Ausgabe 
11.10.1902 Zweites Blatt
 
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n heisingen M st, daß der 3n< baß die Km and ommt ?er Poli- e ihm bei seinen ganger geschildert md sogar schlägt, Tuch die Ar- sowie durch die uurbe sestgestellt, i 6. 2luguft ni$ bei Me jenes wichtig ist, daß. )ie Nacht in Ux

M hatte, weil domniltag passim vorgekommen sei

: Beweisaufnahme cage vorgelegt, ob dig sei, und zwei-

Zündung der An» chwere Verbrechen m es immer Stro- der That schuldig i dargethan, da« Meit aus dem nd herumgelachn j bekundet haben. Dienen genau die er bittet bie Ge­nen yandriß jener zu der lieber- niedugenMu^ . Zreissmße nach i® ue6eiM K'E » n Mold ne T&btung d m W er lllaho d . ^5

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llch begehen habe. Und dieser Umstand müsse die Ge­schworenen dazu führen, auf Nichtschuldig zu erkennen. Nach kurzen Erwiderungen seitens des Staatsanwalts und des Verteidigers und nach erfolgter Rechtsbelebrung ziehen sich die Geschworenen zur Beratung zurück, die jedoch kaum 16 Minuten wührt. Der Obmann, Bürgermeister Peter Freymann von Eichelsdorf, verkündet darauf den Wahr­spruch, der auf Schuld!g lautet des begangenen Raubes, der aber auch die Nebenfrage nach Zubilligung mildernder Umstünde bejaht.

Staatsanwall Loos weist auf die ungeheure Rohhell und Frechheit, mit der der Angeklagte eine wehrlose Frau» die ahnungslos ihres Weges dcchergekommen sei, auf offener Landstraße von hinten Überfallen habe. Dies falle straf­erschwerend inS Gewicht. Mll Rücksicht aber darauf, daß der erlangte Vorteil nur gering war und well ein dauernder Schaden der Beraubten nicht zugefügt worden sei, beantrage er 1 Jahr 2 Monate Gefängnis und eventuell Anrechnung der erllltenen Untersuchiungshaft. Der Verteidiger erklärt, zur Strafzumessung keine Anträge stellen zu wollen. Das Urteil lautet auf zwei Jahre Gefä ngnis. Die Höhe der Strafe wurde mll den vom Staatsanwall vorgetragenen straferschtverenden Gründen motiviert. Zur Anrechnung der Untersuchungshaft sah sich der Gerichtshof nicht veranlaßt, well der Angeklagte nicht geständig war und weil die Unter­suchung verhältnismäßig so schnell geführt worden ist, daß der Angeklagte schon jetzt vor die Geschworenen gestellt werden konnte. Schwing erkannte auf Zuraten seines SSer- teidigers die Rechtskraft des Urteils sofort an.

Auszug MS de» StMksamlsrrglfieru der Stadl Sießeir.

Aufgebote.

Am 1. Oktober. Johannes Lust, Tabakspinner in Gleiberg arit Luise Lesch dahier. Am 6. Oft Ludwig Seipp, Taglöhner in Ehringshausen mit Katharine Volpert dahier. Am 6. Oktober. Thristtan Emil Büttner, Schlosser dahier mit Marie Karoline Hill- zärtner Hierselbst. Philipp Sommerkorn, Küfer dahier mit Marie natharine Mißler in Biedenkopf. Am 7. Okt. Friedrich Ludwig Karl Möser, Kaufmann dahier mit Karoline Ernstine Christine Fink hierselbst. Am 9. Oktober. Johannes Aloysius Groß, schmied in Zell-Romrod mit Wilhelmine Koch dahier.

Eheschließungen.

Am 4. Oktober. Wilhelm Karl Heinrich Jöckel, GerichtS- tffeffor in Lauterbach mit Louise Käthchen Karoline Margareche

Paula Adami dahier. Gustav Adolf Jung, Gärtner in Niederrad mit Anna Mari« Wilhelmine Amend oahier. Am 9. Okt. Adolf Höcher, StationLaffistent dahier mit Mathilde Pauline Büttner hierselbst.

Geborene.

Am L Okt. Dem Kellner Wilhelm Kraushaar eine Tochter. Am 2. Oktober. Dem Taglöhner Kaspar Schmidt IL eine Tochter. Am 3. Okt. Dem Taglöhner Karl Belloff ein Sohn, Paul Johannes. Dem Stationsgehllfen Wllhelm Aumann eine Tochter, Marie Martha Elisabeth. Dem Gerber Heinrich Kraft IIL eine Tochter, Katharine Margareche Luise. Am 4. Okt. Dem Werk­meister Wilhrim Grüner ein Sohn, Ernst Ludwig Friedrich Wil­helm. Am 6. Okt. Dem Wagenwärter Werner Krug ein Sohn, Friedrich Ludwig Heinrich. Dem StationSportier Aoam Döring eine Tochter, Mari« Käthe Margarethe.

Gestorbene.

