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Universitäts-Nachrichten.
— Geheimrat Wilhelm Wundt in Leipzig wird demnächst in den Ruhestand treten. Er hat sich in Heidelberg ein An» wesen gekauft, in das er nach seinem Rücktritt überzusiedeln gedenkt.
risse mit denen anderer Länder, besonders Amerikas. Ans 'liefe Verhältnisse ging Regierungsrat Dr. Wagner, der die Trüße der Regierung überbrachte, ein, und teilte Erfahrungen, '»ie er bei seinem Besuche der letzten Weltausstellung gemacht ijitte, mit. — Die Besichtigung der Schulräume hat alle Teilnehmer außerordentlich befriedigt; schöne, große Lehr- ymmec hat Hauptlehrer Schindel uns hier durch seine caftlofe, aufopfernde Thatigkett geschaffen, und die Raum- uerteüung, Beleuchtungsanlage, sowie die Ventilation sind mustergiltig zu nennen. — Bei dem darauf folgenden Festessen wurden von vielen Seiten die Glückwünsche entgegen» gebracht. Unter den Reden ist besonders diejenrge des Regie- omgScatß Noack hervorzuheben, die in teils launiger, tells -°mster Weise die Beziehungen zwischen der Zentralstelle und Den OrtSvereinen behandelte.
«rufur^rksarner Bursche. (Im Wartesaal.) Leutnant t ,Keich ich hab' Dir doch befohlen. Da sollst mir ein Dillet »werter Klasse nach Mainz losen, und jetzt bringst Du eines elfter Klasse! Wie kommst Du dazu?" — Bursche: „Sehen Sie, Herr Leutnant, eine hübsche, junge Dame löste gerade vor mir ein Bill et erster Klasse nach Mainz und da wollt' ich nicht, daß mich der Herr Leutnant einen Esel heißt, wenn der Herr Leutnant dann blos ein Billet zweiter gehabt hätte!"
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Vermischtes.
• Bon einer der letzten Truppenbesichti- gungen, die der Kaiser vornahm, wird eine hübsche Anekdote berichtet. Der Kaiser ftagte einen Gardisten mach seinem Namen und bekam zur Antwort „Andröe". Andröe?" sagte der Kaiser, „weißt Tu denn auch mein I ÄHn, daß Du einen berühmten Namensvetter hast, den Lndröe, der zum Nordpol gefahren ist?" „Das weiß ich nldft", antwortete der Grenadier treuherzig, „aber unser Herr Hauptmann hat heute früh vor der Besichtigung ge- sirgt, er möchte lieber am Nordpol sein."
• Bismarcks Mensuren. In einem Berliner Blatte ®ax dieser Tage behauptet worden, daß Bismarck als Göttinger Korpsstudent eine Abfuhr eingeheimst habe. Jetzt wirb geschrieben: Das Göttinger Paukbuch hat Recht: Bismarck ist nicht »abge stoch en". Er hat allendings von | Biedenweg einen Hieb erhalten, der wahrscheinlich als Abfuhr erklärt worden wäre, wenn er kommentmäßig gewesen wäre. Er wurde aber als »nach Halt" geschlagen, für unkommentmäßig erklärt und damit überhaupt nicht gerechnet. DaS hat ViSmarck bei der späteren Begegnung mit seinem ehemaligen G&egenpaufanten auch ausdrücklich erwähnt.
