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6g. Vassermann § fyat beim der hier bie galijie ie verbündeten doch mcht zrr izrschen Landtag Abg. Sattler ist )er Reichskanzler Osten nicht unter sein, wir Polen n, daß wir gar hen rechts.) Äe deutsche Wesen Sprache ettvas :r man braucht in. Denken Sie
Wie will man ltmellen Kampf, den würden wir dner hat gerügt, am 10. Dczem- was hier gesagt ernngen, sondern lebner zur Sache l darüber er- it, zum Etat des , der persönlichen ördnetenhaus ge- ils der MiniW > mochte an erster ir unsere Kuegs- erregt im Lande ^hrensoldes wno en
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10. Milzbrand-Sporen.
Mundhöhlen halte mau sich drei Schritte vom Leibe.
Freilich geht das nicht immer. Wir müssen uns deshalb dcr- rauf einrichten, auch gegen die nicht abzuhaltenden Spaltpilze so gut wie möglich anzukärnpfen. Das ist wenigstens insofern einfach, als — abgesehen von Wunden — nur ein vauptthor in das Körper- innere führt: die Mund-- und Rachenhöhle. Wir müssen unsere Mundhöhle so präparieren, daß diese Schmarotzer sich nicht darin entwickeln können. Das geschieht aus zweierlei Weise. 1) Entweder man vernichtet sie direkt durch scharfe, spaltpilztötende chemische Mittels (Anhseptica), oder man verdirbt ihnen den Nährboden und giebt sie dem Hungertode preis. Beide Verfahren nennt inan antiseptisch. Verfahren 1, welches, zwar das emsachste wäre, ist im menschlichen Körper nur in beschränktem Maße anwendbar, weil die meisten Stosse, die die Spaltpilze vernichten, auch die lebenden Zellen unseres Körpers abtöteu, also die Schleimhaut schädigen oder aber die Zähne angrersen. Das hieße den Teufel durch
ihre Verbreitung solchen Speichelspritzer verdanken, sind in erster Linie zu nennen: Jnflueiiza, Diphtheritis, Lungenentzündung, Tuberkulose, Aussatz, Pest, wahrscheinlich auch Scharlach und Masern. Solche infektiöse Speichelspritzer sind besonders aus unsauberen, ungepflegten Mundhöhlen zu erwarten. Ein unsauberer Mund ist — nicht oft genug kann das wiederholt werden — ein Eldorado für eine üppige Spaltpilzflora, ein geradezu ideales Brutnest für allerhand Mikroorganismen. Hier ist so ungefähr alles vorhanden, was der Gelehrte, dtzr Spaftpille zu wissenschaftlichen Zwecken züchten will, in einem Baklerien-Brutosen künstlich erzeugen muß. Hier ist die zum Brüten nötige
Temperatur (37° C), hier ist Feuchtigkeit, hier y ft sind organische Stoffe (Speichelreste), die den
Spaltpilzen als Nahrung dienen. Schade, daß ■ a y weder Sitten noch Gesetze unsaubere Mund-- [ S sxx « höhlen im volksgesundheitlichen Jntereffe ver- I tiQB b. U bieten. Hoffentlich kommt es noch einnral da-
hin. Inzwischen empfehle ich als Prinzip der » " j Lelbsthilse: Menschen mit unsauberen v ■
Beelzebub anstreiben. Trotzdem enthalten zahlreiche antiseptische Mundwässer des Handels derartige schädliche Stoffe. Ein Unfug, dem gesteuert werden sollte.
Bleibt Verfahren II: Verderben des Nährbodens, Ausbungern der Schmarotzer. Dazu sind verschiedene Maßnahmen möglich, weil die Schmarotzer verschiedene Nährboden wählen. Viele Keime, z. B. der Erreger der Zahncaries (Zahnfäule) gedechen nur aus Speiseresten und produzieren daraus die den Zähnen so schädlichen Mundsäuren. Andere Schädlinge, und darunter vorzugsweise die gefährlichen Krankheits-Erreger, halten sich am liebsten aus Ab- fonderungen einer krankhast veränderten Mundschleimhaut aus. Daraus folgt: a) die Speisereste und Absonderungen der Muiidschleimheit müssen (durch Zahnstocher, Zahnbürste und Spülungen) entfernt werden: b) hohle Zähne, deren Inhalt der geeignetste Nährboden für viele Bakterien ist, soll man beim Zahnarzt füllen lassen; c) die Entwickelung der Spaltpilze selbst muß mit chemischen Mitteln, die aber im Munde absolut feinen Schaden anrichten dürfen, verhindert werden.
