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12/05/1902 Zweites Blatt
 
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Nr. 109

Erscheint täglich außer ©onniag*.

Den» D letzen er Anzeiger werden tm Wechsel mtt dem Vesflsche, Landwirt die Siebener Familien, dtätler viermal in der Woche bergelegt.

BtotahonÄbrucf u. Der» lag der vrü h l'scheu Unwerf.-Buch- u.Slein- druckeret (Pietsch Erbend Redaktion. Expedition und Druckerei:

Echnlftratze 7.

Ldretze für Depescheu: «a-etger Gtetzeu.

^ernsprechanschluß Nr. 5L

Montag 12. Mai 19OÄ

152. Jahrgang

Zweites Blatt.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis

Bezugspreis» monatlich 7b Pf., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk. 2.viertel- jährl. a»»sschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für bie TageSnummer oiS vormittags 10 Uhr. ßeUenpreiS; lokal 12 Pf, auöwärts 20 Psg.

Verantwortlich: für den polit. u. allgem. Teil: P. Wlttko- für .Stadt und l!anb* und ,Gerichtssaal':R.Ditl» mann; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

Deutscher Alottenvereiu.

(Originalbericht desGieß. Anz.")

Gießen, 11. Mai.

Gestern abend farrd im (Safe Gbcl die Hauptversammlung des Provinzial-Ausschusses des deutschen Flotten­vereins für die Provinz O b e r h e s s e n statt. Vom Vor­stande des Vereins nahmen folgende Herren teil: 1. Bors. Geh. Hofrat Prof. Dr. W. O n ck e n, Geh. Rat Provinzial­direktor v. Bechtold, Bergwerksdirekdor Marx, die Herren Helm, Schad, Bock, Sekretär Blum und G& Hebstreit.

Um 81/2 Uhr eröffnete der 1. Vorsitzende die Sitzung und erteilte dem Schriftführer das Wort. Für den Verein war das adgelaufene Geschäftsjahr, obwohl seine agitato­rische Thätigkeit mit Rücksicht auf die rückläufige Beweg­ung im Verkehrsleben, im Handel und der Industrie sich in einem ruhigen Fahrwasser bewegte, doch ein Jahr an­gestrengter Arbeit. Zunächst wurde dem Verein eine ganz enorme Arbeit au^gcbürdet durch Uebertrlagung der Verteilung der Flottenzeitschrift seitens der Zentralstelle Berlin. Nachdem enolich die Versanotlisten nach langer, mühevoller Arbeit fertig waren, erhielt der Schrift­führer, Eisenbahnsekretär Blum monatlich ca. 2i/2 Gentner Druckschriften, welche dann von demselben einzeln an 3250 Mitglieder in ca. 255 Orten der Provinz Oberhessen all­monatlich versandt werden mußten. Diese äußerst mühe­volle Arbeit wurde hier bis einschließlich September 1901 ausgeführt. Mit der Versetzung des bisherigen Schrift­führers am 1. Oktober 1901 ging diese Arbeit an den Landes­ausschuß Darmstadt über. Die Lasse wurde durch diese Einrichtung in nicht unerheblicher Weise mehr belastet. Vom 1. Oktober ab führte nach Benehmen mit dem Landesaus­schuß in Darmstadt der hiesige Provinzialausschuß nur mehr Die Kontrolle der Vereinsmitglieder in der Stadt Gießen und in den Nachbarorten Großen-Linden, Eich, Hausen, Leihgestern, .Grüningen, Heuchelheim, Garbenteich, Langs­dorf 'und Wieseck. Während vor der Ueberweisung der üb­rigen Ortsgruppen der Provinz Oberhessen an den Landes­ausschuß in Darmstadt, also vor dem 1. Oktober 1901, die Zahl der Vereinsmitglieder in Oberhessen ca. 3250 betrug, beschränkte äch von da ab die Thäligreit des Vereins auf die Mitglieder der Stadt Gießen, 624 Köpfe, mit einem Jahresbeitrag von zusammen 897 Mk., ferner auf 125 Mit­glieder in den Nachbarorten mit einem Jahresbeitrag von zusammen 76.50 Mk. Ter bisherige Bestand an Mit­gliedern in ungefähr derselbe geblieben. Die Finanzlage des Vereins ist folgende;

5le heutige Nummer umfaßt 10 Seite».

