reschen aV schärfere Bestrmunrngen der Geschäfts^cd lMwg tmb eine wachsende Erbitterung aller Nassen der Bevölkerung gegen die Märmer der Cbfh-uftwn.*
Mrt der Haltung der Nationalliberalen im Reichstag bezüglich deS Antrages Kardorff sind bekanntlich verschiedene mehr dem linken Flügel angehörende Parteigenossen nicht einverstanden. Tas kam auch in einer Versammlung des Berliner Nationalliberalen Vereins in scharfer Weise -um Ausdruck. Es gab viel Widerspruch und manche harte, abfällige Kritik. Man warf der Fraktion vor, die Grundsätze von Eisenach verleugnet zu haben und beantragte sogar eine Resolution, die die Zustimmung zum Antrag Kardorff für eine „nicht zu billigende Unterdrückung der Minderheit erklärt. Unter den Tadlern befand sich auch Justizrat Krause, der Vicepräsident des Abgeordnetenhauses. Verteidigt wurde die Fraktion vornehmlich vom Abgeordneten Tr. Sattler. Von einer Beschlußfassung wurde nach langer Beratung Abstand genommen. — Tie „Nat.- Ztg.", die Führern der Opposition gegen den Antrag Kardorff, erklärt heute, der fernere Zusammenhalt der national- liberalen Partei hänge davon ab, daß dieselbe irn Lande der Politik, welche im ©inne des Antrags Kardorff getrieben werden soll, unzweideutig die Gefolgschaft verweigert. Tas Blatt pssegt den Mund indessen nntunter etwas voller zu nehmen, als ihm nach Maßgabe der von ihm vertretenen Kreise zu kommt!
Tas auffallend ruhige Verhalten der Sozialdemokraten in der gestrigen Reichstagssitzung findet, wie nachträglich bekannt wird, seine Erklärung in Vorgängen, die sich innerhalb der sozialdemokratischen Fraktion abgespielt haben. In der letzten Sitzung der sozialdemokratischen Fraktion soll es nämlich zu scharfen Zusammenstößen zwischen den Gemäßigten und den Radikalen gekommen fein. Abg. v. Vollmar hatte die Führung der ersteren Gruppe übernommen und die Art imb Weise, wie in letzter Zeit Obstruktion getrieben wurde, mit ungeschminkten Worten getadelt. Es soll dabei pi solch heftigen Auseinandersetzungen gekommen fein,, daß man es für geboten erachtete, die im Vorzimmer harrenden Saaldiener wegznschicken.
Parlamentarisckies.
Die zweite Kammer der Landstände hält am Dienstag, beu 16. Dezember, Vormittags 10 Uhr, ihre dritte Sitzung ab mit folgender Tagesordnung: T. Beratung und Beschlußfassung für eine an Seine Königliche Hoheit den Großherzog zu richtende Adresse. IT. Regierungsvorlage, Gesetzentwurf, die Fürsorge für Beamte in Folge von Betriebsunfällen be- tteffend. (Berichterstatter: Abg. Reh.) III. Regierungsvorlage, Nachtragsforderung zu Kapitel 93 „Kriminalkassen" des Hcmpt- voranschlaqs 1902/03. (Bvrichterstatter: Abg. Hänsel) IV. Regierungsvorlage, Entwurf eines Gesetzes über die Aenderung des Gesetzes, die Erhebung der direkten Steuern, vom 29. August 1874, betreffend. (Berichterstatter: Abg. Möllinger.)
Seitens der Regierung ist der zweiten Kammer folgender Entwurf eines Gesetzes, die Entmündigung wegen Verschwend ring oder wegen Trunksucht vorgelegt worden: Wir haben mit Zustimmung Unserer getreuen Stände verordnet und verordnen hierdurch wie folgt: Einziger Artikel. Die Entmündigung wegen Verschwendung oder wegen Trunksucht kann auch von dem Armenverbande beantragt werden, dem die Fürsorge für den zu Entmündigenden im Falle der Hilfsbedürftigkeit desselben obliegen würde. Der Anttag bedarf, falls er von dem OrtS- armenvcrband einer Gemeinde auSgeht, auf welche die Landgemeinde-Ordnung Anwendung findet, der Genehmigung des zuständigen KreisamteS.
