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** Der gestrige Sonntag stand für Gießen und Umgebung unter dem Zeichen der Festlichkeiten, die, wie gleich bemerkt werden soll, vom schönsten Wetter begünstigt wurden und deshalb programmgemäß verliefen. — Das Sommerfest des Turnvereins, das in dem für große Festlichkeiten besonders geeigneten Philosophenwalde stattfand, übte auch diesmal im Hinblick auf das Gebotene eine starke Anziehungskraft aus. In wohlgeordnetem Festzuge unter Vorantritt der Kapelle des 166. Infanterie-Regiments rückten die Turner von der Bahnhofstraße aus durch die Stadt nach dem Festplatze, wo bereits hunderte von Gästen ihrer Ankunft harrten. Die zunächst unter Leitung des Turnwarts Wiegand gebotenen turnerischen Aufführungen zeugten von vorzüglicher Schulung unserer Turner und vom Können der Vorturner; die Mehrzahl der Vorführungen wurden von den zahlreich anwesenden Zuschauern mit Beifall belohnt. Eine besondere Augenweide boten die lebenden Bilder und Leiterpyramiden am Abend bei bengalischer Beleuchtung; wer sie gesehen, wird mit uns darüber einstimmen, daß sich solche Bilder vor dem dichtbewaldeten Hintergründe weit besser ausnehmen, als in einem noch so schön dekorierten Saale. Die Festoersammlung wurde von dem ersten Sprecher, Stadtv. Pirr, mit trefflichen Worten bewillkommt; besonders gedachte Redner, nachdem er sich über die schönen Aufgaben der Turnerei geäußert, der aktiven Turner, der Turnschwestern, sowie der Gesangsabteilung des Turnvereins, die bei dieser Gelegenheit zum ersten Male ihre kraftvollen Weisen vor einem großen Publikum hören ließ und wohlverdienten Beifall erntete. Das von der Versammlung stürmisch aufgenommene „Gut Heil" des ersten Sprechers galt dem deutschen Vaterland und der deutschen Turnerei. Das Fest fand mit dem den jungen Teilnehmern und Teilnehmerinnen willkommenen Tanz gegen Morgen seinen Abschluß. — Was das Turnvereins-Sommerfest aus der Einwohnerschaft Gießens nicht vorweggenommen, lenkte seine Schritte, Wagen, Fahrräder und sonstige Beförderungsmittel nach der Umgebung. Der am Freitag und Samstag nicht in Rosenlaune sich befindende Wettergott hatte den Gießener Sängerkranz veranlaßt, die vorgesehene Waldpartie in einen Ausflug nach dem Wind Hof umzuändern. Trotzdem kamen die Teilnehmer beiderlei Geschlechts durch das, was ihnen die allezett leistungsfähige Sängerschaar, die Musik und die vortreffliche Bewirtung boten, auf ihre Rechnung. — Die Gießener Buchdrucker kehrten ebenfalls der Provinzial- -auptstadt den Rücken und wanderten nach Fried berg, wo ie im Verein mit den dortigen Kollegen und solchen aus 9 auheim, Wetzlar, Grünberg u. s. w. nach ernster Arbeit, die chnen die Bezirksversammlung aufgab, sich dem Vergnügen Hingaben, das ihnen die Friedberg-9iauHeimer Kollegen in einem schön verlaufenen Johannesfest boten. — Auch in dem benachbarten Wieseck hing der Himmel voll Baßgeigen. Der dortige Wahl verein beging unter Teilnahme etlicher 20 befteundeter Vereine sein 12. Sttftungsfest mit Fahnenweihe. Cs gab einen recht stattlichen Festzug, Be- grüßungs- und Festrede, Gesangsvorttägc, Konzert und Tanz in dem geräumigen Wacker'scheu Garten. — Zum 60. Stif- ungsfesl des Gesangvereins Germania in Krofdorf, das im Freund'schen Garten abgehalten wurde und en Festzug, Festrede (gehalten vom Lehrer Hofmann), Weihe einer neuen Fahne, Gesangsvorträgen des festgeüenden Vereins und der eingeladenen Vereine, Konzert und Tanzvergnügen bestand imd am heutigen Montag seinen Schluß finden soll, hatten sich ebenfalls zahlreiche Gäste aus Gießen und Umgebung emgefundeu. — Wie alljährttch, so wandte sich auch
Gießen, den 14. Juli 1902.
