Ausgabe 
13.1.1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 10

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Zweites Blatt

Montag 13. Januar LNESA

152. Jahrgang

GretzenerAnzelgerW

W General-Anzeiger " IST

V lür den polrt. u. allgem.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WGZ

____________________________________________________ zeigenteil: Hans Beck.

Die heutige Mmmer umfaßt 12 Seiten.

zu

Dslitische Tagesschau.

Entseudllug des Prinzen Heinrich nach Amerika.

Zu der von der Tochter des Präsidenten Roosevelt vollziehenden Taufe der in New-York im Bau be-

Hine neue Rede Kyamöerlaius.

Birmingham, 12. Januar.

In einer Rede, die Chamberlain hier gestern abend hielt, führte er aus: Die Animosität gegen (Snglonb werde einer unbedachten Redeweise des Kolouialsekretärs zu- geschrieben. Er nehme nichts zurück, modifiziere nichrs und habe nichts zu rechtfertigen. Kein englischer Minister habe jemals seinem Lande treu gedient und sich zugleich in dem Ausland einer Popularität erfreut. Man müsse daher die Kritik des Auslandes schon etwas zu gute halten. Er wolle aber nicht dem Beispiel folgen, das für ihn ausgestellt sei. Er wolle keinem auswärtigen- nister Lehren erteilen, noch irgend welche aus dessen Händen entgegennehmen. Er sei einzig seinem Souverän und seinen Landsleuten verantwortlich. Aber, so fuhr Chamber­lain fort, ich bin bereit, mich der Kritik zu stellen, die hier im Lanoe gcübt und hier zum Export fabriziert wird (Heiter­keit, Beifall), von den Freunden jeden Ärndes, blos nicht des eigenen. Ich frage Sie, wie kann einigen Worten, die ich vor einigen Wochen in einer Rede geäußert habe, zuge­schrieben werden, daß Monate lang und Jahre hindurch, schon vom Beginn des Krieges an die Auslandspresse von Beschimpfungen unseres Landes strotzt. Wie kann ich für das verantwortlich gemacht werden, was Edward Grey gemeine und schmutzige Lügen genannt hat, was Rosebery als schmähliche und abscheuliche Ent­stellungen bezeichnete, welche im Auslande ausgesprengt würden, ohne ein Wort des Protestes, ohne die geringste Ein­mischung der verantwortlichen Behörden. Nein, meine Gegner müssen einen anderen Sündenbock finden, müssen lveiter zurück Ausschau halten nach jenem Gefühl oer Feindseligkeit, das, wie ich glaube, wir nicht verdient haben, das aber seit etwas mehr oder weniger als hundert Jahren existiert unb stets zum Vorschein kommt, wenn wir uns in irgend einer Schwierigkeit befinden, uns aber bisher noch nicht ernstlich geschadet hat. Wenn unsere Vorgänger im Amte glauben, daß sie auf dem Kontinent populär ge­wesen sind, so leiden sie an ganz außerordentlicher Selbst­täuschung. I ü) stelle nicht in Abrede, daß wir Frieden hatten, als wir unser Amt antraten, wir fanden.aber mindestens sechs bremiciibc internationale Fragen vor, die unsere Vor­gänger in der Schwebe gelassen hatten, nämlich die siame­sische Frage, dem Grenzstreit mit Venezuela, die Frage über das Hinterland unserer westafrikanischen Kolonien, woran wir mit Deutschland und Frankreich zugleich beteiligt