Schönbrunn mrterblleb mit Rücksicht auf den leidenden Instand Eulenburgs jeglick^s Cerenwniell. Eulenburg verlaßt bereits morgen Wie».
Paris, 9. Dez. Der König vvn Portugal ist gestern abend 7 Uhr Vvn London tonrmenb hier eingetroffen. Er wird einige Tage incognitv hier verweilen und sich dann nach Portugal zurückbegeben.
— Gerüchtweise verlautet, es sei in der Dudgetlovr- rnission zur Sprache gekommen, daß einige Pläne von Unterseebooten auf unaufgeklärte Weise abhanden gekommen sind. Wie von Mitgliedern der Opposition erklärt wird, soll der frühere Marinenrinister Lockroy dem Ausschuß gegenüber erklärt ^aben, das Verschwinden dieser Pläne sei dem Erfinder Prctot zuzuschreiben.
Bern, 9. Dez. Der Nationalrat genehmigte feilte Nach längerer Diskussion fast einstimmig die Kvn^esswnS- vorlage für den Iuradurch^tich FraSne-Dallorbe als internationale Berbindunas-ZufahrtSlinie zum Simplon. Der Bundesrat erklärte, daß alle anderen Zufahrtslinien, die genügende Garantien bieten (Loetfchberg, Faucille re.), beim Bunde die nämliche günstige Aufnahme finden werden, wie heute FraSne-Ballorb«.
London, 9. De-. Tas Unterhaus bewiltiate mit 91 gegen 14 Stimmen einen Kredit in Höhe von 600 000 Pfb- Stert, für «die Uganda-Eisenbahn.
Madrid, 9. Dey. In der Kammer verlas Silvela ein Dekret des Königs, durch daS die Kammer vertagt wird. Tie Sitzung wurde darauf geschlossen. — Der Minister des Aeußern erklärte, er habe vereits die Antwort des Vatikans erhalten, könne dieselbe jedoch vorläufig nicht veröffentlichen. — Der frühere Minister Alix ist zum Gouverneur der Dank von Spanien ernannt worden. Derselbe hatte gestern eine längere Konferenz mit Villaverde.
Tanger, 9. Dez. Nachdem der Sultan den Stamm der Beni Semmur air Unterwerfung zurückgebracht hat, wurde sein Jöeer vvn einem anderen Stamme angegriffen, der ihm den Weg nach Rabat verlegte. Tie Truppen erlitten sehr empfindliche Verluste und mußten sich auf Fez zurück- ziehen.
Newyork, 9. Dez. Nach einer Depesche aud Willemstad proklamierte sich General Rolando, der erste Stabsoffizier von MatvS, zum Führer einer neuen revolutionären Bewegung gegen den Präsidenten Castro. Er hat 1200 Mann gesammelt. Le^ama Beira, ein anderer Rebellenführer, ist mit 1200 Aufständischen in der Nähe von Coro wieder erschienen. Auch im Bezirke von Darquisimedo sind die Aufständischen in großer Zahl wieder aufgestanden.
— Der amerikanische Gesandte wird die Interessen Deutschlands und Englands während der Wirren wahrnehmen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 10. Dezember 1902.
** Hofnachrichten. Telegraphisch wird uns aus Darmstadt gemeldet: Die Abreise S. K. H. des Groß- herzogS zu den Festlichkeiten in Delhi erfolgte heute morgen 7.40 Uhr. Die Fahrt geht über Lausanne nach Marseille, wo morgens das von England kommende Schiff eintrifft. Mit diesem kommen der Prinz von Wales und Gefolge. Die Ankunft in Bombay erfolgt am 2. Weihnachtstage. Nach einer vierundzwanzigstündigen Eisenbahnfahrt wird von Bombay aus Delhi erreicht. — Auf dem Bahnhofe in Darmstadt waren zum Abschied erschienen, der Groß für st unddieGroßfür st inSergius,Prinz Ludwig von Battenberg und Prinz und Prinzessin Franz Josef von Battenberg.
