Ausgabe 
10.3.1902 Zweites Blatt
 
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Normen und Farben und der deutschen Holzarten habe man neue Bahnen gezeigt. Die Arbeiten auf dem Gebiet der Be­leuchtungsindustrie zeugten von einem gelauterten Geschmack rnd besonders in den inneren Einrichtungen sei eine neue Mlle von Form und Material vorgeführt worden. Trotz manchen unschönen Beiwerks könne Hessen und Darmstadt stolz auf die Ausstellung sein. Nun sei die Frage, wie das Geleistete festgehalten und nutzbar gemacht werden könne. Hierfür gebe es zwei Wege: Kurse für Meister und eme An­stalt für Ausbildung der Lehrlinge und Gehilfen. Ander­wärts, z. B. in Bayern, habe man aus der Ausstellung praktische Lehren gezogen und sei uns berests vorausgegangen, indem man den Prof. Behrends für Abhaltung von Kursen an dem bayerischen Landesmuseum gewonnen habe. Diese eine Thati'ache sei ausreichend, um damit zu beweisen, daß es gut und richtig wäre, wenn wir den gleichen Weg gingen. Mit überraschender Schnelligkeit habe die Ausstellung eine Steigerung des Empfindens der Leistungsfähigkeit bei unseren Gewerktreibenden bewirkt. Dies zeige sich aus den zahl­reichen Anmeldungen für die bevorstehende Ausstellung in Turin, zu der Anmeldungen aus allen Gegenden, aus Gießen, Schotten und sogar Weitershain im Vogelsberg eingelaufen seien. Vor zwei Jahren noch hätte man dies nicht für mög­lich gehalten. Er bitte, die Position zu bewilligen.

Staatsminister Rothe: Im einzelnen könne man zwar verschiedener Ansicht sein, aber alle objektiven Urteile gingen dahin, daß auf der Ausstellung in vieler Beziehung Gutes geleistet worden und sie nicht ohne Einfluß auf unser Ge­werbe geblieben sei. Er verweise auf ein diesbezügliches Werk im Verlage von Koch zu Darmstadt, dann werde man sich davon überzeugen können.

Abg. Ulrich sowie Abg. Noack sprechen für die Be- wAigung der geforderten Summe.

Abg. Gutfleisch (freis.): Es handele sich heute nicht darum, über eine Kunstrichtung abzusttmmen, sondern um die Begünstigung und Förderung des Kunsthandwerks. Eine Ablehnung der Vorlage werde man im Lande nicht verstehen können.

Der Ausschußantrag wird angenommen und der Antrag v. Brentano auf Streichung der 4000 Mk. wird abgelehnt.

Kapitel 8587 wird debattelos nach den Anträgen des Ausschusses angenommen.

Damit ist die 8. Hauptabteilung: Staatsministerium er­ledigt.

Schluß 1 Uhr. Nächste Sitzung Dienstag 9 Uhr.

Aus Siadt und Zand.

(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichenOriginal-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe:Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, 10. März 1902.

* Parlamentarisches. Die Abg. Weidner und Wolf fragen bei der Staatsregierung an, ob, und bejahenden Falles, welche Schritte auf Grund der Verhandlungen der Zweiten Kammer der Stände vom Jahre 1898 zur Beseitt- gung bezw. Regelung der Gebühren bezü ge un d Neben­einkommen der Staatsbeamten gethan worden sind. Die Abg. Dr. David und Genoffen ersuchen die Regie­rung um Auskunft über die Arbeitsze itverh ältn isse (Zahl der wöchentlichen Arbeitsstunden, Ruhepausen, Sonn­tagsruhe, freie Tage re.) der im preußisch-hessischen Eisen­bahndienst beschäftigten Beamten und Arbeiter, soweit sie auf hessischem Gebiet stattoniert sind. In dem Haupt- Voranschlag der Staats-Einnahmen und Ausgaben für das Etatsjahr 1902/03 wird zum ersten Male der Betrag von 5000 Mk. zur Unterstützung von Rohstoff-Ein­kaufsgenossenschaften der Handwerker gefordert. Der Verband deutscher Eisenwarenhändler hat dazu in einer Eingabe Stellung ' genommen. Die Handelskammer Gießen schließt sich ' den Ausführungen der Eingabe an. Sie erblickt in einer staatlichen Unterstützung des genoffen- schastlichen Zusammenschlusses, den sie nur dann für berechtigt hält, wenn er aus sich heraus erfolgt und sich aus eignen Mitteln lebensfähig zu erhalten vermag, einen gefährlichen Eingriff ins Wirtschaftsleben, der nur geeignet sein kann, den Konkurrenzkampf innerhalb des Zwischenhandels selbst zu ver­schärfen. Sie spricht deshalb die Bitte aus, die Zweite Kammer wolle die in Kapitel 80 a des Hauptvoranschlags, geforderte Summe von 5000 Mk. nicht bewilligen.

