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«meS Dekanatskollektanten möglich sei, darüber gingen die Meinungen noch auseinander. Als feststehende Kollekten rourden die für den Gustav-Adolf-Verein und für das Dia- Lonissenhaus in Darmstadt angesehen, ferner für absehbare ^eit gleichfalls noch die für die Epileptischen-Anstalten Nethel und Nieder-Ramstadt, für die^Erziehungsanstalten für lonfirmirte Knaben in Dillenburg und auf der Aumühle, und Lie für die drei Rettungshäuser. Es rourbe, bedauert, daß As noch nicht gelungen sei, die Kollekten für die letzteren Zusammenzulegen. Um so dringender wurde der Wunsch Ausgesprochen, daß diese Anstalten für Zwangszöglinge ein iÜe vollen Kosten deckendes Pflegegeld erheben und dadurch )a8 regelmäßige Kollektieren überflüssig machen sollten. Sodann wurde noch über Kolportage verhandelt und dabei uamentlich vor den herumziehenden Bilderverkäufern gewarnt.
Um 6*/* Uhr begann der Festgottesdienst in der Stadt» ttirche, in dem Herr Militär-Oberpfarrer Zechlin aus Frank- fsurt im Anschluß an Hesekiel 34, 10 und 11 über die innere Mission als eine Arbeit im Dienste Jesu sprach.
Die Abendoersammlung in Steins Garten hatte fast .ein zu reiches Programm. Herr Pfarrer Braeß rief zur Mitarbeit an der Fürsorge für unsere Heranwachsende männ- lliche Jugend, wie sie besonders in den christlichen Vereinen [junger Männer geübt wird, auf. Herr Dr. Ebel und Herr »Stiftspfarrer Weber aus Lich boten feffelnde Bilder aus Ser Geschichte deS Klosters Arnsburg, jener aus der fernen Vergangenheit der Gründungszeit und des Mittelalters, dieser mus der neueren Zeit, aus der Begründung und dem Leben 2er dortigen Rettungsanstalt. Dazwischen erfreute ein zu diesem Zweck zusammengetretenes Quartett unter der Leitung des Herrn Lehrers Görlach und Frau Professor Rahn die Versammlung durch ihre Gesänge.
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— Frau Sarah Bernhardt wird, wie schon mitgeteilt, am 14. d. im Mainzer Stadttheater als K a m e l i e n d a m e auftreten. Tos projektierte Gastspiel der Künstlerin in Frankfurt und Wiesbaden ist wegen zu hoher Honorarforderungen nicht zu Stande gekommen. Der Groß- Herzog wird voraussichtlich der Theateraufführung m Mainz beiwohnen, in der Sarah Bernhardt mit ihrem Ensemble gastiert.
— Alwine Wicke. Wir lesen im „Kl. Journ." vom 10. d. Mts.: „Ais Vorfeier zu Schillers Geburtstag brachte das Schiller-Theater N. zu Berlin eine Aufführung von „Kabale und Siebe". Alwine Wicke spielte die Rolle der Lady Milford temperamentvoll und mit schöner Leidenschaft, besonders wirkungsvoll in der Szene mit Ferdinand. Die Künstlerin wird bekanntlich hier in Gießen am 20. d. Alts, in einer Ibsen-Partie gastieren, Wir haben also, infolge des für den 15. d. Mts. bevorstehenden Nora-Gastspiels der Agnes Sorrna, zwei interessante Ibsen- Abende hintereinander.
4°/j Italien. Rente . . , 4%% Portugiesen . . , S°/ Portugiesen. . . .
1% C. Türken . . . Türkenlose .....
4% Griech. Monopol.-Anl. 4*/,% äussere Argentiner
Telephonäscher Kursbericht.
Frankfurt a. Jl., 11. November 1902.
1 E.
Familien-Nachrichten.
Verlobte: Adele Bernhard und Herrncmn Fischer, Nieder»- Weisel, Burg bei Magdeburg.
