Ausgabe 
14.4.1902 Erstes Blatt
 
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In letzter Zeit wird die Nachricht verbreitet, bati zwischen dem Königreich Preußen, dem Königreich Sachsen und den an der hessisch-thüringischen Lotterie beteiligten Staaten eine Vereinbarung abgeschlossen sei oder angestrebt werde, laut welcher die Lose der drei Lotterien in allen genannten Staaten zum Vertriebe zw-, gelassen werden sollen, also die sogenannte Lotterie-F-ved-

er^obencn Staatssteuerbeträge fließen in die gemeinschaft-

,rntt der größten Zuvorkommenheit und sorgen bezüglich Unterkunft und Verpflegung in feder Beziehung für ihren Romfort. Botha, Schalk Burger und deren Genossen haben erne Eskorte von ScotS Gards und Steijn, Dewet und Ge- inossen eine solche von Seaforth Highlander. In London iwrrd jetzt versichert, daß ein allgemeiner Waffenstill- Island unmittelbar bevorstehe.

Ter scheinbare Friede in Ostasien wurde verlängert durch Unterzeichnung des Mands chureivertrages in Pbkrng: Rußland verpflichtet sich danach, wohlgemerkt: ,jalU keine Wirren ausbrechen und die Handlungsweise! anderer Mächte es nicht daran hindert", innerhalb 18 Mo­naten das Land in drei Staffeln zu räumen. In achtzehn ^Monaten ! Was kann sich dort in Ostasien alles ereignen! Allein die russische Eisenbahn-Schutztruppe ist bis dahin so weit verstärkt, daß der Bestand in der Besatzung nicht wesentlich verringert sein wird. Das Stück Land, in das der russische Bär einmal seine mächtige Tatze geschlagen hat, wird man ihm schwer wieder abjagen können.

Am Ende der Woche kam man wieder mit einer poli­tischen Ueberraschung heraus: diesmal war es die Schweiz deren Bundesrat der Bundesversammlung höflichst mitteilte,' daß er die diplomatischen Beziehungen zu dem dortigen italienisch en Gesandten, Kommandeur Silvestrelli, ab­gebrochen habe, nachdem die italienische Regierung einer Aufforderung der Schweiz nicht nachgekommen war, ihren Gesandten wegen bedauerlicher Mißhelligkeiten abzuberufen. Natürlich that die italienische Regierung dem schweizerischen GJqanöten ui Rom, Dr. Carlin, gegenüber das Gleiche, der I Oberrechnungskammer zur Prüfung vorgeleat. alsbald vom Berner Bundesrat beurlaubt wurde. Es Han-' CSSo-c.

s^) um eine Weigerung der Schweiz, ihre internatio­nalen Pflichten betreffs der Anarchisten dem Wunsche Italiens gemäß zu erfüllen. Man wirft der schweizerischen Regierung vor, sie habe gus Furcht vor den Anarchisten die Veröffentlichung von 50 Artikeln, die das Andenken des Königs Humbert schmähen und zu neuen Mordthaten aufreizen, geschehen lassen. Der italienische Minister Pri-

» r Kammer die auf den Konflikt bezüglichen! Schriftstücke zugehen lassen, und in Bern beabsichtigt man die Aktenstücke zum Fall Silvestrelli im Laufe dieser Woche zu veröffentlichen. Wie verlautet, wird das Aktenmaterial von emer Denkschrift des Bundesrats begleitet sein. Aber - v_________________

eitren neuen Alpenübevgang römischer Heere wird das c) die Ziehungstermine nicht in den Zeitraum von vier

i| Der Entscheidung der Bertragsregierungen unter-1 die betreffende Regierung sich weder an einem anderen liegen a) die Aufnahme anderer Staaten in die Lotterie- Lotterieunternehmen beteiligen, noch eine andere Staats^ gemeinschaft, b) die Uebernahme von Leistungen an andere lotterie zulassen.