** Post-Persoualuachrichten. Der Großherzog hat dem Postschaffner Maus in Großgerau und dem Briefträger Fülberth in Neustadt i. Odenwald aus Anlaß ihres Ueber- tritts in den Ituhestand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür langjährige treue Dienste" verliehen. Ver­setzt sind: Postverwalter Mahr von Schlitz nach Ober- Ingelheim, Postassistent Loth von Niederofleiden nach Mühl­heim, Schüttler von Rüsselsheim nach Lollar, Seppelt von Friedberg nach Schlitz. Gestorben ist der Post- verwalter a. D. Conrad in Reichelsheim L d. Wetterau.

** Von der Eisenbahn. Zwischen Gießen und Großen- Linden besindet sich in der Nähe von Klein-Linden ein be­waldeter Höhenzug, Lückenbach genannt, den die Main- Weser-Bahn durchschneidet. Die Instandhaltung der'Böschung dieses Einschnittes hat die Bahnverwaltung schon bedeutende Summen gekostet, denn der Boden besteht aus Lehm und Sand und kommt, besonders bei Tau- und anhaltendem Regenwetter, stets ins Rutschen. Man hat schon alle mög­lichen Versuche gemacht, den Boden zu befestigen, z. B. durch Anpflanzen von Akazien, Weiden, Kiefern oder durch Ein­schlagen von Pfählen, die mtt Weiden verflochten wurden. Aber die Anpflanzungen gediehen teilweise nicht in dem schlechten Boden, und die Pfähle kommen mit der Zeit eben­falls ins Rutschen. Stellenweise sind auch Mauern gezogen worden, so erst im vorigen Jahre. Besonders im letzten Winter ist der Boden gegen die Mauern und über diese hin­aus gerutscht, sodaß die Mauern und somtt auch der Bahn­körper z. T. gefährdet sind. Da nun die Bahn noch auf beiden Seiten des Einschnitts ein mehrere Meter breites Ge­lände besitzt, so hat sich die Bahnverwaltung entschlossen, die Erdmassen an den gefährdetsten Stellen wegzuschaffen'und den Einschnitt dadurch zu erweitern. Die Tannen und Kiefern werden auf dem fraglichen Gelände gegenwärttg ge­fällt. Dem Vernehmen nach sind die Erdarbeiten an einen Unternehmer aus Kreuznach vergeben worden. Hoffentlich gelingt es den Bemühungen der Bahnverwaltung endlich, den Uebelstand zu beseitigen.

