Ausgabe 
8.12.1902 Zweites Blatt
 
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Hoesen

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1. 5 Tage Gefängnis und Zuer- an den Beleidigten. Beim

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. 108.10

. 49.60

. 31.10

Vermischtes.

* Thorn. 6. Dez. Seit vier Tagen herrscht hier nr strenge Kälte. In der letzten Nacht ist das Baro- r -ter im Freien ans 22 Grad C. gesunken. Alle Eisenbahn- uZqe erleiden erhebliche Verspätungen. Da im südlichen I eite von Weltpreußen die Schneedecke nur schwach ist. wird dLl'ürchtet, daß die Wintersaat unter dem starken Frost zu < den hat. Auf der Weichsel ist jetzt im ganzen preußischen

s % Oh»rhe88on . . . 4% Ooeferr. Goldrerte 4V\% Ooeferr. Rilborrente 4% Unrat. Holdronte . .

40/ TtaVen Rente . . .

4Vt % Partnerles-n . . .

0/ PorfnflHesen, . . .

1 % C. Türken . . .

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4% Griech. Monopo1 - Anl. 41'. % fitiweero Ar»onfmer

. 24 40 . 90 50 . 7R30 . 95 00 . 210 50 . ]RR 90 . 136.00 . 142.00 . 156 20 . 146 20 . 17 05 179.60 . 203 00 . 168 80 . 16&00

Forderungen an den Nach­laß der verstorbenen Frau Johanna Petri dahier bitte ich zwecks Berücksichtigung bei der demnächstigen Regelung des Nachlasses binnen 8 Tagen bei mir anzumelden. 8564

Grünewald, Rechtsanwalt. Dittoria-Drogerie, Marttür. 5.

Fleckwasser § rum Entfernen von Fett-, Harr-, Cc(- und Schweißflecken, sowie rum Reiniaen empfindlicher Stoffe, kein« Ringe hinterlassend, in Flaschen A 40 und 75 Pf., bei Adolf Bieler.

luitungen zerstört.

* Konstantinopel, 6. Dez. Die Seeräuberei im Roten Meere dauert fort. Kürzlich ist em Segelschiff unter englischer Flagge angegriffen und ein Mann der Be- s.!tzung getötet worden. Der Botschafter reklamierte 20 000 Francs Entschädigung. In den Kreisen der Pforte argwöhnt trän, die Sache sei lediglich arrangiert worden, um einen weiteren Vorwand für eine englische Aktion m Venezuela zu haben.

(Rrnrhttilrtfll.

M. Gießen. 5. Dez. 1902. Strafkamme r. Den Vorsitz führte Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, die Anklaaevehorde oer* frtat Staatsanwalt Hoos. - Der Konditor August Fran, von Wetzlar ist wegen Körperverletzung, gemeinschastlmi mit einem nn- ter en begangen, vorn Schöffengericht Gießen zu einer (SclöitrnTe mn 25 Mk. verurteilt worden. In der Nacht vom 24. out den 25. Snaitft d. I. lief ein Betrunkener am Bahnhof Dießen angeblich mit einem Messer in der Hand herum. Ter Angeklagte behauptet, ter Betreffende sei auch auf ihn zugelaufen, er habe sich deshalb sm: bedroht gehalten und mit seinem Stock auf ihn emgeschlagen.

saill gemeldet.

'"Mailand, 6. Dez. Gestern Abend 6 Uhr fand n« Earrara ein heftiges Erdbeben mit unterirdischem Ge-

Geschäft: bei Hornviey gut, Ueberstand keiner, bei Kleinvieh gut.

