Ausgabe 
8.11.1902 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

152. Jahrgang

Samstag 8. NovemberlSVS

Nr. 263

Ör|d)tnt täglich ou6ei Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit den, Kcsfischen Landwirt die rleßener Kamillen- Hütter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u_ Ver­lag der Brüh l'schen Unioers.-Buch- u.Slein- druckerei tPietsch lirben) Reöatnon, Expednioa und Druckerei:

Schnlpraße 7.

Ndresse tür Depeichenr «uzetger Gießen.

tz-ernlvrrchanschluß Nr 51.

Eichener Anzeiger

W General-Anzeiger 'Sg

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

_____________ ___________ ________________________________________________ <etqentetl: Han» Beck.

Krlranntmachung.

Das Gäßchen ,2luf der Bach" wird wegen Vornahme von KanalisationZarbeiten von Montag den 10. l. Mts. ab bis auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt.

Gießen, den 8. November 1902.

Aroßherzogliches Polizeiamt Gießen.

Hechler.

Bekanntmachung.

In der Zeit vom 1. bis 8. November 1902 wurden kn hiesiger Stadt

gefunden: 1 Fünfmarkschein, 1 goldene Brosche, 1 gold.

Kinderring, 1 Zwicker und 1 Sturmlaterne;

verloren: 4 Portemonnaies mit Inhalt, 1 silberne Cchlinderuhr, 1 goldene Brosche, 1 schwarzes Armband und 1 Zigarrenetui.

Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.

Gießen, den 8. November 1902.

GroßherzoguuM' ^olizeiamt Gießen.

Hechler.

Darmstädter Brief.

R. B. Darmstadt, 7. Nov.

Man kann nicht gerade behaupten, daß die allgemeine Stimmung in der hiesigen Bevölkerung zur Zeit besonders rosig wäre. Es herrscht fast überall ein gewisser Mißmut, ein schwer definierbares Gefühl des Unbefriedigtseins vor, etwa wie es jemand überkommt, der von einem glänzenden Festmahl zurückkehrt und nun trotz aller Sättigung eine Leere im Magen verspürt, die nur mit einem ordentlichen Beefsteak wieder aus der Welt geschasst werden kann. Ten Anstoß zur Erzeugung dieser Stimmung bot der 29. Oktober, der Tag der hessischen Wahlmännerwahlen und sein eigen­artiges Ergebnis. Tie verrnutlichen Sieger fühlen sich nicht wohl, weil das Resultat noch keineswegs völlig geklärt ist und der nächste Samstag, der Termin der Abgeord­neten wähl, möglicherweise noch eine kleine Ueber- raschung bringen könnte. Wenn das Stimmenverhältnis bei einer Wahl derart ist, daß die Kandidaten der einen Partei 1823 Stimmen aus sich vereinigen, während die Liste der anderen Partei mit 1824 beginnt, also eine einzige Stimme das Zünglein an der Wage bildet, dann muß jeder Lugeben, daß es der sorgfältigsten Prüfung darüber be­darf, ob auch die Rechte dec Wählerschaft in allen Punkten voll gewohnt tvorden sind. Es wird behauptet, daß namentlich insofern eine Verletzung der Wahl­rechtsvorschriften stattgesuudeu habe, als eine An­zahl Bessungcr Bewohner mitgewählt hätte, die dazu nicht mehr befugt war. Bebel sagt in seinem Buch über die Frau:Tie Thatsachen sind halsstarrige Dinger". Wenn auch nur die Mitabstimmung eines einzigen Pe-ssungers konstatiert würde, so läge hier allerdings so einhals­starriges Ting" vor, das leicht zu einer Ungiltigkeits- erkl är ung der ganzen Wahl führen könnte.

