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Dergkanve der norwegische Dichter BjSrnfterne Björnson geboren. AlS Atüarbeiter, dann als Redakteur bedeutender Zeitungen begann er seine Schriftstellerlaufbahn. Nachdem seine „Bauernnovellen* bedeutenden Erfolg erzielt hatten, versuchte er sich m dramatischen 'Arbeiten, in denen Der Dichter einen ausgesprochenen Realismus vertritt, der im Verein mit seiner nordischen Natürlichkeit einen kühnen, kraftvollen Charakter verrät.
Gestern traf nun an hiesiger Bürgermeisterei die Nachricht ein, daß derselbe auf dem Felde bei Gravclolle, auf dem er im Jahre 1870 im ersten hessischen Jägerbataillon suh DaS eiserne Kreuz erworben und dem Tode kühn in das Luge geschaut, erschossen ausgefunden sei.
"Die Allgemeine Sterbekasse Gießen hielt am Sonntag nachmittag ihre 13. Generalversammlung. Wie aus dem Jahresbericht des Vorsitzenden, Schneidermeister Pfaff, ersichtlich, hatte daS letzte Jahr ein günstiges Ergebnis sowohl in Bezug auf Zugang neuer Mitglieder, wie der geringen Zahl der Sterbefälle. Die Mitgliederzahl hob sich von 989 auf 1120, ausschließlich der seit dem 30. Nov. erfolgten Anmeldungen. 12 Mitglieder schieden durch Tod, 2 durch freiwilligen Austritt aus. Der vom Kassierer Bruch- Hauser erstattete Kassenbericht verzeichnet an Einnahmen 3732 Mark 29 Pfg., an Ausgaben 3u93 Mk. 78 Pfg., so daß 638 Mk. 51 Pfg. dem Reseroefond überwiesen werden konnten. Letzterer beträgt z. Zt. 5007 Mk. 42 Pfg. — Während seines 13jährigen Bestehens hat der Verem 126 Lterbefälle unter fernen Mitgliedern gehabt und wurden hierfür an 15 Mitglieder L 75 Mark, an 15 L 100, an 24 a 120, an 23 ä 150, an 10 ä 170, an 14 ä 185, an 13 & 200 und an 12 ä 210 Mark, in Summa 18 365 Mk. auSgezahlt. Die Sterbekasse ist wieder in der angenehmen Lage vom 1. Januar 1903 ab, das Sterbegeld von 210 auf 230 Mark zu erhöhen. Das Eintrittsgeld beträgt für eine Person: im Alter von 16—25 Jahr Mk. 1, im Alter von 25—30 Jahr Mk. 1.50, im Alter von 30—35 Jahr Mark 2.50, im Alter von 35—40 Jahr Mark 4.—, im Alter von 40—45 Mk. 7.—. Bei der Aufnahme ist außerdem noch em Sterbefallbeitrag von 25 Pfg. zu bezahlen. Für jeden Sterbefall eines Mitgliedes ist der Kasse ein Beitrag von 25 Pfennig zu entrichten, welcher durch den Kassenboten gegen Quittung erhoben wird. Zur Auskunft in allen Fragen sind die Herren Schneidermeister Georg Pfaff, Wall- thorstraße 25, Schuhmachermeister Seidewand, Teufelslust- gärtchen 20, Bureau-Vorsteher Bruchhäuser, Wolfstraße 8, bereit. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder, Seldewand, Bock, Müller wurden wiedergewählt, von den ausscheidenden Mitgliedern des Aufsichtsrats dre Herren Schneko, Fourier, Müller, und an Stelle der erkrankten Mitglieder Volz und Gemmecker die Herren Holtberg und Linker neugewühlt. Den ausscheidenden Mitgliedern wurde der Dank der Versammlung für ihre Mühewaltung ausgedrückt, und nachdem seitens des Aufsichtsrats der richtige Befund der Kasse bekundet, dem Kassierer Entlastung erteilt. Nach längerer Debatte über interne Angelegenheiten der Kasse wurde die Generalversammlung geschloffen.