** Se. Exz. der Staatsminister Rothe, Ehrendoktor der juristischen Fakuüät unserer Universität, soll nach einer Meldung der „Offenb. Ztg." seine Pensionierung nachgesucht haben. Wir glauben vorläufig nicht au die Richtigkett dieser Meldung, sind vielmehr der Ansicht, daß hier nichts als eine Verwechselung mit dem am Samstag wie uns wohl auch dem genannten Offenbacher Blatte telephonisch aus Frankfurt gemeldeten Abschiedsgesuch des Unterstaatssekretärs Rothe aus dem Reichsamt des Innern in Berlin vorliegt. Sollte sich jedoch die Offenbacher Meldung bestätigen, so würden wir den Rücktritt unseres hochverdienten langjährigen obersten Staatsbeamten auf das allerlebhafteste bedauern, wenn es ihm auch niemand verargen könnte, daß er nach hervorragenden Leistungen von seinem Amte zruück- tritt, deffen ersprießliche Erfüllung ihm durch die Volksvertretung in so unerquicklicher als erheblicher Weise erschwert wird. Staatsminifter Rothe hat während seiner bisherigen Ministerthätigkeit eine Politik verfolgt, die sichtbar die besten .Erfolge hatte, die chm die Hochachtung und aufrichtige Wertschätzung in weitesten Kreisen des ganzen hessischen Volkes eingebracht hat, in Stadt imd Land, bei Bürger und Bauer. Eine That allerersten Ranges war die Einbringung der Wahlrechtsreform-Vorlage. Wenn ihre Gesetzwerdung leider noch nicht geglückt ist, so trägt daran niemand anders Schuld als unsere Kammer und in allererster Linie die Zweite Kammer. Mit dem hessischen Volke aber würde die gesamte hessische Staatsverwaltung durch den Rücktritt des Staatsrninislers Rothe einen schmerzlichere Verlust erleiden, und die hessische Staatsbeamtenschaft in chrer Gesamtheit würde mtt größtem Bedauern chren obersten Chef scheiden sehen. Wie zweifeln nicht, daß, die Richtigkeit der Offenbacher Meldung vorausgesetzt, alles Mögliche geschchen würde, um ihn auf seinem bedeutungsvollen Posten zu erhalten. Auch für unsere Universität wäre Dr. Roche's Scheiden ein schwerer Verlust. Es ist immer ein Zeichen des Aufsüeges, wenn in einem Staate die Wiffenschaft mtt der Achtung be- handett wird, die ihr gebührt, und wenn sie, wie bei uns in Gießen, durch die Fürsorge des Staatsministeriums und seiner Leiter einen so überraschenden Aufschwung nehmen konüte. — Doch wie gesagt, wir zweifeln stark an der Richtigkett der Offenbacher Meldimg. Jedenfalls braucht man sich heute über den etwaigen Nachfolger von Excellenz Rothe noch nicht den Kopf zu zerbrechen.
