Ausgabe 
14.5.1902 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Mittwoch 14. Mai ISO»

152. Jahrgang

Erstes Blatt.

Die Heutige Kummer umfaßt 12 Seiten.

Heer und Flotte.

Nachdem am Montag Abend in Kiel die 5 0jährige Jubelfeier des 1. SeebataillonS mit einem Kommers zur Begrüßung der aus allen Teilen Deutschlands erschienenen alten Seesoldaten seitens deS Bataillons durch Major Barse wisch und seitens deS Festkomitees durch Oberstleutnant a. D. Grüzmacher eingeleitet mar, erfolgte gestern Mittag auf dem Kasernenhofe des Bataillons die Einweihung eines Gedenksteines zur Erinnerung an die in den chinesischen Wirren 1900,01 Gebliebenen. Die ehemaligen alten Seesoldaten nahmen um 10 Uhr im Schloß­garten Aufstellung und marschierten alsdann zum Festplatz. Hier fand zunächst Festgoltesdienst statt, bei dem der evange­lische Marine-Oberpfarrer Rogge und der katholische Gar- nrsonSpfarrer Klein in Ansprachen an die ruhmreiche Ge­schichte des Bataillons erinnerten. Tie Hülle fiel und unter den Klängen des niederländischen Tankgebets legten die Ab­ordnungen Kränze nieder. Major Barsewisch dankte namens deS Bataillons und brachte ein Kaiserhoch aus. Hierauf nahmen die Truppe:- ^aradcaufttellüng, und nachdem Major Barsewisch auf die Prinzessin Heinrich welche von der Kaserne

Die Lage in Südafrika.

Unter dem Titel ,^!ord Kitcheners Thee-Ge- sell schäft" bringtDaily Mail" folgenden Brief über die Versammlung der Burenführer in Pretoria:

Die Purendelegierten waren gestern alle hier und hatten eine Zusammenkunft mit Lord Kitchener, der sie vor­züglich zu behandeln weiß. Sie mögen ihn alle gern (?) und achten ihn und fürchten ihn bis zu einem gewissen Grade. Steijn ist saft ganz blind und ein leuchtender Stern zwischen seinen schäbig aussehenden, gewöhnlichen Satelliten (!), wie Dewet. Hartzog imb ein oder zwei Andere. Lew et ist ein untersetztes, stiernackiges Individuum mit entschlösse,»em Gesichtsausdruck. Von den Transvaalern sind die besten unsere alten Freunde Botha und Delarey. Reitz ist die Seele des Ganzen, während Schalk Burger eine dumme, geistlos aussehende alte Eule. Von Reitz erwartete man die meisten Schwierigkeiten, aber Lord Kitchener drängte ihm das Amt eines Dolmetschers auf und be- schäfttgte i pi mit dem Uebersetzen der Argumente beider Parteien, sodaß er keine Zeck fand, für seine eigene gefähr­liche Persönlichkeit zu sprechen. Delarey ist ein ehrlich aus­sehende r alter Strolch, aber lange nicht so schön, wie er immer abgcbildet wird. Die Transvaaler wollen allem Anschein nach den Frieden, die Freistaatler den Krieg."

Und tro: alledem hatte Herr Kitchener das dringende Be­dürfnis, sich mit diesenschäbigen Strolchen" zu unterhalten. Er wird auch wohl wertiger an den Äußerlichkeiten Anstoß genommen haben, die der Korrespondent derDaily Mail" so anmutig betreibt, und dem offenbar der Aerger über die englischen Mißerfolge die Feder geführt hat. Allerdings haben die Buren keinen so rnhlgen Dienst, wie die englischen Offiziere, die in Galauniform mit ihrenDamen" in Kap­stadt spazieren gehen. Diese Helden des Tennisplatzes wird auch wohl niemand mit F-eldsoldaten verwechseln.

