kommen ist, ist lediglich Sache des preußischen Kriegs- Ministeriums, das aber hier aller Wahrscheinlichkeit nach nur einem von höherer Stelle geäußerter: Wunsche nach- gekommcn ist. Wie nun auch die Sache liegen mag: so viel dürfte sicher sein, daß der „Fall Feilitzsch" amch den deutschen Reichstag beschäftigen, und daß die Stellung des preußischen Kriegsministers in dieser Sache keine ganz leichte sein wird." — r
Der Bedarf an Zigarrenkisten
giebt einen ungefähren Anhalt für die Beurteilung der Marktlage in Zigarren. Nun giebt es zwar über die Herstellung der Kistchen ebensowenig eine fortlaufende Statistik, wie über die Zigarren selbst. Da aber das Zedernholz für Zigarrenholz durchweg über die Zollgrenze eingeführt werden muß, so hat man daran einen sicherern Maßstab, als an der Tabakeinfuhr, die sich nur auf die edleren Arten bezieht. Die; Einfuhr an Zedernholz für Zigarrenkisten ist im Jahre 1901 gewaltig zurückgegangen. Sie betrug nur 380 SOO1/^ cbm gegen 681384 cbm im Vorjahre. Bei sehr ruhigem Absatz war trotz vielfacher Bemühungen der Preisstand vor großem Ruckgange nicht zu schützen und der Markt verstaute mit zunehmenden Lagerbestand, Im Herbst traten sogar binnen wenigen Wochen ansehnliche Preisrückgänge ein, die große Verluste brachten. Der Bedarf an Zigarrenkisten muß ganz erheblich gesunken sein, wenn der Umsatz in Zigarrenkistenholz auf fast ein Drittel des Vorjahres gesunken ist. Dies ist das deutlichste Anzeichen für einen starken Ausfall in der Fabrikation von Zigarren an den deutschen Herstellungsstätten.
Die Lage vor Kueit stt durch das Erscheinen russischer Kriegsschiffe im Persischen Golfe sowie durch den angeblich demnächst zu erwartenden Angriff, den der Sultan von Naschd gegen den Scheich Ma- baruk unternehmen will, in ein neues Stadium getreten. Sollte Letzterer thatsächlich angegriffen werden, so ist em Eingreifen seitens der Engländer wohl vorauszusehen, und ein Wachsen des englischen Einflusses wird zum mindesten dort die Folge sein. Welche Kompensationen dann Rußland beansprucht, wird sich zeigen. Der Sultan von Muskat ist bereits durch den Besuch eines russischen Schiffskommandanten ausgezeichnet worden, und zwei Benderabbas gegenüberliegende Orte wurden von den russischen Sachverständigen hinsichtlich ihrer Gesundheitsverhältnisse untersucht.
Deutschlands Interesse an Kue'it beruht lediglich auf dem Projekte, daß dieser Ort als Endpunkt der Bagdadbahn in Aussicht genommen ist. Warm diese wirklich gebaut wird, ist bis jetzt noch nicht mit Bestimmtheit festzustellen. Auf alle Fälle wird man wohl zu dem Zeitpunkte des Bahnbaues damit rechnen nnlffen, daß Kue'it unter dem Einflüsse eurer fremden Macht — voraussichtlich Englands, das dort seit Jahren seine Hand im Spiele hat — steht. Unter diesen Umständen würde alsdann in Frage kommen, ob nicht eventl. ein anderer Endpunkt der Bagdadbahn zu wählen sei. Falls eine Verlegung des Bahnmündungspunktes aus kommerziellen oder anderen Rücksichten swh nicht empfiehlt, so würden jedenfalls die Handelsprinzipien Großbritanniens einem Aufschwünge der dortigen Verkehrsverhättniffe am wenigsten im Wege stehen.
Mk.
ii
64 869
ver-
ii
292 588
19 010
23 165
6 830
11 310
n
n
46 350
10 608
18 400
8 600
16 000
36 100
35 050
33 450
53 130
18 800
6 500
9 600
417 772 Mk.
164 175 „
Professoren, Lehrer usw.
