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Nr. 189 Erstes Blatt.
1558. Jahrgang Donnerstag 14. August 1992
Erscheint täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesstschen Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt.
Notationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwerf.-Buch- u.Steindruckerei (Pietsch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei:
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Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Metzen
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Verantwortlich, für den polit. u. allgem. teil: P. Wtttko: für »Stadt und Land* und „Gerichtssaal*: Curl Plato» für den Anzeigenteil: HanSBeck.
Kellamtmachung.
Die Kreiskaste des Kreises Gießen sowie die Provin- ziulkaste der Provinz Oberhessen befinden sich nunmehr im Regierungsgebäude Brandplatz Nr. 9 dahier, Zimmer Nr. 2. — Zahltage daselbst Dienstags, Donnerstags und Samstags von 8—12 Uhr vormittags.
Gießen, den 9. August 1902.
Großherzogliches Kreisamt Gießen- I. V.: Dr. Wagner.
Gießen, den 9. August 1902.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises.
Die vorstehende Bekanntmachung wollen Sie wiederholt ortsüblich zur Kenntnis Ihrer Gemeindeangehörigen bringen lassen.
I. V.: Dr. Wagner.
Bekanntmachung.
Die diesjährige zweite Destnitorzalprüfung der Schulamts-Aspiranten und -Aspirantinnen soll
Montag den 13. Oktober, vormittags 8 Uhr, in der Aula des Ludwig-Georgs-Gymnasiums (Karlsstraße Nr. 2) dahier beginnen.
Unter Hinweis auf § 27 der Verordnung vom 10. Juni 1876, die Prüfungen für das Lehramt an den Volksschulen betreffend, werden diejenigen Schulamts-Aspiranten und -Aspirantinnen, welche sich dieser Prüfung zu unterziehen beabsichtigen, aufgefordert, ihre an die unterzeichnete Behörde zu richtenden, mit Stempelmarken im Gesamtbeträge von 1 Mk. 50 Pfg. zu versehenden Gesuche, nebst den erforderlichen Anlagen (Seminarabgangszeugnis, bezw. Zeugnis der ersten Prüfung, Zeichnung und Probeschrift),
bis spätestens zum 13. September
bei der betreffenden Kreisschulkommisfion einzureichen, welche die Gesuche weiterbefördern wird.
Alle diejenigen Prüflinge, welche nicht ausdrücklich von der Prüfung zurückgewiesen oder durch besondere Zuschrift der unterzeichneten Behörde auf einen späteren Termin zu derselben einberufen werden, haben sich zu der am Anfang dieser Bekanntmachung bemerkten Zeit dahier zur Prüfung einzufinden.
Die Großh. Kreisschulkommissionen und die Ortsschulvorstände wollen die Schulamts-Aspiranten u. s. w. von dieser Bekanntmachung in Kenntnis setzen.
Darmstadt, den 2. August 1902.
Großherzogliches Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten.
I. V.: N o d n a g e l.
de Beauclair.
Kellanntmachung.
Betreffend: Die Hegezeit der Feldhühner und Wachteln.
Auf Grund des § 3 der Verordnung vom 2. September 1893 haben wir mit Rücksicht auf den Stand der Ernte und der Weinberge das Ende der Hegezeit der Feldhühner und Wachteln für die Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen mit Ausnahme der Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten aus den 21. August d. Js. festgesetzt.
Für die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten behält es bei der allgemeinen Bestimmung, wonach die Hegezeit der genannten Wildarten am. 31. August endigt, sein Bewenden.
Darmstadt, den 9. August 1902.
Großherzogliches Ministerium des Innern.
I. V.: Emmerlina.
v. Bechtold.
Gießen, den 12. August 1902.
Betr.: Die im Art. 33 des Volksschulgesetzes vorgesehene „erweiterte Prüfung".
Die Großh. Kreisschulkommisfion Gießen
an die Schulvorstände des Kreises.
Von nachstehender Bekanntmachung der obersten Schulbehörde geben wir Ihnen zur Bedeutung etwaiger Interessenten Kenntnis.
I. V.: Dr. Heinrichs.
Bekanntmachung.