Tie Darmstädter Wahl wird übrigens so bald nicht aus der öffentlichen Diskussion verschwinden; sie ist ein Beweis dafür, wie leicht eine geschickte Wahlmache auch unter dem jetzt so viel geschmähten indirekten Wahlrecht Erfolge zu erringen vermag. Wenn von einer Wähler­schaft, die zum großen Teil aus Beamten, Hoflieferanten, Pensionären und Gelehrten besteht, nur 40 Prozent zur Wahl zu gehen sich entschließen, so darf man sich nicht wundern, wenn auch in anderen Wahlkreisen, wo die meisten Wähler ein weniger bequemes Leben führen und sparsamer mit ihrer Zeit rechnen müssen, das Interesse am öffentlichen Leben in absteigender Linie sich bewegt. Es würde gewiß außerordentlich lehrreich sein, an der Hand der Wähler­listen einmal näher zu untersuchen, aus welchen Ständen und Berufskreisen sich die Zahl der 5300 Wähler in Tarm- stadt eicgntlich zusammcnsetzt, die am Wahltag ihre Stimme abzugcben verschmäht haben.

Auf der absteigenden Linie befinden wir uns übrigens in Tarmstadt auch auf manchem anderen Gebiete, aus dem wir's aber glücklicherweise nicht zu beklagen brauchen. So will man allen Ernstes in einigen Stadtteilen Bäckereien entdeckt haben, in denen das Arotuichtunbedeutend an Volumen zugenommen hat, der Preis also ein wenig niedriger geworden ist. Auch die Heizmaterialien sind, trotzdem von allen Seiten ein sehr kalter Winter prophezeit wird, nicht mit der sonst gewohnten Promptheit in die Höhe gegangen; man bietet jetzt den eigentlichen Hausbrand, stückreichen Fett schrot, der jüngst noch überall mit 1 Mk. bis 1,15 Ml. notiert wurde, in den Tageszei­tungen schon mit 93 und 95 Pfennig an. Und daß die hohen Fleischprcise allniählich wieder im Sinken begriffen sind, ist ebenfalls eine nicht mehr wegzuleugnende Thctt- sache.

Aber noch eine andere und geradezu sensationelle Preis­herabsetzung ist aus der Residenz zu melden: Tas Bier ist billiger geworden. Zwar nicht das einfache Getränk veskleinen Mannes", der allgemeine Stoff der hiesigen Brauereien, aber doch das Pilsener Bier, das in sehr vielen besseren Restaurants hier in ziemlichen Quantitäten vertilgt wird. Vor einigen Monaten hatten die hiesigen Gastwirte ein Kartell abgeschlos,en, daß sie fortan für drei Zehntel Liter echt Pilsener 25 Pfg. verlangen wollten. Tas ivar natürlich nicht im Interesse der Herren Wirte geschehen, sondern lediglich in dem der Gäste, die das bostbare Tschechenbräu bisher jedenfalls nicht genügend zu würdigen verstanden. Aber wie es so manchmal im Leben zu gehen pflegt, die Herren hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht, dessen Rolle in diesem Falle die Gäste über­

nehmen, --der Konsum desechten" ging trotz bei

wohlmeinenden Absichten der Vierverzapfer erheblich zu­rück. Ta vermochte ein resoluter Wirt, der Inhaber eines bekannten Restaurants in der Elisabethenstraße (Finck) das Herzeleid seiner bierdarbenden Gäste nicht länger mit an­zusehen. Er kündigte kurz entschlossen das Kartell und stellte zwischen seinen Güsten, dem Pilsener und seinem Portemonnaie das alte Verhältnis wieder her. Und so sieht man nun seit einigen Tagen die gestrengen Gäste mit und ohne Amtsmiene wieder allesamt in fideler Stimmung ihr echt Pilsener schlürfen, gut gemessen drei Zehntel Liter für 20 Pfennig oder das halbe Liter für 33 Pfennig. Tem Bei­spiel des einen folgten natürlich wenn auch nicht ohne Murren oder Zähneknirschen die anderen Wirte auf dem Fuße nach, uiid die Residenzstadt darf sich also nunmehr rühmen, wenigstens auf diesem Gebiet das Gleichgewicht mit den übrigen Hauptstädten des Reiches glücklich wieder hergestellt zu haben.