Krüskasten Ser Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleibe» un berücksichtigt.)
E. U. Z. Sie müssen die Anfrage wiederholen, ohne fit nützen uns auch die Statuten nichts.
ckUlü Hloöt nilö Land.
Gießen, den 8. Dezember 1902.
'* Gedenktage. Vor 70 Jahren, am 8. Dezember 1882, wurde zu Kvckne m Oesterdalen tn einsam wildem
JIii p Vpi «Innung wird geregelt wenn Sic nach jeder Mahlzeit
**LaufmännischerVerein. Auf den heute abend im Cafs Lett» statt find enden Vortrag sei an dieser Stelle nochmals aufmerksam gemacht. Derselbe wird behandeln: Was ist ein geologisches Zeitatter — Bestimmung der Dauer eines solchen — die Länge der früheren Zettalter — die Ursachen der Veränderung — kurzer Rückblick auf die rüheren erdgeschichtlicheu Epochen — Stein kohlenzett — Die Zeit der Riesenechjen — die Zett der Entstehung der großen Gebirge — die Alpen, Apenninen, Himalaya — in welchem geologischen Zettalter leben wir — die Verteilung der Kontinente und Ozeane auf Erden und ihre Ursachen — wirkt die Kraft, welche jene Verteilung beringte, noch weiter — Katastrophentheorie — allmähliche Veränderung — die letzte Eiszeit — Anzeichen der nahenden Veränderung — vulkanische Katastrophen — Krakatau Neuseeland — Vesuv — Martinique — die erlöschenden Geys er im Aellowstonepark — Erdbeben — Vogtland — Folgen Derselben — Sinken der Küsten — der Campanile in Venedig — der Rückgang der Gletscher auf der nördlichen Halbkugel — die Gefahr, webche der Erdoberfläche vom LÜdpole droht — Klimaändcrungen — AuSsterben ganzer lieraattungen — die Nervosität des Zeitalters tc.
0 Lindheim, 7. Dez. Vorige Woche fand hier der Schluß des -weiten halbjährigen Kursus unserer Haus- altungsschule und die Entlassung der Schülerinnen tatt. . Für den Monat Dezember bleibt die Anstatt ge- chlossen, um am 3. Januar 1903 mit einem neuen Kursus wieder eröffnet zu werden.
!? Dauernheim, 6. Dez. Der wohlhabendste Bürger I. C. von hier entfernte sich vor ungefähr vier Wochen infolge einäetretener Famttienzwistigkctten von seiner Familie, angeblich um nach Amerika auszuwandcrn.
Kirchliche Kachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Montag, den 8. Dezember, abends 8 Uhr, Bibelftunde im Konfirmandensaal der JohanneSkirche. Tert: Psalm 103.
Äurrer Euler.
Die Pfarrer und Kirchenoorstände der vier Kirchen« Semeinden bitten chre Gemeindeangehörigen, ihnen auch in diesem ahre Gaben zur Ehrrstbescherung der Armen spenden zu wollen. Solche Gaben wolle man freundlichst den Pfarrern oder Kirchenvorstehern jeder Gemeinde übermitteln. Auch die Gemeinde- ichwestern sind bereit, Gaben entgegen-unehmen.
