Ausgabe 
14.2.1902 Zweites Blatt
 
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* * Ausgrabungen des Oberheff Geschichtsvereins. Am 11., 12. und 13. haben m derLindener Mark" (Wald in der Gemarkung Großen-Linden) Ausgrabungen stattgcfunden. Anr 11. wurde in dem sogen. Fuchsbau ein Grab ausgedeckt, in dem man Bronce-Gegenstände, einen Eisenring, Urnen und Knochen fand. Noch reichhaltiger war das Grab, das man am 12. entdeckte. Es wurden im ganzen etwa 14 Urnen gezählt» die teilweise noch vollständig erhalten waren. Auch zwei ganz kleine Urnen mit etwa 58 Ctm. Durchmesser waren darunter, während die größten einen Durchmesser von über 30 Ctm. hatten. Darunter waren auch mehrere flache, tellerförmige. Eine der Urnen hatte eine intensiv rote Färbung und war ringsum mit schwarzen, dreieckigen Figuren verziert. Sämtliche Urnen hatten eine schiefe, geneigte Stellung, was z. T. auf den Bodendruck, z. T. auf das Sichsetzen der Brand­schicht und unzweifelhaft auch auf einen Erdstoß zurückzuführeu ist. Ferner fand man in diesem Grabe Bronceringe, Perlen, Buckel von einem Gürtel, sowie noch gut erkennbare Reste von diesem selbst. Der Gürtel und die Buckel lagerten um einen über den Urnen liegenden Stein von ungefähr 50 Ctm. Länge und 30 Ctm. Breite. Allem Anschein nach ist dieses Grab die Ruhestätte eines Häuptlings. Es stammt aus der Hallsiattzeit", etwa 700 v. Chr. Geb. Nachdem alle Gegen-' stände frei gelegt waren, wurden mehrere photographische Aufnahmen des Fundortes gemacht. Sämtliche Funde wurden dem hiesigen Museum einverleibt. Man vermutet, daß sich in dem Walde noch zahlreiche andere Gräber befinden. Be­reits in den 60er Jahre wurden hier durch Krug von Nidda und Prof. Buchner Ausgrabungen vorgenommen.

** Ehrung. Dem Schriftsetzer Heinrich Sier, der seit 10 Jahren in der Münchow'schen Hofbuchdruckerei beschäftigt ist, wurde gestern aus Anlaß dieses Jubiläums ein präch­tiges Bicrservice von dem Chef der Druckerei überreicht.

** Silberhochzeit. Spediteur Adam und seine Ehefrau feierten gestern im engsten Familienkreise das Fest der Sil­bernen Hochzeit. Zahlreiche Glückwunsch-Telegramme und -Schreiben, sowie eine Anzahl kostbarer Geschenke gingen den Jubilaren aus ihrem Verwandten- und Bekanntenkreise zu.

hatte Saul alle Wahrsager und Zeichendcuter aus dem Lande vertrieben. Durch die Philister bedrängt, wandte er sich, da Gott sich ihm, weil er gefrevelt, nicht offenbarte, an eine Wahrsagerin mit der Bitte, ihm den Geist Samuels herauf- zubcschwören, um von diesem Rat zu erbitten. Diese als spiritistisches Medium, wie wir heute sagen würden, erfüllt seine Bitte. Saul selbst sieht nicht den Geist Samuels,^son­dern er hört nur von dem Medium, was dieses sieht. * Die ganze Szene bietet das echte Bild einer spiritistischen Zirkel- fitzung. Verschiedene Umstände lassen sich zu Gunsten der Spiritisten deuten, so das Ertanntrvcrden Sauls, der sich ver­kleidet zur Seherin begab, die Erfüllung ihrer Prophezeiung, daß er am nächsten Tage sterben werde. Dieselben Vorgänge kann man aber auch natürlich erklären, wenn man der Seherin betrügerische Manipulationen unterschiebt. Was sagt nun die Bibel über spiritistische Wunder? An verschiedenen Stellen heißt es, daß nach der Zeit der Apostel Leute er» stehen würden, die verkehrt predigten, an anderer Stelle, daß dies Treiben unter dem Einflüsse des Antichrist fortdauern werde bis zum zweiten Erscheinen Christi. So lange würde Satan unter denen, die nicht gläubig sind, Wunder thun, um die Menschen zu bethören und unter seine Herrschaft zu bringen. Ein Weiterleben sogleich nach dem Tode als Geist oder Seele ist nicht möglich, wie verschiedene Bibelstellen be­weisen. Das Befragen der Toten ist nach V. Mos. 18, 1020 ein Greuel Gottes. Baumann wird das Thema in feinem nächsten Vortrag, den er nächste Woche halten will, fortführen. Der Redner wußte den Stoff durch Ein­streuung eigener Erlebnisse in spiritistischen Sitzungen sehr in­teressant zu gestalten.

