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Nr. 108 ©rschetat tSgttch außer SomuagS.
Dem Greßener Anzeiger werden tm Wechsel mir bem Hessischen Landwirt die Gießener Familien- blLtler viermal in der Woche beigdegt
Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Unwers.-Buch- u.Sleiw- bruderet (Pietsch (fcrben) Reboftton, (Erpebttior und Druckerei:
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yernsprechaoschlilßNr.51.
Erstes Blatt. 152. Jahrgang Samstag 10. Mai 1903
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW ” zeigenteil: Han8 Beck.
§ie ycutige 'Nummer umfaßt 16 Seiten.
Politische Tagesschau.
Zar Rede des Grafen Goluchowski schreibt uns ein Berliner Mitarbeiter:
Graf Bülow hat dem Grafen Goluchowski ein Dank- und Glückwunschtelegramm gesandt. Der Reichskanzler ist dem Grafen Goluchowski nah befreundet, was seinerzeit bei dem politischen Osterausflug nach Wien, der Konferenz über die Erneuerung des Dreibundveutrages zweifellos sehr zu statten kam. Die Beglückwünschung eines Redners Pflegt zu erfolgen, wenn dessen Ausführungen entweder besonders glänzend ober besonders wirkungsvoll gewesen sind. Das letztere scheint ja der Fall ut sein, soweit es sich aus der Ferne beurteilen läßt; die Budapester Presse urteilt, nach Versicherung des offiziösen Drahtes, sehr günstig über das Expose des Grafen Goluchowski- Zu einer glänzenden Rede gehört aber doch wohl etwas mehr, als der Graf seinen Hörern und dem mit Spannung horchenden Ausland geboten hat . In keinem einzigen Punkt erfährt man etwas neues; alles, was der Minister des Aeußeren vom Dreibund, vom Zweibund, von den Beziehungen zu Rußland, von den Wühlereien auf dem Balkan sagte, ist oft und besser, in originelleren Wendungen gesagt worden. Die Rede liest sich wie eine Serie offiziöser Aussätze. Zu- aeaeben, daß ein Diplomat nur andeutungsweise und vor- sichtia die auswärtige Politik erörtern darf und manches verschweigen muß, höheren Interessen zuliebe und um keine fremde und befreundete Macht zu verletzen — trotzdem kann eine solche Darlegung interessant sein durch die Art der Auffassung, der Kritik. Da hat Gras Bülow doch ganz anders gesprochen, als er im März d. I. seine große Reichstagsrede zum Etat des Auswärtigen Amtes hielt, worin er auseinandersetzte, daß der Dreibund heute keine politische Notwendigkeit mehr sei. Die Rede des Grafen Goluchowski stützt sich au mancher Stelle auf Reden des Reichskanzlers zur auswärtigen Politik. Es ist eine freundschaftliche uiebenswürdigteit vom Grafen Bülow, dem Grafen Goluchowski eine Glückwunschdepesche zu senden; an und für sich giebt die Rede nur insofern Anlaß zur Befriedigung, daß sie die Uebereinstimmung feststellt mit den Zielen der deutschen Politik.
-Deutsches Keich.
Be rlin, 9. Mai. Der Kaiser ist gestern vormittag ln Begleitung des Statthalters und des Staatssekretärs v. Köller von Straßburg nach Schlett st adt zum Besuch der Hohtönigsburg abgereist, wo er um 10 Uhr ankam. Er besichtigte das neu angelegte Quellhaus und die Fortschritte, die die Ausräumungs- und Sicherungsarbeiten an der Burg seit seinem letzten Besuche gemacht haben. Nachmittags kehrte der Kaiser nach Straßburg zurück und hielr abends" mit den inzwischen eingetroffenen Ministern Studt und Graf Posadowsky, sowie Exzellenz von Schöne und Professor Luting eine Konferenz ab.
— Der Kaiser hat dem Prorektor der Universität Straßburg, Prof. Dr. Spitta, den Roten Adler^Orfden 3. Klasse mit der Schleife verliehen.
