Ausgabe 
12.4.1902 Erstes Blatt
 
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Nr. 85

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Erstes Blatt. 153. Jahrgang

Samstag 12. April LSOS

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

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Die ZosstarisKommisstou.

Berlin, IL April.

Die Zolltarifkommission nahm den gestern emgebrach- len Kompromiß-Antrag Gamp und Gen. betr. die Höhe der Zölle für Pferde inet der Anmerkung an, daß die Pferdezolle vertragsmäßig nicht mehr als 20 Prozent ermäßigt werden dürfen, was Graf Posa- dowskh im Laufe der Debatte bekämpfte.

Die heutige Sitzung begann mit der Beratung der Viehzölle, Positron 99, Pferde, einschließlich der Kompromißanträge Gamp und Gen., sowie des Antrags Müller-Sagan auf Ermäßigung, und des Antrags der Sozialisten auf Abschaffung der Pferdezölle. Graf Schwe- rin-Löwiß begründet den Antrag Gamp. Das Interesse der Landespferdezucht erfordere einen höheren Zollschutz. Antrick bekämpft den Pferdezoll, der nur den Groß­grundbesitzern nütze, und die Fleischnahrung der armen Leute verteuere. Landwirtschaftsminister v. P o d b i e l s k i betont, die Pferdezucht betreiben, von der Edelpferdezucht abgesehen, gerade die kleineren Züchter. Der Pferdezoll sei auch im Interesse der Schlagfertigkeit des Heeres nötig, damit im Kriegsfälle die ersorderuchen Hunüerttausende von Pferden existieren. Den Kompromißantrag halte er für nickst unbedenklich. Tie geforderte Bindung der Vieh­zölle sei ausgeschlossen. Tr. Pachnicke bekämpft den Kompromißantrag. Redner bittet den Grasen Posadowsky um Auskunft über die Ergebnisse seiner Rundreise. He­rold befürwortet den Kompromißantrag im Interesse der bäuerlichen Züchter. Handelsverträge dürften nicht blos auf Kosten der Landwirtschaft geschlossen werden.

Graf Posadowsky erklärt, ihn beseele der Wunsch, rm Interesse der Landwirtschaft, der Industrie und oer Arbeiter eine neue Grundlage unseres wirtschaftlichen Ver­hältnisses zu schaffen, ohne Erschütterung unserer handels­politischen Beziehungen. Der Doppeltarif fei ein gutes Instrument nur unter der Voraussetzung niedriger Mi­nimalzölle. Die Forderungen der Agrarier seien unhaltbar. Tie vom Grafen Schwerin gewünschte Bindung würde der Handelspolitik neue Schwierigkeiten schaffen. Man solle in der ersten Lesung, die eine erste Skizze des zu schaffenden Bildwerks sei, nicht zu viel ändern. Es bestehe die Mög- lichkeit, in zioeiter Lesung noch eine wundervolle Bild­säule herzustellen. (Heiterkeit. Widerspruch) Er bitte, vom System der Minimalzölle an dieser Stelle abzusehen, über seine Ziundreise könne er nichts mitteilen.

Tie Kommission nahm schließlich den Kompromiß-An­trag betr. die Pferdezölle, einschließlich Minimalbildung an, ferner nach der Regierungsvorlage den Zoll von 30 Marl pro Stück für Maulesel und Maultiere und lehnte den geforderten Stückzoll von 5 Mark für Esel ab, wofür

3 dem sozialdemokratischen Antrag Zollfreiheit be- en wurde. Hieraus folgte die Mittagspause.

,u Position 102, Rindvieh, beantragen ferner Dr.

