Issue 
14/06/1902 Erstes Blatt
 
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

Nr. 137 Erstes Blatt. 158. Jahrgang Samstag 14.Jmn LV«»

vrschetnt täglich- AW AK monatliches Pf., viertes

außer Sonntags. W W V _ jährlich Mk. LLO; durch

SttÄ zOT Xk -M ® B A <4 SÄi

||4| Aix4>iTi>r zlTi<171 iT 17r

»säl VJIVIIVIIVT Wil 1VIWIV* $ä

ttȀ w General-Anieiaer v *X."X

K-dak,u»., erpebition VJVIIVIW» 4U»JViyVl Kt be poUL ;u aaflenu

-ZM Amts- und Anzeigeblatt Kr den Ureis Gießen MM

Kernfprechanschluß Nr.sl.___________________________ ___________ _______ __________ _________________ miiiuiimii.i jlIumujulm»

KekMUtmachung.

ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aus schlags von Fünf vom Hundert pro Monat Mai 1902 für den Lieferungsverband Gießen Pro 100 Kg. betragen Hafer Mk. 19,60, Heu Mk. 9,20, Stroh Mk. 7,10.

Gießen, den 13. Juni 1902.

Großherzogliches Nr eis amt Gießen- v. Bechtold.

Herman ^chiUer

Noch nicht drei Monate sind es her, da überraschte Uns die Nachricht daß Schillers Gemahlen im. fernen Tunis auf einer gemeinsamen Vergnügungsreise in den b-eften Jahren dahrngerasft worden sei. Biete Gießener Nollegen, Freunde und Bekannte traf die Nachricht wie ein Blitz ans heiteren: Himmel, zumal die, welche in dem gast­lichen, gerade durch die herzgewinnende Art der Heim­gegangenen so gemütlichen Haus der Bismarckstraße gern und ost verkehrt hatten; doppelt und dreifach aber war der Schmerz, als man erfuhr, däg die durch ein überaus Höch­en twicte et es Heiinatsgechhl ausgezeichnete Frau in afri­kanischer Erde ihre letzte Ruhestätte finden mußte. Jetzt ist der Gatte der treuen Lebeusgefährtm so überaus schnell nachgefolgt und wiederum stehen wir, da wir absolut nichts Schummes ahnten, tief ergriffen vor dem Walten eines schweren Schicksals.

Herman Schiller hat während eines Vierteljahrhunderts in Gießen an hervorragender Stelle gewirkt in angestreng­ter Doppellhätigkeit als Professor an der Hochschule und Tirettor des Gymnasiums. Ein ihm notwendig erscheinen­des Auftreten gegen seine vorgesetzte Behörde hat dem großartigen, erfolgreichen Wirten bekanntlich vor vier Jahren ein plötzliches, vorzeitiges Ende bereitet. Ta er nun für immer von uns geschieden ist, darf aber nicht die Erinnerung an dieses überaus beklagenswerte Ereignis, sondern das Andenken an den unter uns schaffenden Mann in den Vordergrund treten. Ja ein Schaf f e nd er war >er vom ersten Moment, da er ins berufliche Leben eintrat und das geschah sehr früh bis zum letzten Atemzug. Wer den stets eleganten Herrn täglich mit dem großen Bernhardiner an der Seite auf dem Svaziergang sah oder den immer Angeregten und Anregenden oft in heiterer Gesellschaft traf, konnte zunächst nicht wissen, wie intensiv dieser Mann arbeitete. Seine Werke, die ihn überleben, legen aber hinlänglich Zeugnis davon ab, wenn­gleich sie alle, ich möchte sagen, nur so nebenher gearbeitet sind. Die Hanptthätigkeit lag doch auf der täglichen Aus­übung des praktischen Berufes, wo Sch. sich nichts schenkte, sondern neben dem Großen das Kleine und Kleinste nicht vernachlässigte. Aber bei seinen glänzenden Geistesgaben arbeitete er überall leicht, daher war ihm die Arbeit Erholung, und wenn es selbst seinem Riesengeist zu viel wurde, dann trieb chn der kategorische Imperativ der Pflicht, die Religion seines Lebens.