♦ Frl. Dr. Anita Augspurg veröffentlicht uun- | /niehr das Schreiben, mtt dem sie die Darstellung beantwortet, die der Oberbürgermeister von Weimar kürzlich von chrer Verhaftung durch den Schutzmann Haldrich gegeben hat. Ihre Erklärungen gipfeln in der Feststellung, daß sie in jeder Hand ein Gepäckstück getragen, also schon deshalb nrcht habe den Hut abnehmen und durch die Haare reichen können, und daß der Schutzmann sie „mtt xr brutalsten Gew alt wiederholt am Arm zu packen ich erdreistet" habe. Auf die Frage des Schutzmannes habe sie peinlichst genaue Auskunft erteilt. „Der Schutzmann hat mich nach meinem Namen nicht gefragt, und erst als er nach der Auskunft über meinen Stand: „Tvctor juris", unzweideutig zu erkennen gab, daß der von I ityn beherrschte Bildungsgrad der Situation nicht gewachsen sei, suchte ich fernere nutzlose Erörterungen mit ihm durch die Frage abzukürzen: „Db er etwa die Absicht habe, mich zu verhaftend
*Daß die Stadt Dresden vom nächsten Jahre »ä die größte im Deutschen Reiche sein wird, um ganze 500 Hektar größer als Berlin, hat soeben der Lermessungsdirektor Gecke zahlenmäßig erwiesen. Bis b^hin werden allerdings noch einige sehr beträchtliche Lororte der Residenz einverleibt. Hinsichtlich chrer Einwohnerzahl wird sie vom gleichen Zeitpunkt ab (L Jan. L9O3) unter den deutschen (stabten an vierter Stelle r angieren.
* Warum die Humberts nicht gefaßt tour» >eiL Die Gründe, weshalb die Familie Humbert nicht zefaßt worden ist, sind aufgeklärt. Der Untersuchungsrichter hatte sich an ein Privatdetektiv- l»ureau gewendet und durch dieses die Humberts und täte Sicherheitspolizei überwachen lassen. Das Bureau war j.edoch dasselbe, das Madame Humbert Jahre hindurch benutzte. Es verriet jetzt Madame Humbert alle Maßregeln der Polizei, und des Untersuchungsrichters, und' | sto konnte Madame Humbert noch einige Tage in ihrem ,z tzause in der Gegend des Park Monceau versteckt bleiben ■i iinb dann sich ruhig in Barcelona einschiff en.
• Blutiges Eifersuchtsdrama. In Paris hat enter besonders schrecklichen Umsuinbeu auf offener Straße ter Weinreisenbe Julien Germain seine 31jährige Frau getötet, bie sein Vermögen verschwendet und chn dann erlassen hatte. Er war nachmittags mit seinen drei Ämtern, die er jeden Sonntag aus der Wohnung der Mutter abholen durfte, im Cirkus gewesen und hatte dott bereits einen Revolver in der Tasche gehabt. Um 1/28 Uhr sahen boie Passanten eine Frau, die entsetzt vor einem Manne flüchtete, der sie mit einem Revolver bedrohte. Drei Kinder Uesen dorn Beiden weinend und »Mama, Mama" rufend nach. Ehe die Paffanten eingreifen konnten, gab der Mann fün Schüsse auf die Frau ab, die tot zu Boden fiel. Die Maffe warf sich auf den Mann und suchte ihn zu lynchen. Au ter Wache nannte er sich Julien Germain und erzählte seine Geschichte.
* Ein schauderhaftes Verbrechen ist mKopen- hiagen entdeckt worden. Die Leiche einer etwa 50- j ihrigen Dame wurde mit durchschnittener Kehle am Hafen gefunden. Verschiedene andere Wunden, bie sich an ter Leiche fanden, deuteten darauf hin, baß ein ernstlicher Kampf zwischen bem Mürber unb seinem Opfer vorausge» Wngen war. Die polizeiliche Untersuchung ergab, baß bie Leiche ibentisch ist mit ber Damenschneiderin Wittwe Jör- V-nsen, der Slutter einer Kopenhagener Schauspielerin und ytoeier Söhne. Einer der Söhne, ein Dekorationsmaler, ter als eine unsympathische Person geschildert wird, wurde wegen verschiedener verdächtiger Umstände verhaftet. Er hpt die entsetzliche That eingestanden.
• London, 10. Roo. Die Abendblätter melden aus Kapstadt vom 10. ds.: Eine Feuersbrunst in East London richtete großen Schaden an. Dreißig große Grundstücke im Mittelpunkte ber Stabt finb ein Raub ber Flam- nr.en geworben.
* Petersburg, 9. Nov. Die geschiedene Frau von ßistohlkors, mit ber sich Großfürst Paul kürzttch ]j! 6 it trauen lassen, ist eine Tarne in reiferen Jahren. Ein -: etwa löjähriger Sohn von ihr besucht das hiesige Pagen- terps. Sie gehört einer armen polnischen, angeblich gräflichen Familie an. Oberst von Pistohlkors erbte in den 80 er Jahren von dem Millionär Baron Stieglitz ein g-roßes Vermögen. Er soll nach der Scheidung von seiner Aau ihr eine ansehnliche Summe überwiesen haben.
