Nr. 107
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Freitag 9. Mai 1902
Erstes Blatt. 152. Jahrgang
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MM
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Daß Programm Alfons XIII.
Preußisches Herrenhaus.
Berlin, 7. Mai-
spräche hin, die Sagasta vor einigen Tagen im Ministerrat an den jungen König richtete. Er bezeichnete da die soziale Reform als eine Aufgabe von weittragender Bedeutung, und riet Alonfs XIII., sich mit dem Geiste der großen Herrscher Europas zu erfüllen. Der Hinweis auf Kaiser Wilhelm ist unverkennbar. Vorteilhafter könnte sich AlfonS XIII. in der That nicht einführen, als wenn er sich zum Herold und Anwalt einer gesunden Sozialpolitik machte. Das würde ganz anders auf die Bevölkerung wirken, als die Ankündigung militär- oder marinepolittscher Neuerungen, wie solche der Kriegsminister Weyler befürwortet. Letzterer soll sich übrigens Hoffnungen aufs Ministerpräsidium machen und sich der Unterstützung seitens der Königin - Regentin, der Mutter Alfons XIII. sicher glauben. Vielleicht hat gerade deshalb Sagasta dem jungen König persönlich die Bedeutung der sozialen Frage vor Augen geführt. Der Rücktritt Sagastas und des Gesamtkabinets ist wohl bald nach der Krönung zu erwarten.
Der Tag der Krönung des jungen Königs von Spanien ist näher gerückt. Die als Vertreter ihrer Souveräne bestimmten Fürstlichkeiten und Würdenträger — selbst China sendet einen Bevollmächtigten, den Mandarin Schang — rüsten sich zur Reise nach Madrid oder sind schon unterwegs, und an prunkvollen Veranstaltungen wird es dort nicht fehlen. Zwar haben die „Unversöhnlichen" in Barcelona und anderen katatonischen Städten ostentativ erklärt, an den Feierlichkeiten sich nicht zu beteiligen, doch das wird der Feststimmung im übrigen Spanien keinen Eintrag thun. Als politisch bedeutsamstes Moment stellt sich naturgemäß die Thronrede dar. Wahrscheinlich wird Mrmfterpräsident Sagasta sie ausarbeiten und dasjenige politische Programm betonen, w I ,
das durchzuführen er während seiner langen Ministerlaufbahn Haltung der Polen rühre daher, daß sie die Zugehörigkeit nicht vrrmochts: die Sozialreform. Darauf deutet die An-, zu Preußen für ein notwendiges Uebel halten. Demgegen-
Auf dem Jahresbankett der Primrose-Liga In London hielt Lord Salisbury eine Rede, in der er der unruhigen Zeiten gedachte, die das Land seit der Gründung der Liga durchzumachen hatte und bezüglich der egyptischen und irischen Frage ausfübrte, in Egypten stehe Englatrd an der Spitze, und bezüglich Irlands brauche es nicht mehr besorgt zu werden, daß das wahnwitzige, selbstmörderische Projekt der Losreißiung vom Reiche seitens irgend eines Staatsmannes Unterstützung finde. Redner sprach dann vom Krieg in Südafrika und sagte, so groß Englands Opfer auch wären, könne man doch erkennen, datz die Macht, das Prestige und der Einfluß des großen britischen Reiches mächtiger, wirksamer und bewundernswerter seien, als vorher. Er habe gehofft, daß die Frage des Krieges nicht in den Streit der Parteien gezogen würde. Die Erklärung Morleys in einer jüngst von diesem gehaltenen Rede, daß es kein Mitglied des Kabinetts gebe, das nicht, wenn eS 1899 das Resultat der Politik des Kabinetts vorausgesehen, die Diplomatie bekämpft hätte, die zu dem gegenwärtigen beklagenswerten Ergebnissen führte, sei vollständig begründet. Den Buren beliebte es, r * ' einen rechtlichen Grund in britisches Gebiet einzudringen, und England hatte völlig Recht, sich so dem Eindringen aufs