Am 7. Okt. Karl Schuster, 48 Jahre alt, Renter dahier. Am 9. Oktober. Johannette Giehl, geborene Korell, 67 Jahre alt, Wäscherin dahier.

Gingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt Die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Nach Meldungen aus Gründers in Oberhessen an die Metzger­innung in Mainz offerieren oberhesslsche Schweinezüchter eine große Anzahl Schweine im Gewicht von 150300 Pfund (soll doch lebend Gewicht sein) zum Preise von 4850 Psg. per Pfund. Merkwürdig und sonderbar, daß diese Züchter ihre Ware nicht an die Handels­leute vom Vogelsberg die doch Schweine nach Gießen, Frankfurt, Darmstadt und Mamz liefern, verkaufen, da doch die verkaufte Ware ohne jeden Transport, meistens im Orte verwogen wird und nicht erst nach dem Grünberger Gallusmarkte gebracht zu werden braucht. Betrachtet man sich dieses billige Massenangebot von den meistens im (Salopp gemästeten Schweinen etwas näher und rechnet den Lebenogewicht- in Schlachtgewichtpreis um, zieht hierbei den Gewichtsverlust von 2630 pCt. ab (Beweis: die im Gießener Schlachthos verkehrenden Handelsleute aus dem Vogels­berg), so stellt sich dieses Angebot auf 6671 Pfennige per Pfund. Hierzu Transportkosten, Risiko, Währschaftsübernahme und doch mindestens ein kleiner Verdiensh gewß eine billige Offerte. Den Mainzer Metzgerinnungsmitgliedern ist der Besuch des Grün­berger Gallusmalltes zum Schweine-Einkauf sehr zu empfehlen. Wenn sie dann im dortigen Schlachthof die ausgeweideten Schlacht­tiere an die Waage bringen, sind die Herren wieder um eine Er­fahrung reicher geworden. r.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Die Vereinigung der konfirmierten männ­lichen Jugend der MattbäuSgmeinde wird auf Sonn­tag, den 19. Oktober, abeirdS 8 Uhr, in den Konfirmandensaal rin­get oben.

Donnerstag, den 16. Oktober, abends 8 Uhr, im unteren Konsirmandensaal (Kirchstr. 9): Bibelstunde. (Evang« Markus, Kao. 1 Vers 1 u. f.) Pfarrer Scheunemann.

Die Krankenpflege turstaaten einen so hohen Grad von Vollkommenheit erreicht, daß eineVerbefferung oerseloen vielfach kaum für möglich gehalten wird. Nicht nur die Pflege der Kranken in der Familie hat sich gegen früher vollständig ge­ändert und zwar zu Gunsten einer hygienischen Behandlung, son­dern auch unsere großen Krankenhäuser sind Muster von gut ein­gerichteten und geleiteten Heilinstltuten geworden. Daß dle Küche eines großen Sanatoriums oder Hospitals nun keine untergeord­nete Rolle spielt, ist allgemein bekannt. Die Bereitung geeigneter Kost für Kranke und Rekonvaleszenten ist sozusagen eine Wissenschaft für sich geworden. Gerade bei den Kranken heißt eS speziell di« In­dividualität jedes Leidens berücksichtigen. Neben den besten Arzeneien und den kräftigsten Nahrungsmitteln spielen aber im Leben des Patienten die Genußmittel ferne geringe Rolle. Wo eS gilt, den fehlenden Appetit anzuregen, da sind geeignete ungefähr­liche Reizmittel durchaus am Platze und werden von den Aerzten angewandt. Professor Dr. Martin Mendelsohn hat sich nun vor einiger Zeü über ein neues Genußmittel höchst anerkennend aus­gesprochen, das, dem besten Fleischextrakt an Gehalt und Zusam­mensetzung gleich, äußerst günstige Wirkungen auSübt. .SiriS" so nennt sich dieses Präparat, ist von Geschmack unübertrefflich, besitzt große Würzkrafl und dürfte umfomehr das beste Ersatzmittel für Fleischextrakt sein, als es um ca. die Hälfte billiger ist als dieser.

Wer das neue, wesentlich verbesserte Präparat in allen Kolonialwaren- re. Handlungen erhältlich noch nicht versucht hat, versäume nicht, sich von der vorzüglichen Qualität zu über­zeugen. Wo nicht zu haben, verlange man unter Einsendung von 30 Psg. in Briefmarken Probetöpfchen, ab Fabrik:Siris-Gesellschaft" m. b. H. Frankfurt a. M.__________________________ 6931

I Warnung vor Fälschung

n ^en noch in Pulvevform noch mit Kakao TT ÜULul gemischt, sondern

nur in Flaschen mit eingeprägtem Namen ist Df- HommePs B Haematogen echt.

Oeffentliche Aufforderung.