füdamerikanischen Kontinents, Ausgaben, die sie zur Wachsamkett zwingt. Präsident Castro, vielleicht der größte Deutschenhasser, der in den letzten Jahren fast stets in Revolution sich befindlichen Republik Venezuela, weigert sich, den durch die letzten Unruhen an deutschem Eigentum verursachten Schaden durch Geldentschädigungen auszugleichen. Es waren bescheidene Ansprüche, Die die deutsche Eisenbahn- aesellschaft und die Diskontooesellschaft erhoben, nichtsdestoweniger aber sieht sich die deutsche Regierung genötigt, «der Beugung des Rechts und der Billigkeit durch Gewalt «ttgegenzutreten, und zwei Kreuzer haben Befehl erhallen, jich seebereit zu machen, was in ungefähr 14 Tagen geschehen fein wird. England befindet sich in ähnlicher Lage, toie Deutschland, aber es ist imstande, sofort vier Kriegsschiffe in die südamerikanischen Gewässer in See gehen zu lassen, und zwei andere werden in kürzester Frist folgen. Das läßt wieder einmal unsere Schwäche zur See erkennen And das einzusehen, ist es nachgerade Zeit, damit wir Besserung erfahren und in den Skano gesetzt werden, unseren Forderungen mehr energischen Nachdruck zu verleihen. Dem Präsidenten Castro selbst scheint es nun aber doch etwas ungemütlich zu werden. Denn er soll wirklich Die Absicht haben, seinen Verpflichtungen nachzukommen, vorausgesetzt, haß er die Gelder aujzutreiben vermag. Die Forderungen Deutschlands sollen über 15 Mill. Dollars, also über 60 Will. Mart betragen, England will 10 MiU. Dol. ein stecken.
Eine andere amerikanische Kundgebung hak die Löelt- politik beschäftigt, eS ist die dem Kongretz der vereinigten Maaten zugegangene Botschaft des Präsidenten Roosevelt, die als umfangreiches Aktenstück Die innerpolttijche ünd wettpolttische Lage der jungen Republik darsteltt und demgemätz höchst bezeichnend ist und manchen auch für und wichtigen Passus enthält. Besonders beachtenswert ist, >was Roosevelt vom Zolltarif spricht. Er sagt. Die Erfahrung habe gezeigt, daß das große Gedeihen oes Landes zich stets unter einem Schntzzolllarif entfallet habe. Besser lei es, zcttweilig lleine lledelstände im Tarifwesen zu er* trugen, als rasche und ruckweise Aenderungeti vorzuneyrnen. A«ui es auch wünscheneSwert sei, bei Festhattung des Prinzips dessen Durchführung Den L^ränderungen Der natio- B.en BeDürsnisse anzupassen, so sei doch als Richtschnur zuhalten, daß der Grundgedanke des ganzen Tanfjppems fei, für Die amerikanisck>en Geschäftsttiteressen mindestens öolle Gleichheiten mit denjenigen des Auslandes cherzustellen, sodaß der Zoll die höheren amerikanischen Arbeitslöhne mehr als ausgleiche. Das ijt eine Aussprache, die den Freunden des deutschen Zolltarifs höchst willkommen ist.
.Ter Ausstand des SchiffspersänalS in Marseille den Engländern sehr willkommen zu sein. Die die künftige Gelegenhett zur Beorderung von Löaren und Reisenden ausnutzen. Ä Schiffe liegen im Hafen ohne jede Bemannung. Für den Postverkeyr und die Beförderung Hon Militär muß Die Staatsmarine herangezogen werden. Do ist Die ohnehin schon Durch verschiedene Umstäiich- jchlechte Lage des großen Mittelmeerhajens recht tritijai uuD wird, wenn nicht bald ein Ausgleich, zu stände kommt, bedenkliche Erscheinungen Lurucklasseu Tie anfängliche, so- wohl auf fetten der Rheder all auch auf fetten der Arbeiter große Hartnäckigkeit scheint einer versöhnlicheren Stimmung Platz zu machen, denn die letzten Meldungen bringen Die Rachsucht, Dag Admiral Rouoier mit dem Aä- jiDenien und dem Sekretär Des Ausstandes eine Besprechung gehabt habe, Die auf eine pttedllche Lösung der rigteiten hoffen läßt.