Beamte
Dienstpersonal . . . Anteil der Professoren an den eingehenden Studiengeldern . . . .
Centrale für Kraft, Licht und Wärme . . . .
Dispositionsfonds usw. . Sachliche Ausgaben . . .
Die Ausgaben wegen der Professoren, Lehrer usw. teilen sich auf die einzelnen Disziplinen wie folgt:
Mk.
ii
Mathematische Wissenschaften . . . . Naturivissenschaften ...... Reine Chemie Chemische Technologie und Elektrochemie Physik Elektrotechnik . . . Baukunst und Bauwissenschaften . . . Jngenieurwissenschasten ..... Maschinenwissenschaften ..... Allgemein bildende Fächer . . . . . Darstellende Künste ...... Bibliothek usw. ........
Es ist vorgesehen, die jetzige außerordentliche Professur für Baukunst usw. in eine ordentliche (Städtebau und Elemente des inneren Ausbaues) zu verwandeln, dafür soll die zur Zeit erledigte ordentliche Professur für Zeichnen und Malen in eine außerordentliche umgcwandelt werden.
Im Vermögensbudget ist angekündigt, daß demnächst den Ständen eine besondere Vorlage wegen der südlich der Hochschulstraße projektierten Neubauten zugehen soll.
Aus dem Staatsbudget 1902/03.
ui.
Die Einnahmen der Technischen Hochschulen sind eingestellt mit 345 657 Mk., die Ausgaben mit 581 947 Mk., die Anstalt verlangt also einen Zuschuß von 236 290 Mk. oder 19 623 Mk. weniger als für 1901/02 vorgesehen.
Aus den Einnahmen sind hervorzuheben: Eintrittsgelder 6500 Mk. (2000 Mk. mehr), Einschreibgebühr von ausländischen Hospitanten 300 Mk. (neu), Unterrichtsgelder 327 000 Mk. (28 000 Mk. mehr).
Die Ausgaben gliedern sich in
Persönliche Ausgaben, und zwar:
Ans Stadt und Aand.
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten tst nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet.)
Gießen, 9. Januar 1902.
** Parlamentarisches. Ein vor Jahresfrist den Landständen zugegangener Gesetzentwurf, betreffend das Eigentumsrecht an Kirchen u. s. w., der die gerade in Hessen besonders komplizierte Frage endgiltig zu regeln berufen ist, ruht, wie wir in einer Korrespondenz der „K. V.-Ztg." lesen, mach immer unerledigt un GesstzgebungSauSschuffe der Zwecken
Kammer, da eine Einigung bis fetzt noch nicht zu stände gekommen ist. Die Aussichten auf ein Zustandekommen des Gesetzes sollen sehr gering sein, was bei der Geistlichkeit beider Konfessionen und bei den Zivilgemeinden mit Unmut empfunden wird. — In der denmächst beginnenden Tagung der Zwecken Kammer wird auch die Reform des Hess. Wahlrechts zur Verhandlung kommen. Das Zentrum verlangt neben dem allgemeinen direkten Wahlrecht auch die Einführung der Proportionalwahl, der Wahlpflicht, sowie insbesondere die Abänderung der Wahlkreisgeometrie, die in den 70er Jahren dem damals noch unumschränkt herrschenden Nationalliberalismus auf den Leib zugeschnitten wurde. In der Regierungsvorlage ist bekanntlich die Einführung des direkten Wahlrechts, sowie der Schutz des Wahlgeheimnisses durch Ausgabe amtlicher Wahlcouverts und Errichtung eines gesonderten Wahlraumes vorgesehen, während die Neueinteilung der Wahlkreise dem diskretionären Ermessen der Negierung auf dem Wege der Verordnung überlassen bleiben soll.
** Justizdienst Nachrichten- Durch Verfügung des Ministeriums der Justiz wurden beauftragt: Die Gerichtsassessoren Conradi aus Ma.nz mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters in Zwingenberg, Dr. Werner in Zwingenberg mit Wahrnehmung solcher bei dem Amtsgericht Reinheim, Lanz in Auerbach mit Wahrnehmung solcher bei dem Amtsgericht Zwmgenberg, Scotti in Gießen mit Wahrnehmung solcher bei dem Amtsgericht Vilbel, Dr. Gärtner in Lorsch mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsanwalts in Zwingenberg.