Alles verkauft. . _ , . , m. ,

fo. Frankfurt a. M., 8. Dez. (Orig.-Telegr. desDießen. Am.'O Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 15.75,-00.00 Kurhefsifcher Äk. 15.5015.76, La Plata Mk. 17.0017.60, Kansas Mk. 14.6000.00, Roggen Ihiesiger) Mark 14.5000.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.5016^0, Franken­felder Mk. 00,00 00,00, Haler Mk. 14.7515.00, MaisMk. 14.0014.25, Weizenmehl 0 Mk. 25.5025.75, 2. Qualität Mk. 23.60

bis Mk. 23.75, 3. Qualität Mk. 21.60-21.75, Rogqenmehl 0 Mk. 23.0023.75, 1. Qualität Mk. 21.7522.76, Weizenkleie Mk. 8.50 bis Mk. 8.75, Roggenkleie Mk. 9.5010.00, Mcusleime Mk. 10.00 bis Mk. 10.25, Franken, Pfälzer, Ried 9)It 00.00-00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. __________________

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger.

Derltn, 6. Tez. Rach demDeru Tagebk." wird der Kaiser diesmal nicht an den Letzlinger Hofjaaden teck- iiehmen. Dagegen wird auf das Erscheinen oeS Krow

Die Deweisaufnahnw ergiebt, daß der Angeklagte den Betrunkenen, auch nachdem derselbe längst wehrlos am Boden lag, noch mit Stockhieben mißhandelt hat. Tas Gericht läßt es dahingestellt, ob sich der Angeklagte anfänglich in Notwehr befunden habe, war aber der Ansicht, daß die Mißhandlung des am Boden Liegenden rechtswidrig erfolgt sei und bestätigte daher das erstinstanzliche Er­kenntnis. Ter veizer Friedrich Rühl von Schierstein wird unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wegen Perbrechens im Sinne des §176 Kiffer 3. St.-G.-B., bei Annahme mildernder Umstände zu einer einjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Die Louise Laaber von Grüningen ist vom Schöffengericht Lich wegen Haus­friedensbruchs zu einer Geldstrafe von 10 Mk. verurteilt, von der Anschuldigung der Körperverletzung und Beleidigimg jedoch freige- sprachen worden. Die Angeklagte begab sich eines Tages in das Schulzimmer zu Grüningen und stellte dort den Lehrer wegen der Behandlung eines ihrer schulpflichtigen Kinder zur Rede. Dieser ließ sich mit der Angeklagten in kein Gespräch ein, forderte sie vielmehr sofort auf, das Schulzimmer zu verlaßen. Ta die Angeklagte nicht freiwillig ging, mußte fte der Lehrer ge­waltsam entfernen. Hierbei trat sie nach dem Lehrer und drohte ihm die Augen auszukratzen. Fn diesem letzteren Verhalten erblickte die Strafkammer eine thätliche und wörtliche Beleidigung des Lehrers und verurteilte aiis diesem Gesichtspunkt die Angeklagte zu einer Geldstrafe von 10Mk. Auch das Delikt des Hausfriedens­bruchs erklärte das Berufungsgericht für begangen, mangels Vor- liegens eines Strafantrags seitens des Lehrers jedoch für nicht strafbar. Der Arbeiter Otto Böhm von Grünberg ist des Ver­gehens i. S. der §§ 180, 181 Str.-Ges.-Bs. angeklagt, die Marie Herzberqer der Uebertretuug aus § 361 Nr. 6 Str.-Gef.-Bs. Böhm erhalt 4 Monate Gefängnis, die Angeklagte Herzberger wird zu SWochen Haft und Ueberweisunq an die Landespolizeibehörde verurteilt. Die Beriifung des Ludwig Fmmel gegen ein Urteil des Schöffengerichts Gießen, das gegen ihn wegen Bettelns neben einer Haftstrase auch auf Ueberweisung an die Landespolizeibehörde erkannt hatte, wird als unbegründet verworfen.

