©faxtet Schrimpf von Hirzenhain predigte über bas Wvvt „yfir werdet die Wohrhell erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen^". Ter von Pfarrer Her-rmann ver- leserre RechenschastSbericht gerate in allen BereinSaeLieten AorwLrtSschreiten. TaS Schlußwort sprach Pfarrer Sauer von Geiß-Nidda. In Krafts Saalbau fand ein geselliges Beisammensein statt- Hier wurden noch verschiedene Ansprachen gehalten. Pfarrer Sauer gedachte der stillen und segensreichen Wirkung des Frauen Vereins. Pfarrer Werner gab interessante lieberblicke über Wirken, Ent- wicklung und Aufgaben des Vereins iur In lande, insbesondere unter dem Freizügigkeitsgesetz. Ter protestantischen Brüder tat Auslände gedachte Pfarrer Wolf von Remstädt, der der Hauptversammlung zu Cassel beigewohnt hatte. Er erfühlte interessante Einzelheiten aus Spanien, aus Frankreich, wo jetzt ein frischer Zug in die protestantische Bewegung kommt, und aus unserem österreichischen Bruder- hmde.
(l.) Bad Salzhausen, 1L Okt. Unsere neuerbohrt^ Solquelle hat einen Salzgehalt von 2.8 Prvz. und eine Wärme von 28 G-vad R. (vegerrwärtig wird ou«h fortgesetztes Pumpen festgestellt, welche Wassermenge die Quelle zu liefern tat stände ist. Auch ist es möglich daß etwa vorhandene Kohlensäure zum Vorschein kommt. Von den Pumpresultaten ist nun der Standort und die Größe des tat nächsten Jahre zu errichtenden Badehauses abhängig.
Mainz, 10. Ott Die im Lause der vorigen Woche hier verhafteten Check sä lscher Dreysuß aus Amerika und Weiß auS Eßlingen scheinen noch mehrere Komplizen zu haben. Diele Woche wurden in verschiedenen Geschäften wiederum Versuche gemacht, gefälschte englische Checks zu veräußern oder ein Darlehen darauf aufzunehmen. Die (Ifiedö stad im Werte vvon 200 Pfund Sterling ausgestellt Als die Polizei von den Betrugsversuchen Kenntnis erhielt, flüchtete der Schwindler.
Frankfurt, 13. Ott. Tie Eröffnun g des neuen Schauspielhauses wird am 25. Oktober nicht stattfinden. Wiewohl mit dem größten Eifer an der Fertigstellung der inneren Einrichtung gearbeitet wird, hat jetzt eine Beratung der beteiligten Faktoren ergeben, daß e£ ganz unmöglich ist, den festgesetzten Termin einzuhalten. Man hofft, bis zum 1. November fertig zu werden, aber es ist nicht ausgeschlossen, daß die Eröffnung erst, acht bis vierzehn Tage später erfolgen wird.
pa. Marburg, 12. Oft Im Restaurant Lahnlust tagte heute eine Delegiertenversammlung des Hessischen Ath- leten-Berbandes. Außer dem hiesigen Verein waren diejenigen von Gießen, Cassel und Hersfeld vertreten. Nach' Erledigung des geschäftlichen Teiles wählte man zum Verbandsvorsitzenüen Hubenthal-Cassel und zum Ver- bandöstemmwart Köhler-Cassel. Ein Antrag, den griechisch-römischen Ringkampf im Verbände einzusühren, sand Annahme; ebenso beschloß man, das Verbandsfest in jedem Jahre mit Austrag der Meisterschaft stattfinden zu lassen. Festort für das nächste ist Marburg. Tie folgende Telegiertenversammlung soll am 14. April in Cassel abgehalten werden.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Nach längeren Versuchen, das Römerkastell bei Seeligenstadt am Main fteizulegen, ist es jetzt dem ReichD-Limeskommissar Hosrat Kvsler-Tarmstadt gelungen, in einer Tiefe von anderthalb Metern einen für Römerbauten charakteristischen Spitzgraben aufzudecken, oer eine Breite von etwa sieben Metern und eine Tiefe von über zwei Metern aufweist. Infolge dieses erfr«llicheq Resultates längerer Ausgrabungen besichtigte Professor Dr. Hattner-Trier von der Reichs-Limeskommission die" Fundstelle, unb man gelangte zu dem Beschlüsse, die aufgedeckta llmfassungölinie weiter zu verfolgen, da begründete Aussicht vorhanden ist, auch die Ueüerreste der Mstellmauern ans Tageslicht zu ziehen. —In Offenbach hat die Stadtverordnetensitzung beschlossen, das Fleisch-Oktroi vorläufig nicht aufzuheben. — In Werdorf starb plötzlich und unerwartet der Pfarrer Moritz Repp infolge eines Schlaganfalles im Aller von 61 Jahren. Pfarrer Repp hatte noch kurz vorher gesund und wohlbehalten, ohne jegliche Anzeichen von Unwohlsein, im Kreide seiner Familie daL Abendessen eingenommen und sich dann nach seinem Arbeitszimmer begeben. Tort fand ihn seine Frau nach einiger Zeit tot tat Stuhle sitzend.
