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Wetter
September-
Für die gesamte Redaktion verantwortlich: Curt Plato.
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3% Mexikaner . . 41/b% Chinesen . , Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Komm andit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurahütte ...» Bochum ..... Harpener ....
Tendenz: fes
4% Italien. Rente . . . 4%% Portugiesen . . . 3°/. Portugiesen. » . . , 1% C. Türken . . . . Türkenlose ..... 4% Griech. Monopol.-Anl. 41J,% äussere Argentiner
8. Sept, bis
8. „ „
85 o fo
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. 92.50
Telephonischer Kursbericht.
Frankfurt e. JBL, 10. September 1902.
Reichsanleihe do.
Konsole . do. . .
Hessen
Neueste Meldungen.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.
Berlin, 10. Sept. In dem Prozeß gegen den Direktor Schmidt von der Trebergesellschaft wird nach einem Telegramm aus Leipzig Bankdirektor Exner mit den verurteilten Aufsichtsräthen der Leipziger Bank als Zeuge erscheinen.
Berlin, 10. Sept. Ein Telegramm aus Bautzen meldet die Verhaftung eines angeblich aus Berlin stammenden Hochstaplers, der sich Dr. Karl Schulz nennt. Im Besitze des Festgenommenen wurde eine umfangreiche anarchistische Korrespondenz aufgefunden.
Fertig-
Särge, tannene und eichene, poliert, habe stets auf Lager uno halte mich bei etwaigem Bedarf bestens empfohlen. 5835
Justus Heck
Schreinermeister, Asterweg 46.
Meralur.
Dichter uud Kämpfer. Aus dem Reiche des Z a r e n erfährt man selten Zuverlässiges. Wenn die Berichte die Schönfärberei der Censur passiert und die Oeffentlichkeit erreicht haben, dann sind sie gewöhnlich „nichtssagend" geworden. Die Nachrichten von Ausständen, Unruhen und Attentaten, die sich von Zeit zu Zeit wiederholen, lassen ans Unzufriedenheit im Volke schließen. Wer jedoch eingeweiht ist, wer die Stimmung von heute in Rußland kennt, der weiß, daß das Zarenreich am Vorabend großer Ereignisse steht. Einen interessanten Beitrag zur jungrussischen Bewegung liefert August Scholz durch einen „Dichter und Kämpfer" betitelten Artikel in Nr. 34 der „Berl. Jll. Ztg." Scholz erblickt ein Symptom darin, daß plötzlich in einem Lande, wo es kein Ver° sammlungs- und Vereinsrecht, keine Rede- und Preßfreiheit giebt, aus dem Volke heraus Dichter entstanden sind, die die kühne und freie Sprache der Dichtkunst als Waffe im Kampfe gegen Unterdrückung benützen. Wie vor 60 Jahren im absolutistischen Deutschland erklingt heute in Rußland das „politisch Lied" als „gewaltig Lied". August Scholz führt die Vertreter der jüngsten russischen Litteratur vor, deren interessante Eharakterköpfe die „Berl. Jll. Ztg." im Bilde bringt: den von uns schon mehrfach erwähnten, durch den Diederichs'schen Verlag in Leipzig auch uns Deutschen bekannt gewordenen Maxim Gorki, den genialen Barfüßler-Dichter, Tschechow, den Satiriker und Dramatiker, Bunin, den Lyriker, Andrejew, den Novellisten, WeressLjew und schließlich Skitälez, den sangesfrohen Bauernsohn, der bis vor Kurzem im Gefängnis saß. Die Geschichte der russischen Litteratur liest sich wie eine Märtyrer- aeschichte. — Die „Berl. Jll. Ztg.", die in der Nr. 34 eine große Anzahl interessanter photographischer Aufnahmen aus der ganzen Welt reproduziert, ist durch alle Buchhandlungen für Mk. 1,30 vierteljährlich oder 45 Pfennig monatlich zu beziehen. Einzel- Nummern sind für 10 Pfennig erhältlich.