** Gerichtliches. Der Landgerichtsrat Dr. Schäfer hier wurde zum Vorsitzenden und Landgerichtsrat Wehner hier zum stellvertretenden Vorsitzenden der Kammer für Handelssachen in Gießen für die übliche Dauer der Geschäftsperiode 1901—1903 bestellt.
** Benefiz Ramseyer. Herr Ramseyer, das beliebte Mitglied unseres Stadttheaters, hat sich für feine morgen statt- sindende Benesizvorstellung den Wurzelsepp in dem unverwüstlichen, außerordentlich beliebten Volksschauspiel „Der Pfarrer von Kirchfeld", bem berühmten Erstlingswerke Anzengrubers, erwählt, das seck Jahren leider zu den obdachlosen Meisterwerken der dramatischen Litteratur gehört. Man darf eine tüchtige künstlerische Schöpfung des Benefizianten erwarten, der ja gerade in der Verkörperung urwüchsig ver- hwrrter Kerngestalten fein Bestes leistet. Jedenfalls macht eine von einfacher Größe und Leidenschaft getragene Darstellung des Wurzelsepp die Zuschauer bis in die Seele erbeben. Den Pfarrer wird, wie man uns mitteilt, Herr Ger- l a ch, die Anna Frl. Hohenfels spielen. Wir wollen hoffen, daß sich am Freitagabend das Haus stattlich füllen wird. Herr Ramseyer hätte es redlich verdient.
** Die Gefährlichkeit des Schmutzes an den Stiefelsohlen. Wer mit schmutzigen Stieselsohlen em Zimmer betritt, denkt nicht daran, wie viel ansteckende Keime er mit hineinschleppt. Gar manche Krankheit mag ihren Ursprung hiervon haben, namentlich auch bei kleinen Kindern, die auf der Erde umherkriechen und den Schmutz ahnungslos mck ihren Händchen in den Mund bringen. Deshalb sollte jedermann seine Stiefelsohlen vor dem Eintritt ins Zimmer gehörig abkratzeu.
k» Abendstern, 8. Jan. In erfreultdjer Weise hat die Eisenbahnverwaltung die im vorigen Sommer mehr ein gelegten Personenzüge nach Wetzlar und Lollar auch für das Winterhalbjahr bestehen lassen. Diese Einrichtung w-ird von den Bewohnern der ganzen Umgegend mit Freuden begrüßt, da es ja gerade jetzt bei der nassen Witterung schwierig ist, zu einer anderen Haltestelle zu gelangen- Auch haben durch die Kleinbahn die Bewohner des Bieberthals hier am Wendstern direkten Anschluß mit der Hauptstrecke.
X Burkhards, 8. Jan. In dem benachbarten K. siel gestern eine bejahrte Frau so unglücklich die Haustreppe herab, daß sie nach Aussage des Arztes einen Schädelbruch und Gehirnerschütterung davontrug.
el. Schotten, 7. Jan. Eine kleine Aktiengesellschaft, die ich hier im Stillen gründete, kaufte die Kromm'sche Molkerei hier mit sämtlichem dazu gehörigen Mobiliar. Nähere Betriebseinrichtungen sind noch nicht getroffen.
1. Fauerbach (bei Nidda), 8. Jan. Ein 14jähriger Junge chnitt sich hier an der Häckselmaschine drei Finger der linken Hand glatt ab.