Jahresversammlung des allgemeinen deutschen Naderveröaudes.
s Bad Nauheim, 13. Ott-
Seit gestern tagt hier die 11. Jahresversammlung des Allgemein en deutschen Bäderver- bano eS. Tie meisten Teilnehmer aus allen Tellen Deutschlands trafen bereits gestern hier ein und fanden sich in den Räumen des Kurhauses zu einer Sitzung zusammen. Heute (Montag) fand im Kurhaus die erste Versammlung stall, in der der erste Vorsitzende, Geheimrat Dr. Michaelis- Rehburg die Versammelten herzlich begrüßte und den Vertretern der Großh. Hess. Regierung, des Kaiser! Gesund- hellSamteS, Geheimrat Professor Dr. Paul, dem ärztlichen Verein Bad Nauheim Dank aussprach. Professor Paul, der aus die hohen Aufgaben des Verbandes hm- wieS, sowie der Vcrlleter der Großh. Hess. Regierung, Geh. Oberbcrgrat Prof. Dr. Lepsius-Darnistadt dankten und wünschten der Versammlung erfolgreichen Verlauf. Den ersten Vortrag hiell der Großh. Badedirektor, Baurat Dr. öfei: „Uebcrb lick über die historische Entwickelung des Bades Nauheim". In außerordentlich anschaulicher Weise schilderte der Redner die ersten Anfänge Nauheim- von der Mmerzeit bis zur Gegenwart und gab der Versammlung ein llares Bild von der groß- arllgen Entwickelung des Badeortes bis zu seiner jetzigen Bedeutung alS eines der ersten Heilbäder der Well. Sodann sprach Tr. L G r ü n h u t - Wiesbaden über „die neuen physikalisch-chemischen Anschauungen in ihrer Anwendung auf Mineralwasser und deren Einteilung". Er zeigte, daß eS notwendig sei, neue Formen der Analysen auszustellen und die Berechnung der Mineralwässer auf Ionen, statt auf Salze festzustellen. In der sehr lebhaften Diskussion, an der sich Geheimrat Paul-Berlin, Sanitätsrat Winkler-Nenndorf, Hinz- WieSbadcn, Koeppe-Gießen beteiligen, wurde darauf hin- gewiesen, daß in der neuen Aufstellung der Analysen doch viel Willkür hcrrsck-e, schließlich wird eine von Sanitätsrat Engelmann cingebrachle Resolution angenommen, welche dahin geht, daß der Allgemeine Deutsche Bäderverband den Kurverwaltungen empfiehlt, neue Analysen anfertigen zu lassen, welche dem Bäderwerke, welches das Reichsgesundheltsamt herauSzugeben beabsichtigt, zu Grunde gelegt werden können. Der folgende Vortrag des Dr. Sieb e I t-FlinSberg: „Die Balneologie und dieLehrevonderBndurchdringlichbarkeilder tzaut für SalLe und [onßige im Wasjer ge