। e n, wegen des Diebstahls in eine G e f a n g n l s st r a f e vv,. -agen unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft verurteilt. — Der Handlanger CH. H. aus Alten-Buseck hatte einen Mann anläßlich eines Wortwechsels mit einer Hacke atem- lich am Arm verletzt. Ter rauflustige Bursche hat feine Thal mit 80 Mk. Geldstrafe eoent. 6 Tage Gefängnis zu büßen. — Fr. F. aus Großen-Linden, der schon recht ost mit dem Strafrichter zu thun gehabt hat, hatte sich heute wieder wegen Hausfriedensbruches zu verantworten. Da ihm aber nur der Versuch des Hausfriedensbruches nachgewiesen werden konnte, dieser aber straflos ist, mußte Freisprechung erfolgen. — Sämtlichen Verurteilten wurden jeweils die Kosten des Verfahrens au,erlegt. — Den Schluß des bis in den Nachmittag hinein dauernden Sitzung bildete eine Privatklagesache. Tie Belerdigungssache der drei Studenten der Veterinärmedizin, über deren Beginn wir bereits berichteten, kam nicht zur weiteren Verhandlung, da der Prwatkläger die Klage zurückgezogen hat.
Breslau, 9. Sept. Die Strackammer verurteilte heute den verantwortlichen Redakteur der hiesigen „V o l k s w a ch t", Stadtverordneten Julius Bruhns, wegen Beschimpsung einer Einrichtung der katholischen Kirche, begangen durch eine Besprechung der Aachener Reliquien Verehrung nach dem Anträge des Staatsanwalts zu vierzehn Tagen Gefängnis.
9. Sept. 21,1° C
9. „ 7,3° C
Berlin, 10. Sept. Der „L.-A." meldet aus Agram: Von den Teilnehmern an den Exzesien hat die Polizei bisher 1 20 Personen, darunter mehrere Gewerbtreibende, abgeschoben. Desgleichen wurde ein Redakteur zwangsweise nach Belgrad abgeschoben. Von den Verhafteten sind bereits 40 dem Staatsanwalt übergeben worden.
Berlin, 10. Septbr. Nach einem Telegramm aus Posen wurde Graf Theodor Zoltowski, Vizepräsident des Posener Provmzial-Landtages und königl. Kammerherr, einer Kammerhcrrnwürde enthoben, weil er erklärt hatte, an den Kaisertagen in Posen nicht teilzunehmen.
London, 10. Sept. Die Blätter veröffentlichen Dele«. gramme aus Transvaal, welche die dortige Lage in äußerst chwarzen Farben schildern. „Dily Mail" berichtet aus Johannesburg, daß die Not in der Stabt niemals chlimmer gewesen sei als jetzt. Tie Stabt ist mit Arbeitslosen überfüllt. Infolge des großen Zubranges ist eine bedeutende Verteuerung der Lebensmittel ein getreten. Man plant allen Ernstes die Errichtung von Konzentra- tionslagern für die Arbeitslosen.
Brüssel, 10. Sept. „Etoile beige" meldet aus Rom. daß unter der Bevölkerung von Neapel große Aufregung herrscht wegen der neuen Thättgkeit des Vesuv. Am Fuße des Berges sind mehrere Erdstöße verspürt worden. In der verflossenen Nacht schlugen Flammen aus dem Krater. Mächtige Tampfsäulen erhoben sich über dem Vulkan.
Triest, 10. Sept. Nach Meldungen hiesiger Blätter sind im Garnisonsspitat zu Tara große Defraudationen entdeckt worden, die schon seit langem systematisch betrieben wurden. Ein höherer Offizier soll bereits verhaftet worden sein und eine Anzahl weitere Verhaftungen bevorstehen.