Die Beisetzungsfeier für den verewigten Prinzen Georg von Preußen fand gestern nachmittag 2 Uhr auf dem Platze vor der Kapelle des Schlosses Rhein stein statt. Anwesend waren u .a. der Erbgroßherzog von Baden und der Oberpräsident der Rheinprovinz Nasse.
— Der Abg. Ring hat im preuß. Abgeordnetenhause den Antrag aus Erlaß eines Gesetzentwurfs betr. Schlacht- viehversicberung wieder eingebracht.
— Geyen die von der Regierung erlassenen Vorschriften über die Behandlung von Fleisch nahm gestern im Kaiserhof eine sehr zahlreich aus allen beteiligten Kreisen des Reiches besuchte Versammlung von Interessenten der Nahrungsmittel-Branche Stellung. Ein Verbot mache die Wurst-Konserve-Fabrikation unmöglich. Es wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:
Der seitens des hohen Bundesrats ausgesprochene Ausschluß der Verwendung von Borsäure und Borsäure-Salz zum Zweck der Konservierung von Nahrungsmitteln ist durch wirtschaftliche Gründe nicht zu recht- fertigen und aufrecht zu erhalten.
D r e s d e n, 9. Mai. In der Zweiten Kammer erklärte Finanzminister Krüger heute, die sächsische Regierung wolle die volle Selbständigkeit der sächsischen Bahnen unbedingt aufrechterhalten. Eine Eisenbahngemeinschaft mit Preußen werde, abgesehen von politischen Bedenken, Sachsen keinerlei wirtschaftliche, finanzielle oder andere Vorteile bringen. — Die Zweite Kammer hat heute einstimmig beschlossen, die Regierung zu ersuchen, mit allen Mitteln zu bewirken, daß der Wettbewerb durch Befahren von Umwegen im deutschen Eisenbahn- güterverkehr aufhöre.
Ausland.
Schloß Loo, 9. Mai. Da bekannt war, daß die Aerzte mit dem Befinden der Königin zufrieden seien und da auch der Kirchgang des Prinzen Heinrich als günstiges Zeichen angesehen wird, entsprach das heute veröffentlichte Bulletin den Hoffnungen, welche man hegte. Zumal hat der Umstand, daß die Königin den gestrigen Tag gut verbracht bat, große Freude hervorgerufen und auf die Umgebung der Königin einen beruhigenden Einfluß ausgeübt. Prinz Heinrich unternahm nach dem heutigen Morgenbesuch der Aerzte einen Spazierritt.
Schloß Loo, 9. Mai. Nach dem heute mittag aus- gegebenen Bericht über das Befinden der Königin ist die Lage unverändert günstig.
Schloß Loo, 9. Mai. Die Königin unterzeichnete heute wieder Regierungsakte.
Dublin, 8. Mai. Prinz Heinrich und der H e r z o g von Conn aught trafen gestern abend von Cork hierein, wurden vom Lordleutnant empfangen und begaben sich unter Geleite von Kavallerie nach der herzoglichen Residenz.
Hongkong, 9. Mai. Ein Brief aus Wutschau berichtet, daß die Au f stä n dis ch en N a nn in g su drei Stunden lang bombardierten. Sie gebrauchten dabei moderne Feldgeschütze. Drei- bis vierhundert Einwohner wurden getötet. Die Aufständischen zogen sich darauf auf einen Hügel zurück. Aus Eanton wird gemeldet, daß zwei Regimenter nach Nanningfu gesandt sind. — Ueber die Bewegung in Süd-Tschi li lauten die Nachrichten günstiger. Ein allgemeiner fremdenfeindlicher Aufstand nad) Art der Boxerunruhen ist nicht im Gange. In den örtlich eng umgrenzten Bezirken kam es zu Ge- waltthätigkeiten gegen die Missiona re. Die Berichte darüber waren aber nicht frei von Ucbertreibung. Es wird nicht daran gezweifelt, daß die chinesischen Truppen, trotz des verlorenen Gefechts, der Bewegung gewachsen sind, die chren Höhepunkt vermutlich schon überschritten hat. Auch der Aufruhr in den Lluaugprovinzen wird hier ruhiger beurteilt, als in den französischen Kreisen Eantons.