löste Substanzen" ftabet ebenfalls eine längere Aussprache und es wird als sicher angesehen, daß die Hautorgane spezifische Bestandteile aus dem Bade aufnehmen. Ingenieur Dr. A. Jsbert-Frankfurt a. M. spricht dann über: „Hölzerne Rohre und ihre Verw en dun g zu Leitungen von Mineral- und Thermalwasser". Die Vortelle der Holzröhren sollen sehr groß sein, zum Beispiel habe daS Holz- keine Einwirkung auf die physikalische und chemische Beschaffenheit deS Wassers, auch die Gefahr des Zerspringens der Röhren beim Einfrieren sei durch die große und natürliche Elastizität des HolzeS ausgeschlossen. Kurdirektor Ratten- Neuenahr hiell einen Dortrag über „Die deutschen Bade- und Brunnenbetriebe und die Nahrungsmittelindustrie - Berufsgenossenschaft". Er erörterte die Gründe, welche zurzeit dazu geführt hatten, die deutschen Bade- und Brunnenbetriebe dieser Berufsgenossenschaften zuzuteilen, es empfehle sich nicht, Schrllte zu thun, um eine neue Berufsgenossenschaft zu bilden oder sich einer anderen anzuschließen, denn die Bäder und Kurorte paßten am besten zu der genannten Berufsgenossenschaft In der Nachmlltagssitzung sprach Sanitätsrat Tr. Axel Winkler -Nenndorf: „Ueber technische Neuerungen bei der Installation von Mineralbädern". Der Redner empfiehlt neue Arten von Badewannen und Erwärmungsmetboden für gasreiche Mine- ralbäder. Es folgten dann noch Vorträge des Ingenieurs Friedrich Dessauer -Aschaffenburg: „Neueres auf dem Gebiete der Röntgentechnik"" mit Demonstra- llonen und des Privatdozenten Tr. H. K o e p p e - Gießen: „Demonstrationen des Haematokriten in VerbindungmiteinerneuenelektrischenCen- triftige". Am heutigen Abend versammelten sich die Teilnehmer des Bädertages, etwa 160 Personen, als Gäste der Großh. Badedirektion zu einem Festessen im Kurhause.
pariser Auelle.
Tie Pariser machen wieder, so schreibt Karl Eugen Schmidt im „Dag", ein bißchen in Duellen. Dieser Tage hat der General Percin den antisemitischen Juden Gaston Pollonais in den Heilten Finger gestochen, und Herr Pollonais hat dafür den Generell am Daumen so ge- ftihrlich verletzt, daß der arme Verwundete nur mit knapper Not dem am nämlichen Abend im Grand Hotel stattfindenden großen Bankett der republikanischen Parteien beiwohnen tonnte. Sehen Sie, das nenne ich Lebensart, feine Manier, savoir vivre. Rüpelhafte Deutsche schlagen sich die Köpfe ein oder schießen sich gar maustot, die höflichen Franzosen aber begnügen sich mit der Geste und stellen sich nur so, als ob sie jemand umbringen wollten. Sogar die Obersten Henry und Picquart, deren Zwist doch gewiß ernst genug war, sintemalen sie sich gegenseitig der Lüge und Fälschung beschuldigten, ritzten cinanoer nur ein bißchen die Epidermis des Vorderarmes und nahmen dann vergnügt und zufrieden Abschied voneinander. So machen es waschechte Franzosen, die wissen, wie unästhetisch ein tot- gestochener und blutiger Leichnam aussieht und wie unangenehm nachher bie Scherereien vor Gericht sind.