Kapstadt, 9. Sept. Im Parlamente hielt Minister- Präsident S p r i g g eine Rede zum B u d g e t, in der er au^- führte, daß die projektierten Eisenbahnen sich bald rentieren würden. Die Eisenbahnen wiesen in den letzten zehn Jahren einen Reingewinn von 10 Millionen Pfund aus. Im Jahre 1900 seien Güter im Werte von 19 Mill., 1901 im Werte von 23 250000 Psd. verzollt worden. Diese Ziffern zeigten eine beständige Zunahme des Reichtums und des allgemeinen Gedeihens der Kolonie. Die Ausfuhr der kolonialen Er- zeugnisse habe auch erheblich zugenommen. Die bestehende Schuld belaufe sich auf 38 Mill., wovon der ganze Betrag mit Ausnahme von 6 Mill, zu öffentlichen Arbeiten, die mehr als die Zinsen einbringen, angewendet wurde. Am 1. Juli 1902 habe die gesamte Debetbilanz für die letzten zwei Jahre 2192 000 Psd. betragen. Die Gesamtausgaben beliefen sich auf 19 224000, das Gesamteinkommen auf 17 030 000 Psd. Der koloniale Kredit sei gut. Die letzte Anleihe sei zu 96 drei Viertel Prozent ausgenommen. Für das kommende Jahr wurden die Einnahmen auf 10 350 000 Pfund geschätzt. Wahrscheinlich aber würde infolge der Zurückziehung der Truppen künftig weniger Geld im Lande sein als früher. Ter Ueberschuß für das laufende Jahr werde auf 286 227 Pfd. veranschlagt, doch sei möglich, daß diese Summe durch nachträgliche Forderungen sich vermindern werde. Der Beitrag für die Marine sei von 30 000 auf 50 000 Pfd. erhöht worden. Die Kriegsfosten seien auf 18 Mill. Pfd. veranschlagt und sollen durch Verkauf derjenigen Obligationen gedeckt werden, die von dem damaligen Freistaat als Zahlung für Eisenbahnbau an die Kolonie überwiesen wurden.
Höchste Temperatur vom
Niedrigste „ „
strafen von 5—60 Mr. wegen mrordentllcher Führung der Handelsbücher.
Berlin, 10.Sept. Die »Voss. Ztg.' meldet aus Hannover: Die Hannoversche Landesbank stellte ihre Zahlungen ein. lieber die Hälfte des Akttenkapitals soll verloren ein. Der Generalversammlung soll die Liquidatton vorgeschlagen werden. Der Vorstand glaubt, bei ruhiger Geschäftsabwickelung würden alle Gläubiger voll befriedigt werden.
Nürnberg, 9. September. Die Nürnberger Aktienbrauerei vormals Henninger erzielte in den 11 Monaten des Geschäftsjahres 1901/02 bei günstigem Geschäftsgang ca. 1000 Hektoliter Mehrabsatz. Die Dividende wird jedenfalls nicht geringer ausfallen, als die vorjährige dreiprozentige. Eine genauere Schätzung erklärt die Direktion derzett für unlhunlich.
Mailand, 9. Sept. Der Bau des S i m p l o n iunnels wurde im August um weitere 346 Meter gefördert, sodaß letzt 12 916 Meter fertiggestellt sind.
Wien, 9. Sept. Das Eisenbahnministerium leitete die Bestellung von 470 Wagen alter Art ein. Die Herstellungskosten betragen rund 3,9 Millionen Kronen. Sämtliche österreichische Waggonfabriken iverden unter Bekanntgabe des Bedarfes aufgesordert, entsprechend dem Arbeitsbedürfnisse gemeinsame Vorschläge für die Verteilung der Lieferung dieser Wagen zu machen.
Rcwyork, 9. Sept. Es wird eine weitere Goldverschiffung von einer Million von Australien nach San Francisco gemeldet, wovon die eine Hälfte am 15. September, die andere am 6. Oktober ankommen soll.