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Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft
Stettin, 10. Nov. Die Stadtbehörden haben sich mit der Ausnahme eurer neuen Stabtanleihe für Stettin beschäftigt unb für die nächsten Jahre den Bedarf auf 21 Millionen Mark ermittelt Ungefähr 8l/< Millionen Mark entfallen auf die Vororte.
Nürnberg, 10. Nov. In einer in, München abgehaltenen Sitzung des Finanzkonsortrums ber Schuck er t-Gesellschaft, in welcher der letzte Finanzplan der Schuckerl-Gesellschaft unter ber Kontinentalen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen zur Vorlage gelangte, rourben bie von den beiden Gesellschaften für den Ausbau aller ihrer Unternehmungen benötigten Kredite zunächst auf bie Dauer von fünf weiteren Betriebsjahren unkündbar zur Verfügung gestellt. Auf eine Bestellung von Sicherheiten wurde angesichts ber befriedigenden Mitteilungen der Vorstände der beiden Gesellschaften fettens des Bankkonsorttums auch weiterhin verzichtet
Insolvenz der Norddeutschen Bersichernngs- und Renten- bank, Hamburg. Gegen die Direktoren Dr.Serrius und Horn ist ein Strafverfahren eingeleitet worden. Die Bank ist m Zahlungsschwierigkeiten geraten; es wurden Unterschlagungen Angestellter m Höhe von 140000 Mk. ausgedeckt.
Zn den Veruntreuungen beim Schlesischen Bankverein, Breslau. Der Defraudant Heinke hat sich erschossen. Die unterschlagenen Effekten sind ausschließlich eigene Effekten des Bankvereins. Tie Kundeudepots, zu denen Heinke keinen Zutritt hatte, stimmen nach Betrag und Nummern.
Elektrizitäts-Gesellschaft vorm. Schuckert, Nüruberg. Die aus Warschauer Blättern übergegangene Angabe, daß bie Schuckerl-Gesellschaft bie Konzession für die elektrische Beleuchtung von Warschau nicht ausüben werde, erweist sich als aus ber Lust gegriffen. So wenig die Schuckert-Gesellschaft gegenroärtig geneigt jein mag, sich in neue und umfangreiche Engagements einzulassen, so handelt es sich doch in diesem Falle um ein groß angelegtes Projekt, auf das natürlich keine Gesellschaft ohne weiteres und vorzeitig verzichten würde, zumal wenn dadurch eine Konventionalstrafe von Rbl. 200000 verfällt. Im letzten Geschäftsbericht ber Schuckerl-Gesellschaft wurde mitgeteilt, nachdem die Verhandlungen der Russischen Gesellschaft Schuckert u. Eo. in Petersburg mtt der Stadt Warschau abgeschloffen sind, seien nunmehr auch die Vor- arbetten für den Bau des Werkes in dieser Stadt in bie Wege geleitet Gleichzeitig berichtete bie Eoutinentale Gesellschaft, daß nach
Kunst Md Wissenschaft
Die soeben erschienene Nr. 45 der .Freistatt, trit Wochenchrist für moderne Kultur4 in München, enthält u. a. .Die Glühhitze^, ein Zwischenspiel von Heinrich Lautensack. Die Aufführung dieses Stückes bei den Els Scharfrichtern, dem bekannten famosen Münchener Ueberbrettl, wurde von ber Zensur verboten. Im Anschluß hieran seien seuchtftöbliche Gesellen aus bie köstlichen musikalischen Scherze von Wedekind, Bierbaum rc. rc. aufmert- am gemacht, die im eigenen Scharsrichter-Verlage zum Preise von Mk. U>0 erschienen sind. Namentlich Wedekinds Balladen sind von geradezu schauerlich groteskem Humor. Sein »Eh da mon dieu, mon Dien“ hat überhaupt nichts Gleichartiges in der deutschen Litteratur und fft auch musikalisch äußerst wirksam. Dieser wunderliche Frank Wedekind, ber Dichter des »Kammersängers" und des Dramas »So ist das Leben" (Verlag von Alb. Langen in München) ist wahrllch eine ber originellsten litterarischen Erscheinungen unserer Tage.