Deutsches Reich.
Berlin, 10. Tez. Der Kaiser hörte heute vormittag die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts, des Ministers des Innern, des Justizministers und des Generaladjutanten Grafen Hochberg.
— Ter neuern(rrrnte deutsche Botschafter für den Wiener Posten Graf Wedel trifft dort, wie der „Voss. Ztg." gemeldet wird, am 30. Dezember ein.
— Eine Protestversammlung der Besitzer und Leiter von Brauereien Deutscblands nahm einstimmig eine Erklärung an, welche die Erwartung aussvricht, daß, wenn der Reichstag die beabsichtigte Erhöhung des Gerstenzolles, sowie die differentielle Behandlung von Brau- und Futtergerste beschließen sollte, der Bundesrat einem derartigen Beschlüsse seine verfassungsmäßige Zustimmung versagen werde.
— Auf deutschen Eisenbahnen — ausschließlich der bayerischen — sind nach dem „Reichsanz." im Monat Oktober d. I. 13 Entgleisungen auf freier Bahn (davon 5 bei Personenzügen), 24 Entgleisungen in Stationen (davon 7 bei Personenzügen), 3 Zusammenstöße auf freier Bahn (nur bei Güterzügen), 31 Zusammenstöße in Stationen (davon 8 bei Personenzügen) vorgekommen. Dabei wurden 1 Bahnbeamter getötet, 1 Reisender, 19 Bahnbeamte, 3 Postbeamte und eine fremde Person verletzt.
— Zur Neckar-Kanalisation. Wie man aus Heidelberg schreibt, hat das badiscke Ministerium des Innern die am Neckar gelegenen Gemcinoen aufgefordert, sich über das Projekt eines Großschiffahrtsweges oder genauer einer Neckar-Kanalisation zwischen Mannheim und Cannstatt zu äußern. Die daraufhin erfolgten Antworten lassen erkennen, daß diese Ofcmcinixm dem Projekt kein besonders lebhaftes Interesse entgegenbringen. Tie Kleinschiffer befürchten vielmehr eine Beschränkung ihres Erwerbs und die Stadt Heidelberg eine Beeinträchtigung ihrer landschaftlichen Schönheiten des Neckarthales. $n Mannheim find die Meinungen geteilt. Auf der einen Seite glaubt man, daß der Umschlagsverkehr zum Teil auf Heilbronn übergehen würde, aus der anderen erwartet man Vorteile für Mannheim auS der Verkehrssteigerung.
Magdeburg, 10. Dez. Wie die sozialdemokratische „Volksstimme" meldet, wurde der Eisendrcher Kutzner nach 22iähriger Arbeitszeit und der Metalldreher Andre nach 16jähriger Arbeitszeit heute vormittag aus dem Kruppschen G r ii s o n - W e r k entlassen, weil die beiden das Huldigungstelegramm der Arbeiter an den Kaiser nicht mit unterschrieben hatten.
Breslau, 10. Dez. Eine gemeinschaftliche Nersarnm- tting des Breslauer Fortschrittsvereins und des Vereins „Franz Siegler" sollte ein Vertrauensvotum an den Abg. Eugen Richter beschließen. Nach einer Rede des 9iebar- teurS Cunow unterblieb das Votum.
Aus üladt und Land.
Gießen, den 11. Dezember 1902.
** Der dritte wissenschaftliche Fortbild- unaskursus für VolkSschullehrer wird im
nächsten Frühjahr an der hiesigen Landeshvchschule statt- finden. Tie beiden ersten Kurse — 1901 und 1902 — erfreuten sich des denkbar stärksten Besuchs, der erste zählte 236 Teilnehmer, der zweite ziemlich dieselbe Zahl, ©ogar aus der weiteren Umgegend Gießens, z. B. Grünberg, Alsfeld, Lich, Hungen, Nidda, Dilbä, Friedberg, Wetzlar usw. beteiligten sich die Lehrer an den Kursen. Auch an der Universität M a r b ur g sind seit einigen Jahren derartige hirfe eingerichtet; so findet in diesem Winter roieber ein olcher vom 14. Januar bis Ende März statt.