— Aus Mailand schreibt man der „B. B.-Htg." über bte Italienische Rentenconversion: Ter hohe Preisstand der alten 4proz. italienischen Rente und derjenige der demnächst erscheinenden neuen 3>/tproz. und der fortgesetzte Rückgang des Goldaufgeldes, das sich auf zirka >/r Prozent ermäßigt hat, lassen m den heimischen Blättern die Frage wegen der angeblich nahe bevorstehenden Convertirung der ersteren nicht zur Ruhe kommen. Wie weit dabei die Phantasie mitspielt, geht aus einem überall verbreiteten Telegramm hervor, wonach der italienische Botschafter in Paris, Graf Tornielli, bestrebt sei, in den dortigen Regierungskreisen die Pläne des Schatzmeisters nach Kräfteii zu unterstützen. Dazu bemerkt die „Perfevercmza" treffend: Unseres Erachtens ist die Zinsfuß-Herabsetzung der Rente eine Operation delikater Art, daß sie mit künstlichen Mitteln nicht vorzubereiten ist. Dieselbe hängt lediglich von der Lage des internationalen Geldmarktes und von dem blühenden Stande der italienischen Finanzen ab. Nur diese beiden Faktoren können die natürlichen Verbündeten des Schatzmeisters sein. Tie „Sribuna" will wissen, ohne öementirt zu werden, daß im November mit der in Rede stehenden Transaktion begonnen werden soll, und daß die betreffenden Verhandlungen mit dem Pariser Bankhause Rothschild bereits zum Abschluß gelangt seien, ©o bedeutend auch — wenn diese Notizen auf Wahrheit beruhen — das Geschäft zu sein scheint, so schrunwft es doch bei näherer Betrachtung wesentlich zusammen. Bekanntlich ist der größte Teil der Rente nach Italien zurückgeströmt, und ein ansehnlicher Prozentsatz befindet sich im Besitz frommer Stiftungen. Letztere können nicht gut in ihrem Zinserträgnis geschmälert werden und dürste man ihnen gegenüber denselben Weg emschlagen, den man bei Schaffung der inneren 4'/,proz. Rente betreten. Ob die überwiegende Menge der ausländischen Besitzer sich mit 3*/2 p(£t. begnügen wird, steht dahin; ansehnliche Summen aus diesen Kreisen dürften daher aller Wahrscheinlichkeit nach zur Rückzahlung gelangen. Der Zinsgewinn, den der Staat selbst bei vollständigem Gelingen der Konversion erzielt, ist demnach kein allzu großer. Derselbe soll, wie verlautet, zur Abschaffung der drückendsten Abgaben, namentlich zur Herabsetzung des unvernünftig hohen Satzpreises, Verwendung finden. An die Inangriffnahme der so notwendigen Steuerreform auf gründ der Konversion ist gar nicht zu denken. Ist. wie gesagt, die Ersparnis iw den Ausgaben keine sehr große, so ist der moralische Nutzen, den Italien aus dieser Transaktion zieht, um so bedeutender. Eine Bewertung seines Kredits auf dem internationalen Geldmarkt mit 8'/,pEt. kennzeichnet jedenfalls die wirtschaftlichen Fortschritte, die das Land im letzten Jahrzehnt gemacht hat, aufs deutlichste.
4VJ1% Oesterr. Biiberrente 102.00 4% Ungar. Goldrente . . 102.10
■«- Noah s Amme wußte es scholl, b-ftnde^L Menschen in einer guten Verdauung besteht, u. daß kleine Magenverstimmungen, wenn unbeachtet ge-
• lassen, ernste und schwere Krank- TA i heiten im Gefolge haben können. Sonderbar, — alle wissen es und doch geschieht so wenig — Appetitlosigkeit, Verdannngsschwäche, Stuhlträgheit, mangelhafter Stoffwechsel, im ersten Stadium, — versuchen Sie es mit Dr. W. Knecht's Magenbitter „Sautis". Sie werden die wohlthätige Wirkung bald kennen lernen.
