Ausgabe 
14.10.1902 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Erstes Blatt.

ISS. Jahrgang

Dienstag 14. Oktober WO2

Aus MM und ^and

Bekanntmachung.

Betr.: Den Anschluß deS Gr. KreisvetermärarntS Gießen an das öffentliche Fernsprechnetz.

Die Wohnung deS Gr. KreiSveterinärarzteS Schmidt zu Gießen (Lonystraße Nr. 20) ist auf Beschluß des Kreis- auSschuffeS an das Telephonnetz angeschlossen worden.

Gießen, den 13. Oktober 1902.

Großherzogliches Kreisamt Gießen- Dr. Breidert.

rungsvorlagen unb neue Anträge aus dem Hause und Interpellationen nicht ausbleiben; der Reichstag sieht sich also schon jetzt einem voll gerüttelten Maß von Arbeit gegenüber, sellrst wenn sich im Laufe der Beratung über den Zolltarif Herausstellen sollte, daß dessen Erledigung innerhalb der gegenwärtig lausenden Legislaturperiode sich nicht durchführen läßt.

Nr. 841

vrschetn« tiglt* außer Sonntag-.

Dem Gießener Anzeiger werden Im Wechsel mit dem Vesstfchea Landwirt die Siebener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brüh l'scher, Untvers^Buch- u. Stein- drucke rei (Pietsch ttrben) Redaktion, Expedition und Druckereir «chnlstraße 7.

Adresse für Depeschenr Anzeiger Gieße«.

grrnsprechanschluß Nr. 5L

Gießen, den 14. Oktober 1902.

Gedenktage. Zu Arolsen wurde am 15. Oktober 1805 einer der größten Dialer von großartigem Schönheits­sinn, höchster Lebendigkeit und Energie des Vortrages, Wil­helm o. Kaulbach, geboren. Charakteristisch ist eine Reihe seiner berühmtesten Schöpfungen (Zerstörung von Jerusalem", Hunnenschlacht"), in welchen er, häufig allegorisch-symbolischer Ausdrucksnüttel sich bedienend, über die Grenzen eigentlicher Historienmalerei weit hinausgeht. Hochgeschätzt sind ferner seine Zeichnungen zu Reinecke Fuchs und seine Illustrationen zu Goethes, Schillers und Shakespeares Dichtungen. Die Ausschmückung des Treppenhauses im Berliner Museum ist die Hauptleistung seines Lebens.

** Evang. Bund. Wie man uns mitteilt, hat der hiesige Zweigverein des Evangelischen Bundes für diesen Winter drei große Wendversammlungen vorgesehen. Die­selben sollen stattfinden am 30. November 1902, am 25. Januar und dem 1. März 1903 im großen Saale von Steins Garten. Ta gewiß vielen noch der erhebende Ver­lauf der Landesversammlung im letzten Sommer, insbe- sonoere die so anregend verlaufene Wendversammlung in gutem Gedächtnis steht, wird diese Mitteilung sicher mit Freude begrüßt werden, zumal es bereits gelungen sein soll, hervorragende Redner für die genannten Abende zu gewinnen.

** Kammermusik-Abende. Tie seit einigen Jahren bestehenden, von dem Universitäts-Musikdirektor inö Leben gerufenen Abende haben sich bereits vollständig eingebürgert, werden also auch in diesem Jahre willkommen geheißen werden. Zu Herrn Trautmann gesellen sich als fester Stamm die Herren Reb ner (Violine) und Heijar (Cello), denen sich dann abwechselnd als Mitwirkende andere Künstler und Künstlerinnen anschließen. In diesem Jahre sind wieder drei Abende vorgesehen; Herr Challier, der das Arrangement ausführt, nimmt jederzeit Meldung auf Abonnements entgegen. Alles weitere wird in den nächsten Tagen unser Inseratenteil bringen.

** Gastspiel von Charlotte Wiehemit ihrer Pariser Gesellschaft Wie wir soeben erfahren, wird der Komponist der beiden MimodramenDie Hand" und Seine Puppe", Henry Bersny aus Paris, in der Auf­führung am Freitag, den 24. d- M., selbst die Direktion oeS Orchesters übernehmen. Der Vorverkauf der Tages­karten beginnt schon diesen Freitag, den 17. d- M.

