Mittwoch 11. Juni LVOT
ISS. Jahrgang
Zweites Matt.
oßen Wasserstraßen wünscht, die preußische Re- Ganzes, Graf Bülow voran, die Erneuerung
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Nr. 184
Erscheint t^ali«- außer Sonnlags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesflscheu Landwirt bte Siebener Kamillen- bläNer Diermal in der
Woche beigelegt
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ist Beethoven er mußte es.
MetzenerAnzeiger
General-Anzeiger v
Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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dieser Kämpfe für unzeitgemäß hält. Aber es würde allerdings einer Hinausschiebung der Kanalprojekte in ungewisse Zeit ziemlich ähnlich sehen, falls sich eine Mitteilung bewahrheitet, die ebenfalls der „Nationalztg." zugeht: daß angeblich in der Absicht liegt, die preuß. Wasserbauverwaltung von dem Ministerium der öffentlichen Ar-
ungen versprach. Wer einmal die Engelstimme der Geige im Benedictus gehört hat, der wird diesen Eindruck nicht wieder vergessen. Daß es Beethoven auch beim Orchester um die Hervorbringung mächtiger Schallmassen zu thun war, beweist die für seine Zeit unerhört starte Besetzung, beweist vor allem die reichliche Verwendung der Posaunen, aber auch die fast raffiniert zu nennende Steigerung der Schallkraft in den Streichinstrumenten. Von fast beispielloser Wucht ist die Instrumentation jenes schon in den Stimmen so gewaltigen Omnipotens, nie ist die Leidensklage ergreifender instrumentiert worden _ als in der Begleitung zu dem Sub Pontio Pilato Passus des Chores. Besonders weich ist die Orchestersprache im Agnus Lei: „In den Seufzern, die das Thema umzittern, in den sich fortspinnenden flehenden Gängen der Geigen, in der aufs reichste abwechselnden solistischen Ausnutzung des Motivs breitet sich das Seelenleben der reuigen und Erbarmen heischenden Gemeinde sichtbar vor uns aus." Jedenfalls ist , die Gewalt der Orchesterbegleitung von der Geige bis zur Orgel, von der Flöte bis zur Pauke, so riesenhaft, daß die Stimmen auch eines sehr großen Chores Mühe haben, sich daneben Geltung zu verschaffen, und es ist, angesichts der aufs höchste gesteigerten "Anspannung der Orchesteressekte durch das ganze Werk hindurch, fast rätselhaft, Ivie Beethoven Zeltern gegenüber sich dahin äußern konnte, daß seine Messe „beinahe blos a la capella aufgeführt werden könne."
Beethovens Messe gehört in die Kirche. Zwar kann sie ihrer ursprünglichen Bestimmung für den Gottesdienst nicht mehr zugeführt werden, und Beethoven hat das selbst gewußt. Tag er aber dauernd an die Kirche als den einzig möglichen Ort der Aufführung dachte, zeigt die durchgängige Verwendung der Orgel, ohne die eine sinngemäße Wiedergabe des Werkes zur Unmöglichkeit wird. Aber auch die Stimmung, in der er sein Werk schuf, zeugt dafür. „Mit Andacht" hat er über das Kyrie und über das Sanctus geschrieben, eine Bezeichnung, die sich sonst über seinen Kompositionen nicht findet, wie vrele zur Andacht stimmende Sätze wir iym auch verdanken mögen. Tie ganze Messe ist in Beethovens Sinne ein Lobpreis des Gottes, dem der Meister sich stets in Andacht nahte, wenn er die in seiner Handschrift über seinem Schreibtisch hängenden Worte las: „Ich bin, was da ist. — Ich bin alles was ist, was war und sein wird, fein sterblicher Mensch hat meinen Schleier aufgehoben. — Er ist einzig von ihm selbst, diesem Einzigen sind alle Tinge ihr Dasein schuldig."
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Deutsches Reich.
Berlin, 10. Juni. Nach einer Meldung der „Schles. Ztg." verlautet in Wiener politischen Kreisen, daß Reichskanzler Graf Bülow Kaiser Wilhelm zu den russischen Seemanövern begleiten und auch der russische Minister des Aeußeren Gras L a m s d o r f f der Zusammenkunft beiwohnen werde.