Staaten als Entgelt für die Zulassung der Staatslotterie- Alle aus diesem Vertrage zwischen den Vertragsstaaten lose, c) die Zulassung der Lose anderer Staatslotterien etwa entstehenden Streitigkeiten sind der Entscheidung eines auf Grund der Gegenseitigkeit. Hierbei stehen Hessen 28, Schiedsgerichts zu unterbreiten. Tas Schiedsgericht Sachsen-Wemrar 9, Anhalt 8, Sachsen-Meiningen 0, Sachsen- wird in jedem Einzelfalle dadurch gebildet, daß die Präsi- Koburg-Gotha 6, Sachfen-Altenburg 5, Lippe 3, Schwarz- deuten der Oberlandesgerichte zu Darmstadt und Jena je bürg - Gondershausen 2, Schwarzburg - Rudolstadt 2, ein Mitglied und diese beiden Mitglieder ein drittes wählen. Reuß a. L. 2 Stimmen und Schaumburg-Lippe 1 Stimme zu. Ansprüche und Verpflichtungen der Hessischen Landes- Es werden jährlich zwei Lotterien ausgespielt, lotterie und der Thüringisch^-Anhaltischen Staatslotterie Als Reineinnahme gilt die Summe der aus der Lotterie gehen, soweit nicht dieser Vertrag oder das Schlußprvtokoll

I erzielten Einnahmen, vermindert um den Betrag aller andere Bestimmungen enthält, nicht auf das aemeinschaft» zu deren Erlangung gemachten Aufwendungen. Ter Rein- liche Unternehmen über. Die hessische Regierung wird thun- ^rag emer reden Lotterie wirb bts zum Betrage von liehst aus Verwendung der Beamten der Thüringifch-Anhal- 1000000 Mart zwischen demGroßherzogtum Hes.en emer- tischen Staatslotterie Bedacht nehmen. Die Ansprüche des

I .""o den bei der Thüringisch-Anhaltijchen Staats- gegenwärtigen Lotteriedirektos der Thürinqisch-Anhaltischen lotterie beteiligten Staaten andererseits je zur Hälfte ge- Staatslotterie auf Wartegeld oder Pension werden von der am Reinertrag 1000 000 Mark übersteigt, Hessisch-Thüringischen Staatslotterie übernommen. Das

fallt er den Vertragsstaaten nach Maßgabe der Bevölker- Gleiche gilt von den Beamten der Großh. Hessischen Landes- ungszayl zu. . lotterie-Direktion und ihren D,ienstansprüchen. Die jähr-

i Iunro®0t6mV uach- liche Verzinsungz- und Tilgungsrente des Kapitals von

ss ein. Klaise ieder Lotterie beendet 5027,43 Mk welches zur Bestreimng der Kosten für SSepa,

des ratur und Umbau der von der Lotteriedirektion gemietete« £l ®'am an die Vertrags- Räume seitens der Gothaischen Staatsregierung anfgewendet

,iaaten zu leisten, ^.ie endgiltige .lbrechnung zwischen I worden ist aebt auf die Heiiiit'bs^'bürinai'ckip der Lotteriedirektion und den Bertragsstaaten wiw vor-1 lUer sXm ift ei unbenommen d^ ReEn

Oberre^ fnnÜ n^^ßh. Hessischen Entrichtung »'es oben genannten Kapitals abzulösen. Alle

Tic Vertragsstaaten machen sich verbindlich für die ^^^^chremschaftliche Lotterie bezüglichen Unkosten

:S!K 1,1

----------v«« iullu vuy I c) die Ziehungstermine nicht in den Zeitraum von vier 0^33000^wom/tEaE ?onI^e staunende Europa aus diesem Anlaß gewi'ß nicht erleben. Wochen vor Ziehung der ersten Klasse bis zwei Monate f,eröffnet wurde, m der

"" i» . I nach beendeter 3iehung dieser Klaiie d'r I '-* Bestehens auf o5 000 vermehrt werden.

^aatslotterie rst soeben der Zweiten Kammer der Stände sowie alle auswärtigen Lotterien einschließlich der Sach- FOrterreunternehmeii1 kommen sWonnen, und daß die kleineren des Großherzogtums zugegangen nebst Begründung. und aller Klassenlotterien dürfen von der Landesreaier- ^tterien m der ständigen Gefahr fchweoen, von den größeren -r -oum Zwecke der Abschließung eines Staatsvertrages ung nur dann genehmigt werden, wenn der ^osvertrieb k^o^ugt zu werden. Diesen Möglichkeiten gegenüber bringt über die Vereinigung dec Großh. Hess. Landeslotterie und nach dem Gutachten der geschäftsführenden Regierung als Vereinigung der Hessisen Landeslotterie und der Thü- ^urchglsch-Anhaltischen Staatslotterie waren zu Be- nachteilig für die H.-ssisch-Thüringische Staatslotterie" nicht ^gischen Staatslotterie, abgesehen davon, daß ein Wett-> ^ollmachtigten vom Gro^herzog Oberfinanzrat Dr. Rohde zu erachten ist. Ueber die Zulassung von Lotterien die I ^lDeJ6 der beiderseitigen Lotterien für die Zukunft aus-^ und Gey. ^inanzrat Dr. Gotz ernannt worden. Die thü- zwar eine Benachteiligung der Staatslotterie befürchten schadet, den Vorteil, daß das gemeinsame Unternehmen rmgifch-anhalttschen Fürsten hatten ebenfalls Bevoll- lassen, indessen ein Interesse des beutieften Reichs^ demnächst über em eigenes Absatzgebiet mit einer Bevölke-- machttgte ernannt, und diese haben unter dem Vorbehalte fördern bestimmt sind, ist aus Antrag der aesckätts- ^uugszahl von etwa 3 300 000 Einwohnern verfügt und der, landesherrlichen^Ratifikation einen Staatsvertrag ver- führenden Regierung eine Entscheidung des Aus chu ses d^uach unter den in DeutschlMid bestehenden Lotterien an