Eine Depesche Kitcheners aus Pretoria meldet, daß in der vergangenen Woche 19 Buren getötet, 6i verwundet und 802 gefangen genommen wurden. Es wurden 580 Gewehre, 5420 Patronen, 157 Wagen, 400 Pferde und 4300 Stück Vieh erbeutet. Bruce Hamiltons Kolonnen rückten am 9. Mai wieder nördlich von der Lindleylinie aus vor Fan Hamilton säuberte das Gebiet östlich des Hartsslusscs und rückte am 7. Diai in Verbindung mit Rochsort von Bloemhof aus westlich vor. Am 11. Mai trafen sämtliche Kolonnen auf der Westbahnlinie mit 357 Gesangenen und nahezu dem ganzen Wagen- und Vieh­bestände der in diesen Distrikten sich aufyaltenden Kom­mandos ein. Durch diesen Zug steigt die Verminderung von Delareys Streitkräften seit bei Jen erfolgreichem Angriff auf Major Paris vor 2 Monaten aus 860 Rkann.

Nr. 111

Erscheint täglich außer SonnlagS.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Sessische« Landwirt die Siebener Zamtlien. HÜttter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. ver­tag der B h l'iche« Untverf.-Buch-u.Dlem- drucke re i Mels ch Erbend Redaktion. Expedition und Druckerei:

Gchulstraße 7.

Adresse für Depeschen: «uzetger Gieße«.

^ernsprechansckililß Nr. 51.

Ausland.

Wien, 13. Mai- Die Streichung des Namens Tolstoi von der Liste der Ehren-Mit gl jeder der tschechischenAkademiederWissensck) asten durch den Kurator der Akademie Erzherzog Fran^Ferdinand veranlaßte den Abg. Klofac und Genossen in der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses eine Interpellation an den Unterrichtsminister zu richten. Der Interpellant sprach den Wunsch aus, der Minister möge den Erzherzog über die Gründe befragen, welche ihn zu dieser Streichung veranlaßten.

Paris, 13. Mai. Die englisch e Regierung hat nunmehr gestattet, daß die seinerzeit von Herrn Ville- b ois für die nach Südafrika bestimmten Ambulanzen gesammelten Medikamente nach Südafrika abgesandt werden dürfen.

Präsident Loub et trat mit Gefolge abends 10 Uhr die Rußlandreise an. Morgen trifft er in Brest ein. Am Bahnhof begrüßte ihn eine zahlreiche Menge mit dem Rufe: Es lebe Loubet, es lebe die Republik! Außer Delcassöe, der nach Rußland mitgeht, bestiegen Wal­deck-Rousseau und L a n e s s a n den Zug. Sie wohnen den Festen in Bre stbei und kehren Freitag nach Paris zurück. Als der Zug abfuhr, brach bie Menge in neue Hochrufe auf Loubet ans, der am Fenster stand und bewegt dankte.

Aus Perpignan wird gemeldet, daß Don Carlos, welcher seit einem Monat in Banyuls an der s v a n i s ch e n Grenze weilt, von den französischen Behörden aufge­fordert wurde, seinen Wohnsitz, nach dem Innern Frank­reichs zu verlegen.

politische Tagessckau.

Lehrermangel.

Man schreibt uns von geschätzter Seite:

Der Allgemeine Deutsche Schulverein sucht durch Ver­mittelung der Presse deutsche Lehrer kür das Ausland. Die gegenwärtigen Verhältnisse sind dem Gesuch nicht günstig, das trifft auf höhere Lehrer ebenso ^u wie auf Volksschullchrer. Der Mangel an jungen Lehrkräften beider Kategorien macht sich zur Zeit, in Preußen wenigstens, ungemein fühlbar. Die Gründe für den Mangel an jüngeren Volksschullehrern sind an dieser Stelle schon dargelegt worden, sie sind im wesentlichen finanzieller Art. Auch für die Kandidaten des höheren Schulamts spielt allgemein das finanzielle Moment eine erhebliche Rolle. Daneben wirkt die Institution des sogenanntenSeminarjahres" besonders ungünstig; es kann den Kandidaten schließlich auch nicht verdacht werden, wenn sie nach Ablegung des Staatsexamens verhältnismäßig hoch dotierte Privatstellen annehmen, anstatt sich, ohne Anspruch auf Entschädigung, demSeminarjahr" zu unterziehen mit der Aussicht auf ein weiteres, mit kärglichen Diäten bedachtesProbejahr". Im Vergleich mit den privaten Lehrstellen im Jnlande sind aber auch die Auslandsstellen vielfach nicht so ertrag­bringend, daß sie ein Aequivalent böten für die aus Klima, Höhe der Lebensmittelpreise, im Hinblick auf die berufliche Gestaltung der Zukunft oder sonstwie erwachsenden Miß­stände. Schon die Schulanstalten im Osten Deutschlands haben Mühe, ihren Bedarf an jungen Lehrkräften zu decken.

