Dienstag 11. NovemberlSOL
152. Jahrgang
Zweites Blatt.
$>ie heutige Kummer umfaßt 8 Seiten
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Achtung zu leben. Solche Gesinnungen müßten aber von beiden Seiten geteilt werden. Eine ganze Reihe erbitternder Nadelstiche könne nicht gleiche bei den ersten zur Versöhnung aussordernden Worten vergessen werden. — „D ailyChro- niete" schreibt: Das englische Volk ist e r f r eu t, zu sehen, daß die Beziehungen zwischen Deutschland und England, die sehr gespannt geworden waren, durch den Austausch von Freundschaftsbeweisen zwischen den beiden könig- lichen Verwandten besser geworden sind. Trotzdem glauben wir nicht absoluter Unvernunft beschuldigt werden zu können, wenn wir dem Argwohn Raum geben, daß die Hoffnungen vieler Deutscher weniger darauf hinausgehen, aus uns einen Freund, als ein Werkzeug Deuts ch- l a n d s zu machen. — Tie „W e ft m i n st e r Gazette" befürwortet die Pflege freundschaftlicher Beziehungen mit Deutschland und sagt: Der Besuch des Kaisers könne viel dazu'beitragen, die Wolken des Mißtrauens zu zerstreuen, die über den deutsch-englischen Beziehungen ausgebreitet seien.' Es mögen triftige Gründe vorhanden sein für die Empfindung der Engländer, daß das deutsche Publikum keine freundliche Rolle während des Krieges gespielt hat; aber es würde thöricht sein, diese Gründe für die Leitung der englischen Politik gegenüber der deutschen Regierung geltend zu
Nr. 265
«t täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden hn Wechsel mit dem hessischen Landwirt dre Gießener Zamilie«. blätter viermal in der Woche beigelegt.
Rotattonsdruck u. Vertag der Brüh l'schen Univers.-Buch- u.Stein- druckorei (Pietsch Erbeut Redaktion, Expedition und Druckerei:
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chllungtll bestrebt sein, seinen L me Stunden zu bereite nnoncen, Uugzettel a
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Deutscher Reichstag.
212. Sitzung vom 10. November.
1 Uhr. Das Haus ist gut besetzt. *
Am Tische des Bundesrats: Bei Beginn der Sitzung
Deutsches Keich.
Berlin, 10. Nov. Von Hannover aus wird im Zusammenhänge mit dem Berliner Besuch des Kronprinzen von Dänemark und der Englandreise des Kaisers wiederum das Gerücht von einer bevorstehenden Verlobun g des deutschen Kronprinzen mit einer Prinzessin von Cumberland verbreitet. An amtlicher Stelle ist von einem solchen Projekt nicht das Geringste bekannt.
— Ter bisherige Botschafter in Wien Fürst Guten* bürg ist nunmehr auf sein Ansuchen mit den gesetzlichen Wartegeldern in den zeitweiligen Ruhestand versetzt worden. Seinen Wunsch, dauernd aus dem Staatsdienste zu scheiden, hat der Kaiser in schmeichelhaften Worten abgelehnt und dem Fürsten als erneutes Zeichen der Anerkennung das Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub verliehen. Ter Gesundheitszustand des Fürsten ist in letzter Zeit so wenig befriedigend, daß dieser nicht imstande ist, in absehbarer Zeit nach Wien zurückzukchren, um sein Abberufungsschreiben dem Kaiser Franz Josef persönlich zu überreichen.
— Tie Geschäftsordnungskommission des Reichstages beraumte zu Tonnerstag vormittag eine Sitzung an zur Beratung der ihr vom Reichstag überwiesenen Frage.
Koblenz, 10. Nov. Zu Ehren des scheidenden Erb- großherzogS von Baden veranstaltete die Provinz
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Kaiser Wilhelm iu ßuglaud.
Sandring'ham, 10. Nvv.