Dolitische Tagesschau.

Sege» das Verbot der Anwendung vou Borsüurr zu Fleischkonservierungszwecken hat sich, wie wir bereits am SamSatg mitteilten, ein in Berlin abgehaltener Kongreß der Nahrungsmittelinteressenten ausgesprochen. Auf dem Kongreß hielten hervorragende Fachmänner, wie Geh. Medi­zinalrat Liebreich-Berlin, Dr. med. Gerlach-Wiesbaden und andere Vorträge. Uebereinstimmend erklärten die Redner das vom Bundesrat erlassene Verbot damit begründet, daß man den Bezug des ausländischen Fleisches, das mit Kon- ervierungsmitteln präpariert ist, erschweren wollte. That- ächlich habe das Verbot aber zur Folge, daß Deutschland eine Konkurrenzfähigkeit auf diesem Gebiete im Auslande verlieren werde. Das Verbot schädige auch nicht nur die Produzenten, sondern auch die Konsumenten, da ein weiterer Niedergang des Fleischkonsums statistisch nachgewiesen sei. Professor Liebreich sagte u. a.: Eingeführten Nahrungs­mitteln werde häufig der Krieg erklärt. Als der Kakao ein- geführt wurde, gab es auch Interessenten, die dagegen wüteten und ihn ein Getränk für Schweine nannten. Die Versuche auf dem Reichsgesundheitsamte dürften nicht zur Grundlage legislatorischer Arbeiten gemacht werden. Er könne weder für noch gegen Borax und andere Konservier» imgsmittel sprechen. Sie seien unschädlich, wenn man sie in vernünftiger Weise anwende, schädlich, wenn es in un­vernünftiger Weise geschehe. Durch das Verbot der Kon­servierungsmittel würde übrigens in erster Linie der Land­wirt betroffen werden, da dann täglich 1000 Stück Vieh weniger konsumiert werden würden.

Deutsches Reich.

Berlin, 11. Mai. DieNordd. Allg. Zeitung" schreibt: Wir traten schon einmal der Legende entgegen, nach welcher vom Kaiser dem verstorbenen Abgeordneten Lieber An­erbietungen wegen Verleihung einer Ordensauszeichnung oder eines höheren Amtes gemacht worden 'seien. In den letzten Tagen wurde abermals in der Presse erzählt, der Kaiser habe Lieber einen Orden und schließlich auch den Oberpräsidentcnposten in Kassel angeboten. Wir wiederholen deshalb, daß alle Behauptungen über Anerbietungen, die der Kaiser dem verstorbenen Zentrumsführer direkt oder indirekt gemacht haben soll, gänzlich aus der Luft gegriffen sind.

DerReichsanzeiger" bringt anläßlich des morgigen 50jährigen D i e n st j u b i l ä u m s des Reichsgerichtspräsidenten Oehlschläger einen Artikel, der die an Arbeit wie an Erfolgen ungewöhnlich reiche Laufbahn, auf welche der Jubi­lar an diesem Tage zurückblickt, schildert und mit den Worten schließt: Weite Kreise des deutschen Volkes werden an dem Ehrentage des ersten Richters warmen und verdienten Anteil nehmen.

In der gestern im Reichstagsgebäude stattgehabten vertraulichen Besprechung in Sachen des Flotten- oereinS, an der u. A. der Chef der Reichskanzlei Geh. Rat Conrad, der sächsische Gesandte Graf Hohenthal und der Reichstagsabgeordnete Prinz Arenberg teilnahmen, ist eine Eingabe an denKaiser besprochen worden, die dahingeht, eS möge in dem Wirken des Flottenvereins und des Flotten­verbandes alles beim Alten gelassen werden, d. h., dem

Flottenverein die Thätigkeit im Jnlande und dem Flotten- oerbanbe das Sammeln von Geldern zum Bau neuer Schiffe im AuSlande. lieber die Verwendung der eingehenden Summen hat der Kaiser allein zu bestimmen. Die Eingabe ist mit großer Mehrheit angenommen worden.