Aeußerste zu widersetzen. (?) Bezüglich der Friedens-Verhandlungen erklärte Lord Salisbury, selbst wenn er mehr wüßte, als er in der That wisse, würde er dock, während die Friedensverhandlungen im Gange seien, nicht über die verschiedenen Chancen dieser Verhandlungen sprechen können. Es sei kein Grund vorhanden, für die Behauptung, daß die Bereitwilligkeit, die England bewiesen habe, alles anzuhören, was gesagt werden konnte, ein Beweis dafür sei, daß es seine frühere Position auf- gegeben habe oder Willens sei, anzuerkennen, daß dre Rechte, welche es in Anspruch nahm, nicht länger in Kratt seien. Nach den schrecklichen Opfern, die England gebracht habe, dürfe nicht zugegeben werden, daß wieder eine Lage geschaffen werde, in der der Feind den Kantpf von neuem beginnen könne, sobald sich die Gelegenheit biete. Es könne kein Zweifel bestehen, daß die Gewalt der Regierung über das Land eine derartige sein müsse, daß das unmöglich gemacht werde. Es sei wichtig, dies klar zu machen. Lord Salisbury schloß, er wolle keine bitteren Gefühle bei den Gegnern erwecken, und wünsche ernstlich, daß sie all die Ordnung und Macht genießen, die durch das Kolonialsystem ihren Brudernattonen zu teil geworden sei.
Politische Tagesschau.
Marten nnd Hickel.
Nach der ,Allg. Fleischer-Alg.* hatten wir kürzlich unt- geteilt, daß Marten und Hickel beabsichttgen sollten, in Berlin eine Gastwirtschaft zu errichten. Ferner hatten wir von der Frankfurter Meldung Noüz genommen, wonach eine Firma Isidor Jttmann in Frankfurt a. M. den beiden Freigesprochenen das Angebot gemacht haben sollte, sie für ihr Geschäft zu engagieren. Mit Bezug auf diese durch die gesamte Berliner Preffe zugegangenen Nachrichten wird nun der ,Nat.-Ztg." auL Insterburg geschrieben:
,Daß Marten und Hickel in Berlin eine Gastwirtschaft errichten wollen, und daß die Drittel dazu aus der früher veranstalteten ©ommlimg entnommen werden sollen, ist erfunden. An diesen Behauptungen ist auch nicht ein wahres Wort. — Der zweiten Notiz liegt folgender Vorgang zu Grunde: Unter den 200 Telegrammen und 700 Glückwunschkarten, wckche die Eltern Martens unb Hickels erhalten haben, befand sich eine Depesche eines Herrn Jttmann aus Frankfurt a. 9JL, in der bei Hickel angefragt wurde, ob er eine Stelle als Kassenbote antreten wolle. Da Drahtantwort verlangt war, erbat Hickel drahtlich die 9Ingabe der näheren Bedingungen. Bemerken möchte ich, daß Hickel alle Angebote, aus denen zu ersehen war, daß man ihn aus Reklamezwecken engagieren wollte, unberücksichtigt gelassen hat. Es sind ihm von manchen Leuten Stellungen mit einem Monatsgehalt von mehreren Hundert Mark angeboten worden. Den vom Unglück schwer geprüften Leuten liegt es jedenfalls völlig fern, ihr Mißgeschick iraend- roie geschäftlich auSnutzen zu wollen. Gerade weil Herr Jttmann Hickel als Kassenboten engagieren wollte, ist H. anfänglich auf das Anerbieten eingegangen, denn mit einem Kafsenbotcn treibt in der Regel niemand Reklame. Hickel ist auch der Ansicht gewesen, Jttmann habe ein Bankgeschäft. Im übrigen ist die Frage, wie die Unglücklichen untergebracht werden sollen, schwer zu lösen. Den disziplinierten Unteroffizieren ist es trotz des Zioil- versorgungsscheines nicht möglich gewesen, eine Stellung im Staatsdienst zu erhalten; nur Buckpesch ist die Aussicht auf Anstellung im Eisenbahndienst eröffnet, es ist jedoch ungewiß, wann er einberufen werden wird. Für Platten und Hickel zu sorgen, wird aber am schwersten fein.*
Clne Rede Lord Salisburys über die Lage Englands.