•• Historischer Fund. Ein für unsere Gegend interessantes Gemälde, welches ehemals im Kloster Arnsburg seinen Platz hatte, ist durch Zufall wieder aufgefunden und vor dem Schicksal der Vernichtung bewahrt worden. Der Antiquitätenhändler Leib sen. hatte durch Zufall gehört, daß im Besitz einer bäuerlichen Familie in Rockenberg vor zwanzig Jahren noch eine Anzahl Gemälde aus dem Kloster Arnsburg sich befunden haben sollen. Er machte sich auf den Weg dahin und ersichr von dem Landwirt, den man ihm genannt hatte, daß vor 3—4 Jahren Maurer vom Speicher herunter zerrissene und bemalte Leinwand geholt haben und Kaffee damit gekocht hätten. Leib frug dann eindringlichst, ob man nicht wüßte, wo sonst im Dorfe noch alte Leinwandbilder vorhanden seien, doch wurde diese Frage verneint. Der zwölfjährige Sohn des Hauses aber erklärte, daß cntf dem Speicher sich noch ein großer bunter Leinenfetzen befände, mit dem man eine Lücke der Bretterwand des Taubenschlages benagelt hätte. Leib begab sich in '-Begleitung des Knaben nach oben und entfernte sorgfältig diesen sogenannten Fetzen; er bemerkte sofort, daß es sich hier um ein zwar arg beschädigtes, immerhin aber vielleicht um ein interessantes historisches Gemälde handelte, und erwarb dasselbe. Herr Leib hat sich mehrere Wochen damit beschäftigt, die Riffe der Leinwand sorgfältig zusammenzufügen und daS Gemälde in kunstvoller Weise zu renovieren, und seine Mühe wurde auch reichlich belohnt. ES handelt sich nämlich um ein meisterhaft gemaltes Portrait deS XIV. AbteS vom Kloster ArnSburg. DaS Bild trägt die wohlerhaltene Unterschrift: Helvica« Abbas XIV., ÄrMbnrgensie 8. e. Theolog. Doctnr. HelvicuS war in den Jahren 1274—1290 Abt vom Kloster ArnSburg und starb am 24. Juni 1290. Durch ein eigen- artiges Verfahren, daS Leib angewendet, sind die Farben des Gemäldes in überraschender Weise wieder hervorgetreten und zeigen jetzt einen Eharakterkops. Herr Leib beabsichtigt, daS Gemälde wegen seines historischen JntereffeS demnächst im Provinzial-Museum auSzustellen.
** In Amerika verstorbene Hessen. In Newark, Katharina Dor st er geb. Deinß aus Gundersheim, G4 I., Charles Kauter aus Wimpfen, 42 I. In Fair- maint, Henrv Kappel auS Ober-Ingelheim, 44 I. In Detroit, Michael Henry Orth auS Hessen-Darmstadt, 95I In Newyork, Karl Landwehr auS Hessen-Darmstadt, 55 I. In Brooklyn, Christ. B r u n n e n, geb. Schanf aus Lorsch, 38 I. In Washington, Heinrich Brock auS Dingen, 72 I.