** Das Auftauen der Sch a u f en st er. Uns wirb geschrieben: Von verschiedenen Ladeninhabern ist in letzter Zeit zum Freihalten der Schaufenster von Eis die Einrichtung benutzt, daß in unmittelbarer Nähe der Spiegelscheiben Zahlreiche Gerne Gasflämmchen unterhalten werden. Auf )ieje Weise wird allerdings das Zufrieren der Spiegel- cheiben verhütet und die Schaufenster werden durch die ausströmende Wärme stets trocken erhalten; es sind hierdurch aber auch in einzelnen Fällen Schäden veranlaßt worden und die betreffenden Ladeninhaber dadurch um so mehr benachteiligt, als die Versicherungsgesellschaften sich in solchen Fällen, gleichwie wenn künstliche Mittel zum Erwärmen der Scheiben zwecks Abtauen von Eis angewandt ind, nicht zum Ersätze verpflichtet halten. Die Policebedingungen bestimmen, daß, wenn Einrichtungen im Geschäftsbetriebe getroffen werden, welche die Gefahr erhöhen, die Gesellschaften nicht zum Ersatz verpflichtet sind, wenn dieselben nicht ausdrücklich ihre Genehmigung zu solchen Einrichtungen erteilt haben. Unter der erwähnten neuen Einrichtung sollen namentlich die größeren Spiegelscheiben zu eiben haben und durch die von innen durch die Gaslämmchen erzeugte große Hitze im Gegensatz zu der außen vorhandenen falten Temperatur mehrfach zum Zerspringen gebracht sein. Nicht minder gefährlich ist diese Einrichtung aber auch für die in den Schaufenstern ausliegenden oder ausgehängten Waren, die bei dem geringsten Luftzüge oder beim Herabfallen irgend eines kleinen Stücks leicht Feuer äugen. Es kann dadurch ein bedeutender Schaden herbei- geführt werden. Diejenigen Ladeninhaber, welche vorerwähnte Einrichtung bereits getroffen haben, dürften daher in ihrem eigenen Interesse handeln, wenn sie fich zuvor mit den betreffenden Versicherungsgesellschaften verstän- ngten, damit sie hernach, wenn ein Schaden entstanden ist, nicht mit den Ansprüchen an die Versicherungsgesellschaft zurückgewiesen werden, weil sie gegen die Assekuranzberingungen gehandelt haben.
T a r m ft a b t, 10. Dez. Die Gesamtzahl der von dem Schwurgericht der Provinz Starkenburg im laufenden Jahre abgeurtcuten Fälle beträgt nach dem am letzten Samstag erfolgten Schluß der letzten Tagung nunmehr unsunddreißig. Unter ihnen stehen oben an die Sittlich? keitsverbrechen mit neun, dann folgen Meineid mit sieben, Brandstiftung mit fünf, Kindesmord mit vier, Verbrechen im Amt und Urkundenfälschung je mit drei, Körperverletzung mit tötlichem Erfolg zwei, Raub und betrügerischer Bankrott je ein Fall. Tie Verhandlungen dieser Sachen, von denen eine zwei Tage dauerte, nahm im ganzen sechs Wochen in Anspruch nur 4 von den 35 Fällen (2 Meineide, 1 Brandstiftung, 1 Verbrechen im Amte) führten zu völliger Freisprechung.
Handel und ycrkrljL MUn>uiirlschast.
Märkte.
Limburg a. d. 8., 10. Tez. Frachtmarkt. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 13.39 Mk., Weißer Weizen 00.00 Mk., altes Korn 10.37 Mk., neues Korn 10.60 Mark, Gerste 8.50 Mk., alter Haler 6.81 Mk., neuer 0.00 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.
Arlicitcrbtuiegnng.