Müller-Sagan Bullen und Kühe für 1 Stück 9 Mark, Jungvieh 5, Kälber 3, Ochsen 20 Mark; Gradnauer und Gen. Zollfreiheit Herold begründet den Antrag Gamp. In Deutschland müsse die steigende Viehproduktion erhallen werden, die Einfuhr sei ganz unnötig. Die Mindestsätze seien die Konsequenz der Bindung der Getreidezölle. Be- b e l bezeichnet die Viehzölle als schwere Schädigungen der arbeitenden Klassen, denen sie den Fleischgenuß um so schwieriger machen, als schon das Fleischbeschaugesetz eine ganze Anzahl Fleischsorten ausschließe. Im Verlaufe der Sitzung entsteht große Unruhe durch Unterhaltungen. Als Stadthagen den Unterhaltenden zuruft, binaus- zugehen, wenn sie sich unterhalten wollen, und trotz der Ermahnungen Rettichs nicht aushört, dazwischen zu rufen, wird er zur Ordnung gerufen. Bebel fährt fort : Die Agitation der Agrarier werde zur Einschränkung des Fleischverbrauchs führen und dadurch wieder zum Her- abgehen der Preise.

Minister v. Podbielski erklärt, es gehe nicht an, daß man die deutsche Viehzucht, für die Millionen auf» gewendet seien, der ausländischen Einfuhr opfere. Tre Sicherung des nach vielen Millionen zählenden Vieh­standes sei durchaus notwendig. Das Ausland habe andere, günstigere Verhältnisse für seine Viehzucht als Deutsch­land, das wohl in der Lage sei, seinen Fleischbedarf zu decken. Die Grenzsperre verbesserte wesentlich die ftüher ungünstigeren Verhältnisse bezüglich der Maul- und Klauenseuche, dafür besitze er amtliche Beweise. Die Verseuchung nahm ab, wir kamen wirtschaftlich weiter. Eine Minderung der Zölle für Vieh sei ausgeschlossen. Mll

gema schlos

der Bindung auch dieses Titels könne er sich nicht ein­verstanden erklären.

Müller-Meiningen erklärt die Ausführungen des Ministers über die Sperre für ganz unrichtig. Deutsch­land würde mit den vorgeschlagenen Sätzen zukünftig die höchsten Zölle der Well haben, sowie das teuerste Fleisch. Spahn erachtet die Fleischzölle nicht für schuldig an der Verteuerung des Fleisches. Ter Landwirtschaft erwachse kein Nutzen aus den gestiegenen Fleischpreisen. Staats­sekretär Graf Posadowsky weist auf die gesunkenen Schiffsfrachten, sowie auf die gewaltigen Fleischexporte Nordamerikas, Argentiniens rc. hin. Die jetzigen Ver­tragszölle seien gegen eine solche Einfuhr nicht mehr ausreichend. Die Zölle müßten so gestellt werden, daß Deutschland den eigenen Bedarf decken könne, was baldigst möglich sei, da die Viehzahl stark gestiegen sei. Tie Viehzölle wirkten ausgleichend gegenüber den Ländern mit günstigeren Viehzuchtsbedingungen als Deutschland. Der Antrag Gamp gehe zu weit. Staatssekretär v. Richt­hofen tritt mit Entschiedenheit für die Zollsätze des Ent wurfs ein, indem er geltend macht, daß durch die Er­höhung, welche der Antrag Gamp Vorschläge, namentlich der durch die Festlegung der Minimatsätze den Abschluß von Handelsverträgen, vor allem mit Oester reich-Ungarn ganz wesentlich erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht wird. Redner erläutert dies durch vertrauliche Mitteilungen. Geheimrat C l a u und bayerischer Bevollmächtigter Geiger sprechen sich gegen die Ge­wichtszölle aus. Dr. Müller-Sagan ändert in seinem Anträge den Ochsenzoll durch Teilung in Schlachtochsen 25.50 und Zugochsen 20 Mk. Gamp meint, die Ausführ­ungen des Staatssekretärs v. Richthofen widersprächen denen des Ministers v. Podbielski und des Grafen Posadowsky und vertritt das System der Gewichtszölle. Tie jetzigen hohen Fleischpreise feien ungesund und würden sicher wieder heruntergehen. Zum Entgegenkommen sei er bereit, falls die Regierungen ein Gleiches thun. Staatssekretär v. Richthofen spricht die Hoffnung aus, daß aus der zwellen Lesung eine Verständigung erreicht werde. Staats­sekretär Graf Posadowsky warnt vor zu hohen Zöllen auf Kühe, überhaupt auf Rinder. Müller-Sagan meint, die Sperrmaßregeln hätten die Bekämpfung der Tuber­kulose in Deutschland gehindert. Bei der Abstimmung wird der Antrag Gamp mit großer Mehrheit angenommen.

