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11.9.1902 Erstes Blatt
 
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tung abgelöst werden. Ferner sind die Falsifikate von den echten Scheinen besonders noch dadurch zu unterscheiden, dajh sie sowohl in der Länge, als auch in der Breite ein bis zwei Millimeter kürzer sind. Ter Aufdruck ,Lieichsschulden- Verwaltung" am linken Rande aus der Rückseite der Falsch­scheine, unterhalb der 9iummer, ist sehr undeutlich und die Schrift in demselben kaum lesbar.

* UeberBerliner Bauschwindel" erzählt der Vorsitzende des Bundes der deutschen Bodenreformer Adolf Damaschke in seinem jüngst erschienenen BucheBoden­reform"' (Verlag von Johannes Rade in Berlin W. 15) u. a. folgendes: ,Ln gelesenen Berliner Zeitungen fin­den sich öfter merkwürdige Inserate, die zunächst dem normalen Menschen völlig unverständlich klingen.Wert­volles baureifes Gelände ist ohne Anzahlung zu ver­kaufen; Bargeld wird auf Wunsch noch dazu gegeben." In dieser Großstadt finden sich Existenzen, die nichts mehr zu verlieren haben. Warum sollen sie solche Gelegenheit nicht benutzen, wertvolles Land und Baugeld dazu in ihren Besitz zu bringen? Sie setzen sich mit dem Ausgeber solcher Inserate in Verbindung. Es ist das meist eine Bank oder eine Gesellschaft, damit der Privatname der betreffenden Herren Besitzer möglichst bei diesem Geschäft aus dem Spiele bleibt. Das Bauland ist vielleicht 100 000 Mark wert. Aber die Bank fordert 200 000 Mark dafür. Der Käufer bewllligt diese Summe leichten Herzens. Er hat ja weder die eine Summe noch die andere. Dann werden die 200 000 Mark als erste Hypothek aus das .Grund­stück für die Bank eingetragen. Nun erhält der Herr Bau­unternehmer die ersten Raten des Baugeldes von der Bank. Eine respektable Wohnung wird gemietet. Möbel auf Abzahlung oder auf den Namen der Frau werden hinein gesteckt. Bauhandwerker, die nach Arbeit suchen, finden sich bald. Der Bau beginnt. In den ersten Wochen wird das Geld für Arbeit und Materialien pünktlich bezahlt. Dann wird vertröstet von einer Woche zur anderen. Um das Haus überhaupt zu einem Wertobjett zu machen, voll­enden die Handwerker den Bau. Nun stellt sich heraus, daß der Bauunternehmer ein völlig mittelloser Mann ist. Die Bauhandwerker beantragen die Zwangsversteigerung des von ihnen errichteten Gebäudes. In diesem Augen­blick meldet die Terraingesellschaft chre erste Hypothek über 200000 Mark an. In diesen 200000 Mark steckt schon der Wert des Gebäudes drin. Die Bauhandwerker sind unfähig, eine devarttge erste Hypothek auszuzahlen.Von Rechts wegen" wird verkündet, daß dem Besitzer der ersten Hypothek der Boden und das Gebäude gehört, und daß alle anderen Forderungen ausfallen." .Die alte Geschichte, tätet nur zu wahr!

Auch die Medizin soll teurer werden. Durch die 'am bevorstehenden 1. Otober in Kraft tretende Branntweinsteuernovelle wird die Steuerfreihett des zu Heilzwecken Verwendung findenden Spiritus aufgehoben.

den ist.

* Große Ueberschwemmungen in Spanien haben, wie uns aus Madrid berichtet wird, sehr bedeutenden Schaden angerichtet. Mehrere Flüsse sind über die Ufer ge­treten und überfluten weithin das Gelände; ganze Ortschaften stehen unter Wasser. Zwölf Personen kamen in den Fluten ums Leben; in manchen Bezirken ist die ganze Ernte durch Hagelschläge vernichtet. Bei Gerri, in der Provinz Lerida, erfolgte bei dem Unwetter ein Bergsturz, der zahlreiche Opfer forderte. Eine Kolonne von Chausseearbeitern wurde ver­schüttet und man fand bisher vier Leichen, während noch 25 Personen unter den Felstrümmern liegen.