Während der König von Po rtu g a l in England wellt Mahrscheinlich um (eine überseeischen Besitzungen zu ver- f^^rn, ist eine Minister kris is ausgebrvchen und Jier Ministerpräsident vertzweifell daran, die Streitigkeiten bis zur Wiederkehr des Königs beseitigen zu können. Alle Wett ist erstaunt Darüber, Dag Der König bei solch schlechter Nackricht nicht sofort feine jsbofser zur Heimreise packt. Mahrschemlich geftiU es ihm in England, wo man, wenn man will, auße vor deutlich liebenowürdig sein kann, so gut, öaß er die Lösung Der Schwierigketten erst abwartet.
Auch im benachbarten Spanien hat das Ministerium seine Demission einaereicht und hat sich der junge König 24 Stunden Bedenkzeit ausgehallen. Den Regierungen in Italien und Griechenland scheintA auch nicht sonderlich aut -u gehen, denn Dort hat ein starker' Kampf gegen verschiedene Vorlagen, besonders gegen Daß Ehe jscheidungSgesetz begonnen, und hier haben Die Neuwahlen nur Gegner der Regierung in Die Kammer gebracht.
Leibniz üiscuiis
Za haben bei Hofl. J. koux, Sdiereweg Do. 25. 8536
Gerichtssaal.
R. B Darmstadt, 6. Dez. Tas Schwurgericht Denin teilte am Freuag Die Elisabeth Gockel aus Zeilhard zu zwei Jahren, deren Mutier zu vier Jahren Gefängnis während der Vater Gockel freigesprochen wurde. — 2t m heutigen verhandelte das Schwurgericht gegen den Karouffel besitzet Geisel aus Ober-Ramstadt wegen Urkundenfälschung. Ter Angeklagte, der in sehr bedrängten Verhältnissen lebt, Vater von mehreren Kindern ist, hat die Lteueiaumung. bw ihn erst neben dem Wandergewerbeschem besagte, seinem Gewerbe nachzugehen, verfälscht, indem er aus der für das Jahr 1901 ausgefleüten Quittung überall 1901 in 1902 abänderte. Als er von einem revidierenden Gendarmen nach seiner Quittung beiragt.wurde, uet* tröstete er ihn, ging nach Darmstadt und hat, sich für seinen Bruder ausgebend, die Steuer für den Kreis Tarmsiadt bezahlt. Die iss» Ichivoreuen sprachen ihn schuldig, jedoch mit dem Bemerken, daß es nicht als erwiesen anzusehen sei, daß er sich durch diese öalschmrg einen Vermögensvorteil verschaffen wollte. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnisstrafe von vier Wochen und drei Tagen.
Sprelpttm der vereungteu Frankfurter tztadtthealer.
LpcrnhauS.
Dienstag den 9. Dezember'): .Samson und Delila'. Mittwoch den 10. Dezember: »Die Fledermaus'. Tolinerstag den 11. Dezember: .Ter Troubadour." Freitag den 12. Dezember geschloffen. Samstag den 13. Dezember: .Die Hugenotten.' Sonntag den 14. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: „Tie Regiments» tochter." Abends 7 Uhr: „Ter Freischütz.' Montag den 15. Dezember: Zur Erinnerung an v. Beethovens Geburtstag: „Fidelio*. Dienstag den 16. Dezember: Zum ersten Male: „Die Zwillinge." Komische Cper in 3 Auszugem Text nach Shakespeares „Was Ihr wollt", Musik von Karl WeiS.
Schauspielhaus.
Dienstag den 9. Dezember'): „Im bunten Rock.' Mittwoch den 10. Dezember: „ttm bunten Rock." Donnerstag den 11. Dezember, abends halb 7 Uhr: „Faust", 1. Teil. Freitag den 12. Dezember: Zü Bjornsterne Björnsons 70. Geburtstage: „lieber unsere Kraft.", 1. Teil. Samstag den 13. Dezember: „lieber unsere Kraft." 2. Teil. Sonntag den 14. Dez., nachmittag halb 4 Ubr „Alt-Heidelberg". Abends 7 Uhr: „lieber unsere Kraft." 2. Teil. Montag Den 15. Dezember: „Im bunten Rock."
•) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
®p'ui Gläschen P1_W. Knechfs
। Maqciibitter,.Säntis zu sich .....1 nehmen. Grosse flasche M.2.50
mit Den Gemälden von Tüttorello, Paolo Veronese, Tizian u. a. ist eigentlich ein großes historisches Museum. Alle Deldenthoten Der Republik und ihrer Dogen sind dort verherrlicht. Die Markuskirchc selbst wirkt ja wie ein ein* >tgti Denkmal für inc Herrlichkeit langst vergangener ^eit Wenn man rn Die Kirche hineintrttt, ist sie fast punkel. Hat das Auge sich Dann an Das Dämmerlicht gewöhnt, so sieht man hie unD Da eine Kapelle mit Herr- lidicn Statuen, Den großartigen Hochaltar mit seinen Skulpturen, Den reichen MosairsustböDcn und endlich Die farbenprächtigen Mosaiken, welche DaS gar^c Gewölbe der Kirche bcDeden. Äm liebsten saß ich ftunDenlang ganz wie Die Sonnenstrahlen kosenö Über fie Mosaiken strichen, einzelnes scharf heroorhevcnö, an- >ctt* roiebeE ganz im Tämmecticht laHcnD, bid ich endlich golden DaS Himmels- atmolbc über mir und gleich Bisionen glitten Die einzelnen ©galten und Gruppen Darüber hin. Tie Licbtekfekte und Die Farben spiele in Den Dämmerigen Kirchen sind überhaupt einzig. '
Tie aiien Venetianer wüsleu Doch ein cinygcS Volk gerocfcrt [ein. ^ic fügen sich feiner Regel, sonDern stellen ?ur alU* ch« eigene Regel aus. Büc sie mit Der Gotik mngehen!
Ich lab irgenbnw Daß ihre Spitzenfabrikanten so hoch- gehalten würben, baß sie den Rohlle, Die im goldene »uche verzeichnet waren, fast gleich standen. Ta habe ich ost gedacht s.e haben in ihrer Archllektur gewiß nickü lobkommen Mimen von ihren reic^n, anmutigen Spitzen- muftern. Ter Zusammenhana mit Dem Maurischen mußte diese Vorliebe ja nur bestärken. Tiefe entaudenDen gotischen Vogen, Die Turckbruchmuster, die leichtm phantasti- sa)cn Säulen, die Kapttäle mit Dem Blällergeranke pai"len yor-üglich Dun dcharakü'i Der Stsdi.
Tie Seit war viel z» kurz für much, um alle Schätze tnu onnähernb heben Ku können. SS giebt ja kaum eine
Kapelle, in Der man nicht etwas Interessantes fänDe. UnD bat man eine WanDeräug Durch oerschieDene Kirchen gemacht, kehrt man immer wieDer -ur AlaDemte unD zum wuseo civico Kurück — so hat man im Geiste JahrhunDerte mit den Benetianern Durchlebt. Giovanni Bellini, Gen-- tüe Bellini, Earpaccio, Giorgione, Lima, Tintoretto, Boni- sazw, Paolo Vevonese, Tizian lernt man wohl nirgenDs |o gründlich kennen all hier. Unh hier auch lernt man erst völlig begreifen, wie Dies? Gewaltigen in ihrer be- lonbecen Art mit RaturnottvenDigkeit arll Der eigentttchen Umgebung hervorgegangen sind.
