Nr. 162
Erscheint täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfifchev Landwirt die Äthener FamUien- blÄttcr viermal in der Woche beigelegt.
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druckerel (Pietsch Erben)
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Ächulstratze 7.
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'Fernsprechanschluß Nr. 51.
Zweites Blatt. 153. Jahrgang
Montag 14. Juli 1903
GietzenerAnzeiger
** General-Anzeiger ö
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Bezugspreis: monatlich7bPs.,viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenprers: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Psg.
Verantwortlich: für den polit. u. allgern. Teil: P. Wittko; für „Stadt und Land'' und „Gerichtssaal": Curt Plato; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
Iie -enüge Yummer «mfaßt 10 Seiten.
Ausland.
Loudon, 13. Juli. Der Premierminister Lord Sali8- bury ist am Freitag von seinem Amte zurückgetreteu. Der erste Lord des Schatzes, Balfour, ist zum Minister- Präsidenten ernannt worden,
Paris 13. Juli. Mehrere nationalistische Blatter flreifen Waldeck-Rousseau wegen seines Besuches beim Deutschen Kaiserau. „Voix Nationale" schreibt: Äs ist das erste Mal seit dem Verlust von Elsaß-Lothnngen,
Deutsches Keich.
Berlin, 13. Juli. Aus Bergen wird vom Samstag gemeldet: Die Kaiseryacht „Hoh enzollern" traf heute nachmittag in Bergen ein, wo sie bis Dienstag früh verbleiben wird. An Bord alles wohl.
— Der preuß. Justizminister hat die Präsidenten der preußischen Gerichtshöfe angewiesen, ihm über die Frage der Aufhebung der Gerichtsferien schriftliche Gutachten zu erstatten.
— Das Inkrafttreten des FleischbeschaUgesetzes ist nunmehr endgittig durch eine kaiserliche Verordnung auf ben 1. April 1903 festgesetzt, soweit nicht für einzelne Teile desselben schon ein früherer Zeitpunkt bestimmt war.
— Die Zahl der Eintragungen von Rechtsanwälten bei den deutschen Gerichten belief sich im zweiten Vierteljahre d. I. auf 248 gegen 220 im 2. Vierteljahre 1901. Sehr bedeutend war, wie gewöhnlich im 2. Vierteljahre, die Zahl der Eintragungen in Bayern mit 79. Auf Preußen entfallen 100 (1901 70), auf Sachsen 24 (41), aus die Hansestädte 23 (7), auf Hessen 5 (4). Nach Abzug aller Doppeleintragungen sind 208 Anwälte eingetragen gegen 188 i. I. 1901 und 161 i. I. 1900, darunter 87 in Preußen, 77 in Bayern, 15 in Sachsen, 10 in den Hansestädten, je 4 in Baden, Hessen und Thüringen, je 2 in Mecklenburg, Braunschweig und Elsaß-Lothringen und 1 in Württemberg. Die Zahl der Löschungen von Anwälten belief sich im zweiten Vierteljahr auf 125 gegen 142 L I. 1901 und 116 i. I. 1900. Davon entfallen aus Preußen 53, auf Bayern 26, Achsen 15, die Hansestädte 12, Württemberg und Hessen je 7, Baden und Thüringen je 2 und auf das Reichsgericht eine.
Bayreuth, 12. Juli. Das endgiltige Resultat der Reichstagsstichwahl ist: Hagen erhielt 8549, Hügel 7600 Stimmen. — Der nallib. Justizrat Hagen ist somit gewählt. — Bei der letzten Wahl hatte Friedel (natl.) 9159, Frank (Soz.) 4735 Stimmen erhallen. Die Differenz zwischen dem nationalliberalen und dem sozialdemokratt- schen Kandidaten betrug damals also 4424 (Stimmen; jetzt siegte Hagen mit einem Mehr von 949 Stimmen.