Politische Tagesschau.

Amtlicher Bericht DelareyS über die englischen Greuel.

Tie Behandlung der Frauen und Kinder, dieser armen Wehrlosen, ist das schwärzeste Blatt unter den vielen schwarzen Blättern dieses traurigen Krieges. In seinem Beginn wurden zuerst Frauen, die in den Dörfern wohnten, zu Hunderten gefangen genommen und zu den verschiedenen Kommandos gesandt. Nachdem wir überall Frauenlager eingerichtet hatten, in denen unsere Frauen und Kinder versorgt wurden, kam wieder eine Veränderung in das Verfahren des Feindes. Unsere Frauen wurden auf den Farmen gefangen genommen, und nachdem dort alles verbrannt war, wurden sie oftmals wochenlang auf Brückenwagen mit dem Heere mitgeführt. Des Nachts wurden die Frauen dann verteilt als Schutzwehr gegen einen nächtlichen An­griff von unserer Seite. Als die Frauen dessen gewahr wurden, begannen sie zu fliehen, und wurden nun vom Feind verfolgt. Sowohl großes Geschütz als Klein- g e w e h r ist dabei auf unsere Frauen gerichtet worden. Häufig wurden sie dann wieder gefangen genom­men und hierauf weggeführt nach entlegenen Orten und in Zellen untergebracht. M>er aus den Franenlagern kom­men allzeit, zu Hunderten, die frohen Botschaften:Küm­mert Euch nicht um uns, sondern haltet ans im Kampfe für Euer Land." Viele Frauen sind schon getötet worden durch Kugeln, und andere durch das Elend, in dem sie sich befanden. Meine eigene Frau ist eine derjenigen, die auf Befehl von Lord Methuen chre Wohnstätte ver­lassen mußte, mit Hinterlassung von allem, was sie besaß. Sie irrt nun schon zwölfMonatemit ihren sechs kleinen Kindern umher. Meine Mutter, eine Witwe von 83 Jahren, und seit neun Jahren Witwe, wurde ge­fangen genommen. All ihr Vieh ist geraubt. Ihr Haus wurde verbrannt. Sie selbst ist nach Klerksdvrp weg- geführt roorben. Ich nenne hier die Namen von einigen Frauen, die gefallen sind: Im Distrikt Rustenburg. Zu

Feuilleton.

TaS neueste GedtHt des Papstes wird von der vati­kanischen Druckerei veröffentlicht. Es ist in lateinischen Distichen versaßt und hat die letzte Wechnachtsseier zum Anlaß genommen. Eine freie Verdeutschung würde den Sinn des Gedichtes etwa so wiedergeben: .

Wieder kehrt er heul', der Tag, da Jesus geboren.

Und wir feiern ihn heut', wie es von Alters der Brauch.

Aber nimmer wie einst, als Botschaft heiliger Freude Leuchtet er uns; nicht bringt er des Friedens Geschenk. Wehe! Das Menschengeschlecht bedrauen Schaaren der Bösen, Klägliches ach! geschah, Klagenswerteres naht. Rimmer denkend an Gott, der Eltern schnöde vergessend, Schüttelt dieses Geschlecht ab sich jegliches Joch.