Die gemeiiifame österreichisch-ungarische Budgetvorlage imirbe soeben veröffentlicht. Die Zollüverschüsse sind darin, wie aus Budapest gemeldet wird, veranschlagt mit 112 848 689 Kronen, gegenüber dem Vorjahre mehr
2 307 390 Kronen. Der Voranschlag des Kriegsministeriums weist im Ordinarium ein Mehrer forder- niß von 5998000 Kronen auf, davon 4359312 Kronen für die Aufstellung von 14 Feldhaubitzen-Batteriedivifionen und die Reorganisation einer Gebiergs-Batrerieoivision in Tirol. Das Modell für die im Ordinarium, sowie in der besonderen Vorlage geforderten neuen Gebirgsaeschützr und Haubitzen ist fertiggestellt, nur für das Feldgeschütz sollen die Versuche fortgesetzt werben. Falls sie im nächsten Jahre zum Abschluß gelangen, wird die Kriegsverwaltung für 1903 einen weiteren Teil der einmaligen Beschaffungskosten für das Feldgeschütz, jedoch nicht über 40 Millionen Kronen, beanspruchen. — Das Ministerium des Aeußeren beansprucht in besonderer Vorlage Nachtragskredite zur Deckung der Auslagen anläßlich der Wirren in China und zwar 2 060 000 Kronen für 1901 und 2366 000 Kronen für 1902. In der Vorlage wird bemerkt, daß über die Verteilung der seitens Chinas zu leistenden Entschädigungssummen noch Verhandlungen im Gange seien. Oesterreich-Ungarn habe eine Entschädigungssumme von 14 714 278 Kronen angemeldet, wovon 14 640 000 Kronen auf die Kosten des militärischen Vorgehens und 74 278 Kronen auf Entschädigungsforderuugen von Oesterreichern und Ungarn entfallen; dieser Entschädigungsbetrag dürste eine Herabminderung von 2 Prozent erfahren. Diese Nachtragskredite erweisen sich als Vorschuß, zu dessen Deckung die chinesische Entschädigung den beiden Staaten der Monarchie zufließen wird. Unter den diplo- matifchen Auslagen des Ministeriums des Aeußeren ist bereits die Besoldung für den neu geschaffenen Posten eines Botschafters in Washington eingestellt. Die Vorlage bemerkt, es sei notwendig, die Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und den Vereinigten Staaten auch in ihrer äußeren Form der Bedeutung anzupassen, welche dieselben gewonnen haben und voraussichtlich immer mehr gewinnen werden. Das Ministerium des Aeußeren richtet auch eine diplomatische Vertretung bei den Republiken Chile, Peru und Bolivia ein. Die neue Gesandtschaft wird in Santiago de Chtte ihren Sitz haben. Im Ordinarium des Kriegsministeriums befindet sich ein Mehrerfordernis von 1510 336 Kronen für Erhöhung des Menagegeldes der Mannschaft, namentlich als Nachtmahlgcbühr. Der Voranschlag des Marineministeriums ergiebt ein Mehrerfordernis von 2J4 Millionen, welches aus dem Plus von etwas über 4 Millionen des Ordinariums und etwa 2 Millionen Minus des Extra- ordinariumS sich ergiebt.
DaS Haus setzt die Etatsberatung beim Titel .Kultusetat sort. — Fürst Radziwill beklagt, daß auf den Schulen in den östlichen Landesteilen das ganze polnische Geistesleben völlig ignoriert werde. Es gelte beinahe als staatsgefährlich, wenn die Jugend sich mit polnischer Geschichte und Litteratur beschäftige, und diese Auffassung habe die bedauerlichen Vorgänge gezeitigt, die kürzlich die ganze Welt erregten.