in den weitesten Kreisen sehr unangenehm, wenn nicht geradezu kränkend empfunden werde.

Während dieser direkten neuen Unliebenswürdigkeiten gegenüber Deutschland erweist man jenseits des Kanals dem ehrenwerten Herrn C ha m b e r l ai n Ehrungen aus Ehr­ungen in demonstrativer Weise. Man hat ihm am Donners­tag eine Adresse überreicht. In Erwiderung aus eine bei dieser Gelegenheit an ihn gerichtete Ansprache führte Cham­berlain in seiner ekelhaft großsprecherischen Weise aus, die Regierung verfolge zwei große nationale Ziele, nämlich die britische Autorität in Südafrika außer Frage zu stellen und die Einigkeit des Reiches ausrecht zu erhalren. Beide Ziele seien auf das engste mit dem Kriege in Südafrika oer- quickt. Chamberlain erwähnte die unerschöpfliche Stärke, die England erwiesenermaßen in seinen Kolo­nien besitze, und sprach von dem unvermeidlichen Ende des Krieges. Er, Redner, würde aus einen Staatsmann nicht neidisch sein, der in Verhandlungen wieder aufs Spiel setze, was durch die Waffen gewonnen worden sei. Tie Eng- länder seien nicht rachsüchtig; ihre Feinde von gestern würden, wenn sie sich ergäben, morgen als Freunde will­kommen geheißen werden. Wenn England sich weigere, den Unversöhnlichen, welche sich rühmten, sie wünschten die Engländer in Südasrika von Meer zu Meer zu treiben, die Rückkehr in ihre Heimstätten zu gestatten, so sei das nicht Rachgier, sondern Selbsterhaltung. Englands Regierung und Volk wünschtenernstlich einen ehrenhasten Frieden ; dieser Friede müsse aber dauernd sein und Eng­land das gewähren, wofür es so viele Opfer gebracht habe. Wenn der Friede geschlossen sei, werde Südasrika so kraftvoll, glücklich und frei werden, wie irgend ein Teil der übrigen Besitzungen des Königs. Als Chamber­lain im Laufe seiner Rede zusällig aus die Gesinnungen zu sprechen **m, welche England gegenüber auf dem Kon­tinent herrschen, sagte er, es scheine unmöglich, das Wohlwollen des Auslandes zu gewinnen ; Eng­land, sei aber im stände, sich die Achtung des Auslandes zu sichern.

zusammen 6700 Sluck im Gesamtbeträge von 6 Millionen Mk.

* * Aus der 2. Kammer. Der Finanz-Ausschuß der 2. Kammer mar gestern unter dem Vorsitz des Abg. Köhler-Worms zusammengetreten, um die Budget-Be­ratungen zu Ende zu bringen. Der 2. Gesetzgebungs- Ausschuß tritt unter dem Vorsitz des Abg. v. Brentano heute zusammen. Wie jetzt schon mit Sicherheit feststeht, werden die kommenden Beratungen teilweise sehr heftige De­batten im Gefolge haben.