Peking, 9. Mai. Bischof Anzer wurde durch kaiserlich chinesisches Edikt wegen seiner Verdienste um die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zwischen den christlichen und andersgläubigen Chinesen der erste Rang knöpf verliehen.
Budapest, 9. Mai. Der Budgetausschuß der öfter» reickischen Delegation verhandelte heute das Kriegs- budget. Kriegsminister v. Krieghammer erklärte, die neue Haubitze entspreche allen Anforderungen. Als Material sei Bronce beibehalten, weil die Versuche damit ausgezeichnet ausfielen und weil man Stahl vom Ausland, nämlich von Krupp, beziehen müßte. Ueber die Hohe der Kosten per Neubewaffnung der Arttllerie könne der Minister keine bestimmten Angaben machen. Die Kosten sollen auf drei Fahre verteilt werden. Für einen späteren Zeitpunkt sei auch die Normierung des neuen schmalspurigen Feldgeschützes geplant.
Die Lage in Südafrika»
Der Termin, an welchem die Verständigung zwischen den Durenführern über die Friedensfrage zu stände kommen soll, ist nach dem „Daily Expreß" noch immer ungewiß Wie dem Blatt gemeldet wird, kann die Friedenskonferenz zu Vereeniging nicht vor Ende Mai stattfinden, da die Führer ihre Kommandos sehr schwer erreichen können; somit ist die Aussicht auf Friedensschluß vor der Krönung König Eduards gering. — „Daily Telegraph" dagegen erfährt aus Brüssel, in Buren kreis en verlaute, Schalk Burger, Delarey, Lukas Meyer und Reitz hätten gestern eine Konferenz unter Milners Vorsitz in Jo- yanrresburg oder Pretoria abhalten wollen.
Natürlich fehlt es nicht an englischen Preßstimmen, welche darzuthun bemüht sind,daß unter den Mitgliedern der Freistaaten-Regierungen Uneinigkeit herrsche oder zum mindesten das Bestreben sich immer mehr bemerkbar mache, günstigere Separat ab kommen mit England zu erreichen. So meldet die „Daily Mail" aus Pretoria, Steijn mache augenblicklich energische Anstrengungen, um für den Oranje-Freistaat ein Spezialabkommen zu erzielen, druch welches diesem Lande eine gewisse Unabhängigkeit erhalten bleibt. Er stütze sich dabei auf die Thatsache, daß der Oranje-Freistaat der englischen Regierung vor dem Kriege keinen Anlaß zu Klagen gegeben hat.
Unterdessen werden die kriegerischen Operationen fortgesetzt, wenn auch von größeren Waffengängen nichts gemeldet wird. Lord Kitchener telegraphiert ans Pretoria: Die endgiltigen Verluste der Buren in den zuletzt erwähnten Operationen belaufen sich auf 10 Tote und 221 Gefangene; im Bezirk Pietersburg wurde ein Bur getötet und 34 Buren gefangen genommen. — Ein Panzerzug, von Pretoria nach Pietersburg unterwegs, ist entgleist. Ein Leutnant und zehn Mann wurden getötet. Endlich ist es Kitchener auch gelungen, Oikiep zu entsetzen, das 6 Monate von den Buren belagert wurde. Nichts charatterisiert die Lage besser als diese "Thatsache. Wenn es den Buren jetzt noch möglich ist, eine Stadt 6 Monate zu belagern, dann kann es mit den englischen Erfolgen wahrhaftig nicht weit her fein.
Die vulkanische Katastrophe aus Martinique.
