muster dieses famosen Dr. Gelz von Lindaus Gnaden, sich einen ähnlich aristokratisch klingenden Namen gab. Dieser Dr. jur. mr. hat, ähnlich wie der Dr. Gelz, das Andenken Kaiser Friedrichs durch ein erbärmliches kilometerlanges Gereimsel besudelt, in dem sich folgende wundervollen Verse finden:
Äat seiner schweren Krankheit nicht oeachtet, In die ein dunkles Schicksal ihn versenkt, Hal nach ber Rückkehr sehnlichst nur getrachtet, Unb sogleich heimwärts seinen Fuß gelenkt, Begrüßt als Preußens König, Teutschlanbs Kaiser! Ach, er ist krank noch immer, matt unb heiser!"
Der Mann hat es trotzdem jüngst zum Kammerherrn des Fürsten Heinrich des Unartigen von Reuß ä. L. gebracht und nennt sich heute Marquis!
Man sieht also, einzelne Figuren des Lindau'schen Stückes sind nicht ganz so unwahrscheinlich,wie wohl ein unbefangener Sohn unserer Tage annehmen dürfte. Auch die Leute, die an „chronischer Knopflochentzündung" leiden, wie sich netilich em Gießener Stadtoater in froher Faschingslaune sehr hübsch ausdrückte, sind noch nicht ausgestorben. Lindau übertreibt aber so entsetzlich, daß, liefen die Herren Dr. Gelz und Geheimrat Werren lebendig unter uns herum, Dalldorf ihnen ganz gewiß schleunigst zum unvermeidlichen buen retiro würde. Aber zu einer interessanten Entdeckung hat uns Herr Schneider verhalfen, nämlich zu ber, baß Herr ©übermann seine „Heimat" Herrn Lindau, stellenweise schier wortgetreu, „nachempfunden" hat. Nur daß der Schüler dem Glaubhaften nicht ganz so viele derbe Nackenschläge appliziert hat rote der Meister Lindau. Die Zahl der Unwahrscheinlichkeiten bei Lindau ist Legion. Papa Werren erteilt eines schönen Tages am Kaffeetisch seiner ältesten Tochter seinen feierlichen Vaterfluch und schickt sie fteundlichst, ohne daß ihm oder ihr der Gedanke kommt, sie könne sich verteidigen oder gar rechtfertigen, zum Kuekuck. Sie geht nun zwar nicht zum Kuckuck, sondern zur Bühne. Ein Zufall ist es dann, daß nach Jahren der Lanbesfürst sie, bie eine große Künstlerin geworben ist, zu einem Gastspiel in ihrer Heimatstadt bewegt, daß die Person, die an ihrem Unglück schuld ist, im Theater sitzt, daß
diese Person gerade ihre Stiefmutter geworden ist, daß ein Maler, den sie irgendwo in der Welt znm Freunde gewonnen hat, im Hause des VaterS eingefübrt ist, daß Stiefmutter und Stieftochter dann Zusammentreffen re. re. Der Maler, die alte, von Edelmut triefende stereotype Theaterpuppe aus den Stucken der unselig seligen Frau Birch-Pfeiffer, sagt an einem EmpfangSabend im Hause eines Geh. Kommerzienrats allen Anwesenheit höchst unangenehme Wahrheiten, die jedem Erdensohn übel bekommen würden usw. usiv.
Doch genug davon. Alle diese Unmöglichkeiten sind nur ein winziger Teil aus der Unmenge ihrer gleichartigen Schwestern. Es ist trotz alledem zuzugeben, daß einzelne Szenen Frische und Ursprünglichkeit besitzen, namentlich in ihren humoristischen Partien. Der sein pointierte Dialog, der oft überreich ist an witzigen Schlagern, hat auch seine volle Zündkraft bewahrt und weckte auch gestern das heiterste Lachen. Dann aber liegt eS wieder über einzelnen sentimentalen Stellen, in denen die Herrschaften auf der Bühne ein bischen gar zu sehr mit dem Gefühle kokettieren, wie graue Spinnweben. Ich denke dabei u. a. auch an den Schluß bes 2. Aktes mit der Deklamation von Goethes Lied an den Mond. Dieser billige Kunstgriff, Sttmmung erzeugen zu wollen, verpuffte gestern spurlos.
Wem die gestrige Aufführung sonst auch wenig bieten mochte, eines unterließ sie nicht: sie verschaffte uns das wehmütige litterarische Vergnügen, uns m die Zecken zurück- zuversetzen, da man die ersten kümmerlichen Versuche machte, sich litterarisch vom Auslande zu emanzipieren, auf die ver- kehrteste Art freilich, indem man es nach wie vor nachahmte, aber sich doch wenigstens den Anschein gab, als Haffe man das Undeutsche und streife es mit Entrüstung von sich ab.
Unser Benefiziant, Herr Schneider, gab den Professor Laurentius, den Maler, in angemessener Haltung unb guter Tournüre als angenehmer Gesellschafter. Seinem Spott gab er ja freilich weniger Liebenswürdigkeit, Verbindlichkeit, als Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, was vielleicht einigen Situationen noch mehr die Wahrscheinlichkeit nahm. Aber er hatte seine Aufgabe doch, wie gewöhnlich, mir vollem Verständnis auf- unb angefaßt unb auch em Körnchen Humor dazugethan, von