Tie Ausländer sind dumme Tröpfe und machen es anders. Sie möchten wohl räuspern und spucken wie die bewunderten Pariser, aber sie bringen es trotz aller Anstrengungen nicht fertig. Haben Sie die Geschichte von den beiden edlen Polen, Polen auö der Pvlackei, gelesen? Weil der eine hes andern Zahnbürste benutzt hatte, hielten sie es für notwendig, als waschechte Pariser auf- zutreten, Zeugen zu schicken und Pistolen avzuschießen. Tas nxir soweit ganz schön, aber die Zeugen waren auch nur polnische Pariser, also nachgemachte Ware. Sie kannten die Pflicht des französischen Tuellzeugen nicht, die darin besteht, die blutschnaubenden Kampfhähne vor allem Ungemach zu bewahren. Sie luden also nicht nur die Pistolen mit wirllichen Bleikugeln, sondern stellten außerdem die Gegner so nahe bei einander auf, daß die Kugeln das Ziel erreichen konnten. Hat man je so etwas bei einem Duell zwischen wirklichen Parisern, geleitet von geborenen und erzogenen Franzosen, gehört? Nimmermehr! Tie sehen vorsichtig darauf, daß die Schießeisen zwar mit Pulver und Papier, aber niemals mit Bleikugeln geladen werden. Und wenn die Sache ganz wütend ernst ist, wenn die KampMhne nach Blut schreien wie der Hirsch nach Wasser, dann werden vielleicht Kugeln eingeladen, aber erstens läßt man ein paar hundert Meter Raum zwischen den Kämpen, und zweitens kommandiert man so schnell Feuer, daß zum Zielen nicht Zeit ist.
So machen es wirlliche Pariser, die wissen, was sich schickt. Tie edlen Polen aber, die nach Paris kommen, um die Sillen der nation-soeur zu adoptieren, dringen offenbar in diese Feinheiten erst in der zweiten Generation ein, wie das Beispiel des erwähnten Herrn Pollonais zeigt. Ter hätte am Ende auch seinen Gegner totgeftochen oder sich von ihm totstechen lassen, wenn er noch wie fein Vater Salomon Pollack und no-ohs nicht Gaston Pollonais hieße. Mit dem französischen Namen yat er auch das französische Wesen angenommen und begnügt sich mit dem Stich in den Finger. Seine jungen Landsleute aber, die zu zweien nur eine Zahnbürste besaßen, — *unb das scheint doch ein Fortschritt, denn wenn ich nicht sehr irre, besaßen Krapülinski und Waschlapski, die beiden edlen Polen Heines, überhaupt kein solches Instrument moderner Bildung —, waren noch polnisch wild und nur leise pariserisch angetüncht. Sie gingen hinaus in den schönen Wald von Ville d'Avray, traten einander mit wirllich geladenen, wirllichen Pistolen gegenüber, knallten los, und als es aufhörte zu knallen, war einer von ihnen maustot. DaS ist himmelschreiende, wilde Barbarei, und die Pariser Blätter haben recht, wenn sie streng und ernst von oer Sache sprechen und den Ausländern empfehlen, berartige Brutalitäten in ihrer eigenen Heimat abzumachen. Tenn das wäre doch schöner, wenn die französischen Duellanten an fingen, einander allen Ernstes abzumurksen! Tann müßte ja alle Polemik in Zeitung, Parlament und Eass aushören! Tas Leben wäre nicht mehr zum Aushalten, und kein Mensch könnte mehr ein überlegtes Wort sagen! Golt sei Tank sind wir in Paris civilisierte Leute und wissen zu leben. Und wer sich um bring en will, macht daS am besten in seinem Vaterland e ab. Hier zu Lande ist so waS nicht UsuS.
Vermischtes.
» Berlin, 13. Ott. An der Lüdostseite des Bahnhofes Friedrichstraße wurde heute vormiltaa das Denkmal oes Erbauers der Berlmer Stadtbahn, Geheimrat D i r ck s e n, feierlich enthüllt.
* Berlin, 13. Oft- Bei einem Streit, der gestern abend in einem Lokal der Krautstraße ausbrach und der in seinen Folgen fast den Charakter eines Landfriedensbruches annahm, wurde das garize Lokal zertrümmert. Ter PoU^ei, welche ebenfalls, thatllch cm gegriffen wurde.
gelang eS nur mit großer Mühe, die versammelte Menschenmenge zu zerstreuen und die Ruhe wieder herzusteUeu. Tie Hauptschuldigen wurden verhaftet.