Der Ausbruch des Vulkans P e I e e auf der Insel Martinique dauert immer noch an. Martinique ist nach Guadeloupe die wichttgste der französischen Antillen in Mestindien. Es ist 988 Quadratkilometer groß und hat etwa 176 000 Einwohner. Weniger Zerstörungen wurden bisher durch die zahlreichen Vulkane auf der Insel angerichtet, als vielmehr durch hefttge Cyklone. So war die Insel 1845 und 1891 der Schauplatz einer furchtbaren Verheerung, bei der auch viele Menschen umkamen. Der wichtigste Handelsplatz ist, oder richtiger war, St. Pierre; denn Die Stadt ist samt ihren blühenden Kolonialanlagen durch den Ausbruch des Vulkans Pelee völlig zerstört worden.
Sett fünfzig Jahren galt der Krater des Mont Pelee als erloschen. Die Bevölkerung von Saint Pierre vergnügte sich damit, Partien bis zu dem 150 Meter breiten See zu machen, welcher sich in der Krateroffnung gebildet hatte. Das nach würzigen Kräutern schmeckende Wasser dieses Sees galt als Heilmittel. Ta kam gestern die Nachricht, daß der Vulkan wieder ausgebrochen sei und große Verheerungen angerichtet habe. Nach den neuesten Meldungen aber find die Verwüstungen noch viel
großer, als es zuerst hieß und die glühende Lava erreicht immer neue (yebiete.
Eine Depesche des in Fort de France residierenden Gouverneurs der Insel Martinique, Mr. Montet, zerstört auch die letzte noch gehegte Hoffnung, daß sich ein großer Teil der Bewohner des neueren Teils von Saint Pierre habe retten können. Die Zahl der bisher geretteten Menschen übersteigt n i ch t 33, während die Z a h l der Opfer auf 2o 000 geschätzt wird.
Der Kommandant des Panzerkreuzers „Suchet" berichtet aus Fort de France, daß er sich am Tage des großen Ausbruchs Vormittags der Rl)ede von Saint Pierre näherte, aber schleunigst umkehrte, nachdem er 33 Menschen, die sich in furchtbarem Zustande befanden, ausgenommen hatte. Die Katastrophe habe sich um 8 Uyr morgens bei einer selbst für die jetzt dort gewöhnliche Hitze außerordentlich hohen Temperatur ereignet. Die Feuermassen des Kratersees hätten sich über die Stadt ergossen. Alle Sdjiffe im Hafen wären unter Flammenregpn verschwunden. Von: „Suchet" ans habe man des undurchdringlichen Nebels wegen nichts waymehmen können. 9tui' aus den verworrenen Erzählungen der Geretteten wäre der Umfang der Katastrophe zu erfahren gewesen. Der Kommandeur des Kreuzers berichtete noch, daß er am Strande bei St. Pierre Haufen von Leichen gesehen habe.
Nach einer Note der „Agence Havas" erhielt der französische Kolonialminister gestern abend 6 Uhr von dem Generalsekretär der Regierung aus Martinique zwei Telegramme, die, obwohl sie in Zeiträumen von über fünf Stunden abgeschickt waren, zu gleicher Zeit eintrafen. In dem ersten Telegramm heißt es, daß der Ausbruch des Vulkans Pelee Saint Pierre in Asche gelegt habe. Der Generalsekretär berichtet weiter, daß er in Abwesenheit des Gouverneurs, der sich an den Ort der Katastrophe begeben habe, sämtliche verfügbaren Schiffe zur Unterstützung der Bevölkerung nach dem Fort de France gesandt habe. Das zweite Kabeltelegramm, das nach wenigen Augenblicken vom Kommandanten des „Suchet" an den Marineminister gerichtet, folgte, bestätigt, daß die Stadt St. Pierre und ihre Umgebung, sowie die Schiffe auf der Rhede durch Feuer regen zerstört worden sind. Der Kommandant teilt dem Minister mit, daß der Kreuzer „Suchet" nur wenige Verwundete in Sicherheit bringen konnte. Er vermutet, daß die ganze Bevölkerung umgekommen ist, unh erklärt, daß er ohne Nachrichten von dem Gouverneur sei.
