Fronen. Schmidt meinte, diese 3 Millionen standen tot geheimen Konto. Schmidts Wechselkonto sei ganz gewaltig gewesen und habe auch unrichtiges Buchen englischer Anteile aufzuweisen gehabt. Wuthe verliest seinen an die Bank erstatteten Bericht, aus dem her- ivorgeht, dah die Trebergesellschast in Kassel bis Ende Februar 1901 in elf Monaten einen Umsatz von rund 21 Millionen einschließlich der Umsätze mit den Tochtergesellschaften machte. Gr sagt ferner aus, daß er die Entpsin- dung hatte, die Direktion in Leipzig wolle verhindern, daß er die Buchungen, welche ihm in Kassel ouffielen, zur Sprache bringe. Am 9. April 1901 lehnt Schmidt in einem Briese an die Bank ab, sich in Wuthe einen Aufpasser nach Kassel setzen zu lassen, dagegen wolle er diesen als thatsächlichen Beamten und Vertrauensmann engagieren. Nach vielfacher Konferenz zwischen Schmidt und der Bank wird von einer nochmaligen Entsendung Wuthes nach Kassel abgesehen. Weiterberatung morgen vormittag 9 Uhr.
Ergänzung. Das Aussichtsratsprotokoll vom 3. Mai 1901 gievt Aufschluß darüber, daß der Angeklagte Schröder in Kassel das Geheimbuch eingesehen hat und dabei Schmidt mit einer Schuld von vier Millionen Mark belastet fand, wahrend an Forderungen Schulze-Dellwig mit 600 000, Otto 800 000, Gebrüder Sumpf 830 000 und Schlegel 120000 Mb -für Tantiemen, Dividende rc. verzeichnet waren. Das von Gxners Hand geschriebene Protokoll über die Aufsichtsrats- iitzung vom 20. Juni 1901 berichtet über die Diskontschwie- xigkeiten: Die Reichsbank bittet, keine Treberwechsel mehr ^eiuzureichen, die sächsische Bant will das hohe Konto vermindert wissen. Erstere hatte für 16 Millionen Wechsel einschließlich zwei Mlllionen Kasseler im Porteseuille, letztere ifür 171/2 Millionen, einschließlich 4 750 000 Kasseler. Man war darüber klar, daß jetzt die größte Gefahr bestehe. Auch die Diskontfirma G. Kerttog-Berlin bestätigte die Animosllät »gegen die Accepte der Leipziger Bank gegen ein starkes Äusgebot von Treberwechseln. Stun wurde beschlossen, mit L>er Deutschen Bank zu verhandeln und sich mit derselben Mer eine 'Hilfsaktion zu verständigen. Damll war das Ende da.
^AasMg ws bin StMirssotsregisttt«. dcr Siebt Meßen.
Aufgebote.
Juli. 3. Karl Gümbel, Postbote dahier, mit Karoline Mandler in Krofdorf. 5. Heinrich Schwöbel, Lehrer dahier, mit Johanna Karoline Elisabethe Pfaff hierselbst. 6. Friedrich Hermann Schnecko, Friseur dahier, mit Dorothea Kaiser in Offenbach 6. Heinrich Konrad Gertz, HUfswagenmeister dahier, mit Anna Johannette Henriette Muth in Battenfeld. 7. August Maael, Taglöhner dahier, mit Elisabethe Ortmüller hierselbst. 8. Wilhelm Gustav Hemzel- mann, Monteur in Nürnberg, mit Elisabethe Margarethe Gernand dahier. 8. Georg Ludwig pernrich Beck, Großh. Steueraufscber dahier, mit Slnna Luise Spies hierselbst. 8. Daniel Mähler, Schlosser dahier, mit Luise Karoline Christiane Michel hierselbst. 9. Gustav Weiß, Großh. Gerichtsassessor dahier, mit Louise Sander in Darmstadt.
Eheschließungen.
Juli. 5. Dr. Heinrich Otto Rösler, technischer Betriebsleiter in Rodach mit Elise Altvater dahier. 9. Heinrich Georg Ludwig Martin Wagner, Lehramtsassessor in Langen, mit Wilhelmine Adolfine Mathilde Hahn dahier. 9. Gustav Hugo Dittmar, Fabrikant in Liebenzell, mtt Elisabethe ©tief dahier.
Geborene.
Juli. L Dem Betriebsletter der Gießener Omnibus-Gesell- fchaft Adolf Braun eine Tochter. L Dem Lokomotivheizer Heinrich
Ehelmüller eine Tochter, Marie Lina. 4. Dem Heizer Heinrich Schiffer eine Tochter, Katharina Elisabeth Louise. 6. Dem Schneider Johann Karl Schön ein Sohn, Heinrich Wilhelm. 6. Dem Dienst- kuecht Georg Hartmann eine Tochter, Elisabethe Johanna. 7. Dem Lokomotivheizer Theodor Hebstreit eine Tochter. 9. Dem Kausmcum Emil Weißenberg ein Sohn, Walter.