1. Geiß-Nidda, 8. Jan. Zwei Mädchen von hier wurden gestern abend gegen 6 Uhr in der Nähe unseres Dorfes von einem Unbekannten angefallen. Die Mädchen, die von Nidda kamen, ergriffen die Flucht. Der Unhold verfolgte sie bis vor das Dorf, mit Koth und Steinen nach ihnen werfend. Sofort angestellte Nachforschungen nach dem Thäter verliefen resultatlos. Ein inzwischen verhafteter junger Mensch mußte wieder auf freien Fuß gesetzt werden.
z. Hörnsheim b. Großenlinden, 8. Jan. Der in diesen Tagen durch Kreis-Obstbaulehrer Kilb aus Wetzlar beendigte Wander-Obstbaukursus hat sich als eine egensreiche Einrichtung bewährt. Die Zahl der Teilnehmer und das Interesse an den Ausführungen und praktischen Unterweisungen des Obstbaulehrers mehrte sich von Tag zu Tag. — Unser Lehrer, Müller, der auf eine 25- jährige Amtsthätigkett am hiesigen Orte zurückblicken kann, wird erst mit Ostern seine Stelle an der m-ehrklassigen Schule $u Wißmar antreten. Wißmar gehört zu denjenigen Orten Der Bürgermeisterei Krofdorf, die mit zuerst das Grundgehalt ihrer Lehrer auf 1200 Mk- festgesetzt haben.
(?) Ilsdorf b. Mücke, 8. Jan. Am Sonntag wurde hier eine Hochzett gefeiert, die leicht einen traurigen Ausgang hätte nehmen können- Der Vater des Bräutigams begab sich abends nach seiner im jenseitigen Solms-Ilsdorf beleg en en Wohnung. Auf dem Wege dorthin kam er unterhalb der Jlsbrücke von der Straße ab und siel in den hochangeschwollenen Ilsbach. Auf seine Hilferufe erschienen Bewohner beider Ilsdorf und zogen den an einen Busch ich Anklammernden aus dem Wasser. Der Verunglückte tarn mit dem Schrecken davon-
)!( Ulrichstein, 8- Jan. Heber den dieser Tage flüchtig gewordenen Hochstapler, der sich als Doktor med. Haag ausgab, werden noch allerlei Stückchen bekannt, die seinen Charakter illustrieren- Wenn der Durchgebrannte auch kein wirklicher Arzt war, so hat er doch das Rezept- chreiben verstanden- Dem hiesigen Apotheker schuldet er über 1000 Mk., auch sonst hat der Schwindler sich namhafte Geldbeträge zu verschaffen gewußt- Das Merkwürdige bei der Sache ist, daß Haag oder Haug nach seinem ersten Ver- chwinden wieder auf einen Tag hier auftauchte, ebenso rasch aber wieder verduftete- Fast könnte es scheinen, als habe « Lunte gerochen; denn schon einen Tag nach seinem Ber
schwinden erschien ein Kriminalbeamter, um ihn zu besuchen- In Ruppertenrod lieh er sich auf der Post fünf Mark un% das Fahrgeld mit der Begründung, er habe vergessen, seinen Geldbeutel einzustecken. Diesen Betrag hat der Ausreißer aber wieder emgeschickt; also doch noch Ehrlichkeit im Kleinen!
Darmstadt, 8. Jan. Der Großherzog begab sich (einer Einladung des Frhrn. Heyl zu Herrnsheim folgend) gestern zur Jagd nach Schmittshausen und kehrte um 5 Uhr nachmittags hierher zurück. — Der Großfürst und die Großfürstin Sergius reiften gestern vormittag zu einem Besuche der Großfürstin Konstantin nach Wiesbaden. Die Herrschaften besuchten den Weihnachtsgottesdienst in der russischen Kapelle und nahmen später das Frühstück bet der Großfürstin Konstantin; die Rückkehr hierher erfolgte nach 5 Uhr.
Mainz, 8. Jan. Die Eröffnung der Kochkunstausstellung sand heute vormittag in Gegenwart der Vertreter der städtischen, staatlichen und milttärischen Ver- waltungsbehörden in den Räumen des Liedertafelgebäudes statt- Der große Saal dieses Gebäudes ist fast ausschließlich der Kochkunst selbst gewidmet- Das Arrangement in diesem Saale ist ganz vorzüglich. Die Nebenräume des Ausstellungsgebäudes stehen den der Kochkunst verwandte Gewerbe vollständig zur Verfügung- Außer den hiesigen Firmen haben sich etwa 200 auswärtige Firmen an der Ausstellung beteiligt-
Frankfurt a. M., 7. Jan. Bei den sozialdemokratischen Protestversammlungen gegen die Zolltarifvorlage am 10. Sept. v. Js. wurden Tellersammlungen zur Deckimg der Tageskosten vorgenommen. Die Polizei sah darin eine verbotene Sammlung, nahm die Gelder in Beschlag und zitierte die betreffenden Genossen zu einer polizeilichen Vernehmung. Nun hat die Polizei einem der Betreffenden den Bescheid zugehen lasten, daß der beschlagnahmte Geldbettag zur Verfügung stehe und die Sache niedergeschlagen sei.