* * Bon der Landes-Universität. Das Vorlesungsverzeichnis der Universität für das Sommersemester ist soeben erschienen. Es enthält die Ankündigung der Vorlesungen und Hebungen von 59 Professoren, 16 Privatdozenten und 4 anderen Lehrern. Die durch Geheimrat Löh lein s Tod erledigte Professur für Gynäkologie ist noch nicht wieder besetzt. Der Professor der englischen Philologie Wetz hat Vorlesungen angekündigt, geht aber mit Anfang des Sommersemesters nach Freiburg i. B. Zu Beginn des fommenben Semesters wird voraussichtlich für beide Vakanzen Ersatz geschaffen sein. Die Immatriku­lationen für das Sommersemester beginnen am 21. April, die Vorlesungen am 28. April.

* * Dortrag. Gestern abend hielt im oberen Saale des Hotelszum Einhorn" Prediger H. G. Baumann einen Vortrag überDer Spiritismus im Lichte der Bibel". Der Redner ging aus von Sam. 1, 38. Nach dem Tode Samuels

** Zagdverpachtungen. Die Gemeindejagd in Langd pachtete ein dortiges Jagdkonsortium für jährlich 535 Mk. Der seitherige Pächter der Jagd, Geheimrat Dr. Eckhardt- Gießen zahlte dafür 366 Mk. pro Jahr. Den Ober- Steinberger Jagdbezirk der Gemeinden Watzenborn- Steinberg, den bisher Forstaffessor Groß-Darmstadt für 315 Mk. jährlich in Pacht hatte, erhielt bei der Neuverpachtung für 400 Mk. Jahrespacht Landwirt Faber-Leihgestern zu- geschlagen.

** Militärisches. Auf Anordnung des Kaisers sollen in diesem Jahre größere Pionierübungen am Oberrhein bei Rastatt und zwischen Elbe und Havel abgehalten werden. Beim 1., 9. und 18. Armeekorps sollen Angriffsübungen mit Fußartillerie unter Scharfschießen der Artillerie stattfinden.

** Die Kaisermanöver finden in diesem Jahre zwischen dem 3. und dem 5. Armeekorps statt, und nicht, iüie früher gemeldet worden wär, zwischen dem 5. und 6. Armeekorps. Zum 3. Armeekorps tritt die 1. Garde - Infanterie - Division, zum 5., das ebenfalls auf drei Divisionen zu bringen ist, die 8. Infanterie-Brigade und das Grenadier-Regiment Nr. 3.

** Großh. Hessische Landes - Lotterie. Nach dem amtlichen Ziehungsplan wird die 5. Großh. Hessische Landes-Lotterie 55 000 Loose mit 22 000 Gewinnen und 7 Prämien in 6 Klassen umfassen. Die Ziehung der 1. Klasse findet am 9. und 10. April, die der 2. Klasse am 6.7. Mai, der 3. Klasse am 3. und 4. Juni statt. In jeder dieser Klassen werden je 2000 Gewinne und 1 Prämie gezogen. In der 4. Klasse am 2. Juli und in der 5. Klasse am 4. August werden je 1000 Gewinne und 1 Prämie gezogen. In der 6. Klasse, vom 22. August bis 8. September kommen 2 Prämien von Mark 300 000 und Mark 200 000, je 1 Gewinn von Mark 200 000, Mark 100 000, Mark 50 000 re., zusammen 14 000 Gewinne mit Mark 5153 000 zur Ausspielung. Nach § 8 des Spielplanes fallen die für die einzelnen Klassen vorge­sehenen Prämien auf diejenigen Nummern, auf die in jeder Klasse der letzte größere Gewinn bis Mark 300. entfällt. Die Prämie von Mark 300000 erhält in der 6. Klasse die­jenige Nummer, auf die am letzten Ziehungstage von den Gewinnen von Mark 100 000 oder mehr der größte dieser Ge­winne fällt. Tie Prämie von Mark 200 000 erhält in der 6. Klasse diejenige Nummer, auf die am letzten Ziehungstage von den Gewinnen von Mark 40 000 oder mehr der letzte dieser Gewinne fällt. Wenn Gewinne von Mark 100 000 oder Mar- 40 000 oder mehr sich nicht mehr im Gewinnnummernrade befinden, wird im ersteren Falle die Prämie von Mark 800 000 mit Mark 100 000 dem zuletzt mit Mark 2000 und