Gestorbene.
Juli. 4. Katharine Möser, geb. Rodenhausen, 74 Jahre alt, Mühlenbesitzerin dahier. 6. Heinrich Meister, 61 Jahre alt, Krankenpfleger dahier. 6. Geheime Rat Hermann v. Bechtold, 66 Jahre alt, Großh. Provinzialdirektor dahier. 9. Johannes Feußner, 34 Jahre alt, Schristsetzer dahier.
Ansziig ans den Kjchevbüchkrs der Ktnbt Sichn.
Evangelische Gemeinde.
Getraute. Matthäusgemeinde. Den 5. Juli. Heinrich Otto Rösler, Dr. phil., technischer Betriebsleiter zu Rodach im Herzogtum Coburg, und Elise Altvater, Tochter des Bautechnikers Friedrich Jakob Alwater zu Gießen. Den 10. Juli. Gustav Hugo Dittmar» Fabrikant zu Liebenzell im Schwarzwaldkreis, und Elisabethe ©tief, Tochter des verstorbenen Stadtbaumeisters Johannes ©tief zu Gießen. Denselben. Heinrich Georg Ludwig Martin Wagner, Lehramtsassessor zu Langen, und Wilhelmine Adolfine Mathilde Hahn, Tochter des Kohlenhändlers Louis Hahn zu Gießen.
Getaufte. Matthäusgemeinde. Den 6. Juli. Dem Großh. Amtsrichter Ludwig Neuenhagen ein Sohn, Curt Wilhelm, geboren den 4. April. Den 10. Juli. Ein unehelicher Sohn, Johannes, geboren den 11. April. — Markusgemeinde. Den 6. Juli. Dem Schneider Wilhelm Noll eine Tochter, Else Elise Sophie, geboren den 13. Juni. Denselben. Dem Taglöhner Bernhard Baüpel ein Sohn, Wilhelm Ludwig, geboren den 31. Mai. Denselben. Dem Taglöhner Justus Sauer eine Tochter, Klara, geboren den 23. März. — Lukasgemeinde. Den 6. Juli. Dem Heizer Nikolaus Meßbecher ein Sohn, Ernst Philipp, geboren den 20. Juni. — Jobannesgemeinde. Den 7. Juli. Dem Pfarrer zu Stumpertenrod Friedrich Landmann ein Sohn, Friedrich Wilhelm Ludwig Helmuth, geboren den 18. Juni.
Beerdigte. Markusgemeinde. Den 6. Juli. Katharine Möser, geb. Rodenhausen, Witwe des Mühlenbesitzers Heinrich Möser, 74 Jahre alt. starb den 4. Juli. Den 11. Juli. Johannes Feußner, Schriftsetzer, verheiratet, 35 Jahre alt, starb den 9. Juli. — Lukasgemeinde. Den 8. Juli. Heinrich Meister, Krankenpfleger, 60 Jahre alt, starb den 6. Juli. — Johannes gemeinde. Den 5. Juli. Wilhelm Stroh, Tapezier, Sohn des Tapezrerers Ludwig Stroh, 20 Jahre alt, starb den 3. Juli.
Weilburger Wetterdienst. Die Houptschwierigkeiten, welche der Einführung des neuzeitlichen praktischen Wetterdienstes sich fast überall entgegenstellen, dürften vorwiegend auf dem geringen Verständnis beruhen, welches er beim großen Publikum findet. Man verlangt Unmögliches von demselben, nämlich untrügliche Sicherheit. Ein zufällig beobachteter Treffer oder ein ebenso zufällig beobachteter Fehlschlag der Wettervoraussagen sind vielfach für das Urteil maßgebend. Die Witterungserschcmungen werden als etwas vom „Zusalle" abhängiges, ungeregeltes betrachtet rc. Und doch kann sich jeder so leicht ein selbständiges Urteil über alle diese doch jedermann interesfierenden Dinge bilden durch regelmäßiges Betrachten der „Wetterkarten", was bei einiger Uebung nur wenige Augenblicke in Anspruch nimmt Die von einigen großen Zeitungen feit Jahren bereits veröffentlichten Wetterkarten haben beim großen Publikum nur wenig Gegenliebe und Verständnis gesunden, hauptsächlich wohl, well sie zu spät in die Hände des Lesers gelangen (selten früher als am nächsten morgen) und weil der in der Zeitung zur Verfügung stehende Raum nicht ausreicht, für das Verständnis der Karten hinreichende Erläuterungen zu geben. Tie Karten der Seewarte kommen für die Allgemeinheit schon ihres hohen Preises wegen kaum in Betracht Sett vorigem Jahre werden in Berlin
für das mittlere Norddeutschlcmd ausgezeichnete Karten heraus-! gegeben, aber leider auch erst am abend versandt Erst der Weilburger Wetterdienst hat gezeigt, daß es möglich ist, Wetterkarte« in bescheidener, so doch vollkommen genügender Ausstattung, sch schnell herzustellen, daß sie schon um 12 Uhr mittags versandt werden können. So können sie durch die Post in fast allen Srädten Hessen-Nassaus und Oberhessens und in sehr vielen Dörfern noch am gleichen Nachmittag ausgetragen werden. Ein rückseitiger wechselnder Text dürfte hinreichendes Verständnis für die Karte vermitteln. Sie haben sich denn auch seit der kurzen Zeit chres Bestehens sehr gut eingeführt, doch ist natürlich das Ziel noch längst nicht erreicht, welches sich der Wetterdienst mtt diesen Karten vorläufig gesteckt hat, daß sie nämlich zum mindesten in jeder Ort? schäft mtt leidlicher Postverbindung regelmäßig öffentlich ausgebängt werden. Probenuminern versendet der Weilburger Wetterdienst gern überall hin. (Die Mitteilungen des, auch für Oberhessen sehr interessanten Wellburger Wetterdienstes werden im „ Gießener Anzeiger" an dieser Stelle regelmäßig veröffentlicht werden. D. Red.)