Spaltet voll feindlicher Wut die Bürger in kämpfende Rotten, Und es fließet das Blut, grauenvoll wütet der Mord, Recht wird nicht mehr geachtet, es wichen die Scham und die Treue.

Und die Begierde, sie wagt Frevel ganz ungestraft.

Komm', Du heiliger Knabe, o, hilf der Zeit, der bedrängten, Daß sie nicht elend vergeh', hilf, o Gott, unser Hellt

Wo Dein Segen erglänzt, da blüht in Milde die Erde.

Und es taucht aus dem Pfuhl reiner das Bild der Zett, Uralt göttliche Lehre der Religion sie erleuchte Mit beglückendem Licht alle Seelen durch Dich!

Möge entbrennen durch Dich der edle Wettstreit des Glaubens, Beut' die Palme des Siegs dem, der die Feinde »erschlug.

Alle Wolken des Wahns, des Zornes dräuende Flammen, Seien gelöscht und es kehr' himmlische Ruhe zurück.

So denn mag der Friede, der. lang ersehnte, uns nahen, Und die Herzen umschling' brüderlich liebendes Band!

Das Berliner Jbsentheater, das am Sonntag und Montag bei uns zu gastieren beabsichtigt, ist von argem Mißgeschick in Marburg heimgesucht worden. Die dort für Donnerstag abend vorgesehene Ausführung vonHedda Gabler" hat nicht stattgefunden. Das Verbot der Aufführ­ung ist, wie die ,^ess. Landesztg." mitteill, nicht von der Polizei erfolgt, sondern durch einen Vertreter der Museums­gesellschaft und auch von ihm nicht wegen des Stücks, son­dern aus anderen Gründen, die hoffentlich öffentlich be­kannt gegeben werden. Das genannte Marburger Blatt ist überzeugt, daß von einer finanziellen Schädigung des

Rietfontein wurden die Ehefrauen des Stoffel Fourie und noch ein Fräulein Diederiks vor ihrer Thüre, unter der Veranda, durch eine Maxim- gel getötet, und das, ohne daß ein Mann in der 'Rähe des Hauses gewesen wäre. Auf der Farm Groenfontein wurde die Ehefrau des L. van der Merwe durch den Kopf geschossen und darauf allein, mit ihrer Wunde, in einem Gartenhäuschen im Stiche gelassen, während ihre Wohnung verbrannt wurde. In einem andern Distrikt, zu Schweizer-Reneke, wurde eine Tochter des Sonikus totgeschosfen und eine andere schwer verwundet (worüber eine beeidigte Erklärung bei­liegt.) Im Potschefstroom-Distrikt, Gatsrand, wurde die Ehefrau des Hans Brits in ihrem Wagen durch eine Ka- nonenkugel getötet.

Heer uuo Flotte.

General der Kavallerie für Mecklenburg. Ter am Geburtstage des Großherzogs von Mecklenburg- Schwerin von diesem zum General der Kavallerie a la suite des 1. Großh. Mecklenburgischen Dragoner-Regiments 9tr. 17 ernannte Herzog Paul Friedrich zu Mecklenburg führt Rang und Titel nur für das mecklenburgische Kon­tingent, nicht aber für das deutsche Heer. Der Herzog wurde mit zwölf Jahren als Leutnant im 1. Mecklenburgischen Tragoner-Regiment angestellt. Als die mecklenburgischen Truppen in den Verband der preußischen Armee übertraten, wurde er als aggregierter Leutnant beim 17. Triagonev- Regiment weiter geführt und 1870.auch a la suite des Zieten-Husaren-Regiments gestellt. Den Krieg von 1870/71 machte er im Hauptquartier der 2. Armee mit, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse und wurde Oberleutnant. 1875< rückte er zum Rittmeister auf und that bann einige JahreI als Eskadronschef beim Husaren-Regiment von Zieten Dienst. 1880 wurde er zur Dienstleistung beim General­kommando des 3. Armeekorps kommandiert, trat aber in­folge feiner im Mai 1881 stattgehabten Vermählung mit der Prinzessin Marie von * Windischgrätz, deren Mutter die Schwester des Großherzogs Friedrich Franz II. war, vom' aktiven Dienst zurück und wurde Major a la suite des 17. Dragoner- und des 14. Husaren-Regiments. Infolge seines' Uebertritts zur katholischen Religion, der damals viel Auf­sehen erregte, nahm er am 29. Atärz 1884 den 'Abschied aus der preußischen Armee, wurde aber vom Gvoßherzoge von Mecklenburg als Major a la suite des mecklenburgischem Kontingents belassen und von 1887 ab in der Rangliste wieder als mecklenburgischer Major a la suite des 17. Dra­goner-Regiments geführt. 1889 wurde er Oberstleutnants 1893 Oberst, am 7. Oktober 1894 Generalmajor und am 9. April 1898 Generalleutnant.