Bekanntlich hatte der 8<y0
. 25.60
. 92.55 . 84.60 . 93.00 . 210.60 . 187.30 . 132.60 . 142.00 . 155.50 . 149.70 . 18.60 . 179.30 . 198.00 . 165.50 . 166.20
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
8% Mexikaner . . . 41/2'3/o Chinesen . . . Electric, tichuckert . . Nordd. Lloyd . . .
Kreditaktien . . .
Diskonto-Korumandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. . Oeaterr. Staats bahn . . Lombarden • • • • Gotthardbahn . . , . Laurahütte . . . . . Bochum
Harpener.....
Tendenz: fest.
Glstnkahn-Zeilung.
— Die Eisenbahndirettion Frankfurt hat aus Anlaß neuerlicher Beschwerden aus dern Publikum die Lokomotivführer wiederhott darauf hingewiesen, daß das Qualmen und Dampfablafsen der Lokomotiven während des Haltens an den Bahnsteigen und iu der Nähe bewohnter Gebäude, ferner das übermäßig lange Pfeifen mittelst der Dampfpfeife streng verboten sei und in Zukunft bestraft werben solle.
10.
10.
11.
Neueste Meloungeu.
Originaldrahtmeldunge« des Gießener Anzeigen.
Weimar, 11. Nov- Das Schwurgericht verurteitte die Arbeiter Behnert uud Fousse wegen Ermordung der Trödlerin Harz aus Jena zum + ode. Der uritte Angeklagte, Arbeiter Goldschmidt, wurde der ^rrenkttulk in Jena zur Beobachtung überwiesen.
London, 11. Nov. Die Times melden aus Fez: Der Prätendent griff mit großem Gefolge uud vielen Mannschaften die maurischen Truppen an, überraschte sie und drang in deren Lager ein. Die Truppen des Sultans sammelten sich aber schnell, schlugen die Rebellen und brachten ihnen große Berlnste bei. Der Prätendent floh mit seinen Anhängern in ein festes Schloß, das die Trnppen des Sultans umzingelten und stürmten. Der Prätendent entkam. Eine große Zahl Rebellen wurden gefangen genommen, viele getötet.
London, 11. Nov. Dem Vernehmen nach belauft (tag der Betrag, welchen der deutsche Kaiser zum Besten, der verheirateten Mannschaften und Famrlren der Rohöl Tragoons gespendet hat, auf 500 Pfund Ster lru3; es ist dies die gleiche Summe, wie sie vor drer Zähren bet der Abfahrt der Mannschaften nach dem Kap gespendet
4*/,)% Oesterr. Silberrente 101J.5 4% Ungar. Goldrente . . 101.90
3*/,o/o Konsole . .
3°/o do. ...
872% Hessen . .
3-6 Oberhessen
4-6 Oesterr. Goldrente
durch gewisse Gunstbezeugungen seiner Frau in die Pachterstelle hinaufgerückt ist. Als er zwischen 10 und 11 Uhr am Tage der That von der Jagd zurückkehrte, schien er stark ge- trunken zu haben, denn er befand sich in einer furchtbaren Auftegung. Er lief zornig in den Wohn- und Wirtschaftsräumen umher und bedrohte wiederholt seine Frau, die schließlich zu dem Verwalter flüchtete. Gegen 12 Uhr mittags siel dann plötzlich im Zimmer des Verwalters ein Schuß. Gleich darauf lief der Verwalter hilferufend über den Hof und brach bewußtlos zusammen. Knechte trugen chn in einen Stall, wo er nach etwa 10 Mmuten verschied. Der rechte Oberarm war vollständig zerschmettert und von diesem war der Schuß durch die rechte Brustseite in die Lungen gegangen, sodaß eine schwere Zerreißung derselben siattgefunden hatte. Inzwischen war auch Frau Courth aus dem Zimmer geflüchtet und hatte sich hinter der Haushälterin in der Küche versteckt. Der Angeklagte war ihr jedoch auf dem Fuße gefolgt und gab aus unmittelbarer Nähe, sodaß die Haushälterin dadurch mit in Gefahr geriet, den tätlichen Schuß auf sie ab, der in die Brust traf, sodaß sie sofort tot zusammensank. Nachdem er den Schuß abgegeben hatte, atmete Courth tief auf und sagte: „So nun bin ich gerächt!" Hierauf rief er alle seine Knechte und Mägde zusammen und sagte ihnen, daß er vorsätzlich und mit Ueberlegung soeben seine Frau und seinen Verwalter erschossen habe, weil sie ihn Beide hintergangen hätten und er sie kurz zuvor auf frischer That ertappt habe. Gegen das freisprechende Urteil der Geschworenen, das bekanntlich auf dem psychiatrischen Gutachten, wonach Courth bei Begehung der That krankhaft gewesen sei, beruht, beabsichttgt die Staatsanwaltschaft die Revision anzumelden.