Gestern abend fand bei Hofe Konzert statt. Heute früh ging der deutsche Kaiser auf die Entenjagd. Ter Prinz von Wales begleitete ihn. Entgegen einigen Berichten wird der Kaiser vor dem Besuch beim Gart os Londsdale weder nach Cambridge noch sonst wohin gehen. Chamberlain Brodrick, Balfour und die übrigen Gäste, die Ende der vorigen Woche in Sandringham eingetroffen sind, sind heute nach London wieder abgereist. Auf der zum benachbarten Tevsingham gehörenden Straße, welche die beiden Güter des Königs verbindet, wurden heute nachmittag vom Kaiser Wilhelm, dem König und dem Prinzen von Wales im ganzen 13 Bäume gepflanzt. Ter Zeremonie wohnten auch die Königin, zwei Söhne des Prinzen von Wales, Prinzessin Viktoria, Prinz und Prinzessin Karl von Dänemark, der deutsche Botschafter in London, der englische Botschafter in Berlin, sowie die beiderseitigen Gefolge bei. Tie Einwohner des Kirchspiels waren als Zuschauer geladen. Einer der Pächter des Königs überreichte am Schlüsse der Feierlichkeit eine Adresse. T ar auf fuhren die Herrschaften zu einem in der Nähe errichteten Festzelt, wo den Arbeitern und Pächtern des Königs ein Festmahl zu Ehren des Geburtstages des Königs gegeben wurde.
lieber den äußeren Eindruck, den eine Unterredung des Kaisers mit C h a m b er l a in an den Thoren der Kirche von Sandringham gewährte, berichtet eine Londoner Agentur folgendes: Ter König und der Kaiser kamen zu der Stelle, wo der Kolonialminister Chamberlain stand. König Eduard reichte iüm die Hand und wandte sich dann anderen Mitgliedern der Gesellschaft zu, indem er den Kolonialsekretär und den Kaiser bald allein ließ. Ter Kaiser war besonders herzlich und hielt Chamberlain, nachdem er ihm die Hand geschüttelt, in längerer Unterredung zurück. Beide standen ganz allein abseits von den übrigen Gruppen 15 Minuten lang zusammen und jede Geste wurde von den Zuschauern mit gespannter Aufmerksamkeit beobachtet. Darüber, daß der Gegenstand der Unterhaltung, welcher Art er auch immer gewesen sein mag, ein „absorbierender" war, herrscht kein Zweifel und keinen Augenblick verlor die Unterhaltung ihren ernsten Charakter. Hie und da, wie um seine Worte zu unterstreichen, erhob der Kaiser die behandschuhte Hand und Chamberlain nickte in Würdigung der Worte des Kaisers leicht mit dem Kopf. Ter Don der Stimme des Kaisers wurde von den toemge Schritte entfernt stehenden Kirchgängern und Besuchern deutlich vernommen. Diese öffentliche Kon- ferenz bot dem Publikum kein geringes Interesse und gewährte ihm einen Grad von Befriedigung, aus dem es keinen Hehl machte.
Interessant sind die englischen Preßstimmen. Der ^Standard" bespricht den Gedanken, daß b e s ss e r e B e - ziehungen zwischen Deutschland und England Platz greifen mögen, und sagt, die große Mehrheit der Engländer wünsche nichts besseres, als mit ihren deutschen Verwandten in Freundschaft und gegenseitiger
verweilten etwa eine halbe Stunde. Auf das von Sir Tighton Prvbyn ausgebrachte Hoch auf König Eduard erwiderte der König mit einer kurzen Ansprache und forderte zum Schlüsse alle auf, auf das Wohl des deutschen Kaisers zu trunken, von dem er hoffe, daß er noch oft nach Sandring- ham komme. Ter Kaiser verbeugte sich dankend. Im Schlosse trafen im Laufe des Nachmittags Lord Lcmdsdowne mit Gemahlin und eine Anzahl andere Gäste ein.