Kultusminister Dr. Studt erwidert, das Vorhandensein von Volksschulen verdantten die polnischen Landesteile erst der preußischen Verwaltung. Niemand verwehre es den polnischen Gymnasiasten, sich mit der polnischen Sprache zu beschäftigen; daß man aber die größte Vorsicht walten lassen müße, hätten die Geheimbündelei- Prozesse gezeigt. Gegenwärttg bestehe noch der Wre- schener Fonds, der bestimmt sei, auch in politischer Hinsicht zu wirken, um d ie n atio n a lp o l n is ch e Sa ch e vorzubereiten aufden Tag der Rache, der Lostrennung von Preußen. Nicht die Wreschener Vorgänge hätten im Auslände unangenehmen Eindruck gemacht, sondern die nationalpolnische Agitation, der cd gelang, die öffentliche Meinung der ganzen zivilisierten Welt rn unzutreffender Weise zu kaptivieren. Er hoffe aber, daß es im Laufe der Zeit gelangen werde, auch tm Auslande der Wahrheit zum Siege zu verhelfen. Gerichtlich sei konstatiert, daß die Regierungsoraane sich der größten Milde befleißigten; umsomehr müsse man über die Unverfrorenheit staunen, mit welcher dte Inationalpolnische Agitation vorgeht. Diese
über müsse die Schulverwaltung die staattichen Interessen wahren und chre Kulturarbeit in der Volksschule zu erfüllen suchen.
Nach längerer Debatte, bei lvelcher es sich hauptsächlich um die Besetzung der theologischen Lehrstühle und das Recht der freien wissenschaftlichen Forschung für die Professoren der Theologie handelt, wird der Kultusetat betvilligt, ebenso, ohne Debatte, der Etat des ktriegsministeriums.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 9. Mai 1902.
** Pensionierung. Der Großherzog hat den evangelischen Pfarrer Karl Bernbeck zu Qiceck, Dek. Lautere bach, zurzeit in Gießen, auf sein 9tachsuchen unter Anerken nung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt.
** Patente aus Hessen, aufgestellt von den Patentanwälten Gerson unb Sachse in Berlin . Verfahren zur Herstellung einer Fettmilchkonserve. Dr. A. Saue», Zwingenberg a. d. B. 22. 12. 00. Verfahren zum Entfärben von Rohschwefelbariumläugen. Chemische Fabrik Flörsheim Dr. H. Noerdlinger, Flörsheim a. M. 15. 4. 01. Marsch- und Aufhackmaschine mit aufklappbaren, teilweise schraubenförmigen, teilweise gebogenen Maischflügeln. W. Hartmann, Offenbach a. M. 16. 1. 02. Verfahren zur Ausscheidung der Schweselverbindungcn, insbesondere des Schwefelkohlenstoffs und Tiophens aus Theeröldestil- laten. Dr. C. Schwalbe, Darmstadt,Roßdörferstraße 74. 9. 12. 01. Vorrichtung zum Ausspannen des Papiers auf Zeichenbrettern. L. Roth, Friedberg i. Hessen. 30. 9. 01. Eine Kugelschleudermühle mit frei zwischen einer inneren und einer äußeren MehlLahn rollenden Kugeln. H. Hinz, Gießen. 24. 4. 01. Zentralschmiervorrichtung für Fliehe kraftregler. W. Jahns, Ottenbach a. M. 29. 7. 01. Verfahren zum Auflösen ausgeglühten Chromoxyds in Säuren zu den entsprechenden Chromoxydsalzen. Dr. I. Weise, Wiesbaden . 15. 6. 01. Pessarring. L. Knopf, Bürstadt b. Worms. 22. 11. 01. Feilenhest mit Umwickelung zur Verhütung des Platzens. C. Bender I., Dotzheim b. Wies- beiden. 2. 10. 01. Aus Steinen, Tafeln und dergleichen hergestellte Pflasterung . St* Noll, Biedenkopf a. d. Lahn. 16. 1. 01. Im Zwettakt arbeitende Berbrennungskrast- maschine. H. Söhnlein, Wiesbaden, Frankfurterskraße 40. 27. 10. 00. Feststeller für Dachfenster mit einem durch Anschlag in bestimmter Stellung gehaltenen Kniehebel. A. L e i k e r t, Oberlahnstein. 8. 5. 01. Verfahren zur Hcnstetz- lung fugenloser Asphaltbekleidungen in Kanalisationsrohren. Chemische Fabriken und Asphaltwerke Akt.-Ges., Worms a. Rh. 2. 5. 01.