Aus Stadl und Sand.

Gießen, den 12. April 1902.

""Ernennung. Der Großherzog hat den Ministerial- revisor Karl Weisel zum Ministerial-Buchhalter bei den Ministerien des Innern und der Justtz mit Wirkung vom 1. April an ernannt.

** Das Regierungsblatt Nr. 20, ausgegebew am 10. April, enthält folgende Bekanntmachung, die Stoffe* Verwaltung der Provinzialschulfonds für Oberhessem und Rheinhessen betreffend:

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht- daß die Kasseverwaltung der beiden Provinzialschulfonds! für Oberhessen und Rheinhessen von Gießen und bezw. Mainz nach Darmstadt verlegt und dem Großh. Rechnungsrat I. Weitzel übertragen worden ist.

** Tie Besprechung der Bürgermeister der hessischen Städte und von Delegierten der Stadtveroro- netenversammlungen über das den Ständen vorzulegende Polizeikostengesetz und den Antrag der Zolltarif- kommission betreffs des Oktrois der Städte auf Lebens­mittel rc. findet Mittwoch, 16. April, nachmittags 3 Uhr, in Worms statt.

** Carlschulz-Abend. Für den heute abend im Hotel Schütz stattfindenden fein-humoristischen Carlschulz- Abend ist ein vollständig neues, sehr interessantes Pro­gramm aufgestellt. Dasselbe bringt u. a. ein un ge­druckt e s, humoristisches Gedicht von Schiller, das Herrn Carlschulz zur Verfügung gestellt worden ist. Es dürfte wieder ein sehr genußreicher dlbend voll gesunden echten Humors bevorstehen.

** In der G mälde-Ausstellung im Turnhaus am Brand sind neu ausgestellt von I. v. A st u d in-WiesbadenAbend

Ensemble durch den Ausfall des Abends nicht die Rede sein darf. Dagegen hat die Aufführung vonRosmers- holm" gestern abend stattgefunden. Die Direktion deK Theaters ist an dem Ausfall der ersten Aufführung völlig schuldlos.

Die angeblich bis nach den Wahlen verschobene Pariser Theaterfahrt Leipziger Studenten ist nunmehr enbgiltig aufgegeben. Die Räuber-Auf­führungen werden lediglich in Antwerpen und Utrecht stattfinden. .

Wilhelm Jordan und Friedrich Nietzsche. Tr. Stephan Gruß sprach dieser Tage im Wissenschaftlichen Klub in Wien über Jordan und Nietzsche und die über­raschende Ähnlichkeit chrer Gedanken und Ziele. Er führte aus, daß beide Denker in merkwürdiger Uebereinftimmimg die aus dem Darwinismus, sich ergebenden Folgerungen für die menschliche Moral zogen, indem sie statt der allen Ideale des Glaubens und Handelns neue Werte schufen, welche auf eine Höherzüchtung des Menschengeschlechtes hinausloufeu.