**Dem verstorbenen Geh.Rat von Bechtold widmete der Präsident des Hessischen Landwirtschaftsrats in der ,Landw. Zeitschrift" folgenden Nachruf:
** Jahresversammlung des h essischem Hauptvereins der Gustav Adolf-Stiftung. Die heurige Tagung fand am 8.' und 9. Juli in Ni erste iw tatt, das mit Fahnen und frischem Grün reich geschmücü war. Am Vorabend um 6 Uhr begann die nichtöffentliche; Sitzung des Verwaltungsrates und der Abgeord^ neten. Zu Schriftführern wurden Pfarrer Zinn von Herbstein und Krauß von Essenheim, zur Prüfung der 1901er Rechnung Dekan Strack von Leihgestern^ Pfarrer R i t t e r von Ober-Ingelheim und Kaufmann G u n dermann von Ben sh eimbestimmt. Der Unterstützungsplan für 1902 wurde hierauf besprochen und mit" einigen kleinen Aenderungen angenommen, die'Gemeinde Rockenberg in Oberhesfen in dre Pflege des Vereins ausgenommen.. Am Abend sand gesellige Vereinigung der Festteilnehmer im „Rheinischen Hof" statt. Am 9. Juli, morgens 6y3 Uhr wurde durch Geläute und Choralblasen des Posaunenchors auf dem Kirchturm das eigentliche Fest eingelettet. ' Um 91/2 Uhr bewegte sich ein großer Fe st zu g nach der Kirche. Pfarrer Naumann aus Nauheim bei Groß-Gerau hielf die Festpredigt. Dann trug Professor Trümpert m Jahresbericht über 1901 vor. Die 45 Hauptvereine mit ihren 1926 Zweig- und 604 Frau env er einen haben 189$ —1900 1390 612 Mk. verwendet; an Geschenken und Legaten gingen 108 790 Mark ein. Im gleichen Zeitraum wurden 43 Kirchen und Bethäuser eingeweiht, 10 Pfarr- und 7! Schulhäuser bezogen, 33 gottesdienstliche Gebäude, 3 Pfarr- und 2 Schulhäuser begonnen An Stelle der ans der Vereinspflege ausscheidenden 31 Gemeinden treten 40 in dieselbe ein. — Der hessische Hauptv er ein hat diesmal 1000 Mark weniger an Beiträgen eingenommen als im' Vorjahre, was hauptsächlich! aus der überhasteten Erhebung )er Beiträge in'mehreren Zweigveremen gegen Schluß der Rechnung, zugleich aber auch daraus zu erklären ist, daß )ie Erhebung nicht allenthalben richtig eingelettet wird." Nach einigen Bemerkungen über die bei Jahresfesten erhobenen Kollekten werden die Verhältnisse der Gemeinde Rockenberg in Oberhessen geschillert, die als Nr. 25 in die Zahl unserer Pfleglinge aufgenommen worden ift(
Worms, 12. Juli. Wie man schon fett einigen Tagen in Abgeordnetenkreisen bespricht, beabsichtigt, nach der; „Wormser Volksztg.", Herr von Hehl Herrn Oberbürger-' meister Köhler als Landtagskandidaten für die StadtWorms aufzustellen, und dafür den Abg. Reinhart in Pfeddersheim an die nunmehr erledigte Stelle des Abg. Möllinger zu setzen
F r a n k f u r t a. M., 13. Juli. Die „Frkf. Ztg." schreibt 2 „Nachdem der Vorstand des Tierasyls-Bo ckenheim erfahren hatte, daß den Angestellten des Asyls ein arger Mißbrauch des Vertrauens in Bezug auf Veräußerung der Tiere iu einzelnen Fallen zur Last gelegt werde, hat der Vorstand selbst den Antrag auf eine gerichtliche Untersuchung des Falles gestellt. Diese Unter- uchuna ist noch in der Schwebe; es ist unmöglich, im Augenblick besttmmte Thatsachen festzustellen. Auf diesem Wege allein erwartet der Vorstand eiine rückhaltlose Klärung der Angelegenheit und eventuell die Bestrafung derjenigen, die das Vertrauen des Vorstandes betrogen haben." — Wir bemerken noch daß Angestellte des Tierasyls be- chuldigt sind, Tiere zu Vivisektionszwecken verkauft oder den Verkauf begünstigt zu haben.