Das Reutersche Bureau meldet aus St. Lucia von gestern nachmittag: Der Dampfer „Roddam" traf ohne Ankerkette von St. Pierre ein- Zwöl f Mann der Besatzung sind tot. Dies zeigt die entsetzliche Schnelligkeit, mit der das Unglück hereinbrach. Der „Roddam" konnte, obgleich er die Ankerkette kappte und mit äußerster Schnelligkeit in See ging, den Flammen nicht entgehen.
Infolge des (Ädbebens ist die Kabelverbindung mit der Insel Martinique seit gestern zerrissen. Es dürften noch mindestens 24 Stunden vergehen, bis neue Nachrichten über den Untergang der Stadt <Ä. Pierre ein- treffen können.
Der Stationskreuzer „Suchet" begab sich gestern nach Guadeloupe, um Nahrungsmittel aufzunehmen, uns erst nach seinem Eintreffen dort sind weitere Einzelheiten zu erwarten. Der Vertteter der Insel Martinique im französischen Senat, Cnight, weilte seit zwei Wochen wieder in St. Pierre. Man befürchtet, daß er ebenfalls mit umgekommen ist. Er besaß die größten Zuckerplantagen und Rumbrennereien der Insel. Auch der Gouverneur Mout- tet befand sich seit einigen Tagen in St. Pierre und dürfte wahrscheinlich umgekommen sein. Das Pariser Haus Bongen ot hat von dem Verwalter seiner Zuckerplantagen ein Telegramm aus Fort de France erhalten, worin derselbe mitteilt, daß er sich nach St. Pierre begeben wollte, daß jedoch die nördliche Umgegend der Stadt von Asche bedeckt und die Stadt selbst in Staub gehüllt war, sodaß es unmöglich war, hinein zu gelangen.
Auch zwei Kab e ld a mp f e r, welche nach Unterbrechung des Kabels nach Martinique fuhren, wurden zerstört. Der britische Postdampfer „Esk" fuhr in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag fünf Meilen von der Küste an St. Pierre vorbei, wurde vollständig mit Asche bedeckt und erblickte in der Ricytung von Stt Pierre nur undurchdringliche schwarze Wolken. Ein Boot wurde ausgesetzt und fuhr nachher an die Küste, sah aber nur staubgefüllte Luft und Flammen.
Einer Kabelmeldung der „Frkf. Ztg." zufolge sollen nach ungefähren Schätzungen sogar 40 000 Menschen umgekommen sein.
St. Pierre zählte nach den letzten Berechnungen 25 792 Einwohner. Tas europäische Element war sehr stark vertreten. Es erschienen drei französische Zeitungen, Nordamerika, Holland, Dänemark und Spanien hatten Konsulate dort. Frankreich unterhielt außer dem Verwaltungsapvarat und einer Garnison ein Gymnasium, eine Kolonialschule und ein Marinespital. Die Stadt war der Sitz eines Appellgerichts und e’ineä Bischofs. Die Industrie umfaßte besonders die Fabrikation von Rum und Orangenlikor. Die großen Pariser Jmporthäuser hatten bedeutende Niederlagen auf der Insel und erleiden schwere Verluste an Personal und Material.
Paris, 9. Mai. Alle Blätter besprechen die Katastrophe von St. Pierre und sagen, dieselbe müsse in Der ganzen zivilisierten Welt einen erschütternden Eindruck Hervorrufen. Das Unglück lasse sich nur mit dem Untergang von Pompeji und Herculanum vergleichen. Unter den wenigen Geretteten sollen sich der Generalprokurator von St. Pierre Triard mit seiner Familie befinden. Der Deputierte von Guadeloupe, Geraull- Richard, richtete an das Kolonialministerium ein Schreiben^