Auf dem Grundstück Flur VI Nr. 291 der Gemarkung Lollar haftet laut gerichtlicher Verfügung vom S. Dezember 1852 eine Hypothek zu Gunsten des Friedrich Runge in Klein- Linden über den Betrag von 450 Gulden. Dieser Betrag ist angeblich bereits zurückgezahlt. Die Hypothekurkunde kann indeffen zur Löschung nicht vorgelegt werden. Das unter­zeichnete Gericht fordert deshalb alle, welche Ansprüche in dieser Sache bilden zu können glauben, auf, diese Ansprüche innerhalb zwei Monaten vom ersten Erscheinen dieser Auf­forderung anzumelden bei Vermeidung deS Rechtsnachteils, daß sonst die Löschung der Hypothek verfügt werden wird.

Gießen, den 8. Oktober 1902. 7142

___________Großherzogliches Amtsgericht.______________

Bekanntmachung.

In das hiesige Handelsregister wurde heute bezüglich d>er Firma »Aron Heichelheim" zu Gießen eingetragen: Pro­kura des Conrad Quandt ist durch Tod erloschen; dem Lud- 7wig Liebmann, Kaufmann in Gießen, Jsac Rosenthal, Kauf­mann daselbst, und Julius Wolken, Kaufmann daselbst, ist .Kollektivprokura mit der Maßgabe erteilt, daß je 2 derselben Zeichnung der Firma berechtigt sind.

Gießen, am 8. Oktober 1902. 7098

Großherzogliches Amtsgericht.

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Verdingung.

Die bei der Feldbereinigung Daubringen weiter aur Ausführ­ung oelangenben Arbeiten, be- steyeno in: veranschl. zu Mk. 1. Chaussierungsarbeiten 1404. 2. Fuhrleistungen 877.50 3. Steinsprengungs­

arbeiten 1000. sollen Donnerstag den 16. d. MtS., vormittags 10 Uhr, auf Großherzoglicher Bürgermeisterei Daubringen durch öffentliches Aus gebot vergeben werden. Vor­anschlag und Bedingungen liegen ebendaselbst zur Einsicht offen.

Gießen, den 9. Oktober 1902.

Großh. Kulturinspektion.

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am 21. Oktober 1902.

Am Dienstag den 21. Oktober, vormittags V2IO Uhr findet zu Friedberg »zelegentlich des dortigen Herbst-Pferdemarktes eine Prämiierung von Stuten und Fohlen Der Wagen- und Arbeitsschläge statt, welche mindestens 6 Monate im Besitz hessischer Züchter jsmd. Zur Prämiierung, für welche die Bestimmungen für die vom Landes-Pferdezuchtverein reranstalteten Pferdemärkte maßgebend sind, hat das Pferdemarkt - Komitee in Friedberg 270 Mk. und der Landes-Pferdezuchtverein 350 Mk., im Ganzen 620 Mk. bewilligt.

Prämiiernngs - Plan.

Prämien für Stuten und Fohlen beider Schläge.

3.

Mutterstuten mit im lausenden Jahr ,

f a) Wagenschläge

3 Preise: 30,

25,

20 Mk.

gefallenen Fohlen 1

[ b) Arbettsschläge

3

30,

25,

20 ,

2.

Stuten, ttagend oder gedeckt

f a) Wagenschläge [ b) Arbeitsschläge

3

3

25,

25,

20,

20,

15 ,

15 ,

3.

Dreijährige (1899 geb.) Hengst-, Stut- i

l a) Wagenschläge

4

30,

25,

20, 20 Mk.

und Wallachfohlen \

[ b) Arbettsschläge

4

30,

25,

20, 20 ,

d.

Zweijährige (1900 geb.) Hengst-, Stut-

f a) Wagenschläge

4

25,

20,

20, 15 ,

und Wallachfohlen \

[ b) Arbettsschläge

4

25,

20,

20, 15 ,

Nähere Bestimmungen.

Summa 620 Mk.

1. Die Anmeldungen zu dieser Prämiierung haben am Markttage bis spätestens 9 Uhr vormittags im Bureau (Hinterstube bei Herrn Ernst Engel) zu geschehen; daselbst sind auch Deck-, Geburts-, bezw. Körscheine vorzulegen.

2. Um 9 Uhr vormittags müssen sämtliche zur Prüfung angemeldeten Tiere, nach Schlägen getrennt, auf dem freien Platz südlich der Allee aufgestellt sein.

3. Es können nur fehlerfreie Tiere prämiiert werden. Kreuzungsprodukte sind von jeder Prämie ausgeschlossen.

£. Importierte Fohlen rangieren bei den Fohlen ihrer Altersklaffe.

5-. Einem Preisbewerber, welchem bei derselben Konkurrenz Preise für mehrere Tiere in ein- und derselben Gruppe zuerkannt worden sind, wird nur der höchste dieser Preise ausgezahlt. Sämtliche Preise sind übertragbar.

S. Unmittelbar nach der Prämiierung sind die prämiierten Pferde und Fohlen vorzuführen und erhalten die Besitzer derselben die ihnen zuerkanntcn Preise sofort ganz ausbezahlt. Darmstadt und Friedberg, den 1. Oktober 1902. 7132

£tt Vorstand des Landes-Pferdezuchtvcrems. Der Vorfitzeude des Pferdemarkt-Komitees: v. Westerweller. Naegels. Sandmann.

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