— In der Rechnungskommifsion des Reichstages legte der Abg. Dr. Hasse heute den Vorsitz nieder, weil er von keiner Seite die nötige Unterstützung gefunden habe; auch sei eine Einladung zu einer Kommissionssitzung vom Reichstagsbureau nicht beachtet worden. Die Angelegenheit wird später wohl noch das Plenum beschäftigen. Zunächst wählte sich die Kommission in dem Abg. Beck (nl.) einen anderen Vorsitzenden.
alle Ausdrucksmittel verwertet, die der Musik überhaupt zur Verfügung stehen. Hatte schon Bach in der Verwendung der menschlichen Stimme fast Hebermenschliches geleistet, Beethoven überbot ihn. Mit vollendeter Rücksichtslosigkeit behandelt er das Stimmmaterial. Die Sänger uiib Sängerinnen mochten zusehen, wie sie mit den freischwebenden Einsätzen in den höchsten Tonlagen fertig wurden. Er wußte natürlich so gut wie jeder Andere, was er ihnen dabei zumutete, aber er wußte auch, was er ftir seine Zwecke nötig hatte. Und so sind ihm unglaubliche Wirkungen gelungen: Tas kolossale Omnipotens (Allinächtig) im Gloria, das vom Himmel durch die Welt zur Hölle führt, der riesenhafte Aufschwung des Gloria in excelsis Teo am Schlaffe des Satzes, das schmetternde Et resurrexis (Und auferstand) und das glorreiche Et vitam aeterni jaecuii (und ein ewiges Leben) im Credo, und viele andere Stellen legen Zeugnis davon ab, bis zu welchem Grade Beethoven die Grenzen der Ausdrucksfähigkeit menschlicher Stimmen zu erweitern vermocht hat. Mer auch wo er sich in den alten Grenzen hält, finden sich Tonsolgen von einer alles durchdringenden Wirkung, Stellen, die „von Herzen kommen und zu Herzen gehen", wie das Christe Eleison, das Pax hominibus (Friede den Menschen), das Suscipe deprecationem nostram (Nimm an unser Flehen), das Gratias agimus (Dank sagen wir), das Miserere im Gloria, das Qui propter nos homines (Der wegen uns Menschen) und die wunderbare Leidensklage im Credo, und nicht zuletzt das Dona pacem. Ihren höchsten Reiz aber erhält diese Gesangsmusik biird) die häufige Wechselwirkung zwischen Chor und Solostimmen, die fast nie einzeln — wie so oft bei Bach — sondern fast immer als Quartett auftreten. Wie diese Stimmen das In gloria Lei patxis amen zum Siege führen, wie sie bei der Verkündigung des Geheimnisses der Menschwerdung über dem leise murmelnden Chore schweben, wie sie das Sanctus, das Bene- dictus und das Agnus Dei psallieren, das vermag die Feder nicht zu beschreiben; man muß es hören.
Mer wir haben es nicht mit der menschlichen Stimme allein zu thun. Ist bei Bach der Gesangschor die Hauptsache, so „dienen bei Beethoven die Stimmen der Menschen und der Instrumente gleichmäßig dazu, die unermeßlrchen Eingebungen seiner Phantasie in Tönen zu verkünden." Ja, man kann sagen, daß im Organismus seiner Messe das Orchester eine fast noch größere Rolle spielt als der menschliche Gesang. Er hat die Orchesterpartie mit der größten Sorgfalt behandelt und überall die Instrumente eingesetzt, von deren Klangfaroe er sich die größten Wirk-
durchblicken, daß er eine solche Jnstruktton nicht empfangen hat. Heber die Haltung zu jenem Antrag gab es jur den Ministerpräsidenten „keinen Augenblick des Schwankens"; er habe hierbei ebenso auf das Verttauen der Krone wie auf die einstimmige Unterstützung des Staatsministeriums rechnen können. Das Wort „rechnen" ist besonders gut gewählt, indem es nochmals die Selbstständigkeit der Entschließung betont. Noch etwas anderes Darf zwischen den Zeilen gelesen werden: daß Graf Bülow sich im Vollbesitz der kaiserlichen Huld weiß Tie ausdrückliche Konstatierung enthält einen zarten Wink an die Konservativen, die Hoffnung fahren zu lassen, LV; vielleicht der Kaiser durch unmittelbare Darlegungen für eine veränderte Auffassung über die in der Zollpolitik einzuschlagenden Wege gewonnen werden könnte.