(Stuttgart, 12. Juli. Heute ist der württemberglsche Landtag vertagt worden, nachdem er tn den letzten Wochen die gesamte Steuer-Reform durchberaten und schließlich nadi einer zweitägigen, teilweise sehr erregt verlaufenen General-Debatte die Volksschulnovelle zur Wetterbehand- lunq an eine Kommission verwiesen hatte. Die Kom- missionsberatungen beider Häuser des Landtages werden bereits in der zweiten Hälfte des Oktober wieder ausgenommen werden.
Die Vermahlung des Prinzen Mirko von Montenegro mit der Tochter des Obersten Constantinowitsch hat am Samstag in Cetinje stattgesunden, lieber die Hochzeitsfeier llegt ein genauer Bericht vor:
Die Braut des Prinzen Mirko traf in Cetinje mit ihren Ellern und zahlreichem Gefolge hier ein. Erbprinz Danilo mit mehreren Mitgliedern der Familie Petrowitsch ging ihnen bis Njeguche entgegen, wo sie mit großen Ovationen vom Volke empfangen wurden. Vor dem Palast empfing die gesamte Fürstenfamilie den Prinzen Mirko mit seiner Erwähllen und ihren Angehörigen. Militärmusik spielte montenegrinische Hymnen. Dann folgte ein Diner im Palast. Der spezielle Gesandte Italiens, Admiral Delibero, überbrachte dem Fürsten und dem Prinzen Mirko briefliche Glückwünsche des Königspaares, für die Braut ein Diadem von Brillanten und Smaragden. Beim Diner toastete Fürst Nikolaus auf das Königspaar von Italien und auf alle Souveräne, Deren Vertreter dem Diner beiwohnten. Das Volk führte vor dem Palais Nationaltänze auf. Dazu gab es große Illumination und Feuerwerk. Besonders großartig fiel die Trauungsfeier in der Hoskapelle aus. Der Thronfolger Danilo begleitete die Braut mit ihrer Famllie im Hofwagen. Die fürstliche Familie von Montenegro, die vor dem Palais wartete, begrüßte die Angekommenen; dann ging man zur Kirche, Danilo mit der Braut, Oberst Constantinowllsch mit der Fürstin Milena, der italienische Admiral mit der Kronprinzessin und Fürst Nikolaus mit Frau Conftantinowitsch. Truppen bildeten Spalier. Die Zeremonie dauerte dreiviertel Stunden. Dann kehrte das Ehepaar mit seinem Gefolge zum Palais zurück.
Ueber die Haltung der serbischen Regierung zu dieser auch politisch bedeutsamen Heiratsangelegenhell wird gemeldet: Der Gesandte Serbiens in Cetinje Oberst Mi- lvsch Wassitsch, wird unmittelbar, nachdem die Vermählungsfeier zu Ende ist, auf seinen Posten zurücklehren. Die serbische Regierung legt Wert darauf, auch dadurch zu dokumentieren, daß die durch die demonstrative feindselige Haltung des Obersten Constantinowitsch notgedrungen veranlaßte Absentierung des offiziellen Vertreters Serbiens keinerlei Ginfluß auf den Fortbestand der bestmöglichen Beziehungen zu Montenegro ausüben werde. Eine derartige Versicherung ist übrigens seinerzeit auch dem montenegrinischen Minister des Aeußeren, Gawro Wuko- witsch, erteilt worden.
Politische Tagesschau.
Der König von Italien in Rußland.