Bei den oben angedeuteten kompliziertenVerhältnissen imMunde eignen sich nur sehr wenige chemische Stoffe zu diesem Zwecke. Tie meisten Antiseptica sind sür die Mundhöhle unbrauchbar, weil sie die Zahnsubstanz auflösen. Andere greifen die Zähne zwar nicht an, atzen aber die Mundschleimhaut und begünstigen dadurch das Wachsen der Spaltpilze erst recht. Wieder andere sind allgemein giftig. Neuere Forschungen haben ergeben, daß besonders zwei Stoffe bin-' reichend antiseptisch wirken und dabei weder Schleimhaut noch Zcchnei irgendwie nachteilig beeinflussen: Einfaches Kochsalz und das Mund-, wasser Ldol. Odol ziehe ich wegen seines Wohlgeschmackes und mich deshalb vor, weil es nach dem Mundspülen die ganze Mundhöhle mir einer gleichmäßigen, antiseptischen Schicht überzieht und dadurch die Schleimhaut noch eine Zeit lang als Nährboden sür übertragene Krankheitskeime ungeeignet macht. Es ist zweifellos das gegenwärtig zweckmäßigste Mundwasser für den täglichen Gebrauch.
(Dr. med. W. Ganser-Wien.)
Der nächste Artikel erscheint am Samstag den 18. Januar. 405
jeder Kreuzer |ct ein Echwergewichr m der Wagfchale des Frei-
Wir fürchten
und Sicherstellung des Weltfriedens.
Ich kann aber nicht schließen, ohne auch meinem Bedauern Ausdruck zu geben über Die Art und Werse, wie der Vorredner sich ausgesprochen hat über die inneren österreichischen Verhältnisse. Wenn w,r es nicht gern haben, wenn wir unter Umständen es uns
i !■>'ne Neuwahlen. Wir werden ja dann leben wer Recht behält. , Wenn cte Obstruktion Thmsache werden wllre so müssen wir Die
sogar sehr ernstlich verbitten, wenn man sich in unsere inneren Angelegenheiten einmischt, bann müssen auch wir die inneren Angelegenheiten anderer Länder mit demjenigen Takte behandeln, der nach wie vor die beste Grundlage für korrekte internationale Beziehungen ist. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Dr. Certcl (kons.): Tie jetzige Krisis wäre nicht so groß geworden, wenn die Presse eher ihre Schuldigkeit getban hätte. Sie hätte längst dem Publikum sagen müssen, daß die Trebergesellschast ein sehr großer Schwindel wäre. Ten früheren Staatssekretär des Neichspostamts muß ich gegen den Vorwurf des Abg. Bachem, die Postfinanzen nicht pfleglich behandelt zu haben, in Schuh nehmen. Wie stimmt denn dieser Vorwurf zu der erst kürzlich erhobenen Anklage des Abg. Dasbach, der denselben Staatssekretär der übertriebenen Fiskalität beschuldigte? Das Land ist keineswegs hier das Karnickel gewesen, die FcrnsprccdApparate, die man auf das Land gesandt hat, sind einfach miserabel. Und da spricht der Abg. Richter von einer Liebesgabe für oas Land! Ich verstehe nicht, weshalb man im Etat die Börsenstcuer um volle 40 Prozent niedriger eingeschäht bat, als sonst. Vielleicht hat man das gethan, um mit den niedrigen Einnahmen die Nothwendigkeit der Börsenstempel-Reform zu begründen. Tie Börscngeietz-Nobelle werden meine Freunde recht gründlich prüfen, wir werden die lex imperfecta der Strafbestimmungen zu einer lex perfecta machen und auch den Deklarationszwaiig beantragen. Ich bitte aber den Bundesrath, zu bedenken, daß die Session schon belastet genug ist. An dem Etat werden wir nur wenig sparen können, gegen eine Erhöhung der Matrikularumlagen muß ich mit meinem ganzen Körper sträuben. (Heiterkeit.) Es wird daher eine Reichsfinanzresorm nöthig fein, doch sind meine Freunde alle gegen direkte Rcichs- fteuer. Neue indirekte Steuern dagegen müssen sorgfältig erwogen werden, so aus dem Handgelenk kann man so was nicht schütteln. Die ungünstige Lage wird hoffentlich dafür sorgen, daß wir ein kräftiges Saccharin - Gesetz bekommen.
