„Seine Kgl. Hoheit der Großberzoa haben dem Landwirt Otto Narr und Karl Erb ... in Anerkennung der von denselben gemeinsam am 5. März lf. Jahres mit Muth und Entschlossenheit, sowie eigner Lebensgefahr bewirkten Rettung des ... . eine Geldprämie zu verleihen geruht. In Gemäßheit Allerhöchster Entschließm^g wird dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht."
„Nachdem Seine Kgl. Hoheit der Großherzog mittels Allerhöchster Entschließung vom 30. d. M. Allerg nadigst geruht haben, auf den Antrag des Ortsvorstandes zu Bensheim und nach guiächtlicher Anhörung des Kreistags des Kreises Bensheim für die Kreisstadt Bensheim die Slädteordnung m i t Wi.rkung vom Zeitpunkt des erstmaligen Zusammentritts der neu zu wählenden Stadtverordncienversammlung für anwendbar zu erklären — so wird dieses hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht."
Wahrlich, hier ist ärgster Spott angebracht, und die wW- Ztg." kleidet ihn in folgende boshaften Worte:
Demjenigen Herrn, der wo das geschrieben hat, gehört in Gemäßheit seiner Verdienste in Bezug auf die Sprache seitens der demselben vorgesetzten Behörde unter Wirkung vom Zeitpunkt der Veröffentlichung seines diesfallsigen Erlaßes das Schreiben verboten und dieses zur öffentlichen KennNuß gebracht.
Rohrbach bei Ober-Ramstadt, 6. Aug. In den letzten Tagen wurde am Hause des Forstwarts Schulz ein Akt großer Rohheit verübt. Derselbe hatte an seinem Hause mehrere junge Reb stücke, wovon einer über hundert Henkel auf einer Quadratfläche von 1,25 Meter hatte. Der schönste Stock wurde etwa 1 Meter über der Erde a b g e - s chnitten.
Mainz, 7. Aug. Aus Kastel berichtet man über die Schäden des letzten Orkans, daß ein Festungsweg wegen der zahlreich gebrochenen Aeste unpassierbar ist. Zahllose Vögel, selbst Krähen, haben dem Wetter nicht Stand gehalten. Auf der Chaussee nach Kostheim wurde ein starker Baum gebrochen. Aus Bodenheim wird gemeldet, daß der Obstbehang arg gelitten habe. Von besonderer Stärke muß der Orkan in Flörsheim gewesen sein. Dort wurden fünf Güterwagen vom Sturm alws dem Geleise gehoben.
Mainz,?.fAug. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten - Versammlung machte der Vorsitzende die Mitteilung, daß die vor kurzem verstorbene Frau Dieterich der Stadt eine wertvolle Gemäldesammlung testamentarisch hinterlassen habe. Stadtv. Rühl erstattete nunmehr einen eingehenden Bericht über die Erbauung eines neuen Reinigungsamtes vor dem Rheinthore. Das Gebiet des jetzigen Reinigungsamtes wird zur Erbauung eines neuen Oberrealschulgebäudes verwendet werden. Die Versammlung bewilligte Mk. 134 300. Zu der Debatte wurde von dem Berichterstatter mitgeteilt, daß die Einleitung der Fäkalien in den Rhein voraussichtlich nicht mehr lange auf sich warten lassen dürste. — 'Das gestrige Unwetter hat in der Vogelwelt viele Opfer gefordert. Heute morgen waren die Anlagen vor den Thoren mit Hunderten von Vogelleichen bedeckt.
Kirche und Schule.
Darmstadt, 5. Aug. Das im Mai eröffnete Seminar für Volksschullehrerinnen ist bereits von 52 Aspirantinnen besucht, worunter 12 katholisch sind.
Vermischtes.