** Bei der herrschenden Kälte erscheint eS an- fltyigt. die frierenden Menschenkinder darauf aufmerksam ju machen, daß jeder beständig feinen eigenen Ofen mit sich herumträgt. DaS ist der Körper mit jeiner Eigenwärme. Nur muß man es verstehen, diesen Cf en zu heizen und feine Wärme aukzuspeichern. Tie Entwickelung der Eigenwärme von innen heraus ist überdies viel zuträglicher, als die dicksten Mäntel imb Pelze Sic wird angeregt durch Speise und Trank, welche der Verbrennung in besonderem Maße dienen, und durch Bewegung Erstere bestehen in Fetten, Celen, Zucker und dergleichen, denen in der Sommerhitze der Magen von selbst widersteht. Weniger bekannt ist die wärmende Eigensclxrtt des Zuckers. Dem wär
menden Grvy fügen wir des Wohlgeschmacks wegen Zucker bei: allein in noch ganz anderem Maße thun das die russischen Postkutscher bei dem Rum, um bte innerliche Wärme zu heben. Außer in Rußland wird in dem kalten Schweden wohl der meiste Zucker verbraucht. Hier steht die Zuckerdose beständig auf dem Tische, und $roax nicht nur für den Thee: man versüßt auch die Suppen. daS Gemüse und sogar da§ Fleisch ohne etwaiaen Nachteil für die Ge- lundheü. Sehr wichtig für die Erhöhung der Körperwarme ist auch die Bewegung. Wer den ganzen Tag in der Stube zubringt, dem wird bald die gutgeheizte Stube zu kühl. Sobald er nur einen weiteren oder schnelleren Gang draußen gemacht hat, empfindet er beim Zurückkehren die wohltätige Wirkung einer mir mäßig geheizten Stube. Wen der Beruf zwingt, jeden Morgen, auch beim schlechtesten und kältesten Wetter, einen Weg zum Geschäftslokal zu machen, der hat schon dadurch einen wesentlichen gefunb- yeitlichen Vorsprung vor den Stubenhockern, die immer frieren. Bewegung deS Morgens, an jedem Tage, zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter ist da? Radikalmittel zur Erhaltung der Gesundheit. Es schützt vor Frieren und Dient st) am besten zur Abhärtung.
0 Darmstadt, 9. Dez. DaS seinerzeit vvn dem frühere« Beamten deS Städtischen Elektrizitätswerks Eugen Schäfer an die Stadtverordnetenversammlung gerichtete Schreiben, in dem sich Genannter über seine angeblich grundlose Dienstentlassung aus dem städtischen Dienst beschwerte und Lichtblicke auf das dunkle Treiben in diesem städtischen Betriebe warf, erhielt heute sein gerichtliches Nachspiel, indem sich Schäfer wegen Beleidigung vor dem Schöffengericht zu verantworten hatte. Zahlreiche Zeugen waren zur Verhandlung geladen, zumeist Beamte des städtischen Elektri«tätNverks, die sich größtenteils in scharfer Weise über das Der halt en deS Direktor Meyer gegen Schäfer avssprachen und deren Aeußerungen auf cm nicht schönes Verhältnis von Vorgesetztem und Untergebenen schließen ließen. Ter Angeklagte schiebt auch den Grund seiner Entlassung nur auf den Direktor Meyer, der ihn, wo er gekonnt hätte, chikaniert hatte. Das Gericht erkannte auch auf Freisprechung, indem es annahm, daß Schäfer in Wahrung berechtigter Interessen sich an die Stadtverordneten-Bersammlung gewandt und zu feiner Rechtfertigung diese Angelegenheiten berührt hätte.
WormS, 8. Dez. Das HauS Cornelius Heyl veranstaltete 1 „W. Z." am vergangenen Samstag abend in dem DereinShause der Fabriken, zu Nhren seiner diesjährigen Iu bi la re, wie alljährlich, unter Mitwirkung deS Gesang- und Instrumentalvereins, sowie deS Knaben- chorS der Firma, eine größere Feier. Sie fand unter dem Vorsitze des Dr. Freiherrn von Hehl statt und galt dem Jubilar mit SOjähriger Dienstzeit Valentin Decker aus Horchheim; den Jubilaren mit 40jähriger Dienstzeit Valentin Hofrichter auS WormS, Joh. Sturm aus Herrnsheim, sowie einer Anzahl Inbilare mit 25jähriger Dienstzeit.