Jahres ober Frühjahr 1904 dem Reichstage unterbreitet werden. Das neue Gesetz wird wesentliche Äenderungen in Sachen der Viehseuche aufweisen; auch bie Bestimmungen Hauses im Haag : bezüglich ber Hundesperre werben in dem neuen Gesetze liches Zeichen für wesentlich geändert werben. gl ", deren Kräft

Nachdem ber Bunbesrat in seiner letzten Plenar­sitzung ber Vorlage ber am 19. März 1901 in Paris voll­zogenen Uebereintunft zum Schutze ber Hir bie Land- wirtschaft nützlichen Vößel seine Zustimmung er­teilt hat, ist nach benB. P- N." barauf zu rechnen, daß auch ber Reichstag recht bald mit dieser befaßt werden wird. .

Der Verband thüringischer und sächsischer Leberfabrikanten beschloß bie Stellungnahme gegen bie Erhöhung ber Gerbstoffzölle, weil jebe Zoll­erhöhung die Leberfabrikation schwer schäbigt.

Die Berliner Fleischer-Innung hat sich neuer- bings toieber mit der Stellung zu den agrarischen For­derungen beschäftigt und eine Resolution angenommen,

in ber es heißt:

Ein Zusammengehen mit ber Lanbwirtschast ist auf bem Wege, welchen die Vertreter der Landwirtschaft jetzt eingeschlagen haben, unmöglich. Dieser Weg will nichts anderes, als auf Kosten des Gewerbestandes und der kon­sumierenden Bevölkerung alle Lasten auf andere Schul­tern abwälzen und alle Vorteile und allen Nutzen ohne jede Garantie der Landwirtschaft zuwenden. Die Berliner Fleischerinnung, die größte in Deutschland, spricht bei dieser Gelegenheit aber auch bie Hoffnung und das Erwarten aus, daß endlich die Zeit gekommen fein wird, wo die Reichs- und Staatsregierung nicht mehr willfährig allen unberechtigten und ein)eiligen Interessen dienenden Forderungen der Landwirtschaft äu schweren Schäden des Gewerbestandes und zum wirtschaft­lichen Niedergang der konsumierenden Bevöikerung Deutschlands durch die Gesetzgebung nachgeben wirb." Wiesbaden, 13. Mai- Der Kaiser besuchte heute vormittag das städtische Rathaus. Er wurde empfangen vom Oberbürgermeister Dr. v- I b e 11 und von Mitgliedern der Ausschmuckungsiommission. Der Kaiser trug seinen Namen in das goldene Buch der Stadt ein und be­sichtigte die Räume des Rathauses.

Tie R e i ch s ta g s e r s a tz w a h l im dritten Wahl­kreise des Regierungsbezirks Wiesbaden für den verstor­benen Abgeordneten Dr. Lieber ist demRhein. Kurier" zufolge, auf den 28. Juli anberaumt worden- Die Ersatz­wahl für das durch den Tod Liebers freigewordene L a n d - t a g s m an bat (Kreis Westerburg und llnter-Westerivald) ist auf ben 14. Juli anberaumt. Die Zentrumspartei stellt für den Reichstag den Rechtsanwalt Dr. Dahlen- Ober- lahnstein und für den Landtag den Amtsgerichtsrat Dr. Gerhardas -Limburg auf.

Homburg v. d. H., 13. Mai. Der Eisenbahnminister v. Thielen wird morgen hier eintreffen, um dem Kaiser, der (wie bereits erwähnt) morgen von Wies­baden aus hierher kommt, Vortrag über den neuen Hom­burger Bahnhof zu halten. Abends begiebt sich der Kaiser wieder nach Wiesbaden zurück.