Kunst und Misscnschast.
Arbeiterbewegung.
gntö, 10. Nov. In mehreren Gruben des Departement-, Pas de Calais wurde die Arbeit heute teilweise wieder» ausgenommen. ,
Hoher Haarausfall schreibt Herr Dr. W. in R. 6. Juni 02: Habe bei Krankheiten der Kopfhaut und der Kopfhaare (foroie Haarausfall) Ihre „Cbermener*§ Herba-Seife" mit zufriedenstellendem Erfolg angewandt. Z. h. in Apotheken, Drogerien u. Fabrikant, I. Gioth, Hanau 14.
Universitäts-Nachrichten.
Bonn, 10. Nov. Die juristische Fakultät der Universität bat den Erbgroßherzog von Baden aus Anlaß seines Scheidens aus der Rheinprovmz zu ihrem Ehrendoktor ernannt Das Diplom, das heute durch den Dekan der Fakultät, Geheimrat Berg- bohm, in Gegenwart des Rektors Geheimrat Zittelmann und des Geheimrats Loersch in Coblenz überreicht wird, betont die frühere Zugehörigkeit des Erbgroßherzogs zur Fakultät während ferner Ätudienzerh seine treue Anhanglichkett an die Universität unb fein Verdienst um das Zustandekommen der neuen Militärstrafprozeßordnung.
? Sammte, Velvets,
ögiu@nsTöiT®MSÄnÄ.
Elten & Keussen, Handlung Krefeld.
Gießen, ll.Nov. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butterpr.Pfd. 1,00—1,10 Mk., Hühnereier pr. St 7—9 Psg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Psg., Enteneie 0—0 Psg., Käse or. Stck. 5—9 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—0 Pfg., Erbsen pr. Ltter 20 Psg. Linsen pr. Liter 32 Psg., Taubenpr. Paar 0,70—0,90 Mk., Hühner pr. St 0,90—1,40 Mk„ Hahnen pr. Stück 0,75—1,60 Mk., Emen pr. Stück — ~ .. - Psd. 54—64 Pfg., Ochfenfleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—72 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 4,00—5,00 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 3,30—3,50 Mk., Aiilch j>er Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Psg.
Höchste Temperatur am 9.—10. November
Niedrigste , , 9-—10. ,
Trauben 00—00 Psg.
Die Marktzeit dauert von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr. Gegenstände des Wochenmarktoerkehrs dürfen vor Beginn der Macktzert überhaupt nicht und während der ersten drer Stunden der Marktzeit nur auf den dafür beftimmten und angewiesenen Verkaufsplätzen, also auch nicht im Umherziehen, feilgeboten werden.