Marburg, 9. Dez. Zu dem von uns gestern telegraphisch gemeloeten Drandunglück in Niederkleen wird noch geschrieben: Am 8. Dezember abends brach auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise in der Scheune des Landwirts Wieder Feuer aus, welches sich in einem enggebauten, zusammenhängenden Straßenviertel mit solcher Schnelligkeit verbreitete, daß sich alle Löschversuche als vergeblich erwiesen, zumal auch empfindlicher Wassermangel herrschte. Dis 2 Uhr morgens waren bereits 17 Gebäude ein Opfer der Flammen geworden, und noch war es nicht gelungen, des Feuers Herr xu werden. Zehn Familien waren bis dahin obdachlos geworden, und das hastende Retten der Habe, das Jammern der Kinder, das Schreien und Brüllen des geretteten und verbrannten Viehes waren wahrhaft erschütternde Szenen. Gegen Mitternacht, bis zu welchem Zeitpunkte es fast windstill gewesen war, erhob sich ein deftiger Ostwind, welcher das wütende Element zu neuem Toben entfachte, und Däuser, die bis dahin gerettet erschienen, wurden so plötzlich von dem Flammenmeere erfaßt und verschlungen, daß Die Bewohner, die an Rettung ihrer Habe bisher kaum gedacht, in der Schnelligkett kaum chr Leben retten konnten; es ist das um so beklagenswerter, als einer der Abgebrannten nichts versichert hat. Die Feuerwehren von SchweinSberg, Amöneburg und Kirchhain, welche ihr Bestes thaten, waren zuerst am Platze. Die verwüsteten Wohnstätten und das brennende Hausermeer gewähren einen unbeschreiblich traurigen Anblick.
Wiesbaden, 8. Dez. Am SarnStag abend gegen 11 Uhr hat sich der Friseurgehilfe Karl Becker in der Rheinbabn- straße verschmähter Liebe halber mit drei Schüssen m den Mund getötet.
Vermischtes.
• Köln, 9. Dez. In verfloffener Nacht haben sich hier vier Personen daS Leben genommen: ein Commis, ein Mechaniker und zwei Schiffskellner. AuS hinterloffenen Briefen geht hervor, daß sie alle wegen Stellenlosigkeit in den Tod gegangen sind.
* Berlin, 9. Dez. Das „B. %.fl meldet tufl New- Pork: An dem Neuban des Lloyddocks in Hoboken wurden durch den Einsturz eines Gerüstes zwei Personen getötet und sieben verletzt.
• Oberstdorf (Oberbayern), 9. Dez. Bei einer Tour auf btt M aedeler Gabel wurden gestern nachmittag 4 Uhr zwei Touristen auS München, der Postadjunkt Knüsel und der Veterinär Gebhard, von einer Lawine überrascht und getötet Die Leichen konnten bisher nicht geborgen werden. Ein anderer Tourist wurde von einer später niedergehenden Lawine erfaßt und 30 Meier weit weggeschleudert, konnte sich jedoch retten.
• London, 9. Dez. Der französische Poftdampser „Nord* traf gestern, von Calais kommend, wenige englische Meilen vorDover einen 90—100 Fuß langen Walfisch an, der, viel Wasser auSspritzend, in westlicher Richtung schwamm. Der Walsisch tauchte direkt unter den Dampfer, als derselbe herankam. Bei Calais haben sich Robb en emgefunben. Da dieselben den Fischen schädlich sind, hat man Torpedoboote gegen sie auSgeschickt.
'Bukarest, 9. Dez. Während der heftigen Schnee - stürme, die in den letzten Tagen wüteten, wurden ans der unteren Donau viele Dampfer »nd an 200 Getreidefchlepper von Treibeis umschloffen und froren ein. Virl Schaden ist angenchtet. Im ganzen Lande stören ncflge Schneemaffen den Verkehr.
* New-Bork, 9. Dez. Die kanadische Zeitung .®Iaee Bay Gazette* erklärt: Marroni konnte feine Verbindung mit Europa erreichen tmb hat den größten Teil der Apparate m Tadle Head demontiert und eingepackt. Es hetßt, ein starker Strom habe die 91 n* o rate b«(d)äbigt;
auch wird erklärt, die Apparate seien versuchSteise anbc* eingerichtet worden als diejenigen in Poldhu und diese« Arrangement habe sich nicht bewähtt.
'WilkeSbarre, 9. Dez. In einer Grbe südlich von WilkeSbarre, die der high WilkeSbarre -Gesellschaft gehört, erfolgte eine Explosi on, durch welche 3 Arbeiter ibr Leben eingebüßt baden sollen
Miverlltäts-Nachrichtcn. -
Zn« Kurator der Universität Halle ist der Hallttckez Zch/ zufolge bet Cbervegterungsrai Tleger in Gumbmnn ernannt worden.