Ter hier geschilderte Vorgang mit dem Preisabschlag desechten" erscheint überhaupt charakteristisch insofern, als er zeigt, daß die Herren der Schöpfung auf dem Ge­biete der Bierologie zumeist eine recht offene Hand beweisen. Während z. B. die Hausfrau oft recht lange Wege nicht scheut, um das Pfund Zucker zwei Pfennig billiger zu er­halten oder statt 65 nur 63 Pfennig für das Stück Butter zu geben, kommt es dem Manne abends beim Schoppen gewöhnlich nicht so genau darauf an. Er fragt nicht, ob der Krug vier Zehntel oder ein halbes Liter Inhalt bat, ob ihm der Kellner ein Viertel Ltter oder ein Speeiale Wein vorsetzt... er trinkt und zahlt. Hätte er sich einmal ausgerechnet, daß er z. B. bisher jedes Liter Pilsener mit 83,75 Pfg. bezahlen mußte, oder daß er bei jedem statt Viertelliters verabreichten Speeiale ein Fünftel zuviel be­zahlt, er würde gewiß nicht so ohne jeden Skrupel darüber hinwegfehen. Tas Sparsamkeitsprinzip muß bei der heu­tigen ungünstigen wirtschaftlichen Lage nicht nur int hessi­schen Staatshaushalt, sondern auch im Schoße der Familie nach Möglichkeit befolgt werden, und hier ist eine Stelle, wo es am wenigsten fühlbar wird.

yolitifdje Tagesschau.

England ut.d Deutschland.

Kaiser Wilhelm ist heute früh in England ein- getrofsen, um dem König Eduard am morgenden Sonntag zu seinem 62. Geburtstag persönlich Glück zu wünschen. Von offiziöser Sette wird nachdrücklich betont, daß dieser Besuch lediglich einen privaten Charakter trägt und politische Absichten damit nicht verknüpft sind. Kaiser Wilhelm wird nicht vom Reichskanzler begleitet, was doch wohl der Fall wäre, wenn es sich um eine bedeutsame politische Aktion handele. Gleichwohl entbehrt diese Reise nicht einer gewissen Bedeutung. Die Beziehungen zwischen dem britischen und dem Deutschen Reiche sind sett der Auf- rollung der Burenfrage ziemli-ch kühl, zeitweise sogar frostig geworden. Schuld daran trägt auf beiden Seiten in erster Linie ein Teil der Presse, der ohne Rücksicht auf die bleibenden Interessen des eigenen Landes die Gegen­sätze zwischen dren beiden Großmächten zu verschärfen suchte. In der Londoner Presse fehlte es an den besonnenen Stim­men, die zur Mäßigung und zur Vernunft mahnten. Cham­berlain selber ließ sich von seinem Jingoismus zu einer unüberlegten Aeußerung hinreißen, auf die chm der deutsche Reichskanzler eine scharfe Mserttgung nicht schuldig bleiben konnte. Seitdem waren auch die amtlichen Beziehungen eine Zeit lang dem Gefrierpunkt nahe gekommen. Erne Wendung trat ein, als man in Berlin die Frage des Em­pfangs der Burengenerale mit allzu ängstlicher Vorsickt behandelte und erledigte. Auch bei dem jetzigen Besucye des Kaisers war wohl der Gedanke mitbestimmend, durch die Pflege der persönlichen Beziehungen zwischen den Herrscherhäusern einer politischen Wiederannähe­rung mancherlei Hindernisse aus dem Wege zu räumen. Ter Kaiser wird ja auch Gelegenheit haben, den einen oder anderen englischen Staatsmann zu sprechen. Bedeutsame Fragen der Weltpolitik werden dabei wohl nicht erörtert werden; aber es ist immerhin möglich, daß bei solchem Anlaß manches Mißverständnis, das bisher im Stillen fort­wirkte, durch mündliche Aussprache beseitigt werden kann. Und das wäre schon Grund genug, um die Reise des Kaisers mit den besten Wünschen und mit einigen erfreulichen Er­wartungen zu begleiten!