Marseille, 10. Dez. Die eingeschriebenen Seeleute, veranstalteten beute eine Versammlung in der A r b e i t s b ö r s e , die von 5000 Personen besucht war. Dieselbe lehnte einstimmig den Vorschlag des Admirals Rouvier ab, ein Schiedsgericht einzusctzen. Die Versammlung nahm eine Tagesordnung an, welche alle Organisationen aufforderte, die Arbeit niederzulegen und in den Ausstand zu treten. Der Sekretär der eingeschriebenen Seeleute in Matteille, Ri» velli, verlas gestern Abend eine von Abgeordneten der verschiedenen Syndikate angenommene Tagesordnung, in der diese sich für den Generalausstand aussvrechen um die eingeschriebenen Seeleute zu unterstützen. Die Versammlung ging unter Hochrufen auf den G e n e r a l a u s st a n d und die foziale Revolution auseinander.
Kirchliche Nachrichten.
Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage.
Israelitische Neliaiansgemeinde.
Samstag, den 13. Dezember 1902.
Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9 Uhr.
Nachmittags 3.30 Uhr. Schristerklärung.
Sabbathausgang 5.15 Uhr.
Hottesdteuff brr israelitischen Leliqionskieseffschafl.
Sabbathfeier am 13. Dezember 1902.
Freitagabend 4.00 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr.
Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbathausgang 5.15 Uhr.
Mochengottesdienst: Morgens 7 Uhr, abends 4.00 Uhr.
lleneste itieluiuuien.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger.
Berlin, 11. Dez. Das Resultat der Wahlen zum 91 eiterten-Kollegium ergab eine überwiegende Majorität von Mitgliedern, die für das selbständige Fortbestehen der Korporation der Berliner Kaufmannschaft eintreten.
Limburg, 11. Dez. Aus Oberaar (Westerwald) wird gemeldet, daß ein Mann aus Ettinghausen erfroren aufgefunden worden fei. Der Verunglückte hinterläßt eine Familie von 7 Kindern.
München, 11. Dez. Auf die Resolutton der Münchener Studenten, betr. Aussechtung der Duelle mit blanker Waffe, die dem bayrischen Kriegsminister zugegangen war, antwortete dieser, daß er nach § 201 deS ReichS-Strafgeseh- bucheS nicht in derLage fei, Wünschen über die Art der AuSfechtttng der Duelle Rechnung zu tragen.
Straßburg, 11. Dez. Auf der Station Merzheim im Kreise Gebweiler im Qberelsaß wurde gestern abend die 38 jährige Tochter deS Spezereihändlers Dubach, welche au5 einem Personenzuge auf der falschen Seite auSgcstiegen war, von einem von Straßburg fommenben Schnellzuge überfahren und bis zur Unkenntlichkeit zermalmt.
Stockholm, 11. Dez. Hinsichtlich der Verleihung der Nobelpreise teilte der Präsident der Akademie der Wisien- schaften, Profesior Theel, mit, daß der physikalische Preis den holländischen Profefforen Lorentz und Zecb- mann verliehen sei, wegen ihrer Arbeiten über den Zusammenhang der optischen, elektrischen und magnetischen Phänomene. Der chemische Preis sei dem Profesior
Fischer-Berlin, dem Direktor deS chemischen JnstttutS bet Universität, verliehen, wegen seiner synthetischen Arbeiten übet den Zucker.
Paris, 11. Dez. Die venezolanische Regie» rung teilte ihrem hiesigen diplomatischen Vertreter mit, daß Deutschland und England sich Venezuela gegenüber eine Gewaltthätigkeit (!!!) zu Schulden kommen ließen, indem sie in La Guayra liegende venezolanische Kriegsschiffe beichlag. nahmten. Als 9lntroort hierauf habe die venezolanische Regle- rung die Verhaftung der deutschen und englischen Staatsangehörigen in Caracas, sowie die Beschlagnahme bet Eisenbahn verfügt. Die Regierung richtete einen Aufruf an bie Bevölkerung, sich mit Gewalt gegen bie beutsch-englischen Angriffe zu verteibigen.
Paris, 11. Dez. Dem .Petit bleu' zufolge ist eine Klage wegen Morbes gegen Romain d'Aurignac.eingebracht worden. Derselbe wird beschuldigt, im Jahre 1894 einen seiner Gläubiger im Eisenbahnzuge ermordet zu haben.
Marseille, 11. Dez. Die Hafen- und Dockarbeitei erklärten sich im Prinzip mit dem Proklamieren beS Gcneral- ausstanbes einoerftanben.