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Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 10. November:
Ter Antrag auf Abänderung der Geschäftsordnung, durch den der Name des bis dahin in weiteren Kreisen unbekannt gebliebenen Mg. Aichbichler (Ztr.) zu einer gewissen Berühmtheit gelangt ist, hat die Situation im Reichstag einigermaßen geändert. Nicht so sehr der Stang, gegen den Zolltarif anzukämpsen, als eine Art parlamentarischen „Selbsterhaltungstriebes" ist nunmehr bei den Minderheitsparteien zur vollen Entfaltung gelangt und läßt vor allen den Abg. Singer, den Geschäftsordnungskenner und Haupttakliter der äußersten Linken, gleich einem „brüllenden Löwen", umhergehen. Abg. Richter räumt Singer vollstäitdig das Feld, wie denn die Freis. Voltspartei überhaupt im parlamentarischen Kampf gegen den Tarif sogar hinter dem „weiblichen" Freisinn, der von Abg. Tr. Barth geführten „Vereinigung", auffallend zu- rüüsteht. Tie letztere soll sich, wie man in Reichstagskreisen erzählt, mit, der Hoffnung tragen, bei den Neuwahlen dem „männlichen" Freisinn einige Mandate abzugewinnen. Unmöglich ist das wohl nicht, da der Kampf um den Zolltarif die alte Gegnerschaft zwischen dem Abg. Richter und den Sozialdemokraten ersichtlich aufteben läßt. — Tie heutige Sitzung stand im Zeichen der namentlichen Abstimmungen über Abänderungsanträge der Linken zu § 5 des Zolltarifgesetzes, die weniger der sachlichen Bedeutung wegen, als aus taktischen Gründen, um die Mehrheit auf die Kopfzahl hin zu kontrollieren, gestellt waren. Glänzend war dort die Präsenz gerade nicht; sie schwankte zunächst zwischen 219, 224, 216, 214 Abgeordneten. An die Lungenkraft der Schriftführer wurden durch diese Namensaufrufe beträchtliche Anforderungen gestellt, und im Interesse dieser Sperren liegt es zweifellos, daß der Antrag Aichbichler, der den Namensaufruf durch Namensunterschrift ersetzen will, zum Beschluß erhoben wird. Bei der fünften namentlichen Abstimmung ereilte den Reichstag das Geschick; die Mehrzahl der Linken verließ vor dem Namensaufruf den Saal, und da außerdem einige Mitglieder der Rechten seltsamerweise sich entfernt hatten, ergab sich bei einer Präsenz von nur 193 Mgeordneten die Beschlußunfähigkeit des Hauses. Sie Beratung mußte abgebrochen werden, ohne daß sie auch nur um einen einzigen Paragraphen gefördert worden wäre. Ein sonderbares Schauspiel nach der zweitägigen Pause, die der Präsident hatte eintreten lassen, damit die Fraktionsvorstände in Muße „zur Sammlung blasen" konnten! Wenn nicht eine schärfere Disziplin seitens der Mehrheitsparteien in Anwendung gebracht wird, dann kann auch der Antrag Aichbichler nicht „den Kohl fett machen". Tie an dieser Stelle stets vertretene Auffassung, daß Diäten das einzige Mittel sind, den Tarif zu retten, gewinnt immer mehr an innerer Berechtigung. Ter Zwang der That-
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Alle Versuche, politische Motive dem Besuch zu unter- schieben — die „Daily News" und andere Londoner Leitungen fabulieren von dem Wunsch einer „Gegenleistung" für die englisch-portugiesischen Abmachungen — werden indessen an den Berliner amtlichen Stellen als unglaubwürdig zurückgewiesen. Ebenso müßig erscheinen andererseits die Betrachtungen der englischen Presse, ob Teut'sch? land es aufrichtig meine mit der Freund,chast und den Grundsatz der gegenseitigen Achtting verkenne. Solche Erörterungen führen ja doch zu keinem praktischen Ergebnis, oder allenfalls dazu, daß auf deutscher Seite die Grunde der Entfremdung erörtert werden, was ohne unliebsame Reminiszenzen nicht möglich ist. Ter Kaiser hat, auch, nach unbeeinflußten Berichten, eine sehr herzliche Aufnahme gefunden. Tas ist gewiß geeignet, vorhandene Sympathien zu bestärken und Antipathien gegen England zu mildern. Tie Herstellung eines guten Einvernehmens zwischen Volk und Volk muß der ausgleichenden Zeit überlassen bleiben.