waren, die Samoafrage, die Frage der Inseln im Stillen Ozean und zuletzt FrauO üchs Position am 'Nil. Die jetzige Regierung, rie, wie man Ihnen erzählt, unfähig, schwach und verbraucht ein soll, hat alle diese Fragen in erfolgreicher Weise ange- aßt. Abgesehen davon, daß wir die britischen Interessen im Osten gewahrt und die seit lange vorhandene Ursache von Differenzen mit unserem amerikanischen Verwandten be­seitigt haben, indem wir uns über den Vertrag einigten, der den sofortigen Bau des die Ozeane verbindenden Kanals gestattet, möchte ich auch die Transvaal frag e hierin einschließen, denn es wäre absurd, wenn man nicht aner­kennen wollte, daß der Kampf zwischen den Buren und Briten um die Oberherrschaft in Südafrika schon lange, bevor wir unser Amt übernahmen, begonnen hatte. Das sind gewichtige Leistungen auf friedlichem Gebiet. Wenn wir auch außer stände waren, das Vorurteil auf dem Kon­tinent zu beseitigen, das stets bestanden hat, wenn es auch niemals in gröblicher Form zum Ausdruck gekommen ist, so haben wir doch auf jeden Fall einige wesentliche Differenz­punkte erledigen können. Aber wir haben noch mehr gethan, noch wichtigeres, als das Wohlwollen der fremden Nationen für uns bedeutet, wenngleich ich dessen Wert damit nicht berabsetzen will. Was mehr Wert hat, ist die Zuneigung und das Vertrauen unserer Verwandten jenseits der Meere. Trotz der schweren Verluste hat der Krieg dazu gedient, zu zeigen, daß, wenn wir wieder einmal zu impfen haben um unsere Existenz gegen die Well in Waffen, wie schon einmal, daß wir dann nicht allein stehen. Es kann kaum ein Opfer zu groß erscheinen für das Ergebnis, daß wir uns zur Höhe eines Imperiums erheben können, das nicht an die Grenzen des vereinigten Königreichs gebunden ist, sondern jeden Mann britischer Rasse in jedem Teil der Erdkugel umfaßt. Das ist ein Imperiallsmus, um dessen Willen ich von jedem patriotischen Briten Unterstützung verlange. Chamberlain besprach den Unwlllen, der in den Kolonien über die Vor­würfe von Barbarei und Inhumanität entstanden ist. Ein neuer Faktor ist in der Politik unseres Landes hervorgetreten. Wir werden in Zukunft auch die Anschammg unserer Kolo- nien mll in Rechnung zu ziehen haben. Wir sind nicht berechtrgt, Frieden zu schließen, wenn nicht auf der Grund­lage der Bedingungen, welche den Verbündeten genehm sind, bte ihre besten Leute entsandten, um für die gemein­same Sache zu kämpfen und zu sterben. Chamberlain er­wähnte zum Schluß die Vorzüge des B l o ck h a u s s y st e m s und rühmte Lord Kllchener und die Armee. Irgend eine andere Armee nut Der englischen in Vergleich zu stellen, sei das höchste Kompliment, das England vergeben könne. England sei golz auf ihren heroischen Mut und unerschütter­liche Humanität. Chamberlain sprach der Arbeit Mil- ners ferne Anerkennung aus und sagte, wenn der Friede proklamiert sei, so würde England bereits die Verwaltung in seinen .Händen fertig vorfinden. Er hoffe und glaube, die Stimmung des Parlaments, das binnen wenigen Taaen zusammentrete, werde auch die der Nation sein.