Mabrid, 11. Dez. Die immer bedrohlicher (autenben Melbungen au5 Marokko rufen in RegierungSkreisen große Erregung hervor. Man befürchtet, baß ber Moment gekommen sei, in welchem die europäischen Machte intervenieren würden.
Wien, 11. Dez. In der heutigen Nachtsitzung deS Gemeinderats kam es zu großen Demonstrationen für den deutschen Kaiser. Der Gemeinderat Schwer hielt eine heftige Rebe gegen bie Sozialdemokraten und beschuldigte sie direkt der 9lrbeiterfeindlichkeit. Tie Verleumdunq sei das Feld der Sozialdemokraten. In Deutschland hätten dieselben durch Verleumdung einen wirklichen Arbeitersieimb in den Tod getrieben. Gott sei Tank habe ber beutsche Kaiser ben Mann nach seinem Tobe noch geehrt. Tiese ©rflärung wurde von ben Antisemiten mit tosenbem Beifall und nicht endenwollendem Händeklatschen begleitet.
Großwardein, 11. Dez. Gestern Abend fand in ber Gasanstatt eine Exp losion statt. Eine Retotte und bie bamit im Zusammenhang stehenden Magazine wurden in die Luft gesprengt. Die große Retorte konnte rechtzeitig durch Absperrung der ZuleitungSrohre gerettet werden. Zahlreiche umliegende Häuser wurden zerstört, mehrere Personen verwundet.
New-Pork, 11. Dez. Die furchtbare Kalte verursachte während der letzten Nacht den Tob von fünf Menschen. Die Temperatur sank auf 28 Grad R. unter Null. Die Stadt bewilligte 100 000 Dollar für Frei- kohlen.
New-Pork, 11. Dez. Die weggenommenen venezolanischen Kriegsschiffe ergaben sich nachmittags 4 Uhr ohne Widerstand mit 390 Mann. Die Schiffe wurden in- Schlepptau genommen und alsbald aus dem Hafen gebracht. — Das Staats-Departement wurde durch ben Gesandten Bowen von ber Verhaftung mehrerer beutschcr unb britischer Unterthanen in Caracas benachrichtigt. Bowen bewirkte mit energischem Protest bie Freilassung einiger. Anbere sinb trotz bes Protestes noch in Hast. — Em Lonboner Regierung Organ melbet: Ter Kapitän betz englischen Kriegsschiffes »Retribution* habe gestern nachmittag einen Spezial-Kutter mit einem Ultimatum nach Caracas gefanbt, das eine letzte Frist von 48 Stunben zur Erfüllung ber bann enthaltenen Forberungen festsetzt. Die Note verlangt eine sofortige Baarzahlung von je 34 000 Dollar an Deutschlanb unb England sowie Regelung ber Ansprüche au§ ber vergangenen Revolution burch ein gemischtes Tribemal in betreiben Weise wie bei bem letzten Uebercinfoinmen mit Frankreich. — Der Lonboner venezolanische Konsul erklärte einem Vertreter der St. James-Gazette, bie Lage sei äußerst gefährlich. Die Beschlagnahme ber Flotte käme einer Kriegs-Erklärung gleich. Die Verhaftung beutschcr unb englischer StaatSangc' hörigen läge in deren Jntercsie als Schlitz gegen die wutentbrannte Bevölkerung. Er glaubt, in Caracas seien zirka 240 Engländer, im Lande etwa 600. Deutsche gebe es in Caracas an 250—300. Falls Deutschland unb England gegen Venezuela Krieg führen wollten, hätten sie eine schwere 9lufgabe. Die Republik könne wenigstens 100 000 Mann ins Feld stellen. — Die Blokade ber venezola- nischen Küste wirb nach einem Lonboner Telegramm von Barima bis La Guayra burch englische, von La Guayra bifl zur kolumbischen Grenze durch deutsche Schiffe aufrecht erhalten.
Telephonischer Kursbericht«
Frauktiiri
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Kreditaktien . . . 210 70
Diskonto-Kommandit. .
DarmstAdt-r Bank . . 136 50
Dresdener Bank .... 143.20 Ber iner Handeisgei. . 156 60 Oesterr StaaUbahn . 146 50
Lombarden ... • 17 60
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