** Ausgrabungen. Zu den Ausgrabungen in der Um­gegend von Klein-Linden und Großen-Linden wird uns weiter mitgeteilt: Nicht nur im DistriktFuchsbau" wurden Funde gemacht, sondern auch an mehreren anderen Stellen. So fand man in einer seit Jahren im Betrieb befindlichen Sand­grube an der Straße nach Großen-Linden zu ebenfalls Gräber und mehrere übereinander gelegene Brandschichten. Vermut­lich hat man es hier mit einer Opferstätte zu thun. Auch Knochenüberreste fand man. Vor Eintritt der warmen Jahres­zeit kann hier nicht gearbeitet werden, da der Boden sehr wasserreich ist. Mehrere Urnen von ziemlich einfachen For­men, zertrümmerte Gefäße und zerstreut liegende Scherben wurden ebenfalls zu tage gefördert. Der letzte bedeutende Fund wurde hier anfangs Februar gemacht. Es war eine vollständig erhaltene Urne, die ungefähr zur Hälfte in einer Thonschale stand. Seitdem wurde in der Sandgrube öfters gegraben, jedoch ohne bedeutenden Erfolg. Man hat nach verschiedenen Richtungen hin Versuchsgräben gezogen, beson­ders in der Richtung, die eine deutlich erkennbare Brandschicht hat; aber man fand blqß Scherben. Die Sandgrube befindet sich im Wald nach Großen-Linden zu und zwar direkt links von der Frankfurterstraße. Zu einer anderen Fundstelle gelangt man, wenn man vom Bergwerk (Oberhof) die Berg­mannschneise in westlicher Richtung einschlägt und dann links in einen teilweise abgetriebenen Eichenschlag einbiegt. Hier wurde ein kreisrunder von Steinen gebildeter Ring von an­nähernd 5 Meter Durchmesser entdeckt, in dessen Mittelpunkt ebenfalls aus Steinen ein Kegel aufgeschichtet liegt. Von dieser besonders interessanten Stätte werden photographische Aufnahmen gemacht. Auch zahlreiche Bronzegegenstände sind hier gefunden worden.

** Der kaufmännische Verein veranstaltete am Samstag Abend in den Räumen unseres Stadttheaters eine Abend­unterhaltung mit reichem Programm. Vergnügungslustige Männlein und Weiblein hatten sich zahlreich eingefunden. Die orchestralen Vorträge unterbrachen zwei kleine Einakter, dargestellt von Mttgliedern unserer Theatergesellschaft. Kadel- burgs SchwänkleinIn Zivil" ist ursprünglich als eine Art Festspiel für ein Offizierkorps verfaßt worden und ist seitdem ein beliebtes Gelegenheitsstück. Eine zu wohlthätigen Zwecken veranstaltete Matinee im Berliner Lessingtheater machte s. Z. die milttärische Farce weiteren Kreisen bekannt, und der große Heiterkeitserfolg, den sie damals ganz unschuldiger­weise davon trug, ist ihr bis auf den heutigen Tag treu ge­blieben. In der That ist das Stückchen überlustig und amüsant. Es brachte die rechte Feststimmung, fröhlichen Geist, der die Darstellung unter der Regie des Herrn W o i s ch be­lebte, der selber die komische Charge des Regimentskommandeurs- Burschen mit all der Dummdreistigkeit, die diese merkwürdigen Bühnenlebewesen auszuzeichnen pflegt, spielte. Außerdem gab es noch eine Art Reif-Reiflingen en miniature, ein paar höhereOsfiziere und eine niedlicheNaioe, sämtlich gefällig,dargestellt von den Herren Zoder, Leßmann und Hertzog und Frl. v. A s p e rn b u r g. Dann tischte man noch einen verspäteten tollen Faschingsscherz auf, eine Possenreißerei von höchster Aus­gelassenheit,Hohe Gäste", nach deren Autor niemand fragt und die man im Laufe des Abends schnell vergaß. Es wird da eine Exzellenz mit einem Elephanten verwechselt und mit Zucker und Mohrrüben gefüttert. Hier wirkten mit Aufopferung neben den schon genannten Herrschaften noch Frl. Hohenfels und die Herren Sand or und Schneider mit. Inzwischen war es eine Stunde vor Sonntag geworden und die jungen Damen und Herren kamen endlich zum er­sehnten Tanz, dem sie sich alsbald mit Hingebung widmeten. Der Abend hat seinen Zweck voll erfüllt.