Tie LondonerSt. James Gazette" sagt: Wenn Kaiser Wilhelm sein englisches Tragoner-Regiment besichttgen upd mit feinen Verwandten das englische Landleben genießen will, so bieten wir chm ein herzliches Willkommen. Wir können die Erfordernisse der deutschen Politik wohl in An­schlag bringen, welche sehr zu Recht seine erste Sorge sind, und sehen in ihm den warmherzigen Enkel der Königin Viktoria, den Neffen König Eduards. Was über die Politik gesprochen wird, wird keine Umwälzung der Lage Europas bedeuten. Tas gegenseitige Einver­nehmen der beiden Monarchen kann nur erwünscht sein. TerGlobe" schreibt: Kaiser Wilhelm wird mit Ehrerbietung empfangen werden, die ihm kraft seines hohen Ranges und seines Charakters willen zubommt, aber es märe müßig, zu behaupten, daß seine Anwesenheit in unserer Mitte das Signal sein werde zur Entfaltung von Begeisterung. Tas Blatt kommt alsdann ausführlich auf die Feindseligkeit zu sprechen, die in Teutschland gegen England bewiesen sei, und sagt, der Kaiser könne sich den Konsequenzen solcher berechneten Rücksichtslosigkeiten nicht entziehen.

Heer und Flotte.

ZumFall valtrusc^' in Gumbinnen hat jetzt dieKönigsberger Hartungsche Zeitung" die nach­

stehendeauthentische" Tarstellung der Vorgänge erhalten: Baltrusch kam an jenem Abend stark betrunken nach der Kaserne, er suchte aber nicht seine Stube aus, sondern ging in eine benachbarte Mannschaftsstube und warf sich dort auf ein Bett, in dem bereits ein anderer Kanoniev lag. Dieser sträubte sich gegen den Eindringling, worauf Baltrusch den im Bette liegenden zu würgen begann. Auf das Hilfegeschrei des Letzteren tarnen andere Kanoniere hinzu, pissen B. vom Bette zurück, schlugen, als auch sie angegriffen wurden, mit Peitschen aus ihn ein und drängten ihn auf den Korridor hinaus. Etwa vier bis fünf Schritte von jener Stubenthür ist ein Fenster, durch das nun offen­bar Baltrusch im Laufe der Nacht auf den Hof hinunter* gestürzt ist. Ueber diesen Vorgang wurde in öffentlicher Sitzung des Kriegsgerichts der zwetten Division in Inster­burg verhandelt, und die wegen Mißhandlung eines Kame­raden angeklagten Kanoniere mit der Begründung frei* aesprochen, daß sie sich in der Notwehr befunden hätten. Eine amtliche Erklärung über den ganzen Vor­fall ist in den nächsten Tagen zu erwarten. Inzwischen ist in Verfolg der Veröffentlichung der ,F)std. SBolE^tj."1 eine erneute Untersuchung eingelettet worden. Be­reits am Dienstag fanden in Insterburg im Sitzungssaale des Kriegsgerichts der 2. Division durch Kriegsgerichtsrat Lüdicke Vernehmungen statt, welche erst um ?i/2 Uhr abends beendet waren. Zunächst wurde der Redakteur derOstd. Volksztg.", Kattentiedt, und hierauf die Frau des ver­unglückten Baltrusch vernommen, die den zum Mdruck ge­brachten Bries an die Redaktion der genannten Zeitung gerichtet haben soll.

Petersburg, 7. Nov. Wie derRufs. Invalide" mitteilt, ordnete der Kaiser durch Tagesbefehl an, daß das 79. Jnfant.-Regt. Kura, Großfürst Paul Ale- xandrowitsch, von jetzt an nur die Bezeichnung 79. Jnfant.-Regt. Kura zu führen hat.

Aus Stadl uni) Land.

Gießen, den 8. November 1902.