Gegen den Vorschlag eines Reichs - Finanzministeriums muß ich mich nach wie bor entschieden aussprechen.
Ich erl*,*,r£* an, daß die verfassungsmäßige Stellung des Neichs-
diese Zurückweisung nur -in Vorwand fein sollte, um uns eine kanzlerS wieder bergestellt ist. Icb hoffe, es wird jetzt nicht^mehL andere Haltung aufzunöthigen gegenüber dem südafrikanischen verkommen, daß em Sraarsiekreiär in einer Zeit, wo die Schutze Kriege oder cm Präicxk, um feindliche Beziehungen herbcizufuhreu zollpotint wieder etwas energischer wird Den Ausspruch thur, zwischen unserem Volk und einem Volk, Dem wir nie feindlich gegen- jeder Krcuzcl sei ein Schwergewicht m Der Wagfchale Des Frei» übergestanden haben und mit Dem uns zahlreiche und schwer-> bondels Vielfach ist angeregt worden. Die Entscheidung in Dec wiegende Interessen verbinden, so will ich nicht den mindesten! Zollvorlage bis zu Den Neuwahlen zu verschieben.
schworen worben wäre. In ben Polenkrawallen hat sich Rußland weit loyaler gezeigt als Oesterreich. Die Erklärung deS Reichskanzlers, daß wir kein vitales Jntereffe am Dreibund mehr haben, war ja deutlich. Eine Intervention im Boercnlrieg wünsche ich nicht. Wir waren auf dem Haager .Kongreß, daß dieser Kongreß nicht Mlbr Erfolg gezeitigt hat. ist die Schuld Rußlands, das frier der am mci|ten blamirte Europäer ist. Wir müssci' aber streng neutral fein, und Damit verträgt es sich nicht, wenn die Regierung zwar Lieferung deutscher Firmen an England zulässt, aber die Lieferung frfjon bezahlter Kanonen an den Oranje-Freistaat verbietet. Auch sillte die Regierung cs durchsetzen, daß '■? ctrauenSmänner des Boeren-Komites Afrika aufsuchcn dürften, um dafür zu sorgen, daß die gesammelten Mittel auch wirklich verwendet würden, um das Elend der Boeren zu lindern. Einspruch erheben muß ich gegen die Rede, die der neue englische Gesandte Wolfs-Metternich neulich in Hamburg intcr pocula gehalten hat. Der „extravagante Jugendstil", über Den Der Graf höhnte, besteht Darin, daß man sein Vaterland liebt, und wenn man cs schmäht, nicht die geballte Faust in Der Tasche hält, sondern dem frechen Verleumder Damir unter Die freche Rase fährt. (Heiterkeit.) Die Erklärung des Reichskanzlers gegen Chamberlain kam viel zu spät. In Chamberlain sieht das deutsche Volk Den verruchtesten Buben, Den Gottes (rrDboDcn trägt
Präsident Graf Ballcstrem: Wegen dieser Beschimpfung des Ministers eines befreundeten Staates rufe idi Sie zur Ordnung
Abg. Liebermann von Sonnenberg (fortfahrend): Einen anderen Ausdruck giebt es nicht, aber ich muß mich Dem Verlangen dt-g Präsidenten fügen. Von Zanzibar bis Samoa hat uns Eng- lauD stets geschädigt. Wenn man an dem Denkmal des großen Kaisers vorübergeht, muß man lebhafte Entrüstung Darüber empfinden, daß man in England gewagt hat, das Diebes- und Räubergesindcl, aus dem Die Armee Englands besteht, mit unseren braven Soldaten zu vergleichen.
Reichskanzler Graf von Bülow: Nachdem Der Herr Präsiden: di- parlamentarische Rüge verhängt hat über eine Aeußerung des Vorredners, gehe ich auf die von dieser Rüge betroffene Bemerkung nicht weiter ein. (Beifall.) Ich will nur sagen, daß ich glaube, ich befinde mich im Einklang mit Der Mehrheit, der sehr großen Mehrheit dieses hohen Hauses, wenn ich der Hoffnung Ausdruck gebe, daß sich nicht die Gepflogenheit einbürgern möge, von Der Tribüne des Reichstages aus fremde Minister zu beschimpfen. (Lebhafter Beifall.) Es wurde das weder Den Gepflogenheiten des deutschen Volkes, das ein gesittetes Volk ist (Beifall), noch Den Interessen unserer Politik entsprechen. Ich muß gleichfalls mein tiefes Bedauern aussprechen über Die Art unD Weise, wie sich der Vorredner ausgesprochen hat über das Heer eines Volkes, mit Dem wir in Frieden und Freundschaft leben. (Beifall.) Wenn wir empfindlich sind gegen Angriffe auf bie Ehre unseres eigenen Heeres, so dürfen wir auch nicht fremde Heere beschimpfen/ in denen es doch auch Leute giebt, Die zu sterben verstehen. (Zustimmung.)