Frankfurt a. M., 12. Juli. Das etwa 20 Jahre alte Dienstmädchen Eva Schwebel, das in der Küche des Hotels „EnglischerHof" beschäfttgt ist, stürzte heute Mittag in einen großen Kessel kochender Bouillon und erlitt schwere Brandwunden am ganzen Körper. Lebensgefährlich verletzt wurde das Mädchen nach dem Heiliggeist- hospttal gebracht. Lian zweisett an ihrem Aufkommen.
-t Gießen, 14. Juli.
(Schluß.)
DreVerhandlung meßen der eingeleiteten Expropriation Ööi Kliuikgeländes fand am Samstagvormittag vor der Lokrlkommission seinen Fortgang. Der Staatsvertreter Bau- Inspektor Becker erklärte, daß er nicht ermächtigt sei, für die -Ltnzelneu Gelände-Parzellen mehr zu bieten als das bereits von Staatswegen erfolgte Angebot betrage; dies sei für die Aecker und Gartenflachen 5 ML, für das Planksche Gelände, das in der Nähe der Frankfurterstraße gelegen, daher besser bewertet sei, 8 ML, für die Gabrielsche Hof- raite 27 000 ML und für die im Gabrielschen Garten befindlichen Bäume pro Stück 1 ML Das Gebot für die Bäume ist nur eingelegt um der Form wegen, auf 1 ML fixiert, chatsächlich ist man bereit, den durch Sachverständige fest- Mfetzenden Preis als Entschädigung für die wertvollen Obstbäume ^u zahlen. Die Eigentümer resp. deren Vertreter hatten rhre Forderungen schriftlich zu den Akten der Kom- nttssiou überreicht. Es verlangte Wilhelm Plank IL pro Quadratmeter 20 ML, Aug. Gabriel jr. für seine Hoftatte, tote dieselbe steht and geht, 122 ML, Nathan Rosenthal für den Quadratmeter 10 ML, Gatts Erben für den Quadratmeter 14 ML, für die in Mitleidenschaft gezogene Wasserversorgung 10625 ML Entschädigung, für die Bäume au dem zu enteignenden Gelände 3125 ML, für eine Mauer- entferuung 745 ML Für den Wegfall eine Thürpforte werden 30 ML, für die Anlage einer neuen hohen Mauer zum Schutze gegen die Jsoüer-Baracke 1050 Mk. und endlich für die Entwertung der Villa 5000 Mk. verlangt. Für das Gelände der Balsersttfturrg werden pro Quadratmeter 19 ML gefordert. Als Entschädigung für den Fortfall des Bleiche- Platzes verlangt die Stiftung 7500 ML, für Bäume 520 Mk Geheimrat Siebeck erklärt, daß die von der Balsersttftung durch ihn gemietete Wohnung jährlich an Wert für ihn um 150 ML verliert, falls sein mitgemietetes Stück Garten rtts Klinik-Baugelände benutzt werde und er keinen Ersatz dafür bekomme. Für das Kirchengelände werden für den Quadratmeter 8 ML, von Weidigs Erben für ihr Gelände 10 ML beansprucht, den gleichen Betrag verlangt auch der Rentier Schwan sen. RegierungAassessor Emmerlinger- llärte nach längerer Verhandlung, worin die Interessenten die Wertbemessung ihres Eigentums sehr eingehend dar- legteu, daß eine gütliche Einigung n icht zu stand e gekommen s ei, er schloß Mittags gegen 1 Uhr die