* Das Ende der Dynamitgeschütze. Tas in den letzten Jahren zu tage getretene Bestreben der Erfinder, der Arttllerie eine Waffe zu geben, die in gründlicherer Weise als bisher unter den Bataillonen aufräumt, hat sich zum lebhaften Bedauern der Erfinder als verlorene Liebesmühe erwiesen, und die in Aussicht gestelltenUm­wälzungen"" im Gebiete des Artilleriewesens sind einst­weilen ausgeblieben. Von der elekttomagnetischen Kanone des norwegischen Professors Birkeland, die bei entsprechen- der Länge ein Geschoß von 2000 Kgr. Gewicht 150 Km. weit schleudern soll und zu deren Ausnutzung sich bereits eine Gesellschaft gebildet hatte, ist es ganz still geworden. Tie Dynamttgeschosse des Schweden Elmelin lieferten solche Ergebnisse, daß die Prüfungskommission nach Abgabe einiger Schüsse, wobei etliche Geschosse im Laus ttepierten, gern .auf wettere Versuche verzichtete, und nun werden auch die amerikanischen Tynamitgeschütze und der Tynamit- kreuzer, der zur Zett des spanisch-arneriLmischen Krieges von sich reden machten, zur Ruhe gebettet. Obschon seiner Zeit die Sachverständigen ein nichts weniger als günstiges Urteil über die pneumatischen Geschütze abgaben, die eine Ladung Dynamit ausschleudern, ließ die Marineverwaltung der Flotte der Vereinigten Staaten einen Dynamitkreuzer bauen, der ausschließlich mit Tynamitgeschüüen ausgerüstet wurde. Ebenso errichtete man an verschiedenen Punkten der amerikanischen Küste, so bei Sandy Hook, am Einlauf von San Francisko usw. 'Batterien, die gleichfalls Geschütze genannter Art erhielten. Tamtt glaubte man gegen alle Flotten der Wett gesichert zu sein. Indessen stand die Wirkung der Schüsse, die der Dynamitkreuzer, der Vesuvius, im Kriege mit Spanien gegen die Forts von Kuba abgab, in keinem Verhältnis zu dem fürchterlichen Lärm, mtt dem die Explosion erfolgte. Tie Dynamttgeschütze von Sandy Hook, die Hunderttausende von Dollars kosteten, schlug man für 20000 Dollars los, und jetzt sollen auch die Geschütze des Vesuvius nebst den verwickelten Apparaten, die für die Handhabung dieser Kanonen nötig waren, verkauft werden. Wahrscheinlich werden sie kaum andere Preise wie altes Eisen erzielen.

*Kein Soldat, nur etn Yeoman . . Aus London wird geschrieben: Die Deomanry (freiwillige Landmiliz), die während des südafrikanischen Krieges be- kanntlich so schwache Proben nicht nur ihres Mutes, son-

schwer. Der Knabe war infolge eigener Unachtsamkett unter die Räder geraten. Die Prinzessin ließ den Schwerverletzten ins Krankenhaus überführen, wo er auf ihre Kosten be* handelt wird.

Der älteste Lehrer Deutschlands ist der Lehrer Schlie im Dorfe Totenwinkel bei Rostock. Der alle Herr ist jetzt 90 Jahre alt und versieht immer noch mtt Energie und Erfolg seinen schweren Dienst in einer mit 60 Kindern besetzten Schulklasse. Zur Zeit hat er 66 Dienst­jahre hinter sich. Ein schwerer Schlag war es für den alten Schulveteranen, als er vor einigen Wochen seinen im 60. Lebensjahre verstorbenen Sohn, den Direktor des Großh. Museums in Schwerin, Geh. Rat Professor Dr. Schlie zur letzten Ruhe geleiten mußte.

* Falsche Zwanzigmarkscheine sind in Köln angehalten worden. Die Falsifikate sind sehr sorgfälttg hergestellt und von den echten Scheinen schwer zu unter­scheiden. Tie Fasern am linken Rande der Rücksette der Falschscheine sind in der Art nachgemacht, daß die dunklen Haare eines weichen Pinsels in Stücke geschnitten, auf das Papier gestreut und mit ganz dünnem Seidenpapier überllebt worden sind. Ter so mit Fasern versehene Teil des Papiers ist dann mtt blauer Farbe leicht angetuscht worden. Tas überklebte Seidenpapier kann bei Befeuch-

Infolgedessen wirb der deutsche Ap-ochekerveretn bei sämt­lichen Bundesregierungen, die eigene A^nettaxe besitzen, dahin vorstellig werden, daß eine entsprechende ^are- erhöhung aller spirituosen Präparate vorgenommen werde.