** Imker kursus. Mr verfehlen nicht, Interessen* ten rechtzeitig darauf aufmerksam zu machen, daß, wie in früheren Jahren, auch in diesem Jahre wieder in Ortenberg ein Kursus für Bienenzüchter abgehalten wird, und zwar vom 29. Juni bis 5. Juli. Reise, Kost und Logis sowie der Kursus selbst sind für Mitglieder des Oberhessischen Dienenzüchtervereins frei. Die Beteiligung an diesem Kursus, der unter Leitung von Dekan El lende r g e r - Ortenberg und Lehrer Hensel- Hirzenhain steht, kann jedem Imker warm empfohlen werben.
** Die Genralversammlung des Holzar- beiterverbandes in Mainz beschäftigte sich seit zwei Tagen mit dem Geschäftsbericht des Vorstandes. Dabei wurde auch das im vorigen Jahre von der Versandtleitung wegen der Maifeier versandte Zirkular kritisiert, da man der Ansicht war, daß dadurch die Arbeitslosen gelitten haben .Von beteiligter Seite wurde darauf hingewiesen, daß der Münchener Streik durch die Taktik oes Arbeitgeberverbandes gegeben war, ebenso der in Leipzig. Die Lohnbewegungen seien seit einer Reche von Jahren nur Äbwehrstreiks gewesen. Vom Vorstande wurde darauf hingewiesen, daß der Zusammenschluß des Münchener Unternehmertums zum großen Teil durch die Taktik der dortigen Arbeiter veranlaßt worden sei. Die Einberufung eines Gautages nach Offenbach 'wegen des Kelsterbacher Streiks wurde vom Ausschuß entschieden getadelt. Dte Verbandsgelder dürften für'solche Extravaganzen nicht geopfert werden. Ueber die Maßregelung von TOitalieber«, bic Agitationen, Entwickelung des Verbau- bes und die Gauvorstänbe wurde zusammen verhandelt. Allgemein wurde für die Provinzen eine einheitliche Norm für die Einkassierung der Beiträge ae- wünscht. Auch die mündlichen Agitattonen müßten systematischer betrieben werden . Bahnbrechend seien nach dieser Richttlng die Gauverwaltungen Mannheim und München. Die Praxis der Behörden, daß Arbeiterftttuen zu den Ber- ammlungen der Gewerkschaften nicht zugelassen würden, ei zu bcrümpfen, da die Arbeiter genau so zu behandeln eien als andere Leute, deren Frauen anstandslos zu den Versammlungen zugelassen würden. Ueber die R e d a k t i o n der „Holzarbeiterzeitung" wurden Klagen geführt wegen ihrer Stellung zum Generalstreik der Glasarbeiter. Dresden beantragte, eine Mißbilligung der Redaktion zu erteilen.- Dte Zeitung hat eine Auflage von 71 800 Exemplaren. Ein Antrag von Berlin verlangt die Verlegung der Zeitung von Hamburg nach Berlin . Es wurde eine Kommission zur Statutenberatung und Abfassung von Reglements und eine solche zur Abfassung des Reglemertts für die Arbeitslosenunterstützung gewählt.
♦» Die Landeskonferenz des Vereins bet „Freundinnen junger Mädch eu" wird am Donnerstag den 15. Mai vormittags 11 unb nachmittags 4 Uhr zu Mainz im „Kasino zum Gutenberg" unter bem Vorsitz der Gräfin zu Erbach-Schönberg abgehalten werden. Die Setcüigung der „Freundinnen" wird, wie in früheren Jahren, wieder eine rege fein. Die Konferenz wird eröffnet durch eine von tzoskaplcm P a l m e r - Schonberg