Wiesba den, 11. Mai. Der Kaiser traf nm 4Uhr 50 Minuten mit den Herren seines Gefolges hier ein. Zum Empfange erschienen aus dem Bahnhof u. a. der Polizei­präsident. Der Kaiser begab sich heute morgen 8 Uhr 45 Min. mit den Herren seiner Umgebung zu Fuß nach der dem Schlosse gegenüberliegenden evangelischen Hauptkirche und wohnte dort dem Gottesdienste bei. Am späteren Vor­mittag unternahm er eine Spazierfahrt nach dem Nerobem. Der Schloßplatz ist beständig von einer großen Menge Publi­kum besetzt. Zu heute mittag 12 Uhr hatte der Intendant v. Hülsen Einladungen ergehen lassen zur Vorbesichtigung des neuen Foyers am Theater, welches der Kaiser gestern abend als erster in Augenschein genommen hatte. Das Foyer, ein besonderer Anbau in Barock und Roccocco, von Baurat Genzmer, zu welchem die Stadt Wiesbaden eine Summe von 600 000 Mark hergegeben hat, ist archttektonisch und dekorativ ebenso prächtig als vornehm. An die Be­sichtigung schloß sich ein Frühstück. Hierbei begrüßte im Auftrage des Kaisers Herr v. Hülsen die Gäste, brachte ein Hoch auf den Kaiser aus und trank im Anschluß daran auf bie Stadt Wiesbaden. Der Oberbürgermeister erwiderte mit einem Toast auf den Ehrenbürger Wiesbadens, Inten­danten v. Hülsen. Es sind eine große Reihe von OrdenK- auszeichnungen verliehen, worden, darunter der Rote Adler- orben 2. Klasse an den Oberbürgermeister. Zur Abendtafel beim Kaiser im königlichen Schlosse waren außer den Herren der Umgebung geladen: der kommandierende General des 18. Armeekorps Generaladjutant v. Lindequist, der Ober­präsident der Provinz Hcss.n-Nassau Graf v. Zedlitz-Trützsch [er und der Großh. säch^che Generalintendant Vigneau.

Mit Glucks ZauberoperArmada", die in einer völlig neuen, von G .v. Hülsen und I. Schlar herrührenden Bearbeitung gegeben wurde sind in Gegenwart des Kaisers die diesjährigen Festspiele ün Hofcheater eröffnet wor­

den. Das Werk erzielte einen freundlichen Erfolg, den es in erster Linie der ausgezeichneten und wahrhaft glänzend inszenierten Vorführung zu danken hatte. Nicht ganz auf gleicher Höhe hielt sich der künstlerische Eindruck Der Oper

Ausland.

Wien, 10. Mai. In Anwesenheit des Kaisers, sämt­licher Erzherzoge und Erzherzoginnen erfolgte heute in der Josefskapelle der Hofburg die Trauung der Erz­herzogin Maria Christine mit dem Prinzen Emanuel zu Salm-Salm.

Paris, 12. Mai. Bisher sind 168 Resultate der Stichwahlen bekannt, wovon 23 den Sozialisten Zu­fällen, die vier Mandate gewinnen. Insgesamt haben die Republikaner noch etwa 15 Sitze gewonnen.

Schloß Loo, 11. Mai. Dem heutigen Krankheits­bericht zufolge hat die Königin eine ruhige Nacht; das Allgemeinbefinden giebt Grund zur Befriedigung. Von heute ab wird täglich nur ein Bulletin ausgegeben werden. Prinz Heinrich der Niederlande und der behandelnde Arzt Dr. Rössingh nahmen heute am Gottesdienste teil.

Die Aerzte statteten heute nur die regelmäßigen Besuche im Schloß ab und halten sich nicht mehr dauernd dort auf. Man versichert, daß die Fttihe, der sich die Kö­nig i n gegenwärtig erfreut, einen wohlthuenden Einfluß auf das Allgemeinbefinden ausübt.