Schillers Bedeutung für seine neue engere Heimat beruhte zunächst darauf, daß er die Bedürfnisse von Uni­versität und niederen Schulen gleichmäßig kannte, daß er gleichsam ein Bindemittel war zwischen Hoch- und Mittelschille, eine Verbindung, die fnt Interesse beider Anstalten theoretisch ebenso erstrebenswert wie praktisch leider meist mangels geeigneter Persönlichkeiten nicht her­stellbar ist. Man muh das heute umsomehr bedauern, da die Wege von Universität und Schule infolge der sich überstürzenden Resormthätigkeit im Mittelschulwesen immer weiter auseinanderzugehw drohen. Schillers Ver­dienste um die Entwickelung der aufstrebenden Gießener Universität sind nicht gering, aber viel größer sind un­streitig die, um das Gießener Gymnasium, das als eine Musterschule, vor allem im Auslande auch hier hat der Satz sich tellweise bewahr­heitet: der Prophet gllt nichts int eigenen Lande, be­trachtet worden ist. Schulmänner aus allen Teilen der Welt, selbst von jenseits des Ozeans, kamen jahraus jahrein in Masse zu ihm gepilgert, um seine Einrichtungen kennen zu lernen, um bei ihm zu hören und zu lernen.

In Sachen der notwendigen Schulreform war Schiller der Ansicht, daß eine solche beim Lehrer beginnen müsse, daß vor allem eine Vertiefung der Lehrerbildung nach der pädagogischen Seite und eine Verbesserung der Unterrichts­methode notwendig sei, um den von Tag zu Tag sich mehren­den Wissensstoff, wenn auch nur in elementarer Weise, noch zu bewältigen. Dabei sah er aber absolut nicht ein Allheilmittel in der Methode noch suchte er die Jndivi- dualtität des Lehrers zu ersticken, wie Nichtkenner seiner Bestrebungen oft behauptet haben. Nein, Sch. gab der Lehrerindividualität, wenn er sie schätzen gelernt hatte, den weitesten Spielraum natürlich soweit das int Rahmen des Ganzen möglich war. Denn über ein gewisses Maß von Grundsätzen muß Einhelligkeit unter den Lehrern einer Anstalt herrschen, wenn anders nicht an Stelle eines Kosmos ein Chaos treten soll. Was die Bewertung der einzelnen Unterrichtsfächer betraf, so wollte Sch. das Deutsche in den Mittelpunkt des gesamten Unterrichts gestellt haben und zwar nicht, wie das heute meist geschieht, nur dem Namen nach, sondern in Wirklichkeit. Hier wurde Ernst gemacht mit der einzig richtigen Sortierung: Jede Unterrichtsstunde ist eine deutsche Stunde. Deu tsch reden und d eutsch schre iben ist das erste, was der zukünftige Staatsbürger der leitenden Klassen nötig hat.