toUrbo'onbon, 11. Nov. Die „St. James-Gazette" erfährt von zuständiger Seite, daß die englisch-deutschen Meinungsverschiedenheiten über tue Räumung von Shanghai befriedigend bergeleah eien. In derSüdafrikafrage besLandenkerneDrs- erenzen zwischen Deutschland und Großbrttannren, Sollte das gegenwärtig in Verhandlung stehende Handels- M komm en Englands mit Portugal bezüglich der Delagmp- Bai zum Mschluß gelangen, so würde Deutschland keur Einmischungsrecht haben. Die britische Regierung staube übrigens nrcht, daß Deutschland sich einzumrschen wünsche.^ Soweit die brttische Regierung in Betracht komme, Hube der Kaiserbesuch keine politische Bedeutung,
St Ett enne, 10. Nov. Ter Nationalausschuß der Grubenarbeiter richtete an dns Arbetterproletavtat ein Manifest, in dem der Ausschuß zur Geduld mahnt, an die Annahme des Schiedsgerichtes erinnert und den Gesellschaften Winkelzüge, Verschleppungstpolttik und schlechte Absichten gegenüber den Ausständigen vorwirft. Dre Not und die Unterwerfung einzelner Ausständiger würden die Gesamtheit nicht zum N a ch g e b e n bewegen, sie wurde vielmehr kämpfen bis zu einem siegrerchen Ende. Gegenüber dem Proletariat erklärt der Ausschuß, daß angesichts der Kampfbegier mala fides die Ardettgeber und Grubenarbeiter nicht mehr isoliert dastehen dürften und fordert das gesamte Proletariat auf, sich am Kampfe zu beteiligen. Ter Ausschuß appelliert an alle Arbeiterverbände, durch ein allgemeines entschiedenes Vorgehen sämtlicher Arbeiter die Bemühungen der Arbeitgeber zu unterstützen.
Wien, 11. Nov. Die „Neue Freie Presse" bezeichnet auf Grund zuständiger Informationen die Nachricht, daß die deut scheKaiserin längere Zett in Ab azzia Aufenthalt nehmen wolle, für unbegründet.
X. Gießen, IL Nov. Eine Gebühren-Ordnung für die sanitäre Ueberwachung von Geflügelschauen durch bte beamteten Tierärzte wird, wie die Geschäftsleitung des landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen dem Vorstand des hiesigen Geflügelzucht-Vereins mitteilt, das^Großh. Ministerium, Abteilung für Medtzinalwesen, festsetzen. ~ s s Gießener Geflügel-Verein aus Anlaß seiner vorjährigen Geflügel- Ausstellung sich an das Kreisamt, resp. an das Ministerium gewendet, weil die ihm aboerlangten Gebühren den Mitgliedern des 71,.7 zu hoch erschienen. Nun wird durch die in Aussicht stehende Gebühren-Ordnung eine dankenswerte Klarheit geschaffen, die um so nötiger ist, als die Vereine, welche Ausstellungen abhalten, vorher genau wissen, welchen Betrag sie für die tierärztliche
§dji|f5tmdjridjt£n.
Nordbeutscher Lloyb.
In Gießen vertreten burch Earl Loos, Krrchenplatz.
Bremen, 6. November. (Per transattantijchen Telegraph.^ Ter Toppelfchrauben - Dampfer „Brandenburg , Kapttan Steencken, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, tft heute 8 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. ,
Ueberwachung zu zahlen haben.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft
Märtte.
Vermischtes.
* P a d e r b v r n, 10. Nov. Ter Stationsvorsteher des i Bahnhofes Rheda wurde beim Ueberschretten eines Geleises 1 «ach der Abnahme des Zuges durch einen von der anderen Vette kommenden Güterzug überfahren unb zermalmt.
*Hamburg, 10. Nov. Auf dem Hamburger Salpeter- Misf „Gudrun" wurde ein Matrose unwett Kap Horn durch »ine Sturzwelle über Bord gespült. Beim Rettungsversuch llenterte das Rettungsboot; vier Insassen ertranken
* Lübeck, 10. Nov. Ter Wagen, in dem sich die ■Gräfin Sierhagen und Prinzessin Antoinette ■Inna von Anhalt befanden, wurde bei einer Spazier- Tahrt lumgeworfen. Die Gräfin erlitt einen Armbruch, eie. Prinzessin blieb unverletzt.