Kingslyun (Grafschaft Norfolk), 10. Nov. An dem Festmahl, das heute nachmittag den Arbeitern des königlichen Gutes Sandringham gegeben wurde, nahmen 500 bis 600 Personen teil. Ter Kaiser und der König
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An gettudcr Verzweiflung.
Man schreibt uns aus Berlin, 10. November:
Ratlosigkeit, Grimm, Ungeduld, kurzum der Zustand „gelinder Verzweiflung" herrscht unter den Zoll-Mehrheit-- Parteien. Mit Mühe und Not hat man sich mit der Regierung „verständigt"; man betrachtete es als eine Kleinigkeit, den Beschluß in die That umzusetzen — und nun folgt ein Tag dem anderen, ohne daß die Beratungen vom Fleck kommen. Durch die Unmasse namentlicher Ab- timmungen ist der Reichstag zur „Schreckenskammer" geworden; sogar die Zoll-Kommissionsberatung kommt zu ungeahnten Ehren und wird vergleichsweise als „angenehm" gerühmt gegenüber dieser Verurteilung zum endlosen Abstimmen und zum Anhören endloser Reden. Es rächt sich, daß die Mehrheit gar so spröde und anspruchsvoll den Tarifentwurf behandelt hat. Tie Gleichgiltigkeit gegen das Schicksal der Vorlage ist allzustark markiert, mit dem Feldgeschrei „Alles oder nichts" zu verschwenderisch umgegangen worden. Tie Heerführer hätten zu einem rüheren Zeitpunkt sachte ein len Een müssen. Die Folge )es zu lange fortgesetzten Weigerungs-Spiels ist, daß der Eifer der Regierung eine merkliche Abkühlung erfahren hat. Das geht schon daraus hervor, daß Gras Bülow sich nicht dazu versteht, aus der Bewilligung von Tagegeldern für den Reichstag eine Kabinetts frage zu machen. Seht zu, wie Ihr den zuerst verschmähten Tarif durchbringt! Tiie Regierung kann nichts dazu thun, sie hat das ihrige gethan. Und die Mebrheitsparteien halten Beratung auf Beratung ab, wie oie böse, zähe Obstruktion der Linken kleinzukriegen ist. Es fehlt in dem Zorn gegen die aufsässige Minderheit und in der Besorgnis, daß die Vorteile des neuen Tarifs auf Mmmerwiedersehen verschwinden, nicht an den radikalsten, abenteuerlichsten Vor- d)Lägen, über die man sich zu anderen Zeiten entrüstet haben würde. Zu den verlMtnismäßig milden Vorschlägen gehört, daß der Reichstag jedesmal entscheiden soll, ob dem Antrag auf namentliche Abstimmung Folge zu geben ist, oder nicht. In den allermeisten Fällen würde natürlich die Mehrheit das Letztere beschließen. Mer es sind weiterhin Bestrebungen darauf gerichtet, eine Begrenzung der Redezeit einzuführen, derart, daß auch darüber der Reichstag befinden soll, ob einem Mgeordneten, der die Geduld der Hörer mit oder ohne System mißbraucht, das Wort zu entziehen ist. Die nervöseste Stimmung hat Platzgegrif- sen, und jedes neu auftauchende Mittel, den Widerstand der Linken zu brechen, gilt für diskutabel. Mer ein Königreich für eine gute Idee, die den Erfolg verbürgt! Ein Plan von „verblüffender Einfachheit" i'st noch nicht da, wird vielleicht audj nicht gefunden werden, denn um die taktische Kunst geschickt zu brauchen, bedarf es der kaltblütigen Ueberlegenheit. Kühl bis ans Herz hinan verhalten sich mit. wenigen Ausnahmen die Nationalliberalen gegenüber den hitzigen Geschäftsordnungs-Neuerern. Ebenso wahrt Präsident Graf Ballestrem absolute Zurückhaltung. Graf Ballestrem wünscht gewiß dem Tarifentwurf alles? Gute, doch man darf versichert sein, daß er unter keinen Umständen die Hand bieten wird zur Unterstützung von Bestrebungen, die nicht streng im Rahmen der parlamen- tarifdjen Tradition sich halten. Die „Kreuzztg." wirft soeben die Frage auf, ob Graf Bülow an der Zolltarif- Vorlage fein Interesse mehr habe? Tas konservative Blatt spricht von der Passivität der Regierungsvertreter, die Verantwortung für das Scheitern der Tarifreform würden die positiven Parteien nicht zu tragen haben. „Mag resignieren, wer will; die Reichstagsmehrheit darf es nicht thun!" Ein Zeichen der erregten Stimmung ist auch, daß der Artikel— er ist überschrieben: „Tie resignierte Reichs- regierung", — die Präsidenten auf ihre Pflicht aufmerksam macht. Es sei wünschenswert, daß der Präsident von dem Ruf zur Sache und den sich daran knüpfenden Folgen fortan energischen Gebrauch mache. Bisher war eine solche Kritik an der präsidialen Geschäftsführung nicht üblich, und wir glauben, nicht, daß der Hinweis die gewünschte Wirkung erzielen wird.