Daher wurden der freie deutsche Vor trag und neben den großen häuslichen Aufsätzen kleinere schriftliche deutsche Arbellen in allen Lehrfächern, besonders in den oberen lassen, von ihm eminent gepflegt. Die alte Lateinschule, hieß es, paßt nicht mehr für uns, eine wirkliche deutsche Schule muß an die Stelle treten, ohne daß darum der im Interesse einer vertieften allgemein- und litterar-histo- rischen Ausbildung so notwendige llassische Unterricht ver­nachlässigt wurde. Bezüglich der Verbesserung der Methode gipfelten feine Bestrebungen in folgendem: Vereinfa­chung des Unterrichts durch möglichste Durchführung des Klassenlehrersystems, innerliche Verknüpfung des Lehr- toffes und Beschränkung des gedächtnismäßigen Wissens, Anregung der Selb st thätigkeit der Schüler an Stelle der blöden Auswendiglernerei, die namentlich gefördert wird durch den auf Schulen immer noch nicht ausgerotteten akademischen Vortrag durch Fragen unter An knüpfen an vorhandene Vorstellungen aus dem Gesichts­kreis der Schüler entwickeln, möglichst wenig vortragen, das war die Parole selbst im Geschichtsunterricht; wer diesen Glanzpunkt Schillerscher Schule richtig mitarbeitend genossen hat, wird Zeit seines Lebens bcmfbar des großen Lehrers gedenken endlich drittens möglichst aus­giebiger Gebrauch aller erreichbaren An­schauungsmittel, nicht nur im naturwissenschaft­lichen Unterricht, wo es sich ja von selbst verstehen dürfte, sondern auch in den sprachlich-historischen Fächern, damit das Lernen erleichtert, zugleich aber das Auge geschärft und das Beobachtungsvermögen geweckt wird, Dinge, die die höhere Schule lange Zeit in geradezu sträflicher Weise vernachlässigt hatte, und die doch für jedes Studium seit der großartigen Ausbildung der naturwissenschaft­lichen Arbeitsmethode unerläßlich sind. Sch. selbst war ein ausgezeichneter Beobachter nicht nur an sich selbst und gegen­über anderen Menschen, sondern auch in der Natur, weshalb er, trotzdem er von der Philologie und Geschichte herkam, den Naturwissenschaften und dem Zeichenunterricht an feinem Gymnasium einen hervorragenden Platz anwies. Daß er endlich neben dem geistigen auch das körperliche Wohl seiner Zöglinge im Auge hatte, versteht sich von selbst bei einem Manne, denffelbst täglich im Sommer in der Lahn, und, seitdem das Volksbad besteht, auch im Winter regel­mäßig badete. Die Schulhygiene war das Gebiet, dem er in den letzten Jahren seines Lebens in erster Linie seine prak­tische und litterarische Thätigkeit gewidmet hat.

Mehrfach ist Schiller bei großen Schulreformen hercm- gezogen worden. So steckt viel Arbeit von ihm in den noch geltenden hessischen Lehrplänen. Er war Teilnehmer an der bekannten Berliner Dezemberkonferenz im Anfang der Regierung unseres jetzigen Kaisers, wodurch auch viele feiner Gedanken Eingang in die preußischen Lehrpläne gefunden haben. Zu den Reform-Vorschlägen der neuesten Berliner Konferenz hat er kürzlich noch, v-on Leipzig aus in einer Serie von Aufsätzen Stellung genommen. Bor längerer Zeit schon hat die portugiesische Regierung nach einem von ihm entworfenen Gutachten ihr niederes Schulwesen re­formiert.

Und bei alle dem hat Sch. noch eine wissenschaftliche Thätigkeit auf ganz anderen Gerieten, namentlich auf dem der Geschichte, entfaltet von einer geradezu Staunen erregenden Produktivität. Um nur das Allerbedeutendste zu nenn en, so hat feineGeschichte der römischen Kaiserzeit", die in zwei Bänden in den achtziger Jahren erschien, eine lange tief empfundene Lücke in Der Wissenschaft ausgefüllt und wird noch lange Zeit als Nachschlagebuch selbst für den Fachmann an erster Stelle stehen, da sie höchst zuverlässig gearbeitet ist. Die neunziger Jahre hat er dazu benutzt, trotz Ueberhäufung mit vielen anderen Arbellen, dem deut­schen Volke eine Weltgeschichte in vier Bänden zu schenken, ebenfalls nicht ein Lesebuch zu augenblicklichem Genuß, sondern ein Lernbuch zum ernsten Arbeiten, das Resultat eines fast vierzigjährigen Geschichtsunterrichts in den oberen Gymnafialklassen, eine Herkulesarbeit, die nur ein Mann von solcher Spann- und Arbeitskraft, wie Sch,, allein anzufassen wagen durfte. Ob sie den Erfolg haben wird, den er erhofft hat, nämlich die historische Bildung im Volke zu vertiefen und die Weltgeschichte, die in den Händen von Spezialisten in den breiten Massen den Boden verloren hat, wieder populär zu machen die Zeit muß es lehren. Schlägt sie ein, bann wird der praeceptor pae- dagogii et universitatis auch auf diesem Gebiete ein Lehrer der Universitas im höchsten Sinne, ein praeceptor Germaniae.