Vermischtes.
* Ein überaus mysteriöses Vorkommnis spielte sich am Montag in einem bekannten Künstler-Restaurant Hamburgs ab. Als der erste Heldentenor Birrenkoven mit einem Kölner Freunde das Restaurant besuchte, wurden ihm ein Referendar H. sowie zwei Brüder T. vorgestellt, die beide Bekannte des Referendars waren. Plötzlich geriet der Referendar in einen schlafartigen Zustand, in dem er von dem Brüderpaar in ein Zimmer gebracht wurde. Beide Brüder sind in Hamburg ansässig, der eine ist Arzt, der andere Ingenieur. Als die drei nicht zurückkamen, wollte sich Birrenkoven ins Nebenzimmer begeben, das jedoch verschlossen ivar. Der Künstler sah nun durchs Fenster und bemerkte, wie die Brüder den Kopf des anscheinend durch ein Mittel in schlafartigen Zustand versetzten Referendar gewaltsam auf den Boden schlugen. Die Thür wurde schließlich geöffnet und der Arzt erklärte, daß er feinen Freund durch Aufschlagen des Kopfes zur Besinnung bringen wollte, und daß dem Trunkenen im Restaurant Uhr und Brieftasche gestohlen worden sei. Die sofort recherchierte Kriminalpolizei unterzog alle Anwesenden einer Untersuchung und entdeckte die Uhr und Brieftasche bei dem Ingenieur, dem Bruder des Arztes. Beide Brüder wurden sofort in Hast genommen. Der Referendar soll, was die Brüder gewußt haben sollen, einen Tausendmarkschein eingewechselt und das Geld in seine Brieftasche gesteckt haben. Das Vorkommnis erscheint durch die soziale Stellung der Brüder T. um so mysteriöser.
" Ein Knabenduell in Reuß j. L. Im Untern» haus bei Gera stiegen zwei Knaben im Alter von 10 bezw. 12 Jahren auf Mensur, und zwar war der eine Knabe mit einem Säbel, der andere mit einer Pistole bewaffnet. Der erstere wurde durch einen Schuß in den Arm kampfunfähig gemacht. Ein Arzt mußte die Kugel entfernen.
* Von Stufe zu Stufe. Am Alsterufer in Ham» bürg wurde vor einigen Tage die unbekannte Leiche eines erhängten Mannes aufgefunden. Der Tote ist jetzt als der Dr. phil. Schulz rekognosziert worden. Dr. Schulz aus Greifswald war früher Lehrer bis er sich dem Trunk ergab und entlassen wurde. Lange Zett gab er dann Privatstunden, bis er auch diese infolge seines Lasters verlor und sich nun durch gelegentliche Arbeiten ernährte. Bald fiel er aber seinen Verwandten zur Last, von denen er sich stets unter dem Versprechen, sich zu bessern, Geldbettäge geben ließ. Dr. Schulz sank immer tiefer und tiefer. Vor einiger Zeit kam er nach Hamburg und bald war er ein ständiger Gast in den verrufensten Lokalen und Kaschemmen der Niedernstraße. Einige Tage vor Sylvester wurde er verhaftet, weil er sich des Sittenverbrechens schuldig gemacht haben sollte. Die Untersuchung ergab, daß nur tatsächliche Beleidigung vorlag. Da kein Strafantrag gestellt wurde, wurde Dr. Schulz am Sylvestertag entlassen. Er ging dann an das Alsterufer und machte dort seinem verfehlten Leben durch Erhängen ein Ende.
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