Zu haben in allen feineren Kolonialwaren- u. Deli- katessen-Geschäften. Wo keine Verkaufsstellen durch die Fabrik. 6210
Dr. W. Knecht & Co., Frankfurt a. M.
aber entschieden, daß er auf Anfordern eines zuständigen Beamten jederzeit absteigen muß. Der Angeklagte wurde demgemäß m einer Geldstrafe von 3 ML, eoent. 1 Tag Haft, verurteilt. — Der Ingenieur H. zu Gießen war beschuldigt, ohne polizeiliche Erlaubnis aus seiner Hofraite am Schiffenbergerweg in den Nachbargarten mit einem Tejching geschossen zu hcwen. Ter Beschuldigte erklärte, er habe lediglich fein Gewehr ui den Boden entloben wollen, während ein kleiner Zeuge behauptet, er habe bte Schrotkörner mannshoch in der Luft fliegen gesehen (!) Das Urtell lautete auf 10 Mark Geldstrafe, eoent. 2 .uige Haft. - Der Schreinerlehrling H. aus Alten-Buseck war des Betrugs und des Diebstahls angeklagt; er soll seinem Meister einen Revolver gestohlen und durch Vorspiegelung falscher Thatsachen Vorschuß ab- aelocu haben. Er wurde von der Anklage des Betrugs freite s p r o ch ________ n':~t*•*
von 10 T
Arbeiterbewegung.
Berlin, 9. Sept. Eine allgemeine Lohnbewegung der berliner Glätterinnen ist in Vorbereitung. Zwei gestern ab- gehaltene Plätterinnenversammlungenbeschlosfen, zur Durchführung der im Jahre 1900 vor dem Einigungsamte des Gewerbegerichts sestgefetzten Löhne die nöthigen Schritte zu thun. Tie vereinbarten Akwrdsätze sind infolge der ungünstigen Geschäftslage wesentlich heruntergegangen. Gegen die Konkurrenz der Dampfwaschanstalten, die Preise unb Löhne drücken, will man gemeinsam mit den Arbeitgebern, den Plättanstaltsinhabern vorgehen. Innerhalb Berlins bestehen etwa 100 Dampswaschanstalten.
Köln, 9. Sept. Der Maurer-Ausstand ist nach vierwöchiger Dauer beendet. Es arbeiten 800 Maureraesellen unter den neuen Bedingungen, d. h. 70 Prozent der vor Ausbruck des Ausstandes in Köln überhaupt beschäftigten Maurer. Die Lohnkommission bezeichnet das Ergebnis der Lohnbewegung als durchaus befriedigend.
Nürnberg, 9. Sept. Infolge Beschlusses einer Metallschlager- oerfanimlung wurde heute in mehreren M e t a l l s ch l ä g e r e i e n die Arbeit niedergelegt. Die übrigen Arbeiter haben die Kündigung eingereicht, nachdem die Unterhandlungen der Meister mit dem deutschen Metallarbeiterverband wegen des Lahntarifs gescheitert sind.
Foggia, 9. Sevt. Gestern abend traten in Candela 400 Landarbeiter infolge Lohnstreitigkeiten in den Aus st and und besetzten die Ausgänge des Ortes, um andere arbeitswillige Leute zu hindern, sich auf die Güter zu begeben. Die Gendarmerie versuchte die Ausständigen zu überreoen, die Freiheit der Arbeit zu achten, aber die Ausständigen griffen den Gendarmeriewachtmelster an und verwundeten ihn schwer durch Stockschläge. Tas ankommende Militär wurde mit Steinwürfe empfangen, wodurch mehrere Soldaten verletzt wurden. Dem Gendarmeriewachtmeister und einem Gendarmen wurden die Gewehre entrissen. Das Militär sah sich genötigt, Feuer zu geben, wodurch fünf Personen getötet und zehn verwundet wurden. Es sind sofort weitere Truppen und 150 Gendarmen nach Candela entfanbt worden. Die Angreifer des Gendarmeriewachtmeisters wurden verhaftet.