In Gemäßheit des Artikels 33 des Bolksschulgesetzes soll im Laufe des Monats Dezember d. Js. dahier eine „erweiterte Prüfung" (Prüfung für Hauptlehrer und Lehrer an höheren Bürgerschulen) stattfinden.
Unter Hinweis auf § 38 der Verordnung vom 10. Januar 1876, die Prüfungen für das Lehramt an Volksschulen betreffend, werden diejenigen Lehrer, welche sich dieser Prüfung zu unterziehen beabsichtigen, aufgefordert, ihre an die unterzeichnete Ministerialabteilung zu richtenden Gesuche, nebst den erforderlichen Anlagen,
bis spätestens zum 15. September d. Js. bei der betreffenden Kreisschulkommisston einzureichen.
Den Examinanden wird besondere Verfügung darüber zugehen, ob sie zur Prüfung zugelassen worden sind, an welchem Tage und in welchem Lokale dieselbe stattfinden wird, sowie welche Aufgabe sie zu behandeln haben. (§ 39 der Prüfungsordnung).
Die Großherzoglichen Kreisschulkommissionen und die Ortsschulvorstände wollen die Lehrer von dieser Bekanntmachung in geeigneter Weise in Kenntnis setzen.
Darmstadt, 2. August 1902.
Großherzogliches Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten.
I. V.: N o d n a g e l.
de Beauclair.
Bekanntmachung.
Wegen Vornahme von Erdarbeiten wird die Moltkestraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt.
Gießen, den 13. August 1902.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Hechler.
Kellanntmachung.
Am Sonntag dem 17. d. Mts., nachmittags 3*/a Uhr, findet eine Generalversammlung des KreiszuchtvereinS im Kreise Gießen (Vogelsberger Vieh) im Cafe Ebel in Gießen statt, wozu ich die Mitglieder des Vereins ergebenst einladc.
Tagesordnung:
1. Wahl des Direktors und Stellvertreters.
2. Bestimmung der Schauen in 1903/04.
3. Referat des Herrn Oekonomierats Leithiger von Alsfeld über „Zwecke und Ziele des Zuchtvereins". Büdingen, 10. August 1902.
Der Direktor des Kreiszuchtvereins im Kreise Gießen (Vogelsberger Vieh). Boeckmann.
Feuilleton.
Budapest, 13.. Aug. Unter der Beteiligung der deutschen und ungarischen Bewohner des Ortes Csatad nebst Umgebung, in Anwesenheit des Staatssekretärs Gulner als Vertreter der Regierung, sowie zahlreicher Abgeordneter, Deputationen von Akademien der Wissenschaft und litterarischer Gesellschaften des Landes fand hier die Grundsteinlegung des Denkmals für Nikolaus Lenau statt. In einer Festsitzung der Gemeinde dankte der Ortsnotar der Regierung für die moralische und materielle Unterstützung, welche sie den patriotischen Bewohnern des Ortes trotz Verdächtigungen angedeihen ließ. Staatssekretär Gulner antwortete, er sehe mit Freuden, daß begeisterte Männer und Patrioten ihren großen Sohn feiern, der immer an der vaterländischen Scholle gehangen habe. Die Festrede hielt Schriftsteller Franz Herczeg. Redner hob den kulturellen Einfluß der deutschen Nation auf die ungarische hervor, und betonte, die ungarische Nation betrachte den deutschen Klassiker Lenau, den sie der deutschen Nation geschenkt habe, mit Stolz und wünsche, das Andenken Lenaus inöge der Regenbogen der Eintracht für die idealen Bestrebungen beider Stämme werden. Die schwäbische Kolonie, der Lenau entstammte, sei verschwunden, es gebe keine Kolonie mehr in Ungarn, dieselben hätten ein ewiges Recht auf den ungarischen Namen errungen. Als Symbol hierfür solle sich das Denkmal Lenaus erheben auf ungarischem Boden, von einem ungarischen Künstler geschaffen. Der Rechter an der kgl. Tafel von Stein hielt hierauf eine deutsche Ansprache. Alsdann wurde der Grundstein des Denkmals gelegt, worauf die Versammlung vor das Geburtshaus Lenaus zog, wo die dortige Gedenktafel bekränzt wurde. Anschließend daran fand ein Festdiner statt, dem ein Volksfest folgte.