Wo soviel Licht war, war auch viel Schallen. Das wissen auch die sehr wohl, die ihm am irächsten standen. Wer heute, da wir an der noch offenen Gruft stehen, geziemt es sich davon zu schweigen. Der Schüler, der mit dem geistigen Gute, das ihm der große Meister übermittelt hat, fleißig weiter gewuchert hat, hat ihm sicher gar bald manches verziehen, oder wenn er es noch nicht gethon hat, wird er ihm jetzt verzeihen, pa sein Mund für ewig sich geschlossen hat. Denkende Menschen zu erziehen, das war fein Streben: nur wer dem Meister nachgestrebt hat oder ihm uachzustreben im Begriffe ist, darf über ihn urteilen. Das Urteil dieser! Schüler aber, die heute über ganz Deutschland, ja über die Welt hin verbreitet sind, wird lauten: Es war ein ganzer Mann, er hat unablässig für uns gearbeitet und war stets bemüht, uns das Beste zu geben, was er zu geben Halle, Drum Friede feiner Asche!

Pros. Dr. Ernst Kornemann, Tübingen.

Uotitische Tagesschau.

Um einen Kopf kurzer.

Mr meldeten gestern, daß der türkische Marschall Fuad Pascha im Gefängnis zu Damascus plötzlichgestorben" sei und deuteten gleichzeitig an, daß uuZ dieser Ausdruck nicht

ganz den Thatsachen entsprechend scheine. Die türkischen Bläller veröffentlichen jetzt nachstehende amtliche Darstellung der Angelegenheit Fuad Paschas:

Fuad Pascha hat die in seinem Dienste stehenden Per^ sonen bewaffnet und sie von seinem Hause auf die Polizei losgelassen, sodaß drei Personen durch Revolverschüsse und Dolchstöße verwundet wurden. Durch die Aussagen der Personen, die infolge dieses Vorganges und später verhaftet wurden, sowie durch andere Beweise wurde festgestellt, daß Fuad Pascha Umsturzbestrebungen im Smne hatte. Infolge dieser Feststellungen wurde ein Kriegsgericht eingesetzt, dessen Vorsitzender der Kommandant der kaiserlichen Leibgarde Marschall Reuf Pascha, und dessen Mitglieder, die Paschas und Marschälle Edhem, Schakir, Saadeddin, Eumer Ruschdi, die Divisionsgenerale Achmed Asif Pascha und Achmed Pascha waren. Als Staatsanwalt fungierte Divisionsgeneral Reschid Pascha. Durch die Verhandlung wurde der Beweis erbracht, daß die Personen, die sich gegen die Staatsgewalt zur Wehr gesetzt hatten, vorher von Fuad Pascha dazu angcleitet worden waren. Uederdies hat Fuad Pascha zu seinen revolutionären Ansichten auch andere Personen, deren Namen bekannt ge­worden sind, verleitet. Nachdem der Beweis für sein Ver­brechen erbracht war, wurde Fuad Pascha zu lebensläng­licher Haft an einem Orte, der durch allerhöchste Entschei­dung zu bestimmen ist, zur Ausstoßung aus der Armee und zum Verlust seines Ranges, seiner Orden und Medaillen ver- urteitt. Ferner wurden der Oberstleutnant Surur Bey, die Majore Dschemil und Aassim, die Hauptleute Hussein, Sulei­man Avni, Schukri und Dschewad, die Leutnants Mahir und Achmed Nazis, der Hörer der Ingenieurschule Ali Essend:, Leutnant Meret, Marineunteroffizier Saadullah, Matrose Hassan, deren Mitschuld an den obengenannten Verbrechen Fuad Paschas und anderen erwiesen wurde, je nach ihrem Range zu verschiedenen Strafen verurteilt. Der Mazbata des Kriegsgerichts wurde durch den Kriegsminister dem Sultan unterbreitet. Hieraus wurde die Verurteilung Fuad Paschas wegen seiner verbrecherischen, aus Umsturz gerichteten Hand­lungen zu lebenslänglicher Haft in der Festung Damaskus, zur Ausstoßung aus der Armee, zum Verlust seiner Marschall­würde, seiner Orden und Medaillen bestätigt. Den verur­teilten Offizieren, die auf Anstiften Fuad Paschas und auf seinen Befehl gehandelt hatten, wurde die kaiserliche Begna­digung zuteil.