be,\en ?^^bl 1 lautet: Die Großh. Hess. Landes- herbeizuführen Jed^ Regierung soll frei stehen', zu wohl- dritte Stelle rückt. Die Größe des eigenen Absatzgebietes

3Uch-Anhaltische Staatslotterie thätigen, gemeinnützigen oder Kunstzwecken, sowie bei Volks- ?.te Möglichkeit, auch bei Beschränkung auf dieses Ge-

^brdeu mtt Wirkung vom 1. Oktober 1902 unter dem festen die Ausspielung von Kunst- und Jndustriecrzeugnissen ^jet, die Lotterie in ihrem Spielplan jederzeit konkurren^-

NamenHeffiich-Thurmgische Staatslotterie" zu einem Waren oder anderen beweglichen Gegenständeii außer barem ^*6 zu erhalten. Das größere Ganze gewährleistet natur-

Unternehmen vereinigt. Es folgen weitere 17 Artikel, von Gelde zu gestatten, wenn der Gesamtpreis der Lose iäbrlick 6^^ zum Mindesten denselben Reinertrag wie die zuvor der Verwaltung der Lotterie be- fünfzig Pfennig auf den Kopf der Bevölkerung und für^ getrennten Unternehmungen, läßt jedoch für die Zukunft fuffen. ~te Heisrfch-^huringische Staatslotterie wird für «die einzelne Lotterie den Betrag von 100 000 Mark nicht ^hl auch einen nicht unwesentlichen Mehrerttag erhoffen.

5er. ^ertragsstaaten m Selbstverwaltung unter übersteigt, auch der Preis des einzelnen Loses nicht mehr Zusammenschluß mit Thüringen ist aber auch insofern

Ausficht der Großh. Hejs. Regierung als als zwei Mark, einschließlich des Reichsstempels, beträgt. erheblicher Bedeutung, als das künftige Unternehmen

ge) chaftsfuhrenider Regierung durch eine den Zum Vertriebe der Lose Kollekteure in den Vertrags-andere deutsche Staaten ein willkommenes^ Vertragvstaccken gemeinschaftliche Behörde betrieben, welche staaten anzustellen und Berechtigungen zum Loiehandel ru Anschluß-Objekt bilden kann und vielleicht auf diesem die dienstliche BennenungDirektion derHessisch-Thü- erteilen, ist nur die Lotteriedirektion befugt. Die Lotterie-«Wege auch die Mißstände, die z. Z. im Lotteriewesen in mngrschen Staatslotreric" führt, und in Darmstadt ihren direktion wird bei gleicher Garantie für guten Losabsatz Deutschland noch herrschen, durch Einführung der Frei«^ re Beamten der Direktion unterstehen als und solides Geschäftsgebahren, sowie bei hinreichender Zügigkeit der Lose verbunden mit einer Kontingen-» Hessi,che Beamte der .Hessischen Regierung. Sie werden Kautionsfähigkeit Bewerbern, die in dem betteffenden Staate Uerung des Spielkapitals wenigstens für die größeren 5 L,'?9^stbllt, m Ruhestand versetzt und entlassen, ivohnen, den Vorzug geben. Tie Ernennung der Kollek- Lotteriegebiete Deutschlands beseitigt werden können.