*Voue in emtötlichen Unfall, der einer Ber­linerin in der Sommerfrische in den Alpen zustieß, wird aus Bern gemeldet: Heute wollte ein Herr L. aus Berlin mtt seiner Frau und deren Kammerjungfer mit 'Exttapost von St. Moritz über den Julierpaß nach Hause reisen. Auf dem Julierhospiz hiett daS Gefährt Mittags­rast. L. und der Kutscher stiegen ab. Während nun die Pferde gefüttert wurden, scheuten sie Plötzlich und rannten mit den erschrockenen Frauen im Wagen in rasendem Galopp die stelle Alpenstraße hinunter. Sie kamen bis zur zwetten Biegung des WegeS, wo Pferde und Wagen amt den Insassen über den Straßenbord hinunterstürzten. Frau L. wurde von der nacheilendeu Hllfsmannschaft als Leiche unter den Wagentrümmern hervorgexogen. Tie Kammerjungfer ist mit anscheinend leichteren Verletzungen davongckommen. Das Kreisgericht Oberhalbstein hat die Untersuchung angeordnet. Wian vermutet, daß das eine Pferd beim Füttern von einer Wespe gestochen wor-

bent auch ihrer Reit- und Dreffsicherhett ablegte, bietet noch immer den Gegenstand zeitwelliger Anzapfungen in der englischen Presse. Aber auch an anderer Stelle schaut man recht wenig anerkennend aus sie herab, wovon ein Vorfall bei einer jüngsten Gerichtsverhandlung vor dem Londoner Soutwark-Polizeigerichte Zeugnis ablegt &n Zeuge war im prächttgsten, nagelneuen Khaki-Anzuge er­schienen.Sind Sie ein Soldat?"" fragte der Richter, h 91 ein"", wurde ihm zur Antwort;ich bin in der Heo- manry."" Tie Richter lächetten verständnisvoll.

* Eine eigenartige Erbsch a f tsfrage tff durch den Tod des Ehepaares Fair, welches auf einer Automobilfahrt in Frankreich zusammen das Leben verlor, entstanden. Es liegt ein von Herrn Fatt hinter­lassenes, in San Francisco deponiertes Testament vor, wo­rin er sein gesamtes, auf 10 000 000 Dollars veranschlagtes Vermögen seiner Frau vermacht. Es entsteht nun die Frage, ob die Frau oder der Marrn zuerst starb. Nach dem für die Behandlung der Erbschaft maßgebenden Gesetz des Staates California ist, wie dieWeserztg." bemerkt, anzunehmen, daß, wenn ein Ehepaar ZU gleicher Zett auf dieselbe Weise ums Leben kam, der Mann, well von> größerer Lebenskraft, später starb als die Frau. Sollte dieser Grundsatz im vorliegenden Falle zur Anwendung kommen, so würde Herrn Fairs Testament als durch den Tod seiner Frau ungiltig geworden erachtet werden müssen. Das Vermögen des Mannes würde an seine gesetzlichen Erben fallen, nämlich an seine Schwestern Frau Oelrichs- und Frau W. K Vanderbilt, die beide zu den reichsten, Leuten Amerikas gehören. Muß jedoch entschieden werden, daß der Mann vor der Frau starb, so würde Frau Fair als die Besitzerin des Vermögens chres Mannes gestorben sein und dies Vermögen würde, im Falle sie kein Testament gemacht hat, an "ihre gesetzlichen Erben, die in sehr be­scheidenen Verhältnissen leben, zu fallen haben. Es heißt, daß Frau Fair ihr eigenes, auf 250 000 Dollars bemessenes Vermögen testamentarisch zur Hälfte ihrem Manne unb zur Hälfte ihren Verwandten, mit denen sie sehr gut stand und um deren Wohlergehen sie sich stets bekümmerte, vermacht hat. Ein solches Testament ist aber noch nicht gefunden worden. Andererseits behaupten die Verwandten des Herrn Fair, Grund zu der Annahme zu haben, daß derselbe noch ein anderes und zwar später als das oben. erwähnte gemachtes Testament hinterließ, aus dem her­vorgehen würde, daß er über fern Vermögen anders als in ersterem verfügte. Nach diesem zweiten Testament soll noch gesucht werden. Einstweilen ift das Fairsche Ver­mögen unter gerichtliche Verwaltung gestellt worden. Zu einem Erbschaftsstreit wird es nicht kommen. Beide Setten sind bereit, sich in gutem zu einigen.