♦ Paris, 13. Ott- Gestern abend stieß in der Nähe des Boulevard de la Republique ein Straßenbahnwagen piit einem Omnibus zusammen. Sämtliche Passagiere, welche auf dem Verdeck des Omnibus Platz genommen hatten, wurden herunteraeschleudert und erlüten mehr ober minder schwere Verletzungen. Auch die im Innern des Omnibusses beftndlichen Fahrgaste wurden fast sämtlich verletzt. Im aanzen trugen 40 Personen Verletzungen davon; mehrere der Verletzten mußten nach dem Hospital gebracht werden.
♦ Innsbruck, 14. Ott- In dem gestern 2.45 Uhr nachmittags hier eintreffenden Schnellzuge der Süd- babn hat in einem Wagen zweiter Klasse zwischen Schwaz und Hall ein Reisender durch zwei Schüsse in die Herzgegend einen Selbstmordversuch verübt. Die Dokumente lauten auf Hans Matthes aus Deutschland. In seinem Besitze waren 7550 Mark und 90 Kronen, sowie eine Duell- forberung vom Januar. Der Schwerverletzte wurde nach dem Krankenhaus gebracht.
* Zweikampf. Ter der Deutschen Volkspartei angehörige Abgeordnete Walz hat, wie aus Graz gemeldet wird, den Führer der Bauernpartei, Baron Rokllansky, zum Zweikampf gefordert, weil letzterer in einer Versammlung ehrenrührige Aenßerungen gegen Walz gethan Halle.
*Der österreichische Erfinder Bradsky, von dessen Arbeiten an einem neuen Luftschiff schon berichtet wurde, stürzte nach einer Meldung aus Paris bei seinem ersten Aufstieg ab und blieb tot. Sein Begleiter Morin kam bei der Katastrophe ebenfalls ums Leben. Das Ballon-Unglück ereignete sich dadurch, daß die Gondeleile rissen, wodurch Bradsky und fein Gefährte mit der Gondel auf den Erdboden geschleudert wurden. Der Ballon ist in unbekannter Richtung baj>ongegangen. Bradsky und Morin waren um 8 Uhr morgens von chrem VersucbS- garten ausgefahren. Ter Ballon manövrierte sehr sicher und fuhr über die Stadt hin bis zum Opernplatz. In dem Augenblick, wo der Ballon jedoch die Rückkehr antreten sollte, wurde das Luftschiff von dem Wind erfaßt und nordwärts getrieben. Es hiell sich noch zwei Stunden lang in den Lüften, bis drei Kilometer von St. Denis entfernt, bei dem Dorfe Stains, plötzlich der Ballon zu schwanken begann und der Tragtorb sich loslöste. Die beiden Insassen stürzten aus einer Höhe von 400 Metern herab auf das freie Feld. — Bei der Pariser Poli^eipräfettur ist heute (Dienstag) ftüh folgende Depesche des Präfetten des Departements Seine et Marne eingegangen: „Ter Ballon Bradsky ist bei Ozoir-la-Ferriöre, 28 Kilometer von Paris, niedergegangen. Die Ballonhülle ist zerrissen, das Habel zerfasert, und ein Korb ist nicht vorhanden. (Eigener Drahtbericht des „Gieß. Anz.")
* In den Verdacht, den Tod feiner Frau herbeigeführt zu haben, war der ins Ausland geflüchtete Inhaber euies Patentbureaus Franz Barthels aus Berlin geraten. Seine um 16 Jahre ältere Frau, die ihm ein bedeutendes Verniögen mit in die Ehe gebracht hatte, war nach den Bekundungen der Kinder aus ihrer ersten Ehe und einer Aufwartefrau sehr häufig groben Mißhandlungen von feiten ihres Mannes ausgesetzt gewesen. Wenige Stunden vor ihrem Tode soll die Frau von chrem Manne mit Faustlchlägen gegen Koos und Schläfen derartig bedacht worden jein, daß sie ihr Bewußtsein verlor. 9lach den Angaben der Stieftochter des Barteis ist dessen Frau verschieden, ohne nach teuer Mißhandlung die Besinnung wieder erlangt zu haben. Da BartelS 14 Tage nach dem Tode seiner Frau unter Mitnahme ihres noch übrig gebliebenen Vermögens, sowie nach mehrfachen Unterschlagungen ihm anvertrauter Gelder flüchtig wurde, ist gegen ihn ein Verfahren wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgange eingeleitet worden. Die Leiche der Frau Bartels wurde behufs Obduzierung auf dem Jerusalemer Kirchhofe ausgegraben und im Sch au Hause geöffnet Die Sezierung ergab, daß nicht ein Gehirn sch lag, wie BartelS unter seinen Bekannten verbreitet hatte, sondern BlMungen in der Schädelhöhle den Tod der Frau herbeigeführt hatten. Die Spur des verfolgten B weist nack London.