** Gleichmäßiges Format der Briefumschläge. Schon wieder­holt hat die Post darauf hingewiesen, von welcher wesent­lichen Bedeutung für die prompte Beförderung der Briefe die Verwendung eines gleichmäßigen Formats der Brief- kouverts ist; gleichwohl werden Briefkouverts noch ost in den mannnigfachsten Größen und den eigentümlichsten Formen verwendet, besonders von Damen. Man benntze für ge­wöhnlich nur viereckige Kouverts mittlerer Größe das gebräuchlichste Geschäftsformat ist 12:15 Zentimeter groß, klebe die Marke in die rechte obere Ecke, schreibe unten rechts deutlich den Bestimmungsort nieder und unter­streiche ihn. Wer seine Kouverts mit einem Vordruck für die Adresse versehen läßt, der lasse auch gleich ein Feld für die Marke und einen starken Strich für die Angabe des Be­stimmungsorts unten rechts mit vordrucken. Die Befolgung dieser Winke liegt auch im Interesse des Absenders selbst.

Aur Irage der KetreideMe

erhalten wir aus unserem Leserkreise folgende Zuschrift:

Man muß eine Behauptung nur oft wiederholen, daun wird sie schon Gläubige finden. Der Parteiwahnwitz stellt die gewagtesten Hypothesen auf und erntet dröhnenden Bei­fall. Seit 40 Jahren drischt mau auf den Junker los, der 3 Flaschen Sekt auf einmal austrinkt und in der ars amanb-i besser wie der Sultan zu hause ist. Seitdem Bismarck den Blutegel des Freihandels vom Deutschen Reiche losriß, klagt die Börsenpresse, dievolksfreundliche", über die 25 000 Großbesitzer, die da allein den Nutzen von den Getreidezöllen haben von den andern (Viehzöllen rc.) schweigt man sellfft- verftändlich und bejammert die von ihr fa sehr geliebten Bauern und Handwerker, die nun mit Weib und Kind dem Hungertod entgegen wanken. Tuberkulose, Kindersterblich­keit, Landflucht, SteuernAgrarier" an was bist du nicht schuld?

Und unser Zeitungspublikum glaubt es. Mögen 87 Prozent der Mitglieder des Bundes der Landwirte Klein­bauern, nur i/2 v. H. aber Großbesitzer sein einerlei, er ist der Junkerbund. Mögen sich Bayern, Württemberger, Rheinländer, Hessen, Badener, Elsässer für Hochschutzzoll aus­gesprochen haben ganz egal, der Getreidezoll nützt nur den Ostelbiern!

Esklingt gut, wird immer noch geglaubt, damit basta!

Wie liegen aber die Thatsachen - Von der deutschen Kulturfläche umfaßt der Besitz über 400 Morgen 21 Proz., der unter 8 Morgen 5 Proz. Das übrige ist Bauernland. In diesen 74 Proz. Bodenflache liegt heute wie ein ft der Schwerpunkt der Getreide- prod^uktion. Der Großgrundbesitz besteht meist aus

Ter Bauernstand hat in erster Linie ein Interesse an den Zöllen, die 3 Millionen Betriebe unter 8 Morgen sind nur zum Teil Berufsbetriebe. Mit diesen aber arbeitet die Presse der Linken in der Agitation und treibt Brunnen- bergiftung.

Ein kleiner Bauer der südlichen Wetterau von 16 Morgen (4 Hektar) vermag 7080 Ztr. Getreide auf den Markt zu bringen, mindestens aber 50 Ztr. Tie Verkaufsfähigkeit geht aber in einzelnen Fällen bis zu 3 oder 4 Morgen herab. Wie liegen nun die Verhältnisse im Vogelsberg? Hier kommt gerade der Kreis Lauterbach in Betracht, den Profi Conrad ans Halle anführt, indem er behauptet, der Ge­treideverkauf beginne in diesem gebirgigen Telle erst bei 10 Hektar (40 Morgen). Tas ist unrichtig. Die Möglichkell des Getreideverkaufes geht hier nach meinen Feststellungen bis unter vier Hektar herunter. Ein landwirtschaftlicher Nebenbetrieb in Vaar von 3 dreiviertel Hektar verkaufte z. B. 25 Ztr. Getreide. Die Getreideproduktion aber ist abhängig von der Frage der Rentabilllät und wie Dr. Heim richtig sagte, vom Schienenwege. Man verschaffe der Landwirtschaft Absatz und günstige Preisbildung, dann wird es sich zeigen, daß das deutsche Bauernland der Aufgabe gewachsen ist, eine weit größere Bevolkerungszahl wie die heutige mit Brot und Fleisch ausreichend zu ver­sorgen.