1? Abend st ern, 13. Lkt- Nachdem vor einigen Tagen die bei der Lahnkalk- und Marmorindustrie seit März be­schäftigten polnischen Arbeiter wieder in ihre Heimat abgezogen sind, steht nun seit heute auch die Ziegelpresse tilL Trotzdem werden aber den Winter über beide Ringöfen des Werkes in vollem Betriebe erhalten werden. Die Nach­frage nach den anerkannt guten Klinkersteinen unseres Werkes ist derartig stark und andauernd, daß der vorhandene, etwa dreiviertel Millionen betragende Vorrat an geformten Steinen hintereinander fertig gebrannt werden soll. Auch die Anlage zur Massenfabrikation von Terrazzosteinen und von Marmormehl, welch letzteres für chemische Zwecke stark begehrt ist, wird in vollem Betriebe bleiben, sodaß die auf dem Werke beschäftigten heimischen Arbeiter sämtlich den Winter über beschäftigt werden können.

Zur Neichstagseröffnung.

Heute (Dienstags nimmt der Reichstag {eineVerhandlungenwiederauf. Das Haus hatte ich am 11. Juni vertagt, und zwar nach einer Doppel- itzung, in der drei große Vorlagen verabschiedet wurden, nämlich die Novelle zum Zuckersteuergesetz, die Brüsseler Zuckerkonvention und die Abänberung zum Bran n t w e in st euer ge setz. Man wählle die Vertagung und nicht den Schluß der Session, um die Vorbereitung gewisser Gesetzentwürfe nicht unter den Tisch fallen zu lassen, denn bekanntlich muß beim Wiederzusammentritt des Hauses nach Schluß einer Session jeder noch nicht endgiltig verabschiedete Gegenstand von Anfang an vor­genommen werden, während nach einer Vertagung die Ver­handlungen da wieder einsetzen, wo sie unterbrochen wurden. Tas Haus beginnt also seine Verhandlungen mit der 193. Plenarsitzung. Die erste fiel auf den 14. November 1900. Das Haus blieb damals beisammen bis Mitte Mai 1901 und vertagte sich bis Ende November, weil die Seemanns- ordnung noch nicht erledigt war, dann kam ine zweite Ver­tagung irn.Frühsommer dieses Jahres, sodaß lieb, diese Session mit ihren Unterbrechungen voraussichtlich bis ins nerte Kalenderjahr ausdehnen wird.

Außer der Beratung des Reichshaushaltsetats, 6ie naturgemäß einen großen Teil der Sitzungen in Anspruch nehmen wird, steht in allererster Linie die Zolltarif­vorlage, die sich zusammensetzt aus dem Zolltarif-Ge­setzentwurf mit 12 Paragraphen und dem eigentlichen Zoll­tarif, der nach der ursprünglichen Regierungsvorlage in 19 Abschnitten *946 Positionen umfaßt. Wer den Verhand­lungen des Reichstages über die Zolltarifvorlage folgen will, wird sich zunächst den Unterschied zwischen beiden Teilen gegenwärtig halten müssen. Der Zolltarifgesetzent- wurf enthält als wichtigste Bestimmung im Paragr. 1 die Einführung von Minimaltarifen für die vier Hauptgetreide­arten Roggen, Weizen und Spelz, Gerste und Hafer. Unter den für diese Getreidearten festzusetzenden Zöllen, nämlich, wie Die Regierung vorschlägt, 5 Mk., 5,50 Mk-, 3 Mk. und 5 Mk. für den Doppelzentner sotten sie überhaupt nicht, also auch nicht aus Staaten eingeführt werden, mit denen wir voraussichtlich neue Handelsverträge schließen werden. Die Zolltommission hat bekanntlich diese Bindung der Zölle nach unten auch für Schlachtvieh beschlossen. Paragr. 2 bestimmt die Erhebung der Zölle im allgemeinen nach dem Reingewicht, in Ausnahmen nach dem Rohgewicht oder nach Stückzahl, wobei zu berücksichtigen ist, daß die Verschieden­heit der Verpackung, soweit sie für die Verzollung ins Gewicht fällt, im Tarif selbst zum AuÄrruck kommt. Die folgenden Paragraphen enthalten Bestimmungen über Zoll­befreiungen (Grenzverkehr, Passagiergut, Erbfchaftsgut, Durchgangsverkehr, Muster, Proben rc.), sowie die Errnach- ttgung für den Bundesrat, in gewissen besonderen Fällen Zollbefreiung zu gewähren, Paragr. 8 die Behandlung zoll­pflichtiger Waren aus Staaten, welche deutsche Waren und Schisse ungünstiger behandeln als die anderer Staaten. Paragr. 9 betrifft die Transitlager, Paragr. 10 die Stundung der Zollgefälle, Paragr. 11 Strafbestimmungen und endlich bestimmt Paragr. 12, daß der Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes durch kaiserliche Verordnung mit Zustimmung des Bundesrates festgesetzt werden soll. Die Uveite Hälfte der Vorlage umfaßt die Zollsätze selbst und zwar mit wenigen Ausnahmen berechnet nach einem Doppelzentner. Tie ganze Vorlage wurde als Entwurf der Regierung Ende Juli v. I. durck) denReichsanzeiger" veröffentlicht und beherrscht seit­dem vorwiegend die gesamte innerpolttische Lage, unermeß­lich ist die Zahl der Versammlungen, der Reden aus be­rufenem und unberufenem Munde, der Resolutionen, der Zeitungsartikel, welche sich der Zolttarisvorlage annahmen, und der Kampf der Meinungen wogt auch heute noch un- geschwächt hin und her.