* Wozu die Freundschaft gut ist. Zwei Schnorrer, die sich Zett ihres Lebens nicht ausstehen onnten, treffen sich in Karlsbad in einem Restaurcrrtt, in dem eine Zigeunerkapelle aufspielt. Der Saal ist ge­krängt voll, und den beiden bleibt schließlich nichts übrig, als sich an einen und denselben Tisch 'zu setzen. Wütend sehen sie sich an, und sie sind bald nahe daran, auf einander loszufahren. Da kommt ein brauner Zigeuner zu ihrem Tisch und reicht den Teller, um abzusammeln. Der eine greift ärgerlich in die Tasche und wirft eilten K-reuzer darauf. Der andere aber schmunzelt jetzt behag­lich und sagt:Wir Zwei gehören zusamm'! . .

Nach dem Gebrauch von Wasser

hat man sich gewöhnt, das Kulturrttveau nicht

HXIV i- nur eines ganzen Vollsftammes, sondern auch

jeder einzelnen Persönlichkeit zn beurteilen. Wie uns scheint, nicht ganz mtt Recht, denn es giebt viele Menschen, besonders Damen, denen jede Seife körperliches Unbehagen, Jucken und Brennen aus der Haut verurfacht. Diesen zum Trost mag hierdurch mttaeteilt sein, daß es endlich gelungen ift, eine Tottetteserse herzustellen, welche frei von jeder Schärse ist, mild, zart und erfrischend auf die Haut und verbessernd auf den Teint einwirkt. Diese neue Toilette­seife wurde unter dem Namen Bacheberle's Hygienische Priskalin- Seife in den Handel gebracht und ist in allen Apotheken, Drogerien, Parfümerien und besseren Friseurgeschästen zum Preise von bV Psg. per Stück zu haben.

Für die gesamte Redattion verantwortlich: Gurt Plato.

Ungehindert gelangte ich zu Kommandant Conrooij, mtt dem ich nach Kaemas aufbrach. Dort wurden wir von einer großen englischen Uebermacht umzingelt. Albert Rettmann und ich ritten auf ein Fort los. in welchem sich Leute von uns befinden sollten. Es saßen aber Engländer drinnen, die uns bis auf 30 Schritte herankommen ließen und dann feuerten. Rettmann fiel. Ich kroch zurück auf eine Kopje und feuerte von dort aus mtt meiner Mauserpistole in das Fort, in welchem wir später zwei Tote scmdeu. Von 3 Uhr morgens bis 8 Uhr abends dauerte das Gefecht. Dann gelang es einigen Leuten von uns, die Engländer im Rücken zu fassen, worauf sie flüchteten. ,,, , _ ,

Nach vielen Patrouillegefechten und Scharmützeln stteßen wir zu General Maritz, bei dem em Holländer namens Steuerwald kämpfte. Vor diesem tapferen Holländer hatten die Buren solche unbegrenzte Hochachtung ob feines Mutes und seiner beispiel­losen Tapferkeit, daß Maritz erklärte, er wolle nie als Komman­dant über ihm, wohl aber neben ihm stehen. Der tapfere Steuer« wald siel.