fr. Gieße«, 5. Dez. Schöffengericht. Es wird zunächst gegen die Kellnerin Theodora A. aus Frankfurt wegen Betrugs verhandelt. Dieselbe hatte eine Heiratsannonce in eine Zeitung entnehmen lassen, auf Grund welcher ein früherer Eisenbahnsekretär aus Darmstadt mit der Angeklagten ein Verhältnis anknüpfte, das zum öffentlichen Verlöbnis führte. Der Herr glaubte besonders glücklich gewählt zu haben, denn seine Braut spielte sich als reiches und vornehmes Mädchen auf; sie habe 16 000 Mk. geerbt, die Nach- laßregulierung sei im Gange, ihre Großmutter besitze in Gießen ein hübsches Haus mit Garten und habe ihr, da sie Waise sei, 3000 Mk. zur Hochzeitsreise und eine angemessene Ausstattung ver­sprochen ; sie selbst sei Gesellschafterin in Gießen, ihr Bruder Arzt. Ter liebenswürdige Bräuttgam sand sich wiederholt bereit, seiner Braut, der zufällig die Zinsen ihres Vermögens nicht rechtzeitig ' zugegangen feien, Geldbeträge in schließlicher Höhe von 300 Mk. so- ' rote Geschenke aller Art einzuhändigen. Sehr bald aber stellte sich 1 heraus, daß die verlockenden Angaben der Angeklagten völlig er­dichtet roaren, daß sie eine mittellose Kellnerin fei und daß ihre , Großmutter von der Stadt unterstützt werde. Der betrogene , Bräutigam zögerte, den zur Verfolgung des Betrugs unter Ver­lobten erforderlichen Strafantrag zu stellen, da er neben dem Schaden nicht auch den Spott tragen wollte. Als er aber auf feine Weise zu seinem Gelde kam, übergab er die Sache doch dem Ge­richt. Es war jedoch zu spat, denn die von Kenntnis der strafbaren Handlung an lausende Antragsfrist von drei Monaten war bereits abgelaufen. So mußte denn heute durch Urteil das Verfahren ein­gestellt werden. Der Kellner Wilhelm Kr. zu Gießen war an­geklagt, den Straßenwart Heinrich Hahn öffentlich beleidigt zu haben, indem er denselben, der ihn bei einem Feldfrevel ertappte, einenfrechen Kerl* nannte. Da? Großh. Kreisamt hatte als vor- gesetzte Behörde des Beamten Strafantrag gestellt. Tas Urteil lautete auf 16 Mk. Geldstrafe cd. c***k

kennung der Publikationsbefuqnis an den Beleidigten, Tanze gelegentlich eines Kirchweihfestes zu Burkhardsfelden gerieten die Cteinbruchbesitzer H. und G. daselbst mit den Eheleuten Christian M. aus Reiskirchen in einen Streit, der von feiten der ersteren in Thätlichkeiten ausartete. G. versetzte demM. einen Schlag mit einem Bierglas unter das linke Auge, während H. ihm mit einem barten Gegenstände auf den Kopf schlug. Beide warfen dann die Eheleute M. unter einen Tisch, gaben ihnen Faustschläge und Tritte, sodaß der Mann erhebliche Verletzungen erlitt, die Frau mehrfach in Ohnmacht fiel. Wegen ihrer überaus rohen 2bat erhielten die Angeklagten eine Gefängnisstrafe von je zwei Monaten.