Viel Geschrei und wenig Wolle' Etwas Verständiges hat Herr Chamverlain nicht vorgebracht. Man sucht in

dieser ganzen Rede vergebens nach einem Worte, das ihn uno seine ganze Poütik nur im geringsten gerecht­fertigt erscheinen läßt- Er giebt kaltlächelnd zu,un­bedacht" geredet zu haben, nimmt aber nichts zurück, im Gegentell beharrt er mit frechem Eigensinn auf dem einmal Gesagten, schon um der englischen Presse einen Gefallen zu thun, die nach der ersten Bülowschen Rede mit Erfolg den Versuch gemacht Hütte, die Gemüter auf­zuregen durch die Behauptung, daß diese Rede nicht nur für Chamberlain, sondern für ganz England eine Be­leidigung bedeute, und daß Schritte unternommen wer­den müßten, um für diese Beleidigung von Berlin aus eine Genngthuung zu erlangen- Schrieb doch sogar ein sonst gemäßigtes Matt:Wir können nur hoffen, daß die deutsche Regierung eine möglichst schleunige und befrie­digende Abbitte leisten wird" Und fast in der gesamten britischen Presse war auf die erste Rede des Grafen Bülow geantwortet worden mll dem Hinweis auf die Isolierung Deutschlands, die für uns geradezu tätlich sem würde, wenn wir auch dasWohlwollen" Englands verscherzten- Hätte allerdings die englische Presse die Ausführungen des Kanzlers mit ruhigem Blute gelesen, so würde sie auch zu der Erkenntnis gelangt sein, daß er wohl Herrn Cham­berlain ein kurzes, aber eindringliches Kolleg über politi­schen Takt gelesen habe, daß aber seine Rede nicht die ge­ringste Andeutung einer feindseligen Stimmung gegen das englische Volk enthält- Man braucht in der That nicht das englische Volk zu hassen, wenn man Geschöpfe wie Rhodes, Milner und vor allem diesen Chamberlain, und zwar nach dieser letzten Rede mehr denn je gründlich verachtet; man kann trotzdem aber vor der zähen Energie einer Nation, die selbst für einen unheilvollen Krieg die schwersten Opfer bringt, einen gewissen Respekt besitzen, und man wird auch nach wie vor darauf Rücksicht zu nehmen haben, daß unsere Exportindustrie England in erster Linie nötig hat, wenn sie weiter lebensfähig bleiben will-

Deutsches Deich.

Berlin, 12. Jan. Der K a i1 e r harte gestern Marine­vorträge. Am Nachmittag trafen der Großherzog und die Großherzogin von Oldenburg im Neuen Palais ein-

In seiner Neujahrsrede an die kommandierenden Generäle soll der Kaiser anerkannt haben, daß in Bezug auf das Duell seine Anordnung von Jahr zu Jahr mehr respektiert, werde, indessen sei Offizieren, die den Befehl ihres höchsten Vorgesetzten in normalem, wie betrunkenem Zustande nicht beachten, sondern aus eigene Faust ihre an­gegriffene Ehre zu reinigen suchen, neben strenger B e- strasung auch der Abschied sicher. Aus kaiserliche Gnade tollten sie nicht rechnen, da die höchste Pflicht des Offiziers der Gehorsam sei und bleiben werde-

Aus Anlaß des schweren Eisenbahnunglücks bei Altenbeken hat der Bundesrat in seiner letzten Sitzung verschärft Schutz- und Sicherheitsvor- schriften beschlossen- Die Einfahr-, Ausfahr- und Block­signale müssen in der RuhestellungHalt "ziehen und dürfen m dieser Stellung von den Zügen, für die sie geilen, ohne besonderen Auftrag nicht überfahren werden- Sie sind nur für Ein-, Aus- und Durchfahrt zu öffnen-

Aus der preußisch en Einkommen steuer­st atistik für 1901 teilt dieVoss- Ztg." mit, daß von dem Gesamtemkammen von 8 376 0a 7 778 Mk- 5 850 104 801 Mark auf die Städte und 2510 952 977 Mk- aus das Land entfallen- Der Rückgang des Durchschnittseinkommens ist in den Städten well stärker als aus dem Lande- Unter den Städten mit höchstem Durchschnittseinkommen stand bisher Franksurt a- M. obenan, das jetzt aber die erste Stelle an Bonn hat abgeben müssen. In Frankfurt a. M. war von 1898 zu 1899 das Durchschnittseinkommen von 4938 auf 5405 Mk- emporgeschnellt; im Jahre 1900 ging es aus 5368 Mk- zurück und im Jahre 1901 beträgt es nur noch 4790,6 Mk., ist also in einem Jahre um 577 Ml. oder 12 Prozent zurückgegangen, was wohl zum größten Teil aus die Geschästsstockung an der Börse zurückzusühren ist- Bonn, wo das Durchschnittseinkommen von 4263,2 auf 4964,9 Mk- gestiegen ist, hat zugleich mit Frankfurt a. M. auch Wiesbaden überholt, desien Durchschnitiseiutommen fast in demselben Maße wie das von Franlsurt a- M., näm­lich von 4876,6 aus 4390,1 Mk- zurückgegangLu ist.