ArbriterlitMtMig.
Havre, 9. Dez. Die arbeitslosen Seele te nen stickten, die Seeleute mehrerer Teinv^er rur Sinstellupc der Arbeit ru verleiten. Der Berfuck n*ar jedoch erfolglos, te T'oluet mußte einichreiten. Ein Volireikcnnmislar wurde r-cnvrnct. Tic Bureau? der SckisftabrtSgelellfckaften werden militärito bcmadit.
Marselve, 9. Dez. Die einaeickrtebenen Seeleute iiPnnnc?, ünfiftbe*, Arle? und Saint Ravbael benodmcbtiaten ic Rom' Mission der Ausständigen, daß sie dem Ausruf Folge leben ,md die Arbeit eingestellt hätten.
Perpiauau, 9. Tcl Tie Genossenschakt der Mmnereser- triften von Collioure trat dem Marseiller AnSstan dei.
^arii, 9. Tez. Ter Mimfterrat befehäftigte sich nit dem Matrosenstreik in Marseille und beauftragte ben tbmmil Rouvier, die auSständiaen Matrosen und die SckiRahrraetct"- sckastcu im Namen der Regierung zu ersuchen, ein Schiedaericbt imii'nehmen.
(BeriditefaaL
Mannheim, 9. Dez. Die Strafkammer verutteikte heue de». Direktor der Aktiengesellschaft Kit Kaffeekonservirung, Sicmimd Feitler und den Ingenieur Otto Wendelmuth roeacn T<tent« Verletzung zu Geldstrafen von je 900 Mk. ober 90 Tagen sängniS. Feitler hatte hn vergangenen Jahre auf Anraten Aerdel- mlityS in Zirkularen und in der Treffe behauptet, daß et ein Patent au, eine aemiffe Kaffeeglasur habe, roa5 nicht der Inü vor
•reibe«, 8. Tez. Dov dem Schwurgericht kam hnih der M o rdprozeß gegen den 37iähriaen Iranz Lerch, Wagentikrcr bei der Teutscken Straßenbahngesellschaft, zur Verhandlung, 'erch bat den bei ihm wohnenden Fabrtkwackter Friedrich Pratso cr- morbet nnb sich seiner Erspamtffe bemächtigt. Er mürbe zum lobe verurteilt.
Kriefkallen der Nrk>ak1i>'n.
(Anonvme «nftogeu bleibe» uuberStkslchtistt
<8. tO. Tie privatrechtliche Seite Ihres Vereins re- : f«b nach den Bestimmungen des neuen D. G.-V. Ta Sie ber nicht in da? Pereinircgifter haben ein tragen kaffen, so beß keine RecktSfähigkeit, eS sinden vielmehr auf ihn die Vors<ßr> ,e über die Gesellschaft ^Inmenbtmg iB. G.-B. § 705 fgj: * ic VeremSsatztmg gilt al? Gesellsckast-vertrag, den jede« neue Ritglird bei seinem Eintritt mit allen übrigen schließt. Im Vro^etz rnt ber Verein zwar passive aber nickt aktive Partcifäh'gkeit, b.h. tr kann al? solcker verklagt werden lauck Widerklage erbch-i»; iQ ^eqen den Verein ein Urteil ergnngen, so ist ZwgnaSvollst'rc'nii tn daS Vereinsvermögen möglich. Ter Verein als solcher kann jedoch nicht k lagen, sondern nur die einzelnen Mitglieder. Wer im Namen deS Vereins Rechtsgeschäfte vornimmt (flnul, Tlietf'1- c >, haftet immer persönlich, wenn mehrere bandeln, so habet jeder für daS Ganze. Die Haftring tritt auch dann ein, wem die handelnde Person Vollmacht vom Verein hatte. Im Uebrigen verweisen wir Sie auf die oben zitierten deS B. G.-D. über die Gesellschaft, wobei zu beachten tft, daß die Satzung h. B. out ad 19) den dispoütioen Bestiminungen des B. G.-B. voritfil — Tie eingefanbten Stgtuten können Sie sich in unserer Trve- ditron umirfgeben Igffen. »
ilenelte ätlciininani.