Nun hat Der Abg. Wassermann seinem Befremden Darüber Ausdruck gegeben, daß nicht irgend eine autorisirte Stimme, z. V. nicht die „Norddeutsche Allg. Ztg.", früher das Wort ergriffen hätte, gewissermaßen unserer öffentlichen Meinung und unserer Presse die Wege zu weisen. Unsere Presse und unsere öffentliche Meinung müßten auf einer niedrigen Stufe stehen, wenn sie in Fragen der nationalen Ehre des Leitmotivs, der Parole von oben bedürften. Ter Werth einer großen Presse und einer öffentlichen Meinung besteht in Der Freiheit ihrer Bewegung. Das Korrelat Dieser Freiheit ist aber das Gefühl der Verantwortlichkeit und das habe ich soeben bei dem Herrn Vorredner vermißt. (Sehr gut!) Ich habe vor einigen Tagen keinen Zweifel darüber gelassen, daß es durchaus berechtigt war, wenn unsere öffentliche Meinung den Versuch auch nur des Scheines, als ob die Ehre unserer Armee angetastet werden Ipnnte, mit Entschiedenheit zurückgewiesen hat. Wenn aber
Zweifel lasten, daß ich so ciwas feldstverständlick, nicht mitmacke
Durch Reden, durch Resolutionen m Volksoersamm'.unge ... ____
können wir uns die Richtschnur unserer auswärtigen Politik nicht goldene Ruckfichtslosigken Demgegenüber anroenDen, Die Dem Abg. vorschreiben lassen (Beifall) ; sie wird leDiglid) bestimmt durch das roi- Liebermann eigen ist Es ist richtig, daß Der Reichskanzler auj reale Interesse des Landes, und das weift uns Darauf hin unter I Bierbankreden nicht ohne Weiteres crwas geben kann Aber auf Die voller ' lufrechthaltung unserer Selbständigkeit, unserer Wurde und! Siimmung Des Volkes gegen England muß er Rücksicht nehmen, unserer Ehre mit England freundliche und friedliche Beziehungen ! Von Interventionen u s. w. lann allerdings nicht die Rede sein; zu pflegen Das uuD nichts Anderes hat auch der kaiserliche Bot- wir wurden Dann in eine nicht glänzenDe Verschalter in London sagen wollen, unD zwischen dem. was er gefaßt. cinfamung kommen. Aber die deutschen Interesse.» (ja: und was ich sage, bestehl nicht die mindeste Divergenz Daß j in Südafrika könnten etwas bester gewahrt werden, uns die Aufrechterhaltung freundschaftlcher Beziehungen zu Eng- Es w'rd z B noch immer Darüber geklagt daß deutsche Missionare land nicht gerade erleichtert worden ist Durch den Zwischenfall Der ! m Südafrika in d-e Konzentanonslage: geschickt und sonst belästigt uns seit einigen Tagen beschäftigt, das werden mit m:: alle ein- und ihres Eigenthurns beraubt werden. Es gehl Das aus einem sichtigen Kreise nicht nur in Deutschland, sondern auch in Eng- von Pastor c Bodelichwingh veröffentlichten Briefe hervor. Auch
lend bedauern Ich kann nur Die Hoffnung aussvreckien. daß ans । Kirchen sollen zerstört worden fein Ttc Qualifikation des Ministers
in der Zukunft solche Zwischenfälle erspart werden mögen, Die uns Chamberlain können wir uns ersparen, weil sie communis opinio
eine Haltung erschweren, die ebensosehr dem englischer und dem st Darin hat Der Abgeordnete Bassermann Recht: Wem»
deutschen Interesse entspricht, wie Demjenigen Der Aufrechterhaltung I Die Presse Der Führung nicht bedürfte, dann brauchte nicht Die nach- unD Sicherstellung Des WeltfrieDens. hinkende Erklärung Der „NorDDemschen Allgemeinen Zeitung," zu