Heute verfüttern aber viele Bauern der traurigen Preise halber ihr Getreide oder bauen nur ihren Bedarf. Man gebe darum denAgariern" darum die Möglichkell, mehr produzieren zu können, sie werden den Beweis nicht schuldig bleiben. Es ist viele Sünde am deutschen Bauerntum wieder gut zu machen.

F. Fr. Werner, Lauterbach.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Sächsische Biehversicheruugs-Bauk in Dresden. Ob­wohl die allgemeine geschäftliche Notlage auch im Jahre 1901 an­bauerte, ja sich sogar erheblich verschärfte und dadurch den Vieh­besitzern die Versicherung ihrer Tiere recht erschwerte, wenn nicht ganz unmöglich machte, und obwohl ungünstige Witterungsverhalt-- nisse gleichzeitig dezimierend auf die Tierbestände wirkten, hat die Sächsische Viehversicherungs-Bank, wie chr neuester Rechenschafts­bericht zeigt, doch wiederum ein gutes geschäftliches Resultat im vergangenen Jahre erzielt und uiwerfennbare Fortschritte gemacht. Sie hat ihre Schäden zur vollen statutgemäßen Quote regulieren und ihre Garantiemittel noch verstärken können, sodaß ihr am 31. Dezember 1901 ein vollständig schuldensteies, lediglich für künfttge Schäden reserviertes Vermögen von über 344 000 Mk. zur Ver­fügung steht. Die Prämien-Einnahme betrug im Jahre 1901 925 886 Mk., die bezahlten Schäden incl. Erlös 723 872 Mk., das Versicherungskapital 28 312 359 Mk. Die Gelder der Bank sind in durchaus sicheren Wertpapieren angelegt Bekanntlich ver­sichert die Sächsische Viehversicherungs-Bank nur * u festen Prämien. Prämien-Nachschüsse oder Erhöhung der Prämie während der vereinbarten Versicherungsdauer sind vollständig auS= geschlossen. (Vergl. das heutige Agenten-Gefuch.)

Zpielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Dienstag den 11. März, abends 7 Uhr:.Fidelio." Schauspielhaus.

Dienstag den 11. März, abends 7 Uhr: Zum ersten Male: Wiederfinden."

Auszug aus -cn KircheMHers -er Statt (Sif^nT

Evangelische Gemeinde.

Getraute. Den 5. März. Matth äusgemeinde. Enrll Theodor Mißler, Wirt zu Gießen und Marie Gäde, geb. Konrad, Witwe des Messellchmieds Aools Hermann Gäde. Lukas ge­meinde. Den 1. März. Josef Emil Georg, Fuhrknecht zu Gießen und Elisabethe Schlau, Tochter des Landmanns Johann Veit Schlau III zu Eppenrod. 6. Dr. Karl Phllipp Theodor Raffer, prakt Arzt zu Worms und Anna Dorothea Bertha Mathilde Paula Kraft, Tochter des Rechtsanwalts Friedrich Kraft zu Gießen. Johannesgemeinde. Den 2. März. Adam Wettach, Kauf­mann zu Gießen und Marie Melchior, Tochter des verstorbenen Stadtrechners Karl Melchior zu Friedberg. Militärgemeinde. Den 1. März. Friedrich Wilhelm Stüber, Sergeant im 2. Großb. Hess. Jpf.-Regt. (Kaiser Wichelm) Nr. 116 und Marie Margarethe Kreiling, Tochter des Bauamtsgehilfen Jakob Kreiling LLL zu Gießen.