* Einer der abgefeimtesten Gauner und Bettler, der sein Gewerbe mit solchem Erfolge betrieb, daß seine wöchentlichen Einnahmen sich auf 300 bis 400 Mark, sehr oft auch auf das Doppelte beliefen, ist in Newyork in der Person des sich Dr. A. Baron v. Manteuffel nennenden Wilhelm Trübner verhaftet worden. Seit mehreren Jahren hat Trübner in fast allen größeren Städten der Ver. Staaten von dem Ertrage der professionellen Bettelei in solchem Luxus gelebt, daß seine Genossen ihm den Namen „König der Schnorrer" gaben. Er gerierte sich als ein Sohn des ehemaligen Statthalters von Elsaß-Lothringen, des Generals v. Manteuffel, und wußte durch rührende Geschichten durch unverschuldetes Elend seine Opfer stets zu bewegen, ihn mit reichlichen Geldmitteln zu unterstützen. Sein wirklicher Name ist Trübner, und wie seine näheren Bekannten erzählen, ist er aus Hannover gebürtig. Als ein „Kollege" Trübners wurde Otto Wittels festgenommen, und die im Besitz des Letztgenannten vorgefundenen Papiere lassen ersehen, daß er Der Sohn des angesehenen Wiener Bankiers Rudolph Wittels ist. Ein zweiter Sohn des Bankiers, Max Wittels, soll hier als Kellner beschäftigt sein. Im Besitz des „Barons v. Manteuffel" fand man Schriftstücke, welche den Umfang der Bettelei sowie auch die Leichtgläubigkeit und zugleich Mildthätigkeit des Publikums ersehen ließen. Die „N.-Y. Staatsztg." hatte schon im März 1901 eine Warnung gegen den „Baron" erlassen. Er verschwand hierauf von der Bildfläche und hat sich im Westen, in Chicago, Cleveland, Indianapolis, Washington und anderen Städten, Herumgetrieben, bis ihm auch dort das Pflaster zu heiß wurde, und er vor einigen Wochen zu den Fleischtöpfen Newhorts zurückkehrte. Ein Paß der deutschen Regierung, ausgestellt unter dem Datum des 16. Mai 1899 auf den Namen des Dr. A. Baron v. Manteuffel aus Weißenburg, gefälschte Empfehlungsschreiben des deutschen Konsular- Agenten G. Dittmar zu Washington, an Professor Elist gerichtet und den Ueberbringer Baron o. Manteuffel als einen Sprachengelehrten und ehemaligen Mitarbeiter des verstorbenen Oxforder Professors Max Müller empfehlend, Briefe des Lord und der Lady Algernon Gordon-Lennox und vieler anderer hochgestellter Persönlichkeiten, befinden sich unter den Schriftstücken, die man dem Gefangenen abnahm. Das Interessanteste ist jedoch eine Liste der reichen Leute, bei welchen er entweder schon gebettelt hatte oder denen er noch einen Besuch abstatten wollte. Tie Namen tragen Randbemerkungen, wie hoch die Beträge seien, welche er erhielt, oder zu erwarten habe, ferner Angaben über die Eigenart der Leute, deren Sprechstunden und sehr oft deren Familiengeschichten und Konnexionen, welche er vielleicht als Empfehlung nennen oder deren Namen er als Annäherung benutzen konnte. So befindet sich z. B. hinter dem Namen des Kongreßmitgliedes Astor Chandler folgende Eintragung: „Astor Chandler ist Kongreßmitglied und mit einem österreichischen Edelmann Baron Hoene, in Wien wohnhaft, auf der Tigerjagd in Afrika im Jahre 1898 gewesen. Dieser Hoene kennt einen Leutnant zur See im österreichischen Marinedienst mit dem
Namen Rodakowsky. Dieser Rodakowsky hat einen Bruder,' der eine Mesalliance mit einem Mädchen, das bei Ronacher in Wien Büifetdame war, eingegangen. Nachdem er fein mütterliches Erbe von 200 000 Gulden verputzt, und Schulden gemackt, ist er 1899 nach Amerika gegangen." Auch Mayor Seth Low, Dr. Richard Gottheil von der Columbia- Universität, sowie fast jeder wohlhabende Deutsch-Amerikaner sind von dem „Baron" angebettelt worden, wie die Papiere ersehen lassen. Gewöhnlich erzählte er, seine Frau sei schwer krank oder gestorben, manchmal sagte er auch, sein Kind sei gestorben, und er habe kein Geld, um es beerdigen zu lassen. Jüdischen Familien erzählte er, seine Eltern hätten ihn verstoßen, weil er gegen deren Willen eine Jüdin geheiratet habe. In den Kaffeehäusern an der zweiten Avenue spielte der „Baron" den großen Herrn, spazierte mit Cylinder und Frack herum, spielte Karten um hohen Einsatz und führte ein üppiges, sorgenfreies Dasein.