Der König von Italien ist am Sonndagnachmittag 4i/2 Uhr in Peterhof eingetroffen. Aum Empfang auf dem mit Blumen, italienischen und russischen Fahnen reich geschmückten Bahnhofe waren sämtliche Minister, an der Spitze Gras Lamsdorff, eine große Anzahl von Hofwürdenträgern und Generalen erschienen. Kurz vor 4y2 Uhr trafen der Kaiser ein, geschmückt mit der Kette des Annnnzictten- ordens, der Großfürst-Thronfolger und andere Großfürsten. -Als der KönigsAug einlief, spielte die Kapelle des Nowo- Tscherbaskischen Infanterie-Regiments, welches die Ehrenwache stellte, die italienische Hymne. Der König und der Kaiser begrüßten sich auf das Herzlichste und schritten dann die Ehrenkompagnie ab, an deren rechtem Flügel sämlliche höhere Vorgesetzte standen. Nach dem Parademarsch der Ehrenkompagnie erfolgte die aegenseitige BorstelluÜH der Gefolge. Der Kaiser unterhielt sich länger mit dem Minister Prinetti, der König mll dem Grafen Lamsdorff. Alsdann fuhren der Kaiser und der König, eskortiert von der Leibgarde, zum Palais. Längs der Einzugssttaßen bildeten Truppen Spalier. Das Palais Peterhof war mit Flaggen und Guirlanden reich geschmückt. Eine große Zuschauer- menge begrüßte die Monarchen sympathisch Beim Eintreffen im Palais wurde der Mnig vom tzofminister Baron Frederiks, dem Oberhofmarschall Fürsten Dolgorucki, dem Oberzeremonienmeister Bendrikow, dem Hofmarschall Grafen Benkendorf und dem Kommandanten des Palais Peterhof empfangen. Die Kaiserin Alexandra und die Kaiserin-Mutter sowie die Großfürstinnen erwarteten den König im Salon der Kaiserin. Nach der Begrüßung erfolgte die Vorstellung der beiderseitigen Gefolge im Porträtsaale des Schlosses. Um 7 Uhr 30 Min. fand im kaiserlichen Palais ein Festmahl statt, au dem die höchsten Herrschaften, die Minister, der italienische Botschafter mit Gemahlin und allen Mitgliedern bei Botschaft, viele hohe Würdenttäger und das Gefolge teilnahmen. Während des Festmahles brachte der Kaiser folgenden Trinkspruch aus:
,Mtt lebhafter Genugthuung begrüßen wir die Anwesenheit Eurer Majestät. Es ist uns besonders angenehm, daß Eure Majestät Ihre Reise damll begonnen haben, zu Uns zu kommen. Ganz Rußland erblickt hierin ein neues Zeichen der Bande wahrhafter Freundschaft, welche uns 'vereinigen, und schließt sich unteren Gefühlen an. Diese ^Gefühle und gegenseitigen Sympathien, die sich mehr und mehr zwischen unseren Völkern kundgeben, begünstigen die Entwickelung von Beziehungen, wie sie nicht wünschenswerter •fein können im Interesse unserer Länder. Ich danke Eurer Majestät herzlich für Ihren Besuch und erhebe mein Glas auf den Ruhm und das Glück Jbrer erhabenen Person, sowie dasjenige der Königin Helena, Der KönigiwMutter und der ganzen königliche Familie. Ich trinke auf die Wohlfahrt Italiens."
Die Musik stimmte die italienische Hymne an. Alsbald erhob sich der König von Italien zu folgendem Trinkspruch:
„Ich danke Eurer Majestät für den herzlichen Empfang and die liebenswürdigen Worte, die Sie soeben an mich und mein Land gerichtet haben. Die Bande der persönlichen Freundschaft, die uns glücklicherweise vereinigen, die guten Beziehungen, die seit langer Zett zwischen Rußland und Italien bestehen, mach>en mir diesen Besuch ganz besonders angenehm. Ich komme nach Petersburg, oeglettet von der Zustimmung (Satisfattion) meines Volkes, das in einem engen Aisammenschftiß dieser Bande ein neues Unterpfand des Friedens und der Wohlfahrt erblickt. Mtt solchen Gefühlen erhebe ich mein Glas zu Ehren Eurer kaiserl. Majestät, auf den Ruhm der Regierung und die Wohlfahrt Rußlands sowie auf das Glück der Kaiserin Maria Feodv- rowna, der Kaiserin Alexandra Feodorowna und der ge- fanrien kaiserlichen Famllie."
Auf die Rede folgte die russische Natwnalhymne.