* Tas teuerste Taschentuch der Welt besitzt, nach der „Fronde"", die Königin Helena von Italien, die, als sie noch Prinzessin von Montenegro war, mit Leidenschaft Spitzen sammelte. Diese Leidenschaft wuchs noch, als die iDtontenegrinerin Prinzessin von Neapel, bann Königin von Italien wurde. Und eines Tages fand sie ein Taschentuch, ein wahres Wunder, das einzig in seiner Art fein dürfte. Dieses Taschentuch ist aus echten, allen venetianischen Spitzen hergestellt. Es stammt nachweislich aus den letzten Jahren des fünfzehnten Jahrhuiiderts und ist trotz seines hohen Alters sehr gut erhalten. Rian schätzt seinen Wert auf mindestens 40 000 Mart, d. h. es giebt Leute, die es für diesen Preis kaufen würden (?), aber die Königin denkt natürlich nicht daran, den kostbaren Schatz zu verkaufen.
Kunst und Wlssenschüsi.
— Das neue Berliner Theater-Projekt deS Direktors Br ahm scheint sich verwirklichen au sollen. Im Potsdamer Viertel, m der Nähe des Potsdamer Platzes soll das neue Haus aus einem Grundstück erstehen, das groß genug ist. allen baupolizeilichen Ansorderungen zu genügen. Em bekannter Architekt hat bereits die Pläne entworfen, welche die Zustnnmuna aller Beteiligten gesunden haben. Direktor Brahm wird nur Pächter des Haiyes werden. Für die Erwerbung des Grundstückes und den Bau des Theaters ist ein Finanz-Konsortium in Bildung begriffen. Der Plan geht dahin, das Theater aus dem Hinterland des Grundstückes zu erbauen, dagegen an der Vorderseite der besseren Rentabilität halber ein Wohnhaus nut doppelter Einfahrt zum Theater zu errichten.
— Der Verlag und die Redaktion des „Allgemeinen Deutschen Kommersbuches"' (Moriy Schaueiiburg in Lahr) haben emen Preis von 300 Mark ausgesetzt für die beste Betonung des „Deutschen F1 o t t e n 1 i e d e 5', das Rudolf Hermaiins in Elberfeld gedichtet und dem Lahrer Kommersbuch zur Verfügung gestellt hat. DaS Preisrichteramt haben übernommen GotNried Angerer in Zürich, H. Bielmg in Mannheim, Professor Iulms Scheidt m Karlsruhe, I. C. Schmitt m llahr und Th. Tillmann iii Elberfeld. Die Entscheidung erfolgt spätestens bck zum 1. April 1903.
Dresden, 13. Oktober. Tie fünsaktige Dichter-Komödie von Max Halbe, ,W a 1 p u r g i s t a g', brachte^ bei ihrer heutigen ersten Aufführung in dem sonst ruhigen kgl. Schauspielhaus diesmal eine äußerst lebhafte Auseinandersetzung. Nach dem gedanklich wertvollen ersten und lmerarisch interessanten zweiten Akt gab es vielfachen Applaus. Alsdann staute die Tichterkraft ab und es folgte viel Zischen, namentlich nach dem auseinander fließenden vierten Hauptakt. Darstellung und Regie waren vorzüglich.
Stitttgart, 13. Oktober. Tas neue königliche Interims- l h e a i e r ist gestern eröffnet worden. Es ist tu sechs Monaten durch die Architekten Elsenlohr und Weigle erbaut worden. Ter Saal, welcher bei der festlichen Beleuchtung gestern abend euua
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