wollte, als Kirchenmusik geeignet erweisen sollte. Das Kyrle mag auch noch Spuren davon tragen, daß er nicht von Anfang an sich von der Rücksichtnahme aus die liturgischen Bedürfnisse ganz freizuhalten wußte. Aber schon hier bricht sein Geist durch und vom Gloria ab sehen wir alle solche äußerlichen Rücksichten beiseite geworfen. Zwar die Form hat er auch in den späteren Sätzen nicht völlig durchbrochen, aber er ist insofern ganz dem Beispiel Bachs gefolgt, als auch er nunmehr nur wiedergeben wollte, was in ihm lebendig war, seine Auffassung der Textworte. Aber diesen Worten stcurd er anders gegenüber als Bach Bach war ein Mann der Kirche, wenn auch nicht der katholischen; sein kindlich frommes Gemüt versenkte sich gläubig in die heiligen Worte, die die Religion der Bibel zusammenfassen. Anders Beethoven. In der katholischen Kirche geboren und erzogen, lebte er dennoch ganz in den Gedanken und ,Bor- stellüngen der Auftlärmrg, nicht jener Aufklärung, die auf oas Heilige mit Fingern weist oder es dem Gespötte der Menge preisgiebt, sondern jener tieferblickenden, die das Heilige ehrt, ohne an seinen Formen zu hängen, aber auch ohne sie zu verlachen. 'Sie Überirdische Gewalt seines Textes packte ihn von Satz zu Satz mit wachsender Stärke. Es schüttelte iyn und rüttelte ihn. Als er die grandiose Fuge mit sich herumtrug, mit der das Credo abschließt, da ist er einmal tief in der dfeccht, nach langem Ausbleiben, im furchtbarsten Unwetter, mit bloßem Haupte, das halbergraute Haar von Regen ttiefend, erstarrt in seine Wohnung zurückgekommen. Er hatte nichjts gemertt, vor seinem Auge hatte das ewige Leben gestanden, und die Töne, in denen er den Glauben daran zu versinnbildlichen gedachte. Und immer höher trägt ihn der Geist. Es jubelt in ihm: „Himmel und Erde sind Deines Ruhmes voll." In die höchsten Sphären dringt er im Benedictas; es ist, als ob er sich schon wisse in den Gefilden der Seligen, bis ihn der Gedanke au die irdischen Gebrechlichkeiten wieder zurückruft und sein Gesang ausklingt in die Bitte um inneren und äußeren Frieden.
Es ist unmöglich, weder mit kurzen noch mit langen Worten, eine ausreichende Vorstellung von der Riesenkraft zu geben, n;it der dieser Heros der Menschheit sein Bekenntnis — denn das ist die Messe — geformt hat. Er hat
Politische Tagesschau
Was Graf Bülow sestzufiellen wünscht.
Graf Bülow legt Wert daraus, vor der Oeffentlich- feit zu konstatieren, daß er nicht nur der verantwortliche Staatsmann, sondern der Leiter der Polittk nach eigener Initiative, nach selbständiger Auffassung ist. Es war in einzelnen Blättern angedeutet worden, der Kanzler habe zuerst den Konservativen eine entgegenkommende Antwort auf den bekannten Getreidezollantrag im preußischen Abgeordnetenhaus gewähren wollen, dies habe jedoch der Kaiser verhindert. In einem sehr geschickt abgefaßten Entrefilet der „Nordd. Allg. Ztg." läßt nun Gras Bülow
beiten loszutrennen und dem Landwirtschaftsministerium zu übertragen. Herr v. Podbielski geht zwar mit den parlamentarischen Vertretern der Landwirtschaft keineswegs durch Dick und Dünn; er gab wiederholt Beweise davon, daß ihm gewisse agrarische Forderungen ganz und garnicht imponieren; ja, man behauptete sogar, von.Herrn v. Podbielski, er sei allein der Mann dazu, den konservativen Widerstand gegen die Wasserstraßen zu besiegen. Sgerr v. Podbielski braucht deswegen nicht „Kanalmmister" zu werden, die Kanäle gehen den Verkehr und den Handel an — wie wenig berühren sie die Interessen der Landwirtschaft. Nicht Herrn v. Thielens Rücktritt, wohl aber die Loslösung Der Wasserbauverwaltung vom Ministerium der öffentlichen Arbeiten wäre Balsam auf die Wunden
Ale Heutige Kummer umfaßt 12 Seiten.