M a d r i d, 11. Mai- Das Tabakmonopol Spaniens erzielte im Jahre 1901 einen Reingewinn von 13 500 000 Pes. und verteilt 19. pCt. gegen 18 pEt. im Vorjahr. Es könnte über 22 pCt. verteilen, verstärkt jedoch seine Re­serven bis zu beinahe 13 Millionen, d. i- über 21 PEt. des Betriebskapitals. Die Einnahmen des Staates im Jahre 1901 für Tabak betragen 126 649 302, für Stempel 62 494 509 Pes.

Konstantinopel, 9. Mai- Nassirn Pascha, früher Adjunkt von Goltz und zuletzt Chef des Infanterie- Departements, der wegen derselben Angelegenheit lvie Fuad Pascha verhaftet worden war, ist jetzt degradiert und aus dem Heere ausgestoßen worden. Gestern wurde Nassirn nach Ersingian in die Verbannung gesandt.

Vr yh eid, 6. Mai. Gestern abend zog eine Schar von Eingeborenen, deren Kraals kürzlich von Buren nieder- gebrannt waren, nach Scheepersnek im Norden, um von den Buren das ihnen abgenommene Vieh wiederzu holen. Sie überraschten das Burenlager und töteten über 30, mehr als die Hälfte des Kommandos. Drei Ge­fangene wurden eingebracht und den Ortsbehörden über­geben. Tie Eingeborenen erlangten ihr Vieh wieder.

Washington, 10. Mai. Der Senat nahm einen Gesetzentwurf an, der den Präsidenten ermächtigt, für die Notleidenden in französisch Westindien die notwendi­gen Bedürfnisse zu beschaffen und zu diesem Zwecke ihm 100 000 Dollars anweist. Der Staatssekretär der Aiarine entsandte zur Hilfeleistung nach Martinique das Kriegs­schiffCincinnati".

Der Bestand des Vereinsvermögens betrug am 1. Januar 1901 204.25 Mk.

Einnahme pro 1901 1512.20

zusammen 1716.95

Ausgaben 1664.74

Bestand.21

Saldo des Herrn

Schatzmeisters ab 26.55 25.66

Betreffs der Ausgaben ist zu erwähnen, daß 1270.65 Mk. an den Landesausschuß in Darmstadt abgeliefert wurden. Es sind dies die Kosten des am 28. April 1901 auf Ver­anlassung des Landesausschusses in Darmstadt im Stein- schen (Saalbau hier abgehaltenen Flottenfcstes, die Kosten für Schreibhilfe bei der erstmaligen Einrichtung der Versandlisten für die Flottenzeitschrift, die Portokosten für die Versendung der Flotte vom Januar bis in ft. Sep­tember.

Von Veranstaltungen des Vereins ist hauptsächlich das Flottensest zu erwähnen, welches als äußerst gelungen be­zeichnet werden konnte und wohl noch lange in der Er­innerung der Teilnehmer bleiben wird. Vorträge wurden im vergangenen Jahre wegen Ueberlastung durch den Ver­sandt der Flottenzeitschrift nur vier vom Schriftführer ge­halten, durch die gegen 75 neue Mitglieder dem Verein gewonnen wurden.

Sodann wurde zur Neuwahl respektive Ersatz­wahl des Vorstandes geschritten: Zu Vorstandsmitgliedern wurden einsttmmig gewählt: an Stelle des verstorbenen Geh. Med.-Rats Pros. Dr. Loh lein wurde Bergwerks­direktor Mümker, für den ausgetretenen Landgerichtsrat Dr. Schäfer wurde Oberlehrer B 1 o ck, für den nach Mainz versetzten Eisenbahndirektor Sch ob er th wurde Dr. Heuser, Bibliothekskustos, für Sekretär Blum (früher Schriftführer) wurde Telegraphist Schad gewählt. Letzterer wurde gleichzeitig als Schriftführer bestätigt. Im übrigen wurde der bisherige Vorstand einstimmig wiedergewählt.

Tie Rechnung war von Herrn Weinhändler Helm und Herrn Oberlehrer Block geprüft und richtig befunden wor­den, und aus den Antrag des 1. Vorsitzenden dem Schrift­führer Entlastung erteilt und zwar sowohl dem früheren, Herrn Eisenbahnsekretär Blum, als auch dem jetzigen, Telegr. Schad. Dem Ersteren, der von hier nach Frank­furt versetzt ist, drückt der 1. Vorsitzende den Dattk des Vereins aus für seine ebenso aufopfernden als glänzend erfolgreichen Bemühungen um dessen Forderung. Die Ver­sammlung giebt durch Auf steh en von ihren Sitzen ihre Zu­stimmung zu erkennen.