Wie aus Petersburg depeschiert wttd, hat die Stadtverwaltung zum Empfange des Königs von Italien eine kostbare vergoldete, mit dem Staütwappen geschmückte Sllberschüssel Herstellen lassen, auf der dem hohen Gaste Salz und Brot überreicht werden wird.
Das offiziöse Journal de St. Petersbourg" schreibt: Der König von Italien weilte bereits als Kronprinz einmal in Rußland. Seit der Thronbesteigung tft es der erste Besuch den er einem fremden Hose abstattet. Von beginn der Regierung an hat Viktor Emarmel III. es verstanden, mtt großer Autorität seine Macht zu bekräftigen, ©eine Majestät erfreut sich bei feinen Untcrthanen tiefer Zuneigung und Verehrung, wofür die große Popularrtitt em Beweis itt. Beide Herrscherhäuser sind durch Bande der Ve r w a n d t sch ast und Freundschaft Verknüpfti In Rußland liebt man Italien uitt bewundert man den italienischen Geist in allen sein«: Bekundungen. In politischer Hinsicht widerstreiten die Interessen beider Nationen einander nirgends und auf keinem Gebiete. Im Laufe der jüngsten Ereignisse waren beide Regier- unaen berufen, gemeinsam eine Aktion durchzuführen welch: der Sache des Rechts und der Zivilisation diente. So wttd der Empfang, den man dem König bereitet, äußerst herzlich. Unsere Bevölkerung wird dem erhabenen Souverän die achtungsvollste undttvarmste Aufnahme zu Teil werden lassen. Der König wird vom Minister des Aeußern, Prinetti, begleitet,^ der mit weitem Blick und wohlbekanntem Erfolg die ai '"re Politik seines Landes kettet.
daß ein französischer Exministerpräsident den deutschn Kaiser begrüßt. Die bonapartistische „Antorit6" meint, die Begegnung sei zweifellos von langer Hand geplant; Waldeck-Rousseau bereite den Besuch des Kaisers in Paris vor.
— Die Gesamtsumme der Einnahmen aus den in* direkten und direkten Abgaben sowie der staatlichen Monopole betrug im Juni d. I. 214 941000 Francs; das bedeutet ein Weniger gegen den Budget voran- schlag von 14 285 200 Francs, und gegenüber den Einnahmen im Juni vorigen Jahres ein Mehr von 7 750 600 Francs.
Madrid, 12. Juli. Der Minister des Inneren teilte im Ministerrate mit, daß gegenwärtig 51800 Kongregationsmitglieder sich in die Register haben eintragen lassen. Dazu kommen noch 1200 Jesuiten, sodaß die Gesamtzahl der eingetragenen Ordensmitglieder 57 000 beträgt.
Marseille, 12. Juli. Die letzte hier eingetroffene chinesische Post berichtet, daß die in der Provinz Khin- Hi im Aufstand befindlichen Chinesen von den Regierungstruppen vollständig geschlagen worden sind, in einem zweitägigen Kampfe verloren die Rebellen etwa 1700 Mann. Die Nachrichten aus den nördlichen Provinzen sind weniger günstig. Die Aufrührer haben sich mehrerer Posten bemächtigt und auch die Hauptstadt Ka-Ling angegriffen. Die Behörden geben zu, daß die regulären Truppen ohnmächtig sind, den Aufftand niederzuschlagen.
Wien, 12. Juli. Das provisorische Aktionskomitee zur Bekämpfung des Duells hat seine Vorarbeiten beendet. Die Statuten des unter dem Namen „Allgemeine Antiduell-Liga" für Oesterreich zu gründenden Vereins und die von dem Verein ins Leben zu rufenden Ehrenräte sind aufgesteltt. Me Statuten werden demnächst den Behörden zur Genehmigung unterbreitet werden. Die bisherigen etwa 1500 Anhänger der Bewegung verteilen sich ziemlich gleichmäßig über alle Teile Oesterreichs. Die Bildung von Landeskomitees für einzelne Länder Oesterreichs ist bereits erfolgt. Sämtliche Vorschläge des Aktionskomitees werden im Herbste einem großen Komitee unterbreitet, woraus die Konstituierung der Allgemeinen Duell-Liga für Oesterreich stattfindet.