kommen. Entweder mußte Diese sofort kommen oDer gar nicht. Daß gegen Die Rede Chamberlains Die Entrüstung allgemein ist und gröbliche Formen angenommen hat, auch hier im Reichstag, ist begreiflich, wenn auch für Den PräsiDenten Des Reichstags nicht verzeihlich. Ich gönne Den EnglänDern Den Minister Chamberlain von ganzem Herzen. Mögen sie ihn so lange verbauen, bis seine Unberdaulichkeit an ihm selbst in Die entsprechenDe äußere Erscheinung tritt. (Heiterkeit.) Die Männer aller Zukunst, nicht nur Der Gegenwart locrDcn Diesen Krieg in Südastika verfluchen. Der so grausam geführt toorDen ist. wie keiner vorher geführt worden ist. Wir wollen die alten Traditionell in den Beziehungen zu England nicht stören, sondern wiederherstellen wie zu Zeiten Bismarcks, als wir England zwar steundlich, aber kühl gegenüberstanden Unsere Beziefrungen sollten korrekt sein; auf die Hühneraugen wollen wir England nicht treten; dazu haben wir auch zu guten Geschmack, (Heiterkeit.) Man darf in der Politik auch nicht zu steundlich sein, sonst macht man leicht den Eindruck Des Vasallenhaften. Die FreunDschast mit RußlanD halte ich für außerorDentlich wichtig; abev wir Dürfen für politische FreunDschast keine wirthschaftlichen Konzessionen machen. Aus Den Fortbestand des Dreibundes legen wie großen Werth: die anderen Dreibundstaaten sollten bedenken, datz der Dreibund für sie mehr Werth hat als für uns. Wir müssen eine richtige Heimaihsvolitik treiben, sonst nützen alle Maschinen uitb Kreuzer nichts. Unser Volk muß in seinem wesentlichsten Theil Vauernbolk bleiben.
Hierauf v c r t a g t sich das Haus.
Persönlich bemerkt Abg. v. Liebermann von Sonnenberg: JH habc das englische Ministerium nicht angegriffen, sondern nur Angriffe abgewchrt. Als ich von Diebesgesindel sprach, schwebte mir ein amtliches, englisches Schriftstück vor. in dem konstatirt wird, daß die meisten Rekruten vorbestraft seien. Ich habe im Uebrigen nur meine Schuldigkeit getfjan und übernehme die volle Verantwortung dafür. Ich bin mit Bewußtsein in Den parlamentarischen Orkus hineiugesprungen und habe mir bewußt den Ordnungsruß zugezogen.
Nächste Sitzung: Sonnabend 1 Uhr. .(Fortsetzung der Etats- berathung.)^ Schluß 6j& Uhr,
Aus MM ilttö
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe:,,Gieß, -lnz." gestattet.)
Gießen, 11. Januar 1902.
'* Französische Vortrage und Rezitationen. Mehreren Aufforderungen entsprechend wird Lektor Goetschy seinen auf den 15. d. Mts. angekündigtcn Vortrag über „L’esprit de Voltaire“ erst am folgenden Donnerstag dem 16., um die gewöhnliche Zeit abhalten.
** Einrichtung neuer Postanstalten. Falls der Postctat für 1902 die verfassungsmäßige Genehmigung findet, werden im April in Altenbuseck bei Gießen und Wißmar bei Krofdorf Postagenturen eingerichtet werden.
Frankfurt a. M., 10. Jan. Heute nachmittag kam es wieder ru D e m o n st r a t i o n e n von Arbeitslosen. Vom Roßmarkt kommend zog ein Trupp von mehreren hundert Mann unter 'großem Lärmen über die Zeil und Kaiserstraße bis zum Bahnhof. An der Liebfrauenstraße kam es zu einem Zusammenstoß zwischen den Demonstranten und der Polizei. Die Schutzleute zogen blank und trieben die Menge vor sich her. Verschiedene Verhaftungen wurden vorgenommen. An den besonders gefährdeten Stellen waren Doppelposten von Polizisten aufgestellt. Reitende Patrouillen durchzogen die Altstadt. Ernstere Ausschreitungen kamen nicht vor. — In der vergangenen Nacht wurde der 27 Jahre alte Tagelöhner Hans Heyeck aus 5^eidelberg in der Nähe der städtischen Sandtrocknungshalle auf dem
Fischersera erschlagen. Drei junge Leute wurden als der That verdächtig verhaftet.
Neueste Meldungen.