Ausland.

London, 13. Febr. In einem finanziellen Artikel desStandard" heißt es: Privatmeldungen zufolge wird I a pa n in den ersten Tagen des März auf dem einheimischen Mark: etwa 10 Akillionen Yen 7prozentige kurz­fristige Schatzbonds ausgeben. Wie weiter gemeldet wird, sollen diese Bonds gurn Pari-Course ausgegeben werden und ungefähr Anfang August ablaufen. Man hält es für unwahrscheinlich, daß diese Bonds bereitwillige Abnehmer im Lande selbst finden werden.

Aus Stadt und SanS.

Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen unb werden angemessen honoriert.

Gießen, den 14. Februar 1902.

* * Das Regierungsblatt Str. 6 enthält folgende Bekannt­machung, die Ausgabe von Schuldverschreibungen auf den Inhaber durch die Stadt Offenbach a. M. betr.

Der Stadt Offenbach a. M. ist in Gemäßheit des § 795 des Bürgerlichen Gesetzbuchs und des Art. 67 des hessischen Aussührungsgesetzes zu demselben vom 17. Juli 1899 mittels Entschließung des Großherzogl. Ministeriums vom Heutigen die Genehmigung zur Ausgabe der nachbezeichneten 3i/3pro= genügen Schuldverschreibungen auf den Inhaber erteilt worden:

Posen, 13. Febr. Der Reichskanzler Graf Bülow sandte an den Vorstand des deutschen Mittelstands­bund es folgende Antwort:Aufrichtigen Dank für die mir imjftamen der deutschen Volksversammlung übermittelte patriotisioe Kundgebung und für die Versicherung treuer Mitarbc. ;nb Förderung deutscher Art und Sitte in unserer 'er Besuch der Versammlung durch Mnner aller ngen ist mir ein erfreuliches Zeichen für die des Gefühls der Zusammengehörigkeit unter den der Provinz Posen. Mögen die Deutschen im ' Unterschied der Konfession und Partei fortan _ . . der nationalen Fahne folgen!"

Dessau, 13. Febr. Im Befinden des Herzogs ist eine Verschlechterung eingetreten. Der Herzog erlitt einen Schlaganfall, dessen Wiederholung bei den Aerzten schwere Besorgnis erregt.

Wien, 13. Febr. Abgeordnetenhaus. Dr. Lueger erklärt sich bereit, aktenmäßig zu beweisen, daß das Herrenhausmitglied Lobmayer das Wiener Ehren­bürgerrecht unqualifizierbarer Weise erschlichen habe. (Großer Lärm. Wrabetz ruft: Sie feiger Vev- leum d e r! Vor Gericht beweisen Sie das! Gegenrufe:. Schweig, Judensöldling! Entrüstungsrufe bei der Fortschrittspartei. Wrabetz ruft wiederholt: Sie feiger Verleumder, schämen Sie sich. Vogler: Sie schänden den Bürgermeisterstuhl! Wrabetz: Sie haben sich durch Ihre Charakterlosigkeit alles erschwindelt!) Vogler beantragt, die Debatte zu eröffnen. Der Antrag wird angenommen.