— Anläßlich des heute in Eger stattfindenden alldeutschen Volkstages fanden dort gestern abend große Demonstrationen statt. Aus der in den Straßen angesammelten riesigen Menschenmenge ertönten unausgesetzt gellende Pfiffe und Pfuirufe gegen Schönerer. Man hörte: „Nieder mit ihm! Los von Schönerer! Er ist und bleibt ein Hetzer!" Das' Ganze war von einer ohrenbetäubenden Katzen- mul iE begleitet. Auf dem Wege begegneten die Demonstranten einem Trupp Alldeutscher, die mtt Schmähungen überhäuft wurden und diese ebenso heftig erwiderten. Diesmal gerieten die Parteien thätlich aneinander und bald kam es zu einem gegenseitigen Stein bombarde- ment, wobei zahlreiche Personen mehr oder minder verletzt wurden. Das .Handgemenge dauerte längere Zett. Erst als die Polizei Sukturs erhielt, konnte sie die Kämpfenden trennen. Wie es heißt, wurde auch Abg. Jro durchs einen St einwurf am Kopf beden klich verletzt.
Belgrad, 12. Juli. In der Nähe des Dorfes Lapljewoselo bei Prischtina kam es zu einem blutigen Zusamme nftotze zwischen Albanesen und Serben. Die Albanesen überfielen mehrere Serben aus dem Hinterhalte, erschosfen zwei und verstümmelten sie. Auf den Kampfeslärm eilten die serbischen Bewohner des Dorfes herbei, worauf die Albanesen flüchteten.
Konstantinopel, 12. Juli. Die Pforte hat an die Garantiemächte Kretas eine Note gerichtet, in welcher sie gegen die Prägung v on Münzen mit dem Bilde des Prinzen Georg als eine Verletzung ihrer Hoheitsrechte Einspruch erhebt, und die Einstellung der Prägung dieser Münzen verlangt.
Petersburg, 12. Juli. Der Kaiser soll den Fürsten Meschtscherski, den Besitzer des „Grashdanin", beauftragt haben, in die Gouvernements Charkow, Jekaterinoslaw und Poltawa abzureisen, um sich zu überzeugen, ob noch Unruhen daselbst bestehen, was die Gründe für dieselben feien und welche Klagen die Bevölkerung habe, und ihm sofort darüber Bericht zu erstatten.
Rom, 13. Juli. Die Wahl des neuen Münchener Nuntius Macchi soll durch Vermittelung des S^erm von Hertling erfolgt sein. Macchi war bisher Jnternuntius für Brasilien und ist 57 Jahre alt; er stammt aus Pale- ffrina bei Rom und ist Titularerzbischof von Thessalonia.
Heer und Flotte.
Der Kaiser hat dem Hauptmann v. Selasinsky im 2. Rhein. Feld-Artillerie-Regiment Nr. 23 die Erlaubnis zur Anlegung des demselben verliehenen Ritterkreuzes 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen erteilt. — Bock, Intendantur - Sekretär von der Intendantur des 11. Armeekorps, wurde zu der des 18. Armeekorps versetzt.
Die neue „Pferdeaushebungsvorschrift" mit den dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen wird soeben amtlich bekannt gegeben. Sie enthält eingehende Vorschriften über die Vormusterungen durch die militärischen „Pferde- vormusterungskommissare", welche auf ihren Dienstreisen im „Pferdegestellungsbezirk" Verpflegung 2C. auf Grund des „Naturalleistungsgesetzes" zu verlangen haben; ferner solche über das Verfahren bei Beschaffung der „MobilmachungS- pferde", die Auswahl der letzteren nach Klasse, Maß und