Eine französische Stimme über Dr. Garnaul t. Der Korrespondent des Pariser „ftigaro", welcher kürzlich Dr. Koch interviewte, hat auf dessen Rat sich an die — laut „Figaro" — erste Autorität Frankreichs auf dem Gebiete der Tuberkulose, Dr. diocord vom Institut Pasteur, gewandt. Die Antworten Nocards werfen ein ebenso grelles Licht auf die Person wie die Absicht und den eigentlichen Zweck Garnaults bei semer „Selbstopferung im Dienste der Menschheit". Dr. Garnault, erklärte Nocard, kam vor einigen Monaten zu mir, mit der Bitte, ihn mit Tuberkulosenlymphe zu impfen. Gefragt, weshalb er das wünsche, versicherte der )unge Arzt, ein überzeugter Anhänger der Kochschen Theorie zu fein, die Impfung wünsche er nur, um die Richtigkeit der Kochschen Behauptung von der Unübertragbarkeit der Tuberkulose von Kühlen auf den Menschen unwiderleglich zu beweisen, ,,-öch lehnte dav kurzer $>ani> als WZlos ab, unb bann . . . gmg &erx ©aniautt (m, uuü bekehrt« sich zu eine« Gegner Kochs." Dr.
Nocard stigmatisiert das Garnaultsche Experiment als ganz „wertlos". „Es beweist nichts, und kann nichts beweisen als die Liebe des Herren, nicht etwa zur Wissenschaft oder zur Menschheit, sondern zur. . . Reklame!" Uebrigens hat Dr. Koch niemals von Ansteckung durch Impfung gesprochen, sondern nur behauptet, daß solche Ansteckung durch genossene Speisen oder Trank (Fleisch resp. Milch) herbeigeführt werden könne. Dr- Koch, hatte ganz Recht, als er Garnault aufforderte, wenn er etwas beweisen wolle, ein Jahr lang Milch von tuberkulösen Kühen zu trinken. Aber erstens gehört dazu Mut, und vor allem eignet sich das letztere Experiment nicht zur Reklame."
Ein amerikanisches Theatersyndikat hat sich gebildet! Der Trust ist litteraturfeindlich; denn es ist ihm nicht um Kunstwerke zu thun, sondern um „shows", welche „ziehen". Der Trust schmeichelt dem seichten Aller- weltsgeschmack in einer Weise, die jedem besseren Kunstschaffen grimmig feindlich ist. Das Hauptgewicht wird auf prunkvolle Ausstattung und Kostüme, aus derbe Effektszenen und „Schlager" gelegt; auf seine Charakterzeichnung, logischen Entwickelungsgang der Handlung und dergleichen dürfen die Dramensabrikanten, die sich dem Trust verschrieben haben, kein Gewicht legen. Denn der Trust ist nur Geschäft; erzieherisch aus die Massen zu wirken, liegt ihm vollständig fern; bei der Volkserziehung schaut kein Profit heraus. Einer der bedeutendsten amerikanischen Schauspieler, der den Mut hat, außerhalb der Trusts zu stehen, E. H. Sothern, machte vor einiger Zeit den Versuch, Gerhart Hauptmanns „Versunkene Glocke" in einer trefflichen englischen Bearbeitung auf die Buhne zu bringen. Er mußte das Stück nach wenigen schlecht besuchten Vorstellungen vom Repertoire absetzen; das Publikum hat sich eben schon daran gewöhnt, lediglich die esfektvollen Ausstattungsstücke des Trusts zu konsumieren. Große Schauspieler und Schauspielerinnen, welche, wie die arme Fanny Janauscheck, noch vor 10-15 Jahren in den klassischen Tragödien auftraten, und eine begeisterte Gemeinde sanden, sind heute von der dramatischen Buhnenfläche Amerikas verschwunden. So korrumpiert der Theater-Trust dramatische Produktion, Schauspieler und Publikum.