Von Windhoek im Distrckt von Rheinsdorp aus begaben ron uns zu General Smuts, der die Absicht hegte, unter allen Um­ständen nach Kapstadt vorzurücken. Der Plan mußte gelingen. Leider sielen noch kurz vor unserem Eintreffen in unbedeutenden Scharmützeln einige der besten Kommandanten des Generals Smuts Darunter war Feldkornet Weffels, der in Holland studiert hatte Lange hatte er sich geweigert, den Offiziersrang anzunehmen; eines Abends nahm er ihn doch an; zehn Sttmden spater war er lot. Vechtgeneral van Deventer wurde durch die Kehle ge­schossen, Feldkornet de Voß durchs Herz, Kommandant Bomver durch beide Beine. Der Plan mußte aufgegeben werden, zumal General Maritz es für nötig hielt, nach Klein-Namaqualand vor- zurücken. Auf diesem Marsch erhiett ich bei Garijs einen Schuß durch den Schenkel. Der englische Spion Garinger, der zu uni gestoßen war, um uns zu vergiften, diesen Plan aber nicht aus- führte, weil er uns wahrscheinlich für viel zu gemütliche Leutt hielt, verband meine Wunde mit einer Frauenhose. Ich vermute daß noch ein Stuck dieser Hose m meinem Bein sitzt, denn es juckt und reitzt abscheulich. Am Freitag reise ich nach Berlin, um mich operiren zu lassen.

Nach dem Friedensschluß beschloß unser Kommando, bei dery sich lauter schlecht angeschriebene Rebellen befanden, nach Deutsch- Südwestafrika zu reiten, um dort die Waffen zu strecken. Kom­mandant Schoeman, de Kersauson und ich ritten voraus, verfehlten aber die Schuttdrifl und mußten 100 Mark Strafe bezahlen, weil wir den Oranjefluß an einer unerlaubten Stelle überschritten hatten. Im übrigen zeigten sich die Deutschen äußerst liebenswürdig und zuvorkommend. General Maritz benützte dieSchuitdrift"' jum U ebergang. Er. seine 150 Buren und auch wir verkauften unfere Pferde an den deutschen Leutnant Bosch oder von Buschjes. Unser« Gewehre hatten wir auf englischem Boden zerbrochen und in den Oranjefluß geworfen."

Kunst gebührend ehrt, aber auch das Neue, das Werdende, daS aus unseren Freuden und Leiden, aus uttserem Sehnen und Ringen entporwächst, versteht und frei von allen Bor­urtellen willkommen heißt. >A H>

Wie Andries de Wet von Kmopa aus auf den Kriegsschauplatz gelangte.

Der sympathische junge Kapkolonist Andries de Wet, der sich durch feine Vorträge in Deutschland und Oesterreich so viele Freunde erworben hat, ist vor kurzem in Gesellschaft des 25jährigen Vechtgenerals Maritz und dessen französischen Adjutanten im Viktoriahotel in Amsterdam angekommen, de Wet erklätte dott einem Mitarbeiter der »Deutschen Wochenzeitung in den Niederlanden":

Bevor ich mich von hier aus nach Afrtta einschiffte, hatte ich mtt niemand über meinen Plan gesprochen, deshalb war ich sehr erstaunt, die deutschen Beamten in Teutsch-Südwestaftlka von meinem Vorhaben unterrichtet zu finden. Die Herren müssen be- onders feine Spürnasen haben. Alle hatten Heidenangst, ich könne die Neutralttät verletzen und einen Konflikt mit England in­szenieren. Ich muß wie ein geborener Lügner aussehen, sonst fann ich mir nicht erklären, warum man . mir nicht glaubte, datz ich Land ankaufen und mich ansiedeln wollte. Nur Piet van der West- huizen in Gibeon schien mir Glauben zu schenken und erbot sich, selbst ein Pferd für mich in Pflege zu nehmen. Ich dankte jedoch für die Freundlichkeit. Kersausson, der nach mir kam, that dies und machte die Erfahrung, daß Piet van der Westhuizen nicht nur ein ausgezeichneter Patriot, sondern auch em genebener Pferde­händler ist, denn er verkaufte den Gaul des Franzosen für 30Pfd. Sterling vergaß aber, das Geld abzuliefenr.