Konstantinopel, 13. Febr. Gegen die Flüchtlinge Lutfullah, Sabah und Eddin, die Söhne des in contumaciam Mm Tode verurteilten Damad-Mahmud Paschas, Haidar, den Sohn des verstorbenen Midhat Pascha und den Oberst Zeki, welche sämtlich angeklagt sind, die Bildung hoch­verräterischer Komitees gefördert zu haben, sind Haftbefehle erlassen worden.

TerBirmingham Post" zufolge soll eine russische Expedition von drei Ingenieur-Offizieren und zwei Militärs im Begriff fein, Petersburg zu verlassen, um verschiedene Teile Kor eas zu durchforschen. Die koreanische Regierung soll freies Geleit und andere Erleichterungen bewilligt haben. Einer japanischen Expedition wurden ganz kürzlich von der koreanischen Regierung dieselben Privi­legien verweigert, und zwar in solchen Ausdrücken, daß die japanische Regierung daraus schloß, es würde auch keine russische Expedition zugelassen werden.

Brüssel, 13. Febr. Bei Fortsetzung der Diskussion über die Wahlreform frage erklärt sich der Minister des Innern, Tetrooz, gegen die Verfassungsreoision. In Deutschland bestehe freilich das allgemeine Stimmrecht, aber neben dem konservativen Gegengewicht des Bundesrats und der Landesparlamente bestehe dort eine ungeheuere Bevorzugung der konservativen ländlichen Wahlkreise gegen­über denrevolutionären" Zentren, andervelde bespricht die moderne Frauenfrage und besonders das Frauen­stimmrecht. Alle Einwände, welche man heute gegen bas Frauenstimmrecht erhebe, habe man vor 20 Jahren gegen das Stimmrecht der Arbeiter angeführt. Die Frau habe ein Anrecht auf die Gleichheit mit dem Manne im Zivilrecht. Die Arbeiterin habe eigene wirtschaftliche In­teressen, die denen des Mannes oft entgegengesetzt seien. Tas allgemeine Stimmrecht würde, wie auf die Arbeiter, so auch auf die Frauen erzieherisch 'wirken. Die Fragen des Alkohvlismus, der Prostitution und des Militarismus könnten unter Mitwirkung der Frauen gelöst werden.

Paris, 13. Febr. Aus London wird gemeldet, daß König Eduard am 22. März London verläßt und sich n a ch P a r i s begeben wivd, wo er einige Tage zu verweilen gedenkt. Hierauf wird er nach Cannes reisen.

Bern, 13. Febr. Der mit großer Spannung erwartete vom Bundesrat vorbereitete Entwurf eines neuen Zoll- tarifes ist erschienen- Er enthält statt der bisherigen 723 Einfuhrpositionen deren 1113, außerdem fünf Posi­tionen für die Ausfuhr. Der Kampf der schweizerischen Landwirte für Erhöhung der Einfuhrzölle ist in Bezug auf Fleischnahrungsmittel nicht ohne Er­folg geblieben. Von diesen Aenderungen werden namentlich Oesterreich und Italien, schwach dagegen Süddeutsch­land betroffen. Der Zolltarif geht zunächst an die Kom­mission des Nationalrats und im April kommt er vor das Plenum des Nationalrats. Es werden u. a. vorgesehen, und zwar für den Doppelzentner Getreide 30 Centimes, Wurstwaren 35 Francs, Zigarren 150 Francs, Zigaretten 200 Francs, Bierhefe 3 Francs, Bier in Fässern 6 Francs, Kohlen, Koks und Briketts 2 Centimes, Metallerze frei, Maschinen 10 Francs, Ackergeräte 8 Francs, landwirtschaft­liche Maschinen 10 Francs, Dynamomaschinen 10 Francs, eiserne Konstruktionen 8 Francs, Zweiräder per Stück 25 Francs, Drei- und Mehrräder per Stück 35 Francs, Pianos 55 Francs, Sacharin 200 Francs, pharmaceutische Präparate 150 Francs.