Jahrbuch der bildenden Kunst 1902. Unter Mitwirkung von Dr. Woldemar v. Seidlitz, Dresden, herausgegeben von Max Martersteig. Berlin, Deutfche Jahrbuch^Gesellschast. 8 Mk. - Eine sehr empfehlenswerte, nicht genug zu Mtzende Bereick)erung der modernen Jahres-Litteratur liegt uns in dreiem Jahrbuch vor. Die für jeden Kunstfreund außerordentlich interessante Rundschau über das vergangene Kunstjahr bemüht fia) in einer Reihe von Aussätzen Bericht zu erstatten über das gesamte Kunstschaffen der jüngsten Zeit. Ganz besonders fesselnd für uns Hessen durften zwei dieser Aust atze ,'cin, „Die Ausstellung der Darmstadter Kunst- ' erfoUuie" mit einem seinen Porträt des Groß-
Herzogs und die „Derikmalpileg e", ein Artikel über das epochemachende hessische Gesetz, den Schutz der vaterländischen Baudenkmale, Kunstwerke und Altertümer betreffend. Künstlerisch ausgesührte Reproduktionen in Heliogravüre, Lichtdruck, farbiger Lithographie usw. von Werken unserer bedeutendsten Meister wie Fr. v. Lenbach Arthur Kampf, Franz Skarbina, Sascha Schneider, L. v. Hofmann, von Käthe Kollwiü, dem Grafen L. v. Kalckreuth usw., außerdem noch für Künstler und Kunstfreunde außerordentlich wertvolle ausführliche Verzeichnisse über den Wohnort und die Werke aller einigermaßen erscheiuens- werter deutscher Künstler, von künstlerischen Organisationen, Sammlungen, Schulen und der mit der Kunst verwandten Gewerbe und Industrien vervollständigen das bedeutende Unternehmen. Da der Preis 8 Mark bei der glänzenden Ausstattung des Buches, das sich auch vorzüglich als vornehmes Geschmackwerk eignet, sehr mäßig ist, wird es sich wohl bei zahlreichen Kunstfreunden und Künstlern Eingang verschaffen und unentbehrlich machen.
Die Schimmelpilze gehören zwar nicht zu den Kleinwesen, die die menschliche Gesundheit ernstlich bedrohen, aber die Berührung mit ihnen wird immerhin gern vermieden werden. Wie man ein verschimmeltes oder auch nur angeschimmeltes Nahrungsmittel für ungenießbar hält, so wird sich wohl auch selten jemand dazu entschließen, verschimmelte Zigarren zu rauchen. Vielleicht werden überhaupt wenige wissen, daß Zigarren dem Schimmel ausgesetzt sind, aber es ist mehrfach vorgekommen, daß die Zigarrensabriken große Verluste dadurch erlitten haben, daß der Schimmel in die lagernde Ware hinein- kam. Namentlich haben die Tabakfabrikanten in Amerika in letzter Zeit sehr darüber geklagt, und das hat wenigstens' insofern ein Gutes gehabt, als nun die Pilzbildung bei den Tabakblättern wissenschaftlich untersucht worden ist. Das Bureau für Pflanzenindustrie, das eine Abteilung des" landwirtschaftlichen Ministeriums der Vereinigten Staaten bildet, ist mit der fraglichen Forschung beauftragt ge-» wesen, und hat jetzt einen kurzen Bericht über die Ergebnisse erstattet, die ebensowohl für den Fabrikanten von Zigarren wie für den Raucher Interesse haben. Die auf Zigarren gefundenen Pilze gehören zu den gewöhnlichen Schimmelpilzgattungen Aspergillus und Penicillium. Sehr bald stellte es sich im Laboratorium heraus, daß die Pilze nicht auf den Tabakblättern selbst wachsen, sondern nur durch die Vermittlung des Tragant, des aus der Traga- cantha-Pslanze gewonnenen Safts, der zum Ankleben oes Deckblatts benutzt wird. Als Schutzmittel haben die Sachverständigen nun eine Desinfektion dieses Safts mit Borsäure vorgeschlagen, die gänzlich unschädlich und vollkommen geschmack- und geruchlos ist, sodaß sie den Genußwert der Zigarre nicht im geringsten zu beeinträchtigen vermag. Die Versuche haben bereits ergeben, daß auf diesem Wege die Pilzbildung auf Zigarren durchaus vermieden werden kann.