^^s^ii7^!t^erhgltnis, insbesondere auch die Gehalts- teure, sowie die Zulassung gewerbsmäßiger Losverkäufer AuchhierinisteinAufaebendeskleinstaatlichenParti- '^oreier Beamten, gelten die .Hessischen Vor- bedarf der Genehmigung der zuständigen Landesregierung, kularismus und eine Art Großdeutschtum zu erblicken, ein twn und den Kollekteuren gegenüber sofern die Landesgesetzgebung dies vorschreibt. erfreulicher engerer Zusammenschluß einer stattlichen Anzahl

EL «IX« J?egierungen und anderen Be- Tie Hessisch-Thüringische Staatslotterie darf in ben Oon deutschen Bunbesstaaten. Preußen aber blickt auf

Reawruna nlä Hess. Vertragsstaaten Weber zu Staats- noch zu Kommunalsteuern bleses Vorgehen Hessens mit A r g w 0 h n. In ber preußisch

^e5Un0 tLerir-^n> Ein herangezogen werben. Tie von den Besoldungen, Marte- ministeriellenBerl. Korresp." wird heute offiziös g^ Ausschuß ist berecht^t, die Schriftstücke und Bucher der geldern und Pensionen der Beamten der Lotteriedirektton schrieben: " * * * * 5 y

Lotteriedirektion nn Darmstadt zu prüfen oder durch 23eJ ...... ------< - ... -

auftragte prüfen zu lassen, auch von der Direktion über,..^

Slcind der Geschäfte im allgemeinen oder über einzelne Ter Vertrag wird auf 15 Jahre abae- ^?bu^de Auskunft zu verlangen. In den Ausschuß wer- schlossen; er gilt jedesmal für einen Zeitraum von Thurnrgisch-Anhal- 0 Jahren verlängert, sofern er nicht mindestens 2 Iahe ttschen Staatslotterie beteiligten Schalen zusammen vier, vor Ablauf seiner Geltungsdauer von einer der Regierungen von der Großh. Hesf. Regierung drei Mitglieder berufen. , gekündigt wird. Tritt eine solche Süningung dn® fo Ärf

schön und tadellos nach außen haben will, womöglich Zeugenvernehmungen und andere Unbequemlichkeiten bevor­stehen, greift sie in erbärmlicherFeighcit zurPistole. Frl. Rehoff war, wenn man, wie natürlich, von dem oben erwähnten Verlangen Ibsens diskret absiehtt, eine vollkommene Darstellcttn der Hedda. Nichts Verzwicktes, nichts Verschleicttes, nichts von inneren Abgründen, nichts von Tiefe, Ernst und Schwere, mi: der Irene Triesch die Hedda durchaus irttümlich belastet; viel­mehr alles rein instinktives Wesen, das aus dem Augenblick Entstehen ihrer Entschlüsse, durchweg unlogisches Verfahren; das ist das allein Richttge. Und dazu eine vollendete Wirk- lichkeitts-Kleinkunst, eine erfreuliche Unaufdringlichkeit in allen Nüancen.

Für den Gatten Heddas, den fleißigen Privatdozcnten Dr. Tesman, hatte Herr Holz eine vorzügliche Maske ge­funden, und sein Spiel deckte sich mit der Zeichnung, die Ibsen diesem braven Bücherwurm, einem Bonhomme, hat zu teil werden lassen. Diesem guten Manne, dem man freilich eine erfolgreiche Gelehrtenlaufbahn prognostiziett, mit seinem ewigen erstaunten und schon mehr albern als komisch wirkendenDenk' 'mal, Hedda", wird die Nachwelt ganz ge­wiß kein Denkmal errichten. Vielleicht ging er in den beiden letzten Akten in nahezu beschränkter Zerstreutheit ein wenig zu weit. Mit scharfer Realistik gestaltete Herr Springer den dem Untergang geweihten Alkoholiker Eilett Löoborg, total verwüstet in seinem gunzen Wesen, vielleicht nur allzu abschreckend häßlich, so daß das lebhafte Interesse zweier chöner Frauen für ihn doch ein wenig verwundert. Ganz wunderbar naturivahr war der Gcrichtsrat Brack des Herrn Jcßncr, ein kalter, überlegener und überlegter Diplomat vom Scheitel bis zur Sohle, in allen Einzelheiten, bis auf . das Ermüdctsein int 3. Akt nach der durchschwärmtcn Nacht, einfach meisterhaft. Die Damen Rietz, Hofsmann und

wie unabsichtlich den Schleier fortzog von all den Rätseln, die der große Norweger in der eigenartigen Charakterstudie zusammengetragen hat und den Hörer mit Interesse, ja fast mit Mitgefühl für das leidende Weib erfüllte, das schließlich in seinem drückenden Zustande sich selber richtet, weil es zu feig ist, das winzige Päcklein zu tragen, das das Leben ihm bringt.