sachen dürfte auch auf den Reichskanzler Eindruck machen, oer, dem neuerlichen Interview zufolge, bisher die Gewährung von Diäten als „nicht zeitgemäß" erachtet.
Kommissare.
Die zweite Beratung des Zolltarifgesetzes wird fortgesetzt mit den Abstimmungen zu dem § 5 (Zollfreihest).
Zuerst abgestimmt wird über den Antrag Albrecht und Gen., allen Helgoländern die Vergünstigung zu gewähren, daß die von ihnen gefangenen Fifd)e und Robben zollfrei eingehen können. '
In der letzten Sitzung, am Freitag, hatte sich bei der Ab- timmuna über diesen Antrag die Beschlußunfähigkeit des Hauses herausgestellt.
Der Antrag wird bei Anwesenheit von 219 Mitgliedern mit 165 gegen 54 Stimmen abgelebnt.
An der Abstimmung über den weiteren sozialdemokratischen Antrag, unter allen Umständen zollfrei zu lassen (nicht nur aus Grund besonderer Erlaubnis) gebrauchte Gegenstände, Aus- tattungsgegenstände, Hochzeitsgeschenke re., beteiligten sich 224 Abgeordnete, von denen 64 für den Antrag, 160 dagegen stimmten.
Auch dieser Antrag ist also a b g e l e h n t.
Ter sozialdemokratische Antrag, Zollfrecheil für Schiffs- proviant in einer auf eine Woche (nicht nur auf 2 Tage- berechneten Menge zu gewähren, wird mit 160 gegen 56 Stimmen a b g e l e h n t.
Ferner beantragen die Sozialdemokraten zu der Bestimmung des § 5 die Zollsreiheit für Gegenstände für öffentliche Kunstanstal' ten gewährt den Zusatz: „den öffentlichen Anstalten und Sammlungen stehen solche gleich, die dem allgemeinen Besuch in derselben Weise wie Die öffentlichen zugänglich sind".
Auch dieser Antrag wird mit 157 gegen 57 Simrnen ab- gelehnt.
Ueber einen weiteren sozialdemokratischen Antrag, wonach die Zollfreiheit von Bau- und Ausrüstungsmaterialien für zu Luxuszwecken bestimmte Seeschiffe aufgehoben werden fall, ivird gleichfalls namentlich abgestimmt. Der Namensaufruf er- giebt die Anwesenheit von 191 Mitgliedern, von denen 149 gegen und 42 für den Antrag gestimmt Haden.
Das Haus ist nicht beschlußfähig.
Die Beschlußunfähigkeit ist dadurch hervorgeriisen, daß sowohl von den Mehrheitsparteien wie auch von der Linken inzivijchen eine Anzahl von Abgeordneten sich entfernt hatten.
Präsident Graf B a l l e st r e m beraumt die nächste Sitzung an auf Dienstag, 12 Uhr: Fortsetzung der heutigen Beratung.
Schluß 3'/. Uhr.
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW
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