Getaufte. Matthäusgemeinde. Den 2. März. Dem Buchhalter Peter Castein eine Tochter, Klara, geb. den 1. Dezbr. Markusgemeinde. Den 2. März. Dem Taglöhner Friedrich Schmerle eine Tochter, Charlotte, geb. den 3. Januar. Dem Taqlöhner Johann Martin Amend eine Tochter, Emma, geb. den 5. Januar. Dem Schneider Christian Sauer eine Tochter, Luise Susanne Elisabeth, geb. den 24. Dezember. Dem Ober-Pastassiftent Hölscher ein Soyn, Heinrich, geb. den 22. Januar. Dem Kauf­mann Friedrich Emil Bender ein Sohn, Albert Michael Rudolf Georg Johannes, geb. den 3. Februar. Dem Tapezier Christian Arnold ein Sohn, Ernst. Ludwig Georg, geboren den 19. Januar. Dem Fuhrmann Friedrich Leschke eine Tochter, Luise, geb. den 29. Dezember. Lukasaemeind e. Den 2. McÜH. Dem (ü sen reher Rudolf Wolf eine Tochter, Emilie Wilhelmine, geboren vcn 30. Januar. Ein unehelicher Sohn, Hans Hermann August. geb. den 7. Februar. Johannesgemeinde. Den 2. März. Dem Tag­löhner Karl Strack ein Sohn, Johann Ernst, geboren den 23. Januar.

Beerdigte. Markusgemeinde. Den L März. Crnil Loos, Goldarbeiter, ein Witwer, 65 Jahre all, starb den 26. Febr. Lukasgemeinde. Den 5. März. & ermann Fuhr, Kaufmann, 26 Jahre cdt, starb den tz. März. Johannesgemeinde. Den 28. Februar. Johanette Heinz, Tochter des verstorbenen Landwllts Christian Heinz, 59 Jahre alt, starb den 26. Februar. Friederike Scharmann, geb. Herd, Witwe des Buchbinders Ludwig Schav- mann, 73 Jahre alt, starb den 26. Februar.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Montag, den 10. März, abends 8 Uhr, Bibel stunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Johannesevangelium Kap. 15, von Vers 18 an: Der Haß der Welt gegen die Junger, die Sendung des Geistes. Pfarrer Dr. Staumann.

Wieskaken öer Neöaklwn.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.

R. W. Gewiß muß der K a i s e r seine Privatreisen bezahlen, aber fein Gefolge ist im Dienst. Folglich stehen den Leuten und Herren je nach Rang Kilometer- und Tagegelder zu, welche die Hofkasse von den einzelnen Ressorts Kriegs­ministerium, Auswärtiges Amt erhebt und mit in die Fahrt- ko sten steckt.

S. Ehegatten können nach heutigem Recht ihre güterrecht­lichen Verhältnisse stets durch Vertrag regeln, insbesondere auch nach der Eingehung der Ehe den Güterstand aufheben oder ändern, und zwar sogar dann, roenn nach den bisherigen Gesetzen ein Ehe­vertrag unzulässig sein würde. (§§ 1432 ff. Bürgerlichen Gesetz­buches und Art. 200 Abs. 2 des Einführungsgesetzes.) Der Ehe- vertrag muß bei gleichzeitiger Anwesenheit beider Teile vor Gericht oder vor einem Notar geschlossen werden. Die durch den Ehe­vertrag entstehenden Koften bestimmen sich nach der Größe des beiderseitigen Vermögens. Sie sind verhälttiismäßig nicht sehr er­heblich.

Schiffsimchilchlen.

Norddeutscher Lloyd.

In Gstßen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz.

Bremen, 7. März. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-PoftdampferDresden", Kapitän F. v. Letten- Petersen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 10 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angefonunen.