Kiel, 11- Jan. Die feierliche Uebersührung der bei der Verteidigung der deutschen Gesandtschaft in Peking eroberten ch in e s i s ch e n Fahne sand heute nach- mittag {tat!-, Gras v. Sodew, führte die Fahneutompagnie

griffenen kaiserlichen Renn-Yacht hat der Kaiser Anord- iiungen getroffen, die jenem Akte eine hervorragende Be­deutung verleihen. Zunächst soll die NachtHohenzollern" nach New-York abdampfen, um der Tauffeierlichkeit bei- zuwohnen, dann soll aber auch Prinz Heinrich sich nach Amerika begaben, um dort als Vertreter seines kaiserlichen Bruders an dem Stapellauf teilzunehmen. Ein De­peschen wechsel zwischen dem Kaiser und Prä­sident Roosevelt kündigt diese Entschlüsse an. Das in englischer Sprache abgesaßte Telegramm des Kaisers lautet:

An den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Washington.

Sehr dankbar ftir Ihre freundliche Zustimmung zur Vollziehung der Taushandlung beim Stapellaus meiner Nacht durch Miß Roosevelt, ist es mir eine große Freude, Ihnen anzukündigen, daß ich die Ueberfahrt meiner YachtHohenzollern" und chre Anwesenheit bei der Feierlichkeit besohlen habe. Mein Bruder, Admiral Prinz Heinrich von Preußen, wird als mein Vertreter er­scheinen, sich dort mit meiner Yacht treffen und wird Gelegenhell haben. Ihnen nochmals meine aufrichtigen Gefühle der Freundschaft für die Vereinigten Staaten und deren ausgezeichnetes Oberhaupt auszudrücken.

Wilhelm."

Hierauf ist folgende telegraphische Antwort des Präsidenten in deutscher Sprache eingegangen: Euer Majestät Absicht, Ihre YachtHohenzollern" herüber zu schicken, um beim Taufen Ihrer neuen Yacht durch meine Tochter anwesend zu sein, ist mir sehr er­freulich und befriedigend, und ich versichere Sie eines herzlichen Willkommens Ihres Bruders, Admirals Prinz Heinrich, dem ich dann das aufrichtige Gefühl meiner Hochachtung Eurer Majestät, sowie meine besten Wünsche für die Wohlfahrt des deutschen Volkes persönlich aus­sprechen werde. Theodor Roosevelt."

Es versteht sich von selbst, daß die EntsendurH des Prinzen Heinrich nach Amerika, wenn sie auch unmittelbar durch eine private Angelegenheit des Kaisers veranlaßt ist, doch einen Vorgang von hervorragender politischer Bedeutung darstellt. Es ist bekannt, daß der Kaiser auf die Aufrechterhaltung guter, freundschaftlicher Beziehungen zu den Vereinigten Staaten größten Wert legt, und daß er keine Gelegenheit vorübergehen läßt, diese feine Ge­sinnungen auch öffentlich zu bethätigen. In Amerika fehlt es aber nicht an Elementen, die es sich angelegen fein lassen, durch Erfindung böswilliger und thörichter Ge­schichten Mißtrauen gegen Deutschland zu säen. Man kann auch leider nicht behaupten, daß diesen Bemühungen jeg­licher Erfolg versagt geblieben sei. Erst kürzlich hat die Abrechnung, welche die deutsche Regierung mit dem Prä­sidenten von Venezuela vorzunehmen genötigt ist, wieder feindselige Preßerörterungen hervorgerufen. Man sucht die Amerikaner glauben zu machen, daß Deutschlands Ab­sichten auf Festsetzung an llgend einem Punkte der süd- amerikanischen Küste gerichtet seien, daß also der heiligen Monroe-Doktrin Gefahr drohe. Vielleicht vermag der jetzt so ostentativ bekundete und ausgesprochene Entschluß des Kaisers, mit den Vereinigten Staaten die besten Be­ziehungen zu unterhalten, jenen Gerüchten ein für alle­mal den Boden zu entziehen. Die Mission des Prinzen Heinrich dürfte sich nicht auf ihren unmittelbaren Zweck beschränken. Hoffen wir,' daß sie in jeder Richtung die gewünschten Erfolge zeitigen, und zu dauernder Befestig­

ung der Bande beitragen möge, bte das deutsche mll dem amerikanischen Volke verbinden.