— Neue Kuustlitteratur. Das Stovember-Heft ber »Kunst" (München, Bruckmann, Preis vierteljährlich 6 Mark), hat nach- lehenden Inhalt: Zum Jubiläum des Vereins für Original-Radierung in Blümchen (mit 12 abbildlich mitgeteilten Proben aus den bislang erschienenen zchn Jahres-Blappen des genannten Vereins); Tie Bedeutung der Amateurphotographie für den bildenden Künstler, Louis Tuaillons Denkmal des Kaisers Friedrich für Bremen (ein Aufsatz von Dr. Gustav Pauli, dem Direktor der Bremer Kunsthalle, sich gegen die Bedenken richtend, die sich dagegen erhoben haben, daß Tuaillon den zweiten Kaiser des neuen Reiches in einer antikisierenden Jdealgewandung barstellen will. Angegliebert ist bie darauf bezügliche Erklärung des StünftlerS selber); Louis Eorinth (14 prächtige Abbildungen nach Werken dieses geistvollen und originellen ostpreußischen, jetzt in Berlin thätigen Malers, von einem Essay Hans Rosenhagens begleitet, dessen Mutter der Künstler u. a. porträtiert hat); Die Turiner Ausstellung: Die Sektionen Holland und Amerika (34 Abbildungen, Text von W. Fred); Kreselder Künstlerseide (10 Abbildungen) ; Die Ausstellung »Die neue Fraueutracht" in Berlin (eine textlich sehr umfangreiche Veröffentlichung mtt 26 Abbildungen) ; endlich ein Nachruf für Patriz Huber in Darmstadt. Tas Alice-Denkmal in Darmstadt, geschaffen von Pros. L. Habich, wird durch zwei Illustrationen veranschaulicht. Dem Heste vorangestellt ist eine Original Radierung von Heinrich Wolff, »Unterhaltung" betitelt, was auch eine hochinteressante Neuerung bei der »Kunst" bedeutet, denn einer graphischen Driginalarbeit so wertvollen Charakters wie sie eine Radierung darstellt, sind wir in diesen Monatsheften bislang nicht begegnet »Die Kunst" ist, allem Anschein nach, immer darauf bedacht, sich selbst wieder von neuem zu übertreffen.
„Turin 1902" ist ein sehr schon ausgestattetes, außerordentlich stattliches Lieserunaswerk betitelt, dessen erstes Heft soeben (im Verlage von Ernst Wasmuth, Berlin) erschienen ist. Es sollen veröffentlicht werden von der internationalen modernen Kunstgewerbeausstellung in Turin, der ersten ihrer Art, die charakteristischen- Außen und Innenarchitekturen, die der Ausstellung ihr Gepräge aufdrückten. Wohl um diese Schöpfungen eingehendem Studium zu erschließen, erscheint das Werk in großem Format von 32:48 Etm. Die erste Lieferung bringt 10 Tafeln in Farbenlichtdruck nach Naturaufnahmen; zum Beginn drei Blätter vom Hauptgebäude der Ausstellung, das der italienische Architekt Raimondo d'Aronco aufgesührt bat, womit man Gelegenheit erhält, die italienische „Moderne" kennen zu lernen. Sie erscheint stark in Abhängigkeit vom Wienertum und hat nichts gemeinsam mit jener anderen Wiener bezw. Darmstädter Art Olbrichs. Doch ist diesem stark auch an Rokoko erinnernden Kuppelbau eine festlich-heitere Wirkung nicht abzusprechen, und wenn sich die lebhaft bewegten Silhouetten ber weißen Figuren und Gruppen vom blauen ttalienischen Himmel abhoben, mag sich das Werk d'Aroncos nicht übel ausgenommen haben. Dann zeigt uns die Anfangslieferung den deutschen Repräsentationsraum mit der Büste des Kaisers in einer Nische von H. Billing in Karlsruhe, das sehr reizende „hessische Z i m m e r" und das Schlafzimmer von dem Darmstädter Olbrich, der bekanntlich den ersten Preis in Turin erhalten hat, ferner ein schönes und solides Buffet aus bem Speisezimmer von Robert Oräans, die von der Pariser Wettausstellung und aus den Kunstzeitschristen schon bekannten Räume von Bruno Paul und Bernhard Pankok (Herren- und Rauchzftwner) und ein interessantes Detail aus dem Raume von Kreis in Dresden. Jedenfalls verspricht das Werk, von dem dem die Einzelliesenmg 7 Mk. kostet, ein modernes Prachtwerk allerersten Ranges zu werden, das zum diesjährigen Weihnachtsseste wohl auf dem Gabeniische zahlreicher ernster Kunstfreunde gefunden werden wird. Wir gedenken auch der weiteren Lieferungen entsprechende Erwähnung zu thim.