F. Gießen, 5. Dez. Gewerbegericht. Der Kneckit Andreas P. hier verlangt von dem Fuhrunternehmer H. wegen kündigungs­loser und unberechtigter Entlaffung 36 Mk. Schadenersatz Ter Beklagte wendete ein, daß Kündigung in seinem Geschäftsbetrieb ausgeschlossen sei, auch habe ihm der Kläger ein Pferd derart miß­handelt, daß das Publikum einen Schutzmann herbei geholt habe. Kläger entgegnet, daß ihm nicht gesagt worden sei, daß Kündigungs­frist nicht, bestehe; auch habe er das Pferd nicht mißhandelt. H. erbot sich, den Kläger noch 14 Tage beschäftigen zu wollen, jedoch nicht als Pferdeknecht, sondern als Arbeiter in seiner Sandkaute. Der Kläger geht darauf nicht ein. Das Gericht erließ Urteil da­hin, daß der Beklagte den vereinbarten Lohn bis zum 16. d. M. an den Klager zu zahlen habe, wenn dieser alsbald die ihm an- gebotene Arbeit annebme und verrichte. Der Knecht Wilhelm E. hier hat den Kaufmann H. hier auf Entschädigung verklagt, weil ihn dieser ohne Kündigung entlaßen habe. Da die Kündigungs­frist 1 Monat betrage, berechnet er den Schaden auf 73 Mk. (44 Mk. Lohn und 29 Mk. für entgangene Kost). Der Beklagte wendet ein, daß Klager 44 Mk. Monatslohn neben freier Kost zu beanspruchen habe und er gebe zu, den Kläger ohne Einhaltung der Kündigungs­frist entlaßen zu haben, nachdem derselbe schon seit ca. 3 Wochen seine Kost verschmäht d. h. zum Esten nicht erschienen sei und mm die Kost in Geld habe umgewandelt sehen wollen. Er sei bereit, dem Kläger, sofern er bis zum 31. Dezember Arbeit nicht ange­nommen und zum Äsen bei ihm erscheine, den Lohn mit 44 Mk. auszuzahlen und das übliche Weihnachtsgeschenk zu geben. Klager ist damit nicht einverstanden. Es wurde weiterer Termin anbe­raumt und dem Kläger aufgeqeben, die Höhe seines Schadens nach­zuweisen. Als letzte Sache kommt die Klage des Gerbergesellen R. von Bobenhansen gegen Gerbereibesitzer L. hier, über welche wir bereits berichteten, zur Verhandlung. Drei Zeugen wurden zur Sache vernommen. Entscheidung konnte jedoch nicht erlassen werden, weil noch ein weiterer Zeuge, welcher erkrankt ist, ver-

Siromgebiet Eisstand eingetreten. Die Eisbrecharbeiten an b«r Mündung sind einstweilen eingestellt worden.

* Großfeuer in Marienburg. Die alte deutsche -htfhnrftabt im Osten des Reiches, Marienburg, ist am ^2mstag früh wiederum von einer schweren Feuersbrunst l;omgesucht worden. Es liegt darüber folgender Bericht r>«m dort vor: Heute morgen um 3 Uhr ist hier rn der L-lraße, Hohe Lauben, in dem Teil, der von der F^uers- bmmst im Jahre 1899 verschont geblieben ist, ent Brand ansgebrochen, der rasch große Dimensionen annahm. Das ^-mer entstand in der Zuckerwarenfabrik von Dewitz, sprang umächst auf die benachbarten Geschäftshäuser von Oskar Trendt, Fereth und Ziegler über, verbreitete sich dann weiter, irib schon um 9 Uhr hatten die Flammen sechs Häuser zer- fojrt und drei weitere ergriffen. Die Feuerwehr, dte von dskr Garnison, welche die Brandstätte absperrt, unterstützt wvird, erhielt auf telegraphisches Ersuchen Hilfe von der l'anziger Feuerwehr; mit der Eisenbahn trafen eine Dampf­sflritze'und zwei Druckspritzen ein. Anfangs waren die Lösch­mannschaften machtlos, da infolge der strengen Kalte das Wasser in den Schläuchen zu Eis wurde. Am Spätnach- miittag wurde weiter gemeldet: Elf Häuser sind niederge- b"annt, sechs mit der Front nach den Hohen Lauben, fünf mit der Front nach der Speichergasse. Das Feuer dauert fort, doch ist Gefahr nicht mehr vorhanden. Oberpräsident Delbrück straf gegen ein Uhr hier ein und besichtigte tu Wegleitung des Landrats und des Bürgermeisters von Ma- ri enburg die Brandstätte. ,