Um nur etwas Aeußerlichas hervor-uheben: Die glühende Farbe unD Der herrliche GvlDton, Die allen Bene- tianern eigen sind, erscheinen einem als Das Naturgemäßeste, |obaß> man erst einige Male eine GonDclfahrt auf Dem Eanale aranbe unternommen hat. In Der Luft flimmern Die goldenen Töne und mischen sich mit Den verschiedenen Farben auf Dem Wasser und in Den Ge>- bäuben. Tie Freude an Der Musik, Die so oft in Den alten Bildern zum Ausdruck kommt, an stolzen Pro. Zessionen, an Blumen und Früchten und festlick geputzten scohen Menschen — eS findet sich alles auch heute noch unter den jetzigen Xknehantm. Tie Bettler, Die Bvni- fatz io und andern Künstler gern ix ihren Gemälden aiu bringen, sieht man noch auf Schritt rrnd Tritt mit derselben dramatischen Geste auf Den Straßen spazieren und die Madonnen von Giovanni Bellini mit Den Duffen Kopftüchern, Die Haupt vnd Schullern umhüllen, sieht man noch dutzendweise unter Den Frauen Des Volkes.
Nur ärmer ist alles geworden, viel ärmer, und Die arofjen Meister selbst fehlen und werden in Venedig wohl taum -um -wetten Male erstehen. Ich möchte sagen, die LiebenSwürdiglett, Der F«hsinn tmD Die Farbensreude sind ben Nknetianem atblicbcn. aber Würde und Hoheit sind mit der allen stoben Pracht begrabe«.
Ter Abschied von Der allen Zauberin Der Adria wird mir sehr schwer; von Florenz aus horst Tv mehr von wir!
— Nachdem Tolstois „Auferstebung" öranwwümt worden ist, hat sich nunmehr em russischer Komponist deS SwffeS bemächtigt. Anton ArenSky arbeitet jetzt an der „Vertonung" eines dem genannten Roman entlehnten Librettos.
Bestrafte Theaterkritik. Vor einem Berliner Schöffengericht fand am 3. dS. dre Verhandlung über die EhrenbeterdigungStlage der Schauipielerm des Leffing-TheaterS Frl. Grete Mener geaeu den Theaterkrüiker der Täglichen Rundschau, Herrn Karl Strecker, statt. Strecker Halle in einer Kritik über eine Aufführung dob „Same Kobold" Frl. Meyer em „Flußpferd" genannt Ta» UrtM lautete auf 100 Mack Geldstrafe. Außerdem wurde der JUagetr Die Publikatlonsbefugnrs emgeräumt.
Als die feinste Waage der Wett wurde junqft in den ße* ungen eine kürzlich m der Bant von England ausgestellte Waage gerühmt, die mit em Zehntel Milligramm Genauigkeit wägt, bei den königlich sächsischen Hüttenwerken, Mulden Hütten und^ Halsbrücke, sowie an der königl. Bergakademie zu Freiberg in Dachse» sind jedoch, wie uns gemeldet wird, Femkornwaagen von Milligramm im Gebrarrch. Sw 6nden zur Born ahme der Gold- und «Silberproben Berweiidnng nnb sind eme achtungswerte t!e«stung deutscher Femmechanik.
Gesetzliche Regelung de» Küsse«». Eine aus,erst nn* tige, für weitere Kreise interessante Vorlage ist laut New' Hocker Telegrammen in der Gesetzgebung des Staates Virgin« «mqbracht worden, um dem allgemeinen Rußen Einhalt zu thun. Urheber des Entwurfs ist em Dr. Ware, der m semer Heunat als Autaruäl auf dem Gebiete deS Gesu»idheuswefens gerühmt wirb. Tre Vorlage verwirft das Küsten als gernemgesährlich, weil eS das sicherte Mutei ^ur Ucbertragung ansteckender Krantheiten, besonders auch dcr Tubeckulose und der Diphterie, se,. Um An- Ncckung zu oerhüteii, bciimmt die Vorlage, daß Niemand das Knßrecht gentesen soll, der oder die mcht nn Besitze emes ärztlichen Zeugmiies ut, worin d,e streit, »r von allen ansteckenden Jlraiu*- henrn beitätiqi wirt'. Uebeiirciungen werden nn crifen Falle mu ^1 Alk. Glldvutzc rm 2t»rtwehoiung»faüc nvt oevdoppettec Stral« belegt.