langen schwierigen Verhandlungen die Konzeffion für eine Licht- und Krastzeittrale in der Stadt Warschau erteüt wurde, und zwar an die Russische Schuckert-Gesellschaft, mit der die Continental« gemeinsam das Projekt verfolgt habe. Für dieses Unternehmen: beabsichtige die kontinentale, eine besondere Gesellschaft ins Leben zu rufen; sie habe hierfür im In- unb Auslanbe Sozien gesunden, so daß ihr eigenes EngagemeM mir ein beschränktes sei. Die Der» wattung des Schuckert-Unternehmens hätt auch jetzt noch das Warschauer Geschäft für aussichtsvoll und die Finanzierung ist ge- ichert. Die .Konstituierung einer besonderen Gesellschaft soll in den nächsten Tagen erfolgen.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik flehend« Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
„Billiges Brot"!
Unter diesem Stichworte wurde vor Kurzem ein Eingesandt in Ihrem geschätzten Blatte veröffentlicht, welches mcht unerwidert bleiben kann.
Einsender dieses unterhält säst schon ein Menschenalter Beziehungen zu den Bäckern von Gießen und Umgegend und darf sich schon gestatten, nachdem die Brotfrage in Ihrem geschätzten Blatte mehrfach erörtert worden ist, eine Lanze für unsere Bäcker zu brechen. Es wdrde bereits schon gelegenttich einer lanbroirt- chastlichen Versammlung behauptet, daß die diesjährige» Getreidepreise nicht rm Verhältnis zu den Brotpreisen stünden. Der damalige Referent hat aber augenscheinlich übersehen, daß der größte Teil der diesjährigen deutschen Ernte, namentlich im Storben Deutschlands beschädigt ist, und daß infolge dessen backfähiges Roggenmehl nur durch Beimischung von russischem Roggen, bad» fähiges Weizenmehl nur durch Beimischung von russischem oder amerikanischem Weizen herzustellen ist. Amerikanischer oder russischer kleberreicher Weizen ist gerade um den Zoll von 3»/, Mark pro Sack teurer, als hiesiger kleberarmer Weizen, muß aber oon Öen Mühlen trotzdem gekauft werden, um einigermaßen backfähige Mehle Herstellen zu können. Roggenmehl kostet dieses Jahr zirka ÖO Pfg. pro Sack mehr, Weizenmehl dagegen 50 Psg. pro Sack weniger als voriges Jahr um die gleiche Zett. Einsender daff aber ruhig behaupten, und sämtliche Aiüller und Ääcke^ also sämtliche Sachverständige, werden mit ihm einverstanden sein, daß trotzdem jeder Sack Mehl Mk. 1—IV, pro Sack relativ teurer ist, als voriges Jahr, weil wegen des geringen Klebergehattes der Mehle nicht so viel Gebäck aus dem gleichen Quantum gebacken werden kann, wie im Vorjahre. Einsender dieses weiß, wie sehr ein großer Teil der hiesigen Backer ringen muß, um die Familie ehrlich durchzubrmgen unb der Verbindlichketten gerecht zu roexöen. Hoffentlich hat das hiesige Publckurn so viel Einsicht, daß es einem Manne, der zu der Zeit, wo andere Menschen schlasen, arbeiten und schaffen unb im Schweiße seines Angesichts sein Brot verdienen muß, das Letztere auch neidlos gönnt. Im Vergleich zu anderen Städten, wie Darmstadt, Frankfurt, Köln usw. ist der hiesige Brotpreis ein sehr niedriger, obgleich diese Städte Mehle billiger beziehen, als Gießen, und bie Hefftellungskosten dort kaum hoher sein düfften, als am hiesigen Platze. 8uam caiqae! So« auch dem Bäckefftande, welcher nicht das kleinste Kontingent zu den Steuerzahlern Gießens stellt.