Der Reichstag selbst ging an die erste Beratung der Vorlage in der 102. Sitzung der gegenwärtigen Session -am 2. Dezember v- I. heran und widmete ihr fast un­unterbrochen (nur einmal kam die Poleninterpellation da­zwischen) 10 Sitzungen. Dann ging die Vorlage zur Einzel- leratung an die aus 28 Mitgliedern sich zusammensetzende Zolltaristömmifsion. Diese hat bei angestrengter Arbeit fast während des ganzen Sommers ihre Aufgaben in zwei Lesungen vor kurzem gelä|t und voraussichtlich schon am lammenden Donnerstag wird das Plenum des Hauses an der Hand der Beschlüsse der Kommission die zweite Beratung in, Angriff nehmen. Wie sich die einzelnen Parteien zur

Vorlage stellen, dürfte im allgemeinen bekannt fein. Der Kardinalpunkt sind die Getreioezölle, den Agrarier konser» vattven find sie zu niedrig, den radikalen Parteien der Linken entweder zu hoch ober sie forbern gar Zollfreiheit, Zentrum, Reichspartei und Nattonalliberale stehen mit Ausnahmen natürlich auf dem Boden der Regierungs­vorlage.

Zunächst, am ersten Tage feines Wieberzusarnmentritts, wird ber Reichstag, wie gemeldet, Petitionen erledigen, um einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen. Nichts wird in den Parlamenten stiefmütterlicher behandelt, als die Petttionen. Sie werden meistens als letzte Punkte auf die Tagesordnung gesetzt, und da wichtigere Gegenstände die Kraft des Hauses bereits erschöpft haben, sobald die übliche Schlußstunde geschlagen hat, so verschwinden die Petitionen meistens geräuschlos in der Versenkung. Erst wenn Schluß oder Vertagung bevorsteht, erinnert man sich wieder der Petttionen, denn schließlich sind die Wähler auch Menschen. Natürlich liegt ein großes Bündel Petttionen zur Beratung für den ersten Tag vor, unb es ist kaum baran zu benfen, daß sie alle in einer Sitzung erledigt werben. Weiterhin übernimmt ber Reichstag in bem neuen Sessionsabschuitt 49 Anträge aus bem Hause (Initiativanträge), ben Gesetz­entwurf, betreffenb ben Schutz der gewerblichen Kinderarbeit, ber in erster Lesung erlebigt ist, ben Entwurf betreffend« die Reichsgarantre für die Eisenbahn Dar-es-Salaam-Mro- goro, der leider angesichts der üblen Finanzlage des Reiches wieder nur schwache Aussichten auf Annahme hat, eine Anzahl von Rechnungssacyen unb zwei Interpellationen, nämlich die der Polen über die Schulverhältnisse in Wreschen unb bie sozialdemokratische über Maßnahmen gegen Die Arbeitslosigkeit. Seit ihre Beratung vertagt wurde, sind Monate vergangen, sie entbehren also des dringenden Inter­esses, unb es ist wohl anzunehmen, baß sie erst bann wieber auftauchen werben, wenn ber Reichstag aerobe nichts Besseres zu Ihun hat. Außerbem werden auch neue Regie-