New-Uork, 9. Sept. Der pennfylvanifche Gouverner Stone hatte eine Konferenz mtt Morgan wegen Beilegung des Koh- e n st r e i k s.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
— Gießen, 8. Sept. Zum Petroleumhandel wird uns geschrieben: Es hat in den letzten Jahren nicht gefehlt an Aufklärungen durch Fachleute, über die Gefahren, die dem Petroleum- Handel — und dadurch dem Händler wie dem Konfumenten — von amerikanischer Seite drohen, und dies wurde in dankenswertester Weise durch die Preffe auch in den weitesten Kreisen bekannt. Ohne daher das bekannte Verfahren der Amerckaner nochmals zu schildern, sei nur auf das Endziel der amerikanischen Kapitalisten hingewresen, das dahin geht, der Deutsch-Arneri- kanifchenPetroleum-Gesellfchaft zunächst durch billige Preise und Anbietung aller möglichen Bequemlichkeiten für den Händler Einführung zu verschaffen. Bezüglich der Mittel und Wege hierzu ist diese Gefttlschaft nicht allzu wählerisch, denn nach dem Grundsatz: „Der Zweck heiligt die Mittel" laßt sie diese Mittel auch sehr zweifelhafter Natur fein. Wird die Deutsch-Amerikanifche Petroleurn-Gesellfchaft die Abnehmer erst durch ihre Abfüllvorrichtungen gebunden haben, fo diktiert sie die Preise und steckt den bann überhaupt unberechenbaren Nutzen ungeschmälett selbst ein, während der Kaufmann zum Handlanger herabsinkt. Daß sich vorstehende Ausführung bewahrheitet, geht heute schon daraus hervor, daß genannte Gesellschaft beispielsweise für Gießen und Umgegend — einem, ihr heiß bestrittenen Terrain — Petroleum pro Liter zu 15 Pfg. liefert, wahrend sie sich in ihrem neuen, erst einige Tage alten Okkupationsgebiet, dem ehemals hessischen Hinterlande (Gladenbach rc.) 16\2 Pfg. bezahlen läßt. Ihre Skrupellosigkeit geht hierbei fo weit, daß ihre Vertreter die unwahre Behauptung aufstellen: Die Grossisten m Gießen, Marburg rc. könnten überhaupt kein amerikanisches Petroleum mehr liefern. Dies ist selbstverständlich nur eine plumpe Falle, um leichtgläubige Geschäftsleute schneller gefügig zu machen. Hat die Gesellschaft nun ihr Ziel erreicht, fo wird der Detaillist überflüssig, und die Lieferung des Petroleum dürfte dann zweifellos direkt an den Konsumenten erfolgen. Hiermit wäre bann das Monopol für die Deutfch-Amerikanifche Petroleum-Gesellschaft in Deutschland vollständig und aus unserem Vaterlande wandern Summen nach Amerika, deren Entbehrung ganz enorme wirtschaftliche Nachteile auf allen Gebieten mit sich bringen muß. Jedenfalls wäre es nunmehr an der Zeit, daß die d e u t s ch e R e g i e r u n g für die Steuerkraft ihres Volkes eintritt, und dem selbstsüchtigen Treiben des amerikanischen Kapitals Einhalt bietet. Allen, zunächst in Betracht kommenden Geschäftsinhabern ist dringend zu raten, im Interesse ihrer Selbsterhaltung und chres Ehrgefühls, alle Annäherungsversuche der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft und deren Anhang, auf das Entschieden st e zu rückzuweifen.
Essen, 9. Sept. Die thatsächliche Einschränkung des Kohlen- I y n d i k a t s im August betrug 20.55 Proz. gegen 23.37 Proz. im Juli und 15.57 Proz. im August v. Js.
Halle a. S., 9. Sept. Die Deputation der Mans seid er Gewerkschaft beschloß, für das erste Semester des laufenden Jahres eine A b f ch l a g s a us b eu t e von fünf Mark pro Kux mszuzahlen.
Halle, 6. Sept. Ein verkrachter sozialdemo- lratifcher Konsumverein. Der Konsumverein in Sandersdors b. Halle a. S. ist mit einer Schuldenlast von 8300 Mk. zusammengebrochen. Die Llktiven beziffern sich auf nur 2800 Mk. Trotzdem der Verein schon seit Jahren mit einer Unterbilanz arbeitete, wurde er noch durch Fälschung 2er Jahresbilanz und Verkettung von 6pCt. ^Dividende" zehatten. Infolgedessen erhietten die Vorstandsmttglieder Geld-