diesmal der Hauptstrom der Vergnügen suchenden Gießener Einwohner nach Heuchelheim, das den Reigen aller Kirch, weihen eröffnete. Der aufblühende Nachbarort baut seit Jahren nicht nur reichlich Wohnhäuser, sondern auch Wirtschaften und war deshalb in der Lage, sowohl dem Tanz* wie Stärkungsbedürfnis von Alt nnd Jung Rechnung zu tragen. Vollbesetzte Züge der Bieberthalbahn und die dicht mtt Fußgängern bevölkerte Rodheimerstraße ließen darauf schließen, daß den verschiedenen Bräus, den ächten Gießener und Heuchelheimer Frankfurter Bratwürsten und den Tags vorher schon seinen würzigen Duft verbrettenden Kuchen alle Ehre angethan wurde. Die Nichttanzenden ließen sich in deu schattigen Anlagen der Heuchelheimer Mühle nieder.— Auch in dem kleinen, aber auf Vervollständigung der 1. Million Einwohner hinarbettenden Trohe schmetterten dieKirmesttom- peten, ferner in dem auf schönem Waldweg wie mit der Eisenbahn leicht erreichbaren Leihgestern, das wohl nächst Annerod den schönsten Platz für seine Kirchweihen besitzL — Der Verein „Concordia" suchte das geschichtlich intereffante und angenehmen Aufenthalt bietende Kloster Arnsburg auf. — Der Gesangverein „Liedertafel" in Lollar hatte zu seinem 15„ aus Gesangs- und Jnstrumentalkouzert, Tanz usw. bestehenden Sttftungsfest eingeladen; er leistete sich die Mitwirkung des Pistonoirtuosen Louis Kümmel, den einst der Storch nach Wieseck gebracht, das Schicksal später nach Lollar und dann nach Darmstadt verschlagen, wo er es vorläufig zum Hof-Kammermusiker, sowie zum Ehrenmttglied des festgebenden Vereins gebracht hat. — Wohl der starken Inanspruchnahme unsererRegimentskapelle am gestrigenSomttag war es zuzuschreiben, daß das Pro rnenadenkonz ert ausfiel. Die Kapelle war überall, nur nicht in Gießen. Die Kapelle der 166er aus Hanau war deshalb beim Sommerfeft des Turnvereins eingesprungen, sie hat sich aber hier vortrefflich eingeführt.
** Aus dem Polizeibe richt In der Nacht vom 11. auf den 12. d. M. wurden in der Marktstraße dahier zwei Firmenschilder abgerissen, sowie ein Fensterladen ausgerissen, wobei das Fenster stark beschädigt wurde, dem Thäter ist man auf der Spur. — In der Süd-Anlage wurde heute nacht ein Bäumchen von ungefähr 1 Meter Höhe aus einem Beete aus gerissen und entwendet.
** ®in neues Landtagswahlgesetz ist bekanntlich nicht zu stände gekommen und es müssen deshalb Ersatzwahlen zur Zweiten Kammer auf Grund des! Wahlgesetzes von 1872 demnächst stattfinden. Von den 50 Abgeordneten zur Zweiten Kammer hat nach Ablauf des sechsjährigen Mandats die Hälfte, 25 Abgeordnete, aus- zuscheiden. Darunter auch unser Gießener Abg. Justizrat Dr. Gutfleisch Das 1872er Wahlgesetz verlacht jedem 25 Jahre allen Hessen, sofern er direkte Staatsoder Gemeindesteuer bezahlt, das aktive Wahlrecht.
** DernAbg. Möllinger ist nicht, wie wir meldeten, )as Rttterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Phttipp des Großmütigen, sondern das der ersten Klasse mit b-ex Krone verliehen worden.