Originaldrahtmeldungen des (Hicftcncr Anzciger.
Mainz, 10. Dez. Auf der Sttecke Mainz-WormS wurde hertte von dem nach WormS 9.30 Uhr abgehenden Zuge ein Vorarbeiter ergriffen und zermalmt.
Berlin, 10. Dez. Die gestrige Erklärung des ?lbg. Bassermannirn Reichstage, daß seine sämtlichen Freunde für den Antrag Gröber auf Abänderung der Geschäft« ordnuna stimmen würden, hat, wie die „Nat.-Ztg " hört, bei mehreren Mitgliedern der nationalttberalen Fraktion Erstaunen hervor gerufen. Tie AbftimmungSlisten werden ergeben, daß einige Nattvnalliberale an der Abstimmung nicht teilgenommcn haben.
Berlin, 10. Dez. Nach dem „Lok.-An-." kann bet Empfang deS Fürsten Eulenburg im schändrunm. Schloß zur Mfchiedsaudienz als eine besondere Auszeichnung angesehen werdrn, da der Kaiser Audienzen nur tn der Hofburg zu erteile» pflegt. Der Kaiser ?ttanz Joser schenkte dem Fürsten ein großes Portrait in Oel.
Berlin, 10. Dez. Ein parlamentarischer Verickt- erstatter schreibt: Mit dem Entschluß, den Dorsis in ber Geschäftsordnungskommission deS Reichstages niederzulegen, ist der Aba. Singer einer von ber Reich« tagSmehrheit geplanten Resolution zuvorgekommen, die siä) gegen sein weiteres Verbleiben im Amte aussprechen wollte. — Zum Vorsitzenden der GeschästSordnungskommifion wird nach der allgemeinen Stimmung der Mitglieder zu urteilen der bisherige stellvertretende Vorsitzende Abg. Rören ftt wählt werden. — Die Mehrheit des Reichstages will die Dechnachts-Ferien spätestens am 19. Dezember einlreten lassen. Sollte es iyr gelingen, die Zolltarifvorlage in »weiter und dritter Lesung früher zu erledigen, so würden Die Vei hn ach tö feri en eher ein treten
Berlin, 10. Dez. Die vor einigen Tagen Derbretteten Gerüchte, wonach Freiherr von Eckhardtstein bestrebt sein soll, eine nette Partei zu Gunsten eines spe i.llcn kaiserlichen Programm- zu gründen, werde von zuständiger Seite als Erfindung bezeichnet. ES handelt sich lediglich darum, daß Baron von Eckhardtstein für du kommenden Landtagswahlen eine Kandidatur alS Mitglied der nationalliberalen Partei übernehmen wird, (vir haben von der unsinnigen Mitteilung, die den Stempel der Erfindung an der Stirn trug, trotzdem aber von gcwiffen Blättern mit Wohlbehagen breit getreten wurde, überhaupt keine Notiz genommen. D. Red.)
Aschaffenburg. 10. Dez. Bei den gestrigen Gerne in dewahlen siegte mit großer Mehrheit die von dem Zentrum ausg?stellte Liste, obwohl noch niemals eine so heftige Gegenaaitation »u verzeichnen war. wie dtes- mal. Drei andere Listen stellten in der Gegnerschaft Natto- nalliberale, Demokraten und Anhänger der freien Bürger ^Bereinigung auf. Diese Kandidaten konnten jedoch gegen die Zentrumsliste nicht durchdringen. Die Beteiligung war so stark wie nie zuvor. ES fielen auf daS Zentrum 8236 und auf die übrigen Parteien 3075 Stimmen.
Aschaffenburg, 10. Dezember. In Stockftadt bei Afchasjenburg erstickten gestern, wie der „Beobachter am Main" meldet, vier Kinder des Arbeiters Tietz, während seine Fran ihm da» Essen brachte.
London. 10. Teh. Der hiesige ve»e-olanisck^ Konsul gab in einem Interview her Ansicht Ausdruck, daß er noch Holle. daL ** nicht zum äußersten kommen und daß