' Paris, 7. Dez. Die Kälte halt noch immer an. Gestern sind nicht weniger als acht Personen erfroren aiifgefunden worden. Aus der Provinz wird starker Schnee-

- Soweit die Großh. Generaldirektion in Baden freies gahngelände hatte, wurde dasselbe nebst Gleisanschluß oflenlos abgetreten. An den Stationen, wo das nicht

Fall war, wurde von dem Genossenschaftsverbande die Zarbedingung gestellt, daß die betreffende Gemeinde das )«ugelände, sowie einen Zufuhrweg stellt. Tie Mitglieder ö-inen nun das eingelieferte Getreide sofort zu festen Mrktpreisen der Genossenschaft verkaufen oder auf ihre ^ichnung einlagern und Vorschüsse darauf erhalten, falls ta bessere Preise abwarten wollen. Alle Mitglieder müssen br cietreibe nur durch die Genossenschaft verkaufen. Wenn ibk Genossenschaft das Getreide fest übernimmt, so kann ittc Preis sofort oder doch nach einigen Tagen voll aus- »erzählt werden. Tie Genossenschaft zahlt nach Qualität, 1 h. es weiden zwei bis drei Qualttatsklas^en gebildet, luanit derjenige Landwirt, der sich Mühe giebt, und beste Zinucht anfährt, auch entsprechend mehr erhielt, wodurch ib! Genossenschaft erzieherisch auf die Mitglieder etnwtrkt. -In Vaden sind zehn Getreidelagerhäuser im vollen g,!trieb, vier sind im vergangenen Sommer erbaut, an- jeece zu erbauen in Aussicht genommen. Solchen Verlauf nimmt der genossenschaftliche Verkauf von Getreide, und )ar Einkauf von Dünge- und Kraftfuttermitteln in Baden. Me stehen wir in dieser Beziehung in Oberhessen, jgerhaupt in Hessen? In unserer Nachbarschaft im ehe- miligeu Kurhessen sind eine Anzahl Getreidelagerhauier nn Betrieb, sie sind nur wesentlich großer als die badi- schen. Vielleicht passen die badischen Einrichtungen besser füir uns, als in Kurhessen. Außerdem wären wir nut derartigen Einrichtungen schon einen Schritt vorwärts ge- 'c-mmen, wenn wir uns von vornherein nicht das Ziel ;ui hoch gesteckt hätten. Bei den badischen Lagerhäusern Mint eine Einrichtung zu fehlen, die unseren Getrerde- 0 zerhäusern der Zukunft nicht fehlen dürfte: der mo­derne Trockenapparat, der feucht geerntetes Getreide sofort Mcfnet und mahl- und lagerungsfähig macht. Niemals ke mmt der Landwirt in größere Verlegenheit, als wenn a feuchtes Getreide, das unverkäuflich ist, in seinen un- nireichenden Räumen Wochen hindurch, bearbeiten muß,

«umt es marktfähig zu machen. Dabei leidet die Barkfahig- sL.higkeit, das Gewicbt, die Qualität, ganz abgesehen von Sc-m Aufwand an Arbeitslöhnen, durch den der magere 7^ldbeutel des Landwirtes noch mehr angegriffen wird. I er genossenschaftliche Verkauf deS Getreides, der genossen- jcAaftliche Einkauf der Düngemittel sind Aufgaben, die wir im den nächsten Jahren zu losen haben. Tie Provinz ist' und wird durch Nebenbahnen genügend aufgeschlossen.

-tzt wird es auch die Aufgabe der Landwirte, die Ver- ü-irswege angemessen und fördernd für ihr darnieder- gendes Gewerbe austzunntzen.

Prinzen gerechnet. ,

Berlin, 8. Dez. D-er Matro se Kohler ist gestern auf dem Schlulschiffe ^Steiu" in Neapel angekommen. Der Mörder wird auf dem LlovddamvferSachsen" nach Deutschland weiter transportiert werden. Drei Ober^Na- trafen aus Wilhelmshaven sind bereits nach Genua abge-^ reist, um Kohler auf dem Rücktransport zu überwachen.