Wegen TierquLleret
ist man gerichtsseitig in letzter Zett mtt harten Strafen vorgegangen, und das von Rechtswegen. Der Fahrweg von der Linds bis zur Höhe der Burg Gleiberg ist aber in so miserablem Zustand, daß er für die Gespanne, die nach oben müssen, z. B. für Bierfuhren zur größten Quälerei wird. Vor einem halben Jahre hat die Generalversammlung des Gleiberg-Vereins beschlossen^ den Weg restaurieren zu lassen, da die Mittel hierzu von einem Gönner des Vereins diesem zur Deffugung gestellt wurden. Bisher aber ist an dem unwegsamen Fahrweg nichts gebessert worden.
Mehr Licht
konnte bei bem Abgang des Abendzuges, de» besonders zahlreiche Gießener Ausflügler zur Heimfahrt benutzen, an der Hattestelle Schiffenberg herffchen. Es ist erstaunlich, daß bei dem Andrang, ber gewöhnlich Sonntags abends zum Zuge 7 Uhr 17 Minuten auf Schiffenberg vorhanden ist, und bei der egyptischen Finsternis iwch kein Unglück passierte.
Giselükahn-Zeitung.
? Vom Bahnbau Butzbach-Li ch. Mit dem Bau ber langersehnten Bahn geht es nur langsam vorwärts. Gegenwärtig werden noch immer Berntessungöarbeiten undi Abänderungen vorgeuonrrnen. So durchschneidet die Linies imKlostertoaldbeiArusburg den reizenden Peter- fee, ein kleines liebliches Wiesenthälchen, in seiner ganzen Länge, zmn großen Bedauern aller Natur-, freunde. Wie man hört, soll im neuen Jahre mit deui Bauarbeiten begonnen werden.
SpidploH der vereinigten Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Mittwoch den 12. November"): Zum erftenmate: ,$>om* röschen". Märchen in einem Vorspiel und drei Akten (fieben Bildern) von E. B. Ebeling-Filhös mtt Mustt von E. Humperdinck.^ Donnerstag den 13. November: Zum efftenmale wiederhott.^ »Dornröschen". Frettag den 14. November geschlossen. Samstag den 15. November: „Die luftigen Weiber von Windsor". Sonntag den 16. November, nachmittags halb 4 Uhr: „Die schone Helena." Abends 7 Uhr: »Dornröschen". Montag den 17. Nov^ geschlossen.
•) Ansang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
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„Kerr Rektor, meine Klasse ist teer!"
so klagt der Herr Lehrer. „Die Schülerinnen sind faft: alle krank und die Entschuloigungszettel lauten fast alle aleich: Anna hustet; Elsa ist heiser: Martha hat einer Eatarrh — und so fort durch bie ganze Reche." — Der Rektor schüttett ben Kopf. „Hm r macht er; »das! kommt bavon, wenn bie Kinder bei dem naßkalten Wetter schwatzend und mtt offenem Munde in die Schule laufen. Empfehlen Sie doch den Ettern, sie sollten den Kleinen eine Schachtel von Fay s echten Sodener Mineral-Pastillen kaufen und ihnen stets ein paar mit auf den Weg geben. Die werben wie Bonbons gelutscht, haben eine sehr günstige Wirkung auf den Magen unb bann halten bie Kmber den Mund geschlossen; vor allem aber bekämpfen bie Pastillen jeben und jeden Eatarrh gründlich und damit wird auch ernsten Krankheiten vorgebeugt. Die Schachtel kostet
L nur 85 Pfg. 6824
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de>-:Wahj dß.i;Speisen vorsichtig sein, versuchen Sie es mi t Dr.Knectits Magen bitter,,San hsV- die Wirkung ist eine ganz überraschende. Grosse Flasche
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