Braunschweig, 13. Mai. Zu den Petitionen der welsischen Vereine, der Ein g an g S f o rm e l der Gesetze zuzufügenIm Namen des Herzogs von Cumberland" be­schloß der braunschweigische Landtag einstimmig, die Petitionen unberücksichtigt zn lassen.

Straßburg, 13. Mai. Ter ficritaleElsässer" de­mentiert die römische Meldung desBcrl. Tagebl.", daß der zur Zeit in Rom weilende Reichsmgsabg. Freiherr von Hertling bei Wiederaufnahme der Peryandlungen über die Frage der Errichtung einer katholisch-theologi­schen Fakultät an der Universität Straßburg dies­mal im Vatikan eine weit bessere Aufnahme jinben dürfte, und will aus absolut zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß die Verhandlungen über die Fakultätfrage au die lange Bank geschoben worden seien, weil Rom seine Bedingungen zu hoch schraube.

Schloß Loo, 13. Mai. Professor Roessingh ge­denkt morgen seine Thätigkeit als Direktor des Kranken- " s im Haag wieder aufzunehmen. Dies ist ein deut- t.-. bie Besserung im Befinden der Köni - gi 'n, Heren Kräfte allmählich zunehmen. Ist auch die Frist bis zur Wiederherstellung nicht im Voraus zu messen, so sind doch die Aerzte von dem Verlaus, den die Krankheit genommen hat, überaus befriedigt.

Von den meisten Höfen sind Telegramme ein­gegangen, welche der königlichen Familie zur Genesung > e r Königin die herzlichsten Glückwünsche au5 - prechen. Auch die Aerzte der Königin erhielten in den etzten Tagen Glückwunschtelegramme, namentlich von wutschen und französischen Kollegen.

Rom, 13. Mai- I t alienis ch e und fr an s isch e Kriegsschiffe werden infolge einer Vereinbarung zwischen beiden Regierungen behufs Unterdrückung des lZiratentums im Roten Meer gemeinsam operieren.

Madrid, 13. Mai- Canalejas will trotz der Be­mühungen Sagastas seine Demission nicht zurück- nehmen, wenn dem Nuntius seine Pässe nicht einge- händigt werden. Ta Sagasta dies schwerlich wagen wird, erscheint die Einrenkung der Lage unmöglich. Man hofft, daß das Kabinett noch bis zur Eidesleistung des Königs

Deutsches Keich.

Berlin, 13. Mai- Die Kaiserin traf heute mittag in Karlsruhe ein und wurde auf dem Bahnhof vom Gr o ß- herzog, der Großherzogin und dem Prinzen Max empfangen. Gegen 4V» Uhr kehrte die Kaiserin nach Baden­weiler zurück.

Wie verlautet, wird der tn Wiesbaden lebende Rittmeister a. T- Graf BY 1 an d t-RH ey dt , früher Ad­jutant deS GroßtzerzogS von Sachsen-Weimar, zum Hof- marschall des Kronprinzen ernannt werden.

Gegenüber den neuerdings auftretenden Gerüchten Über eine anderweitige Besetzung des Statt- Halter-Kostens der R e i ch s l a n o e stellt derBerl. Lok.-Anz." fest, oaß ein Rücktritt des Fürsten Hohen­lohe - L a n q e n b u r g n i ch t z u e r w a r t e n steht. Das Gesetz bet ;, i.aib die Aushebung des Diktatur-Paragraphen für Elsaß Lothringen, mit besten Einbringung beim Bun­desrat der Kaiser den Reichskanzler beauftragt hat, ist bereits in der Ausarbeitung begriffen.