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
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Niedrigste , „ 11. „ 12. „ 11,3° C.
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Angebot der Arbeitnehmer: 1 Spengler, 1 Schlosser, 1 Fahrbursche, 1 landwirtschaftlicher Arbeiter, 2 Dienstmädchen, 2 Laufstauen, 1 Kinderstau, 1 Büreaudiener oder Kassebote.
Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Schlosser, 2 Schneider, 1 Schreiner, 5 Dienstmädchen, 1 Laufstau, 1 Köchin.
Lehrlinge: 2 Bäcker, 1 Friseur, 1 Schlosser, 2 Schuhmacher, 1 Schneider.
Bekanntmachung.
In das hiesige Handelsregister, Abt. B, wurde heute bezüglich der Firma „Wetzlarer Optische Werke M. Hensoldt & Söhne, Gesellschaft mit beschränkter Haftung" zu Gießen eingetragen: Sitz der Firma ist nach Wetzlar verlegt.
Gießen, am 10. Juli 1902. , 5107
Großh ermöglich es Amtsgericht.
Br ennholz - Verkauf.
In der Königlichen Oberförsterei Elbrighaufen bei Battenberg sollen aus dem Einschlag des Wirtschaftsjahres S1901/02 folgende Holzmengen im Wege des schriftlichen Aufgebots verkauft werden: Los I: Distr. 98 und 99 — 21 rm Buchen-Scheit, 176 rm Buchen-Knüppel, 9 rm Weichholz- Knüppel, 1 rm Nadelholz-Knüppel. Los II: Distr. 123e, 125, 129 — 61 rm Buchen-Scheit, 120 rm Buchen-Knüppel. Los III: Distr. 123c = 156 rm Buchen-Knüppel. Los IV: Distr. 131 = 97 rm Nadelholz - Knüppel, 2,5 und 1,2 m lang, sämtlich trocken, und 157 rm Nadelholz-Reiser III. Kl.
Die Gebote sind für jedes Los getrennt pro Raummeter Scheit, Knüppel und Reiser abzugeben. Tas in den Einzelnen Schlägen sitzende Holz wird auf Verlangen durch Herrn Förster Usin g er zu "Pfütze vorgezeigt. Die schriftlichen Gebote sind unter verschlossenem Umschlag mit der «Aufschrift: „Submission auf Brennholz" an die Ober- -försterei Elbrighausen zu Battenberg so zeitig abzusenden, daß solche zu der am Montag den 21. Juli d. I., vormittags 10 Uhr, im Geschäftszimmer der Oberförsterei in Gegenwart etwa erschienener Bieter ftattsindenden Eröffnung der Gebote in die Hände des Forstmeisters gelangt sind. Mit Abgabe des Gebotes unterwirft sich Bieter bedingungslos den Verkaufsbedingungen, welche gegen Abschriftgebühren von hier bezogen werden können. MAS
Aufforderung.
In Gemäßhell des § 24 der Satzung haben Antrag auf Kraftloserklärung von abhanden gekommenen Sparkaffenbüchern, deren Verlust glaubhaft gemacht worden ist, gestellt:
1. Konrad Hinkel in Naunheim bezüglich des Einlage- Luches Nr. 17046 über 3100 Mk.
2. Feldwebel Banse dahier als Bevollmächtigter des Sergeanten Roth dahier bezüglich des Einlagebuches Nr. 11849 über 37.62 Mk.
3. Edmund Salomon zu Gelsenkirchen bezüglich des Einlagebuches Nr. 22726 über 20 Mk.
Ansprüche und Rechte Dritter sind innerhalb 6 Wochen vom Tage des Erscheinens in diesem Blatte bei dem unterzeichneten Direktor der Sparkasse anzumelden unter dem Rechtsnachteil, daß die Einlagebücher für kraftlos erklärt und die Antragsteller als Berechtigte angesehen werden, falls eine Anmeldung unterbleibt.
Gießen, den 12. Juli 1902.
Der Direktor der Spar- und Leihkaffe Gießen.
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