Als Hedda Gabler lernten wir Frl. Maria Rehoff kennen, die eine noble, m mehr großartigem als großem Stil gehaltene Leistung gab. Durchaus die Dame der vornehmen Welt, elegant in der Erscheinung und sicher in jeder Be­wegung, ganz und gar und in allem rein äußerlich. Die ge­langweilte Frau, die den gelehtten Gatten geheiratet hat, weil sie mit ihm in diesem und jenem unwesentlichen Punkt übereinzustimmen glaubte, an dem ihr immer nur an den Oberflächen des Lebens haftendes kaltes Puppenherz hängt, die nichts als sich selber und die Abwechselung, die Sensa­tion liebt, aber viel zu viel Furcht vor jedem Skandal hat, um etwa von den Amüsements der Untreue viel mehr hören zu mögen, als sich für eine Generalstochter int aller­äußersten Falle ziemt. Irgend ivelche tieferen Gefühle hat diese Dame, wenigstens in ihrem quälenden Zustande, nicht. Eigentümlich reizend aber wirkt auf ihre Nerven das Be­wußtsein, in das Geschick des früherenKameraden", für den ste vielleicht als gesundes Mädchen etwas übrig gehabt hat, nachhaltigst einzugreifen, dabei einer harmlosen tapferen Frau den Geliebten abspenstig zu machen und diesen Mann schließ- lich sogar womöglich in den Tod zu treiben. Als sie aber erfährt, daß es mit dem Tode dieses Mannes dem Anscheine nach eine andere Bewandtnis hat, als sie zudem meint, daß ste ihre Zukunft unbedacht in die Hand eines schlauen alternden Fuchses gelegt hat, als sie hört, daß ihr, die nur >ja alles so ganz und gar .-omms U f:vit, so ganz glatt und

1 Kessel fanden nicht besonders reiche Gelegenheit zu Talent­proben in ihren kurzen Rollen, Frl. Hoffmann dagegen wieder­holt Gelegenheit zur Selbstbeherrschung, die dann jedoch miß­lang. Es ist doch eine recht scherzhafte Sache, wenn man sich einmal verspricht oder wenn eine Pistole im entscheidenden Augenblick nicht losgeht, meint diese Dame. Man kann auch anderer Ansicht sein.

Jedenfalls bedeutete der erste Abend des Jbsenensembles in Gießen einen vollen Sieg für die gesamte Künstlerschar,, auf den stolz zu sein sie das Recht hat.

P. Witiko.

_ Wilhelm Busch, der große deutsche Karrikaturist, feiert am. Io. d. M. seinen 70. Geburtstag. Wir widmen dem Jubelgreise in den heutigen Familienblättern einen besonderen Aufsatz. Aber den Künstler über sich selbst zu hören, ist von besonderem Reiz und Wert. In einem Vorwort zu dem soeben erschienenen 44. und 4o. Tausend seinesPater Filucius" (Preis 1 Mk.) hat Wil­helm Busch, dem Drängen seines Verlegers, der F. Bassermann'- chen Buchhandlung m München nachgebend, in seiner liebenswür­dig heueren Weise Einiges über sich selbst mitgeteilt.Von mir über mich" überschrieb Busch die flüchtige Skizze zu seinem Selbst- portrait. Der wesentliche, seine Jugend und Entwickelung behan­delnde Teil läßt in all seiner munteren Leichtigkeit erkennen, welch' em ernschafter Charakter im Grunde der Schöpfer all' der über­lustigen kleinen Werke ist Die neueste Nummer derBerll r ll u st r. Z t g.", Nr. 15, bringt an erster Stelle ein wohlgetroffenes Pottrait von Busch nebst seinen charakteristischsten Gestalten, sowie einen poetischen Glückwunsch dem Künstler dar.

In Wiesbaden hatH e e r 0 h m e", Drama von Jos. r- a u f f, in den ersten drei Acten sehr gefallen. Lauff wurde nach dem dritten Actschluß, welcher stark theatralisch ist, stürmisch ae- rufen. Ter Schluß dagegen verstimmte. y

Tomsk, 12. April. Eme Expedition unter Führung des Pro- sessors Laposchnikow ist zum Zwecke botanischer und geologischer Forschungen nach der Provinz Semirjetschcnsk und nach dem Thian- Schan-Gebuge abgegangen. 1