„Der Verstorbene hat in seiner Eigenschaft als früherer Direktor der landwirtschaftlichen Bezirtsvereine zu Erbach, Bensheim und neuerdings zu Gießen, sowie insbesondere in seiner Stellung als Vorsitzender der Großherzoglichen Oberen landwirtschaftlichen Behörde, welche er von 1894—1898 bekleidete, zahlreiche Beweise seines lebhaften Interesses für die Förderung der Landwirtschaft und seines großen Wohlwollens und Entgegenkommens der Stellung und der Thätigkett des Landwirtschaftsrats und der landwirtschaftlichen Vereine gegenüber gegeben. Seiner Befürwortung ist es zu verdanken gewesen, daß der vom Landwirtschaftsrat im Jahre 1896 vorgelegte Grundplan zur Hebung der Viehzucht, sowie die hierfür angesorderten Staatsmittel von oer Großh. Regierung ohne Einschränkung genehmigt worden sind. Der Landwirtschaftsrat und die landwirtschaftlichen Vereine werden dem Verstorbenen, dessen Amtszeit und persönlicher Haltung sie einen großen Aufschwung ihrer Vereiusthätigkett und damit der Landwirtschafts-Förderung überhaupt verdanken, stets ein gutes Andenken bewahren/'
** Personalnachrichten. Der Großherzog hat am 10. Juli den nachstehend Benannten die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihnen von SeinerDurchlaucht dem Regenten der Herzogtümer Sachsen--Eoburg und Gotha verliehenen OrdenÄ)ekorationen, und zwar: des Ritterkreuzes 2. Klasse des Sachsen-Ernestini sch en Hausordens dem Kabinettskassier Rechnungsrat Friedrich Scharmann, des Verdiensttreuzes des Sachsen--Ernestinijchen Hausordens dem Kabinettskauzlisten Friedrich Zissel und dem Kabi- nettskassedieTier Stonrab Engel, sämtlich in Darmstadt, erteilt. Am 12. Juli wurden der Landgerichtssekretär bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Karl Rummel zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz, und der Hy- pochekenbewahrer bei dem Hypochekenamt Alzey Peter Meirich zum Laiidgerichtssekretär bei dem Landgericht )er Provinz Rheinhessen, beide mit Wirkung vom 15. Juli, die Expeditionsgehilfen bei der Main-Neckar-Eisenbahn Joseph Geiger aus Darmstadt und Jakob Landgräf aus Lorsch zu Stationsassistenten bei dieser Bahn ernannt.
** Postpersonal ien. S. K. H. der Großherzog verlieh dem Postverwalter Habich in Gernsheim das Rttterkreuz 2 Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Briefträger Klees in Worms das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste", beiden aus Anlaß ihres Ueber- ttitts in den Ruhestand. — Versetzt sind: der Post- ekretär Hennig von Gießen nach Ohlau, der Post- waktikant L i st von Friedberg nach Alsfeld, die Postassisten- ten Kleinschmidt von Auerbach nach Friedberg, Poths von Alsfeld nach Langen, Steinmetz von Mücke nach Lauterbach, S t r 0 m s k y von Breslau nach Gießen. — Angenommen sind zu Telegraphengehilfinnen: Agnes v. Klein und Luise Schenk in Bad-Nauheim. — Etatsmäßig angestellt sind die Postanwärter: Breunig in Gießen, Nemitz in Lauterbach. — Bestanden haben die Postsekretärprüfung: die Ober-Postassistenten Habicht in Butzbach, Weiß in Gießen.
Interessant fit z. B., was alles von einem Vier-- füfjlec 5. Klaffe verlangt wird, zu welcher gehören: särnlliche rem kaltblütigen Pferde, die Kreuzungsprodukte, die den Charakter des Kallblutes zeigen, und solche, zum gleichmäßigen .Ziehen großer Lasten im Schritt geeichreten Warmblütler, die infolge ihrer Maffe mtt der Kriegsratwn voraussichllich nicht zu ernähren find; bestimmt für Fußartillerie und Pionierbelagerungsformattonen, sowie besonders festgesetzte Fuhrpark- tolormen. Beigegeben sind auch die Bestimmungen über die Beschaffenheit der zu mttttärischen Zwecken bestimmten Fahrzeuge und Geschirre, sowie das Eides-Formular für die Pferde-- taxatoren rc.
Are tzrtteiguuug des Keläudes für die Klinik- öauteu.