** Die hessische Epileptischen-Anstalt zu Nieder-Ramstabt besteht kaum zwei Jahre, unb schon sind 40 Pfleglinge bann aufgenommen worden. Gegen­wärtig wird ein Erweiterungsbau ausgeführt, damit auch hessische Kranke aus Bethel bei Bielefeld hierher über­geführt werden können. Welche große Anzahl von Kranken aber beherbergen dagegen die von Bodelschwinghschen An- finiten! Tie Zahl der Pfleglinge in diesen ist im letzten Jahre von 1707 auf 1768 gestiegen. Ein ziemlich großes Dorf bilden all die zerstteut liegenden Häuser und Häuslein dort im Feld und am Waldesrand. Wohlthätig wirken beide Anstalten, aber sie sind auch reich an Schulden; Bethel legt auf das Pflegegeld pro Kopf 23 Psg. jeden Tag zu, das ergiebt eine jährliche Summe von 155 000 Mk. Freilich^ die christliche Liede hat den Kranken dafür auch so freunb- liche Wohnplätze geschaffen, daß sie sich dort fast wohler fühlen als in der früheren Umgebung, in ber man sie mit Scheu behanbelte, mied und von vielem ausschloß. Ta: die für beide Anstalten bestimmte gemeinsame Hauskollekte mit Genehmigung des Ministeriums demnächst auch an weiteren Orten des Kreises Gießen, zunächst in Lich, zur Erhebung kommen sott, sei auch an dieser Stelle noch einmal auf sie aufmerksam gemacht. Diese Kollekte hat jedenfalls die größte Berechtigung und ihr ist deshalb ein ent­sprechender Erfolg zu wünschen.

** Bierbrauerei und Bierbe st euerunM in Hessen. 9Lach den für das Rechnungsjahr 1901 ausge­stellten Jahresnachweisungen waren im Großherzogtum un verflossenen Jahre 129 Bierbrauereien im Betrieb, gegen 137 im Vorjahr und zwar in der Provinz Rh einh ess en 29 (im Vorjahr 32), in Starkenburg 75 (79) und in Oberhessen 25 (26). In diesen Brauereien wurden im ganzen 1574 087 (1900 1 486 828) Hektoliter Bier gebraut. Hiervon kamen auf Rheinhessen 872578 (815 094), auf Starkenburg 460 378 (440 068) und auf Oberhessen 241131 (231666) Hektoliter. In Rheinhessen betrug die Mehr­produktion 57 484, in Starkenburg 20310 unb in Oberhessen 9465 Hektoliter. Tie Ausfuhr von Bier aus bem Groß- Herzogtum mit bem Anspruch auf Steuervergütung ist auf gleicher Höhe wie im Vorjahre (7400 Hekt.) geblieben. Ter Absatz erfolgte zum größten Teile nach ber bayerischen Pfalz, Baben unb Elsatz-Lothringen. An Brausteuer sind cach Abzug der Steuervergütung für ausgeführtes Bier 1258 631 Mk. eingegangen, 47 793 Mk. mehr als im Vorjahr.