Die Abfahrt derHohenzollern" ist auf den 22. d. M. festgesetzt. Prinz Heinrich wird nach den bis­herigen Dispositionen nicht diese kaiserliche Yacht, son­dern vermutlich ein Schiff des Norddeutschen Lloyd zur Ueberfahrt nach Amerika benutzen. Der Stapellauf Der Renn-Yacht des Kaisers, die bei Townsend und Downey in New-York gebaut wird, dürfte gegen Ende Februar, wahrscheinlich am 26., stattfinden. In Kiel sowohl wie im Auslande, waren Gerüchte verbreitet, denen zufolge der Kronprinz vom Kaiser zu der Tauffellrlichkell ent­sandt werden würde. Diese Absicht hat aber, wie jetzt bestimmt versichert wird, niemals bestanden.

Parlamentarisches aus Hessen.

Das FinanA-Ministerium hat den Ständen eine vor­läufige Ueberficht sämtlicher Rechnungs-Einnahmen und -Ausgaben aus der Frnanzperiode 1897/1900 überreicht-

Die Vertretungen der Gemeinden Alsfeld, Grebenau, Schwarz, Bieben, Wallersdorf, Eulersdorf, Reimenrod und Udenhausen richteten an die Kammer das Ersuchen:dem vorliegenden Staatsoertrag betreffend die Main-Neckarbahn als Vertragsbestimmung beizufügen, daß das preußische Eifenbahnministerium sich verpflichtet, die Eisenbahn- strecke Alsfeld Grebenau Niederaula in die preußisch-hessische Eisenbahn gern e in s ch a ft aufzunehmen und die nur 11 Kilometer lange preußische Strecke Landesgrenzebis Riede rau la zu erbauen-

Eine Anfrage des Abg. Häusel betr. die Baumpflanz­ung auf öffentlichen Straßen und Plätzen geht dahin, ob bte Regierung beabsichtigt, den Landständen demnächst eine Gesetzesvorlage zu machen, durch welche die bei Anwend­ung der zur Zeit bestehenden Vorschriften öfters zu Tage tretenden Zweifel über die einzuhallenden Abstände der­artiger Pflanzungen von der Nachbargrenze beseitigt wer­den; außerdem, ob und in welchen Fällen Entschädigungs- Pflicht für die Eigentümer öffentlicher Straßen einzutreten hat- Weiter fragt Abg. Häusel an, ob die Regierung geneigt ist, mll einer Hagel-Versicherungsgefe llschaft Vertrag abzuschließen, wie dies in Baden und Württemberg der Fall ist, um den Versicherung suchenden Landwirten den Beitritt durch Ermäßigung der Prämien zu erleichtern- Ein Antrag der Abgg. Häusel und Genossen betrifft die Unterstützung armer Gemeind en au s Staatsmitteln zu Schulhausbauten- In der Be­gleitschrift wird u- a. ausgeführt: Gegenüber den Auf­wendungen seitens des Staats für die höheren BildungS- anstallen, besonders an Baukosten erscheint der für Unter­stützung bedürftiger Gemeinden zu Schulhausbauten unter Kapitel 41 Titel 6 mit 40 000 Mk- jährlich für sämtliche unterstützungsbedürftige Gemeinden des Landes viel zu ge­ring- Die Antragsteller glauben, daß es nötig ist, daß seitens der Regierung demnächst Erhebungen iin Lande an gestellt und für das laufende Budget für 1902/03 statt 40 000 Mk-, 100000 Mk. bereitgestellt werden. 40 000 Mk. sollen nach dem Willen der Abgg- Häusel und Gen. allein dem Kreise Erbach zu Gute kommen-