Kolonialpost.

Aus dem Hinterlaude von Kamerun. Der Kommandeur der Kameruner Schutztruppe, Oberstleutnant Pavel, hat gemeldet, daß er demnächst nach der Küste zurück­kehren werde. Bereits dreiviertel Jahre ist er unterwegs, im Herbste 1901 trat er mit einer größeren Expedition einen Zug an, um in Bango eine Station zu errichten. Durch allerhand Vorgänge ist er veranlaßt worden, stufenweise nach Norden bis in die Tschadseegebiete vorzudringen. Seine Rückkehr nach der Küste ist als ein Zeichen dafür anzusehen, daß in unserer nördlichen Interessensphäre dort eine gewisse Ruhe eingetreten ist. Vielfach ist noch in zuständigen kolonialen Streifen die Ansicht vertreten, daß in Dikoa, der bedeutendsten Ortschaft auf deutschem Gebiete und überhaupt in den Tschadseeländern, noch eine französische Besatz­ung mit mehreren Offizieren vorhanden sei. Doch ist aus mehreren Gründen daran zu zweifeln. Der französische Gouverneur Gentil war überhaupt erst in das deutsche Gebiet zur Verfolgung Rabehs eingedrungen, nachdem ihn der Lan­desfürst, der Emir von Borun, dazu ermächtigt hatte. Als Rabeh gefallen und Fadl Allah weit nach Norden entflohen war, gab der Gouverneur befn führenden Offizier Befehl, das Gebiet sofort zu verlassen, sobald die Operationen gegen Fadl Allah beendet wären. Später kam der Oberstleutnant Deste- nave, der den Gouverneur vertrat, abermals nach Dikoa, als Fadl Allah von neuem mit einer starken Macht nach Süden oorrückte. Dieser wurde auf englischem Gebiete vernichtet, worauf sich die Franzosen aus den fremden Sphären zurück- zogen. Da sich aber feit längerer Zeit bei den unterrichteten Personen das Gerücht erhält, daß Dikoa von einer Truppe unter europäischen Offizieren besetzt sei, so erklärt der Gou­verneur v. Puttkamer, daß dies nur deutsche Offiziere fein könnten. Da Oberstleutnant Pavel bis nach Marrua vor­gerückt ist, würde er sicher von der Anwesenheit der Fran­zosen in der deutschen Interessensphäre Kenntnis erhalten und darüber berichtet haben. Nach allem diesen besteht kaum noch ein Zweifel, daß eine Abteilung unserer Schutztruppe nahe dem Tschadsee eingetroffen ist und dort festen Fuß gefaßt hat. Durch den Gang der Ereignisse sind wir mit raschen Schritten in das Zentrum des westlichen Sudan mitten in die mohamedanischen Reiche hineingezogen worden.

Da gestern, wie wir bereits mitteilten, das Reuter'sche Bureau meldete, daß eine englische Mission am Tschadsee vollen Erfolg" gehabt und eine französische Kolonne sich zurückgezogen habe, so sehen wir in Jnnerafrika Deutschland mit England und Frankreich aufeinanderstoßen.

Aus Stadt und Sand.

Gießen, den 14. Juni 1902.

** Vortrag. Der für gestern abenb angekündiate Vortrag des Pastors Gay aus Mailand über: ,ü)ie Waldenserin Vergangenheitund Gegenwart"