(rg.) Lönb er g a. b. L., 13. Oft Am TienÄtag der vergangenen Woche hatten sich etwa 180 Teilnehmer auf ber Station Lönberg eingefunden, um der festlichen Ein­weihung des neuen Kohlensäure-Werkes Augusta Viktoria beizuwohnen, mit dessen Verwad- tung nicht nur die Gastwirte^Bereinigungen im GroßherzoK- tum Hessen, sondern auch die Frankfurter unb anberen süd­deutschen Gastwirtbe^Vereinigungen Verträge wegen Lie­ferung der für den Bierausschank so nötigen flüffigen Kohlensäure Verträge abgeschlossen haben. Don Ähnberg aus wurde ber Weg durch bie herrliche Lahnlanbschaft unter ben Klängen ber Weilburger Stadtkapelle zurückgelegt. Am Mineralwasserwerk würbe zuerst Halt gemacht, um dieses einer Besichtigung zu unterziehen. Tann gings über die Lahn zum Wilhelmsbrunnen, aus welchem bas neue Eta­blissement bie Kohlensäure gewinnt. Ter technische Di­rektor bes Werkes begrüßte hier bie Gäste und gab in kurzen Zügen ein Bild bes Entstehens ber Anlage. Redner gedachte ber Thätigkeit des Vorstandes des Rhein-Main- Gastwirte-Verbandes, dessen Initiative das Werk seine Ent­stehung verdanke unb schloß mit einem Hoch auf diesen Verband Hierauf würbe das Etablissement von den Gästen eingehend besichtigt, wobei Ingenieur E i g e l - Gießen, nach dessen Angaben ber maschinelle Teil ber Fabrik ausgeführt würbe, die Gewinnung der flüssigen Kohlensäure erläuterte, itoobei man erfuhr, daß außer dem Wilhelms-Brunnen auch das Wasser des jenseits der Lahn liegenden Sprudels Augusta Viktoria teilweise zur Kohlensäure-Herstellung herangezogen wird. Im großen Abfüllraum waren in­zwischen die Tafeln gedeckt, um den Gästen mit Kaffee unb Gebäck aufwarten zu können, außerbem stand für die Herren ein kaltes Buffet unb von ber Brauerei Helbig-Weilburg ein guter Trank zur Stärkung bereit. Im Auftrage des Aufsichtsrates ber Gesellschaft machte Generalagent Fröh­lich-Gießen ben Wirt, er begrüßte bie Erschienenen unb sprach seine Freube darüber aus, daß man ber gut gemeinten Einladung so zahlreich nachgekommen sei. In feiner Rede wies er ferner bar aus hin, oaß es besonders Gießener ge­wesen seien, die sich beim Bau des Werkes verdient ge­macht. An ber Festtafel toastete Reinemer- Darmstadt auf ben Bunb deutscher Gastwirte, I as kow s ky-Gießen aus bie beutschen Gastwirts-Frauen und ber erste Tireöor des Werkes, Neibharbt, auf bie Schutzpatronin des Sprubels, auf bie Kaiserin Augusta Viktoria. Tie Feier würbe bann in Weilburg im Hotel zur Traube beendet, wo bie Berufsgenossen im gemütlichen Zusammensein noch einige Stunben verbrachten, bis bie Abendzüge sie wieder nach allen Richtungen in die Heimat brachten.

)( Grünberg, 12. Lkt. Ter hiesige Turn­verein hatte heute abend im Gasthaus zum wilden Mann eine Gedächtnisfeier der 50. Wiederkehr des Todeschagesj des Turnvaters Jahn veranstaltet. Ter erste Sprecher des Vereins, Herr C. H. Jöckel leitete die Feier mit einer Rede ein unb übergab das Wort bem Lehrer Wolf aus Bersrob, einem eifrigen Turner, ber das Leben und Wirken Jahns von der Wiege bis zum Grabe schilderte und eine Verdienste um das Vaterland, besonders aber um die Turnsache hervorhob. Ansprachen, Vorträge unb Gesang gaben ber Feier die rechte Würze. Auch Tekan Wagner machte sich um das Gelingen der Feier verdient-

(l.) Nidda, 12. Ott. Ter Zwetgverein des Gustave Adolf-Vereins hielt heute hier sein JahreKsetz öS)

Gietzener Anzeiger W

** General-Anzeiger " **SS"

v fürbenpolit a. aOgtm,

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

___________________________ v zetgenleu: Han« Beck.

Gießen, den 18. Oktober 1902.

Betr.: Me oben.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an Großh. Polizeiamt Gießen und die Großh. Bür­germeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Die vorstehende Bekanntmachung wollen Sie ortsüblich veröffentlichen unb gegebenen Falles von der telephonischen Verbindung Gebrauch machen.

Dr. Breidert.