Zweites Blatt
Freitag 14. Februar 1908
153. Jahrgang
Nr. 38
Erscheint täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt bte Lietzener Hamillen- dläller viermal in der Woche beigelegt.
Notationsdruck u. 93er* {ag der Brüh l'ichen lnioeri.'Buch* u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Viedaktion. Expedition und Druckerei:
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General-Anzeiger w ;r.Ä
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
" zeigenteil: Han-Beck.
3>ie Heutige Yummer umfaßt 12 Seiten
Zum japanisch-englische« Abkomme«.
Tas „B- T." tarnt aus bester Quelle versichern, daß die Unterredung des Kaisers mit dem englischen Botschafter lediglich mit der Veröffentlichung des Rerchs- anzetgers in Lachen des englischenJnterventionS- Versuches vor Ausbruch des spanisch - amerikanischen Krieges in Verbindung stand- An einen Beitritt -um japanischen Bündnis sei um so weniger zu denken, als Teutschland wiederholt erklärt hat, daß es an dem Schicksal der Mandschurei kein Interesse hat, und gar nicht daran denke, Rußlands Wünschen in Ostasien irgendwie entgegenzutreten. Teutschland wäre aus seiner st r i k t e n N e u- ira li tä t nach keiner Seite herausgetreten.
Die wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu Japan werden aber doch wohl vielfach unterschätzt- Der Handelsverkehr zwischen beiden Ländern ist recht lebhaft und entwickelungsfähig. Deutschland liefert an Japan hauptsächlich: Zucker, Luche, Maschinen, Schienen, Papier; Japan führt nach Deutschland aus insbesondere Zupfer, Strohgeflechte, Porzellan und Thonwaren. Was Korea anbetrifft, dessen Unabhängigkeit vor russischem E i n f l u ß zu sichern der Hauptzweck des Bündnisses ist, so wurde vor kurzem in einem Aussatz aus der Jeder eines Japaner s darauf hiugewiefeu, daß man mit Recht sagen könne, die Bewohner Nordkoreas leben in Sibirien. Eine große Anzahl von Arbeitern wandert nadj Sibirien, um vom Frühjahr bis zum Winter irgend eine Arbeit zu suchen. In Goldminen sind etwa 8000 Leute beschäftigt- Gold ist der Hauptexport- arlilel Nordkoceas, und -- so sagt der offenherzige japanische Gewähc^maun — die Hälfte des zur Ausfuhr kommenden Goldes i ft in Sibirien gestohlen. Ueberhaupt ist es lein schmeichelhaftes Bild, das der Mann aus dem fernen Osten von den Koreanern entwirft- „Die meisten Auswanderer sind kräftige Männer, von denen viele verheiratet sind- Tie Frauen bleibeii als Strohwitwen zuhause und haben dort ihren Liebhaber. Daß die Koreaner faul sind, findet auch bei den zurückbleibenden Frauen Bestätigung: ans Arbeilen denken sie nicht, sondern leben von dem Gelbe, das ihnen ihre Männer schicken, womit sie auch ihren Geliebten Unterhalt gewähren." „Gemütsmenschen" sind auch die Beamten in Korea: sie nehmen den Koreanern die Ersparnis,e fort. An diese Feststellung knüpft der japanische Schriftsteller die philosophische Bemerkung: Man müsse daher den Koreanern vollständig Recht geben, wenn sie nicht arbeiten, solange sie Geld haben ... In Wladi- wostock giebt es etwa 5000 Koreaner, die sich als „Gepäckträger" anbieten. Auch an der sibirischen Eisen bahn kann man überall koreanische Arbeiter sehen, deren täglicher Lohn von 1 Mk. an beträgt. — Aus diesen Mitteilungen, veröffentlicht in der in Berlin (S- Caloary & Co.) erscheinenden interessanten japanischen Monatsschrift „Ost-Asien", geht hervor, daß auch auf die Japaner der russische Rubel seine alkerprobte Kraft übt- Rußland giebt den Leuten Verdienst, und dadurch erweitert und befestigt es seinen Einfluß auf die einfachste und wirksamste Weise- Auch die Koreaner werden Lob singen Dem, des Brot sie essen. Die Wirkung des Bündnisses auf China tritt rasch in Erscheinung. Tie chinesische Regierung hat die Unterzeichnung des russischen Mandschureivertrags außerordentlich geschickt hinzuziehen verstanden- Soeben liegt die triumphierende Meldung aus Shanhai vor, es werde allgemein angenommen, daß die Unterzeichnung des Mandschureiabkom- mens durch das Bündnis vorläufig unmöglich gemacht ist. Mit anderen Worten: Die chinesische Regierung glaubt sich durch England und Japan soweit gedeckt, daß sie den Russen Trotz bieten kann. Aber das ist gewissermaßen nur die theoretische Seite der Sache- Von ungleich größerer Bedeutung ist die praktische Seite, ob nämlich China willens und imstande dazu ist, Rußland nötigenfalls mit Gewalt aus der Mandschurei zu vertreiben? Bekanntlich haben sich dort die russischen Behörden bereits recht häuslich eingerichtet und sogar Kleiderordnungen für die Bevölkerung erlassen- Also, was wird China thun? Darauf kommt es an. Ein formeller Anschluß Chinas an das englischjapanische Bündnis würde allerdings die Sache wesentlich Lu llnguusten Rußlands verändern. Ter Gedanke eines Bündnisses zwischen Japan und China ist wiederholt erörtert worden, und möglicherweise wird der Gedanke unter dem Trucke notwendiger Entscheidungen in China jetzt bald zur Lhat- Rußland hat ein schlechtes Spiel auf dem politischen -Schachbrett. Aus den Bereinigten Staaten ertönt auch die eifrigste Zustimmung zu den englisch-japanischen Abmachungen- Kein Wunder, denn die Amerikaner waren feit langem auf den russischen Konkurrenten in China erbost. Die Blicke der Welt richten sich nach Petersburg hin. Tort nimmt man sich, wie in der Regel, Zeit zum „Gegenzug".
Im englischen Unterhause erklärte Staatssekretär Cran- borne, die Mandschurei fei ebensowenig wie irgend eine andere Provinz Chinas von dem Geltungsbereich des Abkommens ausgeschlossen. Ter Jnl)alt des englisch-japanischen Abkommens sei auch der deutschen Regierung mitgeteilt, und das englisch-deutsche Abkommen bleibe noch in Kraft.
«Herrn KrälLes K:övt.
Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 13. Februar:
Soweit die Postbeamten Berlins heute dienstfrei waren, hatten sie sich im Reichstage eingefunden, um dem parlamentarischen Tebut ihres Chefs, des Staatssekretärs Krätke, beizuwohnen. Der neue Herr hatte bei der Vertretung seines Etats dadurch von vornherein einen
weniger günstigen Stand als sein Vorgänger Herr von Podbielski, wert die Finanzlage des Reiches im allgemeinen und die der Postverwaltung im besonderen gegenüber den Vorjahren sich verschlechtert hat- Während bisher Post- und Telegraphie auch ihre einmaligen Ausgaben aus den laufenden Einnahmen zu decken in der Lage waren, sind diesmal über die gewöhnlichen Etatsansätze hinaus zu Lasten des Anleihebedarfs des Reichs 20 Mill. Mark in Anrechnung gestellt, in der Hauptsache zwecks weiteren Ausbaues des Fernsprechwesens- Doch die sinan- zielle Seite des Postetats schied einstweilen aus der Erörterung aus; zur Diskussion stand zunächst der Titel: Gehalt des Staatssekretärs, wobei die Wünsche und Beschwerden der Postbeamten durch den Mund der als „Post- redner" bekannten Parlamentarier zur Sprache gebracht wurden. Als solche seien genannt die Abgg. Singer (Soz.), Werner (Antis.), Dr. Müller-Sagan (Freis. Vp.). Eine „Schonzeit" war dem neuen Staatssekretär parlamentarischerseits nicht bewilligt; namentlich die Vertreter der Linken zogen eifrig Me Register der Stritif. Im allgemeinen yber läßt sich sagen, und es wurde auch im Reichstag konstatiert, daß von den früher gerügten Unzuträglichkeiten im Bereich der Postverwaltung ein gut Teil beseitigt ist — dank dem frischen Zug, der das Pod- bielski'sche Regiment ausgezeichnet hatte. Von Temperament ist Herr Krätke wesentlich ruhiger als sein Amtsvorgänger, was zur Genüge daraus ersichtlich ist, daß der Staatssekretär bei seiner Erwiderung auf die ein- stündige Rede des Abg. Singer von sozialdemokratischer Seite nicht unterbrochen wurde. Wenn Herr v. Podbielski sich voll fröhlichen Kampfesmuts mit der äußersten Linken auseinanderfetzte, „regnete" es förmlich Zwischenrufe- Krätke indessen vermeidet es, seine Darlegungen polemisch zu färben. Ihm ist die gemessene, etwas nüchterne Sprechweise des im Verwaltungsdienst herangebildeten Beamten eigen. Tie Postreform wird auch unter Krätke's Leitung nicht „rosten", wenngleich voraussichtlich langsameren Fortgang nehmen. Doch das entspricht wohl auch den Intentionen eines Teiles der Volksvertreter, wie z. B. Abg. Tr. $affe (nl.) heute als wünschenswert bezeichnete, daß die in den letzten Jahren eingeführten Pvstreformen sich erft ein leb en möchten. Ausführlicher behandelt wurden in der Debatte die Angelegenheit der Verletzung des Postgeheimnifses durch englische Behörden (Südafrika), die Poft-Personalresorm und die Frage der Unterbeamten-Gehälter. Tie Resolution des Abg. Gröber (Ztr.), das Uebereinkommen zwischen der Reichsund der württembergischen Postverwaltung, betr. die Einführung gemeinsamer Postwertzeichen, dem Reichstag zur Prüfung der verfaffungsrechtlichen und finanziellen Wirkungen vorzulegen, wurde zur Vorberatung der Budgetkommiffion überwiesen. Abg. Dr. Arndt (RpZ versicherte schon heute den Staatssekretär seiner Genugthuung über diesen Fortschritt auf dem Gebiete der Vereinheitlichung des deutschen Postivensens- — Staatssekretär Krätke kann mit der Ausnahme, die er im Reichstag fand, zufrieden sein. Selbst ein Redner der Linken, Abg. Eickhofs (Freis. Volksp.), gab seinem Vertrauen Ausdruck, daß Herr Krätke die im Betriebe der Postverwaltung noch vorhandenen , bureaukratischen Zöpfe" abschneiden werde- Besonderen Dank würde sich der Staatssekretär jedenfalls verdienen, wenn er der Anregung des Abg. Dasbach (Ztr.) Folge leistete und eine Erhöhung wenigstens des Wohnungs- geldzuschussesderUnterbeamten sür den nächsten Etat vorsähe. Bei den fortgesetzt st eigenbenMiets- p reis en erscheint eine solche Erhöhung angezeigt.
Politische Tagesschau.
Die Ungarn
sind höchst entrüstet darüber, daß der Thronfolger Erzherzog FranzFerdinand bei seiner Reise nach Petersburg feinen ungarischen Reisebegleiter gehabt hat. Am Donnerstag brachte im Abgeordnetenhause zu Budapest der Abg. Komjathi deswegen eine Interpellation ein. Während Ko mj et hi die Interpellation begründete, wurden von der Gallerie Flugschriften in den Saal geworfen, in welchen die Handlungsgehilfen über die Verkürzung des Versarnrnlungsrechtes sich beschweren. Komjathi wünscht zu wissen, ob die ungarische Regierung durch Vermittelung res Ministerpräsidenten an der Feststellung des Plans und >en Einzelheiten dieser Reise tetlgenommen, unb ob die- eCbe denjenigen konstitutionellen Einfluß ausgeübt habe, >er der ungarischen Regierung im Sinne des Gesetzes zu- tehe, und deren Ausübung zugleich ihre Pflicht sei, ferner, ob es wahr sei, daß der Erzherzog ein Mitglied der ungarischen Regierung, den Minister am königlichen Hoflager, als dieser bei ihm in jener Angelegenheit zur Audienz sich meldete, nicht empfangen und ihn dadurch an Ausübung dieser konstitutionellen Pflicht und dieses Rechts gehindert habe. Eine Interpellation Vis- con tai tft ähnlichen Inhalts.
In Beantwortung der Interpellationen erklärte der Ministerpräsident Szell, die Reise des Erzherzogs hätte ausschließlich den Charakter eines Höflichkeitsaktes gehabt. Die Reise wurde beschlossen, als der Thronfolger eine russische Auszeichnung erhielt. Bei dem Beschluß, daß den Kronprinzen auch ein Ungar begleiten werde, mußte man bedenken, daß der Empfang sich betätig gestalten würde, daß der Reise eine politische Bedeutung nicht ab» gesprochen werden könnte. Seinerzeit war aber die Be- rusung eines ungarischen Ehren-Kavallrers eine persönliche Frage. Erst als der Minister berichtete, daß der Erzherzog den Grasen Zichy mit der Auszeichnung bedacht habe, gewann die Berufung einen anderen Charakter. Denn es müsse als politisch betrachtet werden, wenn inmitten der Budget
Debatte der Führer einer oppositionellen Partei zu dieser Mission ausersehen mar. Einige Tage nachdem dies bekannt geworden, habe er an zuständiger Stelle seine diesbezüglichen Bedenken vorgebracht und seine berechtigten Besorg nisse fanden dort auch vollständige Würdigung. Dcmzu folge unterblieb die Begleitung des Grasen Zichy.
Deutsches Aeich.
Berlin, 15. Febr. Der Kaiser besuchte gestern Nach mittag den Prinzen Georg von Preußen anläßlich seines 76. Geburtstages. Heute sprach der Kaiser beim Reichskanzler vor und hörte später im königlichen Schlosse die Vorträge des Chess des Militärkabinetts, des Chefs des Generalstabes der Armee, des Kriegsministers und des Chefs des JngenieurwesenS. Er empfing den Bild Hauer Böse, der em Modell zu der für den Weißen Saal bestimmten Statue König Friedrichs I. vorstellte, und nahm dann den Thee beim Grafen Görtz ein.
— Nach einer Meldung aus Kiel überwies der Kaiser der Marine Lausend Exemplare seiner Photographie, die vorzugsweise an Mannschaften der Aacht „H o h e n z o 11 e r n", des Kaiser Bootes „Sleipner", des Begleit Kreuzers „Niobe" und des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm II." verteilt werden sollen.
— Zum Empfang der Erbgroßherzogi u - W i t w e Pauline von Weimar beim Papst hatte die „Germania" bemerkt, die hohe Frau, die schon feit mehreren Jahren den Winter in Rom zubringe, Ijege für den Papst innige Verehrung. Auch sonst unterlasse sie es nicht, alle Kirchenseste während ihres römischen Aufenthaltes zu besuchen, wie sie überhaupt für den katholischen Kultus eine besondere Vorliebe und ein äußerst reges Interesse habe. Jetzt meldet die ministerielle „Weim. Ztg.", daß die Erb- großherzogin-Witwe „außer den Besuchen bei den Mitgliedern des italienischen Königshauses und dem Empfange im Vatikan bald nach ihrer Ankunft in Rom auch dem protestantischen Diakonissenhause einen Besuch abgeftattet hat, um der Oberin die für das Hospital bestimmten Geschenke zu überreichen."
— Die Wahlprufungskon.Mission des Reichstages beschloß, die Wahl des Abg. Go th e i n (frs. Vg.) für g il ti g zu erklären, und bei der Prüfung des Nachtragsmaterials zur Wahl des Abg. Sieg (Marienwerder) nochmals «vettere Beweiserhebung beim Reichstage zu beantragen.
— Der Chef «des Militärtabiuetts, Generalmajor Gras v. Hülsen-Häseler tritt heule in fein 50. Lebensjahr. Der Kaiser sprach dem General seinen Glücklvunsch anläßlich des Vortrages aus, den Gras Hülsen-Häseler im Schlosse hielt. »
— Tie Z o 111 a r i s k o m Ni i s s i o n setzte die Beratung des § 12, wonach der Zeitpunkt des Inkrafttretens des Zolltarifgesetzes durch taisertiche Verordnung mit Zustimmung des Lulidesrats bestiinmt wird, fort. Spahn (Zentr.) beantragte mit Unterstützung anderer KommiffionS- Mitglieder, außer den Freisinnigen und Sozialdemotraten, in die Regierungssassung einzusügen, daß das In traft» treten spätestens am 1. Januar 1905 erfolge. Gras P 0 sado wsky sprach sich gegen den Antrag Spahn aus. Gegenüber einer Bemerkung des Abg. Gothein, er glaube nicht, daß der jetzige Reichstag in der Lage sein werde, den Zolltarif zur Verabschiedung zu bringen, drückte Staatssekretär v. Richt Hof en die Hoffnung aus, daß der jetzige Reichstag noch im staube sein werde, den Zolltarif fe rtig ju ft et len. Abg. Singer erklärte, die Sozialdemokraten würden, obwohl sie prinzipielle Gegner der Vorlage feien, für bie Regieruugs- f a f f u n g stimmen. Abg. Graf K a n i tz behauptet, es mache ben Eindruck, als sollten die Interessen der Landwirtschaft hinter die der Export-Industrie zuruckgestellt werden. Der Abschluß günstiger Handelsverträge fei schwieriger geworden. Fischbeck betont, daß der vorliegende Zolltarif die Landwirtschaft bevorzuge, dagegen die Jnoußriearbeiier belaste. Es wuroe über ben Termin noch weiter bebattiert, wobei Staatssekretär Graf Posadowsty bte Behauptung zurückwres, daß der Zollschutz für die Landwirtschaft nur den Großgrundbesitzern z u gute komme. Gras Kanitz fei im ^rrtum, wenn er glaube, daß die Regierung die Landwirtschaft zurückstellen wolle. Ein Beschluß über irgenb einen Antrag erfolgte noch nicht, vielmehr wurde die Weilerberatuiig aus morgeii vertagt.
— In der Budgetkommiffion des ^icichstags er» klärte Staatssekretär Krätke, daß die Vorlegung des Postvertrages mit Württemberg wegen der Einheits - mar re an Den Reichstag nicht nötig fei, und berief sich dabei auf Artikel 4b der Reichsoer fassung, nach «oelchern die Verträge mit dem Auslände selbständig abgeschlossen werden.
— Dem Reichstag wird demnächst em Gesetzentwurf zugehen, der das gerichtliche Verfahren in Bezug auf das Rechtsverhältnis zwischen Arbeitgeber und A r - beitnehmer im Handelsgewerbe regelt.
— Zum Etat der Reichspost- und Telegraphenoerwalt- ung haben die Abgg. Müller-Sagan unb Wiemer beantragt, statt 3000 neuer etatömäfjiger Stellen für oft* affiftenten 4000 in den Etat einzustellen und demgemäß eine Erhöhung der in Betracht kommenden Summe vorzunehmen.
— Dem preuß. Abgeordnetenhause ging ein Gesetzentwurf zu betreffend Erweiterung unb Ver- oollftänbigung des Staatseisenbahnnetze s unb Beteiligung des Staates am Baue von Kleinbahnen. Die Vorlage ermächtigt die Staatsreaierung, zur Beschaffung der Mittel (abgesehen von 600 000 Mk. Zuschuß Beteiligter) Staatsschuloverschreibuiigen auszugeben. Näheres über die Emission bestimmt der Finanzmtnister.