Hierauf ergriff Geh. Hofrat Pros. Dr. Oncken das Wort zu einem kurzen Bericht über Entwicklung und Stand des deutschen Flottenvereins auf Grund der T hat fachen, welche in der am 20. Februar in Berlin abgehaltenen Mit­gliederversammlung zur Sprache gekommen sind. An der Spitze des Vereins stehen jetzt zwei ausgezeichnete Atänner, als 1. Vorsitzender der Fürst Otto zu Salm-Horstmar und Herr Generalmajor Menges. Obwohl man nach Annahme des Flottengesetzes ein Herabgehen der Mitgliederzahl des Vereins hatte erwarten können, hat der Verein im Gegen­teil einen Zuwachs von 26201 Köpfen erhalten und zählt jetzt im ganzen 626201 Mitglieder. Hauptsäch­lich ist an dem Zuwachs Süddeutschland beteiligt, das ja auch bekanntlich eine große Zahl Freiwilliger zur Flotte stellt. Die Organisation ist weiter ausgebaut worden. Tie Gesanttzahl der Gruppen und Vertrauensmänner betrjug am 31. Dezember 2693. Hauptsächlich trug zur Vergrößerung der Mitgliederzahl das VereinsorganTie Flotte" bet die in einer durchschnittlichen monatlichen Auflage von 275 000 bis 276 000 Exemplaren erscheint. Das Blatt erwirbt sich in immer weiteren Kreisen Freunde durch seinen gediegenen Inhalt, die belletristtschen Beiträge, vortrefflichen Abbild­ungen usw. i

Ein weiteres Mittel zum Werben waren die Vorträge. Im letzten Jahre wurden 751 gehalten, die freilich für den Verein infolge der Notwendigkeit der Beschaffung guter Licht­bilder sehr kostspielig waren.

Die Bilanz des Vereins ergiebt ein Barvermögen von 81715.57 Mk., welches durch die Kassen bestände der Hauptausschüsse um 65 835.01 Ml. vermehrt wird.

Auch hier in Gießen hat sich kein Rückgang in der Mitgliederzahl gezeigt. Ncur zwei Herren sind aus persön­lichen Gründen ausgeschieden .

Darauf machte Geheimrat Oncken Mitteilung von einem Rundschreiben der Zentrale, das im April verschickt worden war, und das die w i ch ti g st e n Ergebnisse der Mitgliederversammlung als Anhaltspunkt für die Thätigkeit der Vereinsmitglieder zusammen- faßt. In der erfteulichen Zunahme der Mitglieoerzahl sei ein A n s p o r n gegeben, jede Gelegenheit zur Werbung neuer Mitglieder zu benutzen. Wesentlich sei besonders die Ge- winnungkörperschaftlicherMitg lieber. Gerade dadurch, daßTie Flotte" beiden Angehörigen von Vereinen, in Fabriken, Instituten rc. ausliegt, daß möglichst viele andere Vereine an den Veranstaltungen der Flottenvereine teilnehmen, seine Sch(riften re. erhält, kann mit verhältnis­mäßig geringen Mitteln viel erreicht werden. Ferner muß Bedacht genommen werden auf die Festigu ng und Aus - breitung der Organisation. Für Vorträge und sonstige Veranstaltungen sei auf den Artikel:Allerlei Fingerzeige für Flottenvereins-Abende" (vergl.Flotte" 1902, Heft 2, S. 30) hingewiesen. Jede Unregelmäßigkeit in der Zustellung derFlotte" solle möglichst bald gemeldet werden. Hauptsächlich sei auch dafür Sorge zu tragen, daß die neuen Mitglieder schnell das Vereinsorgan erhielten. Zum Schlüsse wird die Bitte ausgesprochen, es bei keiner Gelegenheit außer Acht zu lassen, daß die vornehmste Auf. jgäbe des Deutschen Flottenvereins darin besteht, jeden