Ein neues Seuchengesetz befindet sich, wie ans fachwissen ' ? pichen Kreisen verlaute: gegenwärtig in Aus­arbeitung. Es wird voraussichtlich im Herbst nächsten

vezugSyretS, monatlich 7bPf., otertel* jährlich M. 2.30; durch Abhole- u. Hwe'gsteü« monatlich 6o Pf.; durch die Post Mk. 2. viertel- jährt, ausfchl. Bestellg. Annahme von Hn$eigen für die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf* aufwärts 20 Pfg.

verantwortlich: für den pollt. u. allgem. Xetl: P. Witiko; für .Stadl und L'anö* und ,GenchtSjaal*:R.Ditt» mann; für ben An­zeigenteil: Hnnö Beck.

zusammenhält.

Die Königin-Regentin legte den Grundstein zu vier Schulen. Der Plan geht von der Königin-Regen­tin aus, die angesichts des Umstandes, daß 30 000 Kinder in Madrid infolge Mangels an Schulen keinen Unterricht genießen, das Werk ins Auge faßte.

Petersburg, 13. Mai. Bezüglich der auswärts ver­breiteten Nachrichten, der Reichsrat habe die Aushebung ber obligatorischen Haftpflicht der Bauern­gemeinden bezüglich der Steuern und ihre Beitreibung beschlossen, sowie den Bauern " 20 Millionen Rubel Steuer- rüdftänbe erlassen, meldet dieNuss. Telegrapbenagentur", daß diese Gegenstände auf den Vorschlag des Finanz Ministers im Reichsrat beraten werden, daß jedoch brSher keine endgiltige Entscheidung getroffen ist.

Das Regiments fest der Na r w a'schen Dr a- goner in Siedler war von einer deutschen Abordnung, bestehend aus dem Flügeladujtanten Grafen Moltke, dem Militärattache der hiesigen deutschen Botschaft Major Frhr. v. Lüttwitz und dem deutschen Generalkonsul in Warschau Axthausen besucht. Die Abordnung überreichte dem Regi­ment ein Gemälde seines Chefs, Kaiser Wilhelm II. Wie derRegierungsbote" heute mitteilt, begrüßte Kaiser Wilhelm das Regiment mit folgendem Telegramm:Sende dem glänzenden Narwaschen Dragonerregiment zu dem Re- gimentssest meinen herzlichen Gruß. Als Zeichen meines besonderen Wohlwollens und Wertschätzung des Regiments sende ich ihm mein Porträt. Möge es ein wahres Denkmal meiner Einigung mit dem Regiment sein. Wilhelm." Nach der llebergabe des Porträts richtete der Regiments­kommandeur ein Telegramm an den deutschen Kaiser, worauf telegraphisch folgende Antwort eintraf:Ich danke dem Regiment herzlich für die mir gestern von Ihnen über­mittelten Gefühle des Regiments. Ich weiß, dag die Nar­waschen Dragoner ihrer ruhmreichen Geschichte treu ge­blieben sind und stets ein Schmuck der russischen Armee und mein Stolz bleiben werden. Ich nehme regsten Anteil an allem, was mein Regiment betrifft. Ich erwarte Nach­richten über alle wichtigen Ereignisse im Regiment und sende den Offizieren und allen Dragonern meinen laiser- lichen Gruß Wilhelm."

N e w y o r k, 12. Mai. Nach einer Depesche aus Port- au-Prince kam es anläßlich des We ch s e l s der Prä­sidentschaft zu einem Gefecht zwischen Regierungs­truppen und der Gegenpartei, wobei die letztere siegte. Das Arsenal wurde ohne Widerstand preisgegeben und die Regierung ging in die Hände der Revolutionäre über. 2 Personen wurden getötet und 3 verwundet. Eine provisorische Regierung wurde eingesetzt. In der Nacht sanden weitere Straßenkämpfe statt. Einige Rebellensührer zogen sich nach der Gesandtschaft der Vereinigten Staaten zurück. Die Lage ist s e h r e r n st. Tie gesamte Bevölkerung ist bewaffnet und besteht darauf, daß Sam unverzüg­lich das Land verlasse.

Peking, 13. Mai. Die chinesische Regierung giebt bekannt, daß in zweitägigen Kämpfen die Aufständi­schen Südtschilis völlig besiegt und die Anführer ge­fangen genommen seien.

GicheimAnzeiger

General-Anzeiger v

Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen