Ausgabe 
14.1.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 11

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siegener Kamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

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Anzeiger Gtetzen^

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Zweites Blatt.

Dienstag 14. Januar LNOA

153. Jahrgang

GietzenerAnzeiger

** General-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Bezugspreis: monatlich7b Pf., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Adhole- u. Zweigstellen monatlich Ko Ps.; durch die Post Mk. 2. viert el- jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür tue Tagesnummer, bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Psg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wittko; sür ,Stadt und Land" und ,Gerichtssaal": R.Ditt- mann; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Deutsches Keich.

Berlin, 13. Jan. Der Kaiser wird morgen mittag die Präsidenten der beiden Häuser des Landtages in Audienz empfangen. Er horte heute den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts v. Lukanus.

Kapitän Rosendahl, der erste Gouverneur von Kiautschou, ist zur Disposition gestellt, und zum Kontre- Admiral befördert worden.

Gegen die Wahl des fr elf. Reichstagsabg. für Greifswald-Grimmen, Bergrat Gothe in, ist von kon­servativer Seite ein Wahlprotest im Reichstage ein­gegangen.

Wie dasBerl. Tagebl." von zuständiger Seite erfahrt, erfolgt die Indienststellung des Linienschiffes Kaiser Karl der Große" am 4. Februar. Alsdann wird das erste Geschwader der Schlachtflotte vollwertig sein.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht heute Verlust­liste Nr. 25 der ostasiatischen Expedition, wo­nach der freiwillige Krankenpfleger vom Roten Kreuz, Knorr, aus Julienbruch, Kreis Labiau, der die ostasiatische Expedition mitmachte, im Berliner Garnisonlazarett an Hrrnhautentzündung gestorben ist.

Die Zolltarifkommission des Reichstages begann in Anwesenheit der Staatssekretäre Graf Posa- dowsky, Frhr. v. Richthofen und Thielmann, sowie der Minister v. Podbielski und Möller die Beratung des Zoll-- tarifgesetzes. Von § 1 wurde außer dem bereits zurück- gestellten Absatz 2 (Minimalsätze des Getreides) auch Ab- satz 1 nebst dem sozialdemokratischen Antrag auf Aus­hebung der Nahrungsmittelzölle zurückgestellt. Eine leb­hafte Debatte entwickelte sich über den Absatz 3 des § 1, welcher lautet: Auf Erzeugnisse der deutschen Zoll-Aus­schlüsse finden die vertragsmäßigen Zollbefreiungen und Zollermäßigungen Anwendung, soweit nicht der Bundes­rat Ausnahmen vorschreibt. Den Erzeugnissen deutscher Kolonien und Schutzgebiete können die vertragsmäßigen Zollbefreiungen und Zollermäßigungen durch Beschluß des Bundesrats eingeräumt werden. Dieser Absatz 3 wird angenommen, jedoch hinter die Wortevorschreibt" ein von den Sozialdemokraten beantragter und von den Staatssekretären Posadowsky und Th'iel- mann gebilligter Satz eingeschaltet, nach dem die getroffenen Ausnahmen dem Reichstage sofort oder bei feinem nächsten Zusammentreten mitzuteilen und außer Kraft zu setzen sind, wenn der Reichstag nicht zustimmt. Eine vorher von den Sozialdemokraten vorgeschlagene Fassung des Absatzes 3, nach welcher auf Erzeugnisse der Zollausschlüsse sowie der Kolonien und Schutzgebiete die vertragsmäßigen Zollbefreiungen und Zollermäßigungen ausnahmslos anzuwenden sind, und Waren aus Deutsch­land in deutsche Kolonien und Schutzgebiete zollfrei ein­gehen, wurde abgelehnt. Im Laufe der Debatte erklärte Graf Posadowsky, die verbündeten Regierungen seien bemüht, einen Zollkrieg solange als irgend möglich zu vermeiden. Sollte aber trotzdem einmal die Not­wendigkeit eines Zollkrieges eintreten, so seien sie auch gesonnen, ihn mit allen ihnen zustehenden Mitteln zu führen. Dies sei der Zweck der im Absätze 3 vorgesehenen Bestimmung, bei welcher es sich nur um Zeiten äußerster Not handle. Ferner erklärte Gras Posadowsky, der Kom­mission würden die von ihr gewünschten Drucksachen, xia» mentlich die Produktionsstatistik des wirtschaftlichen Aus­schusses zugehen.

Für die bevorstehende Lan d tag s ersatzw ah l in Sorau-Guben-Forst wird von der konservativen Partei an der Kandidatur des Rittergutsbesitzers Schön-Breslau festgehalten, sodaß die Wahl des aufgestellten Buch­druckereibesitzers Albert König in Guben zweifelhaft ge­worden ist.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Ein Dr. Aeneae im Haag schreibt bezüglich deutscher Postbehörden imN. Rott. Cour.", dieNordd. Allg. Ztg." behaupte, daß es in Hamburg fein schwarzes Kabinett gebe. Viel­leicht habe sie damit Recht. In Hannover aber werde das Briefgeheimnis verletzt: Zwei von ihm ab­gesandte Briefe vom 1. September und 9. September letzterer sogar ein eingeschriebener seien in Hannover volle vier Wochen zurückbehchten und gelesen worden. Der Einsender verschweigt dabei wider besseres Wissen, daß es sich in beiden Fällen nicht um Oeftnen von Briesen durch die Post, sondern um gerichtliche Beschlag­nahme durch den Untersuchungsrichter in einem wegen Untreue eingeleiteten Strafverfahren Han-

Politische Tagesschau.

Prinz Heinrich von Preußen

wird auf seiner Amerikafahrt, die Mitte Februar zu erwarten ist, von seinen beiden Adjutanten begleitet fein. Wahrscheinlich werden sich ihm auch mehrere hohe Marine-Offiziere anschließen. Der Prinz tvird Washington besuchen, vom Präsidenten Roosevelt mit großem Ge­pränge empfangen und als Gast der Union betrachtet werden. Bereits in N^v-Pork wird er von einem Ver­treter des Präsidenten empfangen werden. Ein Offizier des .Heeres und ein Marineoffizier werden zur Begleitung des Prinzen detachiert. Der Präsidentensalut von 21 Schuß wird bet seiner Ankunft abgefeuert. Der Präsident wird den offiziellen Besuch des Prinzen persönlich erwidern und ihn zu einem Diner einladen, dem amerikanische Notcr- bllitäten beiwohnen werden. Es soll alles geschehen, nm dem Prinzen den Aufenthalt so angenehm und denk­würdig wie möglich zu machen. Das nord atlantische Ge­schwader hat den Befehl erhalten, dieHohenzollern" auf hoher See zu empfangen und nach dem Hafen zu geleiten. Sie wird mit dem bei dem Empfang von Sou­veränen üblichen Präsidentenfalut begrüßt werden. Die Kaiseryacht wird von der gewöhnlichen Mannschaft besetzt sein. Außerdem wird sich die Kapelle berx zweiten Ma­krosen division an Bord der,Hohenzollern" einschiffen. Ofsi- hielle Persönlichkeiten werden nicht an Bord sein.

In den Vereinigten Staaten kam die An­kündigung des Besuches des Prinzen Heinrich total über­raschend und erregt lebhafte Befrredigung. Man betrachtet ihn als einen hertwrragenden Freundschaftsbeweis Kaiser Wilhelms für die Union und als einen hoch diplo­matischen Akt.

Zn Pariser politiscken Kreisen wird die Amerika­fahrt des Prinzen Heinrich als neuer Beweis dafür be­trachtet, daß die bisherige europäische Staatengruppierung mit ihren allzu eng gewordenen Programmen nicht mehr allen Bedingungen der Weltpolitik entspreche. Frankreich könne, so wird versichert, ohneEifersucht eine etwaige Annäherung Deutschlands an die Vereinigten Staaten sehen. Daß diese nichts gegen Frankreich im Schilde führen, dafür seien vollwichtige Bürgschaften vorhanden. Auch R'.rßlandS Beziehungen zur nordamerikanischen Re­publik seien andauernd die besten.

wünschen, so fährt das Blatt fort, keine ewige Zankerei mit der Presse und dem Parlament einer Nation, mit der wir auf freundschaftlichem Fuße stehen sollten, aber die Ehre unserer Soloaten kann uns nicht gleichgUtig sein. Das Blatt bedauert, daß die Zuneigung des britischen Volkes gegenüber Deutschland so schlecht erwidert worden sei.Pall Mall Gazette"' billigt ebenfalls die Erwiderung Chamber­lains und tadelt die deutsche Regierung, weil diese die Veröffentlichung von Schmähschriften gegen Mitglieder der britischen königlichen Famllie gestattete. Das Blatt ver­langt, daß die deutsche Regierung in dieser Hinsicht ein­greife, wenn zwischen den beiden Ländern freundliche Be­ziehungen wiederhergestelll werden sollen.

DerKöln. Ztg." zufolge herrscht in englischen politischen Kreisen bittere Erregung. Man höre die Erwartung aus- sprechen, der Berliner Besuch des Prinzen von Wales werde unter den jetzigen Umständen nach der viel­fach als recht unhöflich und verletzend empfundenen Aeußer- ung derNorddeutschen Allgemeinen Zeitung^, als sei der Thronfolger nicht eingelaoen gewesen, wahrscheinlich unterbleiben-

Zur Aufnahme der Antwort Chamberlains

schreibt man uns ans Berlin, 13. Januar:

Die Erwiderung des Herrn Chamberlain auf die Ab­fertigung, die ihm vom Grafen Bülow zu teil gewordmr rst, ruft in hiesigen politischen Kreisen nicht viel mehr als ein milleidiges Lächeln hervor. Das hatte man denn doch erwartet, daß dem englischen Kolonialsekretär etwas Treffenderes ,,einfallen" würde, als diese matte, des Geistes entbehrende Gegenäußerung. Das ist auch die Meinung der Berliner Presse. Im übrigen hält man hier die Angelegenheit für erledigt. Von deutscher amtlicher Seite wird, ohne neuen besonderen Grund, nicht auf die Streitfrage zurückgekommen werden. Der englischeBot- schafter in Berlin hat den Reichskanzler auf morgen zum festlichen Diner eingeladen. Das sieht kaum nach einer Kundgebung für Herrn Chamberlain aus. . . .

Soweit imfer Berliner R-Korrespondent. Bemerkens­wert ist auch die Zeitungsmeldung, daß der Chef des Preuß Marinekabinetts v. Sen d eu-Bibrau, der, wie alljährlich, zur Besprechung der nächster! Segelregatta Dover- Helgoland in London weilt, seine Rückreise nach Berlin bis Mittwoch verschoben hat, da er von König Eduarjb zu einer Audienz besohlen ist.

Chamberlains Antwort auf die Rede des Grafen Bülow wird in der englischen ministeriellen Presse natürlich überaus beifällig besprochen. Eiri Beweis von mehr Patrio­tismus als Urteil.Dally Telegr." sagt: Der Reichskanzler hat augenscheinlich geholfen, Chamberlain zu einer popu­läreren und mächtigeren Figur im ganzen Reiche zu machen, als er- vorher gewesen war- Wenn er dies in der That beabsichtigte, so ist er zur Richtigkeit seiner Voraussicht zu beglückwünschen. Graf Bülow durchkreuze die weitsichtige Politik seines kaiserlichen Herrn- Der Kaiser ist, so sagt das Blatt weiter, der begabteste Polittker Deutschlands. Seine Staatämaunskunst ist ritterlich, aber Graf Bülow hat sich als ein unglücklicher Interpret derselben erwiesen.

Standard" greift diesmal nur die Burenfreunde an wegen ihrer schmählichen Versuche, Feindschaft zwischen Völkern zu säen, und fügt hinzu, die deutschen Staats­männer rnöchten einsehen, daß ein Vergleich zwischen der englischen und der deutschen Armee nur als ein Zeichen der Ächtung für die englischen Soldaten aufgestellt werden könne. DieTimes", die Moming Post", derDaily Gra­phit" drücken ebenfalls lebhafte C^srugthuung aus- Aber es fehlt auch nicht an abfälligem Urteilen. DieDaily Mail" bedauert, daß Chamberlain nicht durch einige weise Morte der brir urfeindlichen Agitation in Deutschland die Spitze abgebrochen habe. Man dürfe nicht vergessen, daß Chamberlain fast jedes Jahr die eine oder die andere Groß­macht angreife. DieSunday Special" sagt, der Ko- lonialfeiretär habe sich niemals durch Takt und diplomatische Kunst ausgezeichnet; aber hinsichtlich der jüngsten Debatten in Berlin sei er sicherlich gelinde gesagt schlecht beraten, indem er das vielleicht unabsichtlich an gerichtete Unheil? ver­schlimmerte. Die liberaleDaily News" sagt: Pat- merstem wurde von den Feinden Englands gehaßt, Cham- lerlain werde von seinen Freunden gehaßt. DerGlobe" sagt, Bülows Erwiderung sei würdevoll gewesen. Mr

bette, dem die Postverwaltung nach den gesetzlichen Be­stimmungen entsprechen mußte. Dem Dr. Aeneae wurde bereits im Oktober v. I mitgeteilt, daß die gerichtliche Beschlagnahme den Grund der Verzögerung bilde.

Die Firma A Goerz u. Co. Limited teilt mit: Zufolge eines uns aus Johannesburg zugegangenen Telegramms sind die Verhandlungen mit dem General- gouverneur von Mozambique wegen Ueberführung ein­geborener Arbeiter nach dem Rand zum Abschluß gebracht worden. Man sieht dem Eintreffen von Eingeborenen aus Mozambique bereits in allernächster Zeit entgegen.

Im Jahre 1901 sind in Deutschland 802 Ein­tragungen von Rech tsanwälten erfolgt gegen ie 742 in den Jahren 1900 und 1899. Die Zunahme entfällt fast ausschließlich auf das Königreich Sachsen. In He s se n wurden 12 eingetragen und 8 gelöscht.

München, 13. Jan. Die Kammer der Reichsräte beschäftigte sich bei der heutigen Beratung des Juskizetats mit dem Beschluß der Abgeordnetenkammer, welcher die Regierung ersucht, Israeliten nur im Verhältnis der israelitischen Bevölkerung zur Gesamtbevölkerung in die Justizverwaltung au fzunehmen. Der Ausschuß der Reichsratskammer beantragte Uebergang zur Tages- ordnung in Anbetracht, daß die Anstellung von Richtern ein Recht der Krone bilde. Die Reichsräte Frhr. v. Wuertz- burg und Frbr. v. Soden beantragten den Zusatzsowie im Hinblick auf die von der Staatsregierung am 29. November 1901 in der Kammer der Abgeordneten abgegebene Er­klärung". Im Laufe der Debatte erllärten beide Antrag­steller, daß die in weiten Kreisen bestehenden Bedenken gegen die über g r oße Za hl jüdischer Richter berechtigt sei; es sei daher die Erklärung der Re- aicrung, daß bei Anstellung der Richter auf die Stimmung der Bevölkerung Rücksicht genommen werden sollte, zu bc grüßen. Der Antrag Wuertzburg-Soden wurde schließlich angenommen.

Die Kammer der Abgeordneten überwies eine Petitton des Münchener Journalisten- und Schriftsteller- Vereins, welche die Staatsregierung ersucht, im Bundesrat auf Abschaffung des Zeugniszwanges für Journalisten hinzuwirken, nach längerer Debatte der Staatsregierung zur Würdigung. Im Laufe der Debatte sprachen sich Redner aller Parteien für Beseitig­ung des Zeugniszwanges gegen Journalisten ans. Der Justizminister erklärte, die Frage werde bei der allge meinen Revision der Strafprozeßordnung sicherlich erwogen werden.

Ans! and.

Kopenhagen, 13. Jan. Der König empfing eine Depu­tation, welche eine Adresse überreichte, worin dem Wunsch Ausdruck gegeben wird, die dänisch-westindischen In­seln möchten nicht ohne vorhettge Zustimmung ihrer Be­völkerung verkauft werden. Der König sagte, er könne sich während der schwebenden diplomatischen Verhandlungen über diesen Gegenstand nicht ausfprechen und bitte die Deputation, wie er selbst volles Vertrauen zu hegen, daß das Ministe­rium das Wohl der Insel und ihrer Bevölkerung zu wahren wisse.

Der König erließ ein offenes Schreiben an den is- ländischen Althing, wonach der Althing zu einer außer­ordentlichen Sitzung einberufen wird. Der König wirb dem Althing eine Verfassungsreform vorschlagen, wonach ein der isländischen Sprache kundiger besonderer Minister für Island ernannt werden soll, und der Sitz des isländischen Ministe- riums von Kopenhagen nach Reykjavik verlegt wird. Der König fordert den Althing auf, zwischer dieser Vorlage und der im letzten Althing angenommenen, nach welcher der Minister für Island in Kopenhagen bleibt, zu wählen und verspricht diejenige Ordnung der Angelegenheit, die vom Al­thing angenommen wird, zu bestätigen.

Brüffel, 13. Jan. Wie dem BlatteLe 20. Siöcle" gemeldet wird, ist der aus Tongerloo stammende Pater Bongaerts, der zu der Misfionsgesellschaft von Scheut ge- hötte, in Siaingtzin (China) ermordet worden.

Paris, 13. Jan. Wie die heutigen Blätter melden, soll die Reise des Präsidenten Loubet nach Rußland für Ende März oder Anfang Apttl in Aussicht genommen fein. Außer dem KreuzerMassena", an dessen Bord Loubet in Beglei­tung Deleasses reift, werden dem Geschwader noch die Kreuzer Guithen",Bonik" undMontcalm" angehören. Die An- wesenhett des Präsidenten in Rußland wird voraussichtlich drei Tage dauern.

Ein Telegramm aus Makassar über Malta berichtet über die Ermordung französischer Missionare in Paponasien, die unter Leitung Henrik Royers standen.

Firminy (Deport. Loire), 13. Jan. Arbeitsminister Millerand hielt hier bei einem Festmahl eine Rede, in der er den Eintritt der sozialischen Partei in die Re­gierung und ihre Mitarbeit an den Regierungsaufgaben rechtfertigte. Millerand führte aus, dieser Beitritt sei not­wendig geworden infolge der Gefahren, welchen die Republik ausgesetzt gewesen fei. In einer Republik, die das allgemeine Stimmrecht habe, müßten die Sozialisten, die daran arbeiteten, demokratische Reformen zu verwirklichen, auch die Ver- antwottung übernehmen, die aus der Mttarbett am öffentlichen Leben hervorgehe. Der Sozialismus habe den hohen Ehr­geiz, die Menschen aus erniedrig en der Unwissenheit und von- Hebeln zu befreien, sowie sie am Eigentum der Gesellschaft, teilnshmen zu lassem Eine Partei, welche die Geseüschaß