* Ueber das Duell zwischen dem monarchisttschssn deputierten und Automobtt-Fabrikanten Grafen Dion unb dem sozialistischen Deputierten Gerault- Richard ist beretts wiederhott berichtet worpen. In den pariser Blättern finden sich, ausführliche Darstellungen dieses lustigen Zweikampfes. Der Ort des Duells war das Etablissement „Cheri". Tie Pariser Dnellschriftsteller rühmen den Ort als besonders glücklich gewähtt. Ter Hotelier besitze eine Courtoisie, eine Tiskretion, bte ihn eklen Tuellanten bestens empfehle. Mtt dem Etablissement sieht ein ausgebretteter Park in Verbindung, und üt demselben befindet sich eine wohlgepllegte Allee, an deren Ende die Stallungen anstoßen. In den Ställen befinden sich gegenwärtig keine Pferde. So konnten in den Verschlagen, rvelche die Aussicht auf die Allee frei lassen, die Amateur- Photographen untergebracht werden. Tie Sekundanten sorgten dafür, daß außer den Photographen die Vertreter der Presse, sowie intime Freunde der Leiden Gegner bevorzugte Plätze, ^sozusagen Sperrsitze, eingeräumt erhielten. Von diesen aus konnte ihnen kein Detail des Zweikampfes entgehen. 20 Minuten vor 11 Uhr erschien Graf Dion als der Erste, selbstverständlich kam «r per Automobil. Er trug einen langen Pelzrock und Zylinder, um den Hals einen weißen Foulard. Der Pelz ischeint aber im Pariser Tuell-Lottetten-Codex nicht de uigueur zu sein, denn von Gärautt-Richard, der Punkt 11 IUhr am Schauplatz der Ereignisse erschiert, wurde berichtet, dtr sei im einfachen, dunkelgrauen Ueberrock erschienen. Nun werden von den Zeugen die Präliminarien desZweikampfes gepflogen, alles vor den Augen der höflichst interessierten -Zuschauer und Zuhörer. In dem Augenblicke, da die beiden «Gegner mit dem Degen in der Hand einander gegenüber» ttecten, mißachtet das Publikum die Ermahnungen zur Ruhe, welche die Sekundanten erteilt hatten. Diejenigen, die an Len Stallfenstern keinen Platz ' ' 'oben, verlassen »einfach den Stall und nähern i] senden. Ten
weiteren Schilderungen des s ist zu entnehmen, daß Neide Gegner den Anforderungen des schaulustigen Publikums entsprochen haben, nur ist itö gleich nach dem ersten Gange klar, daß Graf Diou seinem •tfegner bei weitem überlegen tft. Beim zweiten Gang entflieht ein lebhafter Klingenwechsel. Aber, setzt der Chronist 'bedauernd hinzu, in dem Augenblick, da die Erregung aufs 'höchste gestiegen war, wett man eine ernstliche Verwundung ,tines der beiden Gegner vorausssetzte, waren die zwei Minuten, die für den Gang festgesetzt waren, -u Ende; er wurde unterbrochen. Beim sechsten Gang notiert Iber Berichterstatter ein überraschendes Degenkunststück des । Grafen Tion, das er mit sachlicher Ausführlichkeit würdigt. ’ -£er zehnte Gang war der letzte. Gerault-Rcchard erhielt Hine leichte Verwundung am Arm. Sie genügte, sagte der Bericht, für einen Kampf zwischen Gegnern, bte nichts von .einander trennt außer dec Polttik. So war nun alles zu >Äide, schließt der Chronist, und die Menge flutete nach Paris zurück. In Fiakern, in Privat-Equipagen, im Automobil umb der Bicyele.
Zum Liegburger Ehedrama.
Zu einer überraschenden Freisprechung, der des -Doppelmörders Courth, durch das BonnerSchwur- .ge richt wird von dott geschrieben: Courth war früher 1 Schweizer und zuletzt Generalpächter des Rtttergutes „Haus Zur Mühlen" bei Siegburg an der Sieg, das den Schauplatz seiner blutigen That bildete. Seine von ihm erschossene ! qjrau war dem Trünke ergeben und ihre Beziehungen, die l lsich nicht nur auf die verschiedenen Gutsoerwalter, sondern ja ft auf das gesamte männliche Hausgesinde bezogen, waren seit Jahren in der ganzen Umgegend bekannt. Da der Angeklagte wiederholt erregte Auseinandersetzungen mit feiner ^■rau hatte, nahm man allgemein an, daß auch er von den Liebschaften derselben mit feinen Untergebenen Kenntnis hatte. । Dies ist jedoch von ihm im Laufe der Verhandlung energisch testriÜen worden, obwohl nachgewiesen wurde, daß er erst