Ich zog darauf zum Oraniefluß, den ich eines Abends als weder deutsche noch englische Soldaten m der Nahe waren, durch- schwamm, worauf ich nach Kokamas ntt Dort in der Nahe war einige Zett vorher Piet Botha mtt Berichten aus Atropa für den Generalkommandanten angekommen. Er war m Ge,ell,chaft von Steidler, Willy Stein, Jan Osthmzen und zwei Bayeni, welche s. 8. in Ceylon vom Gefangenenschiff zu einem ntssi chen Schiff geschwommen waren. In einem Gefecht mit den Engländern bei de Aar wurde Bocha schwer verwundet hatte aber noch dw,Kmft, die Berichte Krügers zu vergraben; daneben legte er ferne Strumpfe, um den Platz zu kennzeichen. Er ftarb aus emem Bauernhof, wo­hin chn die Engländer gebracht. Zuvor fytfte er ledoch emem Sur die Mitteilung von den Rapporte gemacht die denn auch sechs Monate später in die Hände des Generals gelangtem Die Be­gleiter Bothas brannten das Zollamt in van Wilksvlei nieder und wurden deshalb von den Englmidem verfolgt und umzmgelt. Boomzaaijer stürzte fich in den Oranfefluß, van Wyk wurde ge­fangen und in Colesberg erschossen. Feidler erhielt lebenslang- sich? und die Deutschen zchnjätznse Gefaugmästrake.

hat in seinen Architekten und Mnstlern, Mldhcruern Meißner und Hoffmann (Berlin), Bildhauern Schreiner, Alt­mann und Haller (Düsseldorf), Maler Seuffert und Karl Hemming (Düsseldorf), Maler Karl Rickett und Wagner (München), Maler Friedrich Oehme (Köln), Architekt Fer­dinand Schmitz (Köln) usw. Mttarbetter gefunden, die eben» falls bemüht waren, durch plastischen und malerischen Schmuck dem Hause das moderne Gepräge zu geben. Und dieses Bestreben, modern zu wirken, zeigt sich ganz! besonders in der Heranziehung Sascha Schneiders) dessen zeichnerisch feine, förmlich schwebende symbolische Leichen- gebllde am Plafond trotz aller Bizarrerie fesseln, allein sie passen eher für die Kuppel einer Friedhofskapelle als für die Decke eines modernen Theaters. Der von Wagner (München) gemalte und von dem Kölner Bürger Friedrich Oehme gestiftete Vorhang ist sehr bunt, sehr figurenreich, allein^die einfachste Gardine wirkt heutzutage stimmungs­voller als der bemalteste Vorhang. Erwähnt sei, daß der als Theaterbaumeister ganz von Jugend erfüllte Künst­ler, dem die Kölner jetzt so zujubeln, daß Regterungsbau- meister Moritz ein Berliner Kind llt

Me viel zahll Hoffmann Pacht, tote vrel kostet das Theater? Das alles sind Fragen, die nicht nur in Köln, jondern in der ganzen Theaterwelt diskuttert werden. Hier die Beantwortung der Fragen.

Direttor Hoffmann zahlt jährlich für beide Theater 50 000 Mt. Pacht, fernerhin 50 000 Mk. für Beleuchtung, kostet die Beleuchtung mehr, dann tragen Stadt und Di^ rektor die Mehrkosten zur Hälfte. Das Zuschauer- und Bühnenhaus kostete 1800 000 Mk., bte Buhnenmaichrnerre, die vom Obermaschinenmeister Rosenberg vortrefflich an­gelegt ist, 540 000 Mk, das Mobiliar des Foyers, des >luschauerraumes usw. 210000 Mk, das Restaurations-Ge- bäude mit den Gartenhallen, Terrassen usw. 352 000 Mk, die Einrichtung des Restaurants 79 000 Mk, bte Garten­anlagen und die Beleuchtung 46 000 Mk, das unglückliche Maaazinaebäude mit Einrichtung 300 000 Mk, Dekorationen und Kostüme 580 000 Mk, das Grundstück 500 000 Mk Gegen 41/2 Millionen kostet also das modernste Prrvat-Theater Deutschlands. c. . m

Hoffnungen und Wünsche begleiten diei en neuen Prunk­bau, der fertig dasteht und doch et\l etwas Werdend^ ist. Möge er sich entwickeln, würdig der Bedeutung des Kölns von einst und von heute, möge in des Rheullandes ehr­würdigster und machtvollster Stadt, in der da» Alte und das Neue an allen Wegen und Stegen sich einen, eme statte erstanden sein, in der man die wahre, alte, nie alternde