* Billigeres 23rot. Im Anschluß an unseren heutigen Artikel in der Parlamentsausgabe wird uns von gut unterrichteter Sette geschrieben, daß die städtische Ver­waltung die Brotpreisftaae in unserer Stadt bereits feit Langem ins Auge gefaßt hat. Schon vor etwa einem Jahre machte sich bei Vergebung der Lieferung des sogen. Armenbrotes bemerkbar, daß die Bäcker in Gießen hin­sichtlich der Brotpreise einen Ring bildeten, und damit die so notwendige Konkurrenz untereinander unmöglich machten.

* Oberhessischer Verein für innert Mission. Wir machen nochmals auf das nächsten Montag und Dienstag stattfindende Jahresfest des Ober- hessischen Vereins für innere Mission auf­merksam. Für die weiteren Kreise der Freunde der inneren Mission kommen besonders der Festgottesdienst am Montag Abend um 61/4 Uhr, die Abendver sammlnng in Steins Garten um 81/2 Uhr, und die Jahresversammlung in dem Konfir­mandensaal der Johanneskirche am Dienstag Morgen um 10 Uhr in Betracht. In der Abendvensammlung wird unser Vereinsgeistlicher, Herr Pfarrer Braeß aus Darmstadt, über allerlei neuere Unternehmungen aus seiner Arbett reden. Sodann werden der Versammlung Bilder aus der Geschichte des Klosters Arnsburg vorgeführt werden. Die Darstellung der älteren Geschichte hat an Stelle des von seiner Studienreise noch nicht zurückgekehrten Herrn Prvf. Sauer in sehr dankenswerter Weise Herr Custos Tr. Ebel Übernommen. 23on dem Rettungshaus Arnsburg, seiner Geschichte und seinem Wirken wird Herr Stiftspfarrer Weber aus Lich erzählen. Für musikalische Unterhaltung werden Mitglieder des Kirchengesangvereins durch Solo- und Quartettvorträge sorgen. Eine besondere Anziehung dürfte wohl auch der Borttag des Herrn Hofpredigers Stöcker übermodernsten Merglauben", den er am Dienstag in der Jahresversammlung halten wird, bilden.

* * Das Promenadenkonzert fällt morgen aus.

* * Stadttheater. Morgen Sonntag, den 9. ds., wird zum ersten Male die entzückende vieraktige Gesangs- PosseUnsere Marine" von W. Mannstaedt in Szene gehen. Dienstag, den 11. ds., findet als erste Volksvorstellung eine Wiederholung vonKabale und Liebe" statt. (Eintrittspreise: Loge 1 Mk., Saal 40 Pfg., Gallerte 20 Pfg.) Ta die gestrige Vorstellung vonAlt-Heidelberg" sich eines derartigen Besuches erfreute, daß kein Platz mehr zu haben war und viele Theaterbesucher wieder umkehren mußten, hat die Direktion beschlossen, eine nochmalige Ausführung vonAlt-Heidel­berg" in nächster Zeit anzuberaumen.

* * Verein zur Hebung des Fremden-Ver. k e h r s. Der Vorstand des Vereins der Gastwirte für Gießen und Umgegend hat beschlossen, vorbehaltlich der Genehmi­gung seiner Vereinsversammlung die Initiative zu ergreifen, um in unserer Stadt einen Verein zur Hebung des Fremden­verkehrs ins Leben zu rufen. Man ging dabei von dem Gedanken aus, daß es im allgemeinen und im Interesse der handel- und gewerbetreibenden Kreise unserer Bürger- schaft liege, eine Agitation zu entfalten, um den Fremden- und besonders den Touristenverkehr nach unserer, an schönen Äus^gen so reichen Scadt zu lenken, und hofft, daß der zu bildende Verein nach dieser Richtung das weite Feld Ieiner Wirksamkeit energisch bearbeiten wird, wenn ihm aus der Mitte der Bürgerschaft heraus kräftige Unterstützung zuteil wird.

* * Von unserer Kanalischtion werden die beiden schwierigsten Enden in den nächsten Tagen fertig» gestellt sein. Und zwar handelt es sich um das gemauerte Liel an dec Mündung der Wiei'eck in die Lahn, der Wieseck entlang bis zur Ueberführung des Flusses durch die Bahn-