* Ter erste Tabak in Bayern. Die Rauchet wird es vielleicht interessieren, das genaue Datum zu erfahren, wann der Tabak nach Bayern gekommen ist. Am 28. Oktober 1578 fragt Prospero Visconti, wie Henry Simonsseld in dem von ihm herausgegebenen Briefwechsel von Herzog Wilhelm V. mit seinem Mailänder Agenten und politischen Korrespondenten mitteilt, bei Herzog Wilhelm V, an, ob er die aus Westindien gekommene Tabakpslanze in seinem Garten habe, die eine unendliche Menge heilkräftiger Eigenschaften habe und besonders gegen Wundschaden gut sei; Prospero sei erbötig, ihm allenfalls (Santen, von ihr zu verschaffen. Ter Herzog, der stets für exotische- Pflanzen ein gen omni en war, hat dann seinen Agenten um solchen Samen gebeten, und wir lesen unter dem 28. Januar 1579, daß Prospero ihm diesen Wunsch erfüllt. Diese Nachricht gehört zu den ältesten fest kotierten über die Einführung des Tabaks in einem deutschen Lande. Auch die Sonnenblume wurde damals durch Prosperos Vermittelung aus Spanien für des Herzogs Garten importiert (11. März 1573). Es giebt übrigens Zeugnisse antiker Schriftsteller, aus denen hervorgeht, daß man im Altertum bereits als Genuß- wie als Heilmittel Pslanzendämpfe eingesogen hat, so üon Herodot, Pomponius Mela und Plutarch
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Gießen, Juli 1902.
Tie Pferdemarktkommission zu Gießen. Jean Kirch, Stadtverordneter.
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Bekanntmachung,
betr.: Einrichtung eines Arbeitsnachweises für die m diesem Jahr zur Entlassung kommenden Mannschaften der Ostasiatischen Besatzungs-Brigade.
In der Zeit vom 5. August bis 7. Oktober d. I. komme,: m Bremerhafcn und auf dem Truppenübungsplatz Munster m Hannover die Mannschaften der Ostastatlschen Besatzungs-Brigade iur Entlassung, die sich zum großen Teil aus Handwerkern und Arbeitern zusammensetzen. „ .
Um diesen Leuten möglichst schnell Arbeit zu verschaffen, hat der Königlich Preußische Kriegsminister das Großh. Mnusterium des Innern ersucht, die Arbeitsnachweisstellen anzuweisen, dem Ausschiffungskommando in Bremerhaven und dem Auflösungskommando auf dem Truppenübungsplatz Munster Listen über angemeldete offene Stellen einzusenden.
Wir fordern deshalb alle Arbeitgeber Gießens und der Umgegend, die ihren Bedarf an Arbeitskräften aus obigen Mann- schaften zu decken beabsichtigen, auf, desfallsige Gesilche an den unterzeichneten Arbeitsnachweis bis spätestens 1. Oktober d. I. zu richten und recht ausgiebigen Gebrauch von obiger Einrichtung zu machen.
Gießen, am 2. August 1902.
Städtischer Arbeitsnachweis Gießen.
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I sind in allen durch Plakate kenntlichen Geschäften und aui dem Lande bei den Polizeidienern zu haben. 5598
Pferdemarkt zu Gießen.
Am Mittwoch den 10. September findet auf denstädtischen Marktanlagen nächst der giodbeimerstraße Pferdemarkt statt. Für Stallungen in der Nähe des Marktes ist ausreichend Sorge getragen; wegen derselben wolle man sich an Herrn Hoflohnkutscher Huhn dahier wenden. Auskunft über sonstige Marktangelegenheiten erteilt Herr Weinhändler August Schwan dahier.
Mit dem Pferdemarkt ist eine
Prämiierung
verbunden, für welche 1565 Mk. zur Verfügung stehen. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Oetonomierat Schlcüte, Hardthof bei Gießen, zu erbitten. Tie Preisverteilung erfolgt im Anschluß an die Prämiierung um 12l/a Uhr.
Omnibusverbindung von dem Bahnhof nach dem Marktplatz und zurück. „ .
Am 11. September, nachmittags 2 Uhr, findet m der Turnhalle der Stadtknabenschule eine
Verlosung
statt von Pferden, Wagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften, vaushaltungs- und Gebrauchsgegenstanden. Ter Generalvertrieb der Lose ä 1 Mk. ist dem Herrn Richard Buch-
Grnndnng einer Schweine-Lerßchernng
zu Gietzc«.
Am 2. August wurde in einer Versammlung bei Wirt Trinkaus, Seltersweg, durch mehrere Schweinebesitzer beschlossen, eine
Schweine-Dersicherung
zu gründen. Schweinebesitzer, welche beabsichtigen, Mitglied zu werden, ivollen sich bei Wirt Trintaus, Seltersweg 50, woselbst eine Einzeichnuiigsliste offen liegt, bis zum 15. Aiigust meldeii, da später Angemeldete einen höheren Eintritt zu zahlen haben.
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