Nr. 1140 1400 Stück zu je 2000 Mk.

Ueber den schweren Irrtum, daß England nicht nur längst alles Wohlwollen, sondern auch alle Achtung der Welt verloren hat, einen Menschen wie Chamberlain aufklären zu wollen, wäre verlorene Liebesmüh. Seine Friedens- sehnsuchtsphrasen wirken nachgerade lächerlich in ihrem Paradoxismus, ebenso wie feine albernen Verheißungen vom Schlaraffenleben des England unterjochten Transvaal.

Bezeichnend ist es, daß die belgische Presse mit Schaden­freude die Enthüllungen desDtsch. Reichsanz." begrüßt, die geeignet seien, die Sympathieen für England und die Vereinigten Staaten abzukühlen.

Schließlich sei hier noch eine Anekdote mitgeteilt, die uns beweist, wie vortreffliche Kenner der deutschen Geo­graphie die Söhne John Bulls sind, ©inen Erfolg, von dem sich der Reichstagsabg. Liebermann v. Sonnen­berg nichts träumen läßt, hat dieser mit feiner Reichstags­rede vom 10. Januar gegen Chamberlain erzielt. Es hat seine Rede von jenem Tage jenseits des Kanals arg ver­schnupft. Bekanntlich hat Sonneberg (in Sachsen-Mei- ntngen) einen bedeutenden Export nach England In der letzten Zeit fiel es nun merklich auf, daß viele, ganz bestimmt erwartete englische Aufträge ausblieben. Dagegen waren die Fabrikanten in Neustadt bei Coburg um so freudiger über­rascht, als sie Plötzlich neue wertvolle englische Aufträge erhielten. Und das kam so. Die Engländer hatten keinen Unterschied zwischen Sonneberg und Sonnenberg gefunden, und als sie nun gar hörten, daß ein Mann von Sonneberg oder Sonnenberg, ein gewisser Liebermann, so gegen ihren Chamberlain loszog, riß natürlich der Draht nach Sonne­berg. Keine Bestellungen mehr nach dem Orte, nach dem jener Mann seinen Namen trägt! war die Losung. Die Maren brauchten sie aber, unb so gaben sie ihre Aufträge nach Neustadt bei Coburg, in das Land, das in nächster Beziehung zur englischen Königsfamilie steht. Tie Sonne­berger sollen auf Herrn Liebermann nicht gerade gut zu sprechen sein.

Per deutsche Nurenyitfsöund und ßhumöerlaiu.

Die Erklärung des Staatssekretärs Frhrn. v. Richt- Hofen im preußischen Abgeordnetenhause muß alle Welt zu der Ueberzeugung bringen, daß die deutschen humani- tareu Bestrebungen, für die unsere Kaiserin sogar in so schöner Weise eingetreten ist, von England eine schnöde Abweisung erfahren haben. Die glatten und höflichen Di­plomatenworte des deutschen Staatssekretärs sagen das direkte Gegenteil von dem, was in Wahrheit über das Verhalten Englands zu sagen ist. Wir stimmen derGer­mania" vollkommen zu, wenn sie schreibt: Die englische Antwort auf den von der deutschen Regierung befürwvrt- teten Anrrag des Buren-Hilssbundes enthalte in der Haupt­sache eine Ablehnung und damit eine Selb st-An- flage. Indem sie die Entsendung von Nahrung und Kleidung in tyie Konzentrationslager zulassen will, ge- steht.sie stillschweigenb zu, daß es den armen Bur en- 8umrIten tatsächlich am nötigsten fehlt und daß die englische Regierung selbst entweder nicht gewillt oder Nicht im stände ist, diesen Himmel- schreienden Zuständen abzuhelsen. Binn könne darüber kernen Zweifel auftommen lassen, daß die englische Mtwort auf dre humanitäre Bitte des Burerchrlss-BurrHes