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Kie Maricnöurger Rede Kaiser Wilhelms
ifat dem czechis chen Radikalen Klosac Anlaß zu einet unverschämten Anpöbelung des deutschen Reichsoberhauptes im österreichischen Abgeordnetenhause gegeben. Abg. Klosac richtete in seiner gänzlich deplazierten Wut über die Kaiserworte, die aus die in Preußen lebenden Polen gemünzt waren, eine „Anfrage" an den Präsidenten und sagte: Der deutsche Kaiser hat sich diesmal mit seiner Marienburger Rede öffentlich an die Spitze der Alldeutschen Propaganda gestellt und Ausdrücke gebraucht, die bisher vlos aus dem Munde von Agitationsrednern gehört wurden. Wenn ein gewöhnlicher Mensch von polnischer Frechst und sarmatischem Uebermute spricht, ist das blos ein Merkmal ungenügender Bildung, „wenn jedoch ein Kaiser solche Worte führt, für dessen Dynastie bei Sedan Ströme polnischen Blutes vergossen sind, ist dies ein Beweis, daß der Uebermut anderswo zu suchen fei". Doch der deutsche Kaiser hat diesmal nicht blos von -den Polen gesprochen, sondern in Gegenwart eines hohen österreichi- jd^n Würdenträgers „gewagt, die Deutschen auch außerhalb des deutschen Reiches zum Kampf gegen das Slawentum aufzufordern. Ta hört jede Rücksicht auf. Die Regierung ist verpflichtet, tue entsprechenden Maßnahmen zu treffen und gegen solchenpreußischen Hebermut energisch aufzutreten. Indem wir den Präsidenten ersuchen, den Ministerpräsidenten auf diese Angelegenhell aufmerksam zu machen, antworten wir auf di.e M a - rienburger Rede mit Pfui!"-
Der Redner, den die Czechisch-Radikalen mit wütenden Zwischenrufen und Beifallsklatschen begleiteten, wurde vorn Präsident wiederholt mit der Bemerkung unterbrochen, das „Oberhaupt des uns Verbündeten Staates nicht in bie Debatte zu ziehen" und zur Ordnung gerufen. Tie Zwischenrufe und anhaltenden BeschimpfungendesdeutschenKaisers sind nicht wiederzugeben. Bei dieser Szene war das Haus fast geleert. Ten Schluß der Sitzung bildete andauernder großer »Lärm. Ausführliche Berichte liegen zur Stunde noch nicht vor.
der Agrarier, gewissermaßen ein „Versöhnungsopser" für des Grafen Bülow kategorisches Auftreten im Abgeordnetenhaus. Es bleibt abzuwarten, rvas die Organe der Regierung zu der aufsehenerregenden Meldung der „Nationalzeitung" sagen werden.
Ausland.
London, 10. Juni. Die Stadt trifft bereits Vorbereitungen für die Beleuchtung der Straßen und öffentlichen Gebäude aus Anlaß der Krönungs feier. Tie Ausgaben zu diesem Zwecke seitens der Bankhäufer und anderer Großer Geschäftshäuser werden sehr bedeutend sein. So hat z. B. die Bank von England mehrere tausend Pfund Sterling ausgeworfen, um das Gebäude mit mehr als 30 000 Flammen beleuchten zu lassen.
— (Hn ter haus.) Im Laufe Der Besprechung des ersten Artikels der Finanzbill fragt Harcourt an, ob die Regierung den K o r n z o l l als Mittel betrachte, einen Vorzugstarif für die Kolonien zu stände zu bringen. Schatzkanzler Hicks Beach erwidert, daß der Kornzoll nur "zu dem Zwecke auferlegt sei, das Staatseinkommen zu erhöhen. In einigen Wochen werde eine Konferenz mit Vertretern der Kolonien über die Frage der Bevorzugung der Kolonien und über andere, das gesamte Reich angehende Fragen ftattftnden. Der Schatzkanzler fährt fort: Vorausgesetzt, daß es möglich ist, den Freihandel für das ganze Reich Durchzuführen, würde eine solche Maßregel nicht die Kolonien und das Mutterland enger miteinander verbinden als irgend eine andere. (Beifall.) Wenn wir den Freihandel mit unseren Kolonien haben könnten, sehe ich nicht ein, warum dies eine Erhöhung unserer Zölle gegenüber den fremden Nationen mit sich bringen sollte. Aber es dürsten sogar, wenn wir den Freihandel mit unseren Kolonien haben, Opfer in dieser Beziehung gebracht werden. Es ist nicht möglich, den Freihandel mit den Kolonien jetzt durchzuführen, aber können wir nicht versuchen, den Handel freier zu gestalten, als er jetzt ist, ohne daß dies notwendigerweise irgend ein fremdes Land schädigt? Nach
Herr v. Thielen, der Minister unserer Eisenbahnen, will nun doch nach Beendigung der preuß. Landtagssession in den Ruhestand treten. Vor kurzem wurde es noch vesttritten, daß irgend welcher Temissionsgrund für Herrn v. Thielen vorliege. Aber die heute im Frühblatte gebrachte Mitteilung der „Ncllional- Zeitung" darf.als zuverlässig gelten. Von „Amtsmüdig- feit" oder „erschütterter Gesundheit" ist fteilich Herrn von Thielen nichts anzumerken; just gestern hat er im preußischen Abgeordnetenhaus das Wort ergriffen, zu dem Gesetzentwurf über die Umlegung von Grundstücken in Frankfurt a. M. Es würde verfehlt fein, den Fortgang des Herrn v. Th., der vorn Mittellandkanal gesagt hat, „Gebaut wird er doch!", als eine Genugthunng für die Agrarier zu betrachten. Längst sind „normale" Beziehungen wieder- hergeftellt zwischen der Rechten und Herrn v. Thielen. Man weiß auf Seiten der Kanalgegner zur Genüge, daß, wenn der Berkehrsminister persönlich noch so lebhaft die