Posen, 8. Dez. In der am SamStag stattaehabten außerordentlichen Stadtverordnetenversamm­lung, die den bisherigen Oberbürgermeister Geheimrat Witting zum Ehrenbürger der Stadt Posen ernannte, wurde seitens der polnischen Abgeordneten ein gehar­nischter Protest verlesen, der sich gegen die Verleihung des Ehrenbürgerrechts wendete, da' der Oberbüraermeister es nicht verstanden habe, sich die Anerkennuna der Mebr- heit der DÄölkerung Posens zu erringen. Auch der Stadt­verordnete Kaufmann Jäckel von der freisinnigen VolkS- partei protestierte namens ferner Freunde gegen die Ver­leihung. In der Mstimmung wurde die Verleihung trotz­dem von der Mehrheit ausgesprochen. Als darauf Ge­heimrat Witting zur Entgegennahme der Ernennung er­schien, verließen die polnischen Stadtverordneten und Stadtverordneter Jäckel ostentativ den Sitzungssaal. Am Schluß der Sitzung verabschiedete sich Geiheimrat Mtting von den beiden städtischen Körperschaften, wobei er er­wähnte, daß der Kaisrer ihm gegenüber die Absicht kund-' gegeben habe, ihn für einen der wichtigsten Posten der Provinz ausersehen zu haben. Er habe jedoch den Kaiser gebeten, von diesem Beweis seiner Gnade Mstcrud zu nehmen, da infolge des Zwiespaltes in der Posener Be­völkerung sein Bleiben unmöglich fei.

L0 nd 0n, 8. Dez, Die Kälte hat bereits m ehrere Opfer gefordert. Auch in der Provinz herrscht große Not unterj lden Arbeitslosen. Mehrers Lktzindert Reser­visten aus Südafrika, die ohne Arbeit sind, durc^oaen die Straßen und hielten dabei Kollekten für sich und ihre Fa­

milien ab.

London, 8. Dez. Die Morgenblätter berichten, daß heute die Beratungen betreffend das Nnterrichtsgesetz fortgesetzt werden. Es sind bereits von «verschiedenen Seiten Resolutionen eingebracht worden, welche gegen das Gesetz protestieren.

Paris, 8. Daz. DerGaulois" beklagt sich über etn Vorkommnis, das sich in der militärisschen polytechni­schen Schule abspielte. Der Kommandeur nahm den Sonntags-Appell ab, ohne den Kadetten zu gestatten, ihre Winterkleidung anzulegen, obgleich 7 Grad Kälte waren. Die Folge war, daß mehrere Kadetten erkrankten und ms! Hospital gebracht werden mußten.

Halifax, 8. Dez. Bei einem Eisenbahn-Unglück auf der Strecke Halifax-Montreal wurden 7 Personen getötet und 12 verletzt. Tie Lokomotive entgleiste auf noch nicht aufgeklärte Weise und die nachfolgenden Wagen liefen auf dieselbe auf. Ter Lokomotivführer wurde getötet und der Heizer verwundet.

Barcelona, 8. Dez. Die Polizei verhaftete gestern drei Anarchisten, welche Pamphlete verteilten. Ferner wurden eine Anzahl Maueranschläge entfernt, rn denen zum Anfinchr aufgefordert wurde.