Originaldrahtineldungen des Gießener Anzeigers.
-o- Darmstadt, 11. Jan. Wie wir aus bestunterrichtcter Quelle erfahren, ist man im Finanzausschuß der zweiten Kammer nicht gewillt, in eine Erh öhung der Steuern zu willigen. Man gedenkt vielmehr, einem etwaigen Defizit durch beträchtliche Streichungen bei den Ausgaben des Budgets zu begegnen. So soll u. A. von der Umwandlung der Geometer- und Gerichtsvollzieherstellen in Staatsstellen, die natürlich große Mehrausgaben bediugeu würden, für diesmal abgesehen werden. Auch tritt man der Frage der Ein- snhrnng der Weiuftener w oder näher, falls so ein genügender Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben im Staatshaushalt nicht zu erreichen ist.
Berlin, 11. Jan. Die Entlassung von 10 Prozent aller im Holzarbeitergewerbe beschäftigten Arbeiter wurde gestern in einer Generalversammlung der Berliner Tischlerinnung beschlossen.
Hamburg, 11. Jan. Die Polizei verhaftete eine Diebesbande, die eine systematische Güterberaubung auf Schissen betrieb- Allein über 3000 Pfund Kaffee sowie große Mengen Zucker wurden gestohlen-
Metz, 11. Jan. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern abend in der Familie des städtischen
WN.
Was sind ZLaLterien? Was ist antiseptisch?
(Fortsetzung.)
Dic allgütige Vorsehung hat die Existenz und das Fort- fornmen vieler Spaltpilze durch eine wunderbare Einrichtung auf einige Zeiten gesichert. Ist nämlich der Nährboden, auf dem die Spaltpilze leben, erfchöpst, so bilden viele Arten aus ihrem Zellenleibe sogenannte Sporen (10 B. Milzbrandsporen). Das sind kleine Körper von eiwrnier Widerstandskraft gegen alle möglichen Einflüsse, wie Hitze, Kälte, Trockenheit u. s. w'., denen die Mutter- pllze fonit unterliegen wurden. Aus dieser Einrichtung der Sporenbildung bernyl die Leichtigkeit der Verschleppung keimfähiger Spaltpilze und ihre enorme Vermehrung und Verbreitung.
. t Nur wenige Arten von Krankheits-Spaltpilzen scheinen sich in der Luft lange lebensfähig haften zu können, die Luftspaltpilze Und in der Regel harmlose Gesellen. Tie incisten Krankhefts-Erreger werden direkt von einem Menschen auf den anderen übertragen, und zwar am häufigsten durch kleine Speichelspritzer, die beim Ränspern, Husten, Sprechen, Niesen m die umgebende Luft ver ' spritzt und direkt von der Mundhöhlen- und Slajen- fchleimhaut benachbarter Liiftnenschen aufgeuoimncu
werden. Unter den Krankheiten, Die vorzugsweise g. saremen.
Wasserballlnspektors Hacdrich, dessen 21jährige Tochter, ein. blühendes Mädchen, einen brennenden Petroleumosen über ben Flur nach -der Hinteren Wohnung tragen wollte. Auf dem Flur explodierte der Ofen. Das Mädchen stand, sofort in Flammen. Sämtliche Hausbewohner eilten' herbei, auch der Vater. Dieser warf sofort Decken auf div Tochter. Die Flammen schlugen nach oben; es entstand ein) Brand, der durch bie Feuerwehr gelöscht wurde. Das Mäd-», chen ist schwer verletzt. Der Vater erlitt schwere Braud-^ wunben an beiben Armen.
Johannesburg, 11. Jan. In seiner Rede bei bent Festmahl im Rathause führte Milner u. a. aus: Eng- lanb wünsche nicht, bie Buren zu verschlingen^ bie stets ein wichtiges, obwohl nicht länger vorherrschendes^ Element 6Üben müßten. Zweifellos würde Johannesburg, eine ber größten Städte der Welt werben- Ein großes^ Jobannesburg bebeute ein englisches Transvaal, bas die Wägschale zu Gunsten bes englische n Südafrika lenke.
einfach u.billig durch Ander- * l, J
nach'5 bowlhrto
aspbalt-Isellrplatten. Muiter u. Proipokt mit zahlreichen Anerkannt!ng„chrelben I G poitfrel and nmionit A. W. And mach in Beuel am Bholn. "
Zu haben in Gießen auf dem Fabriklager bei Herrn Emil Hörnt, Riegelpfad. 175