W i e n , 8. Dez. Eine offiziöse Note der MontaE-Revue bestätigt, daß der gestern abend hier eingetrvffene Minister­präsident SM mit dem österreichsischen Kabinettschef Körber und dem Grafen Goluchowskh in Angelegenheit der Han­de l s v e r t r ä g e und des ungarischen Ausgleiche - ftm- ferieren werde. Wie die Montags-Revue weiter meldet, wird jOesterrekch-Ungarn den Handelsvertrag mit Italien am 31. Dezember d. I. kündigen, den Handelsvertrag mit Teutschland nicht kündigen, weil aus den Neuesten Derlmer Nachrichten zu entnehmen sei, daß, um Zeit und Rrihe zu den neuen Verhandlungen zu gewinnen, wahrscheinlich eine Verlängerung des jetzt bestehenden Vertrages auf ein Jahr eintreten toerbe.

Newyork, 8. Dez. Die Stabt ist von einet: neuen Ko hlennot bedroht. In der letzten Woche sind bic Kohlen um IA/2 Dollar prft Tonne im Preise gestiegen und losten heute 14 Dollar. Im Kleinhandel werden die Koblen mit 25 Dollar pro Tonne bezahlt. Es sind nur geringe Bor­räte vorhanden und die Gesellschaften versichern, daß das Maximum der Produktion erreicht sei. Mar, Sefürchtet Preisaufschläge ähnli<ch denen während deS jüngsten Streiks._______________

Telephonischer Kursbericht«

inrt a 8. Dezember 1902

Halifax (Novascotia), 7. Dez. Ein nach Montreal bestimmter Personenzug, der am 6. Dezember abging, "D 70Meilen von Halifax entgleist. Sieben Personen, da­hinter der Lokomotivführer, sind tot, zwölf verletzt.

Wien, k. Dez. Der seit Nachts hier und in der Um- fil!Qenb wütende heftige Schneesturm ruft große Störungen im elektrischen Straß en bahn betriebe hervor. Auch sämtliche Gsenbahnzüge trafen mit bedeutenden Verspätungen ein. In ter Frühe wurden zahlreiche Telephon- und Telegraphen-

Arbciterbewegnng.

Marseille, 7. Te^. Eine heute nachmittag abgehaltene Ver­sammlung der eingeschriebenen Seeleute stimmte der Festsetzung ihrer Forderimgen in der von den Vertretern deS MarinemimsierS gemeinsam mit den Vertretern der Ausständigen aufaesiellten Faffimg mit geringen Abänderungen zu. Don den Mitgliedern des AuS- fchuffeS der Ausständigen wurde erklärt, wenn die Rheder MS morgen Mittag keine Antwort erteilen, werde an sämtliche Syndikate der eingeschriebenen Seeleute Frankreichs die bestimmte Anweisung zur Einstellung der Arbeit ergehen.

Kandel und Ferlielir. Volkswülschast.

Märtte.

fc. Fraukftirt a. M., 8. Dez. (Telegr. Orig.-Bericht deS ffliefi. Anz.'). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt­preise. Bum Verkaufe standen: 382 Ochsen, 45 miS Oester- reich, 45 Bullen, 0 aus Oesterreich, 741 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oesterreich, 350 Kälber, 413 Schafe und Hammel, 1394 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflammer. Bezahlt rourde fiir 100 Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1.Qualität 6971 Mk., 2 Qual. 6567 Mk., 3. Qual. 6163 Ttt.; Bullen l.Qual. 63 biS 65 Mk., 2. Qual. 5860 Mk.: Kühe 1. Qual. 6061 Mk., 2. Qual. 5557 Mk., 3. Qual. 4547 Mk, 4. Qual. 3941 Mk., 5. Qual. 0000 Mk. Kälber: 1. Qualität7880P?g., Lebendgewicht 47-48 Pf., o Qual. 7072 Pfg., Lebendgewicht 4143 Pfg., Schlacht­gewicht 0000 Pfg., Srhcffe: 1. Qual. Schlachtgewicht 6264 Pfg., 2 Qual. 5860 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg.: Schweine 1. Qual. 67 Pfa., Lebendgewicht 72,5 Pfg.,2. Qual. 65-66 Pfg., Ledendgewrcht 71 Pfg., 3. Qual. 0000 Via., Lebendgewicht 0000 Pfg.